[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum gießtechnischen Erzeugen von Gussteilen
aus einer Metallschmelze nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Eine solche Vorgehensweise beim Gießen von Gussteilen ist aus der
US 5,704,413 A bekannt.
[0003] Ein grundsätzliches Problem beim Gießen von Gussteilen aus einer Metallschmelze besteht
darin, die Formfüllung mit dem schmelzflüssigen Material so durchzuführen, dass es
zu möglichst wenig Luft- und Oxideinschlüssen in dem Gussteil kommt. Darüber hinaus
wird bei vielen Anwendungen ein bestimmter Erstarrungsverlauf angestrebt, um eine
den jeweiligen Anforderungen an die Verteilung der mechanischen Eigenschaften genügende
Gefügeausbildung zu erzielen.
[0004] Speziell beim Gießen von Al-Legierungen kommt hier hinzu, dass die Schmelze möglichst
zügig aus der Schmelzwanne bzw. dem Gießbehälter in die Form gelangen soll. Auf diese
Weise wird verhindert, dass Legierungsbestandteile mit dem Umgebungssauerstoff reagieren
und sich harte Oxide bilden. Gleichzeitig sollen Temperaturverluste beim Gießen minimiert
sein, um eine optimale Gefügeausbildung zu gewährleisten. Diesen Anforderungen steht
die Gefahr gegenüber, dass beim schnellen Einfüllen der Schmelze erhebliche Verwirbelungen
im Schmelzenstrom entstehen und Gase im Gussteil eingeschlossen werden, wodurch die
Ausbildung eines optimierten Gefüges im Gussteil behindert wird.
[0005] Speziell im Bereich des Gießens von für den Bau von Verbrennungsmotoren benötigten
Teilen, wie Zylinderköpfen oder Kurbelgehäusen, aus einer Leichtmetallschmelze, insbesondere
einer auf Aluminium basierenden Schmelze, ist ein turbulenzarmes "ruhiges" Füllen
der jeweiligen Gießform besonders wichtig. Hierdurch lässt sich die Menge an Oxiden
und anderen Verunreinigungen minimieren, die auf dem in die Gießform zu füllenden
Schmelzenvolumen schwimmen und andernfalls beim Abgießen in die Gießform gelangen.
Um dies zu erreichen, sind in der Vergangenheit eine große Zahl von Varianten des
so genannten "Kippgießens" entwickelt worden.
[0006] Gemeinsames Charakteristikum der bekannten Kippgießverfahren ist, dass die Gießform
über einen an sie angedockten Schmelzenbehälter gefüllt wird, indem sie mit dem Schmelzenbehälter
aus einer Ausgangsstellung, in der der Schmelzenbehälter mit der zu vergießenden Schmelze
befüllt wird, um eine Schwenkachse in eine Endstellung gedreht wird, so dass in Folge
dieser Schwenkbewegung die Schmelze in die Gießform einströmt.
[0007] Bei einer aus der
EP 1 155 763 A1 bekannten Variante des Kippgießens wird eine Gießform mit nach oben weisender Eingussseite
auf einer Grundplatte aufgebaut und dann mit der Grundplatte um etwa 180° um eine
horizontale Schwenkachse gedreht, bis die Eingussseite der Gießform nach unten weist.
Anschließend wird ein Gießbehälter, der mit einer zum Befüllen der Gießform ausreichenden
Schmelzenportion gefüllt ist, mit seiner Ausgussöffnung dicht an die Eingussseite
der Gießform angedockt. Die Gießform wird daraufhin gemeinsam mit dem an ihr anliegenden
Gießbehälter um etwa 180° um eine horizontal ausgerichtete Schwenkachse gedreht, so
dass die Schmelze aus dem Gießbehälter in die Gießform einströmt. Ist der Einströmvorgang
abgeschlossen, kann der Gießbehälter von der Gießform entfernt werden. Verfahren dieser
Art werden wegen des weiten Schwenkwegs auch als Rotationsgießverfahren bezeichnet.
[0008] Aus der
DE 10 2004 015 649 B3 ist ein weiteres Verfahren zum Kippgießen bekannt, mit dem Bauteile aus Leichtmetall,
insbesondere aus Aluminiumlegierungen, gegossen werden. Bei diesem Verfahren wird
die Schmelze im Kopfguss in einen an der Längsseite einer Gießform befindlichen Querlauf
eingefüllt. Die Gießform wird dazu zunächst um einen Winkel von 45° bis 70° um ihre
horizontal ausgerichtete Längsachse gekippt. Danach beginnt das Einfüllen der flüssigen
Schmelze in den Querlauf, bis etwa ein Fünftel der für den Guss des Bauteils benötigten
Schmelze in den Querlauf gefüllt ist, ohne dass die Schmelze bereits in den Formhohlraum
der Gießform einströmt. Dann wird die Gießform unter kontinuierlichem Nachfüllen von
Schmelze derart aus der gekippten Stellung in die Senkrechte gedreht, dass die Schmelze
entlang einer Gießformwand in den Formhohlraum einströmt.
[0009] Aus der
DE 10 2008 015 856 A1 ist eine weitere Variante eines Verfahrens zum Gießen von Bauteilen aus Leichtmetall
nach dem Kippgießprinzip bekannt. Bei diesem Verfahren wird die Schmelze in eine der
Gießform zugeordnete Baugruppe eingefüllt. Aus dieser Baugruppe strömt während einer
Kippbewegung der Gießform Schmelze in den Formhohlraum. Indem die Gießform ausgehend
von einer Endstellung mittels einer zugeordneten Gießmaschine in eine Startposition
von bis zu 90° um eine horizontal ausgerichtete Schwenkachse geschwenkt wird und indem
die Gießform dann in einem Bereich von 0° bis 90° verlagerbar ist, sollen sich geometrisch
anspruchsvolle Bauteile mit guter Gefügeausbildung innerhalb von kurzen Zykluszeiten
bei der Erstarrung gießen lassen.
[0010] Aus der
DE 10 2010 022 343 A1 ist schließlich ein Verfahren zum Kippgießen von Bauteilen bekannt, bei dem in einem
ersten Arbeitsschritt eine Gießform, die einen Formhohlraum zur Aufnahme einer Metallschmelze
definiert und mindestens einen Gießtümpel aufweist, aus einer Grundstellung mit nach
oben weisender Eingussseite in einer ersten Schwenkrichtung um einen ersten Schwenkwinkel
in eine erste Schwenkstellung geschwenkt wird. Dann wird die Gießform für das Abgießen
eines neuen Gussteils vorbereitet, in dem sie gereinigt, optional geschlichtet und
schließlich mit Gießkernen bestückt wird. Daraufhin wird die Gießform in einer zweiten,
der ersten Schwenkrichtung entgegengesetzten Schwenkrichtung geschwenkt. Dabei durchläuft
sie die Grundstellung und wird bis zu einer zweiten Schwenkstellung geschwenkt, in
der die Gießform bezogen auf die Grundstellung einen zweiten Schwenkwinkel aufweist.
Dann wird der mindestens eine Gießtümpel mit einer für das Gießen eines Bauteils vorgesehenen
flüssigen Metallschmelze gefüllt. Anschließend wird die eine Gießform zusammen mit
dem Gießtümpel in entgegengesetzter Richtung derart in die Grundstellung geschwenkt,
dass die flüssige Schmelze zwischen der zweiten Schwenkstellung und der Grundstellung
laminar in den Formhohlraum der Gießform einfließt. Ein Vorteil dieser Variante des
Kippgießens soll darin bestehen, dass der Gießtümpel relativ weit vom Bediener entfernt
angeordnet und so die auf den Bediener wirkende Wärmestrahlung vergleichbar gering
ist. Gleichzeitig soll auch dieses bekannte Verfahren zum Kippgießen bei kürzeren
Taktzeiten und damit höheren Ausbringungsmengen die gießtechnische Herstellung von
Bauteilen in hoher Qualität erlauben.
[0011] Vor dem Hintergrund des voranstehend erläuterten Standes der Technik bestand die
Aufgabe der Erfindung darin, ein Verfahren für die gießtechnische Herstellung von
Gussteilen zu schaffen, bei dem eine weiter optimierte Formfüllung und einem damit
einhergehenden optimierten Erstarrungsablauf eine optimale Qualität der Gussteile
gewährleistet ist.
[0012] Erfindungsgemäß ist diese Aufgabe dadurch gelöst worden, dass beim Gießen von Gussteilen
aus einer Metallschmelze die in Anspruch 1 angegebenen Arbeitsschritte absolviert
werden.
[0013] Bei einem erfindungsgemäßen Verfahren zum gießtechnischen Erzeugen von Gussteilen
aus einer Metallschmelze wird demgemäß eine Gießform eingesetzt, die in einer Gießmaschine
um eine horizontal ausgerichtete Schwenkachse schwenkbar gelagert ist und dabei einen
das jeweils zu gießende Gussteil abbildenden Formhohlraum umgrenzt sowie einen den
Formhohlraum an seiner einen Seite begrenzenden Deckel, an dem mindestens eine Einfüllöffnung
zum Einleiten von Metallschmelze in den Formhohlraum vorgesehen ist, eine mit dem
Deckel zusammenstoßende Bezugsseitenwand, die den Formhohlraum an seiner einen Seite
mit Wandflächen begrenzt, in die eine achsparallel zur Schwenkachse verlaufende Hauptebene
der Bezugsseitenwand so gelegt ist, dass ihre Ausrichtung dem Mittel der Ausrichtungen
der Wandflächen angenähert ist, die sich jeweils ebenfalls in einer parallel zur Schwenkachse
ausgerichteten Richtung erstrecken, und einen Boden aufweist, dessen dem Formhohlraum
zugeordnete Bodenflächen den bodenseitigen Abschluss des Gussteils abbilden.
[0014] Zusätzlich wird erfindungsgemäß eine Gießwanne eingesetzt, die an ihrer Eingussseite
zum Eingießen der Metallschmelze in die Gießwanne und einer mit der Eingussseite sowie
einem Boden der Gießwanne zusammenstoßenden Ausgussseite jeweils mindestens abschnittsweise
offen ist, über die die in die Gießwanne gefüllte Metallschmelze im Gießbetrieb aus
der Gießwanne in die Gießform abfließt.
[0015] Gemäß der Erfindung wird dann in einem ersten Arbeitsschritt die Gießwanne an der
Gießform derart angeordnet, dass ihre Ausgussseite am Deckel der Gießform anliegt
und der Boden der Gießwanne der Bezugsseitenwand zugeordnet ist, wobei die Eingussöffnung
der Gießform und der offene Abschnitt der Ausgussseite einander mindestens überschneiden.
[0016] Dann wird die Gießform in eine Eingussstellung geschwenkt, in der die Hauptebene
der Bezugsseitenwand mit dem Badspiegel einer in die Gießwanne zu füllenden Metallschmelzenportion
einen Winkel ß1, der kleiner als 180° ist, einschließt und der Badspiegel der in die
Gießwanne zu füllenden Metallschmelzenportion sich unterhalb der Einfüllöffnung der
Gießform befindet.
[0017] Daraufhin wird die in der Eingussstellung stehende Gießwanne mit der zum Befüllen
der Gießform ausreichenden Metallschmelzenportion gefüllt.
[0018] Schließlich wird die Gießform mit der an ihr angeordneten Gießwanne um die Schwenkachse
in eine Schwenkrichtung geschwenkt, in der in Folge der Verschwenkung und der Schwerkraftwirkung
Metallschmelze aus der Gießwanne in die Gießform fließt, wobei das Verschwenken fortgesetzt
wird, bis eine Endstellung erreicht ist, in der die Gießform mit Metallschmelze gefüllt
ist, und wobei der zwischen der Hauptebene der Bezugsseitenwand und dem Badspiegel
der in der Gießwanne jeweils enthaltenen Metallschmelzenportion jeweils eingeschlossene
Winkel ß1 mindestens solange stets kleiner 180° ist, bis die in die Gießform einströmende
Schmelze den Boden der Gießform trifft.
[0019] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird gegenüber konventionellen Rotationsgießverfahren,
bei denen üblicherweise ein Schwenkweg von 180° zurückgelegt wird, eine beträchtliche
Verkürzung des Schwenkwegs erzielt. Dies führt gegenüber diesen Verfahren zu einer
deutlichen Zeiteinsparung.
[0020] Gleichzeitig wird sowohl gegenüber den konventionellen Rotationsgießverfahren als
auch gegenüber den konventionellen Kippgussverfahren, bei denen zwischen der Startposition,
in der aus dem jeweils an die Gießform angedockten Schmelzenbehälter noch keine Schmelze
in die Gießform läuft, bis zu der Endstellung, in der die Gießform vollständig gefüllt
ist, üblicherweise ein Schwenkweg von bis zu 110° zurückgelegt wird, eine deutliche
Verbesserung des Formfüllvorgangs und damit einhergehend des Gießergebnisses erreicht.
So ist bei erfindungsgemäßer Vorgehensweise die kinetische Energie, die der in der
Gießwanne enthaltenen Schmelze im Zuge der Schwenkbewegung zugeführt wird, auf ein
Minimum reduziert. Verwirbelungen in der in der Gießwanne enthaltenen Schmelze werden
so vermieden. Dementsprechend ist auch die Zahl der oxidischen und sonstigen Einschlüsse
minimiert, die in der Gießwanne über die Oberfläche in die Schmelze gelangen.
[0021] Dies gelingt dadurch, dass zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens die
Schwenkstellung der aus Gießform und an ihr angeordneter, als Schmelzenbehälter dienender
Gießwanne gebildeten Kombination in der Startposition so gewählt wird, dass, nachdem
die zum Befüllen der Gießform benötigte Metallschmelzenportion eingefüllt ist, der
Badspiegel der Metallschmelzenportion mit der Hauptebene der Bezugsseitenwand einen
Winkel ß1 einschließt, der kleiner als 180° ist.
[0022] Dieser Winkel ß1 wird erfindungsgemäß jeweils zwischen der Hauptebene der Bezugsseitenwand
und der freien Oberfläche des bis zum Einfüllen der Metallschmelzenportion virtuellen
Badspiegels gemessen. Als "Bezugsseitenwand" ist dabei die Seitenwand der Gießform
bezeichnet, die, wenn die Gießwanne an die Gießform angedockt ist, zur Gießwanne nächstbenachbart
ist. "Hauptebene" der Bezugsseitenwand ist dann eine gedachte Ebene, die durch einen
parallel zur Schwenkachse der Gießform verlaufenden Richtungsvektor und einen zweiten
Richtungsvektor aufgespannt ist, der einerseits normal zur Schwenkachse ausgerichtet
ist und dessen Ausrichtung andererseits dem Mittel der Ausrichtungen von ebenfalls
zur Schwenkachse normal positionierten Vektoren entspricht, die an diejenigen Wandflächen
angelegt sind, welche sich jeweils parallel zur Schwenkachse erstrecken.
[0023] Der Winkel ß1 wird erfindungsgemäß durch eine entsprechende Verschwenkung der Gießform/Gießwanne-Kombination
für die Eingussstellung so gewählt, dass er während des nach dem Einfüllen der erforderlichen
Metallschmelzenportion in die als Schmelzenbehälter dienende Gießwanne einsetzenden
Verschwenken der aus Gießform und Gießwanne gebildeten Kombination so lange kleiner
als 180° bleibt, bis die Schmelze gegen den Boden der Gießform stößt. Dies bedeutet,
dass beim erfindungsgemäßen Verfahren die zu vergießende Schmelze im Zuge des Verschwenkens
und ihres damit einhergehenden Einströmens in die Gießform solange flach ansteigend
gegen die die Lage der Hauptebene bestimmenden inneren Wandflächen der Bezugsseitenwand
anläuft, bis sie den Boden der Gießform erreicht. Ähnlich wie bei einer sanft gegen
einen flach ansteigenden Strand anlaufenden Dünung treten somit in der in die Gießform
gelangende Schmelze allenfalls minimale Verwirbelungen auf.
[0024] Folglich wird die Gießform im Zuge des erfindungsgemäßen Verschwenkens durch die
in Folge der Schwenkbewegung und der Schwerkraftwirkung in die Gießform eintretende
Schmelze besonders gleichmäßig und ruhig geflutet. Das Gussteil baut sich bei erfindungsgemäßer
Vorgehensweise mit zunehmender Verschwenkung ausgehend von der Bezugsseitenwand im
Formhohlraum der Gießform allmählich auf, bis die Endstellung des Schwenkwegs erreicht
und die Gießform vollständig mit Schmelze gefüllt ist.
[0025] Überraschend hat sich gezeigt, dass die Flutung der Gießform als Resultat der erfindungsgemäßen
Vorgehensweise so ruhig stattfindet, dass auf dem Schmelzenbad in der Gießwanne vorhandene
Oxide und sonstige Verunreinigungen weitestgehend außerhalb des Formhohlraums der
Gießform verbleiben, ohne dass dazu besondere Maßnahmen erforderlich sind. Bei solchen
Gießformen, bei denen im Bereich des Deckels eine Ausnehmung zur Aufnahme einer als
Speiser für das zu gießende Gussteil dienenden Schmelzenportion vorgesehen ist, sammeln
sich die Oxide und Verunreinigungen dementsprechend in einem oberflächennahen Bereich,
in dem sie hinsichtlich der Qualität des Gussteils keine Gefahr darstellen. Auf diese
Weise ist das Vorkommen von Einschlüssen in erfindungsgemäß erzeugten Gussteilen auf
ein Minimum reduziert. Baulicher oder apparativer Maßnahmen, wie die Anordnung eines
Rückhalteschwerts, eines Filters oder eines Siebs im Bereich der Einfüllöffnung der
Gießform, oder desgleichen bedarf es folglich nicht. Die Erfindung führt somit nicht
nur zu einer deutlichen Zeitersparnis gegenüber konventionellen Rotationsgießverfahren,
sondern auch zu verbesserten Produkteigenschaften der erhaltenen Gussteilen gegenüber
solchen Gussteilen, die nach konventionellen Kippgussverfahren hergestellt sind.
[0026] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass als Gießbehälter eine zu ihrer
Eingussseite hin während des Füll- und Schwenkvorgangs offene Gießwanne von einfachster
geometrischer Gestaltung verwendet werden kann. Dabei ergibt sich bei Beachtung der
erfindungsgemäßen Vorgaben jeweils eine gut erreichbare Eingussstellung, in der mittels
eines konventionellen Gießlöffels die jeweils erforderliche Schmelzenportion in die
Gießwanne gefüllt werden kann.
[0027] Die im Deckel der Gießform vorgesehene Einfüllöffnung kann für das erfindungsgemäße
Verfahren so ausgelegt werden, dass die Füllung auch von in Bezug auf die Einfüllöffnung
weit entfernten Abschnitten der Gießform jeweils in einer direkten Anströmung erfolgen
kann. D. h., die Einfüllöffnung ist optimaler Weise nicht auf einen kleinen Flächenabschnitt
des Deckels beschränkt, so dass die Schmelze in einem konzentrierten, schnell strömenden
Fluss in die Gießform gelangt, sondern vielmehr so gestaltet, dass sie in Draufsicht
auf den Deckel gesehen die vom parallel zum Deckel ausgerichteten Querschnitt des
Formhohlraums der Gießform eingenommene Fläche weitestgehend abdeckt. Dies kann auch
dadurch erreicht werden, dass den einzelnen über die Querschnittsfläche verteilten
Abschnitten der Gießform jeweils eine eigene Einfüllöffnung oder ein bestimmter Abschnitt
einer großen gemeinsamen Einfüllöffnung zugeteilt ist. Dazu können mehrere Einfüllöffnungen
einander überlagernd so ausgebildet sein, dass sie in ihren Schnittbereichen ineinander
übergehen und so eine in zwei oder mehr Abschnitte verästelte Einfüllöffnungen bilden.
Ziel ist hierbei, dass die Einfüllöffnung maximal groß ist, um den gleichzeitigen
Eintritt eines großen Schmelzenvolumens in die Gießform in einem ruhigen Fluss unter
Vermeidung lokaler Strömungsgeschwindigkeitsspitzen zu ermöglichen.
[0028] Unterstützt werden kann die ruhige Formfüllung auch dadurch, dass die Schwenkachse,
um die die Gießform verschwenkt wird, durch oder nahe dem Boden der Gießform verläuft.
Durch diese in Bezug auf die Gießform exzentrische, in Richtung des Gießformbodens
versetzte Anordnung der Schwenkachse ist das Gefälle und damit einhergehend die kinetische
Energie weiter reduziert, mit der die Schmelze in die Gießform eintritt.
[0029] Aufgrund der optimierten Gießergebnisse und minimierten Gießzeiten eignet sich das
erfindungsgemäße Verfahren insbesondere zur Großserienfertigung von Zylinderköpfen
und Kurbelgehäusen für Verbrennungsmotoren, an deren mechanische und thermische Eignung
höchste Anforderungen gestellt werden. Hier zeigen sich die Vorteile des erfindungsgemäßen
Vorgehens insbesondere dann, wenn als Gusswerkstoff eine auf Aluminium basierende
Leichtmetallschmelze eingesetzt wird.
[0030] Die Gießwanne kann zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens entweder dauerhaft
fest mit der Gießform verbunden oder mittels geeigneter Anpresseinrichtungen an der
Gießform lösbar gehalten sein. Letztere Ausgestaltung hat den Vorteil, dass die Gießwanne
beispielsweise zum Säubern oder zum Ersatz leicht von der Gießform getrennt werden
kann. Gleichzeitig wird durch eine ausreichende Haltekraft eine sichere Abdichtung
der Fügestellen, an der die Gießwanne gegen die Gießform stößt, sichergestellt und
zwar auch dann, wenn in Folge von Wärmeeinwirkung oder Verschleiß die einander zugeordneten
Anlageflächen von Gießform und Gießwanne nicht mehr perfekt zueinander passen. Als
Einrichtung zum Halten der Gießwanne an der Gießform eignen sich insbesondere hydraulisch
arbeitende Anpresseinrichtungen, die auf kleinem Raum hohe Anpresse- und Haltekräfte
erzeugen können.
[0031] Als im Hinblick auf das angestrebte gleichmäßig ruhige Einströmen der Schmelze in
die Gießform erweist es sich als besonders wirksam, wenn die Gießwanne einen Boden
aufweist, der auf seiner der Metallschmelze zugewandten Bodenfläche eben ist. Optimalerweise
ist dabei die ebene Bodenfläche so ausgerichtet, dass sie sich frühestens an dem Zeitpunkt,
an dem die in die Gießform einströmende Schmelze auf den Boden der Gießform trifft,
in einer horizontalen Stellung befindet.
[0032] Beim Gießen von Gussteilen, die eine eindeutig definierte, optimalerweise ebene Kopf-
und Bodenfläche aufweisen, wie Zylinderköpfe oder Kurbelgehäuse für Verbrennungsmotoren,
bei denen die Gießform dementsprechend an der Außenseite von Deckel und Boden ebenfalls
zwei parallel zueinander ausgerichtete Außenflächen aufweist, lässt sich dies dadurch
gewährleisten, dass die Bodenfläche der Gießwanne mit dem Boden der Gießform einen
rechten Winkel einschließt.
[0033] Besonders einfach an der Gießform angeordnet und ausgerichtet werden kann die Gießwanne
dann, wenn die Ausgussseite über die Höhe und Breite des von der Gießwanne umgrenzten
Wannenraums offen ist. Diese Ausgestaltung hat bei einer Gießform, bei der im Deckel
mehrere Eingussöffnungen oder Anschnitte vorhanden sind, über die Schmelze in die
Gießform verteilt werden soll, den zusätzlichen Vorteil, dass die in der Gießwanne
anstehende Metallschmelzenportion beim Verschwenken über eine große Breite gleichmäßig
gegen den Deckel der Gießform läuft und dementsprechend gleichmäßig in die dort vorhandenen
Öffnungen der Gießform einströmt.
[0034] Die Menge an Oxiden und anderen Verschmutzungen, die beim Eingießen in die in die
Gießwanne gefüllte Metallschmelzenportion eingezogen werden, kann dadurch minimiert
werden, dass auch das Eingießen selbst in einem möglichst ruhigen Strom erfolgt. Dies
kann dadurch unterstützt werden, dass an einer der der Metallschmelze zugewandten
Seiten einer der geschlossenen Seitenwände der Gießwanne eine ausgehend vom Gießwannenboden
in Richtung des oberen freien Rands dieser Seitenwand ansteigende Anlauffläche ausgebildet
ist, gegen die die Metallschmelze beim Eingießen der Metallschmelze in die Gießwanne
gerichtet wird. Der auf die so gebildete Schrägfläche treffende Schmelzenschwall wird
unter Entzug von kinetischer Energie so umgelenkt, dass er über eine verbreiterte
Front verteilt auf die in der Gießwanne bereits vorhandene Schmelze trifft, so dass
die Intensität und Tiefe der dort zwangsläufig entstehenden Verwirbelungen minimiert
ist. Abhängig von der Art und Weise, wie konzentriert der Gießstrahl beim Eingießen
auf die Anlauffläche trifft, kann es dabei zweckmäßig sein, die Anlauffläche konkav
eingewölbt, eben oder konkav ausgewölbt auszuführen.
[0035] Unter Berücksichtigung der voranstehend zusammengefassten Vorschläge der Erfindung
als besonders geeignet herausgestellt hat sich eine Gießwanne, deren Wannenraum eine
quaderförmige Grundform aufweist, wobei die der Gießform zugeordnete Ausgussseite
und die Oberseite der Gießwanne offen sind, während die Anlauffläche an der zur Ausgussseite
gegenüberliegenden Innenfläche der Gießwanne ausgebildet ist.
[0036] Praktische Erfahrungen zeigen, dass sich insbesondere beim Guss von Zylinderköpfen
und Kurbelgehäusen für Verbrennungsmotoren optimale Gießergebnisse einstellen, wenn
vor dem Verschwenken bei in Eingussstellung befindlicher Gießform der zwischen der
Oberfläche des Badspiegels der in die Gießwanne gefüllten Schmelzenportion und der
Hauptebene der Bezugsseitenwand eingeschlossene Winkel ß1 120 - 160° beträgt.
[0037] Die Befüllung der Gießform kann über ein an ihrem Deckel ausgebildetes oder ein dem
Deckel vorgelagertes Verteilerrinnensystem erfolgen, wenn dies aus gieß- oder strömungstechnischer
Sicht für zweckmäßig erachtet wird. Die besonderen Vorteile des erfindungsgemäßen
Verfahrens zeigen sich jedoch insbesondere dann, wenn an dem Deckel als Eingussöffnungen
zwei oder mehr Anschnitte münden, über die die Schmelze beim Verschwenken direkt in
den Formhohlraum der Gießform strömt. Hier hat sich herausgestellt, dass es aufgrund
der besonders ruhigen Befüllung, die durch die Erfindung gewährleistet ist, auch dann
problemlos möglich ist, den Deckel direkt anzuströmen, wenn er als verlorener Formkern
aus einem Formstoff gebildet ist.
[0038] Dementsprechend eignet sich das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere zum Gießen
von Gussteilen in Gießformen, die vollständig oder zumindest teilweise als so genanntes
Kernpaket aus einer Vielzahl von insbesondere aus Formstoff vorgeformten Gießkernen
zusammengesetzt sind. Derartige Gießformen eignen sich insbesondere zur Herstellung
von filigran geformten Gussteilen mit einer Vielzahl von Innenkanälen, wie sie für
den Bau von Verbrennungsmotoren benötigt werden.
[0039] Der beim erfindungsgemäßen Verfahren beim Verschwenken der Gießform mit der daran
angeordneten Gießwanne zwischen der Eingussstellung und der Endstellung zurückgelegte
Schwenkwinkel liegt typischerweise im Bereich von mindestens 110° und bis zu 160°,
wobei sich in der Praxis Schwenkwinkel von 120 - 150° als besonders probat herausgestellt
haben.
[0040] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen jeweils schematisch:
- Fig. 1
- eine in Grundstellung geschwenkte Gießmaschine zum Gießen von Gussteilen in seitlicher
Ansicht;
- Fig. 2
- die Gießmaschine gemäß Fig. 1 in einer Ansicht von oben;
- Fig. 3
- die Gießmaschine gemäß Fig. 1 in Ausgangsstellung mit an ihr angeordneter Gießwanne
in seitlicher Ansicht;
- Fig. 4
- die Gießmaschine gemäß Fig. 1 in Eingussstellung in seitlicher Ansicht;
- Fig. 5
- die Gießmaschine gemäß Fig. 4 beim Eingießen von Schmelze in die Gießwanne in seitlicher
Ansicht;
- Fig. 6-8
- die Gießmaschine gemäß Fig. 1 in verschiedenen Schwenkstellungen in seitlicher Ansicht;
- Fig. 9
- die Gießmaschine in der nach Abschluss der Schwenkbewegung erreichten Endstellung
in seitlicher Ansicht.
[0041] Die Gießmaschine G weist eine in einem Gestell 1 gelagerte Trägerplatte 2 auf, die
mittels eines Schwenkantriebs 3 um eine horizontal ausgerichtete Schwenkachse HS verschwenkbar
ist. Bei in Ausgangsstellung (Fig. 1) befindlicher Gießmaschine G ist die Trägerplatte
2 horizontal ausgerichtet.
[0042] Auf einer an der Oberseite der Trägerplatte 2 ausgebildeten Montagefläche 4 ist eine
als Kernpaket aus einer Vielzahl von in bekannter Weise vorgefertigten Gießkernen
6 - 11 zusammengesetzte Gießform 5 zum Gießen beispielsweise eines Zylinderkopfes,
eines Kurbelgehäuses oder eines Motorblocks für einen Verbrennungsmotor aufgebaut.
Bei dem Formstoff, aus dem die Gießkerne 6 - 11 bestehen, handelt es sich um eine
Mischung aus einem Formsand, optional vorhandenen Additiven und einem Binder, der
durch eine chemische Behandlung oder Wärmezufuhr verfestigt wird, um die notwendige
Formfestigkeit zu bewirken. Selbstverständlich können einzelne Kerne oder Teile der
Gießform 5 auch aus anderen Werkstoffen bestehen, um sie wiederholt verwenden zu können.
Ebenso können in der Gießform 5 hier nicht gezeigte Kühleisen oder desgleichen vorhanden
sein, um eine gerichtete Erstarrung der in die Gießform 5 eingefüllten Schmelze zu
bewirken.
[0043] Die hier der Übersichtlichkeit halber nur in einer groben Detaillierung dargestellte
Gießform umfasst einen Boden 6, Seitenwände 7,8, die den seitlichen äußeren Abschluss
der Gießform 5 bilden, einen Deckel 9 sowie innerhalb des von der Gießform 5 umgrenzten
Formhohlraum 10 angeordnete Gießkerne 11, die in dem zu gießenden Gussteil Kanäle
und oder Hohlräume abbilden. Der Boden 6 und die Seitenwände 7,8 können beispielsweise
als Gießkerne aus Formstoff oder als Dauergießformteil aus einem metallischen Werkstoff,
wie beispielsweise einem warmfesten Stahlwerkstoff oder aus einem Kupferwerkstoff,
hergestellt sein. Im Hinblick auf die Entformbarkeit des in der Gießform 5 abzugießenden
Gussteils bestehen jedoch nur der Deckel 9 typischerweise aus Formstoff, wohingegen
der Boden 6 und die Seitenwände 7,8 als Dauerformteile ausgelegt sind.
[0044] Von seiner Oberseite her ist in den Deckel 9 eine wannenartige Ausnehmung 12 eingeformt,
in deren Grund als Einfüllöffnungen dienende Anschnitte 13 enden, über die der Formhohlraum
10 der Gießform 5 mit Schmelze befüllbar ist.
[0045] Die Gießmaschine G umfasst zusätzlich eine ebenfalls auf der Tragplatte 2 montierte
Schwenk- und Positioniereinrichtung 14. Mittels der Einrichtung 14 kann eine Gießwanne
15 zwischen einer Wartestellung, in der sie sich jeweils außerhalb des Bereichs befindet,
welcher vor dem Gießvorgang zum Aufbau der Gießform 5 auf der Trägerplatte 2 oder
nach Abschluss des Gießvorgangs zum Entnehmen der Gießform 5 benötigt wird, und einer
Eingussstellung verschwenkt werden, in der sie mit ihrer Ausgussseite 16 an der Außenseite
17 des Deckels 9 anliegend angeordnet ist.
[0046] Die an ihrer Ausgussseite 16 und Oberseite O offene, aus einem Feuerfestmaterial
gefertigte Gießwanne 15 umgrenzt mit ihrem Boden 18, zwei parallel zueinander angeordneten,
sich längs des Bodens 18 erstreckenden Längsseitenwänden 19,20 und einer Rückwand
21 einen Gießwannenraum 22. Die Rückwand 21 erstreckt sich dabei parallel zur offenen
Ausgussseite 16 zwischen den ihr zugeordneten Enden der Längsseitenwände 19,20 und
weist an ihrer dem Gießwannenraum 22 zugeordneten Seite eine Anlauffläche 23 auf,
die ausgehend von der ebenen, dem Gießwannenraum 22 zugeordneten Bodenfläche des Bodens
18 in Richtung der freien Oberkante der Rückwand 21 schräg ansteigt.
[0047] In ihrer Nutzstellung wird die Gießwanne 15 von der Einrichtung 14 so an der Gießform
5 gehalten, dass die Gießform 5 mit den jeweils freien Stirnseiten der Längsseitenwände
19,20 und des Bodens 18 dicht an den zugeordneten Anlageflächen des Deckels 9 der
Gießform 5 anliegt.
[0048] Während des Zusammensetzens der Gießform 5 befindet sich die Tragplatte 2 mit der
darauf aufgebauten Gießform 5 in der Ausgangsstellung. Der Schwenkwinkel ß2 um die
Schwenkachse HS ist in dieser Stellung gleich "0".
[0049] Nachdem die Gießform 5 auf der Tragplatte 2 aufgebaut ist, setzt die Einrichtung
14 die Gießwanne 15 mit ihrer Ausgussseite auf den Deckel 9 der Gießform 5 (Fig. 3).
Die Einrichtung 14 hält die Gießwanne in dieser Position an der Gießform 5, bis der
Gießvorgang abgeschlossen ist.
[0050] Bei auf die Gießform 5 aufgesetzter Gießwanne 15 stellt die in dieser Stellung zum
Boden 18 der Gießwanne 5 nächstbenachbart angeordnete Seitenwand 7 der Gießform die
Bezugsseitenwand dar, welche für die Bestimmung der Eingussstellung, in der die Gießwanne
5 mit Schmelze befüllt wird, ausschlaggebend ist. Auf ihrer dem Formhohlraum 10 zugeordneten
Seite weist die Seitenwand 7 Wandflächen 24 auf, welche an der zugeordneten seitlichen
Außenfläche des zu gießenden Gussteils Formflächen abbilden. Jede der Wandflächen
24 weist in Bezug auf die Schwenkachse HS eine bestimmte Orientierung auf, welche
jeweils durch einen an die jeweilige Wandfläche 24 angelegten und in einer normal
zur Schwenkachse HS ausgerichteten Vektor VW angezeigt werden kann.
[0051] Zur Bestimmung des Schwenkwinkels ß2, um den die Gießform 5 mit der Gießwanne 15
aus der Ausgangsstellung in die Eingussstellung geschwenkt werden muss, wird in die
Seitenwand 7 eine virtuelle Hauptebene HE gelegt, die sich einerseits parallel zur
Schwenkachse HS erstreckt und andererseits so ausgerichtet ist, dass ihre Ausrichtung
dem Mittel der durch die Vektoren VW angezeigten Ausrichtungen der Wandflächen 24
angenähert ist, die sich jeweils ebenfalls in einer parallel zur Schwenkachse ausgerichteten
Richtung erstrecken.
[0052] Der Schwenkwinkel ß2, um den die Gießform 5 nach dem Andocken der Gießwanne 15 beim
hier dargestellten Beispiel gegen den Uhrzeigersinn um die Schwenkachse HS aus der
in Fig. 3 gezeigten Ausgangsstellung in die in Fig. 4,5 gezeigte Eingussstellung geschwenkt
wird, wird nun so gewählt, dass der zwischen der Oberseite des zu dieser Zeit noch
virtuellen Badspiegel BS der in die Gießwanne 15 einzufüllenden Metallschmelzenportion
S und der Hauptebene HE der Bezugsseite B eingeschlossene Winkel ß1 kleiner als 180°
ist. Beim hier dargestellten Ausführungsbeispiel beträgt dieser Winkel ß1 beispielsweise
135 - 165°, wogegen der Schwenkwinkel ß2 im Bereich von 110 - 160°, insbesondere 120
- 150°, liegt.
[0053] Dabei wird bei der Ermittlung des Schwenkwinkels ß2 zusätzlich berücksichtigt, dass
sich der Badspiegel BS bei in Eingussstellung geschwenkter Gießform 5 und Gießwanne
15 unterhalb des in dieser Position am tiefsten im Deckel 9 angeordneten Anschnitts
13 der Gießform 5 befindet.
[0054] Nachdem die aus Gießform 5 und Gießwanne 15 gebildete Kombination um den in der voranstehend
erläuterten Weise bestimmten Winkel ß2 in die Eingussstellung geschwenkt ist, wird
mittels eines konventionellen Gießlöffels 25 die Metallschmelzenportion S in die Gießwanne
15 gefüllt. Als Metallschmelze wird hier eine Aluminiumgusslegierung eingesetzt, wie
sie üblicherweise zum Gießen von Teilen für Verbrennungsmotoren verwendet wird. Um
eine möglichst ruhige, verwirbelungsarme Befüllung der Gießwanne 15 zu gewährleisten,
wird der aus dem Gießlöffel 25 austretende Gießstahl 26 gegen die Anlauffläche 23
der Gießwanne 15 gerichtet. Der dort auftreffende Strahl 26 wird unter Entzug von
kinetischer Energie in Richtung der Bodenfläche der Gießwanne 15 umgeleitet und trifft
so in einer vergleichbar sanften, über eine größere Breite verteilten Strömung auf
die bereits in der Gießwanne 15 vorhandene Schmelze S.
[0055] Nach dem Ende der Befüllung der Gießwanne 15 wird die Gießform 5 mit der Gießwanne
15 im Uhrzeigersinn zurück in Richtung der Ausgangsstellung geschwenkt. Mit zunehmender
Verschwenkung strömt immer mehr Schmelze S in den Formhohlraum 10 der Gießform 5 ein,
bis schließlich bei Wiedererreichen der Endstellung (= Ausgangsstellung) die Metallschmelzenportion
S vollständig in die Gießform 5 gefüllt ist. Überzähliges Schmelzenvolumen wird dabei
von der Ausnehmung 12 im Deckel 9 aufgenommen. Das dort bei fertig verschwenkter Gießform
5 gesammelte Schmelzenvolumen dient als Speiser zum Ausgleich der im Zuge der Erstarrung
der Schmelze auftretenden Materialschrumpfung.
[0056] Der für die Eingussstellung gewählte Schwenkwinkel ß2 ist in erfindungsgemäßer Weise
so eingestellt worden, dass der Winkel ß1 zwischen dem Badspiegel BS und der Hauptebene
HB der Seitenwand 7 solange stets kleiner als 180° ist, bis die in die Gießform 5
einströmende Schmelze S gegen den Boden 6 der Gießform stößt. Durch diese Einstellung
wird sichergestellt, dass die Schmelze S unter einem spitzen Winkel flach gegen die
Wandflächen 24 der Bezugsseitenwand (Seitenwand 7) läuft. Auf diese Weise wird eine
ruhige, schichtweise erfolgende Füllung der Gießform 5 erreicht, welche optimale Voraussetzungen
für die Ausbildung eines gleichmäßigen Gefüges im fertigen Gussteil bildet. Eine Schaumbildung
auf der Schmelze wird so weitestgehend unterbunden. Ebenfalls aufgrund des ruhigen
Füllvorgangs ist das erhaltene Gussteil weitestgehend frei von Einschlüssen oder anderen
Schadstellen. Verschmutzungen und Oxide, die solche Einschlüsse verursachen könnten,
sammeln sich in einer oberen Schicht des in der Ausnehmung 12 aus restlicher Schmelze
S gebildeten Speiservolumens SV, wogegen in der Gießwanne 15 allenfalls kleine Reste
zurückbleiben, die leicht entfernt werden können.
BEZUGSZEICHEN
[0057]
- ß1
- Zwischen der Oberseite des Badspiegels BS und der Hauptebene HE eingeschlossener Winkel
- ß2
- Schwenkwinkel
- BS
- Badspiegel der in der Gießwanne 15 vorhandenen Metallschmelze S
- G
- Gießmaschine
- HS
- Schwenkachse
- HE
- Hauptebene der Bezugsseitenwand (Seitenwand 7)
- S
- Metallschmelze
- SV
- Speiser
- O
- Oberseite der Gießwanne 15
- VW
- die Ausrichtung der Wandflächen 24 anzeigende Vektoren
- 1
- Gestell
- 2
- Trägerplatte
- 3
- Schwenkantrieb
- 4
- Montagefläche
- 5
- Gießform
- 6
- Boden
- 7
- Seitenwand (Bezugsseitenwand)
- 8
- Seitenwand
- 9
- Deckel
- 10
- Formhohlraum
- 11
- Gießkern
- 12
- Ausnehmung
- 13
- Anschnitte
- 14
- Schwenk- und Positioniereinrichtung
- 15
- Gießwanne
- 16
- Ausgussseite
- 17
- Außenseite des Deckels 9
- 18
- Boden der Gießwanne 15
- 19, 20
- Längsseitenwände der Gießwanne 15
- 21
- Rückwand der Gießwanne 15
- 22
- Gießwannenraum
- 23
- Anlauffläche der Gießwanne 15
- 24
- Wandflächen der Seitenwand 7
- 25
- Gießlöffel
- 26
- Gießstrahl
1. Verfahren für die gießtechnische Erzeugung von Gussteilen aus einer Metallschmelze
unter Einsatz
- einer in einer Gießmaschine (G) um eine horizontal ausgerichtete Schwenkachse (HS)
schwenkbar gelagerten Gießform (5), die einen das jeweils zu gießende Gussteil abbildenden
Formhohlraum (10) umgrenzt und
- einen den Formhohlraum (10) an seiner einen Seite begrenzenden Deckel (9), an dem
mindestens eine Einfüllöffnung (13) zum Einleiten von Metallschmelze (S) in den Formhohlraum
(10) vorgesehen ist,
- eine mit dem Deckel (9) zusammenstoßende Bezugsseitenwand (7), die den Formhohlraum
(10) an seiner einen Seite mit Wandflächen (24) begrenzt, in die eine achsparallel
zur Schwenkachse (HS) verlaufende Hauptebene (HE) der Bezugsseitenwand (7) so gelegt
ist, dass ihre Ausrichtung dem Mittel der Ausrichtungen (VW) der Wandflächen (24)
angenähert ist, die sich jeweils ebenfalls in einer parallel zur Schwenkachse (HS)
ausgerichteten Richtung erstrecken,
- einen Boden (6) aufweist, dessen dem Formhohlraum (10) zugeordnete Bodenflächen
den bodenseitigen Abschluss des Gussteils abbilden,
und
- einer Gießwanne (15), die an ihrer Eingussseite zum Eingießen der Metallschmelze
in die Gießwanne (15) und einer mit der Eingussseite sowie einem Boden der Gießwanne
(15) zusammenstoßenden Ausgussseite jeweils mindestens abschnittsweise offen ist,
über die die in die Gießwanne (15) gefüllte Metallschmelze im Gießbetrieb aus der
Gießwanne (15) in die Gießform (5) abfließt,
wobei die Gießwanne (15) an der Gießform (5) derart angeordnet wird, dass ihre Ausgussseite
(16) am Deckel (9) der Gießform (5) anliegt und der Boden (18) der Gießwanne (15)
der Bezugsseitenwand (7) zugeordnet ist, wobei die Eingussöffnung (13) der Gießform
(5) und der offene Abschnitt der Ausgussseite (16) einander mindestens überschneiden,
gekennzeichnet durch folgende Arbeitsschritte:
- Schwenken der Gießform (5) in eine Eingussstellung, in der die Hauptebene (HE) der
Bezugsseitenwand (7) mit dem Badspiegel (BS) einer in die Gießwanne (15) zu füllenden
Metallschmelzenportion (S) einen Winkel ß1, der kleiner als 180° ist, einschließt
und der Badspiegel (BS) der in die Gießwanne (15) zu füllenden Metallschmelzenportion
(S) sich unterhalb der Einfüllöffnung (13) der Gießform (5) befindet;
- Füllen der in der Eingussstellung stehenden Gießwanne (15) mit der zum Befüllen
der Gießform (5) ausreichenden Metallschmelzenportion (S);
und
- Verschwenken der Gießform (5) mit der an ihr angeordneten Gießwanne (15) um die
Schwenkachse (HS) in eine Schwenkrichtung, in der in Folge der Verschwenkung Metallschmelze
(S) aus der Gießwanne (15) in die Gießform (5) fließt, wobei das Verschwenken fortgesetzt
wird, bis eine Endstellung erreicht ist, in der die Gießform (5) mit Metallschmelze
(S) gefüllt ist, und wobei der zwischen der Hauptebene (HE) der Bezugsseitenwand (7)
und dem Badspiegel (BS) der in der Gießwanne (15) jeweils enthaltenen Metallschmelzenportion
(S) jeweils eingeschlossene Winkel ß1 mindestens solange stets kleiner 180° ist, bis
die in die Gießform (5) einströmende Schmelze den Boden (6) der Gießform (5) trifft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (18) der Gießwanne (15) auf seiner der Metallschmelze (S) zugewandten Seite
eben ist.
3. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine an der Innenseite der Gießwanne (15) ausgebildete Bodenfläche mit dem Boden
(6) der Gießform (5) einen rechten Winkel einschließt.
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die der Gießform (5) zugeordnete Ausgussseite (16) der Gießwanne (15) offen ist.
5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Einfüllöffnung (13) der Gießform (5) über die der Gießwanne (15) zugeordnete
Seite des Deckels (9) der Gießform (5) erstreckt.
6. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in den Deckel (9) der Gießform (5) eine Ausnehmung (12) eingeformt ist, die bei fertig
verschwenkter Gießform (5) ein als Speiser (SV) dienendes Schmelzenvolumen aufnimmt.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der der Metallschmelze (S) zugewandten Seite einer der geschlossenen Wände (21)
der Gießwanne (15) eine ausgehend von dem Boden (18) in Richtung des oberen freien
Rands dieser Wand (21) ansteigende Anlauffläche (23) ausgebildet ist, gegen die die
Metallschmelze beim Eingießen der Metallschmelze in die Gießwanne (15) gerichtet wird.
8. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel ß1 bei in Eingussstellung befindlicher Gießform (5) 120 - 160° beträgt.
9. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Deckel (9) als Eingussöffnungen zwei oder mehr Anschnitte (13) münden, über
die die Schmelze beim Verschwenken in die Endstellung in den Formhohlraum (10) der
Gießform (5) strömt.
10. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallschmelze (S) beim Verschwenken in die Endstellung direkt gegen den Deckel
(9) der Gießform (5) läuft und in die dort jeweils vorhandene Eingussöffnung (13)
einströmt.
11. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der von der Gießform (5) mit der daran angeordneten Gießwanne (15) zwischen der Eingussstellung
und der Endstellung zurückgelegte Schwenkwinkel 110 - 160° beträgt.
12. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse (HS) durch oder nahe dem Boden (6) der Gießform (5) verläuft.
13. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallschmelze (S) eine Leichtmetallschmelze ist.
14. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zu gießende Gussteil ein Zylinderkopf oder ein Kurbelgehäuse für einen Verbrennungsmotor
ist.
1. Method for casting cast parts from a molten metal using
- a casting mould (5) pivotably mounted about a horizontally aligned pivot axis (HS)
in a casting machine (G), the casting mould (5) defining a mould cavity (10) shaping
the cast part to be cast in each case and having
- a lid (9) delimiting the mould cavity (10) on its one side, on which at least one
filling opening (13) is provided for feeding molten metal (S) into the mould cavity
(10),
- a reference side wall (7) abutting on the lid (9) and delimiting the mould cavity
(10) on its one side with wall areas (24), into which a main plane (HE) of the reference
side wall (7) running axially parallel to the pivot axis (HS) is placed in such a
way that its alignment is approximated to the average of the alignments (VW) of the
wall areas (24), which also in each case extend in a direction aligned parallel to
the pivot axis (HS), and
- a bottom (6) whose bottom areas assigned to the mould cavity (10) shape the bottom
end of the cast part,
and using
- a tundish (15) which on its pouring-in side for pouring the molten metal into the
tundish (15) and on a pouring-out side abutting on the pouring-in side and on a bottom
of the tundish (15) is at least in sections open in each case, via which the molten
metal filled into the tundish (15) in casting operation flows out of the tundish (15)
into the casting mould (5),
wherein:
- the tundish (15) is arranged on the casting mould (5) in such a way that its pouring-out
side (16) butts against the lid (9) of the casting mould (5) and the bottom (18) of
the tundish (15) is assigned to the reference side wall (7), wherein the pouring-in
opening (13) of the casting mould (5) and the open section of the pouring-out side
(16) at least overlap one another,
characterised by the following production steps:
- pivoting the casting mould (5) into a pouring-in position, in which the main plane
(HE) of the reference side wall (7) encloses an angle β1 that is less than 180° with
the bath level (BS) of a molten metal portion (S) to be filled into the tundish (15)
and the bath level (BS) of the molten metal portion (S) to be filled into the tundish
(15) is located below the filling opening (13) of the casting mould (5);
- filling the tundish (15), which is in the pouring-in position, with the molten metal
portion (S) which is sufficient for filling the casting mould (5);
and
- pivoting the casting mould (5) with the tundish (15) arranged on it about the pivot
axis (HS) into a pivot direction, in which as a result of the pivoting molten metal
(S) flows out of the tundish (15) into the casting mould (5), wherein the pivoting
is continued until an end position is reached, in which the casting mould (5) is filled
with molten metal (S), and wherein the angle β1 enclosed in each case between the
main plane (HE) of the reference side wall (7) and the bath level (BS) of the molten
metal portion (S), which is contained in the tundish (15) in each case, is at least
constantly less than 180° until the melt flowing into the casting mould (5) hits the
bottom (6) of the casting mould (5).
2. Method according to Claim 1, characterised in that the bottom (18) of the tundish (15) is flat on its side facing the molten metal (S).
3. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that a bottom area formed on the inside of the tundish (15) encloses a right angle with
the bottom (6) of the casting mould (5).
4. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the pouring-out side (16) of the tundish (15) assigned to the casting mould (5) is
open.
5. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the filling opening (13) of the casting mould (5) extends over the side of the lid
(9) of the casting mould (5) assigned to the tundish (15).
6. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that a recess (12) is formed into the lid (9) of the casting mould (5), which when the
casting mould (5) is completely pivoted takes up a melt volume which serves as a feeder
(SV).
7. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that an inflow surface (23) is formed on the side of one of the closed walls (21) of the
tundish (15) facing the molten metal (S), this inflow surface (23) being inclined
starting from the bottom (18) in the direction of the upper free edge of this wall
(21) and at which the molten metal is directed when the molten metal is poured into
the tundish (15).
8. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the angle β1 is 120 - 160° when the casting mould (5) is in the pouring-in position.
9. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that two or more ingates (13) open out onto the lid (9) as pouring-in openings, via which
the melt flows into the mould cavity (10) of the casting mould (5) when pivoting into
the end position.
10. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the molten metal (S) when pivoting into the end position runs directly against the
lid (9) of the casting mould (5) and flows into the respectively available pouring-in
opening (13) there.
11. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the pivot angle covered by the casting mould (5) with the tundish (15) arranged on
it between the pouring-in position and the end position is 110 - 160°.
12. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the pivot axis (HS) runs through or close to the bottom (6) of the casting mould
(5).
13. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the molten metal (S) is a light metal melt.
14. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the cast part to be cast is a cylinder head or a crankcase for an internal combustion
engine.
1. Procédé d'obtention, par une technique de coulée, de pièces à couler à partir de métal
en fusion, en utilisant
- un moule (5) logé dans une machine de coulée (G), en une position autorisant sa
rotation autour d'un axe de rotation horizontal (HS) lequel moule délimite une cavité
de moule (10) donnant forme à chaque pièce à couler, et
- un couvercle (9), délimitant sur l'une de ses faces la cavité de moule (10) lequel
est pourvu d'au moins un orifice de remplissage (13) pour l'introduction du métal
en fusion (S) dans la cavité de moule (10),
- une paroi latérale de référence (7), jointe bout à bout au couvercle (9), qui, par
des parois latérales (24), délimite sur l'une de ses faces, la cavité de moule (10),
dans laquelle s'étend, parallèlement à l'axe de rotation (HS), un plan principal (HE),
disposé face à la paroi latérale de référence (7), de telle sorte que son orientation
se rapproche du centre des orientations (VW) des parois (24), qui s'étendent aussi,
chacune, dans une direction parallèle à l'axe de rotation (HS),
- qui présente un fond (6) dont les faces inférieures aménagées dans la cavité de
moule (10) forment l'arête du fond de la pièce à couler,
et
- un panier de coulée (15), ouvert au moins par moment sur sa face d'alimentation
pour laisser couler le métal en fusion dans le panier de coulée (15) et sur une face
d'évacuation, jointe bout à bout à la face d'alimentation ainsi qu'au fond du panier
de coulée (15), à travers lequel le métal en fusion, dont le panier de coulée (15)
est rempli, s'écoule pendant les opérations de coulée hors du panier de coulée (15)
dans le moule (5),
étant entendu que le panier de coulée (15) est agencé sur le moule (5) de telle sorte
que sa face d'évacuation (16) est en appui contre le couvercle (9) du moule (5) et
que le fond (18) du panier de coulée (15) est associé à la paroi latérale de référence
(7), auquel cas l'orifice de coulée (13) du moule (5) et l'incision ouverte dans la
face d'évacuation (16) sont, à tout le moins, en chevauchement,
caractérisé par les étapes de travail suivantes :
- pivotement du moule (5) dans une position de coulée dans laquelle le plan principal
(HE) de la paroi latérale de référence (7) forme, avec le niveau du bain (BS) d'une
portion de métal en fusion (S) à introduire dans le panier de coulée (15), un angle
ß1 inférieur à 180°, et le niveau du bain (BS) de la partie de métal en fusion (S)
à introduire dans le panier de coulée (15) se situe en dessous de l'orifice de remplissage
(13) du moule (5) ;
- remplissage du panier de coulée (15) se trouvant en position de coulée avec une
portion de métal en fusion (S) suffisante pour remplir le moule (5) ;
et
- rotation du moule (5), avec le panier de coulée (15) lui faisant face, autour de
l'axe de rotation (HS) en une position de pivotement dans laquelle, du fait du mouvement
de pivotement, le métal en fusion (S) s'écoule du panier de coulée (15) dans le moule
(5), étant entendu que le mouvement de pivotement se poursuivra jusqu'à une position
finale, dans laquelle le moule (5) est rempli de métal en fusion (S), et étant entendu
que l'angle ß1, formé, dans chaque cas, entre le plan principal (HE) de la paroi latérale
de référence (7) et le niveau du bain (BS) de chaque portion de métal en fusion (S)
contenu dans le panier de coulée (15), reste inférieur à 180° jusqu'à ce que la matière
en fusion s'écoulant dans le moule (5) atteigne le fond (6) du moule (5).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le fond (18) du panier de coulée (15) est plat sur sa face tournée vers le métal
en fusion (S).
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un plan constitué par le fond du panier de coulée (15) sur la face intérieure du panier
de coulée (15) forme un angle droit avec le fond (6) du moule (5).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la face d'évacuation (16) du panier de coulée (15) tournée vers le moule (5) est
ouverte.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'orifice de remplissage (13) du moule (5) s'étend sur la face du couvercle (9) du
moule (5) tournée vers le panier de coulée (15).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une cavité (12) est formée dans le couvercle (9) du moule (5) qui, lorsque le moule
(5) a terminé son mouvement de rotation, recueille un volume en fusion servant de
masselotte (SV).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, sur la face tournée vers le métal en fusion (S) d'une des parois fermées (21) du
panier de coulée (15), est formée une surface de butée relevée (23), partant du fond
(18) et se dirigeant vers le bord libre supérieur de cette paroi (21), contre laquelle
est dirigé le métal en fusion lors de la coulée du métal en fusion dans le panier
de coulée (15).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'angle ß1 est de 120 - 160° lorsque le moule (5) se trouve en position de recevoir
la coulée.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que deux ou plusieurs points d'injection (13) débouchent dans le couvercle (9), servant
d'orifices de coulée, par lesquels la matière en fusion, lors du mouvement de pivotement
en position finale, s'écoule dans la cavité de moule (10) du moule (5).
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, lors du mouvement de pivotement en position finale, le métal en fusion (S) se dirige
directement contre le couvercle (9) du moule (5) et afflue dans chaque orifice de
coulée (13) situé à cet emplacement.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'angle de pivotement parcouru par le moule (5) et le panier de coulée (15) y étant
agencé, depuis la position de coulée jusqu'à la position finale, est de 110 - 160°.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'axe de pivotement (HS) traverse le moule (5) ou est proche du fond (6) de celui-ci
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le métal en fusion (S) est un métal en fusion léger.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la pièce à couler est une culasse ou un carter de moteur pour un moteur à combustion
interne.