[0001] Die Erfindung betrifft einen Querriegel zur Befestigung von Schalungsträgern mit
einem offenen Hohlprofil, das zwei Flansche und zwei zwischen den Flanschen parallel,
voneinander beabstandet verlaufende Stege aufweist, wobei die beiden Flansche den
Stegen mit ihren Flanschschenkeln seitlich überstehen und davon ein erster Flansch
die beiden Stege verbindet und am anderen zweiten Flansch das Hohlprofil die Profilöffnung
aufweist.
[0002] Um mehrere Schalungsträger zu befestigen, ist aus dem Stand der Technik ein Querriegel
bekannt (
DE2260359C3), der aus zwei über mehrere Distanzstücke zusammengeschweißte, Rücken an Rücken angeordnete
U-Profile besteht, mit denen ein offenes, I-förmiges Hohlprofil geschaffen wird. Strukturell
zeigt dieses Hohlprofil damit zwei Flansche und zwei parallel auf Abstand zwischen
den Flanschen verlaufende Stege, denen die Flansche seitlich überstehen. Durch ein
unteres Distanzstück zwischen den beiden parallelen Stegen bildet sich über die Profillänge
abschnittsweise ein durchgehender Flansch aus, der beide Stege miteinander verbindet.
Am gegenüberliegenden Flansch ist das Hohlprofil in Bereichen ohne Distanzstück offen.
Trotz einer vergleichsweise hohen Formstabilität derartiger offener Profilformen bedürfen
diese einer komplexen Herstellung und sind daher vergleichsweise kostenintensiv. Außerdem
weisen derartige Querriegel ein vergleichsweise hohes Gewicht auf.
[0003] Des Weiteren ist es aus der
EP0274133B1 bekannt, zwei aus einem Blechmaterial geformte symmetrische U-Profile jeweils als
Querriegel zu verwenden, die Rücken an Rücken angeordnet und über eine Klammer miteinander
verbunden am Schalungsträger befestigt sind, um diesen abzustützen.
[0004] Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, ein I-förmiges, offenes Hohlprofil
der eingangs geschilderten Art in der Konstruktion zu vereinfachen und trotzdem eine
hohe mechanische Belastbarkeit zu gewährleisten. Zudem soll der Querriegel ein geringes
Gewicht aufweisen.
[0005] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass das aus einem Blechmaterial
geformte offene Hohlprofil einteilig und an allen Flanschschenkeln zumindest abschnittsweise
als mehrlagiges Blechmaterial ausgebildet ist.
[0006] Ist das aus einem Blechmaterial geformte offenen Hohlprofil einteilig ausgebildet,
kann der Aufwand in der Herstellung des Hohlprofils erheblich verringert werden, was
zu einem kostengünstigen und leichten Querriegel führen kann. Beispielsweise ist es
so auch denkbar, den Querriegel aus einem flachen Blech oder Bandmaterial durch Rollprofilieren
herzustellen bzw. damit als offenes Rollhohlprofil auszubilden. Zudem ist kein Verlust
hinsichtlich mechanischer Belastbarkeit am Querriegel in Kauf zu nehmen, wenn das
Hohlprofil an allen Flanschschenkeln zumindest abschnittsweise als mehrlagiges Blechmaterial
ausgebildet ist. Durch diese Materialerhöhung im Flanschbereich kann nämlich das Widerstandsmoment
des offenen Hohlprofils erheblich gesteigert werden - was der Formstabilität des Querriegels
förderlich sein und damit dessen Standfestigkeit erhöhen kann. Zudem kann der Querriegel
durch die offene Hohlprofilform stapelbar ausgestaltet sein, wodurch sich unter anderem
hinsichtlich seiner Lagerung und seines Transports vorteilhaft erweisen kann.
[0007] Weisen beide Stege mindestens eine Befestigungsöffnung auf, wobei gegenüberliegende
Befestigungsöffnungen fluchtend angeordnet sind, so kann am erfindungsgemäßen einteiligen
Querriegel zum Unterschied von mehrteiligen Querriegeln mit Befestigungsöffnungen
stets eine ausgerichtete und passgenaue Befestigungsmöglichkeit sichergestellt werden.
Durch das Umformen, beispielsweise Rollprofilieren, des aus einem Blechmaterial hergestellten
Querriegels kann nämlich sichergestellt sein, dass die - beispielsweise vorher in
das Blechmaterial eingebrachten Befestigungsöffnungen - in Flucht bleiben, was ein
Ausrichten der Befestigungsöffnungen bei jeder Befestigung, insbesondere von Anbauteilen,
an dem Querriegel vermeidbar machen kann. Ein deutlich verringerter Aufwand bei Befestigung
oder Demontage in Bezug auf den Querriegel kann sich damit ergeben.
[0008] Die Handhabung des Querriegels kann zusätzlich erleichtert werden, wenn die Stege
je eine Lochreihe an Befestigungsöffnungen aufweisen, weil dadurch die Freiheitsgrade
zur Befestigung von Anbauteilen am Querriegel deutlich erhöht werden können.
[0009] Der Flansch mit der Profilöffnung kann erheblich versteift werden, wenn die beiden
Flanschschenkel des zweiten Flansches vom jeweiligen Steg ausgehend diesem mit einem
Schenkelanschluss seitlich überstehen und von diesem Schenkelanschluss mit einem Schenkelende
zum Steg zurücklaufen. Zudem können diese Schenkelenden auch dazu dienen, die Profilöffnung
des Hohlprofils auszubilden, um damit eine hohe Formgenauigkeit am offenen Hohlprofil
sicherzustellen. Ein formgenauer und mechanisch hochbelastbarer Querriegel kann damit
geschaffen werden. Zudem können damit die Stege Auflager für die Schenkelenden ausbilden
und damit beim Abtragen von mechanischen Belastungen unterstützend wirken.
[0010] Weiter kann sich als besonders vorteilhaft herausstellen, wenn die Schenkelenden
in fluchtender Verlängerung zu den Innenseiten der jeweiligen enden. Zudem erlaubt
das Ende der Schenkelenden in fluchtender Verlängerung der Stege eine unkomplizierte
Handhabung des Querriegels - beispielsweise in der Zugänglichkeit dessen Innenseite
für Befestigungs- bzw. Montagezwecke.
[0011] Liegen die Schenkelenden am jeweiligen Schenkelanschluss zumindest bereichsweise
auf, so kann der Schenkelanschluss eine feste Auflage für die Schenkelenden bieten
und damit beim Aufnehmen von mechanischen Belastungen unterstützend wirken. Ein äußerst
formstabiler und standfester Querriegel kann damit geschaffen werden.
[0012] Liegen die Schenkelenden unter Vorspannung am Schenkelanschluss auf, so kann die
Formgenauigkeit des Querriegels verbessert werden - dies auch bei Torsionsbelastungen
auf den Querriegel, da die Vorspannung einem Aufwölben des mehrlagigen Flansches entgegenwirkt.
[0013] Eine hinsichtlich mechanischer Belastbarkeit vorteilhafte Ausgestaltung des zweiten
Flansches kann sich ergeben, wenn die Flanschschenkel im Verlauf einer geschlossenen
Schenkelhohlprofilform folgend den jeweiligen Stegen seitlich abstehen. Die Standfestigkeit
des Querriegels kann damit weiter erhöht werden.
[0014] Ist die Schenkelhohlprofilform im Querschnitt kastenförmig ausgebildet, so kann eine
besonders standfeste Profilform geschaffen werden. Zudem können durch die Ausbildung
einer Hinterscheidung im Flanschschenkel Anbauteile, wie etwa Schalungsträger, einfach
und standfest mit dem Querriegel verbunden werden.
[0015] Einfache Montageverhältnisse können sich weiter ergeben, wenn der erste Flansch mittig
zur Profilöffnung eine Montageöffnung aufweist.
[0016] Besonders kann sich der erfindungsgemäße Querriegel in einer Betonschalung auszeichnen,
wobei die Betonschalung mehrere Schalungsträger mit wenigstens einem quer zu den Schalungsträgern
verlaufenden und diese Schalungsträger befestigenden Querriegel aufweist. Eine besonders
einfach handzuhabende und standfeste Betonschalung kann so ermöglicht werden.
[0017] In den Figuren ist beispielsweise der Erfindungsgegenstand anhand einer Ausführungsvariante
näher dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Querschnittansicht des erfindungsgemäßen Querriegels,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des Querriegels nach Fig. 1 mit einer aufgerissenen Detailansicht
und mit Schalungsträger und
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf den Querriegel mit einer aufgerissenen Detailansicht.
[0018] Gemäß Fig. 1 ist die Querschnittsansicht eines Querriegels 1 dargestellt. Der Querriegel
1 weist dabei ein einteiliges, I-förmiges, offenes Hohlprofil 2 aus einem Blechmaterial
3 auf. Das offene Hohlprofil 2 zeigt an seinem unteren Ende einen ersten Flansch 4
und an seinem oberen Ende einen zweiten Flansch 5. Der erste Flansch 4 und zweite
Flansch 5 sind jeweils über zwei parallele, voneinander beabstandet verlaufende Stege
6 verbunden, die verlaufen, wobei die Flanschschenkel 7 der beiden Flansche 4, 5 den
Stegen 6 seitlich überstehen.
[0019] Der erste Flansch 4 verbindet die beiden Stege 6, während am zweiten Flansch 5 das
Hohlprofil 2 die Profilöffnung 8 aufweist - das Hohlprofil 2 am zweiten Flansch 5
also offen ist.
[0020] Erfindungsgemäß ist das offene Hohlprofil 2 einteilig ausgeführt, indem dieses aus
einem Blechmaterial 3 geformt wird. Dies führt zu einer kostengünstigen Herstellung,
beispielsweise durch Rollprofilieren aus einem Metallband oder -blech - außerdem erhöht
die mechanische Belastbarkeit des offenen Hohlprofils 2 erheblich.
[0021] Des Weiteren ist das Hohlprofil 2 an allen Flanschschenkeln 7 zumindest abschnittsweise
als mehrlagiges Blechmaterial 3 ausgebildet. Im Speziellen ist hierbei das Schenkelende
10 zurückgebogen und liegt auf dem Schenkelanschluss 9 auf. An der von den Stegen
6 beabstandeten Seite der Flanschschenkel 7 sind die einzelnen Lagen des mehrlagigen
Hohlprofils 2 hingegen nicht miteinander in Kontakt. Diese Materialverdopplung kann
insbesondere die Widerstandsfähigkeit des Hohlprofils 2 und damit des Querriegels
1 erhöhen.
[0022] Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Querriegels 1 - mit dem ersten
Flansch 4 und dem zweiten Flansch 5, insbesondere die jeweiligen Flanschschenkel 7,
welche Flansche 4, 5 durch den Steg 6 verbunden sind. Der Detailausschnitt in Fig.
2 zeigt eine abgerissene Schnittansicht durch einen Flanschschenkel 7 des zweiten
Flansches 5.
[0023] Fig. 3 ist eine Draufsicht auf den Querriegel 1. Der Detailausschnitt zeigt hierbei
ebenfalls eine abgerissene Schnittansicht durch einen Flanschschenkel 7 des zweiten
Flansches 5.
[0024] Wie in Fig. 1 und 2 dargestellt, weisen die beiden Stege 6 mehrere Befestigungsöffnungen
11 auf, wobei sich die Befestigungsöffnungen 11 der beiden Stege 6 gegenüberliegen
und fluchtend angeordnet sind. Die Befestigungsöffnungen 11 in beiden Stegen 6 liegen
deckungsgleich hintereinander. Somit können Befestigungsmittel wie etwa Gewindestangen
durch die Befestigungsöffnungen 11 beider Stege 6 ohne Versatz gesteckt werden, wodurch
sich einfache Befestigungsbedingungen für den Querriegel ergeben können.
Gemäß Fig. 2 ist weiter gezeigt, dass die Stege 6 jeweils eine Lochreihe 12 an fluchtend
angeordneten Befestigungsöffnungen 11 aufweisen. Es wird im Allgemeinen festgehalten,
dass die Stege 6 aber auch mehrere Lochreihen 12 von Befestigungsöffnungen 11 aufweisen
können.
[0025] In Fig. 1 ist erkennbar, dass die Flanschschenkel 7 des zweiten Flansches 5 mit einem
Schenkelanschluss 9 an den jeweiligen Steg 6 anschließen und diesem seitlich überstehen.
Dem Schenkelanschluss 9 folgt wiederum jeweils ein Schenkelende 10 an, welches in
Richtung des Stegs 6 zurückläuft. Dadurch bildet das Schenkelende 10 die Profilöffnung
8 des Hohlprofils 2 aus. Die Schenkelenden 10 enden hierbei jeweils in fluchtender
Verlängerung der Innenseite 13 des jeweiligen Stegs 6. Weiter liegen die Schenkelenden
10 auf den Schenkelanschlüssen 9 bereichsweise auf, und bilden damit die Auflagefläche
14 aus. Diese Auflage der Schenkelenden 10 auf den Schenkelanschlüssen 9 kann insbesondere
unter Vorspannung erfolgen, wodurch einem ungewollten Aufbiegen der Schenkelenden
10 vorgebeugt werden kann. Das Profilblech 3 verläuft im Bereich der von den Stegen
6 abstehenden Flanschschenkel 7 als geschlossenes Schenkelhohlprofil 15, welches zur
Verbesserung der Stabilität insbesondere im Querschnitt kastenförmig ausgebildet ist.
[0026] Wie den Figuren 1 entnommen werden kann, weist der erste Flansch 4 mittig zur Profilöffnung
8 eine Montageöffnung 16 - Fig. 3 zeigt, dass mehrere dieser Montageöffnungen 16 ebenfalls
eine Lochreihe ausbilden. Dadurch kann der Querriegel 1 einfach handhabbar montiert
werden.
[0027] Insbesondere kann sich der Querriegel 1 als Teil einer Betonschalung auszeichnen,
wobei der Querriegel 1 zur Befestigung von mehreren, quer zum Querriegel verlaufenden
Schalungsträgern 17 dient, was nur in der Figur 2 andeutungsweise dargestellt wurde.
Insbesondere kann die Befestigung der Schalungsträger 17 mittels des zweiten Flansches
5 erfolgen.
1. Querriegel zur Befestigung von Schalungsträgern (17) mit einem offenen Hohlprofil
(2), das zwei Flansche (4, 5) und zwei zwischen den Flanschen (4, 5) parallel, voneinander
beabstandet verlaufende Stege (6) aufweist, wobei die beiden Flansche (4, 5) den Stegen
(6) mit ihren Flanschschenkeln (7) seitlich überstehen und davon ein erster Flansch
(4) die beiden Stege (6) verbindet und am anderen zweiten Flansch (5) das Hohlprofil
(2) die Profilöffnung (8) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das aus einem Blechmaterial (3) geformte offene Hohlprofil (2) einteilig und an allen
Flanschschenkeln (7) zumindest abschnittsweise als mehrlagiges Blechmaterial (3) ausgebildet
ist.
2. Querriegel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beide Stege (6) mindestens eine Befestigungsöffnung (11) aufweisen, wobei gegenüberliegende
Befestigungsöffnungen (11) fluchtend angeordnet sind.
3. Querriegel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (6) je eine Lochreihe (12) an Befestigungsöffnungen (11) aufweisen.
4. Querriegel nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Flanschschenkel (7) des zweiten Flansches (5) vom jeweiligen Steg (6)
ausgehend diesem mit einem Schenkelanschluss (9) seitlich überstehen, von diesem Schenkelanschluss
(9) mit einem Schenkelende (10) zum Steg (6) zurücklaufen und damit die Profilöffnung
(8) des Hohlprofils (2) ausbilden.
5. Querriegel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkelenden (10) in fluchtender Verlängerung zu den Innenseiten der jeweiligen
Stege (6) enden.
6. Querriegel nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkelenden (10) am jeweiligen Schenkelanschluss (9) zumindest bereichsweise
aufliegen.
7. Querriegel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkelenden (10) unter Vorspannung am Schenkelanschluss (9) aufliegen.
8. Querriegel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Flanschschenkel (7) im Verlauf einer geschlossenen Schenkelhohlprofilform (15)
folgend den jeweiligen Stegen (6) seitlich abstehen.
9. Querriegel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkelhohlprofilform (15) im Querschnitt kastenförmig ausgebildet ist.
10. Querriegel nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Flansch (4) mittig zur Profilöffnung (8) eine Montageöffnung (16) aufweist.
11. Betonschalung mit mehreren Schalungsträgern (17) und mit wenigstens einem quer zu
den Schalungsträgern (17) verlaufenden und diese Schalungsträgern (17) befestigenden
Querriegel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10.