[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen in einer
Formmaschine.
[0002] Vorrichtungen zur Herstellung von Betonformteilen, wie z. B. Pflastersteinen werden
typischerweise zur maschinellen Fertigung eingesetzt und enthalten eine Formmaschine
mit einer Stempeleinheit und ein als Form ausgebildetes Formunterteil, in das die
Stempeleinheit eingreifen kann. In dem Formunterteil sind üblicherweise ein oder mehrere
Formnester ausgebildet, die nach oben und unten geöffnet sind. Das Formunterteil wird
mit einer unteren Begrenzungsebene eines Steinfelds auf eine horizontale Unterlage
aufgesetzt, die die unteren Öffnungen der Form verschließt. Durch die oberen Öffnungen
werden die Formnester mit Betongemenge befüllt, das anschließend über an der Stempeleinheit
angeordnete Druckplatten gepresst wird, in dem die Druckplatten durch die oberen Öffnungen
in die Formnester eingesenkt werden. Anschließen erfolgt durch Rütteln typischerweise
der Unterlage eine Verfestigung des Betongemenges zu formstabilen Betonformteilen.
Diese werden durch die unteren Öffnungen der Formnester entformt.
[0003] Die Stempeleinheit ist mit einer typischerweise hydraulisch betätigten Vertikalbewegungseinheit
der Formmaschine verbunden und mittels dieser vertikal verfahrbar. Die Verbindung
kann in gebräuchlicher Bauweise über eine Auflasteinheit gegeben sein, die gewöhnlich
mit der Stempeleinheit ein Formoberteil als einheitlich handhabbare Baugruppe bildet.
Mittels eines Anschlags an Stempeln der Stempeleinheit wird eine gleichmäßige Steinhöhe
auch bei unterschiedlicher Verdichtung des Betongemenges erreicht.
[0004] Bei bekannten Formmaschinen kommt der Verbindung zwischen dem Formoberteil und dem
Formunterteil eine besondere Bedeutung zu. So ist beispielsweise aus der
DE 36 38 207 A1 bekannt, dass bei derartigen Formen bei einer unzureichenden Ausrichtung des Formoberteils
auf das Formunterteil die Gefahr einer Kollision des Druckstempels mit einer Oberseite
des Formunterteils besteht. Dies tritt insbesondere dann auf, wenn das Formoberteil
in die Formmaschine in das Formunterteil geführt wird, um das herzustellende Betonformteil
zu formen und zu verdichten. Gemäß aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen wurde
dies versucht dadurch zu umgehen, dass das Formoberteil gegen das Formunterteil exakt
ausgerichtet wird und entsprechende Einlaufschrägen an den Formnestern vorgesehen
werden, die das Einführen der Druckplatten erleichtern.
[0005] Die Verbindung zwischen Formoberteil und Formunterteil wurde jedoch auch in einem
anderen Zusammenhang bereits im Stand der Technik näher untersucht. So ist aus der
DE 199 24 926 A1 eine Steinformmaschine bekannt, an deren Führungssäulen eine auf- und abwägbare Steinform
angeordnet ist. Die Steinform besteht aus einem Formunterteil und einem Formoberteil,
die nach Arbeitstrakt entweder fest miteinander verbindbar oder gegeneinander verschiebbar
angeordnet sind. Dies ermöglicht das einfache Weiterverarbeiten, insbesondere durch
einen Abziehmechanismus, der Formunterteil und Formoberteil voneinander trennt.
[0006] Aus der
DE 10 2005 048 930 A1 ist eine Steinform zur Herstellung von Betonsteinen bekannt, die ein Formoberteil
mit wenigstens einem Stempel mit einem Druckstück und ein Formunterteil mit wenigstens
einem Formnest zur Verwendung in einer Steinformmaschine umfaßt, wobei das Formunterteil
in einer Steinformmaschine auf- und abwärts bewegbar ist. Das Formunterteil ist auf
eine Formunterlage der Steinformmaschine ablegbar und das Formoberteil ist mit einer
auf- und abwärts bewegbaren Maschinenaufnahme der Steinformmaschine kuppelbar. Ein
Füllkasten der Steinformmaschine ist über das Formunterteil verfahrbar und das Formoberteil
und/oder das Formunterteil weist zu einem Maschinenrahmen der Steinformmaschine Spiel
auf. Hierbei ist zum Ausrichten des Formunterteils und des Formoberteils in einer
xy-Ebene eine Zentriereinrichtung vorgesehen. Dabei wird eine exakte Zentrierung der
beiden Formteile zueinander bewirkt, wobei ein konischer Abschnitt an der Zentriereinrichtung
nach dem Eintauchen des Druckstücks in das Formnest die Zentrierung der Formteile
langsam wieder frei gibt.
[0007] Eine zur letztgenannten Schrift sehr ähnliche Vorgehensweise ist in der
US 2006/197259 A gezeigt, welche die Merkmale des Oberbegriffs des Anspruch 1 offenbart. Auch hier
wird mittels einer Zentriereinrichtung eine anfängliche Zwangsführung bei Eintauchen
des Druckstücks beschrieben, die bei weiterem Eintauchen dann aufgelöst wird.
[0008] In der
DE 10 2004 004 188 A1 ist eine Beton-Formstein-Fertigungseinrichtung gezeigt, die über Führungseinrichtungen
verfügt, welche das Fluchten der Druckplatten in den Formnestern erleichtern. Dazu
sind an einerseits dem Formoberteil und andererseits dem Formunterteil außerhalb der
Druckstücke und zugeordneter Formnester komplementär zueinander ausgebildete und miteinander
kommunizierende Führungselemente für Relativbewegungen zwischen diesen beiden Bauteilen,
nämlich dem Formoberteil und dem Formunterteil, vorgesehen.
[0009] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen
in einer Formmaschine zu schaffen, bei der die Zentrierung zwischen Formoberteil und
Formunterteil weiter verbessert wird, um insbesondere ein Beschädigen von Druckplatten
beim eventuellen Anschlagen an Seitenwänden des Formnests zu verhindern.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind jeweils Gegenstand der Unteransprüche. Diese können
in technologisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden. Die Beschreibung,
insbesondere im Zusammenhang mit der Zeichnung, charakterisiert und spezifiziert die
Erfindung zusätzlich.
[0011] Gemäß der Erfindung wird eine Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen in
einer Formmaschine geschaffen, die ein Formoberteil mit wenigstens einem Druckstempel
zur Übertragung einer Kraft auf wenigstens eine Druckplatte umfasst, wobei die Druckplatte
in vertikaler Richtung in eine Öffnung eines Formnestes in einem Formunterteil einführbar
ist, wobei das Formunterteil von einem Rahmen umgeben ist, der ein mit dem Formoberteil
verbundenes Führungsmittel aufweist, das so ausgebildet ist, dass das Formunterteil
gegen das Formoberteil aus der vertikalen Richtung während des Eingreifens der Druckplatten
in die Öffnungen des Formnests kippbar ist.
[0012] Erfindungsgemäß wird daher das Formunterteil mit dem Formoberteil nicht mit einer
Zwangsführung verbunden, die lediglich eine Festlegung der Relativpositionen zwischen
Formoberteil und Formunterteil ermöglichen würde. Es hat sich überraschend gezeigt,
dass ein Führungsmittel, welches ein Kippen des Formoberteils aus der vertikalen Richtung
ermöglicht, höhere Standfestigkeiten und längere Lebensdauern der an dem Druckstempel
befestigten Druckplatten ermöglicht, da insbesondere feine Strukturen, wie z. B. Einsenkungen
oder Phasen an den Druckplatten, geringeren Verschleiß aufweisen. Die erfindungsgemäße
Lösung versucht somit nicht den korrekten und zentrischen Einbau des Formunterteils
relativ zum Formoberteil in den Mittelpunkt zu stellen, um ein Berühren einer Druckplatte
mit einer Öffnung der Form verhindern zu können, sondern ermöglicht es, durch die
Beschaffung eines zusätzlichen Freiheitsgrades in der Bewegung der Druckplatten Auswirkungen
bei eventuellen Berührungen gering zu halten. Darüber hinaus wird durch die Führung
des Formunterteils im Führungsmittel eine Ausgangsposition für die Lage des Formunterteils
relativ zum Formoberteil geschaffen, die ein anschlagfreies Einführen der Druckplatten
zur Folge haben kann. Anstelle jedoch die exakte Relativpositionierung vorzugeben,
die darüber hinaus bei bisherigen, aus dem Stand der Technik bekannten Systemen starr
vorgegeben ist, läßt die Erfindung eine Art Selbstjustierung zu, so dass durch die
Möglichkeit des Verkippens und gegebenenfalls Verdrehens bisher unerreichte Standzeiten
erzielt werden können.
[0013] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist das Führungsmittel auf jeweils zwei
gegenüberliegenden Seiten des Rahmens angeordnet.
[0014] Demnach ist es möglich, das Führungsmittel in einzelne Bestandteile aufzuspalten,
wobei es für ausreichend erachtet wird, lediglich zwei gegenüber liegende Seiten des
Rahmens mit Teilen des Führungsmittels zu versehen. Hierbei kann beispielsweise bei
einem rechteckförmigen Formnest jeweils ein Teil des Führungsmittels auf den beiden
kürzeren Seiten des Formnests gegenüber liegend im Bereich einer Ecke des Formnestes
angeordnet sein. Eine derartige Ausgestaltung ermöglicht zum einen das Verkippen des
Formunterteils relativ zum Formoberteil und ermöglicht dennoch die Festlegung einer
definierten Ausgangsposition.
[0015] Erfindungsgemäß umfasst das Führungsmittel einen entlang der vertikalen Richtung
ausgebildeten länglichen Körper mit zur vertikalen Richtung wenigstens abschnittsweise
parallelen Seitenlinien, der in eine zumindest teilweise korrespondierende Durchführung
eingreift.
[0016] Das Führungsmittel läßt sich auf einfache Weise durch einen länglichen Körper bilden,
der durch eine entsprechende Durchführung geführt ist. Eine Möglichkeit besteht darin,
dass der längliche Körper eine Außenfläche aufweist, die über die komplette Ausdehnung
des Körpers parallel zu einer Innenabmessung der Durchführung gewählt ist. Dabei ist
es jedoch auch möglich, dass zumindest einzelne Abschnitte des länglichen Körpers
oder Teile der Durchführung als Einsenkungen mit weiter innen liegenden Flächen ausgeführt
werden, so dass diese nicht in Kontakt mit dem jeweils korrespondierenden Teil treten
können. Derartige Ausführungen sind im Rahmen der Erfindung jedoch nicht ausgeschlossen.
Um das erfindungsgemäße Verkippen des Formunterteils gegen das Formoberteil zu ermöglichen,
ist es lediglich vorgesehen, dass zwischen dem Außenumfang des länglichen Körpers
und dem Innenumfang der Durchführung ein die Verkippung begrenzendes Spiel besteht.
[0017] Erfindungsgemäß sind der längliche Körper mit dem Formoberteil und die Durchführung
mit dem Formunterteil verbunden.
[0018] Eine besonders einfache Realisierung des Führungsmittels besteht darin, dass die
Durchführung im Formunterteil angeordnet wird und das Formoberteil mit dem länglichen
Körper versehen wird. Demnach kann die bisher in Formmaschinen üblicherweise zum Einsatz
kommende Ausgestaltung eines Formunterteils weiter verwendet werden, wobei lediglich
eine entsprechende Durchführung vorhanden sein muss.
[0019] Erfindungsgemäß weisen der längliche Körper und die Durchführung Abmessungen auf,
die so gewählt sind, dass ein Maximalwert der Verkippung des Formunterteils gegen
das Formoberteil vorgegeben ist.
[0020] Um das Kippen des Formunterteils gegen das Formunterteil zu begrenzen, d. h. einen
Maximalwert der Verkippung zu definieren ist es insbesondere vorgesehen, dass der
längliche Körper und die Durchführung anhand ihrer Abmessung eine entsprechende Bewegungsbegrenzung
durchführen. Es ist daher nicht nötig, zusätzliche Bauteile zur Begrenzung der Verkippung
vorzusehen, was die Herstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zusätzlich vereinfacht.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Formunterteil gegen das
Formoberteil um einen Winkel kippbar, der im Bereich von weniger als 2° liegt und
insbesondere ungefähr 1° beträgt.
[0022] Um die eingangs erwähnte Verbesserung der Standzeiten von Druckplatten beim Einsatz
in Formmaschinen zu erreichen, ist es nicht notwendig, die Verkippung zwischen Formunterteil
und Formoberteil über einen großen Bereich zuzulassen. Vielmehr zeigen Werte, die
weniger als 2° betragen, bereits eine ausreichende Verbesserung im Vergleich zu den
im Stand der Technik üblicherweise vorgesehenen Zwangszentrierungen. In Einzelfällen
lassen sich die beispielsweise über die Außenabmessungen des länglichen Körpers und
der Durchführung begrenzten Werte für die Verkippung auch experimentell bestimmen.
[0023] Erfindungsgemäß ist der längliche Körper als kreiszylindrischer Stift ausgeführt,
der in eine am Rahmen angeordnete mit einer kreiszylindrischen Innenfläche versehene
Buchse als Durchführung eingreift.
[0024] Der Stift kann beispielsweise aus seinem gehärteten Stahl hergestellt sein, so dass
beim Verkippen von Formunterteil zu Formoberteil die ebenfalls gehärtete Buchse zwar
eine Relativbewegung von Formunterteil zu Formoberteil ermöglichen, dabei jedoch geringe
Verschleißwerte auftreten, so dass die erfindungsgemäße Vorrichtung nicht durch Materialbelastung
im Führungsmittel bezüglich ihrer Standzeit limitiert ist.
[0025] Erfindungsgemäß ist der Außendurchmesser des kreiszylindrischen Stifts in Abhängigkeit
einer Höhe der Buchse entlang der vertikalen Richtung und einem Innendurchmesser der
im Rahmen angeordneten Buchse gewählt.
[0026] Zur Festlegung der maximal möglichen Verkippung müssen sowohl Außendurchmesser des
Stifts als auch Innendurchmesser des Rahmens herangezogen werden, wobei als zusätzlicher
Parameter die in axiale Richtung des Stifts vorliegende Höhe der Buchse berücksichtigt
werden muss. Aufgrund dieser Abmessungen kann somit die mögliche Verkippung festgelegt
sein.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind der Führungsstift und/oder
die Buchse austauschbar in dem Führungsmittel befestigt.
[0028] Aufgrund der Bewegung zwischen Führungsstift und Buchse, die insbesondere auch bei
der bei Formmaschinen üblichen Verdichtung mittels eines Rüttlers auftritt, kann es
in bestimmten Anwendungsfällen vorteilhaft sein, diese Bestandteile austauschbar auszuführen,
um bei Verschleiß eine schnelle und einfache Möglichkeit des Austausches zu haben.
[0029] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Führungsmittel an den
Rahmen des Formunterteils seitlich außerhalb des Formnests und außerhalb der Druckstempel
seitlich des Formoberteils anschraubbar.
[0030] Die Erfindung läßt sich auch auf bereits bestehende Formmaschinen gemäß dieser Ausführungsform
erweitern, in dem die Bestandteile des Führungsmittels nachträglich beispielsweise
am Rahmen des Formunterteils sowie am Formoberteil außerhalb der Druckstempel angebracht
werden.
[0031] Nachfolgend werden einige Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen gemäß einer Ausführungsform der
Erfindung in einer Seitenansicht,
- Fig. 2
- die Vorrichtung aus Fig. 1 in einer gekippten Position in einer Seitenansicht,
- Fig. 3
- die Vorrichtung aus Fig. 1 in einer weiteren Seitenansicht,
- Fig. 4
- die Vorrichtung aus Fig. 1 in einer Seitenansicht aus einer in Vergleich zu Fig. 3
gegenüber liegender Richtung,
- Fig. 5
- schematische Bestandteile der Vorrichtung aus Fig. 1, und
- Fig. 6
- ein Detail der Vorrichtung aus Fig. 5 in einer schematischen Ansicht.
[0032] In den Figuren sind gleiche oder funktional gleich wirkende Bauteile mit den gleichen
Bezugszeichen versehen.
[0033] In Fig. 1 ist eine Vorrichtung VO gezeigt, die zur Herstellung von Betonformteilen
in einer Formmaschine geeignet ist. Die Vorrichtung VO weist eine auswechselbar angeordnete
Form auf, die durch ein Formunterteil FU und ein Formoberteil FB gebildet wird. Das
Formunterteil FU weist auf fachübliche Wiese ein Formnest auf, das über eine entsprechend
gewählte Anzahl von Öffnungen verfügt, so dass Betonformteile in der gewünschten Anzahl
bzw. Größe mit der Vorrichtung VO herstellbar sind.
[0034] Das Formoberteil FB weist eine Vielzahl von Druckplatten DP auf, wobei jede Druckplatte
DP mit einer Öffnung im Formunterteil FU korrespondiert. Die Druckplatten DP sind
jeweils über einen Druckstempel DS mit einer Stempelplatte ST verbunden.
[0035] Oberhalb der Stempelplatte ST ist eine Auflasteinrichtung AE vorgesehen, die über
die Druckstempel DS ein in die Öffnungen des Formnests im Formunterteil FU eingebrachtes
Betongemenge als Füllmaterial entsprechend komprimieren kann. Das Auflastelement AE
weist auf seiner Oberseite Befestigungselemente auf, die zusammen mit weiteren Elementen,
die jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind, eine Aufnahme des Auflastelements
AE in einer Formmaschine ermöglichen.
[0036] Das Formunterteil wird üblicherweise mit einer Vielzahl von Öffnungen bereit gestellt,
wobei die das Formnest bildenden Öffnungen von einem Rahmen RA umgeben sind. Zwischen
dem Rahmen RA des Formunterteils FU und dem Formoberteil FO ist ein Führungsmittel
FM angeordnet, das für eine Ausrichtung des Formunterteils FU relativ zum Formoberteil
FO sorgt.
[0037] Das Führungsmittel FM kann dabei in einzelne Einheiten unterteilt sein, die wie in
Fig. 1 gezeigt, beispielsweise auf zwei gegenüber liegenden Seiten des üblicherweise
rechteckförmigen Rahmens RA angeordnet sind. Zur Verdeutlichung der Funktion des Führungsmittels
FM wird nachfolgend die von den Druckplatten DP aufgespannte Ebene als xy-Ebene bezeichnet.
In senkrechter Richtung dazu, d. h. entlang der Druckstempel DS befindet sich die
z-Richtung. Das Führungsmittel FM ist so ausgebildet, dass sich das Formunterteil
FU gegen das Formoberteil FB geringfügig verkippen kann. Unter Verkippen wird dabei
eine Abweichung von der xy-Ebene verstanden, so dass beim Eintauchen der Druckplatten
DP in die Formnester des Formunterteils FU im Falle eines Verkippens ehemals parallele
Abschnitte des Formoberteils FB und des Formunterteils FU einen Winkel zueinander
aufweisen. Die Verkippung kann dabei nicht nur entlang der x-Richtung oder der y-Richtung
erfolgen, da insbesondere vorgesehen ist, dass auch eine Verkippung bezüglich beider
Richtungen möglich sein soll.
[0038] Eine entsprechend verkippte Anordnung der Vorrichtung VO ist in Fig. 2 gezeigt. Man
erkennt, dass die Anschläge AS, die bei vollständiger Befüllung üblicherweise eine
Begrenzung des Eintauchens der Druckplatten DP in die Formnester des Formunterteils
FU bewirken, nicht gleichzeitig am Rahmen RA bzw. am Formunterteil FU aufliegen. Hierzu
sei bemerkt, dass die in Fig. 2 gewählte Darstellung stark übertrieben ist, da der
Winkel, der zwischen dem verkippten und dem parallelen Zustand ausgebildet wird, sich
im Bereich von ungefähr 1° bewegt.
[0039] In Fig. 3 ist die Vorrichtung VO nochmals in einer Seitenansicht gezeigt. Man erkennt,
dass das Führungsmittel FM nicht zentral mittig am Rahmen RA des Formunterteils FU
bzw. des Formoberteils FB angeordnet sein muss. Desweiteren ist Fig. 3 zu entnehmen,
dass das Führungsmittel FM einen unteren Abschnitt aufweist, in den ein zylindrischer
Führungsstift FS eintauchen kann. Der untere Abschnitt ist dabei als Buchse ausgebildet,
wobei der Führungsstift FS innerhalb der Buchse, die eine zylindrische Innenseite
aufweist, ein gewisses Spiel aufweist. Der Führungsstift FS wird am Formoberteil FB
mittels einer Halterung HA befestigt, wobei der untere Abschnitt des Führungsmittels
FM am Formunterteil FU anschraubbar ist. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine einfache
Nachrüstung bereits bestehender Vorrichtungen VO.
[0040] In Fig. 4 ist die Seitenansicht aus Fig. 3 nochmals von der gegenüber liegenden Seite
gezeigt. Die Anbringung des Führungsmittels FM wird hierbei identisch zur gegenüber
liegenden Seite gewählt, wobei hier auch andere Konfigurationen denkbar sind. Desweiteren
ist eine Befestigungsschraube BF gezeigt, die den Führungsstift FS des Führungsmittels
FM hält. Demnach ist es möglich, beispielsweise nach längerem Betrieb der Vorrichtung
VO einen Führungsstift FS oder mehrere Führungsstifte FS auszuwechseln.
[0041] In Fig. 5 ist in einer schematischen Ansicht nochmals das Verkippen des Formunterteils
FU gegen das Formoberteil FB gezeigt. In dieser schematischen Darstellung sind jeweils
zwei Führungsstifte FS gezeigt, die wie bereits im Zusammenhang mit den Fig. 1 bis
4 beschrieben, außerhalb der Druckstempel DS am Formoberteil FB angebracht sind. Das
Formunterteil, das in Fig. 5 lediglich als untere Auflage UA dargestellt ist, kann,
wie bereits erwähnt, außerhalb des Rahmens RA die Führungsstifte FS aufnehmen. Aufgrund
der gewählten Dimensionierung innerhalb der Durchführung der unteren Auflage UA ist
somit ein Verkippen des Formunterteils FU gegen das Formoberteil FB möglich, das in
Fig. 5 schematisch anhand des Winkels WN eingezeichnet ist. Der Winkel WN kann dabei
weniger als 2° betragen, wobei insbesondere ein Wert von etwa 1° sich als vorteilhaft
herausgestellt hat. Da die Begrenzung des Winkels WN vorteilhafterweise durch die
Dimensionierung des Führungsstiftes FS in der Durchführung innerhalb der unteren Auflage
UA erreicht wird, wird diese in Fig. 5 als Detail A gekennzeichnet, nochmals vergrößert
dargestellt.
[0042] In Fig. 6 ist das Detail A in einer Schnittansicht gezeigt, wobei innerhalb der unteren
Auflage UA eine Buchse BU angedeutet ist, die mit ihren kreiszylindrischen Innenflächen
die kreiszylindrische Außenfläche des Führungsstiftes FS begrenzt. Den Innendurchmesser
der Buchse BU sowie den Außendurchmesser des Führungsstiftes FS kann ohne Schwierigkeiten
bei bekannter Höhe der Buchse BU sowie den Abständen der beiden Führungsstifte FS
zueinander berechnet werden. Um beispielsweise bei einem Abstand von ca. 1,5 m der
beiden Führungsstifte FS zueinander eine Verkippung von weniger als 1° zu erreichen,
kann der Führungsstift mit einem Außendurchmesser von 40 mm in eine 14 mm hohe Buchse
BU eingreifen. Der Innendurchmesser der Buchse BU wird etwa 10 % größer gewählt als
der Außendurchmesser des Führungsstiftes FS, um die gewünschte Verkippung von weniger
als 1° des Winkels WN zu erreichen.
1. Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen in einer Formmaschine, die ein Formoberteil
(FB) mit wenigstens einem Druckstempel (DS) zur Übertragung einer Kraft auf wenigstens
eine Druckplatte (DP) und ein Formunterteil (FU) mit einem wenigstens eine Öffnung
aufweisendem Formnest umfasst, wobei die Druckplatte (DP) in vertikaler Richtung in
die Öffnung des Formnestes in dem Formunterteil (FU) einführbar ist, wobei das Formunterteil
(FU) von einem Rahmen (RA) umgeben ist, der ein mit dem Formoberteil (FB) verbundenes
Führungsmittel (FM) aufweist, das einen entlang der vertikalen Richtung ausgebildeten
länglichen, als kreiszylindrischen Stift (FS) ausgeführten, mit dem Formoberteil (FB)
verbundenen Körper mit zur vertikalen Richtung wenigstens abschnittsweise parallelen
Seitenlinien umfasst, der in eine zumindest teilweise korrespondierende Durchführung,
die eine am Rahmen (RA) angeordnete mit einer kreiszylindrischen Innenfläche versehene
Buchse (BU) ist, eingreift und so ausgebildet ist, dass das Formunterteil (FU) gegen
das Formoberteil (FB) aus der vertikalen Richtung während des Eingreifens der Druckplatten
(DP) in die Öffnungen des Formnests verkippen kann, dadurch gekennzeichnet, dass der der längliche Körper und die Durchführung Abmessungen aufweisen, die so gewählt
sind, dass ein Maximalwert der Verkippung des Formunterteils (FU) gegen das Formoberteil
(FB) vorgegeben ist, und dass der Außendurchmesser des kreiszylindrischen Stifts (FS)
in Abhängigkeit einer Höhe der Buchse (BU) entlang der vertikalen Richtung und einem
Innendurchmesser der am Rahmen (RA) angeordneten Buchse (BU) gewählt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das Führungsmittel (FM) auf jeweils zwei gegenüber
liegenden Seiten des Rahmens (RA) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, bei der das Formunterteil (FU) gegen
das Formoberteil (FB) um einen Winkel (WN) kippbar ist, der im Bereich von weniger
als 2° liegt und insbesondere ungefähr 1° beträgt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der der Führungsstift (FS) und/oder
die Buchse (BU) austauschbar in dem Führungsmittel (FM) befestigt sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der das Führungsmittel (FM) an den
Rahmen (RA) des Formunterteils (FU) seitlich außerhalb des Formnests und außerhalb
der Druckstempel (DS) seitlich des Formoberteils (FB) anschraubbar ist.
1. Device for producing concrete moldings in a molding machine, which comprises an upper
mold part (FB) having at least one pressure ram (DS) for transmitting a force to at
least one pressure plate (DP), and a lower mold part (FU) having a mold cavity that
has at least one opening, it being possible for the pressure plate (DP) to be introduced
in the vertical direction into the opening in the mold cavity in the lower mold part
(FU), the lower mold part (FU) being surrounded by a frame (RA) which has a guide
means (FM) that is connected to the upper mold part (FB) and comprises an elongate
body which is formed in the vertical direction, is designed as a circular-cylindrical
pin (FS), is connected to the upper mold part (FB) and has side lines which are at
least partially parallel to the vertical direction, which body engages in an at least
partially corresponding feed-through, which is a bushing (BU) that is arranged on
the frame (RA) and is provided with a circular-cylindrical inner surface, and is designed
such that the lower mold part (FU) can tilt relative to the upper mold part (FB) from
the vertical direction during the engagement of the pressure plates (DP) into the
openings in the mold cavity, characterized in that the elongate body and the feed-through have dimensions which are selected such that
a maximum value of the tilt of the lower mold part (FU) relative to the upper mold
part (FB) is specified, and that the outer diameter of the circular-cylindrical pin
(FS) is selected on the basis of a height of the bushing (BU) in the vertical direction
and an inner diameter of the bushing (BU) arranged on the frame (RA).
2. Device according to claim 1, wherein the guide means (FM) is arranged on two opposite
sides of the frame (RA).
3. Device according to either claim 1 or claim 2, wherein the lower mold part (FU) can
be tilted relative to the upper mold part (FB) by an angle (WN) which is in the range
of less than 2° and in particular is approximately 1°.
4. Device according to any of claims 1 to 3, wherein the guide pin (FS) and/or the bushing
(BU) are fastened in the guide means (FM) in an exchangeable manner.
5. Device according to any of claims 1 to 4, wherein the guide means (FM) can be screwed
onto the frame (RA) of the lower mold part (FU) laterally outside the mold cavity
and, outside the pressure ram (DS), laterally of the upper mold part (FB).
1. Dispositif de fabrication d'éléments de moulage en béton dans une machine à mouler,
qui comprend une partie de moule supérieure (FB) comportant au moins un tampon de
pression (DS) permettant de transmettre une force sur au moins une plaque de pression
(DP) et une partie de moule inférieure (FU) comportant une cavité de moule présentant
au moins une ouverture, la plaque de pression (DP) pouvant être introduite, dans la
direction verticale, dans l'ouverture de la cavité de moule dans la partie de moule
inférieure (FU), la partie de moule inférieure (FU) étant entourée par un cadre (RA)
qui présente un moyen de guidage (FM) relié à la partie de moule supérieure (FB),
lequel moyen de guidage comprend un corps formé allongé le long de la direction verticale,
conçu comme une broche cylindrique circulaire (FS), relié à la partie de moule supérieure
(FB) et comportant des lignes latérales au moins parallèles à la direction verticale
dans certaines régions, lequel corps vient en prise dans un passage, qui est au moins
partiellement correspondant et qui consiste en une douille (BU) disposée sur le cadre
(RA) et pourvue d'une surface intérieure cylindrique circulaire, et lequel corps est
conçu de telle sorte que la partie de moule inférieure (FU) peut basculer contre la
partie de moule supérieure (FB) depuis la direction verticale lors de la mise en prise
des plaques de pression (DP) dans les ouvertures de la cavité de moule, caractérisé en ce que le corps allongé et le passage présentent des dimensions sélectionnées de telle sorte
qu'une valeur maximale du basculement de la partie de moule inférieure (FU) contre
la partie de moule supérieure (FB) est spécifiée, et que le diamètre extérieur de
la broche cylindrique circulaire (FS) est sélectionné en fonction d'une hauteur de
la douille (BU) le long de la direction verticale et d'un diamètre intérieur de la
douille (BU) disposée sur le cadre (RA).
2. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel le moyen de guidage (FM) est disposé
respectivement sur deux côtés opposés du cadre (RA).
3. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 2, dans lequel la partie de moule inférieure
(FU) peut basculer contre la partie de moule supérieure (FB) d'un angle (WN) situé
dans la plage de moins de 2° et en particulier d'environ 1°.
4. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel la broche de guidage
(FS) et/ou la douille (BU) sont fixées dans le moyen de guidage (FM) de manière interchangeable.
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel le moyen de guidage (FM)
peut être vissé sur le cadre (RA) de la partie de moule inférieure (FU) latéralement
à l'extérieur de la cavité de moule et à l'extérieur des tampons de pression (DS)
latéralement par rapport à la partie de moule supérieure (FB).