[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft enzymhaltige flüssige Wasch- oder Reinigungsmittel,
insbesondere Handgeschirrspülmittel, mit verbesserter Enzymstabilität.
[0002] Übliche Wasch- oder Reinigungsmittel des Marktes enthalten Tenside zur Entfernung
von Schmutz und Flecken. In der Regel werden hierbei Kombinationen aus mehreren Tensiden,
insbesondere aus der Gruppe der anionischen, nichtionischen, kationischen und amphoteren
Tenside verwendet. Diese Tenside allein sind häufig nicht in der Lage, Schmutz und
Flecken hinreichend zu entfernen, so dass in modernen Wasch- oder Reinigungsmitteln
weitere Hilfsstoffe eingesetzt werden. Zu diesen weiteren Hilfsstoffen gehören Enzyme
verschiedener Arten wie Proteasen, Amylasen, Cellulasen, Mannanasen, Pektatlyasen.
Dem Fachmann sind weitere Enzymklassen bekannt. Insbesondere hydrolytische Enzyme
wie Proteasen, Amylasen oder Lipasen sind wegen ihrer unmittelbar reinigenden Wirkung
Bestandteil zahlreicher Textil- oder Geschirrreinigungsmittel.
[0003] Die für den Endverbraucher entscheidende Reinigungswirkung der in Wasch- oder Reinigungsmitteln
eingesetzten Enzyme wird neben der Enzymstruktur in wesentlichem Maße auch durch die
Art der Konfektionierung dieser Enzyme und ihrer Stabilisierung gegen Umwelteinflüsse
bestimmt.
[0004] Wasch- oder reinigungsaktive Enzyme werden sowohl in fester als auch in flüssiger
Form konfektioniert. Zur Gruppe der festen Enzymzubereitungen zählen insbesondere
die aus mehreren Inhaltsstoffen bestehenden Enzymgranulate, die ihrerseits vorzugsweise
in feste Wasch- oder Reinigungsmittel eingearbeitet werden. Flüssige oder gelförmige
Wasch- oder Reinigungsmittel enthalten im Gegensatz hierzu häufig flüssige Enzymzubereitungen,
wobei diese, anders als die Enzymgranulate gegen äußere Einflüsse weit weniger geschützt
sind.
[0005] Zur Erhöhung der Stabilität derartiger Enzym-haltiger flüssiger Wasch- oder Reinigungsmittel
wurden eine Reihe unterschiedlicher Schutzmaßnahmen vorgeschlagen. So lehrt beispielsweise
die deutsche Patentanmeldung
DE 20 38 103 (Henkel) die Stabilisierung von Enzym-haltigen Geschirrspülmitteln durch Saccharide, während
in dem europäischen Patent
EP 646 170 B1 (Procter & Gamble) Propylenglykol zur Enzymstabilisierung in flüssigen Reinigungsmitteln
offenbart wird.
Als reversible Proteaseinhibitoren sind im Stand der Technik Polyole, insbesondere
Glycerin und 1,2-Propylenglycol beschrieben. Eine entsprechende technische Offenbarung
findet sich beispielsweise in der internationalen Anmeldung
WO 02/08398 A2 (Genencor).
[0006] Die Stabilisierung von Proteasen in wässrigen Reinigungsmitteln durch Calciumsalze
wie Calciumformiat, Calciumacetat oder Calciumpropionat beschreibt das US-amerikanische
Patent
4,318, 818 (Procter & Gamble). Salze mehrwertiger Kationen wie Calciumkationen führen jedoch
in diesen wässrigen Systemen, insbesondere in manuellen Geschirrspülmitteln häufig
zu Trübungen während der Lagerung. Dieser negative Effekt verstärkt sich bei der Lagerung
bei tiefen Temperaturen. Dadurch sind die möglichen Einsatzkonzentrationen limitiert,
so dass keine ausreichende enzymstabilisierende Wirkung garantiert werden kann. Insbesondere
die Stabilisierung von Lipasen wird allerdings ebenfalls nicht beschrieben.
[0007] Eine zweite Gruppe bekannter Stabilisatoren bilden Borax, Borsäuren, Boronsäuren
oder deren Salze oder Ester. Darunter sind vor allem Derivate mit aromatischen Gruppen,
etwa ortho-, meta- oder para-substituierte Phenylboronsäuren zu erwähnen, insbesondere
4-Formylphenyl-Boronsäure (4-FPBA) beziehungsweise die Salze oder Ester der genannten
Verbindungen. Letztgenannte Verbindungen als Enzymstabilisatoren sind beispielsweise
offenbart in der internationalen Patentanmeldung
WO 96/41859 A1 (Novo Nordisk). Allerdings weisen beispielsweise Borsäuren und Borsäurederivate oftmals
den Nachteil auf, dass sie mit anderen Inhaltsstoffen einer Zusammensetzung, insbesondere
Wasch- bzw. Reinigungsmittelinhaltsstoffen, unerwünschte Nebenprodukte bilden, so
dass diese in den betreffenden Mitteln nicht mehr für den erwünschten Reinigungszweck
zur Verfügung stehen oder sogar als Verunreinigung auf dem Waschgut zurückbleiben.
Ferner werden Borsäuren bzw. Borate unter Umweltaspekten als nachteilig betrachtet.
[0008] Die internationale Patentanmeldung
WO 2011/147665 beschreibt flüssige Reinigungsmittel, welche 20 bis 70 Gew.-% Wasser, mindestens
eine Amylase-Zubereitung, mindestens eine Calciumionenquelle und Milchsäure oder ein
Milchsäuresalz enthalten.
[0009] Ferner werden in Tensidzubereitungen, insbesondere in Wasch- oder Reinigungsmitteln,
zunehmend Lipasen eingesetzt. Eine Lipase ist ein Enzym, das die Hydrolyse von Esterbindungen
in Lipid-Substraten, insbesondere in Fetten und Ölen, katalysiert. Lipasen stellen
daher eine Gruppe der Esterasen dar. Lipasen sind im Allgemeinen vielseitige Enzyme,
die eine Vielzahl an Substraten akzeptieren, beispielsweise aliphatische, alizyklische,
bizyklische und aromatische Ester, Thioester und aktivierte Amine. Lipasen wirken
gegen Fettrückstände auf Oberflächen, wie etwa in verschmutzter Wäsche oder auf verschmutztem
Geschirr durch Katalyse der Hydrolyse (Lipolyse) besagter Fettrückstände. Lipasen
mit breiten Substratspektren werden insbesondere dort verwendet, wo inhomogene Rohstoffe
oder Substratgemische umgesetzt werden müssen, also beispielsweise in Wasch- und Reinigungsmitteln,
da Verschmutzungen aus unterschiedlich aufgebauten Fetten und Ölen bestehen können.
Die in den aus dem Stand der Technik bekannten Wasch- oder Reinigungsmitteln eingesetzten
Lipasen sind üblicherweise mikrobiellen Ursprungs und stammen in der Regel aus Bakterien
oder Pilzen, beispielsweise der Gattungen Bacillus, Pseudomonas, Acinetobacter, Micrococcus,
Humicola, Trichoderma oder Trichosporon. Lipasen werden üblicherweise nach an sich
bekannten biotechnologischen Verfahren durch geeignete Mikroorganismen produziert,
beispielsweise durch transgene Expressionswirte der Gattungen Bacillus oder durch
filamentöse Pilze.
Generell sind nur ausgewählte Lipasen für den Einsatz in flüssigen Tensidzubereitungen
überhaupt geeignet. Viele Lipasen zeigen in derartigen Zubereitungen keine ausreichende
katalytische Leistung oder Stabilität. In Phosphonat-haltigen flüssigen Tensidzubereitungen
ist diese Problematik noch gravierender, beispielsweise auf Grund der komplexbildenden
Eigenschaften der Phosphonate oder auf Grund von unvorteilhaften Wechselwirkungen
zwischen dem Phosphonat und der Lipase.
Folglich haben lipasehaltige flüssige Tensidzubereitungen aus dem Stand der Technik
den Nachteil, dass sie oftmals keine zufriedenstellende lipolytische Aktivität aufweisen
und die Tensidzubereitung daher keine optimale Reinigungsleistung an lipase-sensitiven
Anschmutzungen zeigt.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand somit daher darin, eine Methode zur
Stabilisierung von Lipasen in flüssigen Wasch- oder Reinigungsmitteln bereitzustellen,
die zumindest einen Nachteil aus dem Stand der Technik wenigstens verbessert. Die
Aufgabe bestand außerdem darin, flüssige Wasch- oder Reinigungsmittel mit einer verbesserten
Lipasestabiltät bereitzustellen.
Überraschenderweise wurde festgestellt, dass eine flüssige Tensidzubereitung, welche
die Kombination einer derartigen Lipase mit einem oder mehreren einwertigen Kationen
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Kaliumchlorid, Kaliumsulfat, Kaliumacetat,
Kaliumformiat oder Mischungen davon enthält, eine verbesserte Lagerstabilität der
enthaltenen Lipase hat. Somit weist dieses erfindungsgemäße flüssige Wasch- und Reinigungsmittel
vorteilhafte Reinigungsleistungen an lipase-sensitiven Anschmutzungen auf.
Vorteilhafterweise zeigt ein derartiges flüssiges Wasch- und Reinigungsmittel eine
verbesserte Reinigungsleistung an mindestens einer, vorzugsweise an mehreren Lipase-sensitiven
Anschmutzungen, insbesondere auf Textilien und/oder harten Oberflächen, insbesondere
auf Geschirr. Weitere bevorzugte Ausführungsformen erfindungsgemäßer flüssiger Wasch-
und Reinigungsmittel zeigen eine vorteilhafte Reinigungsleistung hinsichtlich mindestens
einer Lipase-sensitiven Anschmutzung bei Temperaturen zwischen 10 °C und 80 °C, vorzugsweise
auch bei niedrigen Temperaturen, beispielsweise zwischen 10 °C und 50 °C, zwischen
10 °C und 40 °C oder zwischen 20 °C und 40 °C. Hinsichtlich des einleitend erwähnten
Standes der Technik handelt es bei der vorliegenden Erfindung daher um eine besonders
vorteilhafte Auswahl von einer Lipase und einem Salz oder mehreren Salzen für ein
flüssiges Reinigungsmittel, insbesondere für ein Handgeschirrspülmittel.
[0010] Unter flüssigen Reinigungsmitteln werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung solche
verstanden, die unter normalen Anwendungsbedingungen fließfähig sind und deren Viskositäten
in einem breiten Rahmen variieren können. Zu den flüssigen Zubereitungen zählen auch
gelförmige oder pastöse Mittel, welche gegebenenfalls zusätzliche aus dem Stand der
Technik bekannte Verdickungsmittel aufweisen können. In einer weiter bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung beruhen die flüssigen Mittel auf wässeriger Basis.
Ein Handgeschirrspülmittel (synonym: manuelles Geschirrspülmittel) ist im Kontext
der vorliegenden Erfindung ein flüssiges Wasch- oder Reinigungsmittel, das an die
Verwendung zum manuellen Spülen von Geschirr besonders angepasst ist. Handgeschirrspülmittel
sind demnach besonders dazu geeignet, Schmutz von harten Oberflächen zu lösen, weisen
ein gutes Schaumvermögen und zudem eine besondere Hautverträglichkeit auf.
Das Handgeschirrspülmittel nach der vorliegenden Erfindung ist bevorzugt dadurch gekennzeichnet,
dass es ein Schaumvermögen von mindestens 250 mL, gemessen nach der DIN-Methode 53
902, Teil 2 (Ross-Miles-Test), vorzugsweise von mindestens 300 mL aufweist. Dieses
vorteilhafte Schaumverhalten ist typischerweise darauf zurückzuführen, dass das Handgeschirrspülmittel
vorzugsweise mindestens 5 Gew.-% eines anionischen Tensids, bezogen auf das gesamte
Handgeschirrspülmittel, enthält. Der Gesamtgehalt an Tensid kann allerdings deutlich
darüber liegen (siehe unten).
[0011] Um eine gute Hautverträglichkeit zu gewährleisten, liegt der pH Wert bei 9 oder darunter,
vorzugsweise im Bereich von (jeweils einschließlich) 4 bis 9. Bevorzugt sind pH Werte
zwischen pH 5 und pH 8,5 (jeweils einschließlich), insbesondere bevorzugt ist ein
pH Wert von 5,5 bis 8,0 und ganz besonders bevorzugt von 7 bis 8 (jeweils einschließlich).
Vorzugsweise enthalten Handgeschirrspülmittel außerdem keine Bleichmittel wie z.B.
Natriumpercarbonat und Natriumborat. Die Hautverträglichkeit lässt sich als Reizpotential
nach der OECD-Methode No. 404 bestimmen. Es beträgt vorzugsweise höchstens 65 %.
[0012] Die Erfindung betrifft somit in ein flüssiges Wasch- oder Reinigungsmittel, das einen
Mindestgehalt von 5 Gew.-% eines anionischen Tensids, bezogen auf die gesamte Zusammensetzung,
und einen pH Wert von ≤ 9 aufweist.
Ein Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein flüssiges Wasch- oder Reinigungsmittel,
umfassend mindestens eine Lipase und - bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung
- mindestens 0,05 Gew.-%, bevorzugt mindestens 0,15 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens
0,25 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt mindestens 0,35 Gew.-% eines einwertiges
Kations, wobei die Kationenquelle ausgewählt ist aus Kaliumchlorid, Kaliumsulfat,
Kaliumacetat, Kaliumformiat oder Gemischen dieser Kationen.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt der Anteil des Kations oder der Kationen
an der Gesamtzusammensetzung 0,35 bis 5 Gew.-%, bevorzugt 0,35 bis 4 Gew.-%, weiter
bevorzugt 0,35 bis 3 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,35 bis 2 Gew.-% und ganz besonders
bevorzugt 0,35 bis 1 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung.
[0014] Eine in einem erfindungsgemäßen flüssigen Reinigungsmittel, insbesondere in einem
erfindungsgemäßen Handgeschirrspülmittel enthaltene Lipase weist eine lipolytische
Aktivität auf, das heisst, sie ist zur Hydrolyse (Lipolyse) von Lipiden wie Glyceriden
oder Cholesterinestern befähigt. Ferner ist die in einer erfindungsgemäßen Tensidzubereitung
bevorzugt enthaltene Lipase natürlicherweise in einem Mikroorganismus der Art Rhizopus
oryzae oder Mucor javanicus vorhanden. Natürlicherweise vorhanden bedeutet in diesem
Zusammenhang, dass die Lipase ein eigenes Enzym des Mikroorganismus ist. Die Lipase
kann folglich in dem Mikroorganismus von einer Nukleinsäuresequenz exprimiert werden,
die Teil der chromosomalen DNA des Mikroorganismus in seiner Wildtyp-Form ist. Sie
bzw. die für sie codierende Nukleinsäuresequenz ist folglich in der Wildtyp-Form des
Mikroorganismus vorhanden und/oder kann aus der Wildtyp-Form des Mikroorganismus aus
diesem isoliert werden. Im Gegensatz hierzu wäre eine nicht natürlicherweise in dem
Mikroorganismus vorhandene Lipase bzw. die für sie codierende Nukleinsäuresequenz
mit Hilfe gentechnischer Verfahren in den Mikroorganismus gezielt eingebracht worden,
so dass der Mikroorganismus um die Lipase bzw. die für sie codierende Nukleinsäuresequenz
bereichert worden wäre. Jedoch kann eine Lipase, die natürlicherweise in einem Mikroorganismus
der Art Rhizopus oryzae oder Mucor javanicus vorhanden ist, aber durchaus rekombinant
von einem anderen Organismus hergestellt worden sein.
[0015] Der Pilz Rhizopus oryzae zählt zur Klasse der Zygomyceten (Unterklasse Incertae sedis),
hierin zur Ordnung Mucorales und hierin wiederum zur Familie Mucoraceae und der Gattung
Rhizopus. Der Pilz Mucor javanicus zählt ebenfalls zur Klasse der Zygomyceten (Unterklasse
Incertae sedis), hierin zur Ordnung Mucorales und hierin wiederum zur Familie Mucoraceae,
hierin dann zur Gattung Mucor. Die Bezeichnungen Rhizopus oryzae und Mucor javanicus
sind die biologischen Artbezeichnungen innerhalb der jeweiligen Gattung.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Tensidzubereitung dadurch
gekennzeichnet, dass die Lipase eine Aminosäuresequenz aufweist, die zu der in SEQ
ID NO. 1 angegebenen Aminosäuresequenz zu mindestens 80% identisch ist. Zunehmend
bevorzugt ist die Aminosäuresequenz zu mindestens 81%, 82%, 83%, 84%, 85%, 86%, 87%,
88%, 89%, 90%, 91%, 92%, 93%, 94%, 95%, 96%, 97%, 98%, 99% und ganz besonders bevorzugt
zu 100% identisch zu der in SEQ ID NO. 1 angegebenen Aminosäuresequenz. SEQ ID NO.
1 ist die Sequenz einer reifen (maturen) Lipase aus Rhizopus oryzae.
[0017] Erfindungsgemäß bevorzugte Lipasen sind die von dem Unternehmen Amano Pharmaceuticals
unter den Bezeichnungen Lipase M-AP10®, Lipase LE® und Lipase F® (auch Lipase JV®)
erhältlichen Lipaseenzyme. Die Lipase F® ist beispielsweise natürlicherweise in Rhizopus
oryzae vorhanden. Die Lipase M-AP10® ist beispielsweise natürlicherweise in Mucor
javanicus vorhanden Weitere besonders bevorzugte Lipasen und Lipasenzubereitungen
sind kommerziell unter dem Handelsnamen Lipex von dem Unternehmen Novozymes (Dänemark)
zu beziehen und vorteilhaft in den erfindungsgemäßen Reinigungszusammensetzungen einsetzbar.
Besonders bevorzugt ist auch die Lipase Lipex 100 L (ex Novozymes A/S, Dänemark).
[0018] Die Bestimmung der Identität von Nukleinsäure- oder Aminosäuresequenzen erfolgt durch
einen Sequenzvergleich. Solch ein Vergleich erfolgt dadurch, dass ähnliche Abfolgen
in den Nukleotidsequenzen oder Aminosäuresequenzen einander zugeordnet werden. Dieser
Sequenzvergleich erfolgt vorzugsweise basierend auf dem im Stand der Technik etablierten
und üblicherweise genutzten BLAST-Algorithmus (vgl. beispielsweise
Altschul, S. F., Gish, W., Miller, W., Myers, E. W. & Lipman, D. J. (1990) "Basic
local alignment search tool." J. Mol. Biol. 215:403-410 , und
Altschul, Stephan F., Thomas L. Madden, Alejandro A. Schaffer, Jinghui Zhang, Hheng
Zhang, Webb Miller, and David J. Lipman (1997): "Gapped BLAST and PSI-BLAST: a new
generation of Protein database search programs"; Nucleic Acids Res., 25, S. 3389-3402) und geschieht prinzipiell dadurch, dass ähnliche Abfolgen von Nukleotiden oder Aminosäuren
in den Nukleinsäure- bzw. Aminosäuresequenzen einander zugeordnet werden. Eine tabellarische
Zuordnung der betreffenden Positionen wird als Alignment bezeichnet. Ein weiterer
im Stand der Technik verfügbarer Algorithmus ist der FASTA-Algorithmus. Sequenzvergleiche
(Alignments), insbesondere multiple Sequenzvergleiche, werden üblicherweise mit Computerprogrammen
erstellt. Häufig genutzt werden beispielsweise die Clustal-Serie (vgl. beispielsweise
Chenna et al. (2003): Multiple sequence alignment with the Clustal series of programs.
Nucleic Acid Research 31, 3497-3500), T-Coffee (vgl. beispielsweise
Notredame et al. (2000): T-Coffee: A novel method for multiple sequence alignments.
J. Mol. Biol. 302, 205-217) oder Programme, die auf diesen Programmen bzw. Algorithmen basieren. Häufig genutzt
werden beispielsweise Clustal (vgl. beispielsweise
Chenna et al. (2003): Multiple sequence alignment with the Clustal series of programs.
Nucleic Acid Research 31, 3497-3500) oder T-Coffee (vgl. beispielsweise
Notredame et al. (2000): T-Coffee: A novel method for multiple sequence alignments.
J. Mol. Biol. 302, 205-217) sowie BLAST oder FASTA für die Datenbanksuche, beziehungsweise Programme, die auf
diesen Programmen bzw. Algorithmen basieren. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung
werden Sequenzvergleiche und Alignments bevorzugt mit dem Computer-Programm Vector
NTI® Suite 10.3 (Invitrogen Corporation, 1600 Faraday Avenue, Carlsbad, Kalifornien,
USA) mit den vorgegebenen Default-Parametern erstellt.
[0019] Solch ein Vergleich erlaubt eine Aussage über die Ähnlichkeit der verglichenen Sequenzen
zueinander. Sie wird üblicherweise in Prozent Identität, das heißt dem Anteil der
identischen Nukleotide oder Aminosäurereste an denselben bzw. in einem Alignment einander
entsprechenden Positionen angegeben. Der weiter gefasste Begriff der Homologie bezieht
bei Aminosäuresequenzen konservierte Aminosäure-Austausche in die Betrachtung mit
ein, also Aminosäuren mit ähnlicher chemischer Aktivität, da diese innerhalb des Proteins
meist ähnliche chemische Aktivitäten ausüben. Daher kann die Ähnlichkeit der verglichenen
Sequenzen auch in Prozent Homologie oder Prozent Ähnlichkeit angegeben sein. Identitäts-
und/oder Homologieangaben können über ganze Polypeptide oder Gene oder nur über einzelne
Bereiche getroffen werden. Homologe bzw. identische Bereiche von verschiedenen Nukleinsäure-
oder Aminosäuresequenzen sind daher durch Übereinstimmungen in den Sequenzen definiert.
Solche Bereiche weisen oftmals identische Funktionen auf. Sie können klein sein und
nur wenige Nukleotide bzw. Aminosäuren umfassen. Oftmals üben solche kleinen Bereiche
für die Gesamtaktivität des Proteins essentielle Funktionen aus. Es kann daher sinnvoll
sein, Sequenzübereinstimmungen nur auf einzelne, gegebenenfalls kleine Bereiche zu
beziehen. Soweit nicht anders angegeben beziehen sich Identitäts- bzw. Homologieangaben
in der vorliegenden Anmeldung aber auf die Gesamtlänge der jeweils angegebenen Nukleinsäure-
oder Aminosäuresäu resequenz.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist eine erfindungsgemäße Tensidzubereitung
ferner dadurch gekennzeichnet, dass ihre Reinigungsleistung mindestens derjenigen
einer Tensidzubereitung entspricht, die eine Lipase beinhaltet, die eine Aminosäuresequenz
gemäß SEQ ID NO. 1 aufweist, wobei die Reinigungsleistung in einem Waschsystem bestimmt
wird, das ein Waschmittel in einer Dosierung zwischen 2,0 und 9,0 Gramm pro Liter
Waschflotte sowie die Lipase enthält, wobei die zu vergleichenden Lipasen aktivitätsgleich
eingesetzt sind und die Reinigungsleistung gegenüber einer oder mehrerer der Anschmutzungen
Russ/Mineralöl auf Baumwolle, Russ/Olivenöl auf Baumwolle, Pigment/Öl auf Baumwolle
oder Hautfett (Sebum)/Kohlenschwarz, auf Baumwolle, insbesondere gegenüber einer oder
mehrerer der Anschmutzungen
- Russ/Mineralöl auf Baumwolle: Produkt Nr. C-01 erhältlich von CFT (Center For Testmaterials)
B. V. Vlaardingen, Niederlande
- Russ/Olivenöl auf Baumwolle: Produkt Nr. C-02 erhältlich von CFT (Center For Testmaterials)
B. V. Vlaardingen, Niederlande
- Pigment/Öl auf Baumwolle: Produkt Nr. C-09 erhältlich von CFT (Center For Testmaterials)
B. V. Vlaardingen, Niederlande
- Hautfett (Sebum)/Kohlenschwarz, auf Baumwolle: Produkt Nr. C-S-32 erhältlich von CFT
(Center For Testmaterials) B. V. Vlaardingen, Niederlande, bestimmt wird durch Messung
des Weissheitsgrades der gewaschenen Textilien, der Waschvorgang für mindestens 30
Minuten, optional 60 Minuten, bei einer Temperatur von 40 °C erfolgt und das Wasser
eine Wasserhärte zwischen 15,5 und 16,5° (deutsche Härte) aufweist.
[0021] Die Lipaseaktivität wird in fachüblicher Weise bestimmt, und zwar vorzugsweise wie
beschrieben in
Bruno Stellmach, "Bestimmungsmethoden Enzyme für Pharmazie, Lebensmittelchemie, Technik,
Biochemie, Biologie, Medizin" (Steinkopff Verlag Darmstadt, 1988, S. 172 ff). Hierbei werden Lipase-haltige Proben zu einer Olivenölemulsion in emulgatorhaltigem
Wasser gegeben und bei 30 °C und pH 9,0 inkubiert. Dabei werden Fettsäuren freigesetzt.
Diese werden mit einem Autotitrator über 20 min. laufend mit 0,01 N Natronlauge titriert,
so dass der pH-Wert konstant bleibt ("pH-stat-Titration"). Anhand des Natronlauge-Verbrauchs
erfolgt mittels Bezug auf eine Referenzlipaseprobe die Bestimmung der Lipaseaktivität.
Eine weitere geeignete Methode zur Messung der Lipaseaktivität ist die Freisetzung
eines Farbstoff aus einem geeigneten pNP-gelabelten Substrat.
[0022] Zahlreiche Lipasen werden als sogenannte Präproteine, also zusammen mit einem Propeptid
und/oder einem Signalpeptid gebildet. Häufig handelt es sich bei Pro- und/oder Signalpeptid
um N-terminale Sequenzen. Im Zuge des Faltungs- und/oder Sekretionsprozesses des Proteins
werden Signal- und/oder Propeptid abgespalten, so dass nach der Abspaltung des Pro-
und/oder Signalpeptids die dann reife (mature) Lipase ihre katalytische Aktivität
ohne die ursprünglich vorhandenen N-terminalen Aminosäuren ausübt. Fürtechnische Anwendungen
allgemein und insbesondere im Rahmen der Erfindung sind die reifen (maturen) Lipasen,
d. h. die nach ihrer Herstellung prozessierten Enzyme, gegenüber den Präproteinen
bevorzugt. Die Lipasen können ferner von den sie produzierenden Zellen nach der Herstellung
der Polypeptidkette modifiziert werden, beispielsweise durch Anknüpfung von Zuckermolekülen,
Formylierungen, Aminierungen, usw. Solche Modifikationen sind posttranslationale Modifikationen
und können, müssen jedoch nicht einen Einfluss auf die Funktion der Lipase ausüben.
[0023] Ferner kann die in einer erfindungsgemäßen Tensidzubereitung enthaltene Lipase an
Trägerstoffe adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein, um sie gegen
vorzeitige Inaktivierung zu schützen. In der Wasch- bzw. Reinigungsflotte, also unter
Anwendungsbedingungen, wird die Lipase dann freigesetzt und kann ihre lipolytische
Wirkung entfalten.
[0024] Alternativ können die Enzyme sowohl für die feste als auch für die flüssige Darreichungsform
verkapselt werden, beispielsweise durch Sprühtrocknung oder Extrusion der Enzymlösung
zusammen mit einem vorzugsweise natürlichen Polymer oder in Form von Kapseln, beispielsweise
solchen, bei denen die Enzyme wie in einem erstarrten Gel eingeschlossen sind oder
in solchen vom Kern-Schale-Typ, bei dem ein enzymhaltiger Kern mit einer Wasser-,
Luft- und/oder Chemikalien-undurchlässigen Schutzschicht überzogen ist. In aufgelagerten
Schichten können zusätzlich weitere Wirkstoffe, beispielsweise Stabilisatoren, Emulgatoren,
Pigmente, Bleich- oder Farbstoffe aufgebracht werden. Derartige Kapseln werden nach
an sich bekannten Methoden, beispielsweise durch Schüttel- oder Rollgranulation oder
in Fluid-bed-Prozessen aufgebracht. Vorteilhafterweise sind derartige Granulate, beispielsweise
durch Aufbringen polymerer Filmbildner, staubarm und aufgrund der Beschichtung lagerstabil.
Weiterhin ist es möglich, zwei oder mehrere Enzyme zusammen zu konfektionieren, so
dass ein einzelnes Granulat mehrere Enzymaktivitäten aufweist.
[0026] Unter einer Tensidzubereitung ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung jegliche Art
von Zusammensetzung zu verstehen, die mindestens ein Tensid enthält. Vorzugsweise
enthält eine derartige Zusammensetzung ein Tensid wie weiter unten beschrieben.
[0027] Eine erfindungsgemäße flüssige Tensidzubereitung kann als solche oder nach Verdünnen
mit Wasser eingesetzt werden, insbesondere zur Reinigung von Textilien und/oder harten
Oberflächen. Eine solche Verdünnung kann leicht hergestellt werden, indem eine abgemessene
Menge der Tensidzubereitung in einer weiteren Menge Wasser verdünnt wird in bestimmten
Gewichtsverhältnissen von Tensidzubereitung:Wasser und optional diese Verdünnung geschüttelt
wird, um eine gleichmäßige Verteilung der Tensidzubereitung im Wasser sicherzustellen.
Mögliche Gewichts- oder Volumenverhältnisse der Verdünnungen sind von 1:0 Tensidzubereitung:Wasser
bis 1:10000 oder 1:20000 Tensidzubereitung:Wasser, vorzugsweise von 1:10 bis 1:2000
Tensidzubereitung:Wasser.
[0028] Eine Tensidzubereitung im Sinne der vorliegenden Erfindung kann daher auch die Wasch-
bzw. Reinigungsflotte selbst sein.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Tensidzubereitung ein Wasch-, Reinigungs-
oder Desinfektionsmittel. Zu den Waschmitteln zählen alle denkbaren Waschmittelarten,
insbesondere Waschmittel für Textilien, Teppiche oder Naturfasern. Sie können für
die manuelle und/oder auch die maschinelle Anwendung vorgesehen sein. Zu den Waschmitteln
zählen ferner Waschhilfsmittel, die bei der manuellen oder maschinellen Textilwäsche
zum eigentlichen Waschmittel hinzudosiert werden, um eine weitere Wirkung zu erzielen.
Zu den Reinigungsmitteln werden alle, ebenfalls in sämtlichen genannten Darreichungsformen
vorkommenden Mittel zur Reinigung und/oder Desinfektion harter Oberflächen, manuelle
und maschinelle Geschirrspülmittel, Teppichreiniger, Scheuermittel, Glasreiniger,
WC-Duftspüler, usw. gezählt. Textilvor- und Nachbehandlungsmittel sind schließlich
auf der einen Seite solche Mittel, mit denen das Wäschestück vor der eigentlichen
Wäsche in Kontakt gebracht wird, beispielsweise zum Anlösen hartnäckiger Verschmutzungen,
auf der anderen Seite solche, die in einem der eigentlichen Textilwäsche nachgeschalteten
Schritt dem Waschgut weitere wünschenswerte Eigenschaften wie angenehmen Griff, Knitterfreiheit
oder geringe statische Aufladung verleihen. Zu letztgenannten Mittel werden u. a.
die Weichspüler gerechnet. Desinfektionsmittel sind beispielsweise Händedesinfektionsmittel,
Flächendesinfektionsmittel und Instrumentendesinfektionsmittel, die ebenfalls in den
genannten Darreichungsformen vorkommen können. Ein Desinfektionsmittel bewirkt vorzugsweise
eine Keimreduktion um einen Faktor von mindestens 10
4, das heißt dass von ursprünglich 10.000 vermehrungsfähigen Keimen (so genannte koloniebildende
Einheiten - KBE) nicht mehr als ein Einziger überlebt, wobei Viren diesbezüglich nicht
als Keime gelten, da sie kein Zytoplasma und keinen eigenen Stoffwechsel aufweisen.
Bevorzugte Desinfektionsmittel bewirken eine Keimreduktion um einen Faktor von mindestens
10
5.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung enthält das
Reinigungsmittel eine Lipase-Zubereitung und gegebenenfalls ein oder mehrere weitere
Enzyme. Der Anteil an Enzym (= käuflich erhältliche Enzymzubereitung) an der erfindungsgemäßen
Reinigungszusammensetzung beträgt in einer bevorzugten Ausführungsform höchstens 5
Gew.-%, bevorzugt 0,001 bis 2 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Reinigungsmittelzusammensetzung.
[0030] Das Salz des einwertigen Kations, welches als Kationenionenquelle für das erfindungsgemäßen
Reinigungsmittelzusammensetzung dient, ist ausgewählt aus den Kaliumsalzen Kaliumchlorid,
Kaliumsulfat, Kaliumacetat, Kaliumformiat sowie Gemische davon.
[0031] Die Gesamtmenge der Tenside in den erfindungsgemäßen Mitteln kann in einem breiten
Rahmen variieren und beispielsweise 5 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 8 bis 55 Gew.-%
und insbesondere 10 bis 50 Gew.-% betragen. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung geeignete
und bevorzugte Tenside, Enzyme, Enzymzubereitungen, Hilfsstoffe sowie weitere Eigenschaften
der manuellen Geschirrspülmittel gemäß der vorliegenden Erfindung werden im Folgenden
beschrieben.
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Gesamtmenge der Tenside 10 Gew.-%.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das
erfindungsgemäße flüssige Reinigungsmittel ein Handgeschirrspülmittel.
Der pH-Wert des Reinigungsmittels, insbesondere des Handgeschirrspülmittels der vorliegenden
Erfindung, beträgt bevorzugt 5,5 bis 9, besonders bevorzugt 6 bis 8.
Die anionischen Tenside werden üblicherweise als Alkalimetall-, Erdalkalimetall- und/oder
Mono-, Di- bzw. Trialkanolammoniumsalz und/oder aber auch in Form ihrer mit dem entsprechenden
Alkalimetallhydroxid, Erdalkalimetallhydroxid und/oder Mono-, Di- bzw. Trialkanolamin
in situ zu neutralisierenden korrespondierenden Säure eingesetzt. Bevorzugt sind hierbei
als Alkalimetalle Kalium und insbesondere Natrium, als Erdalkalimetalle Calcium und
insbesondere Magnesium, sowie als Alkanolamine Mono-, Di- oder Triethanolamin. Besonders
bevorzugt sind die Natriumsalze.
[0033] Das erfindungsgemäße Mittel, insbesondere ein manuelles Geschirrspülmittel, enthält
ein oder mehrere anionische Tenside in einer Menge von bevorzugt 5 bis 40 Gew.-%,
vorzugsweise 6 bis 30 Gew.-%, insbesondere 8 bis 25 Gew.-%.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform beträgt die Gesamtmenge der anionischen
Tenside in der Zusammensetzung ungefähr 8,75 Gew.-%.
Zu den insbesondere in manuellen Geschirrspülmitteln bevorzugt eingesetzten Aniontensiden
zählen vor allem Alkylethersulfate und Alkylsulfonate.
Alkylethersulfate (Fettalkoholethersulfate, INCI Alkyl Ether Sulfates) sind Produkte
von Sulfatierreaktionen an alkoxylierten Alkoholen. Dabei versteht der Fachmann allgemein
unter alkoxylierten Alkoholen die Reaktionsprodukte von Alkylenoxid, bevorzugt Ethylenoxid,
mit Alkoholen, im Sinne der vorliegenden Erfindung bevorzugt mit längerkettigen Alkoholen,
d.h. mit aliphatischen geradkettigen oder ein oder mehrfach verzweigten, acyclischen
oder cyclischen, gesättigten oder ein oder mehrfach ungesättigten, vorzugsweise geradkettigen,
acyclischen, gesättigten, Alkoholen mit 6 bis 22, vorzugsweise 8 bis 18, insbesondere
10 bis 16 und besonders bevorzugt 12 bis 14 Kohlenstoffatomen. In der Regel entsteht
aus n Molen Ethylenoxid und einem Mol Alkohol, abhängig von den Reaktionsbedingungen,
ein komplexes Gemisch von Additionsprodukten unterschiedlicher Ethoxylierungsgrade
(n = 1 bis 30, vorzugsweise 1 bis 20, insbesondere 1 bis 10, besonders bevorzugt 2
bis 4). Eine weitere Ausführungsform der Alkoxylierung besteht im Einsatz von Gemischen
der Alkylenoxide, bevorzugt des Gemisches von Ethylenoxid und Propylenoxid. Ganz besonders
bevorzugt im Sinne der vorliegenden Erfindung sind niederethoxylierte Fettalkohole
mit 1 bis 4 Ethylenoxideinheiten (EO), insbesondere 1 bis 2 EO, beispielsweise 2 EO,
wie Na-C
12-14-Fettatkohot+2EO-sutfat.
[0034] Das erfindungsgemäße Mittel, insbesondere ein manuelles Geschirrspülmittel, enthält
in einer bevorzugten Ausführungsform ein oder mehrere Alkylethersulfate in einer Menge
von 2 bis 40 Gew.-%, bevorzugt 5 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 6 bis 30 Gew.-%, insbesondere
8 bis 25 Gew.-%.
[0035] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform beträgt die Gesamtmenge der Alkylethersulfate
in der Zusammensetzung ungefähr 8,75 Gew.-%.
[0036] Die Alkylsulfonate (INCI Sulfonic Acids) weisen üblicherweise einen aliphatischen
geradkettigen oder ein- oder mehrfach verzweigten, acyclischen oder cyclischen, gesättigten
oder ein- oder mehrfach ungesättigten, vorzugsweise verzweigten, acyclischen, gesättigten,
Alkylrest mit 6 bis 22, vorzugsweise 9 bis 20, insbesondere 11 bis 18 und besonders
bevorzugt 14 bis 17 Kohlenstoffatomen auf.
[0037] Geeignete Alkylsulfonate sind dementsprechend die gesättigten Alkansulfonate, die
ungesättigten Olefinsulfonate und die - sich formal von den auch den Alkylethersulfaten
zugrunde liegenden alkoxylierten Alkoholen ableitenden - Ethersulfonate, bei denen
man endständige Ethersulfonate (n-Ethersulfonate) mit an die Polyether-Kette gebundener
Sulfonat-Funktion und innenständige Ethersulfonate (i-Ethersulfonate) mit mit dem
Alkylrest verknüpfter Sulfonat-Funktion unterscheidet.
[0038] Erfindungsgemäß bevorzugt sind die Alkansulfonate, insbesondere Alkansulfonate mit
einem verzweigten, vorzugsweise sekundären, Alkylrest, beispielsweise das sekundäre
Alkansulfonat sek. Na-C
13-17-Alkansulfonat (INCI Sodium C14-17 Alkyl Sec Sulfonate).
[0039] Ein bevorzugtes manuelles Geschirrspülmittel enthält ein oder mehrere sekundäre Alkylsulfonate
in einer Menge von 1 bis 15 Gew.-%, vorzugsweise 3 bis 10 Gew.-%, insbesondere 4 bis
8 Gew.-%.
[0040] Weitere mögliche einsetzbare Aniontenside sind dem Fachmann aus dem einschlägigen
Stand der Technik zu Wasch- oder Reinigungsmitteln bekannt. Hierzu zählen insbesondere
aliphatische Sulfate wie Fettalkoholsulfate, Monoglyceridsulfate sowie Estersulfonate
(Sulfofettsäureester), Ligninsulfonate, Alkylbenzolsulfonate, Fettsäurecyanamide,
anionische Sulfobernsteinsäuretenside, Fettsäureisethionate, Acylaminoalkansulfonate
(Fettsäuretauride), Fettsäuresarcosinate, Ethercarbonsäuren und Alkyl(ether)phosphate.
[0041] Geeignete weitere anionische Tenside sind auch anionische Gemini-Tenside mit einer
Diphenyloxid-Grundstruktur, 2 Sulfonatgruppen und einem Alkylrest an einem oder beiden
Benzolringen gemäß der Formel -O
3S(C
6H
3R)O(C
6H
3R')SO
3-, in der R für einen Alkylrest mit beispielsweise 6, 10, 12 oder 16 Kohlenstoffatomen
und R' für R oder H steht (Dowfax® Dry Hydrotrope Powder mit C
16-Alkylrest(en); INCI Sodium Hexyldiphenyl Ether Sulfonate, Disodium Decyl Phenyl Ether
Disulfonate, Disodium Lauryl Phenyl Ether Disulfonate, Disodium Cetyl Phenyl Ether
Disulfonate).
[0042] Besonders bevorzugte weitere anionische Tenside sind die anionischen Sulfobernsteinsäuretenside
Sulfosuccinate, Sulfosuccinamate und Sulfosuccinamide, insbesondere Sulfosuccinate
und Sulfosuccinamate, äußerst bevorzugt Sulfosuccinate. Bei den Sulfosuccinaten handelt
es sich um die Salze der Mono- und Diester der Sulfobernsteinsäure HOOCCH(SO
3H)CH
2COOH, während man unter den Sulfosuccinamaten die Salze der Monoamide der Sulfobernsteinsäure
und unter den Sulfosuccinamiden die Salze der Diamide der Sulfobernsteinsäure versteht.
Bei den Salzen handelt es sich bevorzugt um Alkalimetallsalze, Ammoniumsalze sowie
Mono-, Di- bzw. Trialkanolammoniumsalze, beispielsweise Mono-, Di- bzw. Triethanolammoniumsalze,
insbesondere um Lithium-, Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalze, besonders bevorzugt
Natrium- oder Ammoniumsalze, äußerst bevorzugt Natriumsalze.
[0043] In den Sulfosuccinaten ist eine bzw. sind beide Carboxylgruppen der Sulfobernsteinsäure
vorzugsweise mit einem bzw. zwei gleichen oder verschiedenen unverzweigten oder verzweigten,
gesättigten oder ungesättigten, acyclischen oder cyclischen, optional alkoxylierten
Alkoholen mit 4 bis 22, vorzugsweise 6 bis 20, insbesondere 8 bis 18, besonders bevorzugt
10 bis 16, äußerst bevorzugt 12 bis 14 Kohlenstoffatomen verestert. Besonders bevorzugt
sind die Ester unverzweigter und/oder gesättigter und/oder acyclischer und/oder alkoxylierter
Alkohole, insbesondere unverzweigter, gesättigter Fettalkohole und/oder unverzweigter,
gesättigter, mit Ethylen- und/oder Propylenoxid, vorzugsweise Ethylenoxid, alkoxylierter
Fettalkohole mit einem Alkoxylierungsgrad von 1 bis 20, vorzugsweise 1 bis 15, insbesondere
1 bis 10, besonders bevorzugt 1 bis 6, äußerst bevorzugt 1 bis 4. Die Monoester werden
im Rahmen der vorliegenden Erfindung gegenüber den Diestern bevorzugt. Ein besonders
bevorzugtes Sulfosuccinat ist Sulfobernsteinsäurelaurylpolyglykolester-di-Natrium-Salz
(Lauryl-EO-sulfosuccinat, Di-Na-Salz; INCI Disodium Laureth Sulfosuccinate), das beispielsweise
als Tego® Sulfosuccinat F 30 (Goldschmidt) mit einem Sulfosuccinatgehalt von 30 Gew.-%
kommerziell erhältlich ist.
[0044] In den Sulfosuccinamaten bzw. Sulfosuccinamiden bildet eine bzw. bilden beide Carboxylgruppen
der Sulfobernsteinsäure vorzugsweise mit einem primären oder sekundären Amin, das
einen oder zwei gleiche oder verschiedene, unverzweigte oder verzweigte, gesättigte
oder ungesättigte, acyclische oder cyclische, optional alkoxylierte Alkylreste mit
4 bis 22, vorzugsweise 6 bis 20, insbesondere 8 bis 18, besonders bevorzugt 10 bis
16, äußerst bevorzugt 12 bis 14 Kohlenstoffatomen trägt, ein Carbonsäureamid. Besonders
bevorzugt sind unverzweigte und/oder gesättigte und/oder acyclische Alkylreste, insbesondere
unverzweigte, gesättigte Fettalkylreste.
[0045] Weiterhin geeignet sind beispielsweise die folgenden gemäß INCI bezeichneten Sulfosuccinate
und Sulfosuccinamate, die im International Cosmetic Ingredient Dictionary and Handbook
näher beschrieben sind: Ammonium Dinonyl Sulfosuccinate, Ammonium Lauryl Sulfosuccinate,
Diammonium Dimethicone Copolyol Sulfosuccinate, Diammonium Lauramido-MEA Sulfosuccinate,
Diammonium Lauryl Sulfosuccinate, Diammonium Oleamido PEG-2 Sulfosuccinate, Diamyl
Sodium Sulfosuccinate, Dicapryl Sodium Sulfosuccinate, Dicyclohexyl Sodium Sulfosuccinate,
Diheptyl Sodium Sulfosuccinate, Dihexyl Sodium Sulfosuccinate, Diisobutyl Sodium Sulfosuccinate,
Dioctyl Sodium Sulfosuccinate, Disodium Cetearyl Sulfosuccinate, Disodium Cocamido
MEA-Sulfo-succinate, Disodium Cocamido MIPA-Sulfosuccinate, Disodium Cocamido PEG-3
Sulfosuccinate, Disodium Coco-Glucoside Sulfosuccinate, Disodium Cocoyl Butyl Gluceth-10
Sulfosuccinate, Disodium C12-15 Pareth Sulfosuccinate, Disodium Deceth-5 Sulfosuccinate,
Disodium Deceth-6 Sulfosuccinate, Disodium Dihydroxyethyl Sulfosuccinylundecylenate,
Disodium Dimethicone Copolyol Sulfosuccinate, Disodium Hydrogenated Cottonseed Glyceride
Sulfosuccinate, Disodium Isodecyl Sulfosuccinate, Disodium Isostearamido MEA-Sulfosuccinate,
Disodium Isostearamido MIPA-Sulfosuccinate, Disodium Isostearyl Sulfosuccinate, Disodium
Laneth-5 Sulfosuccinate, Disodium Lauramido MEA-Sulfosuccinate, Disodium Lauramido
PEG-2 Sulfosuccinate, Disodium Lauramido PEG-5 Sulfosuccinate, Disodium Laureth-6
Sulfosuccinate, Disodium Laureth-9 Sulfosuccinate, Disodium Laureth-12 Sulfosuccinate,
Disodium Lauryl Sulfosuccinate, Disodium Myristamido MEA-Sulfosuccinate, Disodium
Nonoxynol-10 Sulfosuccinate, Disodium Oleamido MEA-Sulfosuccinate, Disodium Oleamido
MIPA-Sulfosuccinate, Disodium Oleamido PEG-2 Sulfosuccinate, Disodium Oleth-3 Sulfosuccinate,
Disodium Oleyl Sulfosuccinate, Disodium Palmitamido PEG-2 Sulfosuccinate, Disodium
Palmitoleamido PEG-2 Sulfosuccinate, Disodium PEG-4 Cocamido MIPA-Sulfo-succinate,
Disodium PEG-5 Laurylcitrate Sulfosuccinate, Disodium PEG-8 Palm Glycerides Sulfosuccinate,
Disodium Ricinoleamido MEA-Sulfosuccinate, Disodium Sitostereth-14 Sulfosuccinate,
Disodium Stearamido MEA-Sulfo-succinate, Disodium Stearyl Sulfosuccinamate, Disodium
Stearyl Sulfosuccinate, Disodium Tallamido MEA-Sulfosuccinate, Disodium Tallowamido
MEA-Sulfo-succinate, Disodium Tallow Sulfosuccinamate, Disodium Tridecylsulfosuccinate,
Disodium Undecylenamido MEA-Sulfosuccinate, Disodium Undecylenamido PEG-2 Sulfosuccinate,
Disodium Wheat Germamido MEA-Sulfosuccinate, Disodium Wheat Germamido PEG-2 Sulfosuccinate,
Di-TEA-Oleamido PEG-2 Sulfosuccinate, Ditridecyl Sodium Sulfosuccinate, Sodium Bisglycol
Ricinosulfosuccinate, Sodium/- MEA Laureth-2 Sulfosuccinate und Tetrasodium Dicarboxyethyl
Stearyl Sulfosuccinamate. Noch ein weiteres geeignetes Sulfosuccinamat ist Dinatrium-C
16-18-alkoxypropylen-sulfosuccinamat.
[0046] Bevorzugte anionische Sulfobernsteinsäuretenside sind Imidosuccinat, Mono-Na-sulfobernsteinsäure-di-isobutylester
(Monawet® MB 45), Mono-Na-sulfobernsteinsäure-di-octylester (Monawet® MO-84 R2W, Rewopol®
SB DO 75), Mono-Na-sulfobernsteinsäure-di-tridecylester (Monawet® MT 70), Fettalkoholpolyglykolsulfosuccinat-Na-NH
4-Salz (Sulfosuccinat S-2), Di-Na-sutfobernstein-säure-mono-C
12/14-3EO-ester (Texapon® SB-3), Natruimsulfobernsteinsäurediisooctylester (Texin® DOS
75) und Di-Na-Sulfobernsteinsäure-mono-C
12/18-ester (Texin® 128-P), insbesondere der mit der erfindungsgemäßen ternären Tensidkombination
hinsichtlich des Ablauf- und/oder Trocknungsverhaltens synergistisch zusammenwirkende
Mono-Na-sulfobernsteinsäure-di-octylester.
[0047] In einer besonderen Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Mittel als anionische
Sulfobernsteinsäuretenside ein oder mehrere Sulfosuccinate, Sulfosuccinamate und/oder
Sulfosuccinamide, vorzugsweise Sulfosuccinate und/oder Sulfosuccinamate, insbesondere
Sulfosuccinate, in einer Menge von üblicherweise 0,001 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise
0,01 bis 4 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 3 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,2 bis 2 Gew.-%,
äußerst bevorzugt 0,5 bis 1,5 Gew.-%, beispielsweise 1 Gew.-%.
[0048] Zu den Amphotensiden (amphoteren Tensiden, zwitterionischen Tensiden), die erfindungsgemäß
eingesetzt werden können, zählen Alkylamidoalkylamine, alkylsubstituierte Aminosäuren,
acylierte Aminosäuren bzw. Biotenside, von denen die Betaine im Rahmen der erfindungsgemäßen
Lehre bevorzugt werden.
[0049] Geeignete Betaine, welche vor allem in manuellen Geschirrspülmitteln Einsatz finden,
sind die Alkylbetaine, die Alkylamidobetaine, die Imidazoliniumbetaine, die Sulfobetaine
(INCI Sultaines) sowie die Phosphobetaine und genügen vorzugsweise Formel I,
R
1-[CO-X-(CH
2)
n]
x=N
+(R
2)(R
3)-(CH
2)
m-[CH(OH)-CH
2]
y-Y
- (I)
in der
- R1
- ein gesättigter oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C8-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest,
- X
- NH, NR4 mit dem C1-4-Alkylrest R4, O oder S,
- n
- eine Zahl von 1 bis 10, vorzugsweise 2 bis 5, insbesondere 3,
- x
- 0 oder 1, vorzugsweise 1,
- R2, R3
- unabhängig voneinander ein C1-4-Alkylrest, ggf. hydroxysubstituiert wie z.B. ein Hydroxyethylrest, insbesondere aber
ein Methylrest,
- m
- eine Zahl von 1 bis 4, insbesondere 1, 2 oder 3,
- y
- 0 oder 1 und
- Y
- COO, SO3, OPO(OR5)O oder P(O)(OR5)O, wobei R5 ein Wasserstoffatom H oder ein C1-4-Alkylrest ist.
[0050] Die Alkyl- und Alkylamidobetaine, Betaine der Formel I mit einer Carboxylatgruppe
(Y
- = COO
-), heißen auch Carbobetaine.
[0051] Bevorzugte Betaine sind die Alkylbetaine der Formel (Ia), die Alkylamidobetaine der
Formel (Ib), die Sulfobetaine der Formel (Ic) und die Amidosulfobetaine der Formel
(Id),
R
1-N
+(CH
3)
2-CH
2COO
- (Ia)
R
1-CO-NH-(CH
2)
3-N
+(CH
3)
2-CH
2COO
- (Ib)
R
1-N
+(CH
3)
2-CH
2CH(OH)CH
2SO
3- (Ic)
R
1-CO-NH-(CH
2)
3-N
+(CH
3)
2-CH
2CH(OH)CH
2SO
3- (Id)
in denen R
1 die gleiche Bedeutung wie in Formel I hat.
[0052] Besonders bevorzugte Betaine sind die Carbobetaine, insbesondere die Carbobetaine
der Formel (la) und (Ib), äußerst bevorzugt die Alkylamidobetaine der Formel (Ib).
[0053] Beispiele geeigneter Betaine und Sulfobetaine sind die folgenden gemäß INCI benannten
Verbindungen: Almondamidopropyl Betaine, Apricotamidopropyl Betaine, Avocadamidopropyl
Betaine, Babassuamidopropyl Betaine, Behenamidopropyl Betaine, Behenyl Betaine, Betaine,
Canolamidopropyl Betaine, Capryl/Capramidopropyl Betaine, Carnitine, Cetyl Betaine,
Cocamidoethyl Betaine, Cocamidopropyl Betaine, Cocamidopropyl Hydroxysultaine, Coco-Betaine,
Coco-Hydroxy-sultaine, Coco/Oleamidopropyl Betaine, Coco-Sultaine, Decyl Betaine,
Dihydroxyethyl Oleyl Glycinate, Dihydroxyethyl Soy Glycinate, Dihydroxyethyl Stearyl
Glycinate, Dihydroxyethyl Tallow Glycinate, Dimethicone Propyl PG-Betaine, Erucamidopropyl
Hydroxysultaine, Hydrogenated Tallow Betaine, Isostearamidopropyl Betaine, Lauramidopropyl
Betaine, Lauryl Betaine, Lauryl Hydroxysultaine, Lauryl Sultaine, Milkamidopropyl
Betaine, Minkamidopropyl Betaine, Myristamidopropyl Betaine, Myristyl Betaine, Oleamidopropyl
Betaine, Oleamidopropyl Hydroxysultaine, Oleyl Betaine, Olivamidopropyl Betaine, Palmamidopropyl
Betaine, Palmitamidopropyl Betaine, Palmitoyl Carnitine, Palm Kernelamidopropyl Betaine,
Polytetrafluoroethylene Acetoxypropyl Betaine, Ricinoleamidopropyl Betaine, Sesamidopropyl
Betaine, Soyamidopropyl Betaine, Stearamidopropyl Betaine, Stearyl Betaine, Tallowamidopropyl
Betaine, Tallowamidopropyl Hydroxysultaine, Tallow Betaine, Tallow Dihydroxyethyl
Betaine, Undecylenamidopropyl Betaine und Wheat Germamidopropyl Betaine. Ein bevorzugtes
Betain ist beispielsweise Cocamidopropyl Betaine (Cocoamidopropylbetain).
[0054] Das erfindungsgemäße Mittel enthält in einer bevorzugten Ausführungsform ein oder
mehrere Betaine in einer Menge von 0,3 bis 15 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 10 Gew.-%,
insbesondere 0,8 bis 3 Gew.-%.
[0055] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform beträgt die Gesamtmenge der Betaine
in der Zusammensetzung etwa 1,25 Gew.-%.
[0056] Die im erfindungsgemäßen Mittel bevorzugt enthaltenen Tenside a) Alkylethersulfat,
b) sekundäres Alkansulfonat und c) Betain, sind vorzugsweise in einem Verhältnis a)
: b) : c) von 5:2:1 bis 3:1:1 vorhanden.
[0057] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform sind im erfindungsgemäßen Mittel die
folgenden Tenside a) Alkylethersulfat und b) Betain vorhanden, vorzugsweise in einem
Verhältnis a) : b) von 5:1 bis 10:1, bevorzugt 6:1 bis 8:1, besonders bevorzugt 7:1.
[0058] Die Alkylamidoalkylamine (INCI Alkylamido Alkylamines) sind Amphotenside der Formel
(III),
R
9-CO-NR
10-(CH
2)
i-N(R
11)-(CH
2CH
2O)
j-(CH
2)
k-[CH(OH)]
l-CH
2-Z-OM (III)
in der
- R9
- ein gesättiger oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C8-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest,
- R10
- ein Wasserstoffatom H oder ein C1-4-Alkylrest, vorzugsweise H,
- i
- eine Zahl von 1 bis 10, vorzugsweise 2 bis 5, insbesondere 2 oder 3,
- R11
- ein Wasserstoffatom H oder CH2COOM (zu M s.u.),
- j
- eine Zahl von 1 bis 4, vorzugsweise 1 oder 2, insbesondere 1,
- k
- eine Zahl von 0 bis 4, vorzugsweise 0 oder 1,
- l
- 0 oder 1, wobei k = 1 ist, wenn l = 1 ist,
- Z
- CO, SO2, OPO(OR12) oder P(O)(OR12), wobei R12 ein C1-4-Alkylrest oder M (s.u.) ist, und
- M
- ein Wasserstoff, ein Alkalimetall, ein Erdalkalimetall oder ein protoniertes Alkanolamin,
z.B. protoniertes Mono-, Di- oder Triethanolamin, ist.
[0059] Bevorzugte Vertreter genügen den Formeln IIIa bis IIId,
R
9-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
11)-CH
2CH
2O-CH
2-COOM (IIIa)
R
9-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
11)-CH
2CH
2O-CH
2CH
2-COOM (IIIb)
R
9-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
11)-CH
2CH
2O-CH
2CH(OH)CH
2-SO
3M (IIIc)
R
9-CO-NH-(CH
2)
2-N(R
11)-CH
2CH
2O-CH
2CH(OH)CH
2-OPO
3HM (IIId)
in denen R
11 und M die gleiche Bedeutung wie in Formel (III) haben.
[0060] Beispielhafte Alkylamidoalkylamine sind die folgenden gemäß INCI benannten Verbindungen:
Cocoamphodipropionic Acid, Cocobetainamido Amphopropionate, DEA-Cocoamphodipropionate,
Disodium Caproamphodiacetate, Disodium Caproamphodipropionate, Disodium Capryloamphodiacetate,
Disodium Capryloamphodipropionate, Disodium Cocoamphocarboxyethylhydroxypropylsulfonate,
Disodium Cocoamphodiacetate, Disodium Cocoamphodipropionate, Disodium Isostearoamphodiacetate,
Disodium Isostearoamphodipropionate, Disodium Laureth-5 Carboxyamphodiacetate, Disodium
Lauroamphodiacetate, Disodium Lauroamphodipropionate, Disodium Oleoamphodipropionate,
Disodium PPG-2-Isodeceth-7 Carboxyamphodiacetate, Disodium Stearoamphodiacetate, Disodium
Tallowamphodiacetate, Disodium Wheatgermamphodiacetate, Lauroamphodipropionic Acid,
Quaternium-85, Sodium Caproamphoacetate, Sodium Caproamphohydroxypropylsulfonate,
Sodium Caproamphopropionate, Sodium Capryloamphoacetate, Sodium Capryloamphohydroxypropylsulfonate,
Sodium Capryloamphopropionate, Sodium Cocoamphoacetate, Sodium Cocoamphohydroxypropylsulfonate,
Sodium Cocoamphopropionate, Sodium Cornamphopropionate, Sodium Isostearoamphoacetate,
Sodium Isostearoamphopropionate, Sodium Lauroamphoacetate, Sodium Lauroamphohydroxypropylsulfonate,
Sodium Lauroampho PG-Acetate Phosphate, Sodium Lauroamphopropionate, Sodium Myristoamphacetate,
Sodium Oleoamphoacetate, Sodium Oleoamphohydroxypropylsulfonate, Sodium Oleoamphopropionate,
Sodium Ricinoleoamphoacetate, Sodium Stearoamphoacetate, Sodium Stearoamphohydroxypropylsulfonate,
Sodium Stearoamphopropionate, Sodium Tallamphopropionate, Sodium Tallowamphoacetate,
Sodium Undecylenoamphoacetate, Sodium Undecylenoamphopropionate, Sodium Wheat Germamphoacetate
und Trisodium Lauroampho PG-Acetate Chloride Phosphate.
[0061] Erfindungsgemäß bevorzugte alkylsubstituierte Aminosäuren (INCI Alkyl-Substituted
Amino Acids) sind monoalkylsubstituierte Aminosäuren gemäß Formel (IV),
R
13-NH-CH(R
14HCH
2)
u-COOM' (IV)
- in der R13
- ein gesättiger oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C8-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest,
- R14
- ein Wasserstoffatom H oder ein C1-4-Alkylrest, vorzugsweise H,
- u
- eine Zahl von 0 bis 4, vorzugsweise 0 oder 1, insbesondere 1, und
- M'
- ein Wasserstoff, ein Alkalimetall, ein Erdalkalimetall oder ein protoniertes Alkanolamin,
z.B. protoniertes Mono-, Di- oder Triethanolamin, ist,
alkylsubstituierte Iminosäuren gemäß Formel (V),
R
15-N-[(CH
2)
v-COOM"]
2 (V)
in der
- R15
- ein gesättiger oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C8-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest,
- v
- eine Zahl von 1 bis 5, vorzugsweise 2 oder 3, insbesondere 2, und
- M"
- ein Wasserstoff, ein Alkalimetall, ein Erdalkalimetall oder ein protoniertes Alkanolamin,
z.B. protoniertes Mono-, Di- oder Triethanolamin, wobei M" in den beiden Carboxygruppen
die gleiche oder zwei verschiedene Bedeutungen haben kann, z.B. Wasserstoff und Natrium
oder zweimal Natrium sein kann, ist,
und mono- oder dialkylsubstituierte natürliche Aminosäuren gemäß Formel (VI),
R
16-N(R
17)-CH(R
18)-COOM"' (VI)
in der
- R16
- ein gesättiger oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C8-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest,
- R17
- ein Wasserstoffatom oder ein C1-4-Alkylrest, ggf. hydroxy- oder aminsubstituiert, z.B. ein Methyl-, Ethyl-, Hydroxyethyl-
oder Aminpropylrest,
- R18
- den Rest einer der 20 natürlichen α-Aminosäuren H2NCH(R18)COOH, und
- M'"
- ein Wasserstoff, ein Alkalimetall, ein Erdalkalimetall oder ein protoniertes Alkanolamin,
z.B. protoniertes Mono-, Di- oder Triethanolamin, ist.
[0062] Besonders bevorzugte alkylsubstituierte Aminosäuren sind die Aminopropionate gemäß
Formel (IVa),
R
13-NH-CH
2CH
2COOM' (IVa)
in der R
13 und M' die gleiche Bedeutung wie in Formel (IV) haben.
[0063] Beispielhafte alkylsubstituierte Aminosäuren sind die folgenden gemäß INCI benannten
Verbindungen: Aminopropyl Laurylglutamine, Cocaminobutyric Acid, Cocaminopropionic
Acid, DEA-Lauraminopropionate, Disodium Cocaminopropyl Iminodiacetate, Disodium Dicarboxyethyl
Cocopropylenediamine, Disodium Lauriminodipropionate, Disodium Steariminodipropionate,
Disodium Tallowiminodipropionate, Lauraminopropionic Acid, Lauryl Aminopropylglycine,
Lauryl Diethylenediaminoglycine, Myristaminopropionic Acid, Sodium C12-15 Alkoxypropyl
Iminodipropionate, Sodium Cocaminopropionate, Sodium Lauraminopropionate, Sodium Lauriminodipropionate,
Sodium Lauroyl Methylaminopropionate, TEA-Lauraminopropionate und TEA-Myristaminopropionate.
[0064] Acylierte Aminosäuren sind Aminosäuren, insbesondere die 20 natürlichen α-Aminosäuren,
die am Aminostickstoffatom den Acylrest R
19CO einer gesättigten oder ungesättigen Fettsäure R
19COOH tragen, wobei R
19 ein gesättiger oder ungesättigter C
6-22-Alkylrest, vorzugsweise C
8-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C
10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C
12-14-Alkylrest ist. Die acylierten Aminosäuren können auch als Alkalimetallsalz, Erdalkalimetallsalz
oder Alkanolammoniumsalz, z.B. Mono-, Di- oder Triethanolammoniumsalz, eingesetzt
werden. Beispielhafte acylierte Aminosäuren sind die gemäß INCI unter Amino Acids
zusammengefassten Acylderivate, z.B. Sodium Cocoyl Glutamate, Lauroyl Glutamic Acid,
Capryloyl Glycine oder Myristoyl Methylalanine.
[0065] In einer besonderen Ausführungsform der Erfindung wird eine Kombination aus zwei
oder mehr verschiedenen Amphotensiden, insbesondere eine binäre Amphotensidkombination
eingesetzt.
[0066] Die Amphotensidkombination enthält vorzugsweise mindestens ein Betain, insbesondere
mindestens ein Alkylamidobetain, besonders bevorzugt Cocoamidopropylbetain.
[0067] Weiterhin enthält die Amphotensidkombination vorzugsweise mindestens ein amphoteres
Tensid aus der Gruppe umfassend Natriumcarboxyethylkokosphosphoethylimidazolin (Phosphoteric®
TC-6), C
8/10-Amidopropylbetain (INCI Capryl/Capramidopropyl Betaine; Tego® Betaine 810), N-2-Hydroxyethyl-N-carboxymethyl-fettsäureamido-ethylamin-Na
(Rewoteric® AMV) und N-Capryl/Caprin-amidoethyl-N-ethylether-propionat-Na (Rewoteric®
AMVSF) sowie das Betain 3-(3-Cocoamido-propyl)-dimethylammonium-2-hydroxypropansulfonat
(INCI Sultaine; Rewoteric® AM CAS) und das Alkylamidoalkylamin N-[N'(N"-2-Hydroxyethyl-N"-carboxyethylaminoethyl)-essigsäureamido]-N,N-dimethyl-N-cocos-ammoniumbetain
(Rewoteric® QAM 50), insbesondere zusammen mit Cocoamidopropylbetain.
[0068] In einer weiteren besonderen Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Mittel
ein oder mehrere Amphotenside in einer Menge von mehr als 8 Gew.-%. In noch einer
weiteren besonderen Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Mittel ein oder mehrere
Amphotenside in einer Menge von weniger als 2 Gew.-%.
[0069] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann bzw. lineare und methylverzweigte
Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in Oxoalkoholresten vorliegen.
Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen Resten aus Alkoholen nativen
Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, zum Beispiel aus Kokos-, Palm-, Talgfett- oder Oleylalkohol,
und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt. Zu den bevorzugten ethoxylierten
Alkoholen gehören beispielsweise C
12-14-Alkohole mit 3 EO, 4 EO oder 7 EO, C
9-11-Alkohol mit 7 EO, C
13-15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-14-Alkohol mit 3 EO und C
12-18-Alkohol mit 7 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Talgfettalkohol
mit 14 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO. Auch nichtionische Tenside, die EO- und PO-Gruppen
zusammen im Molekül enthalten, sind erfindungsgemäß einsetzbar. Insbesondere bevorzugt
enthält das Handgeschirrspülmittel einen C
12-18-Fettalkohol mit 7 EO oder einen C
13-15-Oxoalkohol mit 7 EO als nichtionisches Tensid.
[0070] Der Gehalt an nichtionischen Tensiden beträgt in dem Handgeschirrspülmittel bevorzugt
1 bis 30 Gew.-% und vorzugsweise 2 bis 25 Gew.-%, jeweils bezogen auf das gesamte
Handgeschirrspülmittel.
[0071] Diese nichtionische Tenside weisen in Kombination mit einem Aminoxid eine gute Reinigungsleistung
an Fett-verschmutzten harten Oberflächen, wie beispielsweise Geschirr, auf.
[0072] Nichtionische Tenside im Rahmen der Erfindung sind Alkoxylate, aber auch Alkylphenolpolyglykolether,
endgruppenverschlossene Polyglykolether, Mischether und Hydroxymischether und Fettsäurepolyglykolester.
Ebenfalls geeignet sind Blockpolymere aus Ethylenoxid und Propylenoxid sowie Fettsäurealkanolamide
und Fettsäurepolyglykolether. Wichtige Klassen erfindungsgemäßer nichtionischer Tenside
sind weiterhin die Aminoxide und die Zuckertenside, insbesondere die Alkylpolyglucoside.
[0073] Zu den erfindungsgemäß geeigneten Aminoxiden gehören Alkylaminoxide, insbesondere
Alkyldimethylaminoxide, Alkylamidoaminoxide und Alkoxyalkylaminoxide. Bevorzugte Aminoxide
genügen Formel II,
R
6R
7R
8N
+-O- (II)
R
6-[CO-NH-(CH
2)
w]
z-W(R
7)(R
8)-O
- (II)
in der
- R6
- ein gesättiger oder ungesättigter C6-22-Alkylrest, vorzugsweise C8-18-Alkylrest, insbesondere ein gesättigter C10-16-Alkylrest, beispielsweise ein gesättigter C12-14-Alkylrest, der in den Alkylamidoaminoxiden über eine Carbonylamidoalkylengruppe -CO-NH-(CH2)z- und in den Alkoxyalkylaminoxiden über eine Oxaalkylengruppe -O-(CH2)z- an das Stickstoffatom N gebunden ist, wobei z jeweils für eine Zahl von 1 bis 10,
vorzugsweise 2 bis 5, insbesondere 3,
- R7, R8
- unabhängig voneinander ein C1-4-Alkylrest, ggf. hydroxysubstituiert wie z.B. ein Hydroxyethylrest, insbesondere ein
Methylrest, ist.
[0074] Beispiele geeigneter Aminoxide sind die folgenden gemäß INCI benannten Verbindungen:
Almondamidopropylamine Oxide, Babassuamidopropylamine Oxide, Behenamine Oxide, Cocamidopropyl
Amine Oxide, Cocamidopropylamine Oxide, Cocamine Oxide, Coco-Morpholine Oxide, Decylamine
Oxide, Decyltetradecylamine Oxide, Diaminopyrimidine Oxide, Dihydroxyethyl C8-10 Alkoxypropylamine
Oxide, Dihydroxyethyl C9-11 Alkoxypropylamine Oxide, Dihydroxyethyl C12-15 Alkoxypropylamine
Oxide, Dihydroxyethyl Cocamine Oxide, Dihydroxyethyl Lauramine Oxide, Dihydroxyethyl
Stearamine Oxide, Dihydroxyethyl Tallowamine Oxide, Hydrogenated Palm Kernel Amine
Oxide, Hydrogenated Tallowamine Oxide, Hydroxyethyl Hydroxypropyl C12-15 Alkoxypropylamine
Oxide, Isostearamidopropylamine Oxide, Isostearamidopropyl Morpholine Oxide, Lauramidopropylamine
Oxide, Lauramine Oxide, Methyl Morpholine Oxide, Milkamidopropyl Amine Oxide, Minkamidopropylamine
Oxide, Myristamidopropylamine Oxide, Myristamine Oxide, Myristyl/Cetyl Amine Oxide,
Oleamidopropylamine Oxide, Oleamine Oxide, Olivamidopropylamine Oxide, Palmitamidopropylamine
Oxide, Palmitamine Oxide, PEG-3 Lauramine Oxide, Potassium Dihydroxyethyl Cocamine
Oxide Phosphate, Potassium Trisphosphonomethylamine Oxide, Sesamidopropylamine Oxide,
Soyamidopropylamine Oxide, Stearamidopropylamine Oxide, Stearamine Oxide, Tallowamidopropylamine
Oxide, Tallowamine Oxide, Undecylenamidopropylamine Oxide und Wheat Germamidopropylamine
Oxide. Bevorzugte Aminoxide sind beispielsweise Cocamidopropylamine Oxide (Cocoamidopropylaminoxid),
aber auch N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid, N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid,
Myristylcetyldimethylaminoxid oder Lauryldimethylaminoxid.
[0075] Der Gehalt an Aminoxid beträgt in dem Handgeschirrspülmittel bevorzugt 1 bis 15 Gew.-%
und vorzugsweise 2 bis 10 Gew.-%, jeweils bezogen auf das gesamte Handgeschirrspülmittel.
[0076] Zuckertenside sind bekannte oberflächenaktive Verbindungen, zu denen beispielsweise
die Zuckertensidklassen der Alkylglucoseester, Aldobionamide, Gluconamide (Zuckersäureamide),
Glycerinamide, Glyceringlykolipide, Polyhydroxyfettsäureamidzuckertenside (Zuckeramide)
und Alkylpolyglykoside zählen. Im Rahmen der erfindungsgemäßen Lehre bevorzugte Zuckertenside
sind die Alkylpolyglykoside und die Zuckeramide sowie deren Derivate, insbesondere
ihre Ether und Ester. Bei den Ethern handelt es sich um die Produkte der Reaktion
einer oder mehrerer, vorzugsweise einer, Zuckerhydroxygruppe mit einer eine oder mehrere
Hydroxygruppen enthaltenden Verbindung, beispielsweise C
1-22-Alkoholen oder Glykolen wie Ethylen- und/oder Propylenglykol, wobei die Zuckerhydroxygruppe
auch Polyethylenglykol- und/oder Polypropylenglykolreste tragen kann. Die Ester sind
die Reaktionsprodukte einer oder mehrerer, vorzugsweise einer, Zuckerhydroxygruppe
mit einer Carbonsäure, insbesondere einer C
6-22-Fettsäure.
[0077] Besonders bevorzugte Zuckeramide genügen der Formel R'C(O)N(R")[Z], in der R' für
einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Acylrest, vorzugsweise
einen linearen ungesättigten Acylrest, mit 5 bis 21, vorzugsweise 5 bis 17, insbesondere
7 bis 15, besonders bevorzugt 7 bis 13 Kohlenstoffatomen, R" für einen linearen oder
verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Alkylrest, vorzugsweise einen linearen
ungesättigten Alkylrest, mit 6 bis 22, vorzugsweise 6 bis 18, insbesondere 8 bis 16,
besonders bevorzugt 8 bis 14 Kohlenstoffatomen, einen C
1-5-Alkylrest, insbesondere einen Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Isopropyl-, n-Butyl-, Isobutyl-,
tert-Butyl- oder n-Pentylrest, oder Wasserstoff und Z für einen Zuckerrest, d.h. einen
Monosaccharidrest, stehen. Besonders bevorzugte Zuckeramide sind die Amide der Glucose,
die Glucamide, beispielsweise Lauroyl-methyl-glucamid.
[0078] Die Alkylpolyglykoside (APG) sind im Rahmen der erfindungsgemäßen Lehre besonders
bevorzugte Zuckertenside und genügen vorzugsweise der allgemeinen Formel R
iO(AO)
a[G]
x, in der R
i für einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Alkylrest mit
6 bis 22, vorzugsweise 6 bis 18, insbesondere 8 bis 16, besonders bevorzugt 8 bis
14 Kohlenstoffatomen, [G] für einen glykosidisch verknüpften Zuckerrest und x für
eine Zahl von 1 bis 10 sowie AO für eine Alkylenoxygruppe, z.B. eine Ethylenoxy- oder
Propylenoxygruppe, und a für den mittleren Alkoxylierungsgrad von 0 bis 20 stehen.
Hierbei kann die Gruppe (AO)
a auch verschiedene Alkylenoxyeinheiten enthalten, z.B. Ethylenoxy- oder Propylenoxyeinheiten,
wobei es sich dann bei a um den mittleren Gesamtalkoxylierungsgrad, d.h. die Summe
aus Ethoxylierungs- und Propoxylierungsgrad, handelt. Soweit nachfolgend nicht näher
bzw. anders ausgeführt, handelt es sich bei den Alkylresten R
i der APG um lineare ungesättigte Reste mit der angegebenen Zahl an Kohlenstoffatomen.
[0079] APG sind nichtionische Tenside und stellen bekannte Stoffe dar, die nach den einschlägigen
Verfahren der präparativen organischen Chemie erhalten werden können. Die Indexzahl
x gibt den Oligomerisierungsgrad (DP-Grad) an, d.h. die Verteilung von Mono- und Oligoglykosiden,
und steht für eine Zahl zwischen 1 und 10. Während x in einer gegebenen Verbindung
stets ganzzahlig sein muss und hier vor allem die Werte x = 1 bis 6 annehmen kann,
ist der Wert x für ein bestimmtes Alkylglykosid eine analytisch ermittelte rechnerische
Größe, die meistens eine gebrochene Zahl darstellt. Vorzugsweise werden Alkylglykoside
mit einem mittleren Oligomerisierungsgrad x von 1,1 bis 3,0 eingesetzt. Aus anwendungstechnischer
Sicht sind solche Alkylglykoside bevorzugt, deren Oligomerisierungsgrad kleiner als
1,7 ist und insbesondere zwischen 1,2 und 1,6 liegt. Als glykosidischer Zucker wird
vorzugsweise Xylose, insbesondere aber Glucose verwendet.
[0080] Der Alkyl- bzw. Alkenylrest R
i kann sich von primären Alkoholen mit 8 bis 18, vorzugsweise 8 bis 14 Kohlenstoffatomen
ableiten. Typische Beispiele sind Capronalkohol, Caprylalkohol, Caprinalkohol und
Undecylalkohol sowie deren technische Gemische, wie sie beispielsweise im Verlauf
der Hydrierung von technischen Fettsäuremethylestern oder im Verlauf der Hydrierung
von Aldehyden aus der ROELENschen Oxosynthese anfallen.
[0081] Vorzugsweise leitet sich der Alkyl- bzw. Alkenylrest R
i aber von Laurylalkohol, Myristylalkohol, Cetylalkohol, Palmoleylalkohol, Stearylalkohol,
Isostearylalkohol oder Oleylalkohol ab. Weiterhin sind Elaidylalkohol, Petroselinylalkohol,
Arachidylalkohol, Gadoleylalkohol, Behenylalkohol, Erucylalkohol sowie deren technische
Gemische zu nennen.
[0082] Besonders bevorzugte APG sind nicht alkoxyliert (a = 0) und genügen Formel RO[G]
x, in der R wie zuvor für einen linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten
Alkylrest mit 4 bis 22 Kohlenstoffatomen, [G] für einen glykosidisch verknüpften Zuckerrest,
vorzugsweise Glucoserest, und x für eine Zahl von 1 bis 10, bevorzugt 1,1 bis 3, insbesondere
1,2 bis 1,6, stehen. Dementsprechend bevorzugte Alkylpolyglykoside sind beispielsweise
C
8-10- und ein C
12-14-Alkyl-polyglucosid mit einem DP-Grad von 1,4 oder 1,5, insbesondere C
8-10- Alkyl-1,5-glucosid und C
12-14-Alkyl-1,4-glucosid.
[0083] Das erfindungsgemäße Mittel kann zusätzlich ein oder mehrere kationische Tenside
(Kationtenside; INCI Quaternary Ammonium Compounds) enthalten, üblicherweise in einer
Menge von 0,001 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,01 bis 4 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis
3 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,2 bis 2 Gew.-%, äußerst bevorzugt 0,5 bis 1,5 Gew.-%,
beispielsweise 1 Gew.-%.
[0084] Bevorzugte kationische Tenside sind die quaternären oberflächenaktiven Verbindungen,
insbesondere mit einer Ammonium-, Sulfonium-, Phosphonium-, Jodonium- oder Arsoniumgruppe,
die auch als antimikrobielle Wirkstoffe bekannt sind. Durch den Einsatz von quaternären
oberflächenaktiven Verbindungen mit antimikrobieller Wirkung kann das Mittel mit einer
antimikrobiellen Wirkung ausgestaltet werden bzw. dessen gegebenenfalls aufgrund anderer
Inhaltsstoffe bereits vorhandene antimikrobielle Wirkung verbessert werden.
[0085] Besonders bevorzugte kationische Tenside sind die quaternären Ammoniumverbindungen
(QAV; INCI Quaternary Ammonium Compounds) gemäß der allgemeinen Formel (R
I)(R
II)(R
III)(R
IV)N
+ X
-, in der R
I bis R
IV gleiche oder verschiedene C
1-22-Alkylreste, C
7-28-Aralkylreste oder heterozyklische Reste, wobei zwei oder im Falle einer aromatischen
Einbindung wie im Pyridin sogar drei Reste gemeinsam mit dem Stickstoffatom den Heterozyklus,
z.B. eine Pyridinium- oder Imidazoliniumverbindung, bilden, darstellen und X
- Halogenidionen, Sulfationen, Hydroxidionen oder ähnliche Anionen sind. Für eine optimale
antimikrobielle Wirkung weist vorzugsweise wenigstens einer der Reste eine Kettenlänge
von 8 bis 18, insbesondere 12 bis 16, C-Atomen auf.
[0086] QAV sind durch Umsetzung tertiärer Amine mit Alkylierungsmitteln, wie z.B. Methylchlorid,
Benzylchlorid, Dimethylsulfat, Dodecylbromid, aber auch Ethylenoxid herstellbar. Die
Alkylierung von tertiären Aminen mit einem langen Alkyl-Rest und zwei Methyl-Gruppen
gelingt besonders leicht, auch die Quaternierung von tertiären Aminen mit zwei langen
Resten und einer Methyl-Gruppe kann mit Hilfe von Methylchlorid unter milden Bedingungen
durchgeführt werden. Amine, die über drei lange Alkyl-Reste oder Hydroxy-substituierte
Alkyl-Reste verfügen, sind wenig reaktiv und werden bevorzugt mit Dimethylsulfat quaterniert.
[0087] Geeignete QAV sind beispielsweise Benzalkoniumchlorid (N-Alkyl-N,N-dimethyl-benzylammoniumchlorid,
CAS No. 8001-54-5), Benzalkon B (m,p-Dichlorbenzyl-dimethyl-C
12-alkylammonium-chlorid,
CAS No. 58390-78-6), Benzoxoniumchlorid (Benzyl-dodecyl-bis-(2-hydroxyethyl)-ammoniumchlorid), Cetrimoniumbromid
(N-Hexadecyl-N,N-trimethyl-ammoniumbromid,
CAS No. 57-09-0), Benzetoniumchlorid (N,N-Dimethyl-N-[2-[2-[p-(1,1,3,3-tetramethylbutyl)phenoxy]-ethoxy]ethyl]-benzylammoniumchlorid,
CAS No. 121-54-0), Dialkyldimethylammoniumchloride wie Di-n-decyl-dimethyl-ammoniumchlorid (
CAS No. 7173-51-5-5), Didecyldimethylammoniumbromid (
CAS No. 2390-68-3), Dioctyl-dimethyl-ammoniumchlorid, 1-Cetylpyridiniumchlorid (
CAS No. 123-03-5) und Thiazolinjodid (
CAS No. 15764-48-1) sowie deren Mischungen. Bevorzugte QAV sind die Benzalkoniumchloride mit C
8-C
18-Alkylresten, insbesondere C
12-C
14-Alkyl-benzyl-dimethylammoniumchlorid. Eine besonders bevorzugte QAV ist das Kokospentaethoxymethylammoniummethosulfat
(INCI PEG-5 Cocomonium Methosulfate; Rewoquat® CPEM).
[0088] Zur Vermeidung möglicher Inkompatibilitäten der kationischen Tenside mit den erfindungsgemäß
enthaltenen anionischen Tensiden werden möglichst aniontensidverträgliches und/oder
möglichst wenig kationisches Tensid eingesetzt oder in einer besonderen Ausführungsform
der Erfindung gänzlich auf kationische Tenside verzichtet.
[0089] Vorteilhafterweise sind in einer Ausführungsform der Erfindung in dem erfindungsgemäßen
Mittel keine Buildersubstanzen vorhanden, welche Calcium-fällende Eigenschaften aufweisen.
Dementsprechend wird ein Mittel bevorzugt, welches insbesondere keine Carbonat-haltigen
Salze enthält.
[0090] Der Einsatz anderer Buildersubstanzen, vorzugsweise wasserlöslicher Buildersubstanzen
kann hingegen von Vorteil sein.
[0091] Organische Buildersubstanzen, welche in Handgeschirrspülmittel vorhanden sein können,
sind beispielsweise die in Form ihrer Natriumsalze einsetzbaren Polycarbonsäuren,
wobei unter Polycarbonsäuren solche Carbonsäuren verstanden werden, die mehr als eine
Säurefunktion tragen. Beispielsweise sind dies Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure,
Glutarsäure, Äpfelsäure, Weinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Zuckersäuren, Aminocarbonsäuren,
Nitrilotriessigsäure (NTA), Methylglycindiessigsäure (MGDA) und deren Abkömmlinge
sowie Mischungen aus diesen. Bevorzugte Salze sind die Salze der Polycarbonsäuren
wie Citronensäure, Adipinsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure, Weinsäure, Zuckersäuren
und Mischungen aus diesen.
[0092] Als Gerüststoffe sind weiter polymere Polycarboxylate geeignet. Dies sind beispielsweise
die Alkalimetallsalze der Polyacrylsäure oder der Polymethacrylsäure, zum Beispiel
solche mit einer relativen Molekülmasse von 600 bis 750.000 g / mol.
[0093] Geeignete Polymere sind insbesondere Polyacrylate, die bevorzugt eine Molekülmasse
von 1.000 bis 15.000 g / mol aufweisen. Aufgrund ihrer überlegenen Löslichkeit können
aus dieser Gruppe wiederum die kurzkettigen Polyacrylate, die Molmassen von 1.000
bis 10.000 g / mol, und besonders bevorzugt von 1.000 bis 5.000 g / mol, aufweisen,
bevorzugt sein.
Geeignet sind weiterhin copolymere Polycarboxylate, insbesondere solche der Acrylsäure
mit Methacrylsäure und der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Maleinsäure. Zur Verbesserung
der Wasserlöslichkeit können die Polymere auch Allylsulfonsäuren, wie Allyloxybenzolsulfonsäure
und Methallylsulfonsäure, als Monomer enthalten.
[0094] Bevorzugt werden allerdings lösliche Gerüststoffe, wie beispielsweise Citronensäure,
oder Acrylpolymere mit einer Molmasse von 1.000 bis 5.000 g / mol in den flüssigen
Handgeschirrspülmitteln eingesetzt.
[0095] Der Wassergehalt des bevorzugten flüssigen und wässerigen Handgeschirrspülmittels
beträgt üblicherweise 15 bis 90 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 85 Gew.-%, insbesondere
30 bis 80 Gew.-%. Das erfindungsgemäße Mittel kann zusätzlich ein oder mehrere wasserlösliche
organische Lösungsmittel enthalten, üblicherweise in einer Menge von 0,1 bis 30 Gew.-%,
vorzugsweise 1 bis 20 Gew.-%, insbesondere 2 bis 15 Gew.-%, besonders bevorzugt 3
bis 12 Gew.-%, äußerst bevorzugt 4 bis 8 Gew.-%.
[0096] Das Lösungsmittel wird im Rahmen der erfindungsgemäßen Lehre nach Bedarf insbesondere
als Hydrotropikum, Viskositätsregulator und/oder zusätzlicher Kältestabilisator eingesetzt.
Es wirkt lösungsvermittelnd insbesondere für Tenside und Elektrolyt sowie Parfüm und
Farbstoff und trägt so zu deren Einarbeitung bei, verhindert die Ausbildung flüssigkristalliner
Phasen und hat Anteil an der Bildung klarer Produkte. Die Viskosität des erfindungsgemäßen
Mittels verringert sich mit zunehmender Lösungsmittelmenge. Zuviel Lösungsmittel kann
jedoch einen zu starken Viskositätsabfall bewirken.
[0097] Ein besonders bevorzugtes und in Bezug auf die Stabilisierung der enzymatischen Handgeschirrspülmittel
besonders wirksames organisches Lösungsmittel ist das Glycerin sowie das 1,2-Propylenglykol.
[0098] Im Hinblick auf die manuelle Anwendung der erfindungsgemäßen Mittel wird in einer
bevorzugten Ausführungsform aber auf den Einsatz von organischen Lösungsmitteln verzichtet.
[0099] Als Lösungsvermittler insbesondere für Parfüm und Farbstoffe können außer den zuvor
beschriebenen Lösungsmitteln beispielsweise auch Alkanolamine sowie Alkylbenzolsulfonate
mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen im Alkylrest eingesetzt werden.
[0100] Neben den bisher genannten Komponenten können die erfindungsgemäßen Mittel weitere
Inhaltsstoffe enthalten. Hierzu zählen beispielsweise weitere Tenside, Additive zur
Verbesserung des Ablauf- und Trocknungsverhaltens, zur Einstellung der Viskosität,
zur Stabilisierung sowie weitere in Handgeschirrspülmitteln übliche Hilfs- und Zusatzstoffe,
etwa UV-Stabilisatoren, Parfüm, Perlglanzmittel (INCI Opacifying Agents; beispielsweise
Glykoldistearat, z.B. Cutina® AGS der Fa. Cognis, bzw. dieses enthaltende Mischungen,
z.B. die Euperlane® der Fa. Cognis), Farbstoffe, Korrosionsinhibitoren, Konservierungsmittel
(z.B. das technische auch als Bronopol bezeichnete 2-Brom-2-nitropropan-1,3-diol (CAS
52-51-7), das beispielsweise als Myacide® BT oder als Boots Bronopol BT von der Firma
Boots gewerblich erhältlich ist), organische Salze, Desinfektionsmittel, Enzyme, pH-Stellmittel
sowie Hautgefühl-verbessernde oder pflegende Additive (z.B. dermatologisch wirksame
Substanzen wie Vitamin A, Vitamin B2, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin E, D-Panthenol,
Sericerin, Collagen-Partial-Hydrolysat, verschiedene pflanzliche Protein-Partial-Hydrolysate,
Proteinhydrolysat-Fettsäure-Kondensate, Liposome, Cholesterin, pflanzliche und tierische
Öle wie z.B. Lecithin, Sojaöl, usw., Pflanzenextrakte wie z.B. Aloe Vera, Azulen,
Hamamelisextrakte, Algenextrakte, usw., Allantoin, A.H.A.-Komplexe), die in Mengen
von üblicherweise nicht mehr als 5 Gew.-% enthalten sein können.
[0101] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind 0,01 bis 0,5 Gew.-%, bevorzugt
0,03 bis 0,3 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,05 bis 0,15 Gew.-% eines Konservierungsmittels
in der Zusammensetzung enthalten.
[0102] Zur weiteren Verbesserung des Ablauf- und/oder Trocknungsverhaltens kann das erfindungsgemäße
Mittel ein oder mehrere Additive aus der Gruppe der Tenside, der Polymere und der
Buildersubstanzen (Builder) enthalten, üblicherweise in einer Menge von 0,001 bis
5 Gew.-%, vorzugsweise 0,01 bis 4 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 3 Gew.-%, besonders
bevorzugt 0,2 bis 2 Gew.-%, äußerst bevorzugt 0,5 bis 1,5 Gew.-%, beispielsweise 1
Gew.-%, wobei wie oben beschrieben auf Calcium-fällende Buildersubstanzen weitestgehend
verzichtet wird.
[0103] Als Additive geeignete Polymere sind insbesondere Maleinsäure-Acrylsäure-Copolymer-Na-Salz
(Sokalan® CP 5), modifiziertes Polyacrylsäure-Na-Salz (Sokalan® CP 10), modifiziertes
Polycarboxylat-Na-Salz (Sokalan® HP 25), Polyalkylenoxid, modifiziertes Heptamethyltrisiloxan
(Silwet® L-77), Polyalkylenoxid, modifiziertes Heptamethyltrisiloxan (Silwet® L-7608)
sowie Polyethersiloxane (Copolymere von Polymethylsiloxanen mit Ethylenoxid-/Propylenoxidsegmenten
(Polyetherblöcken)), vorzugsweise wasserlösliche lineare Polyethersiloxane mit terminalen
Polyetherblöcken wie Tegopren® 5840, Tegopren® 5843, Tegopren® 5847, Tegopren® 5851,
Tegopren® 5863 oder Tegopren® 5878.
[0104] Als Additive geeignete Buildersubstanzen sind insbesondere Polyasparaginsäure-Na-Salz,
Ethylendiamintriacetatkokosalkylacetamid (Rewopol® CHT 12), Methylglycindiessigsäure-Tri-Na-Salz
(Trilon® ES 9964) und Acetophosphonsäure (Turpinal® SL). Mischungen mit tensidischen
oder polymeren Additiven zeigen im Falle von Monawet® MO-84 R2W, Tegopren® 5843 und
Tegopren® 5863 Synergismen. Der Einsatz der Tegopren-Typen 5843 und 5863 ist jedoch
bei der Anwendung auf harte Oberflächen aus Glas, insbesondere Glasgeschirr, weniger
bevorzugt, da diese Silikontenside auf Glas aufziehen können. In einer besonderen
Ausführungsform der Erfindung wird auf die genannten Additive verzichtet.
[0105] Die für das erfindungsgemäße flüssige Mittel bevorzugte Viskosität liegt bei 20 °C
und einer Scherrate von 30 min
-1 - gemessen mit einem Viskosimeter vom Typ Brookfield LV DV II und Spindel 31 - im
Bereich von 10 bis 5.000 mPa·s, vorzugsweise 50 bis 2.000 mPa·s, insbesondere 100
bis 1.000 mPa·s, besonders bevorzugt 200 bis 800 mPa·s, äußerst bevorzugt 300 bis
700 mPa·s, beispielsweise 300 bis 400 mPa·s. Die Viskosität des erfindungsgemäßen
Mittels kann - insbesondere bei einem geringen Tensidgehalt des Mittels - durch Verdickungsmittel
erhöht und/oder - insbesondere bei einem hohen Tensidgehalt des Mittels - durch die
enthaltenen wasserlöslichen anorganischen Salze sowie durch Lösungsmittel verringert
werden.
[0106] Polymere Verdickungsmittel im Sinne der vorliegenden Erfindung sind die als Polyelektrolyte
verdickend wirkenden Polycarboxylate, vorzugsweise Homo- und Copolymerisate der Acrylsäure,
insbesondere Acrylsäure-Copolymere wie Acrylsäure-Methacrylsäure-Copolymere, und die
Polysaccharide, insbesondere Heteropolysaccharide, sowie andere übliche verdickende
Polymere.
[0107] Geeignete Polysaccharide bzw. Heteropolysaccharide sind die Polysaccharidgummen,
beispielsweise Gummi arabicum, Agar, Alginate, Carrageene und ihre Salze, Guar, Guaran,
Tragacant, Gellan, Ramsan, Dextran oder Xanthan und ihre Derivate, z.B. propoxyliertes
Guar, sowie ihre Mischungen. Andere Polysaccharidverdicker, wie Stärken oder Cellulosederivate,
können alternativ, vorzugsweise aber zusätzlich zu einem Polysaccharidgummi eingesetzt
werden, beispielsweise Stärken verschiedensten Ursprungs und Stärkederivate, z.B.
Hydroxyethylstärke, Stärkephosphatester oder Stärkeacetate, oder Carboxymethylcellulose
bzw. ihr Natriumsalz, Methyl-, Ethyl-, Hydroxyethyl-, Hydroxypropyl-, Hydroxypropyl-methyl-
oder Hydroxyethyl-methylcellulose oder Celluloseacetat.
[0108] Ein bevorzugtes polymeres Verdickungsmittel ist das mikrobielle anionische Heteropolysaccharid
Xanthan Gum, das von Xanthomonas campestris und einigen anderen Species unter aeroben
Bedingungen mit einem Molekulargewicht von 2-15×10
6 produziert wird und beispielsweise von der Fa. Kelco unter dem Handelsnamen Keltrol®
erhältlich ist, z.B. als cremefarbenes Pulver Keltrol® T (Transparent) oder als weißes
Granulat Keltrol® RD (Readily Dispersable).
[0109] Als polymere Verdickungsmittel geeignete Acrylsäure-Polymere sind beispielsweise
hochmolekulare mit einem Polyalkenylpolyether, insbesondere einem Allylether von Saccharose,
Pentaerythrit oder Propylen, vernetzte Homopolymere der Acrylsäure (INCI Carbomer),
die auch als Carboxyvinylpolymere bezeichnet werden. Solche Polyacrylsäuren sind u.a.
von der Fa. BFGoodrich unter dem Handelsnamen Carbopol® erhältlich, z.B. Carbopol®
940 (Molekulargewicht ca. 4.000.000), Carbopol® 941 (Molekulargewicht ca. 1.250.000)
oder Carbopol® 934 (Molekulargewicht ca. 3.000.000).
[0110] Besonders geeignete polymere Verdickungsmittel sind aber folgende Acrylsäure-Copolymere:
(i) Copolymere von zwei oder mehr Monomeren aus der Gruppe der Acrylsäure, Methacrylsäure
und ihrer einfachen, vorzugsweise mit C
1-4-Alkanolen gebildeten, Ester (INCI Acrylates Copolymer), zu denen etwa die Copolymere
von Methacrylsäure, Butylacrylat und Methylmethacrylat (CAS 25035-69-2) oder von Butylacrylat
und Methylmethacrylat (CAS 25852-37-3) gehören und die beispielsweise von der Fa.
Rohm & Haas unter den Handelsnamen Aculyn® und Acusol® erhältlich sind, z.B. die anionischen
nicht-assoziativen Polymere Aculyn® 33 (vernetzt), Acusol® 810 und Acusol® 830 (CAS
25852-37-3); (ii) vernetzte hochmolekulare Acrylsäurecopolymere, zu denen etwa die
mit einem Allylether der Saccharose oder des Pentaerythrits vernetzten Copolymere
von C
10-30-Alkylacrylaten mit einem oder mehreren Monomeren aus der Gruppe der Acrylsäure, Methacrylsäure
und ihrer einfachen, vorzugsweise mit C
1-4-Alkanolen gebildeten, Ester (INCI Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer) gehören
und die beispielsweise von der Fa. BFGoodrich unter dem Handelsnamen Carbopol® erhältlich
sind, z.B. das hydrophobierte Carbopol® ETD2623 und Carbopol® 1382 (INCI Acrylates/C10-30
Alkyl Acrylate Crosspolymer) sowie Carbopol® AQUA 30 (früher Carbopol® EX 473).
[0111] Der Gehalt an polymerem Verdickungsmittel beträgt üblicherweise nicht mehr als 8
Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,1 und 7 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 0,5 und
6 Gew.-%, insbesondere zwischen 1 und 5 Gew.-% und äußerst bevorzugt zwischen 1,5
und 4 Gew.-%, beispielsweise zwischen 2 und 2,5 Gew.-%.
[0112] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Mittel jedoch frei von
polymeren Verdickungsmitteln.
[0113] Zur Stabilisierung des erfindungsgemäßen Mittels, insbesondere bei hohem Tensidgehalt,
können ein oder mehrere Dicarbonsäuren und/oder deren Salze zugesetzt werden, insbesondere
eine Zusammensetzung aus Na-Salzen der Adipin-, Bernstein- und Glutarsäure, wie sie
z.B. unter dem Handelsnamen Sokalan® DSC erhältlich ist. Der Einsatz erfolgt hierbei
vorteilhafterweise in Mengen von 0,1 bis 8 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 7 Gew.-%,
insbesondere 1,3 bis 6 Gew.-% und besonders bevorzugt 2 bis 4 Gew.-%.
[0114] Eine Veränderung des Dicarbonsäure(salz)-Gehaltes kann - insbesondere in Mengen oberhalb
2 Gew.-% - zu einer klaren Lösung der Inhaltsstoffe beitragen. Ebenfalls ist innerhalb
gewisser Grenzen eine Beeinflussung der Viskosität der Mischung durch dieses Mittel
möglich. Weiterhin beeinflusst diese Komponente die Löslichkeit der Mischung. Diese
Komponente wird besonders bevorzugt bei hohen Tensidgehalten eingesetzt, insbesondere
bei Tensidgehalten oberhalb 30 Gew.-%.
[0115] Kann jedoch auf deren Einsatz verzichtet werden, so ist das erfindungsgemäße Mittel
vorzugsweise frei von Dicarbonsäure(salze)n.
[0116] Als antibakterielle Komponente können erfindungsgemäße Mittel auch elementares Silber
und/oder eine Silberverbindung enthalten.
[0117] Milchsäure hat auch den Vorteil, dass sie wie Benzoesäure oder auch Salicylsäure
als pH-Regulator und/oder Puffer-Substanz die antibakterielle Wirkung des Silbers
und/oder der Silberverbindung unterstützen bzw. verstärken kann
[0118] Der pH-Wert des erfindungsgemäßen flüssigen Mittels kann aber auch mittels üblicher
pH-Regulatoren, beispielsweise Säuren wie Mineralsäuren oder Citronensäure und/oder
Alkalien wie Natrium- oder Kaliumhydroxid, eingestellt werden, wobei - insbesondere
bei gewünschter Haut-und Handverträglichkeit - ein Bereich von 4 bis 9, vorzugsweise
5,5 bis 8,5 und insbesondere 7,0 bis 8,0, bevorzugt ist. Es hat sich gezeigt, dass
das enzymhaltige Handgeschirrspülmittel, welche Kaliumionen, insbesondere solche aus
Kaliumacetat als Kaliumionenquelle, als Enzymstabilisator enthalten, bei pH-Werten
oberhalb von 7 zu besonders hohen Enzymaktivitäten und damit Enzymstabilitäten auch
nach einer Lagerung der Mittel bei 30 °C führen. Erfindungsgemäße Mittel mit einem
pH-Wert oberhalb von 7 werden daher ganz besonders bevorzugt, insbesondere Mittel
mit pH 8. Zur Einstellung und/oder Stabilisierung des pH-Werts kann das erfindungsgemäße
Mittel ein oder mehrere Puffer-Substanzen (INCI Buffering Agents) enthalten, üblicherweise
in Mengen von 0,001 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,005 bis 3 Gew.-%, insbesondere 0,01
bis 2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,05 bis 1 Gew.-%, äußerst bevorzugt 0,1 bis 0,5
Gew.-%, beispielsweise 0,2 Gew.-%. Bevorzugt sind Puffer-Substanzen, die zugleich
Komplexbildner oder sogar Chelatbildner (Chelatoren, INCI Chelating Agents) sind.
Besonders bevorzugte Puffer-Substanzen sind die Citronensäure bzw. die Citrate, insbesondere
die Natrium- und Kaliumcitrate, beispielsweise Trinatriumcitrat·2 H
2O und Trikaliumcitrat·H
2O.
Ein flüssiges Mittel kann weiterhin Hydrotrope enthalten. Hierbei handelt es sich
um Löslichkeitsvermittler. Geeignete Hydrotrope sind beispielsweise Harnstoff, Butylglycol,
oder aliphatische kurzkettige anionische oder amphotere Lösungsvermittler.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung von Salzen zur
Erhöhung der Stabilität von Enzymen, insbesondere von Lipase, in flüssigen Reinigungsmitteln,
insbesondere in Handgeschirrspülmitteln.
In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verwendung beträgt der
Anteil der Salze 0,6 bis 5 Gew.-%, bevorzugt 0,75 bis 4 Gew.-%, besonders bevorzugt
1 bis 3 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung.
[0119] Die Salze der einwertigen Kationen sind dabei ausgewählt aus den anorganischen oder
organischen Salzen des Kaliums, bevorzugt aus den Halogeniden, Sulfaten, Sulfiten,
Carbonaten, Hydrogencarbonaten, Nitraten, Nitriten, Phosphaten, Formiaten, Acetaten,
Propionaten, Citraten, Malaten, Tartraten, Succinaten, Oxalaten, Lactaten, sowie Gemischen
davon. In einer bevorzugten Ausgestaltung der Verwendung der vorliegenden Erfindung
ist das Salz ausgewählt aus Kaliumchlorid, Kaliumsulfat, Kaliumacetat, Kaliumformiat
sowie Gemischen davon.
[0120] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Reinigung,
insbesondere zur manuellen Reinigung harter Oberflächen, insbesondere von Geschirr,
umfassend die Verwendung eines Reinigungsmittels, insbesondere eines Handgeschirrspülmittels
gemäß der vorliegenden Erfindung.
[0121] Eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist ein flüssiges Reinigungsmittel
Anspruch 1 mit einem pH-Wert im Bereich von 4 bis 9, enthaltend Wasser, ein anionisches
Tensid, insbesondere eine Alkylethersulfat, ein amphoteres Tensid, insbesondere ein
Betain, eine Lipase und gegebenenfalls ein Konservierungsmittel sowie ein Kaliumkation
aus einem entsprechenden Salz. Eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
ist ein flüssiges Reinigungsmittel mit einem pH-Wert im Bereich von 4 bis 9, vorzugsweise
5,5 bis 8, enthaltend 20 bis 80 Gew.-% Wasser, 5 bis 15 Gew.-% eines anionischen Tensids,
insbesondere eines Alkylethersulfats, 0,8 bis 3 Gew.-% eines amphoteren Tensids, insbesondere
eines Betains, 0,001-2 Gew.-% einer Lipase und 0,05 bis 0,15 Gew.-% eines Konservierungsmittels
sowie mindestens 0,05 Gew.-% eines einwertigen Kations aus 1 bis 3 Gew.-% eines entsprechenden
Salzes, ausgewählt aus Kaliumchlorid, Kaliumsulfat, Kaliumacetat, Kaliumformiat sowie
Gemischen davon. Eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist ein
flüssiges Reinigungsmittel mit einem pH-Wert im Bereich von 4 bis 9, vorzugsweise
5,5 bis 8, enthaltend ca. 80 Gew.-% Wasser, 8,75 Gew.-% eines anionischen Tensids,
insbesondere eines Alkylethersulfats, 1,25 Gew.-% eines amphoteren Tensids, insbesondere
eines Betains, 0,05 bis 1 Gew.-% einer Lipase und 0,05 bis 0,15 Gew.-% eines Konservierungsmittels
sowie 0,35 bis 1 Gew.-% eines einwertigen Kations aus 1,5 Gew.-% eines entsprechenden
Salzes, Salzes, ausgewählt aus Kaliumchlorid, Kaliumsulfat, Kaliumacetat, Kaliumformiat
sowie Gemischen davon. In einer Ausführungsform soll das erfindungsgemäße enzymhaltige,
insbesondere lipasehaltige und durch diese einwertigen Kationen stabilisierte Mittel
zur Anwendung, also insbesondere zur Reinigung des verschmutzten Geschirrs, in Form
eines Schaums entweder direkt auf die zu reinigende Oberfläche oder auf einen Schwamm,
ein Tuch, eine Bürste oder ein anderes, gegebenenfalls angefeuchtetes, Reinigungshilfsmittel
aufgetragen werden. Zur Schaumerzeugung eignet sich in besonderer Weise ein manuell
aktivierter Sprühspender, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe umfassend Aerosolsprühspender,
selbst Druck aufbauende Sprühspender, Pumpsprühspender und Triggersprühspender, insbesondere
Pumpschaumspender, wie sie beispielsweise von der Firma Airspray, der Firma Taplast,
der Firma Keltec oder auch der Daiwa Can Company angeboten werden. Neben Triggerflaschen
eignen sich auch Pumpsprühspender und Triggersprühspender mit einem Behälter aus Polyethylen,
Polypropylen oder Polyethylenterephthalat. Solche Triggerflaschen werden beispielsweise
von der Firma Afa-Polytec angeboten. Der Sprühkopf ist vorzugsweise mit einer Schaumdüse
ausgestattet.
[0122] Daneben kann das Mittel auch unter Zusatz eines geeigneten Treibmittels (z.B. n-Butan,
ein Propan/Butan-Gemisch, Kohlendioxid, Stickstoff oder ein CO
2/N
2-Gemisch) in eine entsprechende Aerosolsprühflasche gefüllt werden. Ein solcher Sprühspender
ist jedoch weniger bevorzugt.
[0123] Dementsprechend kann das erfindungsgemäße Mittel in Form eines Erzeugnisses aus dem
erfindungsgemäßen Mittel und einem Sprüh- oder Schaumspender, insbesondere Pumpschaumspender,
in Verkehr gebracht werden.
[0124] Zur manuellen Reinigung einer harten Oberfläche wird das erfindungsgemäße insbesondere
flüssige Handgeschirrspülmittel entweder direkt, das heißt unverdünnt, beispielsweise
mittels eines Schwamms, auf die zu reinigende Oberfläche aufgebracht und anschließend
mit Wasser wieder entfernt.
[0125] Alternativ kann das erfindungsgemäße Handgeschirrspülmittel zunächst mit Wasser auf
Konzentrationen von 1 : 1 bis 1 : 1000 verdünnt werden und anschließend wird die erhaltene
Reinigungslösung mit der zu reinigenden Oberfläche in Kontakt gebracht.
Beispiele
Beispiel 1: Lagerstabilität bei Zusatz von Salzen
[0126] Für Lagerversuche wurden 10% Lipasezubereitung Lipex 100 L (ex Novozymes A/S, Dänemark)
in die folgende Formulierung eingebracht:
Einsatzmenge
| Cocamidopropylbetain |
1,25 |
| Natriumlaurylethersulfat (2 EO) |
8,75 |
| Konservierungsmittel |
0,10 |
| Wasser, demineralisiert |
auf 100 Gew.-% |
| pH-Wert |
6 |
[0127] Die Mengenangaben verstehen sich hierbei als Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
der Gesamtzusammensetzung.
[0128] In verschiedenen Ansätzen wurden jeweils 1,5 Gew.-% eines Salzes hinzugegeben. Die
Anfangsaktivität der Proben wurde jeweils mittels eines geeigneten Assays bestimmt.
[0129] Geeignete Methoden zur Messung der Lipaseaktivität sind unter anderem die pH-Stat-Titration,
Freisetzung eines Farbstoffes aus einem geeigneten pNP-gelabelten Substrat oder andere
Methoden, die dem Fachmann allgemein bekannt sind und zum Teil im allgemeinen Teil
der Beschreibung der vorliegenden Erfindung genannt sind.
[0130] Die Ansätze wurden 6 Tage bei 37 °C gelagert, durch Rühren gemischt und anschließend
die Restaktivitäten bestimmt. Die einzelnen Ansätze zeigten folgende Restaktivitäten:
| Ohne |
NaCl |
CaCl2 |
KCl |
Na2SO4 |
K2SO4 |
Na-Acetat |
K-Acetat |
| 41% |
86 % |
97 % |
90 % |
90 % |
86 % |
95 % |
99 % |
[0131] Damit konnte gezeigt werden, dass durch Zugabe von Salzen einwertiger, zweiwertiger
und dreiwertiger Kationen, insbesondere einwertiger und zweiwertiger Kationen, die
Lagerstabilität von Lipase in flüssigen Reinigungsmitteln, insbesondere in Handgeschirrspülmitteln,
deutlich gesteigert werden konnte.