[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen.
[0002] Vorrichtungen zur Herstellung von Betonformteilen, wie z. B. Pflastersteinen werden
typischerweise zur maschinellen Fertigung eingesetzt und enthalten eine Formmaschine
mit einer Stempeleinheit und ein als Form ausgebildetes Formunterteil, in das die
Stempeleinheit eingreifen kann. In dem Formunterteil sind üblicherweise ein oder mehrere
Formnester ausgebildet, die nach oben und unten geöffnet sind. Das Formunterteil wird
mit einer unteren Begrenzungsebene eines Steinfelds auf eine horizontale Unterlage
aufgesetzt, die die unteren Öffnungen der Form verschließt. Durch die oberen Öffnungen
werden die Formnester mit Betongemenge befüllt, das anschließend über an der Stempeleinheit
angeordnete Druckplatten gepresst wird, in dem die Druckplatten durch die oberen Öffnungen
in die Formnester eingesenkt werden. Anschließen erfolgt durch Rütteln typischerweise
der Unterlage eine Verfestigung des Betongemenges zu formstabilen Betonformteilen.
Diese werden durch die unteren Öffnungen der Formnester entformt.
[0003] Die Stempeleinheit ist mit einer typischerweise hydraulisch betätigten Vertikalbewegungseinheit
der Formmaschine verbunden und mittels dieser vertikal verfahrbar. Die Verbindung
kann in gebräuchlicher Bauweise über eine Auflasteinheit gegeben sein, die gewöhnlich
mit der Stempeleinheit ein Formoberteil als einheitlich handhabbare Baugruppe bildet.
Mittels eines Anschlags an Stempeln der Stempeleinheit wird eine gleichmäßige Steinhöhe
auch bei unterschiedlicher Verdichtung des Betongemenges erreicht.
[0004] Bei der Konstruktion einer derartigen Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen
kommt insbesondere der Befestigung der Stempeleinheit an dem Formoberteil und an den
Druckplatten besondere Bedeutung zu, da diese die Positionierung der Stempel und eine
stabile Abstützung der Stempel gegen verkippend und/oder tordierend wirkende Kräfte
ermöglichen muss.
[0005] Aus dem allgemeinen Stand der Technik sind Vorrichtungen bekannt, bei denen ein Stempel
mittels einer Schweißverbindung mit einer Anschraubplatte verbunden ist, an die eine
Druckplatte zum leichteren Auswechseln angeschraubt ist.
[0006] So wird zum Beispiel in der
DE 10302693 B3 die Herstellung verdichteter Betonformsteine beschrieben. Diese erfolgt typischerweise
in Formmaschinen, bei welchen eine auf einer Rüttelunterlage aufliegende Form mit
einem oder mehreren Formnestern mit Betonmasse gefüllt wird. In die Formnester werden
von oben Druckplatten eingeführt, welche an unteren Enden von vertikalen Stempeln
befestigt sind. Die Stempel sind an ihren oberen Enden mit einem Stempelträger, üblicherweise
einer stabilen Platte verschweißt. Der Stempelträger wird über einen Maschinenanschluss
während des Rüttelvorgangs nach unten gepresst.
[0007] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen
zu schaffen, die auf einfache und vorteilhafte Weise herstellbare Druckstempel aufweist,
die darüber hinaus auch ohne materialbearbeitende Eingriffe austauschbar sind.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind jeweils Gegenstand der Unteransprüche. Diese können
in technologisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden. Die Beschreibung,
insbesondere im Zusammenhang mit der Zeichnung, charakterisiert und spezifiziert die
Erfindung zusätzlich.
[0009] Gemäß der Erfindung wird eine Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen in
einer Formmaschine geschaffen, die ein Formoberteil mit einer Druckplattenanordnung
mit mehreren jeweils einer Öffnung eines Formnests zugewandten Druckplatten umfasst,
wobei jede der Druckplatten mit einer Zwischenplatte verschraubt ist, wobei die Zwischenplatte
auf der dem Formoberteil zugewandten Seite über wenigstens einen Druckstempel mit
einer Stempelplatte am Formoberteil verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die
Zwischenplatte mit der Stempelplatte verspannt ist, in dem durch eine Aufnahme auf
der Zwischenplatte wenigstens ein Bolzen geführt ist, der in die Stempelplatte lösbar
eingreift, wobei der Druckstempel einen Hohlkörper umfasst, der zwischen der Zwischenplatte
und der Stempelplatte den Bolzen umschließt.
[0010] Somit besteht ein Grundgedanke der Erfindung darin, den Druckstempel als Hohlkörper
auszuführen, in dessem inneren ein Bolzen geführt ist. Der Bolzen ist einerseits lösbar
mit der Zwischenplatte, beispielsweise über eine Verschraubung verbunden. Andererseits
wird der Bolzen durch eine Aufnahme in der Zwischenplatte geführt, so dass zwischen
der Zwischenplatte und der Stempelplatte eine eine Verspannung erzeugende mechanische
Verbindung besteht, wobei der Hohlkörper zur Kraftübertragung zwischen der Stempelplatte
und der Zwischenplatte vorgesehen ist. Demnach wird die bisher im Stand der Technik
vorherrschende Verschweißung von Druckstempeln vermieden, so dass eine lösbare Befestigung
zwischen den einzelnen Komponenten einer Formmaschine geschaffen wird. Dies ermöglicht
eine kostengünstige Fertigung von Formmaschinen und erlaubt darüber hinaus Verschleißteile
oder in Folge einer Umrüstung auf andere Steinformen erforderliche Nachrüstungen auf
einfache Weise durch Austausch der entsprechenden Komponenten vorzunehmen.
[0011] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist die Aufnahme als Einsenkung gebildet,
die entlang einer Richtung senkrecht zur Oberfläche der Zwischenplatte einen stufenförmigen
Querschnitt aufweist.
[0012] Der stufenförmige Querschnitt kann insbesondere dazu vorgesehen sein, eine Befestigungsmöglichkeit
für den Bolzen zu schaffen, so dass sich der Bolzen in axialer Richtung von der Seite
der Druckplatte her gegen die Zwischenplatte abstützen kann. Dies ermöglicht es, auf
der gegenüber liegenden Seite im Bereich der Stempelplatte ein entsprechendes Gegenelement
vorzusehen, so dass die Verspannung zwischen der Zwischenplatte und der Stempelplatte
erreicht wird, wobei der Abstand zwischen den beiden Platten durch den Hohlkörper
festgelegt ist.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der stufenförmige Querschnitt
auf der der Stempelplatte zugewandten Seite der Zwischenplatte eine erste Innenabmessung
auf, die einer Außenabmessung des Bolzens entspricht.
[0014] Um den Bolzen durch die Zwischenplatte führen zu können, ist es demnach vorgesehen,
den stufenförmigen Querschnitt der Aufnahme so zu wählen, dass der Bolzen durch die
Zwischenplatte durchführbar ist.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der stufenförmige Querschnitt
auf der der Druckplatte zugewandten Seite der Zwischenplatte eine zweite Innenabmessung
auf, die größer als die erste Innenabmessung gewählt ist.
[0016] Der stufenförmige Querschnitt setzt sich nun in Richtung der Druckplatte so fort,
dass eine Aufweitung des Querschnitts erfolgt, die durch eine zweite Innenabmessung
charakterisiert wird.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist im Bereich der zweiten Innenabmessung
in der Zwischenplatte ein am Bolzen angebrachter Schraubenkopf einbringbar, der auf
der der Druckplatte zugewandten Seite unterhalb der Oberfläche der Zwischenplatte
angeordnet ist.
[0018] Der stufenförmige Querschnitt ist somit geeignet, einen am Ende des Bolzens angebrachten
Schraubenkopf, der beispielsweise als Sechskant, Schlitzschraubenkopf oder dergleichen
ausgeführt sein kann, so unterzubringen, dass die darüber liegende Druckplatt diesen
vollständig überdeckt und auf der Oberfläche der Zwischenplatte aufliegt. Die Verwendung
eines Schraubenkopfes am Ende des Bolzens stellt eine einfache Möglichkeit dar, die
gewünschte Verspannung zwischen der Zwischenplatte und der Stempelplatte zu erzeugen.
[0019] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist im Bereich der zweiten Innenabmessung
in der Zwischenplatte eine in ein Außengewinde des Bolzens eingreifende Mutter einbringbar,
die auf der der Druckplatte zugewandten Seite unterhalb der Oberfläche der Zwischenplatte
angeordnet ist.
[0020] Im Gegensatz zum vorherigen Ausführungsbeispiel wird hier der Bolzen nicht mit einem
Schraubenkopf versehen sondern kann beispielsweise als Gewindestange bereit gestellt
werden, in die im Bereich der zweiten Innenabmessung eine Mutter in Eingriff gebracht
wird. Auch gemäß dieser Vorgehensweise ist eine Verspannung zwischen Stempelplatte
und Zwischenplatte möglich.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Hohlkörper als Hohlzylinder
ausgebildet, dessen Oberkante und dessen Unterkante in axialer Richtung planparallel
zueinander ausgerichtet sind.
[0022] Um eine möglichst gleichförmige und spannungsfreie Kraftübertragung der Auflasteinheit
zu den Druckplatten zu ermöglichen, ist es vorteilhaft, dass die Seitenflächen des
Hohlzylinders planparallel zueinander ausgerichtet sind, wobei es im Rahmen der Erfindung
auch vorgesehen sein kann, die Seitenflächen an der Oberkante bzw. der Unterkante
lediglich abschnittsweise parallel zueinander auszurichten, so dass beispielsweise
einzelne Vorsprünge gebildet werden, deren Lücken nicht notwendigerweise parallel
ausgebildet sein müssen.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Bolzen mit einem kreisrunden
Querschnitt ausgebildet.
[0024] Ein möglichst einfacher Aufbau der Vorrichtung wird erreicht, in dem der Bolzen mit
einem kreisrunden Querschnitt bereit gestellt wird. Im Rahmen der Erfindung ist es
aber auch möglich, den Bolzen zumindest abschnittsweise mit einzelnen vom kreisrunden
Querschnitt abweichenden Segmenten auszustatten, die beispielsweise als Führung in
dem Hohlkörper verwendet werden können.
[0025] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Bolzen im Bereich seines
der Stempelplatte zugewandten Endes mit einem Außengewinde versehen.
[0026] Diese Vorgehensweise ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn auf der Zwischenplatte
der Bolzen mit einem Schraubenkopf ausgeführt ist. Demnach kann auf Seiten der Stempelplatte
an dem Außengewinde eine Mutter befestigt werden, so dass die Zwischenplatte sich
über den Hohlkörper abstützend an der Stempelplatte mittels einer Verschraubung befestigt
wird. Wie bereits erwähnt, ist es aber auch möglich, auf der Seite der Zwischenplatte
eine Mutter vorzusehen und den Schraubenkopf beispielsweise von Seiten der Stempelplatte
einzuführen, sofern die Auflasteinheit in diesem Bereich genügend Platz für eine Durchführung
einer Schraube ermöglichen sollte.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind für jede Zwischenplatte eine
Vielzahl von Bolzen und Hohlkörpern vorgesehen.
[0028] Diese Vorgehensweise ermöglicht eine stabile Befestigung der Zwischenplatte an der
Stempelplatte, wobei die Anzahl der Bolzen und Hohlkörper je nach zu erwartender mechanischer
Beanspruchung entsprechend gewählt wird. So kann es beispielsweise vorgesehen sein,
die Zwischenplatte mit einer im Wesentlichen rechteckigen Grundfläche auszuführen,
wobei an den beiden längeren Seiten jeweils zwei oder mehr Bolzen und Hohlkörper angeordnet
sind.
[0029] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst die Zwischenplatte Öffnungen,
über die ein Befestigungselement durchführbar ist, um eine Verschraubung mit der Druckplatte
durchzuführen.
[0030] Um die Druckplatte mit der Zwischenplatte zu befestigen, wird gemäß dieser Vorgehensweise
ein Befestigungselement durch entsprechende Öffnungen durchgeführt, um eine Verschraubung
vornehmen zu können. Dabei kann das Befestigungselement beispielsweise als Gewindestange
mit dazu gehöriger Mutter ausgeführt sein.
[0031] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Zwischenplatte einstückig
gebildet.
[0032] Die Zwischenplatte wird vorteilhafterweise zusammen mit den Öffnungen bzw. den Aufnahmen
für die Bolzen aus einem Stück gefertigt, so dass zum einen Fertigungskosten reduziert
werden können, aber zum anderen auch ein stabiler Aufbau erreicht wird.
[0033] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung bildet der Außenumfang der Zwischenplatte
zusammen mit Innenflächen der Aufnahmen und den Öffnungen eine geschlossene Kurve.
[0034] Demnach ist es vorgesehen, dass die Aufnahmen bzw. die Öffnungen in der Zwischenplatte
nicht als isolierte Löcher ausgebildet werden, sondern entlang des Außenumfangs entlang
einer einzigen geschlossenen Kurve abgefahren werden können. Dies ermöglicht es, die
Zwischenplatte gemäß der Erfindung in einem einzigen Bearbeitungsschritt beispielsweise
durch ein Laserschneidverfahren, aus einem plattenförmigen Grundkörper herzustellen.
Nach Beendigung des Ausbildens der Außenkontur der Zwischenplatte muss anschließend
lediglich eine Nachbearbeitung zur Ausbildung des stufenförmigen Querschnitts vorgenommen
werden, wobei dieser Bearbeitungsschritt jedoch keine großen Anforderungen an die
einzuhaltenden Fertigungstoleranzen stellt, da der Abstand zwischen der Zwischenplatte
und der Stempelplatte durch die Hohlkörper gegeben ist und im Bereich der zweiten
Innenabmessungen lediglich Platz für einen Schraubenkopf bzw. eine Mutter geschaffen
werden muss.
[0035] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die Aufnahmen und die Öffnungen
in der Zwischenplatte vom Außenrand der Zwischenplatte nach innen versetzt, wobei
die Aufnahmen und die Öffnungen in Richtung des Außenrands weisende Aussparungen aufweisen.
[0036] Die in Form von Bohrlöchern vorgesehenen Aufnahmen bzw. Öffnungen können zum einen
direkt am Außenrand der Zwischenplatte gebildet sein, wobei es mit dem soeben beschriebenen
Laserschneidverfahren auch vorgesehen ist, die entsprechenden Löcher für die Aufnahmen
und Öffnungen weiter vom Außenrand der Zwischenplatte entfernt auszubilden, in dem
vom Außenrand zu den Öffnungen bzw. Aufnahmen entsprechende Aussparungen gebildet
werden. Dies ermöglicht es, die Querschnittsfläche der Hohlkörper zu vergrößern, so
dass der über die Hohlkörper und Bolzen gebildete Druckstempel eine hohe Stabilität
aufweist.
[0037] Nachfolgend werden einige Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen gemäß einer Ausführungsform der
Erfindung in einer perspektivischen Seitenansicht,
- Fig. 2
- die Vorrichtung aus Fig. 1 in einer weiteren perspektivischen Seitenansicht,
- Fig. 3
- Teile der Vorrichtung aus Fig. 1 in einer perspektivischen Seitenansicht,
- Fig. 4
- Teile der Vorrichtung aus Fig. 1 in einer weiteren perspektivischen Seitenansicht,
- Fig. 5
- Teile der Vorrichtung aus Fig. 1 in einer weiteren perspektivischen Seitenansicht,
- Fig. 6
- Teile der Vorrichtung aus Fig. 1 in einer weiteren perspektivischen Seitenansicht,
- Fig. 7
- ein Druckstempel zur Verwendung in einer Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen
nach dem Stand der Technik in einer perspektivischen Seitenansicht,
- Fig. 8
- den Druckstempel aus Fig. 7 in einer perspektivischen Seitenansicht mit angeschraubter
Druckplatte.
[0038] In den Figuren sind gleiche oder funktional gleich wirkende Bauteile mit den gleichen
Bezugszeichen versehen.
[0039] In Fig. 1 ist eine Vorrichtung VO gezeigt, die zur Herstellung von Betonformteilen
in einer Formmaschine geeignet ist. Die Vorrichtung VO weist eine auswechselbar angeordnete
Form auf, die durch ein nicht in Fig. 1 gezeigtes Formunterteil und einem Formoberteil
FB gebildet wird. Das Formunterteil weist auf fachübliche Weise ein Formnest auf,
das über eine entsprechend gewählte Anzahl von Öffnungen verfügt, so dass Betonformteile
in der gewünschten Anzahl bzw. Größe mit der Vorrichtung VO herstellbar sind. Das
Formoberteil FB weist eine Vielzahl von Druckplatten DP auf, wobei jede Druckplatte
DP mit einer der Öffnungen korrespondiert. Die Druckplatten DP sind jeweils über eine
Vielzahl von Druckstempeln DS mit einer Stempelplatte ST verbunden.
[0040] Oberhalb der Stempelplatte ST ist eine Auflasteinrichtung AE vorgesehen, die über
die Druckstempel DS ein in die Öffnungen des Formnests eingebrachtes Betongemenge
als Füllmaterial entsprechend komprimieren kann. Zwischen der Druckplatte DP und den
Druckstempeln DS ist eine Zwischenplatte ZW angeordnet, auf der die Druckplatten DP
lösbar befestigt sind, so dass bei Bedarf die entsprechende Druckplatte leicht wechselbar
ist.
[0041] In Fig. 2 ist in einer weiteren perspektivischen Seitenansicht die Vorrichtung VO
nochmals aus einem anderen Blickwinkel dargestellt, wobei nun nicht mehr wie in Fig.
1 die Vorrichtung von der Unterseite mit den dort angeordneten Druckplatten DP gezeigt
ist, sondern von schräg oben auf die Zwischenplatten ZW geblickt wird. Zur Befestigung
der Druckplatten DP an den Zwischenplatten ZW sind Befestigungselemente BE vorgesehen,
die beispielsweise mittels einer Mutter und einer Gewindestange, die durch die Zwischenplatte
ZW geführt ist und an ihrem anderen Ende mit der Druckplatte DP verbunden ist, lösbar
verschraubt werden. Wie nachfolgend noch erläutert werden wird, können dabei mehrere
Befestigungselemente BE für eine einzelne Druckplatte DP vorgesehen sein. Das Auflastelement
AE weist auf seiner Oberseite Befestigungsschienen BS auf, die zusammen mit weiteren
Elementen, die jedoch nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind, eine Aufnahme
des Auflastelements in einer Formmaschine ermöglichen.
[0042] Zwischen der Stempelplatte ST und der Zwischenplatte ZW sind die Druckstempel DS
angeordnet, deren Aufbau nachfolgend unter Bezugnahme auf Fig. 3 näher erläutert wird.
[0043] In Fig. 3 ist in perspektivischer Seitenansicht die Befestigung der Druckstempel
DS auf der Zwischenplatte ZW gezeigt. Die Zwischenplatte ZW ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel
mit vier Druckstempeln DS versehen, die jeweils aus einem Bolzen BO und einem den
Bolzen BO umgebenden Hohlkörper HO ausgeführt sind. Die Hohlkörper HO sind in dem
gezeigten Beispiel als Hohlzylinder ausgeführt, deren Innendurchmesser dem kreisrunden
Querschnitt des Bolzens BO so angepaßt ist, dass die Hohlkörper HO über die Bolzen
BO geführt werden können.
[0044] In axialer Richtung ist der Hohlkörper HO zwischen seiner Oberkante OK und seiner
Unterkante UK mit einer Länge ausgeführt, die kürzer als die des Bolzens BO gewählt
ist. Demnach ist es möglich, dass der Bolzen sowohl über die Oberkante OK als auch
die Unterkante UK hinaus ragt, so dass ein dort angebrachtes Außengewinde AG zur Verschraubung
mit der Stempelplatte ST bzw. der Zwischenplatte ZW genutzt werden kann.
[0045] Demnach werden die Druckstempel DS in der Ausführungsform der Fig. 3 durch die Hohlkörper
HO gebildet, die zusammen mit den Bolzen BO eine Befestigung sowohl in Richtung des
Formoberteils FB als auch nach unten in Richtung der Druckplatten DP schaffen.
[0046] Um die Übertragung der Druckkräfte beim Absenken des Formoberteils FB möglichst gleichmäßig
auf die Druckplatten DP übertragen zu können, ist es insbesondere vorgesehen, dass
die Seitenflächen der Hohlkörper HO im Bereich der Oberkante OK und der Unterkante
UK planparallel zueinander ausgeführt sind, so dass eine über die Auflasteinheit AE
von oben eingeführte senkrecht wirkende Kraft spannungsfrei an die Druckplatten DP
übertragen wird.
[0047] In Fig. 4 ist die in Fig. 3 gezeigte Ausführungsform nochmals dargestellt, wobei
zur besseren Erläuterung ein Hohlkörper HO entfernt ist. Man erkennt, dass auf den
Bolzen BO das Außengewinde AG nicht zwingend über die gesamte Außenseite geführt sein
muss. Desweiteren ist der Fig. 4 zu entnehmen, dass die Zwischenplatte ZW auf der
den Druckstempeln DS zugewandten Seite eine Aufnahme AN aufweist, die mit einer ersten
Innenabmessung IA1 ausgestaltet ist, die der Außenabmessung des Bolzens BO angepaßt
ist, so dass der Bolzen BO durch die Aufnahme AN in die Zwischenplatte ZW eingeführt
werden kann. Wie nachfolgend erläutert wird, kann eine Abstützung des Bolzens BO in
der Aufnahme AN von der der Druckplatte DP zugewandten Seite her erfolgen.
[0048] In Fig. 5 ist die erfindungsgemäße Vorrichtung gezeigt, bei der die Druckplatte DP
über die Befestigungseinrichtung BE mit der Zwischenplatte ZW verbunden ist. Die im
Bereich der Oberkante OK überstehenden Teile des Außengewindes AG eines Bolzens BO
können in entsprechende Befestigungen an der Stempelplatte ST eingreifen, so dass
über die Bolzen BO eine Verspannung der Zwischenplatte ZW gegen die Stempelplatte
ST durchgeführt werden kann. Der Abstand zwischen der Stempelplatte ST und der Zwischenplatte
ZW und folglich auch zur Druckplatte DP kann über die Hohlkörper HO festgelegt werden,
so dass die erfindungsgemäße Vorrichtung sowohl im Falle eines Verschleißes als auch
bei Umrüsten einer Formmaschine ohne größeren Aufwand umrüstbar ist. Desweiteren ist
in Fig. 5 zu erkennen, dass die Befestigung der Druckplatte DP über das Befestigungselement
BE erfolgt, das in dem gezeigten Beispiel von einer Gewindestange GS und einer Mutter
MU gebildet wird.
[0049] In Fig. 6 ist eine Ansicht der Zwischenplatte ZW von der der Druckplatte DP zugewandten
Seite gezeigt. Man erkennt, dass sowohl die für die Befestigung der Zwischenplatte
ZW mit den Bolzen BO vorgesehenen Aufnahmen AN als auch die Öffnung OE, die zur Durchführung
der Gewindestange GS dient, jeweils mit Aussparungen AU versehen sind. Demnach wird
die Zwischenplatte ZW mit einem Außenumfang gebildet, der zusammen mit den Innenflächen
der Aufnahmen AN und den Öffnungen OE eine geschlossene Kurve bildet. Somit ist es
möglich, die in Fig. 6 gezeigte Zwischenplatte ZW mit einer einzigen Schneidlinie
aus einem flächenhaften Block herzustellen.
[0050] Dazu kann insbesondere ein entsprechend vorbearbeiteter Metallkörper verwendet werden,
der über entsprechende planparallele Hauptflächen verfügt und mittels eines Laserschneidverfahrens
in einem einzigen Arbeitsschritt mit den entsprechenden Aufnahmen AN bzw. den Öffnungen
OE versehen wird. In einem Nachbearbeitungsschritt wird anschließend der stufenförmige
Querschnitt der Aufnahme AN in der Zwischenplatte ZW gebildet, so dass auf der der
Druckplatte DP zugewandten Seite der Zwischenplatte ZW eine zweite Innenabmessung
IA2 entsteht, die größer als die erste Innenabmessung IA1 gewählt ist. Somit kann
im Bereich dieser stufenförmigen Einsenkung ein Schraubenkopf oder eine Mutter eingebracht
werden, mit der der Bolzen BO an seinem Außengewinde AG verschraubt wird, um die Zwischenplatte
ZW gegen die Hohlkörper HO zu verspannen.
[0051] Im Vergleich dazu ist in Fig. 7 nochmals ein Druckstempel nach dem Stand der Technik
gezeigt. Hier wird der Druckstempel DS üblicherweise als rohrförmige Verbindung zwischen
einer oberen Anschraubplatte AP1 und einer unteren Anschraubplatte AP2 in eine dort
vorgesehen Öffnung eingebracht und mittels einer Schweißnaht SW permanent mit den
Anschraubplatten AP1 und AP2 verbunden. Die obere Anschraubplatte AP1 weist wiederum
entsprechende Öffnungen auf, über die Schrauben SC in die Stempelplatte ST eingreifen
können. Die Verschraubung der Druckplatten DP erfolgt analog zu der im Rahmen der
Erfindung vorgesehenen Weise über Befestigungselemente BE, wie in Fig. 8 gezeigt ist.
[0052] Sofern das Lochbild der oberen Anschraubplatte AP1, durch die die Schraube SC geführt
wird, mit der Lage der Bolzen BO gemäß der Erfindung übereinstimmt, läßt sich auch
eine bereits bestehende Formmaschine mit der erfindungsgemäßen Lösung nachrüsten.
[0053] Die vorstehend und die in den Ansprüchen angegebenen sowie die den Abbildungen entnehmbaren
Merkmale sind sowohl einzeln als auch in verschiedener Kombination vorteilhaft realisierbar.
Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern
im Rahmen fachmännischen Könnens in mancherlei Weise abwandelbar.
1. Vorrichtung zur Herstellung von Betonformteilen in einer Formmaschine, die ein Formoberteil
mit einer Druckplattenanordnung mit mehreren jeweils einer Öffnung eines Formnests
zugewandten Druckplatten umfasst, wobei jede der Druckplatten mit einer Zwischenplatte
verschraubt ist, wobei die Zwischenplatte auf der dem Formoberteil zugewandten Seite
über wenigstens einen Druckstempel mit einer Stempelplatte am Formoberteil verbunden
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenplatte mit der Stempelplatte verspannt ist, in dem durch eine Aufnahme
auf der Zwischenplatte wenigstens ein verschraubbarer Bolzen geführt ist, der in die
Zwischenplatte lösbar eingreift und der zwischen der Zwischenplatte und der Stempelplatte
einen Hohlkörper aufweist, der den Bolzen umschließt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Aufnahme als Einsenkung gebildet ist, die
entlang einer Richtung senkrecht zur Oberfläche der Zwischenplatte einen stufenförmigen
Querschnitt aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, bei der der stufenförmige Querschnitt auf der der Stempelplatte
zugewandten Seite der Zwischenplatte eine erste Innenabmessung aufweist, die einer
Außenabmessung des Bolzens entspricht.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, bei der der stufenförmige Querschnitt auf der der Druckplatte
zugewandten Seite der Zwischenplatte eine zweite Innenabmessung aufweist, die größer
als die erste Innenabmessung gewählt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der im Bereich der zweiten Innenabmessung in der
Zwischenplatte ein am Bolzen angebrachter Schraubenkopf einbringbar ist, der auf der
der Druckplatte zugewandten Seite unterhalb der Oberfläche der Zwischenplatte angeordnet
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der im Bereich der zweiten Innenabmessung in der
Zwischenplatte eine in ein Außengewinde des Bolzens eingreifende Mutter einbringbar
ist, die auf der der Druckplatte zugewandten Seite unterhalb der Oberfläche der Zwischenplatte
angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der der Hohlkörper als Hohlzylinder
ausgebildet ist, dessen Oberkante und dessen Unterkante in axialer Richtung planparallel
zueinander ausgerichtet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der Bolzen mit einem kreisrunden
Querschnitt ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, bei der der Bolzen im Bereich seines der Stempelplatte
zugewandten Endes mit einem Außengewinde versehen ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei der für jede Zwischenplatte eine
Vielzahl von Bolzen und Hohlkörpern vorgesehen sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei der die Zwischenplatte Öffnungen
umfasst, über die ein Befestigungselement durchführbar ist, um eine Verschraubung
mit der Druckplatte durchzuführen.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei der die Zwischenplatte einstückig
gebildet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei der der Außenumfang der Zwischenplatte
zusammen mit Innenflächen der Aufnahmen und den Öffnungen eine geschlossene Kurve
bildet.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, bei der die Aufnahmen und die Öffnungen in der Zwischenplatte
vom Außenrand der Zwischenplatte nach innen versetzt sind, wobei die Aufnahmen und
die Öffnungen in Richtung des Außenrands weisende Aussparungen aufweisen.