[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Leitschaufelanordnung umfassend einen Außenring,
einen Innenring und mehrere sich zwischen dem Außenring und dem Innenring erstreckende
Leitschaufeln, die jeweils einen am Außenring befestigten Schaufelfuß, ein sich zwischen
dem Außenring und dem Innenring erstreckendes Schaufelblatt und einen über einen Schaufelsteg
mit dem Schaufelblatt verbundenen und hakenartig ausgebildeten Schaufelkopf aufweisen,
der am Innenring befestigt ist, wobei der Innenring zumindest aus einem ersten Innenringelement
und aus einem zweiten Innenringelement zusammengesetzt ist, das erste Innenringelement
Aufnahmenuten aufweist, durch die sich Schaufelstege hindurch erstrecken, und das
erste Innenringelement und das zweite Innenringelement zwischen sich zumindest einen
Aufnahmeraum definieren, der sich radial einwärts an die Aufnahmenuten anschließt
und in dem die Schaufelköpfe aufgenommen sind.
[0002] Derartige Leitschaufelanordnungen sind im Stand der Technik bekannt und werden bei
axial durchströmten Turbomaschinen eingesetzt. So bildet eine Leitschaufelanordnung
gemeinsam mit einer Laufschaufelanordnung beispielsweise eine Stufe eines Verdichters
oder einer Turbine. FIG 16 zeigt eine schematische perspektivische Ansicht einer bekannten
Leitschaufelanordnung 100 mit einem Außenring 101, einem Innenring 102 und mehreren
sich zwischen dem Außenring 101 und dem Innenring 102 erstreckenden Leitschaufeln
103, die jeweils einen am Außenring 101 befestigten Schaufelfuß 104, ein sich zwischen
dem Außenring 101 und dem Innenring 102 erstreckendes Schaufelblatt 105 und einen
über einen Schaufelsteg 106 mit dem Schaufelblatt 105 verbundenen und hakenartig ausgebildeten
Schaufelkopf 107 aufweisen. Die Schaufelfüße 104 der Leitschaufeln 103 sind am Außenring
101 in entsprechend ausgebildeten Schaufelfußnuten 108 aufgenommen und jeweils mittels
eines Presssitzes befestigt. Der die Schaufelköpfe 107 der Leitschaufeln 103 aufnehmende
Innenring 102 ist aus einem ersten Innenringelement 109 und aus einem zweiten Innenringelement
110 zusammengesetzt. Das erste Innenringelement 109 umfasst nicht näher dargestellte
Aufnahmenuten, durch die sich die Schaufelstege 106 hindurch erstrecken, wobei die
Schaufelköpfe 107 in einem ringförmigen Aufnahmeraum 111 angeordnet sind, der zwischen
dem ersten Innenringelement 109 und dem zweiten Innenringelement 110 definiert ist
und sich radial einwärts an die Aufnahmenuten anschließt. Das erste Innenringelement
109 und das zweite Innenringelement 110 sind miteinander verschraubt oder verschweißt.
Die Schaufelköpfe 107 sind im Verbund der beiden Innenringelemente 109 und 110 verstemmt,
um Fertigungsungenauigkeiten zu kompensieren und einen formschlüssigen Sitz der Schaufelköpfe
107 innerhalb des Aufnahmeraums 111 zu erzielen. Bei dieser Verstemmung kommt es zur
Verformung des Innenrings 102 einerseits und der Schaufelköpfe 107 andererseits.
[0003] Die beschriebene Verstemmung weist eine Reihe von Nachteilen auf. Zum einen bewirkt
die Verstemmung eine sehr starre Verbindung des Verbundes und ist damit anfällig bezüglich
Rissbildung und Verschleiß. Ursächlich für dieses Schadensbild sind Vibrationen, thermische
Spannungen und Gaskräfte, die während des Betriebes mit der Turbomaschine auftreten.
Zum anderen liegen die Verstemmgeometrien direkt im Strömungskanal und können somit
den Fluss des Mediums stören, das während des Betriebs der Turbomaschine durch die
Leitschaufelanordnung 100 geleitet wird. Hieraus kann beispielsweise eine Reduzierung
des Wirkungsgrades resultieren. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass das Verstemmen
zum Teil manuell oder semimanuell durchgeführt wird. Entsprechend ist eine einheitliche
Prozesslenkung bzw. Prozessüberwachung aufgrund der starken Streuung der Fertigungsparameter
nur mit hohem Aufwand möglich. Auch kann es zu ungleichmäßigen Belastungen des Bauteilverbundes
kommen, da die Verstemmungen nacheinander und nicht gleichzeitig erfolgen. Darüber
hinaus ist eine Reproduzierbarkeit nur sehr bedingt gegeben. Zudem lassen sich verschlissene
Leitschaufeln 103 im Rahmen von Wartungsarbeiten aufgrund der Verstemmung nur schwer
durch neue Leitschaufeln ersetzen, da die Geometrie des Innenrings 102 im Bereich
der Verstemmungen plastisch verformt ist, was bei der Installation neuer Leitschaufeln
große Probleme bereiten kann.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine alternative Leitschaufelanordnung 100 der eingangs genannten Art zu schaffen,
die insbesondere hinsichtlich der Montage- bzw. Fertigungskosten, Prozessstabilität
und der Befestigung der Leitschaufelköpfe am Innenring Verbesserungen aufweist.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe schafft die vorliegende Erfindung eine Leitschaufelanordnung
der eingangs genannten Art, die dadurch gekennzeichnet ist, dass Klammern vorgesehen
sind, welche die Schaufelköpfe umfassen, und dass die Klammern Schenkel aufweisen,
die in die Aufnahmenuten greifen und sich innerhalb der Aufnahmenuten unter Erzeugung
einer Vorspannung sowohl gegen die entsprechende Leitschaufel als auch gegen das erste
Innenringelement federelastisch abstützen. Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen
Leitschaufelanordnung besteht darin, dass sich die Leitschaufeln dank der Klammern,
die bevorzugt aus Federstahl gefertigt sind, in einfacher Art und Weise am Innenring
mit federelastischem Bewegungsspiel und einer sehr hohen Reproduzierbarkeit befestigen
lassen. Ebenso einfach lassen sich die Leitschaufeln im Servicefall auch wieder austauschen.
Aufgrund der elastischen Befestigung, die durch die Klammern erzielt wird, tritt zudem
eine dämpfende Wirkung ein, die einer Erhöhung der Lebensdauer der Leitschaufelanordnung
zuträglich ist. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Belastungen, die durch
die elastischen Befestigungen entstehen, über dem Bauteilverbund gleichmäßig sind.
Darüber hinaus wird die Strömungskontur der erfindungsgemäßen Leitschaufelanordnung
nicht durch die zwischen dem ersten Innenringelement und dem zweiten Innenringelement
aufgenommenen Klammern beeinträchtigt, weshalb eine Reduzierung des Wirkungsgrades
der Turbomaschine nicht zu befürchten ist.
[0006] Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung sind die Klammern im Wesentlichen
U-förmig ausgebildet, was zu einem einfachen und preiswert herzustellenden Klammeraufbau
führt.
[0007] Bevorzugt sind die Schenkel der Klammern mit vorstehenden Vorsprüngen versehen, über
welche die Federelastizität der Klammern realisiert werden kann.
[0008] Vorteilhaft die Vorsprünge in Form von Sicken ausgebildet. Derartige Sicken lassen
sich mit geringem Aufwand fertigen.
[0009] Die Vorsprünge können kreisförmig, ellipsenförmig, ringförmig, geradlinig oder wellenförmig
ausgebildet sein, um nur einige Beispiel zu nennen.
[0010] Vorteilhaft sind die Schaufelköpfe mit nutförmig ausgebildeten und jeweils einen
Teilbereich einer Klammer im Wesentlichen formschlüssig aufnehmenden Vertiefungen
versehen, die ein versehentliches Lösen der Klammern bevorzugt in axialer Richtung
verhindern. Bevorzugt ist die Tiefe jeder Vertiefung geringfügig größer als die Stärke
der Klammer, so dass der von einer Vertiefung aufgenommene Teilbereich einer Klammer
nicht auswärts über die Klammer vorsteht.
[0011] Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung definieren das erste Innenringelement
und das zweite Innenringelement Stützabschnitte, die in zwischen den Schaufelblättern
und den hakenartigen Schaufelköpfen vorhandene Ausnehmungen der Leitschaufeln greifen,
die insbesondere durch die hakenartige Form der Schaufelköpfe definiert sind. Auf
diese Weise wird ein sicherer Halt der Schaufelköpfe zwischen den Innenringelementen
realisiert.
[0012] Vorteilhaft sind das erste Innenringelement und das zweite Innenringelement in axialer
Richtung zusammengesetzt, woraus sich eine einfache Montierbarkeit ergibt.
[0013] Bevorzugt sind das erste Innenringelement und das zweite Innenringelement mit einander
gegenüber angeordneten axialen Kontaktflächen versehen, die zur Erzeugung eines Formschlusses
einerseits mit zumindest einem Vorsprung und andererseits mit zumindest einer korrespondierenden
Vertiefung versehen sind, die den zumindest einen Vorsprung aufnimmt. Dank einer solchen
Ausbildung der Kontaktflächen wird eine definierte relative Positionierung der Innenringelemente
durch die ineinander greifenden Vorsprünge und Vertiefungen erzielt.
[0014] Vorteilhaft sind das erste Innenringelement und das zweite Innenringelement miteinander
verschweißt.
[0015] Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung sind/ist das erste Innenringelement
und/oder das zweite Innenringelement aus einzelnen aneinander befestigten Ringsegmentabschnitten
zusammengesetzt.
[0016] Zur Lösung der eingangs genannten Aufgabe schlägt die vorliegende Erfindung ferner
vor, eine zumindest teilweise federelastisch ausgebildeten Klammer zur Verringerung
eines Bewegungsspiels zwischen einem Schaufelsteg einer Leitschaufel, der zwischen
einem Schaufelkopf und einem Schaufelblatt der Leitschaufel angeordnet ist, und einem
Innenring einer Leitschaufelanordnung zu verwenden, insbesondere einer erfindungsgemäßen
Leitschaufelanordnung.
[0017] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand der nachfolgenden
Beschreibung einer Leitschaufelanordnung gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung deutlich.
Darin ist/sind
[0018]
- FIG 1
- eine schematische Vorderansicht einer halben Leitschaufelanordnung gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
- FIG 2
- eine schematische perspektivische Schnittansicht, die einen Teilbereich der in FIG
1 dargestellten Leitschaufelanordnung zeigt;
- FIG 3
- eine vergrößerte Vorderansicht des in FIG 2 mit der Bezugsziffer III bezeichneten
Ausschnitts;
- FIG 4 - 10
- perspektivische Ansichten, die einzelne Zustände während einer Montage der in FIG
1 dargestellten Leitschaufelanordnung zeigen;
- FIG 11
- eine perspektivische Ansicht einer Klammer der in FIG 1 dargestellten Leitschaufelanordnung;
- FIG 12
- eine perspektivische Ansicht einer Klammer mit alternativem Aufbau;
- FIG 13
- eine Querschnittansicht entlang der Linie XIII-XIII in FIG 12;
- FIG 14
- eine perspektivische Ansicht einer weiteren Klammer mit alternativem Aufbau;
- FIG 15
- eine Querschnittansicht entlang der Linie XV-XV in FIG 14 und
- FIG 16
- eine schematische perspektivische Schnittansicht, die einen Teilbereich einer bekannten
Leitschaufelanordnung zeigt.
[0019] Die Figuren 1 bis 15 zeigen eine Leitschaufelanordnung 1 gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung bzw. Komponenten derselben. Die Leitschaufelanordnung 1
umfasst als Hauptkomponenten einen Außenring 2, einen Innenring 3 und mehrere sich
zwischen dem Außenring 2 und dem Innenring 3 erstreckende Leitschaufeln 4, die jeweils
einen am Außenring 2 befestigten Schaufelfuß 5, ein sich zwischen dem Außenring 2
und dem Innenring 3 erstreckendes Schaufelblatt 6 und einen über einen Schaufelsteg
7 mit dem Schaufelblatt 6 verbundenen und hakenartig ausgebildeten Schaufelkopf 8
aufweisen, der am Innenring 3 befestigt ist.
[0020] Der Außenring 2 ist entlang seines Innenumfangs mit einer Vielzahl von Schaufelfußaufnahmenuten
9 versehen, in denen die Schaufelfüße 5 der Leitschaufeln 4 aufgenommen und mittels
eines Presssitzes befestigt sind.
[0021] Der Innenring 3 ist aus einem ersten Innenringelement 10 und aus einem zweiten Innenringelement
11 zusammengesetzt, wobei sowohl das erste Innenringelement 10 als auch das zweite
Innenringelement 11 vorliegend aus mehreren Ringsegmenten besteht. Das erste Innenringelement
10 weist einen im Wesentlichen T-förmigen Querschnitt auf, der einen sich radial einwärts
erstreckenden Stützschenkel 12 und einen sich im Wesentlichen axial erstreckenden
Aufnahmeschenkel 13 definiert. Der Aufnahmeschenkel 13 weist eine der Anzahl der Leitschaufeln
4 entsprechende Anzahl von Aufnahmenuten 14 auf, die in Umfangsrichtung gleichmäßig
voneinander beabstandet sind und zur Aufnahme der Schaufelstege 7 dienen. Der Nutgrund
jeder Aufnahmenut 14 ist von dem Stützschenkel 12 beabstandet und bildet einen Stützabschnitt
15. An seinem freien Ende definiert der Aufnahmeschenkel 13 zwischen den einzelnen
Aufnahmenuten 14 axiale Kontaktflächen 16, die mit sich in Umfangsrichtung erstreckenden
und axial vorstehenden Vorsprüngen 17 versehen sind. Das zweite Innenringelement 11
weist einen im Wesentlichen L-förmigen Querschnitt auf, der einen sich axial erstreckenden
Auflageschenkel 18 und einen sich radial auswärts erstreckenden Halteschenkel 19 definiert,
der an seinem freien Ende mit einem umfänglich umlaufenden Stützabschnitt 20 versehen
ist, der axial vorsteht und in Richtung des Stützschenkels 12 des ersten Innenringelementes
10 weist. Der Stützabschnitt 20 bildet eine axiale Kontaktfläche 21, die mit einer
sich in Umfangsrichtung umlaufende Vertiefung 22 versehen ist, die korrespondierend
zu den Vorsprüngen 17 des ersten Innenringelementes 10 ausgebildet und mit diesen
in Eingriff ist. Das erste Innenringelement 10 und das zweite Innenringelement 11
definieren zwischen sich einen ringförmigen Aufnahmeraum 23, der sich radial einwärts
an die Aufnahmenuten 14 des ersten Innenringelementes 10 anschließt und in dem die
Schaufelköpfe 8 der Leitschaufeln 4 formschlüssig gehalten sind, wobei die Stützabschnitte
15 des ersten Innenringelementes 10 und der Stützabschnitt 20 des zweiten Innenringelementes
11 in zwischen den Schaufelblättern 6 und den hakenartigen Schaufelköpfen 8 vorhandene
Ausnehmungen 24 der Leitschaufeln 4 greifen.
[0022] Die Schaufelstege 7 sind in den zugeordneten Aufnahmenuten 14 des ersten Innenringelementes
10 jeweils unter Verwendung einer Klammer 25 fixiert, die vorliegend aus Federstahl
hergestellt und U-förmig ausgebildet ist. Die Klammern 25 umfassen einen Basisschenkel
26 und zwei sich von dem Basisschenkel 26 auswärts erstreckende Schenkel 27 und 28,
die nachfolgend als Seitenschenkel bezeichnet werden. Die Seitenschenkel 27, 28 sind
jeweils mit einwärts vorstehenden Vorsprüngen 29 versehen sind, die als geradlinige
Sicken ausgeführt sind, die sich quer zur Erstreckungsrichtung der Seitenschenkel
27 und 28 über die gesamte Länge der Seitenschenkel 27 und 28 erstrecken. Die freien
Enden der Seitenschenkel 27 und 28 sind mit Schrägen versehen. Jede Klammer 25 ist
von oben derart auf einen Schaufelkopf 8 aufgesetzt, dass der Basisschenkel im Wesentlichen
formschlüssig in einer nutförmig ausgebildeten Vertiefung 30 des Schaufelkopfes 8
aufgenommen und die Seitenschenkel 27 und 28 in die Aufnahmenuten 14 greifen, innerhalb
der sie sich unter Erzeugung einer Vorspannung sowohl gegen die Schaufelstege 7 als
auch gegen das erste Innenringelement 10 federelastisch abstützen.
[0023] Zur Montage der Leitschaufelanordnung 1 werden in einem ersten Schritt die Leitschaufeln
4 am Außenring 2 befestigt, indem die Schaufelfüße in die zugeordneten Schaufelfußaufnahmenuten
9 des Außenrings 2 eingesetzt und mittels Presssitzen befestigt werden. In einem weiteren
Schritt wird das erste Innenringelement 10 des Innenrings 3 axial derart auf die Leitschaufeln
4 aufgeschoben, dass die einzelnen Schaufelstege 7 der Leitschaufeln 4 in die Aufnahmenuten
14 des ersten Innenringelementes 10 eingeführt werden, bis diese an den Stützabschnitten
15 des ersten Innenringelementes 10 anschlagen, siehe FIG 4. In einem weiteren Schritt
werden die Klammern 25, wie es in FIG 5 dargestellt ist, jeweils von oben auf die
Schaufelköpfe 8 aufgeschoben, bis die beiden Seitenschenkel 27 und 28 der Klammer
25 in die Aufnahmenut 14 eingesetzt sind und der Basisschenkel 26 der Klammer 25 in
der am Schaufelkopf 8 vorgesehenen Vertiefung 30 aufgenommen ist. Die Figuren 6 und
7 zeigen eine Klammer 25 im montierten Zustand, in dem sich die Seitenschenkel 27
und 28 sowohl gegen die Leitschaufel 4 als auch gegen die einander gegenüberliegenden
Wandungen des ersten Innenringelementes 10 abstützen. Dank der Vorsprünge 29 wird
dabei ein federelastischer Sitz der Schaufelstege 7 innerhalb der Aufnahmenuten 14
des ersten Innenringelementes 10 erzielt. In einem sich anschließenden Schritt wird
das zweite Innenringelement 11 gemäß FIG 8 axial auf das erste Innenringelement 10
aufgeschoben, bis der Stützabschnitt 20 des zweiten Innenringelementes 11 in die zugehörige
Ausnehmung 24 der Leitschaufeln 4 eingesetzt ist und die Vorsprünge 17 des ersten
Innenringelementes 10 mit der am zweiten Innenringelement 11 ausgebildeten Vertiefung
22 in Eingriff sind. FIG 9 zeigt das zweite Innenringelement 11 im montierten Zustand.
In einem letzten Schritt werden das erste Innenringelement 10 und das zweite Innenringelement
11 miteinander verschweißt, was in den Figuren jedoch nicht näher dargestellt ist.
[0024] Ein wesentlicher Vorteil, der mit der beschriebenen Leitschaufelanordnung 1 einhergeht,
besteht darin, dass sich die Leitschaufeln 4 dank der Klammern 25 in einfacher Art
und Weise am Innenring mit federelastischem Bewegungsspiel und einer sehr hohen Reproduzierbarkeit
befestigen lassen. Ebenso einfach lassen sich die Leitschaufeln 4 im Servicefall auch
wieder austauschen. Aufgrund der elastischen Befestigung, die durch die Klammer 25
erzielt wird, tritt zudem eine dämpfende Wirkung ein, die einer Erhöhung der Lebensdauer
der Leitschaufelanordnung 1 zuträglich ist. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass
aufgrund der Klammern 25 der Bauteilverbund gleichmäßig belastet wird. Darüber hinaus
wird die Strömungskontur der erfindungsgemäßen Leitschaufelanordnung 1 nicht durch
die zwischen dem ersten Innenringelement 10 und dem zweiten Innenringelement 11 aufgenommenen
Klammern 25 beeinträchtigt, weshalb eine Reduzierung des Wirkungsgrades der Turbomaschine
nicht zu befürchten ist.
[0025] Die Figuren 12 bis 15 zeigen alternative Ausgestaltungen von Klammern 31 und 33,
die sich lediglich hinsichtlich der Vorsprünge 32 bzw. 34 von der zuvor beschriebenen
Klammer 25 unterscheiden, weshalb gleiche Bauteilbereiche mit gleichen Bezugsziffern
bezeichnet sind. Bei der in den Figuren 12 und 13 dargestellten Klammer 31 sind die
Vorsprünge 32 ellipsenförmig ausgebildet, wobei die Ellipsenlängsachse quer zur Erstreckungsrichtung
der Seitenschenkel 27 und 28 angeordnet ist. Bei der in den Figuren 15 und 15 dargestellten
Klammer 33 sind die Vorsprünge 34 in Wellenform vorgesehen.
[0026] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Leitschaufelanordnung (1) umfassend einen Außenring (2), einen Innenring (3) und mehrere
sich zwischen dem Außenring (2) und dem Innenring (3) erstreckende Leitschaufeln (4),
die jeweils einen am Außenring (2) befestigten Schaufelfuß (5), ein sich zwischen
dem Außenring (2) und dem Innenring (3) erstreckendes Schaufelblatt (6) und einen
über einen Schaufelsteg (7) mit dem Schaufelblatt (6) verbundenen und hakenartig ausgebildeten
Schaufelkopf (8) aufweisen, der am Innenring (3) befestigt ist,
wobei der Innenring (3) zumindest aus einem ersten Innenringelement (10) und aus einem
zweiten Innenringelement (11) zusammengesetzt ist, das erste Innenringelement (10)
Aufnahmenuten (14) aufweist, durch die sich Schaufelstege (7) hindurch erstrecken,
und das erste Innenringelement (10) und das zweite Innenringelement (11) zwischen
sich zumindest einen Aufnahmeraum (23) definieren, der sich radial einwärts an die
Aufnahmenuten (14) anschließt und in dem die Schaufelköpfe (8) aufgenommen sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
Klammern (25; 31; 34) vorgesehen sind, welche die Schaufelköpfe (8) umfassen, und
dass die Klammern (25; 31; 34) Schenkel (27, 28) aufweisen, die in die Aufnahmenuten
(14) greifen und sich innerhalb der Aufnahmenuten (14) unter Erzeugung einer Vorspannung
sowohl gegen die Leitschaufel (4) als auch gegen das erste Innenringelement (10) federelastisch
abstützen.
2. Leitschaufelanordnung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Klammern (25; 31; 34) im Wesentlichen U-förmig ausgebildet sind.
3. Leitschaufelanordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schenkel (27, 28) der Klammern (25; 31; 34) mit vorstehenden Vorsprüngen (29;
32; 34) versehen sind.
4. Leitschaufelanordnung (1) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorsprünge (29; 32; 34) in Form von Sicken ausgebildet sind.
5. Leitschaufelanordnung (1) nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorsprünge (29; 32; 34) kreisförmig, ellipsenförmig, ringförmig, geradlinig oder
wellenförmig ausgebildet sind.
6. Leitschaufelanordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schaufelköpfe (8) mit nutförmig ausgebildeten und jeweils einen Teilbereich einer
Klammer (25; 31; 34) im Wesentlichen formschlüssig aufnehmenden Vertiefungen (30)
versehen sind.
7. Leitschaufelanordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Innenringelement (10) und das zweite Innenringelement (11) Stützabschnitte
(15, 20) definieren, die in zwischen den Schaufelblättern (6) und den hakenartigen
Schaufelköpfen (8) vorhandene Ausnehmungen (24) der Leitschaufeln (4) greifen.
8. Leitschaufelanordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Innenringelement (10) und das zweite Innenringelement (11) in axialer Richtung
zusammengesetzt sind.
9. Leitschaufelanordnung (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Innenringelement (10) und das zweite Innenringelement (11) mit einander
gegenüber angeordneten axialen Kontaktflächen (16, 21) versehen sind, die zur Erzeugung
eines Formschlusses einerseits mit zumindest einem Vorsprung (17) und andererseits
mit zumindest einer korrespondierenden Vertiefung (22) versehen sind, die den zumindest
einen Vorsprung (17) aufnimmt.
10. Leitschaufelanordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Innenringelement (10) und das zweite Innenringelement (11) miteinander verschweißt
sind.
11. Leitschaufelanordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Innenringelement (10) und/oder das zweite Innenringelement (11) aus einzelnen
aneinander befestigten Ringsegmentabschnitten zusammengesetzt sind/ist.
12. Verwendung einer zumindest teilweise federelastisch ausgebildeten Klammer (25; 31;
34) zur Verringerung eines Bewegungsspiels zwischen einem Schaufelsteg (7) einer Leitschaufel
(4), der zwischen einem Schaufelkopf (8) und einem Schaufelblatt (6) der Leitschaufel
(4) angeordnet ist, und einem Innenring (3) einer Leitschaufelanordnung, insbesondere
einer Leitschaufelanordnung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.