[0002] Die Druckschrift
DE 10 2012 101920 A1 offenbart ein optoelektronisches Bauelement mit einem Konversionsmaterial, das einen
ersten Leuchtstoff und einen zweiten Leuchtstoff umfasst.
[0003] Die Druckschrift
WO 2011/022399 A1 offenbart eine Leuchtstoffmischung für eine LED-Lichtquelle.
[0004] Die Druckschrift
US 2012/0075549 A1 offenbart eine weißlichtemittierende Diode mit einem grünen Leuchtstoffmaterial und
einem orangefarbenen Leuchtstoffmaterial.
[0005] Die Druckschrift
WO 2008/065567 A1 offenbart ein Beleuchtungssystem mit einem lumineszierenden Material, das zumindest
einen ersten Leuchtstoff umfasst.
[0006] Die Druckschrift
EP 2432037 A1 offenbart ein weißlichtemittierendes Halbleiterbauelement.
[0007] Die Druckschrift
US 2011/0220929 A1 offenbart warmweiße LEDs mit einem luminophoren Medium.
[0008] Die Druckschrift
DE 10 2009 037732 A1 offenbart eine Konversion-LED mit einer Leuchtstoffmischung.
[0009] Es werden eine Leuchtstoffmischung, ein Licht emittierendes Halbleiterbauelement
mit einer Leuchtstoffmischung und eine Straßenlaterne mit einer Leuchtstoffmischung
angegeben.
[0010] Weißlicht emittierende Dioden haben eine wesentliche Bedeutung für die Allgemeinbeleuchtung.
Für Anwendungen in der Außenbeleuchtung, beispielsweise zur Beleuchtung von Straßen,
wird häufig ein Farbwiedergabeindex von mindestens 70 gefordert. Um eine große Vielfalt
an Verkehrs- und Straßensituationen adäquat beleuchten zu können ist zudem eine große
Flexibilität bezüglich der realisierbaren Farbtemperatur, beispielsweise in einem
Bereich von 3000 K bis 6500 K wünschenswert. Da die Umgebungsbedingungen bei der Straßenbeleuchtung,
etwa die Umgebungstemperatur, stark schwanken können, ist zudem eine hohe Stabilität
des Farborts und der Helligkeit bei wechselnden Temperaturen von großem Vorteil. Weiterhin
muss eine Licht emittierende Diode zum Einsatz in der Straßenbeleuchtung eine sehr
hohe Alterungsstabilität, insbesondere gegen Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit, aufweisen.
Gleichzeitig soll die Systemeffizienz aus Gründen der Energieeinsparung und der Minimierung
der Kosten möglichst hoch sein.
[0011] Zumindest eine Aufgabe von bestimmten Ausführungsformen ist es, eine Leuchtstoffmischung
anzugeben, die dazu geeignet ist, Licht mit einem möglichst hohen Farbwiedergabeindex
über einen möglichst großen Temperaturbereich zu erzeugen. Aufgaben von weiteren Ausführungsformen
sind es, ein Licht emittierendes Halbleiterbauelement sowie eine Straßenlaterne mit
einer solchen Leuchtstoffmischung anzugeben.
[0012] Diese Aufgaben werden durch Gegenstände gemäß den unabhängigen Patentansprüchen gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Gegenstände sind in den abhängigen
Ansprüchen gekennzeichnet und gehen weiterhin aus der nachfolgenden Beschreibung und
den Zeichnungen hervor.
[0013] Erfindungsgemäß weist eine Leuchtstoffmischung einen ersten Leuchtstoff und einen
zweiten Leuchtstoff auf. Der erste Leuchtstoff weist ein Emissionsspektrum mit einem
relativen Intensitätsmaximum im gelblich-grünen Spektralbereich auf. Der zweite Leuchtstoff
weist ein Emissionsspektrum mit einem relativen Intensitätsmaximum im orange-roten
Spektralbereich auf. Der erste Leuchtstoff weist ein relatives Intensitätsmaximum
bei einer Wellenlänge von größer oder gleich 540 nm und kleiner oder gleich 560 nm
und der zweite Leuchtstoff ein relatives Intensitätsmaximum bei einer Wellenlänge
von größer oder gleich 600 nm und kleiner oder gleich 620 nm auf. Die Leuchtstoffe
weisen die Emissionsspektren mit den angegebenen relativen Intensitätsmaxima bei Anregung
mit blauem Licht auf.
[0014] Insbesondere kann die Leuchtstoffmischung dazu vorgesehen und geeignet sein, bei
Anregung mit Licht aus dem blauen Spektralbereich Licht mit einem Farbort der CIE-Normfarbtafel
in einem weißen Bereich zu erzeugen. Hierzu wandelt der erste Leuchtstoff bevorzugt
einen Teil von eingestrahltem Licht in einem ersten Wellenlängenbereich, insbesondere
blauem Licht, in Licht in einem zweiten Wellenlängenbereich, insbesondere in gelblich-grünes
Licht, um, während der zweite Leuchtstoff einen weiteren Teil des eingestrahlten Lichts
im ersten Wellenlängenbereich in Licht in einem dritten Wellenlängenbereich, insbesondere
in orange-rotes Licht, umwandelt. Besonders bevorzugt bleibt ein Teil des eingestrahlten
Lichts im ersten Wellenlängenbereich unkonvertiert, so dass Mischlicht entsteht, das
sich vorzugsweise aus blauem unkonvertierten Licht des ersten Wellenlängenbereichs
sowie gelblich-grünes durch den ersten Leuchtstoff konvertiertes Licht des zweiten
Wellenlängenbereichs und orange-rotem konvertiertem Licht des dritten Wellenlängenbereichs
zusammensetzt.
[0015] Erfindungsgemäß weist das von der Leuchtstoffmischung bei Anregung mit blauem Licht
erzeugte Licht einen Farbort mit einer Farbtemperatur zwischen einschließlich 3000
K und einschließlich 6500 K auf. Der Begriff "Farbtemperatur" kann hier und im Folgenden
die Farbtemperatur eines planckschen Schwarzkörperstrahlers bezeichnen oder auch die
dem Fachmann bekannte so genannte korrelierte Farbtemperatur ("correlated color temperature",
CCT) im Falle eines weißen Leuchteindrucks, der durch Farbortkoordinaten charakterisiert
wird, die von den Farbortkoordinaten der planckschen Schwarzkörperstrahler abweichen.
Der Farbwiedergabeindex des von der Leuchtstoffmischung bei Anregung mit blauem Licht
erzeugten Lichtes beträgt mindestens 65 und bevorzugt mindestens 70. Besonders bevorzugt
ist die Leuchtstoffmischung dazu geeignet, stabil gegenüber Betriebstemperaturen von
größer oder gleich 85°C zu sein.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der erste Leuchtstoff ein Granatleuchtstoff.
Insbesondere kann der erste Leuchtstoff aus dem Materialsystem (Y, Lu, Gd, Ce)
3(Al, Ga)
5O
12 ausgewählt sein. Als alternative Bezeichnung für hier und im Folgenden beschriebene
Granatleuchtstoffe, die Ce enthalten, kann auch die Schreibweise "...:Ce" verwendet
werden, also beispielsweise (Y, Lu, Gd)
3(Al, Ga)
5O
12:Ce.
[0017] Die hier und im Folgenden für den ersten und zweiten Leuchtstoff angegebenen Materialsysteme
sind in Bezug auf die Summenformeln nicht streng mathematisch zu verstehen. Vielmehr
können der erste und zweite Leuchtstoff immer noch unter die angegebenen Summenformeln
gefasst werden, wenn zu einem geringen Grad zusätzlich Materialien, beispielsweise
Verunreinigungen, enthalten sind. Im Fall von Granatleuchtstoffen kann beispielsweise
der Sauerstoff zu einem geringen Teil durch Materialien wie etwa N, F, Cl, Br ersetzt
sein.
Erfindungsgemäß ist der erste Leuchtstoff ausgewählt aus dem Materialsystem
[0018] (Y, Lu, Ce)
3Al
5O
12 mit einem Ce-Gehalt von größer oder gleich 0,5% und kleiner oder gleich 5% und einem
Y-Gehalt von größer oder gleich 0% und kleiner oder gleich 20%. Besonders bevorzugt
kann der Ce-Gehalt größer oder gleich 1% und kleiner oder gleich 3% sein. Der Y-Gehalt
kann besonders bevorzugt größer oder gleich 5% und kleiner oder gleich 20% sein. Soweit
nicht anders angegeben, werden hier und im Folgenden mit Prozentangaben im Zusammenhang
mit Leuchtstoffzusammensetzungen Mol-% bezeichnet. Weiterhin kann auch ein Teil des
Al durch Ga substituiert sein. Besonders bevorzugt weist der erste Leuchtstoff mit
der angegebenen Zusammensetzung einen Emissionsbereich mit einem Intensitätsmaximum
im Bereich von größer oder gleich 540 nm und kleiner oder gleich 560 nm auf.
[0019] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der zweite Leuchtstoff ein Nitridosilikat-Leuchtstoff.
Erfindungsgemäß ist der zweite Leuchtstoff ausgewählt aus den Materialsystemen (Ca,
Sr, Ba, Eu)2Si
5N
8 und (Ca, Sr, Eu)AlSiN
3•Si
2N
2O. Als alternative Bezeichnung für hier und im Folgenden beschriebene Nitridosilikat-Leuchtstoffe,
die Eu enthalten, kann auch die Schreibweise "...:Eu" verwendet werden, also beispielsweise
(Ca, Sr, Ba)
2Si
5N
8:Eu. Weiterhin kann der zweite Leuchtstoff aus einem Materialsystem ausgewählt sein,
das in der Patentanmeldung
DE 10 2013 222 144.4 beschrieben ist, deren Offenbarungsgehalt hiermit diesbezüglich vollumfänglich durch
Rückbezug aufgenommen wird. Der zweite Leuchtstoff weist besonders bevorzugt eine
Peakwellenlänge der Emission, also ein relatives Intensitätsmaximum, bei einer Wellenlänge
im Bereich von größer oder gleich 600 nm und kleiner oder gleich 620 nm und besonders
bevorzugt im Bereich von größer oder gleich 605 nm und kleiner oder gleich 615 nm
auf. Wie bereits oben beschrieben kann der zweite Leuchtstoff wie auch der erste Leuchtstoff
auch dann noch unter die angegebenen Materialsysteme fallen, wenn er zu einem geringen
Grad zusätzliche Materialien wie etwa Verunreinigungen aufweist. Solche zusätzlichen
Materialien können beispielsweise F, Cl, Br, C, O, B, Al sein.
[0020] Es wird auch beschrieben, dass der zweite Leuchtstoff aus den Materialsystem (Ca,
Sr, Eu)AlSiN
3 ausgewählt sein kann.
[0021] Erfindungsgemäß ist der zweite Leuchtstoff ausgewählt aus dem Materialsystem
(Ca, Sr, Ba, Eu)2Si
5N
8 mit einem Eu-Gehalt von größer oder gleich 1% und kleiner oder gleich 2,5%, mit einem
Ba-Gehalt von größer oder gleich 45% und kleiner oder gleich 55% und mit einem Ca-Gehalt
von größer oder gleich 0% und kleiner oder gleich 10%. Hierbei ist der Sr-Gehalt so
gewählt, dass die Summe der Erdalkalimetalle und Europium, also die Summe der Eu-,
Ba-, Ca- und Sr-Gehalte, 100% ergibt. Ein solcher zweiter Leuchtstoff kann sich neben
einer hohen Konversionseffizienz, Temperaturstabilität der Emission und chemischen
Beständigkeit auch durch eine sehr hohe Stabilität gegenüber Strahlung, hohen Temperaturen,
Feuchtigkeit und Kombinationen daraus auszeichnen.
[0022] Es wird auch beschrieben, dass der zweite Leuchtstoff ausgewählt ist aus dem Materialsystem
(Ca, Sr, Ba, Eu)
2Si
5N
8 mit einem Eu-Gehalt von größer oder gleich 0,5% und kleiner oder gleich 4%, mit einem
Ba-Gehalt von größer oder gleich 30% und kleiner oder gleich 70% und mit einem Ca-Gehalt
von größer oder gleich 0% und kleiner oder gleich 20%.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der zweite Leuchtstoff ausgewählt aus dem
Materialsystem
(Ca, Sr, Eu)AlSiN
3•Si
2N
2O mit einem Eu-Gehalt von größer oder gleich 0,1% und kleiner oder gleich 2% und mit
einem Sr-Gehalt von größer oder gleich 60% und kleiner oder gleich 100%. Hierbei ist
der Ca-Gehalt so gewählt, dass die Summe der Eu-, Sr- und Ca-Gehalte 100% ergibt.
Bevorzugt ist der zweite Leuchtstoff so gewählt, dass der Eu-Gehalt größer oder gleich
0,3% und kleiner oder gleich 1% und/oder der Sr-Gehalt größer oder gleich 80% und
kleiner oder gleich 100% sind.
[0024] Besonders bevorzugt weist das Anregungsspektrum des ersten und/oder des zweiten Leuchtstoffs
im blauen Spektralbereich bei einer Wellenlänge von größer oder gleich 440 nm und
kleiner oder gleich 460 nm und bevorzugt von größer oder gleich 445 nm und kleiner
oder gleich 455 nm ein relatives Maximum auf.
[0025] Die Leuchtstoffmischung kann beispielsweise aus Leuchtstoffpartikeln gebildet sein.
Das bedeutet, dass der erste Leuchtstoff und/oder der zweite Leuchtstoff in Form von
Partikeln in der Leuchtstoffmischung vorliegen, wobei eine Vielzahl an ersten Partikeln
den ersten Leuchtstoff aufweist oder aus dem ersten Leuchtstoff gebildet ist und eine
Vielzahl an zweiten Partikeln den zweiten Leuchtstoff aufweist oder aus dem zweiten
Leuchtstoff gebildet ist.
[0026] Die Partikel des ersten Leuchtstoffs und/oder die Partikel des zweiten Leuchtstoffs
weisen bevorzugt eine mittlere Korngröße zwischen einschließlich 5 µm und einschließlich
50 µm und besonders bevorzugt zwischen einschließlich 10 µm und einschließlich 30
µm auf.
[0027] Die Partikel der Leuchtstoffe können weiterhin eine Beschichtung aufweisen. Insbesondere
für einen zweiten Leuchtstoff ausgewählt aus dem Materialsystem (Ca, Sr, Eu)AlSiN
3•Si
2N
2O ist eine Beschichtung mit einem inerten Material, beispielsweise SiO
2 und/oder Al
2O
3, vorteilhaft, um den Leuchtstoff zu stabilisieren, da die Wirtsstruktur eine intrinsische
Instabilität gegenüber Feuchtigkeit zeigt, die zu einer raschen Degradation unter
Bedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit führen kann.
[0028] Weiterhin ist es auch möglich, dass die Leuchtstoffmischung aus verschiedenen Schichten
gebildet ist, wobei eine erste Schicht den ersten Leuchtstoff aufweist oder aus dem
ersten Leuchtstoff gebildet ist und eine zweite Schicht den zweiten Leuchtstoff aufweist
oder aus dem zweiten Leuchtstoff gebildet ist.
[0029] Die hier beschriebenen Leuchtstoffe weisen zu den vorab beschriebenen Vorteilen den
weiteren Vorteil auf, dass sie ein besonders geringes Quenching-Verhalten bei thermischer
Belastung, also eine im Vergleich zu anderen Leuchtstoffen geringere Reduktion der
Konversionseffizienz bei hohen Temperaturen, aufweisen. Weiterhin zeigen die hier
beschriebenen Leuchtstoffe auch eine hohe Beständigkeit gegenüber Strahlung und Feuchtigkeit.
[0030] Besonders bevorzugt ist die Leuchtstoffmischung frei von einem weiteren wellenlängenkonvertierenden
Material. Mit anderen Worten erfolgt Wellenlängenkonversion bei der hier vorgeschlagenen
Leuchtstoffmischung besonders bevorzugt lediglich durch den ersten Leuchtstoff und
durch den zweiten Leuchtstoff. Unter Wellenlängenkonversion wird vorliegend verstanden,
dass der Leuchtstoff eingestrahltes Licht eines bestimmten Wellenlängenbereichs absorbiert,
diese Strahlung in Strahlung eines anderen Wellenlängenbereichs umwandelt und wieder
emittiert. Insbesondere reine Streuung, Absorption oder Reflexion ohne Umwandlung
in Strahlung einer anderen Wellenlänge wird vorliegend nicht als Wellenlängenkonversion
verstanden.
[0031] Gemäß einer Ausführungsform weist der erste Leuchtstoff zu dem zweiten Leuchtstoff,
bezogen auf das Gewicht, ein Verhältnis von kleiner oder gleich 100:1 oder 60:1 oder
40:1 und größer oder gleich 2:1 oder 1:1 oder 0,5:1 auf.
[0032] Insbesondere ist die Leuchtstoffmischung gemäß den vorab beschriebenen Ausführungsformen
dazu geeignet, in Verbindung mit einem Licht emittierenden Halbleiterchip in einem
Licht emittierenden Halbleiterbauelement verwendet zu werden. Der Licht emittierende
Halbleiterchip sendet im Betrieb besonders bevorzugt Licht in einem ersten Wellenlängenbereich
aus und die beschriebene Leuchtstoffmischung wandelt zumindest einen Teil der von
dem Licht emittierender Halbleiterchip ausgesandten Strahlung in Licht des zweiten
und des dritten Wellenlängenbereichs um, wobei der erste, der zweite und der dritte
Wellenlängenbereich voneinander verschieden sind. Dass der erste, zweite und dritte
Wellenlängenbereich voneinander verschieden sind, kann insbesondere bedeuten, dass
die Wellenlängenbereiche voneinander verschiedene Intensitätsmaxima aufweisen. Darüber
hinaus können die verschiedenen Wellenlängenbereiche aber auch teilweise überlappen.
Bei dem ersten Wellenlängenbereich handelt es sich bevorzugt um das Emissionsspektrum
des Licht emittierenden Halbleiterchips. Bei dem zweiten Wellenlängenbereich handelt
es sich bevorzugt um das Emissionsspektrum des ersten Leuchtstoffs. Bei dem dritten
Wellenlängenbereich handelt es sich bevorzugt um das Emissionsspektrum des zweiten
Leuchtstoffs.
[0033] Der Licht emittierende Halbleiterchip ist hierbei dazu vorgesehen, die Leuchtstoffmischung
zur Wellenlängenkonversion anzuregen. Der Licht emittierende Halbleiterchip sendet
daher besonders bevorzugt von einer Lichtaustrittsfläche Licht im ersten Wellenlängenbereich
aus dem blauen Spektralbereich aus. Besonders bevorzugt sendet der Licht emittierende
Halbleiterchip Licht aus, das an das Anregungsspektrum des ersten Leuchtstoffs und/oder
des zweiten Leuchtstoffs angepasst ist. Besonders bevorzugt weist das Emissionsspektrum
des Licht emittierenden Halbleiterchips zumindest ein relatives oder ein absolutes
Maximum auf, das von einem relativen oder einem absoluten Maximum des Anregungsspektrums
des ersten Leuchtstoffs um nicht mehr als 20 nm und bevorzugt um nicht mehr als 10
nm abweicht.
[0034] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist der erste Wellenlängenbereich, also das
Emissionsspektrum des Licht emittierenden Halbleiterchips, eine Dominanzwellenlänge
von größer oder gleich 440 nm und kleiner oder gleich 460 nm und bevorzugt von größer
oder gleich 445 nm und kleiner oder gleich 455 nm auf. Die Dominanzwellenlänge ist
hierbei insbesondere nicht mit einer Peak-Wellenlänge gleichzusetzen. Die Dominanzwellenlänge
korrespondiert zu dem Wert des Schnittpunkts der Konturlinie des CIE-Diagramms, also
der Spektralfarblinie im CIE-Diagramm, mit der Verbindungslinie zwischen dem Farbort
des angegebenen Lichts und dem Unbuntpunkt mit den Farbortkoordinaten cx = cy = 1/3.
[0035] Insbesondere im Fall, dass die Leuchtstoffmischung wie oben beschrieben Leuchtstoffpartikel
aufweist, sind diese gemäß einer Ausführungsform in ein Harz, bevorzugt ein Silikon
oder Epoxid, eingebracht. Das Harz mit den Leuchtstoffpartikeln ist beispielsweise
in Form einer Wellenlängenkonversionsschicht auf dem Licht emittierender Halbleiterchip
angeordnet. Weiterhin ist es auch möglich, dass das Harz mit den Leuchtstoffpartikeln
in Form eines Volumenvergusses über dem Licht emittierender Halbleiterchip angeordnet
ist. Hierbei ist der Licht emittierende Halbleiterchip bevorzugt in einer Ausnehmung
eines Bauelementgehäuses angeordnet, in die der Verguss eingefüllt ist, so dass der
Licht emittierende Halbleiterchip von dem Verguss umhüllt ist.
[0036] Weiterhin versteht es sich, dass die Leuchtstoffmischung auf jede andere Art und
Weise derart innerhalb des Licht emittierenden Halbleiterbauelements angeordnet sein
kann, dass ein gewünschter Teil des von dem Licht emittierenden Halbleiterchip ausgesandten
primären Lichts im ersten Wellenlängenbereich durch die Leuchtstoffmischung hindurch
tritt oder auf die Leuchtstoffmischung auftritt und von dieser konvertiert wird.
[0037] Besonders bevorzugt sendet das Licht emittierende Halbleiterbauelement mischfarbiges
Licht aus, das sich aus Licht des ersten Wellenlängenbereichs und Licht der zwei weiteren
Wellenlängenbereiche zusammensetzt und einen Farbort im weißen Bereich der CIE-Normfarbtafel
aufweist. Besonders bevorzugt weist das vom Licht emittierenden Halbleiterbauelement
abgestrahlte Licht einen Farbwiedergabeindex von größer oder gleich 65 und besonders
bevorzugt von größer oder gleich 70 bei einer Farbtemperatur von größer oder gleich
3000 K und kleiner oder gleich 6500 K auf.
[0038] Die vorliegend vorgeschlagene Leuchtstoffmischung ist insbesondere vergleichsweise
temperaturstabil. Daher eignet sie sich besonders gut zur Verwendung in einer Straßenlaterne,
die als Leuchtmittel zumindest ein Licht emittierendes Halbleiterbauelement gemäß
den vorab beschriebenen Ausführungsformen mit zumindest einem Licht emittierender
Halbleiterchip und der Leuchtstoffmischung aufweist.
[0039] Die beschriebenen Merkmale und Ausführungsformen gelten gleichermaßen für die Leuchtstoffmischung,
das Licht emittierende Halbleiterbauelement mit der Leuchtstoffmischung und die Straßenlaterne
mit dem Licht emittierenden Halbleiterbauelement.
[0040] Die hier beschriebene Leuchtstoffmischung zeigt insbesondere bei der Verwendung in
dem Licht emittierenden Halbleiterbauelement einen hohen Farbwiedergabeindex von größer
oder gleich 65 und besonders bevorzugt von größer oder gleich 70 über einen sehr großen
Farbtemperaturbereich. Der Mindest-Farbwiedergabeindex von 65 und bevorzugt von 70
wird durch die Wahl der beiden Leuchtstoffe auch mit sehr effizienten kurzwelliges
Licht emittierenden Halbleiterchips erreicht. Durch die Verwendbarkeit eines großen
Wellenlängenbereichs für Licht emittierende Halbleiterchips lässt sich zudem die Produktionsausbeute
steigern. Außerdem zeigt die hier beschriebene Leuchtstoffmischung zusätzlich eine
gegenüber dem Stand der Technik gesteigerte Konversionseffizienz bei gleichzeitig
hoher Beständigkeit gegenüber Strahlung, Temperatur und Feuchtigkeit.
[0041] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den im Folgenden in Verbindung mit den Figuren beschriebenen Ausführungsbeispielen.
- Figur 1
- zeigt eine schematische Darstellung einer Leuchtstoffmischung gemäß einem Ausführungsbeispiel.
- Figur 2
- zeigt ein Licht emittierendes Halbleiterbauelement gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel.
- Figuren 3 bis 7
- zeigen Eigenschaften von Leuchtstoffen und Leuchtstoffmischungen gemäß weiteren Ausführungsbeispielen.
- Figur 8
- zeigt eine schematische Darstellung einer Straßenlaterne gemäß einem Ausführungsbeispiel.
[0042] Gleiche, gleichartige oder gleich wirkende Elemente sind in den Figuren mit denselben
Bezugszeichen versehen. Die Figuren und die Größenverhältnisse der in den Figuren
dargestellten Elemente untereinander sind nicht als maßstäblich zu betrachten. Vielmehr
können einzelne Elemente, insbesondere Schichtdicken, zur besseren Darstellbarkeit
und/oder zum besseren Verständnis übertrieben groß dargestellt sein.
[0043] In Figur 1 ist ein Ausführungsbeispiel für eine Leuchtstoffmischung mit einem ersten
Leuchtstoff 1 und einem zweiten Leuchtstoff 2 gezeigt, wobei bei Anregung mit Licht
in einem ersten Wellenlängenbereich der erste Leuchtstoff 1 Licht in einem zweiten,
vom ersten Wellenlängenbereich verschiedenen Wellenlängenbereich und der zweite Leuchtstoff
2 Licht in einem dritten, vom ersten und zweiten Wellenlängenbereich verschiedenen
Wellenlängenbereich abstrahlen. Dass der erste, zweite und dritte Wellenlängenbereich
voneinander verschieden sind, kann insbesondere bedeuten, dass die Wellenlängenbereiche
voneinander verschiedene Intensitätsmaxima aufweisen. Darüber hinaus können die verschiedenen
Wellenlängenbereiche aber auch teilweise überlappen. Insbesondere können bei Anregung
mit blauem Licht der erste Leuchtstoff 1 grünlich-gelbes Licht und der zweite Leuchtstoff
2 orange-rotes Licht abstrahlen.
[0044] Besonders bevorzugt weist das Anregungsspektrum des ersten und/oder des zweiten Leuchtstoffs
1, 2 im blauen Spektralbereich bei einer Wellenlänge von größer oder gleich 440 nm
und kleiner oder gleich 460 nm und bevorzugt von größer oder gleich 445 nm und kleiner
oder gleich 455 nm ein relatives Maximum auf.
[0045] Die Zusammensetzung des ersten Leuchtstoffs 1 ist auf den Wellenlängenbereich des
anregenden Lichts und auf das Emissionsspektrum des zweiten Leuchtstoffs 2 so abgestimmt,
dass eine hohe Systemeffizienz und Temperaturstabilität des Gesamtsystems erreicht
wird. Hierbei wird der erste Leuchtstoff 1 insbesondere so gewählt, dass bei Anregung
mit blauem Licht, insbesondere von Licht in einem Wellenlängenbereich von größer oder
gleich 440 nm und kleiner oder gleich 460 nm, der Emissionspeak des ersten Leuchtstoffs
1 im Bereich von größer oder gleich 540 nm und kleiner oder gleich 560 nm liegt, während
der Emissionspeak des zweiten Leuchtstoffs 2 im Bereich von größer oder gleich 600
und kleiner oder gleich 620 nm und besonders bevorzugt im Bereich von größer oder
gleich 605 nm und kleiner oder gleich 615 nm liegt.
[0046] Als erster Leuchtstoff 1 ist ein gelblich-grün emittierender Granatleuchtstoff aus
dem Materialsystem (Y, Lu, Gd, Ce)
3(Al, Ga)
5O
12 vorgesehen. Besonders bevorzugt wird für den ersten Leuchtstoff 1 ein Leuchtstoff
aus den Materialsystemen (Y, Lu, Ce)
3Al
5O
12 eingesetzt mit einer maximalen Anregbarkeit im Bereich von einschließlich 440 nm
bis einschließlich 455 nm, bevorzugt von einschließlich 445 nm bis einschließlich
455 nm. Diese vorab beschriebenen Eigenschaften des ersten Leuchtstoffs 1 werden durch
einen Leuchtstoff aus dem Materialsystem (Y, Lu, Ce)
3Al
5O
12 mit einem Ce-Gehalt von einschließlich 0,5% bis einschließlich 5% und bevorzugt von
einschließlich 1% bis einschließlich 3%, sowie mit einem Y-Gehalt von einschließlich
0 bis einschließlich 20% und bevorzugt von einschließlich 5 bis einschließlich 20%,
erreicht. Weiterhin sind auch andere Elementkombinationen möglich, die zu ähnlichen
spektralen Eigenschaften führen, insbesondere auch vorgenannte Leuchtstoffe, in denen
ein Teil des Al durch Ga substituiert ist.
[0047] Der zweite Leuchtstoff 2 ist so ausgewählt, dass sich in Kombination mit dem anregenden
Licht und dem Emissionsspektrum des ersten Leuchtstoffs 1 ein Farbwiedergabeindex
von größer oder gleich 65 und bevorzugt von größer oder gleich 70 über einem möglichst
großen Farbtemperaturbereich ergibt. Der Farbtemperaturbereich erstreckt sich über
einschließlich 3000 K bis einschließlich 6500 K. Weiterhin wird die Zusammensetzung
des zweiten Leuchtstoffs 2 so ausgewählt, dass eine hohe Stabilität gegenüber Strahlung,
Temperatur und Feuchtigkeitseinflüssen erreicht wird.
[0048] Der zweite Leuchtstoff 2 weist einen oder mehrere Nitridosilikat-Leuchtstoffe aus
den Materialsystemen (Ca, Sr, Ba, Eu)
2Si
5N
8 und (Ca, Sr, Eu)AlSiN
3•Si
2N
2O mit einer Peakwellenlänge der Emission zwischen einschließlich 600 nm und einschließlich
620 nm und besonders bevorzugt zwischen einschließlich 605 nm und einschließlich 615
nm auf.
[0049] Man erreicht diese spektralen Eigenschaften mit einem zweiten Leuchtstoff 2 aus dem
Materialsystem (Ca, Sr, Ba, Eu)
2Si
5N
8 mit einem Eu-Gehalt von größer oder gleich 1% und kleiner oder gleich 2,5%, mit einem
Ba-Gehalt von größer oder gleich 45% und kleiner oder gleich 55% und mit einem Ca-Gehalt
von größer oder gleich 0% und kleiner oder gleich 10%. Dabei ist der Sr-Gehalt so
gewählt, dass die Summe der Erdalkalimetalle und Europium, also die Summe der Eu-,
Ba-, Ca- und Sr-Gehalte, 100% ergibt. Diese für den zweiten Leuchtstoff 2 besonders
bevorzugten Leuchtstoffe zeichnen sich neben hoher Konversionseffizienz, Temperaturstabilität
der Emission und chemischer Beständigkeit auch durch eine sehr hohe Stabilität gegenüber
Strahlung, hohen Temperaturen, Feuchtigkeit und Kombinationen daraus aus.
[0050] Alternativ oder zusätzlich kann der zweite Leuchtstoff 2 (Ca, Sr, Eu)AlSiN
3•Si
2N
2O mit einem Eu-Gehalt von größer oder gleich 0,1% und kleiner oder gleich 2% und mit
einem Sr-Gehalt von größer oder gleich 60% und kleiner oder gleich 100% aufweisen.
Hierbei ist der Ca-Gehalt so gewählt, dass die Summer der Eu-, Sr- und Ca-Gehalte
100% ergibt. Bevorzugt ist der zweite Leuchtstoff 2 so gewählt, dass der Eu-Gehalt
größer oder gleich 0,3% und kleiner oder gleich 1% und der Sr-Gehalt größer oder gleich
80% und kleiner oder gleich 100% sind. Da die Wirtsstruktur dieses Materialsystems
eine intrinsische Instabilität gegenüber Feuchtigkeit aufweist, ist es vorteilhaft,
Partikel dieses Leuchtstoffs mit einer Beschichtung beziehungsweise Umhüllung aus
einem inerten Material, beispielsweise SiO
2 und/oder Al
2O
3, zu versehen. Hierdurch kann vermieden werden, dass es beispielsweise unter Bedingungen
mit hoher Luftfeuchtigkeit zu einer Degradation der Lumineszenzeigenschaften, beispielsweise
in Anwendungen mit Licht emittierenden Dioden, kommt.
[0051] Der erste und zweite Leuchtstoff 1, 2 können insbesondere in Form von Partikeln in
der Leuchtstoffmischung vorliegen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel weist der erste
Leuchtstoff 1 zu dem zweiten Leuchtstoff 2, bezogen auf das Gewicht, bevorzugt ein
Verhältnis von kleiner oder gleich 100:1 oder kleiner oder gleich 60:1 oder kleiner
oder gleich 40:1 und größer oder gleich 2:1 oder größer oder gleich 1:1 oder größer
oder gleich 0,5:1 auf.
[0052] In Figur 2 ist ein Ausführungsbeispiel für ein Licht emittierendes Halbleiterbauelement
100 mit einem Licht emittierenden Halbleiterchip 3 und ein einer vorab beschriebenen
Leuchtstoffmischung auf.
[0053] Der Licht emittierende Halbleiterchip 3 ist als Licht emittierende Diode ausgebildet
und hat einen aktiven Bereich 4, der dazu geeignet ist, Licht zu erzeugen, das über
eine Lichtaustrittsfläche 5 abgestrahlt wird. Der Licht emittierende Halbleiterchip
3 emittiert insbesondere Licht eines ersten Wellenlängenbereichs von seiner Lichtaustrittsfläche
5, wobei der erste Wellenlängenbereich blaue Strahlung, insbesondere mit einer Dominanzwellenlänge
von größer oder gleich 440 nm und kleiner oder gleich 460 nm und besonders bevorzugt
von größer oder gleich 445 nm und kleiner oder gleich 455 nm umfasst.
[0054] Auf die Lichtaustrittsfläche 5 des Licht emittierenden Halbleiterchips 3 weist das
Licht emittierende Halbleiterbauelement 100 eine Wellenlängenkonversionsschicht 6
auf. Die Wellenlängenkonversionsschicht 6 weist ein Harz 7 auf, in das eine Leuchtstoffmischung
eingebracht ist, wie sie beispielsweise anhand der Figur 1 bereits beschrieben wurde.
[0055] Die Partikel des ersten Leuchtstoffs 1 sind dazu geeignet, das blaue Licht des ersten
Wellenlängenbereichs, das vorliegend von der Lichtaustrittsfläche 5 des Licht emittierenden
Halbleiterchips 3 ausgesandt wird, in gelblich-grünes Licht eines zweiten Wellenlängenbereichs
umzuwandeln. Weiterhin wandeln die Partikel des zweiten Leuchtstoffs 2 blaues Licht
des ersten Wellenlängenbereichs, das vom aktiven Bereich 4 erzeugt wird, in orange-rotes
Licht eines dritten Wellenlängenbereichs um. Die Wellenlängenkonversionsschicht 6
ist dabei derart ausgebildet, dass mischfarbige Strahlung mit einem Farbort im weißen
Bereich der CIE-Normfarbtafel entsteht.
[0056] Weiterhin ist im gezeigten Ausführungsbeispiel seitlich neben der Wellenlängenkonversionsschicht
6 ein Bondpad 8 aufgebracht, das dazu vorgesehen ist, den Licht emittierenden Halbleiterchip
3 elektrisch zu kontaktieren. Die beschriebene Ausführung des Licht emittierenden
Halbleiterchips 3 ist rein beispielhaft zu verstehen. Abweichend vom gezeigten Ausführungsbeispiel
kann der Licht emittierende Halbleiterchip 3 auch zusätzliche oder alternative Merkmale
von Licht emittierenden Halbleiterchips aufweisen, die dem Fachmann bekannt sind und
auf die daher hier nicht weiter eingegangen wird.
[0057] Beim hier beschriebenen Licht emittierenden Halbleiterbauelement werden ein spektral
optimierter gelblich-grüner erster Leuchtstoff und ein spektral optimierter orange-roter
zweiter Leuchtstoff mit einem geeigneten blau-emittierenden Licht emittierenden Halbleiterchip
zu einem im Vergleich zum bisherigen Stand der Technik flexibleren Gesamtsystem kombiniert.
Die Emission und optimale Anregbarkeit des ersten Leuchtstoffs sind gegenüber üblicherweise
gelben Leuchtstoffen bei Lösungen im Stand der Technik zu kürzeren Wellenlängen hin
verschoben, wodurch ein höherer Blau-Grün-Anteil im resultierenden Gesamtspektrum
erreicht werden kann, um die Farbwiedergabe insbesondere bei hohen Farbtemperaturen
und/oder bei der Verwendung kurzwelliger blau emittierender Halbleiterchips zu steigern.
Der zweite Leuchtstoff ist so gewählt, dass auch für niedrige Farbtemperaturen ein
Mindest-Farbwiedergabeindex von 65 und bevorzugt von 70 gewährleistet werden kann.
Das Gesamtsystem ist derart optimiert, dass in einem Farbtemperaturbereich von einschließlich
3000 K bis einschließlich 6500 K auch bei Verwendung kurzwelliger blau emittierender
Halbleiterchips , beispielsweise mit einer Dominanzwellenlänge von kleiner oder gleich
446 nm, ein hoher Farbwiedergabeindex von größer oder gleich 65 und bevorzugt von
größer oder gleich 70 erreicht wird. Dabei zeigt die hier beschriebene Leuchtstoffmischung
trotz ihrer deutlich verbesserten Farbwiedergabe und Flexibilität gleichzeitig auch
eine gesteigerte Konversionseffizienz im Vergleich zu Lösungen aus dem Stand der Technik.
[0058] In den Figuren 3 bis 7 sind Eigenschaften von beispielhaften Leuchtstoffen und Leuchtstoffmischungen
im Vergleich zu solchen gezeigt, die üblicherweise im Stand der Technik verwendet
werden.
[0059] In Figur 3 ist die sogenannte Temperatur-Löschung ("thermal quenching") von hier
für den zweiten Leuchtstoff beschriebenen Nitridosilikat-Leuchtstoffen im Vergleich
zu anderen orange oder rot konvertierenden Leuchtstoffen gezeigt. Hierzu sind auf
der horizontalen Achse die Temperatur in °C und auf der vertikalen Achse die absolute
Helligkeit B
A, relativ zur Helligkeit bei einer Temperatur von 25°C, gezeigt. Als Leuchtstoffe
wurden solche mit der Zusammensetzung (Ca, Sr, Ba, Eu)
2Si
5N
8 mit einem Ba-Gehalt von größer oder gleich 45% und kleiner oder gleich 55% und mit
einem Ca-Gehalt von größer oder gleich 0% und kleiner oder gleich 10% betrachtet.
Insbesondere zeigt die Figur 3 (Sr, Ba)
2Si
5N
8:Eu mit einem Ba-Gehalt von 50% (offene Dreiecke), (Sr, Ba, Ca)
2Si
5N
8:Eu mit einem Ba-Gehalt von 50% und einem Ca-Gehalt von 2,5% (gefüllte Kreise), (Sr,
Ba, Ca)
2Si
5N
8:Eu mit einem Ba-Gehalt von 50% und einem Ca-Gehalt von 10% (gefüllte Quadrate), (Sr,
Ba)
2Si
5N
8:Eu mit einem Ba-Gehalt von 75% (gefüllte Dreiecke), Ca
2Si
5N
8:Eu (offene Kreise) sowie (Sr, Ba, Ca)
2SiO
4:Eu (offene Rauten). Es zeigt sich, dass insbesondere für einen Ba-Gehalt von 50%
und einen Ca-Gehalt von 0% oder 2,5% eine sehr geringe Temperatur-Löschung für den
hier beschriebenen zweiten Leuchtstoff erreicht werden kann.
[0060] In Figur 4 ist die Temperatur-Löschung von hier für den ersten Leuchtstoff beschriebenen
Granat-Leuchtstoffen im Vergleich zu anderen gelb-grünen Leuchtstoffen gezeigt. Die
Achsenbeschriftung ist dieselbe wie in Figur 3. Es zeigt sich, dass insbesondere die
Zusammensetzung (Y, Lu)
3Al
5O
12:Ce mit einem Y-Gehalt von größer oder gleich 0% und kleiner oder gleich 20% (gefüllte
Quadrate) zu einer sehr geringen Temperatur-Löschung führt. Die anderen Kurven repräsentieren
Y
3(Al, Ga)
5O
12:Ce (offene Dreiecke) sowie zwei Zusammensetzungen von (Sr
1-x, Ba
x)
2SiO
4:Eu (offene Rauten und offene Kreise).
[0061] In Figur 5 ist ein Laser-Schnellalterungstest gezeigt, mit dem die Alterungsstabilität
des Leuchtstoffsystems (Ca, Sr, Ba)
2Si
5N
8:Eu mit einem Ca-Gehalt von 10% und variablem Ba-Gehalt (gefüllte Quadrate: 50% Ba;
gefüllte Rauten: 40% Ba; gefüllte Dreiecke: 30% Ba; offene Quadrate: 20% Ba; offene
Rauten: 10% Ba; offene Dreiecke: 0% Ba) ermittelt wurde. Die Proben wurden einer intensiven
blauen Laserstrahlung ausgesetzt. Gleichzeitig wurde das Verhältnis aus Rot- und Blaupeak,
also das Konversionsverhältnis des resultierenden Spektrums, zeitaufgelöst bestimmt.
Figur 5 zeigt die Zeitabhängigkeit des Konversionsgrades R, normiert auf den Wert
zum Beginn der Messung, während der Zeit t in Minuten. Je näher der gemessene Wert
bei 100% verbleibt, umso stabiler ist der Leuchtstoff. Die Daten zeigen einen starken
Einfluss des Ba-Gehalts der Wirtsstruktur auf die Stabilität des Leuchtstoffs. Ab
einem Ba-Gehalt von etwa 50% ist im Rahmen der Messfehler keine Degradation mehr messbar,
ein Ba-Gehalt von etwa 50% erweist sich somit als besonders vorteilhaft.
[0062] In Figur 6 ist ein weiterer Alterungstest zur Bestimmung der Alterungsstabilität
des Leuchtstoffsystems (Ca, Sr, Ba)
2Si
5N
8:Eu mit variablem Ba- und Ca-Gehalt (gefüllte Dreiecke: 50% Ba, 2,5% Ca; gefüllte
Quadrate: 50% Ba, 0% Ca; offene Rauten: 20% Ba, 0% Ca) gezeigt, wobei im Vergleich
zur Messung der Figur 5 als blaue Lichtquelle anstelle eines Lasers als blau emittierende
Leuchtdioden ausgeführte Licht emittierende Halbleiterchips mit einer Dominanzwellenlänge
von 440 nm verwendet wurden. Die blau emittierenden Halbleiterchips wurden mit einer
Silikon-Leuchtstoff-Dispersion vergossen und anschließend bei erhöhter Umgebungstemperatur,
insbesondere bei einer am Lötpunkt messbaren Temperatur von 85°C, insgesamt 1000 Minuten
bei einem Vorwärtsstrom von 500 mA betrieben. Das Verhältnis aus Rot- und Blaupeak,
also das Konversionsverhältnis des resultierenden Spektrums, wurde dabei zeitaufgelöst
bestimmt. Die Achsenbeschriftung ist dieselbe wie in Figur 5, aufgetragen ist wiederum
die Zeitabhängigkeit des Konversionsgrades R, normiert auf den Wert zum Beginn der
Messung. Wie schon die in Figur 5 gezeigte Messung zeigen auch die in Figur 6 gezeigten
Daten einen starken Einfluss des Ba-Gehalts der Wirtsstruktur auf die Stabilität des
Leuchtstoffs. Bei beiden Proben mit einem Ba-Gehalt von etwa 50% und einem Ca-Gehalt
von 0% und 2.5% ist im Rahmen der Messfehler keine Degradation mehr messbar, ein Ba-Gehalt
von etwa 50% erweist sich somit als besonders vorteilhaft.
[0063] In Figur 7 ist der von der Temperatur T in °C abhängige Verlauf der relativen Helligkeit
B
R zweier weiß emittierender Halbleiterbauelemente mit einem Farbwiedergabeindex von
70 und einer korrelierten Farbtemperatur von etwa 5000 K gezeigt. Beide Halbleiterbauelemente
weisen einen Licht emittierenden Halbleiterchip mit einer Dominanzwellenlänge von
445 nm auf. Die gepunktete Linie zeigt die Messung mit einem hier beschriebenen Halbleiterbauelement
mit einer Leuchtstoffmischung mit (Y, Lu)
3Al
5O
12:Ce (10% Y, 3% Ce) als erstem Leuchtstoff und mit (Ca, Sr, Ba)
2Si
5N
8:Eu (2,5% Ca, 50% Ba, 2% Eu) als zweitem Leuchtstoff. Die durchgezogene Linie zeigt
die Messung mit einer Leuchtdiode aus dem Stand der Technik mit einer Kombination
aus Y
3(Al, Ga)
5O
12:Ce (25% Ga, 4% Ce) und (Sr, Ba)
2Si
5N
8:Eu (50% Ba, 4% Eu). Während die Leuchtdiode gemäß dem Stand der Technik bei einer
Temperatur T von 116°C etwa 16% Helligkeit gegenüber dem Betrieb bei Raumtemperatur
verliert, reduziert sich die Helligkeit bei dem Halbleiterbauelement mit der hier
beschriebenen Leuchtstoffmischung nur um etwa 9%.
[0064] Zusätzlich zu den beschriebenen Messungen wurden weitere Versuche durchgeführt, bei
denen hier beschriebene Leuchtstoffmischungen mit Leuchtstoffkombinationen aus dem
Stand der Technik verglichen wurden.
[0065] Als besonders vorteilhaft haben sich hierbei zusätzlich zu den vorab und im Zusammenhang
mit den Ausführungsbeispielen und im allgemeinen Teil beschriebenen Leuchtstoffmischungen
in Kombination mit blau emittierenden Halbleiterchips insbesondere die folgenden Leuchtstoffmischungen
erwiesen, wobei außerdem jeweils die Dominanzwellenlänge des ersten Leuchtstoffs,
die Gesamtkonzentration, das Grün-Rot-Verhältnis, die Farbortkoordinaten cx und cy,
die korrelierte Farbtemperatur CCT in K und der Farbwiedergabeindex CRI angegeben
sind:
1. (Vergleichsbeispiel) Dominanzwellenlänge des
Halbleiterchips: 450 nm;
erster Leuchtstoff: (Y, Lu)3Al5O12: Ce (5% Y, 3% Ce) ;
zweiter Leuchtstoff: (Sr, Ba)2Si5N8:Eu (50% Ba, 4% Eu) ;
Dominanzwellenlänge des ersten Leuchtstoffs: 566,6 nm;
Gesamtkonzentration: 17,1%;
Grün-Rot-Verhältnis: 30,0:1;
cx: 0,338; cy: 0,370;
CCT: 5310 K;
CRI: 70
2. Dominanzwellenlänge des Halbleiterchips: 444,5 nm; erster Leuchtstoff: (Y, Lu)3Al5O12:Ce (15% Y, 2% Ce) ; zweiter Leuchtstoff: (Ca, Sr, Ba)2Si5N8:Eu (50% Ba, 0% Ca, 1% Eu);
Dominanzwellenlänge des ersten Leuchtstoffs: 565,2 nm; Gesamtkonzentration: 20,3%;
Grün-Rot-Verhältnis: 3,2:1;
cx: 0,433; cy: 0,406;
CCT: 3075 K;
CRI: 68
3. Dominanzwellenlänge des Halbleiterchips: 444,4 nm; erster Leuchtstoff: (Y, Lu)3Al5O12:Ce (15% Y, 2% Ce) ; zweiter Leuchtstoff: (Ca, Sr, Ba)2Si5N8:Eu (50% Ba, 2,5% Ca, 1% Eu);
Dominanzwellenlänge des ersten Leuchtstoffs: 565,2 nm;
Gesamtkonzentration: 19,5%;
Grün-Rot-Verhältnis: 3,25:1;
cx: 0,432; cy: 0,404;
CCT: 3079 K;
CRI: 69
4. Dominanzwellenlänge des Halbleiterchips: 444,5 nm;
erster Leuchtstoff: (Y, Lu)3Al5O12:Ce (15% Y, 2% Ce) ; zweiter Leuchtstoff: (Ca, Sr, Ba)2Si5N8:Eu (50% Ba, 0% Ca, 1,5% Eu) ;
Dominanzwellenlänge des ersten Leuchtstoffs: 565,2 nm;
Gesamtkonzentration: 18,5%;
Grün-Rot-Verhältnis: 4,5:1;
cx: 0,432; cy: 0,403;
CCT: 3072 K;
CRI: 70
5. Dominanzwellenlänge des Halbleiterchips: 444,5 nm;
erster Leuchtstoff: (Y, Lu)3Al5O12:Ce (15% Y, 2% Ce) ;
zweiter Leuchtstoff: (Ca, Sr, Ba)2Si5N8:Eu (50% Ba, 0% Ca,
1% Eu);
Dominanzwellenlänge des ersten Leuchtstoffs: 565,2 nm;
Gesamtkonzentration: 16,5%;
Grün-Rot-Verhältnis: 8,3:1;
cx: 0,345; cy: 0,354;
CCT: 5029 K;
CRI: 70
6. Dominanzwellenlänge des Halbleiterchips: 444,4 nm;
erster Leuchtstoff: (Y, Lu)3Al5O12:Ce (15% Y, 2% Ce) ;
zweiter Leuchtstoff: (Ca, Sr, Ba)2Si5N8:Eu (50% Ba, 0% Ca, 1% Eu);
Dominanzwellenlänge des ersten Leuchtstoffs: 565,2 nm;
Gesamtkonzentration: 13,7%;
Grün-Rot-Verhältnis: 14,0:1;
cx: 0,314; cy: 0,329;
CCT: 6450 K;
CRI: 69
[0066] Bei Leuchtstoffkombinationen aus dem Stand der Technik wurde festgestellt, dass bei
einer Variation des ersten Leuchtstoffs derart, dass dessen Emission zunehmend kurzwellig
verschoben wird, der Farbwiedergabeindex stetig zunimmt und die relative Effizienz
und das Grün-Rot-Verhältnis stetig abnehmen.
[0067] Das vorab beschriebene Vergleichsbeispiel 1 für eine Leuchtstoffmischung zur Erzeugung
von Mischlicht mit einem Farbwiedergabeindex von etwa 70 und einer korrelierten Farbtemperatur
im Bereich von etwa 5000 K zeigt jedoch auch bei einer Verschiebung der Emission des
ersten Leuchtstoffs zu kürzeren Wellenlängen hin eine größere relative Effizienz als
die Referenzleuchtstoffkombination aus dem Stand der Technik. Derselbe Effekt lässt
sich auch bei den Beispielen 2 bis 4 für Leuchtstoffmischungen feststellen, die zur
Erzeugung von Mischlicht mit einem Farbwiedergabeindex von etwa 70 und einer korrelierten
Farbtemperatur im Bereich von etwa 3000 K vorgesehen sind, sowie beim Beispiel 5,
dessen Leuchtstoffmischung zur Erzeugung von Mischlicht mit einem Farbwiedergabeindex
von etwa 70 und einer korrelierten Farbtemperatur im Bereich von etwa 5000 K vorgesehen
ist, und beim Beispiel 6, dessen Leuchtstoffmischung zur Erzeugung von Mischlicht
mit einem Farbwiedergabeindex von etwa 70 und einer korrelierten Farbtemperatur im
Bereich von etwa 6500 K vorgesehen ist. Insbesondere konnte somit unter anderem festgestellt
werden, dass die vorab genannten Leuchtstoffmischungen eine signifikant erhöhte relative
Effizienz im Vergleich zu einer jeweiligen Referenzleuchtstoffmischung aus dem Stand
der Technik zeigen.
[0068] In Figur 8 ist ein Ausführungsbeispiel für eine Straßenlaterne 200 gezeigt. Die Straßenlaterne
200 weist einen Lampenfuß 9 sowie einen Lampenschirm 10 auf, der das Leuchtmittel
umgibt. Als Leuchtmittel wird ein Licht emittierendes Halbleiterbauelement 100 verwendet,
wie es beispielsweise oben im Zusammenhang mit der Figur 2 beschrieben wird.
[0069] Die im Zusammenhang mit den Figuren beschriebenen Ausführungsbeispiele und Merkmale
können miteinander kombiniert werden. Weiterhin können die in den Figuren gezeigten
Ausführungsbeispiele alternativ oder zusätzlich weitere Merkmale und Ausführungsformen
gemäß der Beschreibung im allgemeinen Teil aufweisen.
[0070] Die Erfindung ist nicht durch die Beschreibung anhand der Ausführungsbeispiele auf
diese beschränkt. Vielmehr umfasst die Erfindung jedes neue Merkmal sowie jede Kombination
von Merkmalen, was insbesondere jede Kombination von Merkmalen in den Patentansprüchen
beinhaltet, auch wenn dieses Merkmal oder diese Kombination selbst nicht explizit
in den Patentansprüchen oder Ausführungsbeispielen angegeben ist.
1. Leuchtstoffmischung mit einem ersten Leuchtstoff (1) und einem zweiten Leuchtstoff
(2),
wobei bei Anregung mit blauem Licht das Emissionsspektrum des ersten Leuchtstoffs
(1) ein relatives Intensitätsmaximum im gelblich-grünen Spektralbereich bei einer
Wellenlänge von größer oder gleich 540 nm und kleiner oder gleich 560 nm aufweist
und das Emissionsspektrum des zweiten Leuchtstoffs (2) ein relatives Intensitätsmaximum
im orange-roten Spektralbereich bei einer Wellenlänge von größer oder gleich 600 nm
und kleiner oder gleich 620 nm aufweist, wobei
der zweite Leuchtstoff (2) ausgewählt ist aus dem Materialsystem (Ca, Sr, Eu)AlSiN3•Si2N2O und aus dem Materialsystem (Ca, Sr, Ba, Eu)2Si5N8 mit einem Eu-Gehalt von größer oder gleich 1 Mol-% und kleiner oder gleich 2,5 Mol-%,
mit einem Ba-Gehalt von größer oder gleich 45 Mol-% und kleiner oder gleich 55 Mol-%
und mit einem Ca-Gehalt von größer oder gleich 0 Mol-% und kleiner oder gleich 10
Mol-%, wobei der Sr-Gehalt so gewählt ist, dass die Summe der Eu-, Ba-, Ca- und Sr-Gehalte
100 Mol-% ergibt,
wobei der erste Leuchtstoff (1) ausgewählt ist aus dem Materialsystem (Y, Lu, Ce)3Al5O12 mit einem Ce-Gehalt von größer oder gleich 0,5 Mol-% und kleiner oder gleich 5 Mol-%
und einem Y-Gehalt von größer oder gleich 0 Mol-% und kleiner oder gleich 20 Mol-%,
und wobei
das von der Leuchtstoffmischung bei Anregung mit blauem Licht erzeugte Licht einen
Farbort mit einer Farbtemperatur zwischen einschließlich 3000 K und einschließlich
6500 K und einen Farbwiedergabeindex von mindestens 65 aufweist.
2. Leuchtstoffmischung nach dem vorherigen Anspruch, wobei der erste Leuchtstoff (1)
ein Granatleuchtstoff ist.
3. Leuchtstoffmischung nach dem vorherigen Anspruch, wobei der erste Leuchtstoff (1)
ein relatives Intensitätsmaximum bei einer Wellenlänge von größer oder gleich 545
nm und kleiner oder gleich 555 nm aufweist.
4. Leuchtstoffmischung nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der erste Leuchtstoff
(1) eine maximale Anregbarkeit bei einer Wellenlänge von größer oder gleich 440 nm
und kleiner oder gleich 460 nm, bevorzugt von größer oder gleich 445 nm und kleiner
oder gleich 455 nm, aufweist.
5. Leuchtstoffmischung nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Ce-Gehalt größer
oder gleich 1 Mol-% und kleiner oder gleich 3 Mol-% und der Y-Gehalt größer oder gleich
5 Mol-% und kleiner oder gleich 20 Mol-% sind.
6. Leuchtstoffmischung nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der zweite Leuchtstoff
(2) ein relatives Intensitätsmaximum bei einer Wellenlänge von größer oder gleich
605 nm und kleiner oder gleich 615 nm aufweist.
7. Leuchtstoffmischung nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der zweite Leuchtstoff
(2) ausgewählt ist aus dem Materialsystem (Ca, Sr, Eu)AlSiN3•Si2N2O mit einem Eu-Gehalt von größer oder gleich 0,1 Mol-% und kleiner oder gleich 2 Mol-%
und mit einem Sr-Gehalt von größer oder gleich 60 Mol-% und kleiner 100 Mol-%, wobei
der Ca-Gehalt so gewählt ist, dass die Summer der Eu-, Sr- und Ca-Gehalte 100 Mol-%
ergibt.
8. Leuchtstoffmischung nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der erste und zweite
Leuchtstoff (1, 2) in Form von Partikeln vorliegen.
9. Leuchtstoffmischung nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der zweite Leuchtstoff
(2) ausgewählt ist aus dem Materialsystem (Ca, Sr, Eu)AlSiN3•Si2N2O und als Partikel mit einer inerten Beschichtung ausgewählt aus SiO2 und Al2O3 ausgebildet ist.
10. Licht emittierendes Halbleiterbauelement mit einem Licht emittierenden Halbleiterchip
(3), der im Betrieb Licht in einem ersten Wellenlängenbereich aussendet und einer
Leuchtstoffmischung nach einer der vorherigen Ansprüche, die zumindest einen Teil
des von dem Licht emittierenden Halbleiterchip (3) ausgesandten Lichts im ersten Wellenlängenbereich
in Licht in einem vom ersten verschiedenen zweiten Wellenlängenbereich und in Licht
in einem vom ersten und zweiten verschiedenen dritten Wellenlängenbereich umwandelt.
11. Licht emittierendes Halbleiterbauelement nach dem vorherigen Anspruch, wobei der erste
Wellenlängenbereich eine Dominanzwellenlänge von größer oder gleich 440 nm und kleiner
oder gleich 460 nm und bevorzugt von größer oder gleich 445 nm und kleiner oder gleich
455 nm aufweist.
12. Licht emittierendes Halbleiterbauelement nach Anspruch 11, das weißes Licht aussendet,
das sich aus Licht des ersten Wellenlängenbereichs und Licht des zweiten und dritten
Wellenlängenbereichs zusammensetzt und einen Farbwiedergabeindex von größer oder gleich
70 bei einer Farbtemperatur von größer oder gleich 3000 K und kleiner oder gleich
6500 K aufweist.
13. Straßenlaterne mit einem Licht emittierender Halbleiterbauelement nach einem der Ansprüche
10 bis 12.
1. A luminescent-substance mixture comprising a first luminescent substance (1) and a
second luminescent substance (2),
wherein, upon excitation with blue light, the emission spectrum of the first luminescent
substance (1) comprises a relative intensity maximum in the yellowish-green spectral
range at a wavelength of greater than or equal to 540 nm and less than or equal to
560 nm and the emission spectrum of the second luminescent substance (2) comprises
a relative intensity maximum in the orange-red spectral range at a wavelength of greater
than or equal to 600 nm and less than or equal to 620 nm,
wherein the second luminescent substance (2) is selected from the material system
(Ca, Sr, Eu)AlSiN3•Si2N2O and from the material system (Ca, Sr, Ba, Eu)2Si5N8 with an Eu content greater than or equal to 1 mol% and less than or equal to 2.5
mol%, with a Ba content of greater than or equal to 45 mol% and less than or equal
to 55 mol% and with a Ca content of greater than or equal to 0 mol% and less than
or equal to 10 mol%, wherein the Sr content is selected such that the sum of the Eu,
Ba, Ca and Sr contents is 100 mol%,
wherein the first luminescent substance (1) is selected from the material system (Y,
Lu, Ce)3Al5O12 with a Ce content of greater than or equal to 0.5 mol% and less than or equal to
5 mol% and a Y content of greater than or equal to 0 mol% and less than or equal to
20 mol%, and whe
rein the light produced by the luminescent-substance mixture upon excitation with
blue light comprises a color locus having a color temperature between 3000 K, inclusive,
and 6500 K, inclusive, and a color rendering index of at least 65.
2. The luminescent-substance mixture according to the preceding claim, wherein the first
luminescent substance (1) is a garnet luminescent substance.
3. The luminescent-substance mixture according to the preceding claim, wherein the first
luminescent substance (1) comprises a relative intensity maximum at a wavelength greater
than or equal to 545 nm and less than or equal to 555 nm.
4. The luminescent-substance mixture according to one of the preceding claims, wherein
the first luminescent substance (1) comprises a maximum excitability at a wavelength
greater than or equal to 440 nm and less than or equal to 460 nm, preferably greater
than or equal to 445 nm and less than or equal to 455 nm.
5. The luminescent-substance mixture according to one of the preceding claims, wherein
the Ce content is greater than or equal to 1 mol% and less than or equal to 3 mol%
and the Y content is greater than or equal to 5 mol% and less than or equal to 20
mol%.
6. The luminescent-substance mixture according to one of the preceding claims, wherein
the second luminescent substance (2) comprises a relative intensity maximum at a wavelength
greater than or equal to 605 nm and less than or equal to 615 nm.
7. The luminescent-substance mixture according to one of the preceding claims, wherein
the second luminescent substance (2) is selected from the material system (Ca, Sr,
Eu)AlSiN3•Si2N2O with an Eu content of greater than or equal to 0.1 mol% and less than or equal to
2 mol% and with an Sr content of greater than or equal to 60 mol% and less than 100
mol%, wherein the Ca content is selected such that the sum of the Eu, Sr and Ca contents
is 100 mol%.
8. The luminescent-substance mixture according to one of the preceding claims, wherein
the first and second luminescent substances (1, 2) are present in the form of particles.
9. The luminescent-substance mixture according to one of the preceding claims, wherein
the second luminescent substance (2) is selected from the material system (Ca, Sr,
Eu)AlSiN3•Si2N2O and is formed as a particle with an inert coating selected from SiO2 and Al2O3.
10. A light-emitting semiconductor component comprising a light-emitting semiconductor
chip (3) which, during operation, emits light in a first wavelength range, and a luminescent-substance
mixture according to one of the preceding claims which converts at least part of the
light emitted by the light-emitting semiconductor chip (3) in the first wavelength
range into light in a second wavelength range different from the first wavelength
range and into light in a third wavelength range different from the first and second
wavelength range.
11. The light-emitting semiconductor component according to the preceding claim, wherein
the first wavelength range comprises a dominant wavelength of greater than or equal
to 440 nm and less than or equal to 460 nm and preferably greater than or equal to
445 nm and less than or equal to 455 nm.
12. The light-emitting semiconductor component according to claim 11, which emits white
light which is composed of light of the first wavelength range and light of the second
and third wavelength ranges and which comprises a color rendering index greater than
or equal to 70 at a color temperature greater than or equal to 3000 K and less than
or equal to 6500 K.
13. A streetlamp comprising a light-emitting semiconductor component according to one
of the claims 10 to 12.
1. Mélange de matières luminescentes comprenant une première matière luminescente (1)
et une seconde matière luminescente (2),
sachant qu'en cas d'excitation avec de la lumière bleue, le spectre d'émission de
la première matière luminescente (1) présente un maximum d'intensité relative dans
la zone spectrale jaune-vert à une longueur d'onde supérieure ou égale à 540 nm et
inférieure ou égale à 560 nm et le spectre d'émission de la seconde matière luminescente
(2) présente un maximum d'intensité relative dans la zone spectrale orange-rouge à
une longueur d'onde supérieure ou égale à 600 nm et inférieure ou égale à 620 nm,
sachant que la seconde matière luminescente (2) est sélectionnée à partir du système
de matières (Ca, Sr, Eu)AlSiN3•Si2N2O et du système de matières (Ca, Sr, Ba, Eu)2Si5N8 avec une teneur en Eu supérieure ou égale à 1 % en moles et inférieure ou égale à
2,5 % en moles, avec une teneur en Ba supérieure ou égale à 45 % en moles et inférieure
ou égale à 55 % en moles et avec une teneur en Ca supérieure ou égale à 0 % en moles
et inférieure ou égale à 10 % en moles, sachant que la teneur en Sr est sélectionnée
de sorte que la somme des teneurs en Eu, en Ba, en Ca et en Sr donne 100 % en moles,
sachant que la première matière luminescente (1) est sélectionnée à partir du système
de matières (Y, Lu, Ce)3Al5O12 avec une teneur en Ce supérieure ou égale à 0,5 % en moles et inférieure ou égale
à 5 % en moles et une teneur en Y supérieure ou égale à 0 % en moles et inférieure
ou égale à 20 % en moles, et
sachant que la lumière produite par le mélange de matières luminescentes en cas d'excitation
avec de la lumière bleue présente une localisation chromatique avec une température
de couleur comprise entre 3000 K et 6500 K inclus et un indice de rendu des couleurs
d'au moins 65.
2. Mélange de matières luminescentes selon la revendication précédente, sachant que la
première matière luminescente (1) est une matière luminescente de grenat.
3. Mélange de matières luminescentes selon la revendication précédente, sachant que la
première matière luminescente (1) présente un maximum d'intensité relative à une longueur
d'onde supérieure ou égale à 545 nm et inférieure ou égale à 555 nm.
4. Mélange de matières luminescentes selon une quelconque des revendications précédentes,
sachant que la première matière luminescente (1) présente une excitabilité maximale
à une longueur d'onde supérieure ou égale à 440 nm et inférieure ou égale à 460 nm,
de préférence supérieure ou égale à 445 nm et inférieure ou égale à 455 nm.
5. Mélange de matières luminescentes selon une quelconque des revendications précédentes,
sachant que la teneur en Ce est supérieure ou égale à 1 % en moles et inférieure ou
égale à 3 % en moles et que la teneur en Y est supérieure ou égale à 5 % en moles
et inférieure ou égale à 20 % en moles.
6. Mélange de matières luminescentes selon une quelconque des revendications précédentes,
sachant que la seconde matière luminescente (2) présente un maximum d'intensité relative
à une longueur d'onde supérieure ou égale à 605 nm et inférieure ou égale à 615 nm.
7. Mélange de matières luminescentes selon une quelconque des revendications précédentes,
sachant que la seconde matière luminescente (2) est sélectionnée à partir du système
de matières (Ca, Sr, Eu)AlSiN3•Si2N2O avec une teneur en Eu supérieure ou égale à 0,1 % en moles et inférieure ou égale
à 2 % en moles et avec une teneur en Sr supérieure ou égale à 60 % en moles et inférieure
ou égale à 100 % en moles, sachant que la teneur en Ca est sélectionnée de sorte que
la somme des teneurs en Eu, en Sr et en Ca donne 100 % en moles.
8. Mélange de matières luminescentes selon une quelconque des revendications précédentes,
sachant que la première ou la seconde matière luminescente (1, 2) sont présentes sous
forme de particules.
9. Mélange de matières luminescentes selon une quelconque des revendications précédentes,
sachant que la seconde matière luminescente (2) est sélectionnée à partir du système
de matières (Ca, Sr, Eu)AlSiN3•Si2N2O et constituée comme particule avec un revêtement inerte sélectionné à partir du
SiO2 et de l'Al2O3.
10. Élément semiconducteur émetteur de lumière avec une puce semiconductrice émettrice
de lumière (3) qui, en fonctionnement, émet de la lumière dans un premier domaine
spectral, et avec un mélange de matières luminescentes selon une quelconque des revendications
précédentes qui convertit au moins une partie de la lumière émise par la puce semiconductrice
émettrice de lumière (3) dans le premier domaine spectral en lumière dans un second
domaine spectral différent du premier et en lumière dans un troisième domaine spectral
différent du premier et du second.
11. Élément semiconducteur émetteur de lumière selon la revendication précédente, sachant
que le premier domaine spectral présente une longueur d'onde de dominance supérieure
ou égale à 440 nm et inférieure ou égale à 460 nm, et de préférence supérieure ou
égale à 445 nm et inférieure ou égale à 455 nm.
12. Élément semiconducteur émetteur de lumière selon la revendication 11, qui émet de
la lumière blanche, qui se compose de lumière du premier domaine spectral et de lumière
des second et troisième domaines spectraux et présente un indice de rendu des couleurs
supérieur ou égal à 70 à une température de couleur supérieure ou égale à 3000 K et
inférieure ou égale à 6500 K.
13. Lampadaire avec un élément semiconducteur émetteur de lumière selon une quelconque
des revendications 10 à 12.