[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Aufnahme von Wertscheinen, insbesondere
ein Safe-Bag-Modul, das einen Aufnahmebereich zur Aufnahme von Wertscheinen umfasst.
Ferner hat die Vorrichtung eine Welle, wobei an einem ersten Ende der Welle ein erster
Haken und an einem zweiten Ende der Welle ein zweiter Haken angeordnet ist, wobei
die Haken, wenn die Vorrichtung in ein Fach einer Vorrichtung zur Handhabung von Wertscheinen,
insbesondere eines Geldautomaten, eingesetzt ist, mit innerhalb des Faches eingeordneten
Eingriffselementen der Vorrichtung zur Handhabung von Wertscheinen in Eingriff ist,
sofern die Haken in einer Verriegelungsposition angeordnet sind. Sind die Haken dagegen
in einer entriegelten Position angeordnet, besteht kein Eingriff zwischen den Haken
und den Eingriffselementen des Fachs. Die Haken können durch Drehen der Welle zwischen
der Verriegelungsposition und der entriegelten Position bewegt werden. Ferner ist
auf der Welle ein Griff angeordnet, der ein erstes Ende mit einem ersten Loch und
ein zweites Ende mit einem zweiten Loch umfasst, wobei die Welle sowohl durch das
erste als auch durch das zweite Loch hindurchverläuft.
[0002] Bei dem Geldautomat werden sogenannte Safe-Bag-Module verwendet, in denen Safebags
aufgenommen werden, die vom Geldautomaten mit Wertscheinen befüllt werden. Solche
Safe-Bag-Module können, insbesondere zur Entnahme eines befüllten Safebags und zum
Einsetzen eines leeren Safebags, aus dem Geldautomaten entnommen werden. Das Safe-Bag-Modul
ist hierbei in einem speziellen Fach des Geldautomaten aufnehmbar. Damit das Safe-Bag-Modul
in der gewünschten Position innerhalb des Geldautomaten verbleibt ist ein Verriegelungsmechanismus
vorgesehen, mit Hilfe dessen das Safe-Bag-Modul in dem Fach gehalten wird.
[0003] Dieser Verriegelungsmechanismus ist bei bekannten Geldautomaten derart ausgebildet,
dass in dem Fach des Geldautomaten an gegenüberliegenden Seiten zwei Eingriffselemente,
insbesondere kurze Stifte, vorgesehen sind. Das Safe-Bag-Modul weist eine Welle auf,
an deren Enden jeweils ein Haken vorgesehen ist. Durch Rotation der Welle können die
drehfest mit der Welle verbundenen Haken zwischen einer Verriegelungsposition, in
der sie mit den Eingriffselementen in Eingriff sind, und einer entriegelten Position,
in der kein Eingriff zwischen den Haken und den Eingriffselementen besteht, bewegt
werden. Das Drehen der Welle erfolgt hierbei manuell mit Hilfe eines Griffs, dessen
beiden Enden drehfest mit der Welle verbunden sind. Der Griff dient insbesondere auch
zum Tragen des entnommenen Safe-Bag-Moduls. An einer Seite des Faches ist eine aktive
Verriegelungseinheit vorgesehen, die in einem ersten Betriebszustand ein Bewegen des
ersten Haken von der Verriegelungsposition in die entriegelte Position verhindert
und in einem zweiten Betriebszustand ein Bewegen des ersten Hakens von der Verriegelungsposition
in die entriegelte Position ermöglicht. Diese Verriegelungseinheit umfasst insbesondere
einen mit Hilfe einer Antriebseinheit drehbaren Hebel, der im ersten Betriebszustand
so angeordnet ist, dass ein Bewegen des ersten Hakens von der Verriegelungsposition
in die entriegelte Position über den Kontakt zu dem Hebel unterbunden wird.
[0004] Problematisch bei solchen bekannten Safe-Bag-Modulen ist es, dass durch die nur einseitig
aktive Verriegelung über die Verriegelungseinheit des Geldautomaten es dazu kommen
kann, dass auf der anderen Seite der Eingriff zwischen dem zweiten Haken und dem dortigen
Eingriffselement unbeabsichtigt gelöst wird. Dies ist insbesondere dann der Fall,
wenn eine Bedienperson ohne vorherige Entriegelung der Entriegelungseinheit, also
ohne Umschalten von dem ersten in den zweiten Betriebszustand, an dem Griff des Safe-Bag-Moduls
zieht und hierüber die Welle soweit tordiert wird, dass der zweite Haken seinen Eingriff
zum Eingriffselement verliert. Hierdurch kann es dazu kommen, dass das Safe-Bag-Modul
dann nicht mehr exakt in der gewünschten Position angeordnet ist und es somit zu Fehlern
bei der Ablage der Wertscheine kommen kann.
[0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur Aufnahme von Wertscheinen
anzugeben, durch die eine ungewollte einseitige Entriegelung, wenn die Vorrichtung
in einem Geldautomaten oder dergleichen eingesetzt ist, vermieden wird.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie
durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des weiteren unabhängigen Vorrichtungsanspruchs
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0007] Erfindungsgemäß ist das erste Loch an dem ersten Ende des Griffes derart geformt,
dass bei der Drehung des Griffes zumindest innerhalb eines vorbestimmten Drehbereichs
über einen Eingriff zwischen der Welle und dem ersten Ende des Griffs ein Drehmoment
auf die Welle übertragen wird. Das zweite Loch ist jedoch derart geformt, dass bei
einer Drehung des Griffes über das zweite Ende kein Drehmoment auf die Welle übertragen
wird. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Drehmomentübertragung auf die Welle
nur an einer Seite des Griffs, nämlich an der Seite des ersten Endbereichs, erfolgt.
Wenn die Vorrichtung zur Aufnahme von Wertscheinen in eine Vorrichtung zur Handhabung
von Wertscheinen, insbesondere einen Geldautomat, eingesetzt ist, ist sie so angeordnet,
dass der erste Haken an derjenigen Seite angeordnet ist, an der die Verriegelungseinheit
zum aktiven Verriegeln vorgesehen ist. Dadurch, dass das Drehmoment beim Ziehen an
dem Griff nun nicht mehr an beiden Enden des Griffes übertragen wird, sondern nur
noch an dem Ende, welches näher zum ersten Haken und somit näher zu der aktiven Verriegelungseinheit
des Faches des Geldautomaten angeordnet ist, wird die Welle an der Seite des zweiten
Hakens, also an derjenigen Seite, an der in dem Fach keine aktive Verriegelungseinheit
zum Halten des zweiten Hakens in der Verriegelungsposition vorgesehen ist, weniger
tordiert, wodurch vermieden wird, dass beim Ziehen an dem Griff trotz aktiver Verriegelung
über die Verriegelungseinheit des Faches der zweite Haken nicht seinen Eingriff mit
dem entsprechenden Eingriffselement des Faches verliert. Ist dagegen die aktive Verriegelungseinheit
des Faches in dem zweiten Betriebszustand, sodass durch sie die Bewegung des ersten
Hakens von der Verriegelungsposition in die entriegelte Position nicht unterbunden
wird, so kann die Welle über die Drehmomentübertragung an dem ersten Ende wie gewohnt
gedreht werden, wobei an beiden Seiten eine Entriegelung erfolgt, d. h., dass beide
Haken über das Drehen der Welle von der Verriegelungsposition in die entriegelte Position
bewegt werden.
[0008] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung hat das zweite Loch einen kreisförmigen
Querschnitt, wobei der Durchmesser des zweiten Lochs größer als die maximale Breite
der Welle ist, sodass sich die Welle in dem zweiten Loch ohne Übertragung eines Drehmoments
drehen kann. Insbesondere ist der Durchmesser des zweiten Lochs nur minimal kleiner
als die maximale Breite der Welle, sodass bei einem Tragen des Safe-Bag-Moduls die
Gewichtskraft über beide Enden des Griffes von der Welle auf den Griff übertragen
wird und das Safe-Bag-Modul, wie bei bekannten Safe-Bag-Modulen, einfach gehandhabt
werden kann.
[0009] Die Welle weist vorzugsweise einen rechteckigen Grundkörper auf, über den auf einfache
Weise beim Drehen des Griffes ein Eingriff mit dem ersten Ende des Griffs hergestellt
werden kann, sodass eine Drehmomentübertragung erfolgt und die Welle sicher und einfach
gedreht werden kann.
[0010] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist an einer ersten
Seite des Grundkörpers und einer der ersten Seite gegenüberliegenden zweiten Seite
des Grundkörpers jeweils ein Vorsprung vorgesehen, der einen kreissegmentförmigen
Querschnitt aufweist. Diese Vorsprünge erstrecken sich zumindest in den Bereichen,
in denen die Welle durch das erste und das zweite Loch geführt ist, vorzugsweise über
nahezu die gesamte Länge der Welle außer deren Endbereichen, an denen die Haken auf
der Welle angeordnet sind. Die Oberfläche der kreissegmentförmigen Querschnitte weisen
vorzugsweise in etwa die gleiche Krümmung wie die Innenkrümmung des zweiten Lochs
auf. Vorzugsweise entspricht insbesondere die maximale Abmessung des Querschnitts
der Welle, die sich insbesondere vom Scheitelpunkt zum Scheitelpunkt der beiden Vorsprünge
erstreckt, in etwa dem Durchmesser des zweiten Lochs. Über diese beiden Vorsprünge
wird erreicht, dass beim Tragen des Safe-Bag-Moduls auch über das zweite Ende des
Griffes die Gewichtskraft des Safe-Bag-Moduls auf einfache Weise auf den Griff übertragen
werden kann. Insbesondere sind die beiden Vorsprünge an derjenigen Seite des Grundkörpers
angeordnet, an denen die Kraftübertragung erfolgt, wenn der Griff um 90° zur Oberfläche,
an der er befestigt ist, gedreht ist, wobei dies der Position entspricht, in der der
Griff beim Tragen des Safe-Bag-Moduls angeordnet ist.
[0011] Der Griff ist dann, wenn das Safe-Bag-Modul in dem Fach des Geldautomaten angeordnet
ist, insbesondere in einer Nullposition angeordnet, wobei er in dieser Nullposition
an dem Gehäuse des Moduls anliegt. Ist der Griff in der Nullposition angeordnet, ist
die Welle derart gedreht, dass die Haken in der Verriegelungsposition angeordnet sind.
Zum Entnehmen des Safe-Bag-Moduls und zum Lösen des Eingriffs zwischen den Haken und
den Eingriffselementen des Fachs wird der Hebel aus der Nullposition herausbewegt
und somit von dem Gehäuse weggedreht. Beim Tragen des Safe-Bag-Moduls ist der Griff
insbesondere ungefähr in einem Winkel von 90° aus der Nullposition herausbewegt.
[0012] Das erste Loch ist insbesondere derart ausgebildet dass es einen kreisförmigen Querschnitt
hat, in den mindestens ein Vorsprung hineinragt. Insbesondere ragen in den kreisförmigen
Querschnitt zwei Vorsprünge hinein, die um 180° versetzt zueinander angeordnet sind.
[0013] Der Durchmesser des kreisförmigen Querschnitts entspricht insbesondere dem Durchmesser
des zweiten Lochs. Über den Vorsprung bzw. die Vorsprünge wird beim Drehen des Griffs
der Eingriff zwischen dem ersten Endbereich des Griffs und der Welle hergestellt,
sodass über diesen Eingriff ein Drehmoment von dem Griff auf die Welle zum Drehen
der Welle und insbesondere zum Entriegeln der Verriegelung übertragen werden kann.
[0014] Der Griff umfasst insbesondere einen Grundkörper und ein Verstärkungselement im Bereich
des ersten Endes des Griffes, wobei ein erster Teilbereich des ersten Lochs durch
den Grundkörper und ein zweiter Teilbereich des ersten Lochs durch das Verstärkungselement
verläuft, also entsprechend durch das Verstärkungselement bzw. den Grundkörper begrenzt
ist.
[0015] Der erste Teilbereich hat insbesondere einen kreisförmigen Querschnitt und der zweite
Teilbereich einen kreisförmigen Querschnitt, in den ein Vorsprung, vorzugsweise zwei
Vorsprünge, hineinragt. Somit wird der Eingriff zwischen dem ersten Ende des Griffs
und der Welle ausschließlich über das Verstärkungselement hergestellt. Hierdurch wird
eine besonders einfache Fertigung erreicht, da in dem Grundkörper nur zwei Löcher,
das erste und das zweite Loch, vorgesehen werden müssen, die den einfachen, gleichen,
kreisförmigen Querschnitt aufweisen.
[0016] Der Grundkörper ist insbesondere aus Kunststoff gefertigt, dass Verstärkungselement
aus Metall. Durch das Vorsehen eines Verstärkungselements aus Metall kann auch über
die nur einseitige Drehmomentübertragung ein ausreichendes Drehmoment übertragen werden.
[0017] Das Verstärkungselement ist insbesondere scheibenförmig ausgebildet und seitlich
an der Seite des Grundkörpers, an der sich das erste Ende befindet, angeordnet. Somit
wird eine besonders einfache Fertigung und Montage erreicht. Das scheibenförmige Eingriffselement
wird insbesondere in den Kunststoffgrundkörper eingepresst.
[0018] Ferner ist es vorteilhaft, wenn das Verstärkungselement mindestens eine Aussparung
aufweist, in die eine Rippe des Grundkörpers hineinragt. Hierüber wird eine bessere
und gleichmäßigere Kraftübertragung von dem Verstärkungselement auf den Grundkörper
erreicht. Vorzugsweise können noch weitere Aussparungen vorgesehen sein, durch die
Stifte verlaufen, über die ebenfalls eine Kraftübertragung erfolgt und über die das
Verstärkungselement an dem Grundkörper gehalten wird.
[0019] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Vorsprung innerhalb
des ersten Lochs derart ausgebildet, dass ausgehend von der Nullposition des Griffs
bei einer Drehung innerhalb eines ersten Winkelbereichs die Welle nicht mit dem Vorsprung
in Eingriff ist, sodass keine Übertragung eines Drehmoments von dem Griff auf die
Welle erfolgt, sodass die Welle unabhängig davon, ob die Verriegelungseinheit des
Faches ein Drehen des Hakens von der Verriegelungsposition in die Entriegelungsposition
erlaubt, nicht mit gedreht wird. Bei einer Drehung des Griffs innerhalb eines sich
an den ersten Winkelbereich anschließenden zweiten Winkelbereichs, der also dem zuvor
genannten vorbestimmten Bereich entspricht, besteht ein Eingriff zwischen dem Vorsprung
und der Welle, sodass die Übertragung des Drehmoments von dem Griff auf die Welle
erfolgt und ein Drehen der Welle und somit eine Entriegelung des Safe-Bag-Moduls erfolgen
kann.
[0020] Über diesen Freihub im ersten Winkelbereich wird erreicht, dass eine Person den in
der Nullposition an dem Gehäuse anliegenden Griff zunächst soweit vom Gehäuse abdrehen
kann, dass er den Griff vollständig umfassen kann, wobei dann bei einer weiteren Drehung
des Griffs die Drehmomentübertragung zwischen dem Griff und der Welle erfolgt.
[0021] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der erste Haken
drehfest an dem ersten Ende der Welle befestigt, d. h. dass kein Spiel zwischen dem
Haken und der Welle besteht und bei einem Drehen der Welle der Haken jeweils entsprechend
mitgedreht wird bzw., sofern ein Drehen des Hakens extern verhindert wird, sofort
eine entsprechende Kraftübertragung vom Griff auf die Welle unmittelbar erfolgt. Der
zweite Haken dagegen ist mit einem vorbestimmten Spiel auf der Welle gelagert, sodass
die Welle innerhalb des durch das Spiel vorbestimmten Winkelbereichs gedreht werden
kann, ohne dass der Haken mit gedreht wird bzw. ohne dass eine Kraft- oder Momentübertragung
von der Welle auf den zweiten Haken erfolgt.
[0022] Auch durch dieses Spiel wird, wie auch durch das Spiel zwischen der Welle und dem
zweiten Loch des Griffs, eine einseitige Entriegelung verhindert. Wenn der erste Haken
über die Verriegelungseinheit des Faches an einem Bewegen von der Verriegelungsposition
in die entriegelte Position gehindert wird und dennoch an dem Griff gezogen wird,
sodass auf die Welle ein Drehmoment ausgeübt wird, kann es zwar dazu kommen, dass
die Welle ein wenig tordiert wird. Durch das Spiel zwischen der Welle und dem zweiten
Haken wird jedoch bewirkt, dass innerhalb des vorbestimmten Spiels keine Übertragung
des Drehmoments auf den zweiten Haken erfolgt und dieser bei der Tordierung der Welle
nicht mit gedreht wird, sodass der Eingriff zum Eingriffselement bestehen bleibt.
Somit wird durch dieses Spiel die Sicherheit vor einer ungewollten einseitigen Entriegelung
weiter erhöht, da selbst dann, wenn durch eine extrem große, auf den Griff ausgeübte
Kraft eine Resttordierung der Welle entsteht, über das Spiel dennoch ein Mitdrehen
des zweiten Hakens verhindert wird.
[0023] Das Spiel beträgt insbesondere zwischen 3° und 7°, vorzugsweise in etwa 5°. Somit
ist das Spiel ausreichend große gewählt, dass selbst bei großen auf die Welle übertragenen
Kräfte und einer entsprechend starken Tordierung der Welle immer noch ein Eingriff
zwischen dem zweiten Haken und dem entsprechenden Eingriffselement besteht.
[0024] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung hat die Welle an ihren
beiden Enden insbesondere einen rechteckigen Querschnitt, an dem keine Vorsprünge,
wie in dem mittleren Bereich der Welle, vorgesehen sind.
[0025] Der erste Haken hat eine Aussparung, in die das erste Ende der Welle eingreift. Die
Aussparung des ersten Hakens hat hierbei den gleichen Querschnitt wie das erste Ende
der Welle, sodass die Welle passgenau in den Querschnitt eingreift und der erste Haken
somit ohne Spiel auf der Welle gelagert ist. Auch der zweite Haken weist eine Aussparung
auf, in die das zweite Ende der Welle eingreift. Die Aussparung des zweiten Hakens
hat ebenfalls einen rechteckigen Querschnitt, wobei dieser jedoch größer ist als der
Querschnitt der Welle an dem zweiten Ende. Insbesondere sind beide Seitenlängen des
rechteckigen Querschnitts der Aussparung jeweils größer als die entsprechende Seitenlänge
des Querschnitts des zweiten Endes der Welle. Hierdurch wird das oben genannte Spiel
erreicht.
[0026] Die Aussparung des zweiten Hakens ist insbesondere derart geformt, dass der Querschnitt
sich aus zwei um 5° verdrehte Rechtecke, vorzugsweise mit einer Kantenlänge von 5mm
x 8mm, mit Drehpunkt im Mittelpunkt der Welle ergibt, also quasi Vorsprünge, wie auch
schon beim Griff beschrieben, die Drehmomenteinleitung in einem Drehbereich erlauben
und in dem anderen nicht.
[0027] Ferner ist es vorteilhaft, wenn der zweite Haken mit einem elastischen Element, insbesondere
einer Feder entgegen der Drehrichtung, in die die Welle zum Entriegeln gedreht werden
muss, auf der Welle vorgespannt ist. Somit wird sichergestellt, dass beim Drehen der
Welle innerhalb des durch das Spiel zulässigen Winkelbereichs der zweite Haken zuverlässig
in der Verriegelungsposition gehalten wird.
[0028] Bei der Vorrichtung zur Aufnahme von Wertscheinen handelt es sich insbesondere um
ein Safe-Bag-Modul, bei dem in dem Aufnahmebereich ein Safebag aufnehmbar ist, in
dem wiederum die Wertscheine als Wertscheinstapel aufnehmbar sind. Alternativ kann
es sich bei der Vorrichtung zur Aufnahme von Wertscheinen auch um eine Geldkassette
handeln, in der die Wertscheine ohne einen Safebag abgestapelt werden. Auch jede andere
Vorrichtung zur Aufnahme von Wertscheinen, die über einen Griff getragen werden und
bei der eine über den Griff entriegelbare Verriegelung in dem Geldautomaten erfolgt,
kann über den erfindungsgemäßen Griff und die weiteren zuvor genannten Merkmale gegen
ein einseitiges Entriegeln geschützt werden.
[0029] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Aufnahme von Wertscheinen,
die einen Aufnahmebereich zur Aufnahme von Wertscheinen und eine Welle umfasst, wobei
an einem ersten Ende der Welle ein erster Haken und an einem zweiten Ende der Welle
ein zweiter Haken angeordnet ist. Die Haken sind, wenn die Vorrichtung in ein Fach
einer Vorrichtung zur Handhabung von Wertscheinen, insbesondere eines Geldautomaten,
eingesetzt ist, mit Eingriffselementen des Faches der Vorrichtung zur Handhabung von
Wertscheinen in Eingriff, sofern die Haken an einer Verriegelungsposition angeordnet
sind. Sind die Haken dagegen in einer entriegelten Position angeordnet, besteht kein
Eingriff mit den Eingriffselementen. Die Haken sind hierbei durch Drehen der Welle
zwischen der Verriegelungsposition und der entriegelten Position bewegbar. Der erste
Haken ist hierbei drehfest ohne Spiel auf der Welle befestigt, der zweite Haken ist
dagegen mit einem vorbestimmten Spiel an dem zweiten Ende der Welle gelagert.
[0030] Hierdurch wird erreicht, dass, wenn an dem Griff gezogen wird und wenn der erste
Haken durch eine in dem Fach der Vorrichtung zur Handhabung von Wertscheinen angeordnete
aktive Verriegelungseinheit in der Verriegelungsposition gehalten wird, zwar eine
Tordierung der Welle erfolgt, durch das Spiel der zweite Haken aber nicht mitgedreht
wird, sodass der Eingriff zwischen dem zweiten Haken und dem entsprechenden Eingriffselements
des Faches bestehen bleibt. Somit wird ein ungewolltes einseitiges Entriegeln vermieden.
[0031] Die Vorrichtung gemäß dem weiteren unabhängigen Anspruch kann insbesondere mit den
in den auf den Anspruch 1 rückbezogenen abhängigen Ansprüchen angegeben Merkmalen
weiter gebildet werden. Insbesondere kann die Befestigung des zweiten Hakens auf der
Welle wie zuvor bei dem ersten Aspekt beschrieben erfolgen.
[0032] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Handhabung von Wertscheinen,
bei der es sich insbesondere um einen Geldautomat, ein automatisches Kassensystem
oder eine Tresorkasse handeln kann. Die Vorrichtung weist ein Fach zur Aufnahme einer
Vorrichtung zur Aufnahme von Wertscheinen der zuvor beschriebenen Art, insbesondere
eines Safe-Bag-Moduls auf. In dem Fach ist eine zuvor beschriebene Vorrichtung zur
Aufnahme von Wertscheinen aufgenommen, wobei an einer ersten Seite des Faches ein
erstes Eingriffselement und an einer der ersten Seite gegenüberliegenden zweiten Seite
des Faches ein zweites Eingriffselement angeordnet sind und wobei in der Verriegelungsposition
der erste Haken mit dem ersten Eingriffselement und der zweite Haken mit dem zweiten
Eingriffselement in Eingriff ist.
[0033] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist an der ersten Seite des Fachs
eine Verriegelungseinheit angeordnet, die in einem ersten Betriebszustand ein Bewegen
des ersten Hakens von der Verriegelungsposition in die entriegelte Position unterbindet
und in einem zweiten Betriebszustand ein Bewegen des Hakens von der Verriegelungsposition
in die entriegelte Position erlaubt.
[0034] Die Verriegelungseinheit umfasst insbesondere einen um eine Drehachse drehbar gelagerten
Hebel und eine Verstelleinheit, mit der der Hebel zwischen einer ersten Position und
einer zweiten Position gedreht werden kann, wobei der Hebel in der ersten Position,
in der er im ersten Betriebszustand angeordnet ist, ein Bewegen des Hakens über einen
Kontakt zum Haken verhindert und in einer zweiten Position, in der er in dem zweiten
Betriebszustand angeordnet ist, keinen Kontakt zum ersten Haken hat, sodass dieser
von der Verriegelungsposition in die entriegelte Position bewegt werden kann. Bei
der Verstelleinheit handelt es sich insbesondere um einen Hubmagneten.
[0035] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung,
die die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit den beigefügten
Figuren näher erläutert.
[0036] Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische, stark vereinfachte Darstellung einer Vorrichtung zur Handhabung
von Wertscheinen;
- Figur 2
- eine schematische stark vereinfachte Darstellung eines Safe-Bag-Moduls;
- Figur 3
- einen Ausschnitt der Vorrichtung nach Figur 1 und des Safe-Bag-Moduls nach Figur 2;
- Figur 4
- einen weiteren Ausschnitt der Vorrichtung nach Figur 1 und des Safe-Bag-Moduls nach
Figur 2;
- Figur 5
- eine schematische, perspektivische Darstellung einer Welle und eines Griffs des Safe-Bag-Moduls
nach den Figuren 2 bis 4;
- Figur 6
- eine schematische, perspektivische Darstellung eines Grundkörpers des Griffes nach
Figur 5;
- Figur 7
- eine schematische, perspektivische Darstellung eines Verstärkungselements des Griffs
nach Figur 5; und
- Figur 8
- eine schematische, perspektivische Darstellung des Griffs, der Welle und eines zweiten
Hakens des Safe-Bag-Moduls nach den Figuren 2 bis 7.
[0037] In Figur 1 ist eine schematische stark vereinfachte Darstellung einer Vorrichtung
100 zur Handhabung von Wertscheinen, insbesondere Banknoten, gezeigt. Bei der Vorrichtung
100 handelt es sich insbesondere um einen Geldautomaten, ein automatisches Kassensystem
oder eine automatische Tresorkasse.
[0038] Die Vorrichtung 100 weist ein Fach 102 auf, in dem ein Safe-Bag-Modul 10 aufgenommen
werden kann. An einer ersten Seite 104 des Faches 102 ist ein erstes Eingriffselement
108 und an einer zweiten Seite 106 ein zweites Eingriffselement 110 vorgesehen, welche
durch den Eingriff mit später noch näher beschriebenen Elementen des Safe-Bag-Moduls
10 dieses in einer vorbestimmten Position innerhalb des Faches 102 halten, wobei diese
Position derart vorbestimmt ist, dass mit Hilfe eines Zuführ- und Stapelmoduls der
Vorrichtung 100 dem in den Safe-Bag-Modul 10 angeordneten Safebags Wertscheine zugeführt
werden können.
[0039] An der ersten Seite 104 ist ferner eine aktive Verriegelungseinheit 112 vorgesehen,
durch die ein aktives Verriegeln erfolgen kann. Unter dem aktiven Verriegeln wird
verstanden, dass über diese Verriegelungseinheit 112 ein Lösen des Eingriffs zwischen
dem Eingriffselement 108 und dem entsprechenden komplementären Element 26 des Safe-Bag-Moduls
10 verhindert wird, wenn die Verriegelungseinheit 112 in einem ersten Betriebszustand
ist.
[0040] In Figur 2 ist eine schematische, perspektivische, stark vereinfachte Darstellung
eines Safe-Bag-Moduls 10 gezeigt, das in das Fach 102 der Vorrichtung 100 eingeführt
werden kann. Die im Folgenden beschriebenen, erfindungsgemäßen Handhabungs- und Verriegelungsmechanismen
können natürlich auch für alle anderen Vorrichtungen zur Aufnahme von Wertscheinen,
beispielsweise Geldkassetten, eingesetzt werden, die einen entsprechenden Griff haben
und über entsprechende Eingriffselemente 108, 110 in der Vorrichtung 100 verriegelt
werden.
[0041] Das Safe-Bag-Modul 10 weist einen Aufnahmebereich 12 auf, in dem ein Safe-Bag über
nicht dargestellte Elemente aufgespannt angeordnet ist. Dem Safe-Bag werden die Wertscheine
in Richtung des Pfeils P1 zugeführt.
[0042] An der der Zuführseite entgegengesetzten Seite des Safe-Bag-Moduls 10 ist ein Griff
14 angeordnet, mit dessen Hilfe das Safe-Bag-Modul 10 aus dem Fach 102 herausgenommen
und getragen werden kann. Der Griff 14 ist über ein erstes Ende 16 und ein zweites
Ende 18 auf einer Welle 20 gelagert. An einem ersten Ende 22 der Welle 20 ist ein
erster Haken 26 und an einem dem ersten Ende 22 entgegengesetzten zweiten Ende 24
ein zweiter Haken 28 angeordnet. Der Haken 26 weist eine Aussparung 30, der Haken
28 eine Aussparung 32 auf, über die der Eingriff zu den Eingriffselementen 108, 110
hergestellt werden kann, wenn das Safe-Bag-Modul 10 in das Fach 102 eingesetzt ist
und die Haken 26, 28 in der in Figur 2 gezeigten Verriegelungsposition angeordnet
sind. In dieser Verriegelungsposition sind die Eingriffselemente 108, 110 in den Aussparungen
30, 32 der Haken 26, 28 angeordnet.
[0043] Durch ein Bewegen des Griffs 14 in Richtung des Pfeils P4 und ein hierdurch bewirktes
Drehen der Welle 20 können die Haken 26, 28 entsprechend des Pfeils P2 von der Verriegelungsposition
in eine entriegelte Position bewegt werden, in der die Eingriffselemente 108, 110
nicht mehr in den Aussparungen 30, 32 angeordnet sind und somit kein Eingriff mehr
zwischen den Haken 26, 28 und den Eingriffselementen 108, 110 besteht.
[0044] In den Figuren 3 und 4 ist jeweils eine schematische, perspektivische Darstellung
eines Ausschnitts des Safe-Bag-Moduls 10 und der Vorrichtung 100 gezeigt, wobei von
dem Safe-Bag-Modul 10 lediglich der Griff 14, die Welle 20 sowie die beiden Haken
26, 28 dargestellt sind. Von der Vorrichtung 100 sind lediglich die beiden Eingriffselemente
108, 110 des Faches 102 sowie die Verriegelungseinheit 112 dargestellt.
[0045] Die Verriegelungseinheit 112 umfasst einen Hebel 114, der um eine Achse 116 verschwenkbar
angeordnet ist. An einem ersten Ende 118 des Hebels 114 ist eine als Hubmagnet 122
ausgebildete Verstelleinheit vorgesehen, mit deren Hilfe das Verschwenken um die Achse
116 ausgeführt werden kann. In einem ersten Betriebszustand, der in Figur 3 gezeigt
ist, ist der Hebel 114 derart angeordnet, dass sein dem ersten Ende 118 gegenüberliegendes
zweites Ende 120 den ersten Haken 26 kontaktiert oder nur mit einem geringen Abstand
unterhalb diesem angeordnet ist, sodass ein Bewegen des Hakens 26 in Richtung des
Pfeils P2 und somit von der Verriegelungsposition in die entriegelte Position vermieden
wird.
[0046] Mit Hilfe des Hubmagneten 122 kann der Hebel 114 entsprechen des Pfeils P3 von dem
ersten Betriebszustand in einen zweiten Betriebszustand bewegt werden, bei dem das
zweite Ende 120 nicht mehr den ersten Haken 26 kontaktiert, sodass dieser in Richtung
des Pfeils P2 durch Drehung der Welle 20 bewegt und somit von der Verriegelungsposition
in die entriegelte Position bewegt werden kann.
[0047] In Figur 5 ist eine schematische, perspektivische Darstellung des Griffs 14 sowie
der Welle 20 gezeigt. Der Griff 14 weist ein erstes Loch 34 sowie ein zweites Loch
36 auf, durch die die Welle 20 hindurch verläuft.
[0048] Der Griff 14 umfasst einen in Figur 6 gezeigten Grundkörper 38, der aus einem Kunststoff
gefertigt ist. Ferner umfasst der Griff 14 ein in Figur 7 dargestelltes Verstärkungselement
40, welches, wie in Figur 5 gezeigt, an der Seite des ersten Endes 16 des Griffes
14 an dem Grundkörper 38 angeordnet ist. Das Verstärkungselement 40 ist insbesondere
aus einem Metall gefertigt und weist eine erste Aussparung 42 auf, in die Rippen 46
des Grundkörpers 38 hineinragen und somit zur Kraftübertragung zwischen dem Verstärkungselement
40 und dem Grundkörper 38 beitragen. Ferner sind zwei weitere Aussparungen 48, 50
in dem scheibenförmigen Verstärkungselement 40 vorgesehen, durch die Stifte 52, 54
hindurchragen, die ebenfalls zur Kraftübertragung zwischen dem Grundkörper 38 mit
dem Verstärkungselement 40 dienen.
[0049] Die Welle 20 weist einen Grundkörper 56 mit einem rechteckigen Querschnitt auf, wobei
an einer ersten Seite des Grundkörpers 56 ein erster Vorsprung 58 und an einer der
ersten Seite gegenüberliegenden zweiten Seite des Grundkörpers 56 ein, in Figur 5
nicht sichtbarer zweiter Vorsprung vorgesehen ist, wobei der zweite Vorsprung wie
der erste Vorsprung geformt ist. Die Vorsprünge 58 weisen jeweils einen kreissektorförmigen
Querschnitt auf und erstrecken sich über die nahezu gesamte Länge der Welle 20 außer
den Endbereichen, an denen die Haken 26, 28 auf der Welle 20 gelagert sind.
[0050] Das erste Loch 34, durch das die Welle 20 geführt ist, umfasst aus einem ersten Teilbereich
59, der von dem Grundkörper 38 umschlossen wird, und einen zweiten Teilbereich 60,
der von dem Verstärkungselement 40 begrenzt wird.
[0051] Der erste Teilbereich 59 des ersten Lochs 34 und das zweite Loch 36 weisen einen
kreisförmigen Querschnitt auf, wobei ihre Durchmesser identisch sind und jeweils größer
sind als die maximale Breite und maximale Höhe der Welle 20. Insbesondere ist der
Durchmesser minimal größer als die maximale Abmessung der Welle 20, also der Abstand
zwischen den beiden Scheitelpunkten der Vorsprünge 58 der Welle 20. Insbesondere weisen
die Vorsprünge 58 in etwa die gleiche Krümmung wie das zweite Loch 36 und der erste
Teilbereich 59 des ersten Lochs 34 auf.
[0052] Durch diese Formgebung der Welle 20 und des zweiten Lochs 36 wird erreicht, dass
bei der Drehung des Hebels 14 keine Drehmomentübertragung zwischen dem zweiten Ende
18 des Hebels 14 und der Welle 20 erfolgt. Ebenso erfolgt keine Drehmomentübertragung
zwischen dem ersten Teilbereich 59 des ersten Lochs 34 und der Welle 20.
[0053] Der zweite Teilbereich 60 des ersten Lochs 34 dagegen ist derart geformt, dass der
Querschnitt als ein Kreis, in den zwei Vorsprünge 62, 64 hineinragen, ausgebildet
ist.
[0054] Wenn sich der Griff 14 in einer, in den Figuren 2 bis 4 gezeigten Nullposition befindet,
in der der Griff 14 an dem Gehäuse des Safe-Bag-Moduls 10 anliegt, so kontaktieren
die geraden Seiten der Welle 20 die Kanten 66 und 68 der Vorsprünge 62, 64 des zweiten
Teilbereichs 60 des ersten Lochs 34. Wird der Griff 14 nun in Richtung des Pfeils
P4 aus der Nullposition hinausbewegt, so besteht zunächst noch kein Eingriff zwischen
der Welle 20 und dem zweiten Teilbereich 60 des ersten Lochs, sodass der Griff 14
zunächst um einen vorbestimmten Winkel von dem Gehäuse entfernt werden kann, ohne
dass die Welle 20 gedreht wird und ohne dass eine Drehmomentübertragung erfolgt. Hierdurch
wird zunächst erreicht, dass eine Bedienperson den Griff 14 einfach vom Gehäuse entfernen
und vollständig umfassen kann.
[0055] Ist der Griff 14 soweit gedreht, dass die flachen Seiten der Welle 20 an den Kanten
70, 72 der Vorsprünge 62, 64 anliegen, so wird über diesen Kontakt ein Drehmoment
auf die Welle 20 übertragen.
[0056] Sofern die Verriegelungseinheit 112 in dem zweiten Betriebszustand ist, also ein
Bewegen des ersten Hakens 26 nicht verhindert, werden durch die Drehung der Welle
20 entsprechend sowohl der erste Haken 26 als auch der zweite Haken 28 von der Verriegelungsposition
in die entriegelte Position bewegt, sodass das Safe-Bag-Modul 10 entnommen werden
kann.
[0057] Ist jedoch die Verriegelungseinheit 112 im ersten Betriebszustand, so wird ein Bewegen
des ersten Hakens 26 nach unten, also in Richtung des Pfeils P2 vermieden. Das durch
ein Ziehen an dem Hebel 14 über das erste Ende 16 auf die Welle 20 übertragene Drehmoment
führt zu einer Tordierung der welle 20.
[0058] Da bei dem in den Figuren 5 bis 7 gezeigten Griff 14 jedoch das Drehmoment ausschließlich
an dem ersten Ende 16 und somit an derjenigen Seite, die der Verriegelungseinheit
112 zugewandt ist, übertragen wird, erfolgt, verglichen mit einem "Standardgriff",
bei dem eine Kraftübertragung über beide Enden 16, 18 erfolgt, eine deutlich geringere
Tordierung der Welle 20 an ihrem zweiten Ende 24, sodass der zweite Haken 28 nicht
oder zumindest nur soweit durch die Tordierung in Richtung des Pfeils P2 bewegt wird,
dass der Eingriff mit dem Eingriffselement 110 bestehen bleibt und somit die beidseitige
Verriegelung sichergestellt ist.
[0059] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung können die Welle 20 und/oder
die Löcher 34, 36 auch anders geformt sein. Wichtig ist nur, dass die Drehmomentenübertragung
ausschließlich über das erste Ende 16 und nicht über das zweite Ende 18 erfolgt.
[0060] Darüber hinaus kann bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung der Hebel
14 auch einstückig ausgebildet sein, d. h. dass keine Unterteilung in den Grundkörper
38 und das Verstärkungselement 40 erfolgt.
[0061] Darüber hinaus ist alternativ auch möglich, dass das gesamte erste Loch 34 derart
ausgebildet ist, wie es zuvor nur für den zweiten Teilbereich 60 beschrieben wurde.
[0062] Darüber hinaus ist es ebenfalls möglich, dass der zweite Teilbereich 60 bzw. das
gesamte erste Loch 34 derart ausgebildet sind, dass der Eingriff mit der Welle 20
immer besteht, und nicht erst ein gewisses Spiel am Anfang beim Drehen des Griffs
14 aus der Nullposition besteht.
[0063] Beim Tragen des Safe-Bag-Moduls 10 ist der Griff 14 bezogen auf die Nullposition
um 90° in Richtung des Pfeils P4 gedreht. Durch die kreissegmentförmigen Vorsprünge
58 wird erreicht, dass beim Tragen des Safe-Bag-Moduls 10 kein oder nur ein sehr geringes
Spiel zwischen der Welle 20 und dem Griff 14 ist, sodass eine gleichmäßige Übertragung
der Gewichtskraft des Safe-Bag-Moduls 10 über beide Enden 16, 18 erfolgt.
[0064] In Figur 8 ist eine schematische, perspektivische Darstellung des Griffs 14, der
Welle 20 sowie des zweiten Hakens 28 gezeigt. Das zweite Ende 24 der Welle 20 ist
in einer Aussparung 74 des zweiten Hakens 28 aufgenommen, wobei die Breite dieser
Aussparung 74 größer ist als die Breite des Querschnitts der Welle 20 und die Höhe
der zweiten Aussparung 74 ebenfalls größer ist als die Höhe des Querschnitts der Welle
20. Hierdurch wird erreicht, dass der zweite Haken 28 mit einem vorbestimmten Spiel,
insbesondere in etwa 5°, auf der Welle 20 gelagert ist. Hierdurch wird erreicht, dass,
selbst wenn trotz der nur einseitigen Drehmomenteinleitung immer noch eine starke
Tordierung an dem zweiten Ende 24 der Welle 20 erfolgt, eine Drehung bis zu 5°, also
innerhalb des Spiels, nicht zu einem Bewegen des zweiten Hakens 28 führt, sodass es
nicht zu einer einseitigen Entriegelung kommt.
[0065] Ferner ist eine Feder 76 vorgesehen, die in den Figuren nur rein schematisch dargestellt
ist. Über diese Feder 76 ist der Haken 28 in der Verriegelungsposition vorgespannt.
Erst wenn die Welle 20 weiter als um das vorbestimmte Spiel gedreht ist, wird der
Haken 28 entgegen der Federkraft der Feder 76 von der Verriegelungsposition in Richtung
der entriegelten Position bewegt.
[0066] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung kann auch lediglich die einseitige
Drehmomentenübertragung über den Griff 14 realisiert sein und der Haken 28 ohne Spiel
drehfest an der Welle 20 gelagert sein, wie dies generell für den ersten Haken 26
der Fall ist.
[0067] Ebenso ist es bei einer alternativen Ausführungsform möglich, dass der Griff 14 derart
ausgebildet ist, dass die Drehmomentenübertragung 26 über beide Enden 16, 18 erfolgt,
jedoch das Spiel zwischen der Welle 20 und dem zweiten Haken 28 gegeben ist.
[0068] Bei beiden zuvor genannten alternativen Ausführungsformen wird jeweils die Gefahr
der einseitigen Entriegelung bei einem Ziehen an dem Hebel 14 trotz in dem ersten
Betriebszustand befindlicher Verriegelungseinheit 112 verringert. Durch die Kombination
beider Prinzipien wird eine besonders große Sicherheit erreicht.
Bezugszeichenliste
[0069]
- 10
- Safe-Bag-Modul
- 12
- Aufnahmebereich
- 14
- Griff
- 16
- erstes Ende
- 18
- zweites Ende
- 20
- Welle
- 22
- erstes Ende
- 24
- zweites Ende
- 26, 28
- Haken
- 30, 32
- Aussparung
- 34, 36
- Loch
- 38
- Grundkörper
- 40
- Verstärkungselement
- 42, 48, 50
- Aussparung
- 52, 54
- Stift
- 56
- Grundkörper
- 58
- Vorsprung
- 59, 60
- Teilbereich
- 62, 64
- Vorsprung
- 66, 68, 70, 72
- Kante
- 74
- Aussparung
- 76
- Feder
- 100
- Vorrichtung
- 102
- Fach
- 104, 106
- Seite
- 108, 110
- Eingriffselement
- 112
- Verriegelungseinheit
- 114
- Hebel
- 116
- Achse
- 118, 120
- Endbereich
- 122
- Hubmagnet
- P1 bis P4
- Richtung
1. Vorrichtung zur Aufnahme von Wertscheinen,
mit einem Aufnahmebereich (12) zur Aufnahme von Wertscheinen,
einer Welle (20),
einem an einem ersten Ende (22) der Welle (20) angeordneten ersten Haken (26) und
einem in einem zweiten Ende (24) der Welle (20) angeordneten zweiten Haken (28), wobei
die Haken (26, 28), wenn die Vorrichtung (10) in ein Fach (102) einer Vorrichtung
(100) zur Handhabung von Wertscheinen, insbesondere eines Geldautomaten, eingesetzt
ist, in einer Verrieglungsposition mit innerhalb des Faches (102) angeordneten Eingriffselementen
(108, 110) der Vorrichtung (100) zur Handhabung von Wertscheinen in Eingriff sind
und in einer entriegelten Position nicht mit den Eingriffselementen (108, 110) in
Eingriff sind, wobei die Haken (26, 28) durch ein Drehen der Welle (20) zwischen der
Verrieglungsposition und der entriegelten Position bewegbar sind,
einem auf der Welle (20) angeordneten Griff (14), der ein erstes Ende (16) mit einem
ersten Loch (34) und ein zweites Ende (18) mit einem zweiten Loch (36) umfasst, wobei
die Welle (20) durch das erste und das zweite Loch (34, 36) hindurchverläuft,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Loch (34) derart geformt ist, dass bei der Drehung des Griffs (14) zumindest
innerhalb eines vorbestimmten Drehbereichs über einen Eingriff zwischen der Welle
(20) und dem ersten Ende (16) des Griffs (14) ein Drehmoment auf die Welle (20) übertragen
wird, und
dass das zweite Loch (36) derart geformt ist, dass bei einer Drehung des Griffs (14)
über das zweite Ende (18) keine Drehmomentenübertragung auf die Welle (20) erfolgt.
2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Loch (36) einen kreisförmigen Querschnitt hat, und dass der Durchmesser
des zweiten Lochs (36) größer ist als die maximale Abmessung des Querschnitts der
Welle (20).
3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (20) einen rechteckigen Grundkörper (56) aufweist.
4. Vorrichtung (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass an einer ersten Seite des Grundkörpers (56) und einer der ersten Seite gegenüberliegenden
zweiten Seite des Grundkörpers (56) jeweils ein Vorsprung (58) mit einem kreissegmentförmigen
Querschnitt vorgesehen ist, die sich zumindest in den Bereichen des ersten und zweiten
Loches (34, 36) erstrecken, und dass die Krümmung der Oberfläche der Vorsprünge (58)
in etwa der Innenkrümmung des ersten und/oder des zweiten Loches (34 ,36) entspricht.
5. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Loch (34) einen kreisförmigen Querschnitt hat, in den eine Vorsprung (62,
64), vorzugsweise zweite Vorsprünge (62, 64), hineinragt.
6. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Griff (14) einen Grundkörper (38) und ein Verstärkungselement (40) im Bereich
des ersten Endes (16) des Griffs (14) umfasst, wobei ein erster Teilbereich (59) des
ersten Loches (34) durch den Grundkörper (38) und ein zweiter Teilbereich (60) des
ersten Loches (34) durch das Verstärkungselement (40) verläuft.
7. Vorrichtung (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Teilbereich (59) des ersten Loches (34) einen kreisförmigen Querschnitt
hat, und das der zweite Teilbereich (60) des ersten Loches (34) einen kreisförmigen
Querschnitt hat, in den ein Vorsprung (62, 64), vorzugsweise zweite Vorsprünge (62,
64), hineinragt.
8. Vorrichtung (10) nach Anspruch 5 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (62, 64) derart ausgebildet ist, dass ausgehend von einer Nullposition
des Griffs (14) bei einer Drehung innerhalb eines ersten Winkelbereichs die Welle
(20) nicht derart mit dem Vorsprung (62, 64) in Eingriff ist, dass eine Drehmomentübertragung
erfolgt, und dass bei einer Drehung des Griffs (14) innerhalb eines sich an den ersten
Winkelbereich anschließenden zweiten Winkelbereichs ein Eingriff zwischen dem Vorsprung
(62, 64) und der Welle (20) besteht, über den die Übertragung des Drehmoments von
dem Griff (14) auf die Welle (20) erfolgt.
9. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Haken (26) drehfest ohne Spiel auf der Welle (20) befestigt ist, und dass
der zweite Haken (28) mit einem vorbestimmten Spiel auf der Welle (20) gelagert ist.
10. Vorrichtung (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Spiel zwischen 3° und 7°, insbesondere 5°, beträgt.
11. Vorrichtung (10) nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (20) an ihren beiden Enden (22, 24) einen rechteckigen Querschnitt aufweist,
dass der erste Haken (26) eine Aussparung hat, in die das erste Ende (22) der Wellen
(20) eingreift, dass die Aussparung des ersten Hakens (26) den gleichen Querschnitt
wie das erste Ende (22) der Welle (24) aufweist, dass der zweite Haken (28) eine Aussparung
(74) hat, in die das zweite Ende (24) der Welle (20) eingreift, dass die Aussparung
(74) des zweiten Hakens (28) einen rechteckigen Querschnitt aufweist, und dass beide
Seiten des rechteckige Querschnitt der Aussparung (74) des zweiten Hakens (28) größer
sind als die jeweils entsprechende Seite des Querschnitts des zweiten Endes (24) der
Welle (20).
12. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Haken (28) mit Hilfe eines elastischen Elements (76), insbesondere einer
Feder, entgegen der Drehrichtung, in die die Welle (20) zum Entriegeln gedreht werden
muss, auf der Welle (20) vorgespannt ist.
13. Vorrichtung zur Aufnahme von Wertscheinen,
mit einem Aufnahmebereich (12) zur Aufnahme von Wertscheinen,
einer Welle (20),
einem an einem ersten Ende (22) der Welle (20) angeordneten ersten Haken (26) und
einem an einem zweiten Ende (24) der Welle (20) angeordneten zweiten Haken (28), wobei
die Haken (26, 28), wenn die Vorrichtung (10) in ein Fach (102) einer Vorrichtung
(100) zur Handhabung von Wertscheinen, insbesondere eines Geldautomaten, eingesetzt
ist, in einer Verrieglungsposition mit innerhalb des Faches (102) angeordneten Eingriffselementen
(108, 110) der Vorrichtung (100) zur Handhabung von Wertscheinen in Eingriff sind
und in einer entriegelten Position nicht mit den Eingriffselementen (108, 110) in
Eingriff sind, wobei die Haken (26, 28) durch ein Drehen der Welle (20) zwischen der
Verrieglungsposition und der entriegelten Position bewegbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass der ersten Haken (26) drehfest ohne Spiel auf der Welle (20) befestigt ist, und dass
der zweiten Haken (28) mit einem vorbestimmten Spiel auf der Welle (20) gelagert ist.
14. Vorrichtung (100) zur Handhabung von Wertscheinen, insbesondere Geldautomat,
mit einem Fach (102) zur Aufnahme einer Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche
1 bis 13,
wobei in dem Fach (102) eine Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 aufgenommen
ist,
wobei an einer ersten Seite (104) des Faches (102) ein erstes Eingriffselement (108)
und an einer der ersten Seite (104) gegenüberliegenden zweiten Seite (106) des Fachs
(104) ein zweites Eingriffselement (110) angeordnet sind,
wobei in der Verriegelungsposition der erste Haken (26) mit dem ersten Eingriffselement
(108) und der zweite Haken (28) mit dem zweiten Eingriffselement (110) in Eingriff
ist.
15. Vorrichtung (100) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass an der ersten Seiten (104) eine Verriegelungseinheit (112) angeordnet ist, die in
einem ersten Betriebszustand ein Bewegen des ersten Hakens (26) von der Verriegelungsposition
in die entriegelte Position unterbindet und in einem zweiten Betriebszustand erlaubt.