GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung betrifft eine Schneidanlage gemäß Patentanspruch 1 sowie ein Verfahren
für eine Schneidanlage gemäß Patentanspruch 10.
STAND DER TECHNIK
[0002] Schneidmaschinen zur Herstellung geometrischer Werkstücke wie beispielsweise Würfel,
Quader oder Prismen sind bekannt. Üblicherweise werden eine Mehrzahl bzw. eine Vielzahl
von Werkstücken aus einem Rohling hergestellt. Der Rohling ist üblicherweise quaderformartig
oder unförmig ausgebildet. Zur Herstellung der Werkstücke wird der Rohling zuerst
scheibenförmig zerlegt oder eingeschnitten. Diese Scheiben werden wiederum in Stäbe
zerlegt oder eingeschnitten. Schließlich werden die Stäbe in kleinere Elementabschnitte
getrennt bzw. gekappt, d.h. die Werkstücke erhalten in diesem Schritt ihre zur weiteren
Bearbeitung, bspw. Polieren, entsprechende Länge.
[0003] Die Herstellung der Scheiben und Stäbe erfolgt üblicherweise mittels Mehrblattsägen,
welche an ihrer Spindelwelle eine Mehrzahl von Sägeblättern aufweisen. Die Teilung
der einzelnen Stäbe erfolgt ebenfalls mittels der Mehrblattsäge.
[0004] Zwischen den spanenden Arbeitsschritten liegen weitere Arbeitsschritte, welche der
Anordnung und Ausrichtung der Scheiben und Stäbe dienen. So werden bspw. diese Stäbe
einzeln auf einer Haltevorrichtung, welche auch als Klebeband ausgebildet sein kann,
üblicherweise manuell appliziert. Dabei sind die Stäbe zu einer Längsrichtung der
Haltevorrichtung in ihrer Längserstreckung senkrecht angeordnet.
[0005] Somit ist es die Aufgabe der Erfindung eine Schneidanlage zur effizienten Herstellung
von Werkstücken, wie bspw. Würfel, Quader oder Prismen, bereitzustellen, sowie ein
Verfahren für eine Schneidanlage anzugeben.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Schneidanlage mit den Merkmalen das Patentanspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen und nichttrivialen Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der weiteren Ansprüche.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0007] Die erfindungsgemäße Schneidanlage, welche sich in Richtung einer sich horizontal
entlang ihrer Breite erstreckenden ersten Anlagenachse, einer sich vertikal zur ersten
Anlagenachse erstreckenden zweiten Anlagenachse und einer sich entlang ihrer Tiefe
orthogonal zur ersten Anlagenachse und zweiten Anlagenachse erstreckende dritte Anlagenachse
erstreckend ausgebildet ist, weist einen Träger auf. Am Träger ist ein Werkzeug aufgenommen,
dessen Arbeitsrichtung in Richtung der ersten Anlagenachse erfolgt. Ein weiteres Werkzeug,
dessen Arbeitsrichtung ebenfalls in Richtung der ersten Anlagenachse erfolgt, ist
ebenfalls am Träger aufgenommen. Beide Werkzeuge dienen einer Bearbeitung eines Rohlings.
Die Werkzeuge sind seriell in Richtung der ersten Anlagenachse angeordnet. Die Schneidanlage
weist ein am Träger entlang der ersten Anlagenachse und der zweiten Anlagenachse bewegbar
aufgenommenes Trägerelement auf, wobei das Trägerelement zur Halterung des Rohlings
vorgesehen ist, und wobei das Trägerelement um die zweite Anlagenachse verdrehbar
bzw. rotierbar ist.
[0008] Unter der Arbeitsrichtung ist hier die während der Bearbeitung des Rohlings bzw.
des Halbzeugs erforderliche Relativbewegung zwischen dem Rohling und dem Werkzeug
zu verstehen.
[0009] Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Schneidanlage lassen sich die zahlreichen Verfahrensschritte
zur Herstellung von Werkstücken in Form von Würfel, Quader oder Prismen reduzieren.
Die grundsätzlichen Bearbeitungsschritte zur Herstellung der Werkstücke aus dem Rohling
gliedern sich in einer Einbringung eines gitterartigen Einschnitts in den Rohling
und einen Schnitt quer zum Einschnitt, einem Kappen. Durch den gitterartigen Einschnitt
liegt eine Mehrzahl von Stäben vor, welche, da der gitterartige Einschnitt den Rohling
nicht vollständig durchdringt, über einen Kern des Rohlings, miteinander verbunden
sind. Durch das Kappen werden die Stäbe quer zu ihrer Erstreckungsrichtung zur Herbeiführung
der Werkstücke durchtrennt.
[0010] Die erfindungsgemäße Schneidanlage bietet den Vorteil, dass der Rohling, welcher
auf dem Trägerelement positioniert ist, mit Hilfe des bewegbaren Trägerelements von
Werkzeug zu Werkzeug transportiert werden kann. Mit anderen Worten, es wird der Rohling
zu Beginn des Bearbeitungsprozesses am Trägerelement fixiert und wird auf dem Trägerelement,
möglicherweise vollständig automatisiert, den Werkzeugen zur Bearbeitung zugeführt.
Den Rohling bzw. ein Halbzeug den Werkzeugen zuzuführen ist wesentlich einfacher zu
handhaben als die Werkzeuge dem Rohling bzw. Halbzeug zuzuführen.
[0011] Da das Trägerelement um die zweite Anlagenachse verdrehbar bzw. rotierbar ist, besteht
die Möglichkeit den gitterartigen Einschnitt durch Verdrehen des Trägerelementes nach
einem ersten Einschnitt mit demselben Werkzeug, welches üblicherweise als Mehrblattsäge
ausgebildet ist, herbeizuführen. Je nach erforderlichem Werkstückquerschnitt, kann
das Trägerelement um einen beliebigen Winkel verdreht werden.
[0012] Ein weiterer Vorteil ist, dass der Rohling relativ zu den Arbeitsrichtungen der Werkzeuge
eine exakte Positionierung aufweist, da er am Träger, welcher die Werkzeuge trägt,
mit Hilfe des Trägerelementes aufgenommen ist. Die Positionierung des Trägerelementes
erfolgt entlang einer relativ zu den Arbeitsrichtungen festgelegten ersten und zweiten
Anlagenachse. Somit sind Fehlpositionierungen, wie sie bspw. durch manuelle Entnahme
und Einfügung des Rohlings nach Bearbeitungsschritten im für den nächsten Bearbeitungsschritt
relevanten Werkzeug ausgeschlossen. Das bedeutet, dass die zwischen den Bearbeitungsschritten
erforderlichen weiteren Verfahrensschritte wie bspw. manuelles Sortieren und Fixieren
von Stäben und/oder Scheiben entfallen.
[0013] Des Weiteren können auch mehrere Rohlinge auf dem Trägerelement angeordnet sein,
wodurch eine effiziente Nutzung der Werkzeuge herbeigeführt werden kann.
[0014] In einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Schneidanlage sind zur Bewegung des
Trägerelementes in Richtung der ersten Anlagenachse eine erste Linearachse sich in
Richtung der ersten Anlagenachse erstreckend und zur Bewegung des Trägerelementes
in Richtung der zweiten Anlagenachse eine zweite Linearachse sich in Richtung der
zweiten Anlagenachse erstreckend am Träger ausgebildet. Der Vorteil der am Träger
ausgebildeten Linearachsen ist, dass eine Bewegung des Trägerelementes in Richtung
der Linearachsen richtungstreu, d.h. ohne Abweichung von der Richtung, ist. Somit
sind bspw. bei der Bewegung entlang der zweiten Linearachse exakte Schnitte im Rohling
ausgebildet.
[0015] In einer weiteren Ausgestaltung ist am Träger ein zusätzliches Werkzeug aufgenommen.
Somit kann ein weiterer Bearbeitungsschritt mit Hilfe des zusätzlichen Werkzeugs durchgeführt
werden. Ist dieses Werkzeug bspw. in Form einer Kappsäge ausgebildet, werden erste
Kappschnitte mit dem als Kappsäge ausgebildeten weiteren Werkzeug durchgeführt und
zweite Kappschnitte mit dem zusätzlichen Werkzeug. Der die Stäbe aufweisende Rohling
wird mit Hilfe der ersten Linearachse zuerst zur Bearbeitung mit dem weiteren Werkzeug
entsprechend angeordnet. Danach wird er entlang der ersten Linearachse zur weiteren
Bearbeitung mit dem zusätzlichen Werkzeug am Träger bewegt. Somit können in einer
Linie mehrere Kappschnitte erzielt werden.
[0016] In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Schneidanlage weist das zusätzliche
Werkzeug eine Arbeitsrichtung in Richtung der ersten Anlagenachse auf. Sofern das
zusätzliche Werkzeug in Form einer Mehrblattsäge ausgebildet ist, kann das zusätzliche
Werkzeug dem Werkzeug unmittelbar vor- oder nachgeschaltet seriell am Träger angeordnet
sein. Der Vorteil ist, dass der erste Einschnitt bzw. ein erstes Schnittpaket, durch
das Werkzeug herbeigeführt wird und daran anschließend das Trägerelement mit dem das
erste Schnittpaket aufweisende Rohling um die zweite Anlagenachse verdreht wird und
zur Bearbeitung am zusätzlichen Werkzeug positioniert wird. Mit Hilfe des zusätzlichen
Werkzeugs wird ein zweiter Einschnitt bzw. ein zweites Schnittpaket, welches quer
zum ersten Schnittpaket liegt, im Rohling herbeigeführt.
[0017] Ein wesentlicher Vorteil des zusätzlichen Werkzeugs ist darin zu sehen, dass ein
zwischen den einzelnen Sägeblättern der Mehrblattsäge des Werkzeugs vorliegender erster
Abstand von einem zwischen den einzelnen Sägeblättern der Mehrblattsäge des zusätzlichen
Werkzeugs zweiten Abstand abweicht und somit auf einfache Weise, ohne das Werkzeug
am Träger auszutauschen, von einem Würfel abweichende Werkstücke erzeugt werden können.
[0018] In einer weiteren Ausgestaltung ist das Trägerelement eine Trägerplatte zur fixierten
Aufnahme des Rohlings aufweisend ausgebildet. Der Vorteil ist in einer verbesserten
Handhabung zu sehen, da die Trägerplatte unabhängig vom Trägerelement außerhalb der
Schneidanlage bestückt werden kann.
[0019] In einer weiteren Ausgestaltung ist ein Behältnis die Trägerplatte aufnehmend ausgebildet,
wobei stromab des Behältnisses ein durchströmbares Sieb am Träger fixiert ist, dessen
Durchströmöffnungen kleiner sind, als aus dem Rohling hergestellte Werkstücke. Somit
können vorteilhafterweise die erzeugten Werkstücke mit einem Kühl- und Schmiermittel
aus dem Werkzeug, insbesondere der Kappsäge, vom Werkzeug weg und abgeführt werden,
wobei sie sich im Behältnis ansammeln. Mittels des Siebes kann dennoch zur Vermeidung
einer Überflutung des Behältnisses das Kühl- und Schmiermittel abgeführt werden.
[0020] Vorteilhaft ist eine Anordnung eines zweiten Behältnisses, welches im Abfluss seriell
zum ersten Behältnis positioniert ist, da somit bei einer vollständigen Befüllung
des ersten Behältnisses dieses der Schneidanlage entnommen werden kann und die Werkstücke
in das zweite Behältnis fallen können.
[0021] Bevorzugt ist das Behältnis mit dem Träger koppelbar. Ist bspw. das Behältnis am
Träger eingehängt, so können durch einfache Entnahme des Behältnisses, die sich im
Behältnis angesammelten Werkstücke von der Schneidanlage entfernt werden.
[0022] In einer weiteren Ausgestaltung weist die Kappsäge mindestens zwei Sägeblätter auf.
Der Vorteil ist, dass aufgrund der beiden Sägezahnscheiben, welche parallel zueinander
angeordnet sind, die Anzahl der Verfahrensschritte zur Herstellung von Werkstücken
wie bspw. Prismen oder Würfel halbiert, somit reduziert wird.
[0023] Der zweite Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren für eine Schneidanlage, wobei
die Schneidanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildet ist, und sich in Richtung
einer sich horizontal entlang ihrer Breite erstreckenden ersten Anlagenachse, einer
sich vertikal zur ersten Anlagenachse erstreckenden zweiten Anlagenachse und einer
sich entlang ihrer Tiefe orthogonal zur ersten Anlagenachse und zweiten Anlagenachse
erstreckende dritte Anlagenachse erstreckend ausgebildet ist, und einen Träger aufweist.
Am Träger ist ein Werkzeug aufgenommen, dessen Arbeitsrichtung in Richtung der ersten
Anlagenachse erfolgt. Ein weiteres Werkzeug, dessen Arbeitsrichtung in Richtung der
ersten Anlagenachse erfolgt, ist ebenfalls am Träger aufgenommen. Beide Werkzeuge
dienen einer Bearbeitung eines Rohlings. Die Werkzeuge sind seriell in Richtung der
ersten Anlagenachse angeordnet. Die Schneidanlage weist ein am Träger entlang der
ersten Anlagenachse und der zweiten Anlagenachse bewegbar aufgenommenes Trägerelement
auf, wobei der Rohling am Trägerelement fixiert ist, und wobei das Trägerelement um
die zweite Anlagenachse verdrehbar ist. Die Bearbeitung des Rohlings erfolgt dadurch,
dass
(a) in einem ersten Positionierungsschritt der Rohling zur Bearbeitung mit dem Werkzeug
(3) positioniert wird,
(b) in einem ersten Bearbeitungsschritt der Rohling mit einem ersten Schnittpaket
versehen wird,
(c) nach dem ersten Bearbeitungsschritt in einem zweiten Positionierungsschritt der
Rohling in der Schneidanlage um einen bestimmten Winkel um die zweite Anlagenachse
verdreht wird,
(d) in einem zweiten Bearbeitungsschritt der Rohling mit einem zweiten Schnittpaket
versehen wird, welches quer zum ersten Schnittpaket ausgebildet ist,
(e) nach dem zweiten Bearbeitungsschritt in einem dritten Positionierungsschritt der
Rohling zur Bearbeitung entlang der ersten Linearachse bewegt wird, und
(f) in einem dritten Bearbeitungsschritt der Rohling gekappt wird.
[0024] Somit weist das erfindungsgemäße Verfahren drei Bearbeitungsschritte auf, welche
zur Herstellung von einer Mehrzahl von Werkstücken aus einem Rohling führen. Gegenüber
einem Verfahren des Standes der Technik sind die Bearbeitungsschritte reduziert. Zwischen
den Bearbeitungsschritten, welche sich dadurch auszeichnen, dass die Werkzeuge den
Rohling bearbeiten, liegen zwei Positionierungsschritte. Da die Positionierung aufgrund
des Trägerelements am Träger entlang der ersten Anlagenachse und der zweiten Anlagenachse
erfolgt, ist eine exakte Positionierung mit nur zwei Positionierungsschritten relativ
zu den Werkzeugen möglich.
[0025] In einer Ausgestaltung des Verfahrens werden nach dem ersten und /oder zweiten Bearbeitungsschritt
und vor dem dritten Bearbeitungsschritt das erste Schnittpaket und das zweite Schnittpaket
mit einem Ersatzwerkstoff befüllt. Durch die Be- und somit Auffüllung der Schnittpakete
mit einem Ersatzwerkstoff können beim Kappen möglicherweise auftretende Ausbrüche
der Werkstücke reduziert werden. Somit kann ein möglicher Ausschuss verhindert bzw.
reduziert werden, wodurch Herstellungskosten gering gehalten werden können.
[0026] In einer Ausgestaltung des Verfahrens weist, sofern die Schneidanlage ein zusätzliches
Werkzeug auf, dessen Arbeitsrichtung in Richtung der ersten Anlagenachse ausgebildet
ist, der erste Positionierungsschritt zusätzlich eine Bewegung des Trägerelements
entlang der ersten Linearachse auf.
[0027] Bevorzugt erfolgt eine Positionierung des Rohlings für den zweiten und/oder dritten
Arbeitsschritt entlang der ersten Linearachse. Der Vorteil ist, dass kein Werkzeugwechsel
erfolgen muss und sich dadurch Herstellungszeiten wesentlich verkürzen.
[0028] Bevorzugt besteht der Rohling aus cubic Zirconia. Der Vorteil des cubic Zirconia
sind seine einem Diamanten nahekommenden Eigenschaften. Insbesondere aufgrund seines
Brechungsindex wird er bevorzugt für Schmucksteine eingesetzt, welche mittels des
Verfahrens schnell und zahlreich hergestellt werden können.
[0029] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehend
in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinatio-nen sowie die nachfolgend
in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale
und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern
auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der
Erfindung zu verlassen. Gleichen oder funktionsgleichen Elementen sind identische
Bezugszeichen zugeordnet. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist es möglich, dass die
Elemente nicht in allen Figuren mit ihrem Bezugszeichen versehen sind, ohne jedoch
ihre Zuordnung zu verlieren. Es zeigen:
Fig. 1 in einer perspektivischen Ansicht eine erfindungsgemäße Schneidanlage,
Fig. 2 in einem ersten Längsschnitt die Schneidanlage gem. Fig. 1, und
Fig. 3 in einem zweiten Längsschnitt die Schneidanlage gem. Fig. 1.
[0030] Eine erfindungsgemäße Schneidanlage 1 ist gem. Fig. 1 ausgebildet. Die Schneidanlage
1 umfasst einen Träger 2 zur Aufnahme eines Werkzeugs 3, im Weiteren als erstes Werkzeug
3 bezeichnet, mit einer ersten Spindelwelle 13, und eines zusätzlichen Werkzeugs 4,
im Weiteren als zweites Werkzeugs 4 bezeichnet, mit einer zweiten Spindelwelle 14
und eines weiteren Werkzeugs 5, im Weiteren als drittes Werkzeug 5 bezeichnet, mit
einer dritten Spindelwelle 15. Das erste Werkzeug 3 und das zweite Werkzeug 4 sind
in diesem Ausführungsbeispiel in Form einer mehrblättrigen Säge ausgebildet. Mit anderen
Worten weisen das erste Werkzeug 3 und das zweite Werkzeug 4 eine Mehrzahl von parallel
angeordneten, gleich großer Sägeblättern 6 auf, s. Fig. 2. Das dritte Werkzeug 5 ist
in Form einer Kappsäge ausgebildet. Die Werkzeuge 3, 4, 5 werden mithilfe ihrer Spindelwellen
13, 14, 15 angetrieben. Die dritte Spindelwelle 15 und die erste Spindelwelle 13 bzw.
die zweite Spindelwelle 14 sind orthogonal angeordnet, wobei die erste Spindelwelle
13 und die zweite Spindelwelle 14 parallel zueinander angeordnet sind.
[0031] Die Schneidanlage 1 weist eine erste Anlagenachse 7 auf, in deren Richtung sich die
Schneidanlage 1 in ihrer Breite B erstreckend ausgebildet ist. Des Weiteren ist die
Schneidanlage 1 sich in Richtung einer zweiten Anlagenachse 8 und dritten Anlagenachse
9 in ihrer Höhe H bzw. Tiefe T erstreckend ausgebildet. Die erste Anlagenachse 7,
die zweite Anlagenachse 8, und die dritte Anlagenachse 9 sind orthogonal zueinander
positioniert. Zur verbesserten Darstellung sind die Anlagenachsen 7, 8, 9 symbolisch
in Form eines kartesischen Koordinatensystemssymbols dargestellt.
[0032] Am Träger 2 ist ein Trägerelement 10 ausgebildet, welches um eine Schwenkachse, welche
der zweiten Anlagenachse 8 entspricht, rotierbar ist. Das Trägerelement 10 ist in
Form eines Drehtisches ausgestaltet und in Richtung des ersten Pfeiles 12 um die Schwenkachse
11 verdreh- bzw. verschwenkbar.
[0033] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die drei Werkzeuge 3, 4, 5 unbewegbar am
Träger 2 fixiert. Zur Realisierung einer Positionier- bzw. Zustellbewegung und Vorschubbewegung
ist das Trägerelement 10 in Richtung der ersten Anlagenachse 7 und zweiten Anlagenachse
8 bewegbar, wobei hierzu der Träger 10 eine erste Linearachse 16 bzw. eine zweite
Linearachse 17 aufweist. Die Vorschubbewegung erfolgt entlang der ersten Anlagenachse
7 in Richtung des zweiten Pfeiles 20. Die Zustellbewegung wird in Richtung des zweiten
Pfeiles 20 und dritten Pfeiles 21 entlang der ersten Anlagenachse 7 und zweiten Anlagenachse
8 ausgeübt.
[0034] Ebenso könnten auch die Werkzeuge 3, 4, 5 bewegbar am Träger 2 aufgenommen sein.
Das würde bedeuten, dass bspw. das Trägerelement 10 zwar seine Schwenkbewegung ausführbar
ausgebildet ist, allerdings sind den Werkzeugen 3, 4, 5 zusätzlich zu ihrer Schneid-
und Kappfunktionen die Zustell- und Vorschubbewegungen zugeordnet.
[0035] Zur Realisierung eines schnellen und einfachen Werkzeugwechsels sind die drei Werkzeuge
3, 4, 5 mit ihren Spindelwelle 13, 14, 15 an der Schneidanlage 1 fliegend gelagert.
Die Schneidanlage 1 ist so konzipiert, dass Drehzahlen der Werkzeuge 3, 4, 5 weit
über 15.000 U/min realisiert werden können.
[0036] Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass in einem ersten Verfahrensschritt
ein Rohling auf einer Trägerplatte 18 unbewegbar fixiert wird. Die Trägerplatte 18
wird am Trägerelement 10 befestigt, so dass zwischen der Trägerplatte 18 und dem Trägerelement
10 eine Relativbewegung möglich ist.
[0037] Das Trägerelement 10 wird mithilfe der zur Herbeiführung der Positionier- bzw. Zustellbewegung
ausgebildeten ersten Linearachse 16 und zweiten Linearachse 17 relativ zum ersten
Werkzeug 3 in einem ersten Positionierungsschritt positioniert, bis eine von den Sägeblättern
6 zu erzielende Eindringtiefe in den Rohling erreicht ist. Diese Eindringtiefe entspricht
einer geforderten Schnitttiefe. Das erste Werkzeug 3 wird aktiviert, wobei die Sägeblätter
6 in Betrieb gebracht werden. Das Trägerelement 10 mit dem Rohling wird entlang der
ersten Linearachse 16, welche zur Vorschubbewegung ausgebildet ist, im ersten Bearbeitungsschritt
in und durch das erste Werkzeug 3 bewegt. Am Ende des ersten Bearbeitungsschrittes
weist der Rohling ein erstes Schnittpaket in Form mehrerer parallel liegender Einschnitte
auf.
[0038] Die Schnitte bzw. Einschnitte sind den Rohling nicht vollständig durchdringend ausgebildet.
Somit weist der Rohling mittels der Schnitte bzw. Einschnitte hergestellte Scheiben
auf, welche über einen Kern des Rohlings miteinander verbunden sind. Mit anderen Worten
ist, da die Einschnitte den Rohling nicht vollständig durchdringen, ein Kern ausgebildet,
welcher die Scheiben aufweist. Da allerdings der Rohling mit seinem Kern an der Trägerplatte
18 unbewegbar aufgenommen ist, sind die am Kern des Rohlings ausgebildeten Scheiben
ebenfalls unbewegbar an der Trägerplatte 18 fixiert. Eine weitere Fixierung für den
nächsten Bearbeitungsschritt ist somit nicht notwendig.
[0039] In einem nächsten Verfahrensschritt, dem zweiten Positionierungsschritt, wird die
Trägerplatte 18 um die Schwenkachse 11 über einen bestimmten Winkel a verdreht, welcher
für den weiteren Schnitt notwendig ist. Soll beispielsweise das fertige Werkstück
rechteckig oder quaderförmig ausgebildet sein, so ist die Trägerplatte 18 um den Winkel
a mit einem Wert von 90° um die Schwenkachse 11 zu verdrehen.
[0040] Daran anschließend wird das Trägerelement 10 mit dem ein erstes Schnittpaket aufweisenden
Rohling entlang der ersten Linearachse 16 und zweiten Linearachse 17 relativ zum ersten
Werkzeug 3 bewegt bis eine von den Sägeblättern 6 zu erzielende Eindringtiefe in den
Rohling erreicht ist. Das zweite Werkzeug 4 wird aktiviert, wobei dessen Sägeblätter
6 in Betrieb gebracht werden. Das Trägerelement 10 mit dem Rohling wird entlang der
ersten Linearachse 16, welche zur Vorschubbewegung ausgebildet ist, im zweiten Bearbeitungsschritt
in und durch das zweite Werkzeug 4 bewegt.
[0041] Nun weist der Rohling ein zweites Schnittpaket auf. Das erste Schnittpaket und das
zweite Schnittpaket stellen zusammen einen Gitterschnitt dar. Mit anderen Worten ist
der Rohling nun gitterartig eingeschnitten bzw. weist gitterartige Einschnitte auf.
Da das zweite Schnittpaket entlang derselben Achsrichtung im Rohling ausgebildet ist
wie das erste Schnittpaket, liegen stabförmige Werkstückelemente vor, welche über
den Rohlingskern miteinander verbunden sind.
[0042] Zur Trennung der stabförmigen Werkstückelemente vom Kern des Rohlings wird das Trägerelement
10 in einem nächsten Verfahrensschritt, dem dritten Positionierungsschritt, mit dem
nun ein Stabpaket aufweisenden Rohling über die erste Linearachse 16 und zweite Linearachse
17 zur Bearbeitung mit dem dritten Werkzeug 5, der Kappsäge, positioniert. Es wird
mit Hilfe der ersten Linearachse 16 ein entsprechender Vorschub eingestellt und die
Stäbe im dritten Bearbeitungsschritt auf eine bestimmte Länge geschnitten bzw. gekappt.
[0043] Ein Abtransport der hergestellten Werkstücke, welche in Form von Würfel, Prismen
oder Quader ausgebildet sind, erfolgt mit Hilfe eines Kühlmittels, welches während
dem Betrieb der Werkzeuge 3, 4, 5 zur Kühlung und Schmierung eingesetzt wird. Die
Werkstücke werden in einem wannenartigen Behältnis 19, welches ein Sieb zum Abführen
des Kühlmittels aufweist, aufgefangen und werden mit diesem der Schneidanlage 1 entnommen.
[0044] In einer Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der Rohling vor dem Kappen
mit einem Ersatzwerkstoff befüllt. Das heißt, die gitterartigen Einschnitte werden
mit einem Ersatzwerkstoff ausgefüllt. Dadurch können Ausbrüche beim Kappen verhindert
[0045] werden. Ebenso kann der Rohling auch bereits vor dem Einbringen des zweiten Schnittpaketes
mit dem Ersatzwerkstoff befüllt werden.
[0046] In einem weiteren nicht näher dargestellten Ausführungsbeispiel ist das dritte Werkzeug
5 in Form einer zweiblättrigen Kappsäge ausgebildet. Somit können mit einer Vorschubposition
zwei Schnitt- bzw. Kappebenen erreicht werden. Damit verkürzt sich die Dauer der Herstellung
der Werkstücke.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0047]
- 1
- Schneidanlage
- 2
- Träger
- 3
- Erste Werkzeug
- 4
- Zweites Werkzeug
- 5
- Drittes Werkzeug
- 6
- Sägeblatt
- 7
- erste Anlagenachse
- 8
- zweite Anlagenachse
- 9
- dritte Anlagenachse
- 10
- Trägerelement
- 11
- Schwenkachse
- 12
- Erster Pfeil
- 13
- erste Spindelwelle
- 14
- zweite Spindelwelle
- 15
- dritte Spindelwelle
- 16
- erste Linearachse
- 17
- zweite Linearachse
- 18
- Trägerplatte
- 19
- Behältnis
- 20
- Zweiter Pfeil
- 21
- Dritter Pfeil
1. Schneidanlage, wobei sich die Schneidanlage (1) in Richtung einer sich horizontal
entlang einer Breite (B) der Schneidanlage (1) erstreckenden ersten Anlagenachse (7),
einer sich vertikal zur ersten Anlagenachse (7) erstreckenden zweiten Anlagenachse
(8) und einer sich entlang einer Tiefe (T) der Schneidanlage orthogonal zur ersten
Anlagenachse (7) und zweiten Anlagenachse (8) erstreckende dritte Anlagenachse (9)
erstreckend ausgebildet ist, aufweisend einen Träger (2), ein am Träger (2) aufgenommenes
Werkzeug (3; 4), dessen Arbeitsrichtung in Richtung der ersten Anlagenachse (7) erfolgt
und ein am Träger (2) aufgenommenes weiteres Werkzeug (4), dessen Arbeitsrichtung
in Richtung der ersten Anlagenachse (7) erfolgt, wobei die Werkzeuge (3; 4, 5) einer
Bearbeitung eines Rohlings dienen, und wobei die Werkzeuge (3; 4, 5) seriell in Richtung
der ersten Anlagenachse (7) angeordnet sind und wobei die Schneidanlage (1) ein am
Träger (2) entlang der ersten Anlagenachse (7) und der zweiten Anlagenachse (8) bewegbar
aufgenommenes Trägerelement (10) aufweist, wobei das Trägerelement (10) zur Halterung
des Rohlings vorgesehen ist, und wobei das Trägerelement (10) um die zweite Anlagenachse
(8) verdrehbar ist.
2. Schneidanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bewegung des Trägerelementes (10) in Richtung der ersten Anlagenachse (7) eine
erste Linearachse (16) sich in Richtung der ersten Anlagenachse (7) erstreckend und
zur Bewegung des Trägerelementes (10) in Richtung der zweiten Anlagenachse (8) eine
zweite Linearachse (17) sich in Richtung der zweiten Anlagenachse (8) erstreckend
am Träger (2) ausgebildet sind.
3. Schneidanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass am Träger (2) ein zusätzliches Werkzeug (4; 3) aufgenommen ist.
4. Schneidanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Werkzeugs (4; 3) eine Arbeitsrichtung in Richtung der ersten Anlagenachse
(7) aufweist.
5. Schneidanlage nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerelement (10) eine Trägerplatte (18) zur fixierten Aufnahme des Rohlings
aufweisend ausgebildet ist.
6. Schneidanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Behältnis (19) die Trägerplatte (18) aufnehmend ausgebildet ist, wobei stromab
des Behältnisses (19) ein durchströmbares Sieb am Träger (2) fixiert ist, dessen Durchströmöffnungen
kleiner sind, als aus dem Rohling hergestellte Werkstücke.
7. Schneidanlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Behältnis (19) mit dem Träger (2) koppelbar ist.
8. Schneidanlage nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (3) und/oder das zusätzliche Werkzeug (4) in Form einer Mehrblattsäge
und das weitere Werkzeug (5) in Form einer Kappsäge ausgebildet ist.
9. Schneidanlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kappsäge mindestens zwei Sägeblätter aufweist.
10. Verfahren für eine Schneidanlage, wobei die Schneidanlage nach einem der Ansprüche
1 bis 9 ausgebildet ist, wobei sich die Schneidanlage (1) in Richtung einer sich horizontal
entlang einer Breite (B) der Schneidanlage (1) erstreckenden ersten Anlagenachse (7),
einer sich vertikal zur ersten Anlagenachse (7) erstreckenden zweiten Anlagenachse
(8) und einer sich entlang einer Tiefe (T) der Schneidanlage orthogonal zur ersten
Anlagenachse (7) und zweiten Anlagenachse (8) erstreckende dritte Anlagenachse (9)
erstreckend ausgebildet ist, aufweisend einen Träger (2), ein am Träger (2) aufgenommenes
Werkzeug (3; 4), dessen Arbeitsrichtung in Richtung der ersten Anlagenachse (7) erfolgt
und ein am Träger (2) aufgenommenes weiteres Werkzeug (4), dessen Arbeitsrichtung
in Richtung der ersten Anlagenachse (7) erfolgt, wobei die Werkzeuge (3; 4, 5) einer
Bearbeitung eines Rohlings dienen, und wobei die Werkzeuge (3; 4, 5) seriell in Richtung
der ersten Anlagenachse (7) angeordnet sind und wobei die Schneidanlage (1) ein am
Träger (2) entlang der ersten Anlagenachse (7) und der zweiten Anlagenachse (8) bewegbar
aufgenommenes Trägerelement (10) aufweist, wobei der Rohling am Trägerelement (10)
fixiert ist, und wobei das Trägerelement (10) um die zweite Anlagenachse (8) verdrehbar
ist, und wobei
(a) in einem ersten Positionierungsschritt der Rohling zur Bearbeitung mit dem Werkzeug
(3) positioniert wird,
(b) in einem ersten Bearbeitungsschritt der Rohling mit einem ersten Schnittpaket
versehen wird,
(c) nach dem ersten Bearbeitungsschritt in einem zweiten Positionierungsschritt der
Rohling in der Schneidanlage (1) um einen Winkel (a) um die zweite Anlagenachse (8)
verdreht wird,
(d) in einem zweiten Bearbeitungsschritt der Rohling mit einem zweiten Schnittpaket
versehen wird, welches quer zum ersten Schnittpaket ausgebildet ist,
(e) nach dem zweiten Bearbeitungsschritt in einem dritten Positionierungsschritt der
Rohling zur Bearbeitung entlang der ersten Linearachse (16) bewegt wird, und
(f) in einem dritten Bearbeitungsschritt der Rohling gekappt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem ersten und/oder zweiten Bearbeitungsschritt und vor dem dritten Bearbeitungsschritt
das erste Schnittpaket und das zweite Schnittpaket mit einem Ersatzwerkstoff befüllt
werden.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass sofern die Schneidanlage (1) ein zusätzliches Werkzeug (4; 3) aufweist, dessen Arbeitsrichtung
in Richtung der ersten Anlagenachse (7) ausgebildet ist, der zweite Positionierungsschritt
zusätzlich eine Bewegung des Trägerelements (10) entlang der ersten Linearachse (16)
aufweist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Positionierung des Rohlings für den zweiten und/oder dritten Arbeitsschritt
entlang der ersten Linearachse (16) erfolgt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohling ein cubic Zirconia ist.