[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Verklotzungen von Fenstern,
wobei insbesondere schnell aushärtende Kunststoffe die Verklotzung bilden.
[0002] Bei der Verglasung von isolierenden Fenstern, Fensterflügeln oder Glastüren werden
eine oder mehrere Scheiben in einen vorgefertigten Rahmen eingesetzt und dort fixiert.
Die Scheiben sind meist in einem relativ dicken und schweren Scheibenpacket zusammengefasst.
Der Rahmen besteht aus Rahmenprofilen. Bei Neuverglasungen von Rahmen aber auch Reparaturarbeiten
werden üblicherweise Klötze aus Kunststoff zwischen den Rand der Scheibe oder des
Scheibenpakets und den Rahmenfalz des Rahmens eingesetzt (Verklotzung). Die Klötze
fixieren die Scheiben oder das Scheibenpacket in einer zentralen Position. Bei der
bestimmungsgemässen Verwendung eines solchen Fensters leiten die eingesetzten Klötze
das Gewicht der Scheiben oder des Scheibenpakets auf das Drehlager des Fensters ab.
[0003] Fehlverklotzungen führen regelmässig zu Scheibenbrüchen, da Kräfte und damit Spannungen
innerhalb der Scheiben nur ungenügend oder unkontrolliert abgeleitet werden. Unter
Fehlverklotzung wird allgemein die falsche oder unzureichende Positionierung der Klötze
verstanden. Durch Fehlverklotzungen entstehende Schäden müssen aufwendig repariert
werden.
[0004] Verfahren für die Verklotzung von Fenstern sind bekannt.
DE 195 46 847 A1 beschreibt ein Verfahren zur Fixierung von Scheiben im Falz eines Rahmens durch kantenseitig
beabstandetes Einlegen und nachfolgende Verklotzung mit Falzeinlagen. Allseitig abgeschlossenen
Volumen innerhalb der eingelegten Falzeinlagen werden mit einem flüssigen Medium befüllt
und damit die Falzeinlage durch Druckbeaufschlagung in Richtung der Kante der Scheibe
bewegt bis die Falzeinlage anliegt.
EP 2 685 043 A1 beschreibt eine Fenster- oder Türflügel aus einem Rahmen mit Rahmenprofilen und einem
in diesen eingesetzten Scheibenpacket. In einen Rahmenspalt zwischen Rand des Scheibenpakets
und dem Falz eines Rahmenprofils sind ein oder mehrere Verglasungsklötze eingesetzt.
Mindestens einer der Verglasungsklötze ist mit offener Boden- und Deckfläche ausgebildet
und weist eine Klebstofffüllung im Inneren auf, welche den Rand des Scheibenpakets
mit dem Rahmenfalz verklebt. Nachteilig an den vorgenannten Verfahren und Fenstern
ist, dass die Klötze schwierig einzubringen sind. Des Weiteren macht ein nachträgliches
Befüllen einen zusätzlichen Verfahrensschritt notwendig.
EP 1 373 672 beschreibt ebenfalls die Verklotzung von Fenstern. Eine Klebstoffschicht befindet
sich in einem Spalt zwischen Falz und Isolierverglasung, wobei mit Abstand von der
Falzfläche ein in Umfangsrichtung verlaufender Begrenzungssteg für die Klebstoffschicht
vorgesehen ist. Die Klebstoffschicht wird aus einem elastischen Klebstoff gebildet.
Der eingebrachte Klebstoff neigt zum Verfliessen und damit ist eine Verklotzung zum
Ableiten von grossem Gewicht/Kräften nicht gewährleistet.
[0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung die Nachteile des Stands der Technik zu überwinden.
Insbesondere ist es Aufgabe der Erfindung ein Verfahren bereitzustellen, worin die
Begrenzungen für den einzubringenden Kunststoff universell anpassbar sind.
[0006] Für das Verfahren zur Herstellung von Verklotzungen von Fenstern wird ein Rahmen
aus Rahmenprofilen mit einer oder mehreren darin angeordneten Scheiben, insbesondere
einem darin angeordneten Scheibenpacket, bereitgestellt. Dabei ist zwischen mindestens
einem der Rahmenprofile und der einen oder den mehreren Scheiben ein Spalt ausbildbar.
Eine oder mehrere anpassbare, insbesondere temporäre, Begrenzungen werden zum Begrenzen
des Applikationsbereichs in den Spalt zwischen dem Rahmenprofil und der einen oder
den mehreren Scheiben eingebracht. Dabei wird der Applikationsbereich durch die eine
oder mehreren Begrenzungen in Umfangsrichtung, das Rahmenprofil und die eine oder
die mehreren Scheiben begrenzt. Ein aushärtbarer Kunststoff wird in den Applikationsbereich
eingebracht. Unter anpassbaren Begrenzungen wird hier und im Folgenden verstanden,
dass die Begrenzungen in ihren Dimensionen wählbar sind. Auf diese Weise wird ein
Verfahren bereitgestellt, wobei die Begrenzungen für den einzubringenden Kunststoff
universell anpassbar sind, sodass situationsbedingt der Applikationsbereich für den
Kunststoff im Spalt und damit die Dimensionen des Klotzes gewählt werden können. Unterschiedliche
Grössen von Klötzen müssen somit nicht vorab bereitgestellt werden. Aufgrund der anpassbaren
Begrenzungen verfliesst der eingebrachte Kunststoff nicht in der Umfangsrichtung.
Unter Begrenzung/en in Umfangsrichtung verstehen sich Begrenzungen, welche im Wesentlichen
parallel zur Kante/n der einen oder der mehreren Scheiben, insbesondere des Scheibenpakets,
angeordnet oder anordenbar sind (vgl. Figuren 2 und 3).
[0007] Die anpassbaren, insbesondere temporären, Begrenzungen können ausgewählt sein aus
der Gruppe Luftkissen, Kompriband, Schäume, Teflonband, Silikonpapier, Pressbegrenzungen,
Schläuche, Spreizdichtungen, verlorene Begrenzung.
[0008] Die anpassbaren, insbesondere temporären, Begrenzungen können den Applikationsbereich
in Längsrichtung mit Bezug auf das Rahmenprofil und in Umfangsrichtung mit Bezug auf
das Rahmenprofil begrenzen. Unter Begrenzungen in Längsrichtung verstehen sich Begrenzungen,
welche im Wesentlichen quer, insbesondere rechtwinklig, zur Umfangsrichtung entlang
der Dicke der einen oder der mehreren Scheiben, insbesondere des Scheibenpakets, in
Bezug auf das Rahmenprofil angeordnet oder anordenbar sind (vgl. Figur 2 und 3). Selbstverständlich
können bei Einführung von zwei Begrenzungen in Längsrichtung, sich diese im Winkel
zur Umfangsrichtung des Rahmenprofils voneinander unterscheiden. Die Begrenzungen
in Längsrichtung können quer, insbesondere rechtwinklig, zur Fläche des Profils angeordnet
oder anordenbar sein, auf welcher die eine oder mehreren Scheiben, insbesondere das
Scheibenpacket, aufliegt (vgl. Figur 2). Selbstverständlich könne bei Einführung von
zwei Begrenzungen in Längsrichtung sich dies im Winkel zur Fläche des Profil, auf
welcher die eine oder mehreren Scheiben, insbesondere das Scheibenpaket, aufliegen,
voneinander unterscheiden. Des Weiteren können neben einer oder mehreren Begrenzungen
in Umfangsrichtung eine oder mehrere Begrenzungen in Längsrichtung quer, insbesondere
rechtwinklig, zur Umfangsrichtung entlang der Dicke der einen oder der mehreren Scheiben,
insbesondere des Scheibenpakets, angeordnet oder anordenbar sein. Auf diese Weise
wird ein eingebrachter Kunststoff in Position gehalten und verfliesst nicht in Längsrichtung
und in Umfangsrichtung.
[0009] Das Verfahren umfasst weiter das Aushärten des eingebrachten Kunststoffs. Derart
wird aus dem eingebrachten Kunststoff ein belastbarer Klotz, welcher die bekannten
Aufgaben und Anforderungen für die Fensterverklotzung aufweist. Insbesondere wird
der Kunststoff von den anpassbaren, insbesondere temporären, Begrenzungen für eine
Dauer in Position gehalten, bis der Kunststoff ausreichend ausgehärtet ist und somit
selbständig in seiner Position verbleibt.
[0010] Der Applikationsbereich bzw. die Dimensionen des Applikationsbereichs hängen von
der Spaltgrösse, bevorzugt im Bereich von 1 bis 5 mm; der Dicke der einen oder der
mehreren Scheiben, insbesondere dem Scheibenpacket, bevorzugt im Bereich von 18 bis
60 oder 100 mm. Die Länge der Verklotzung kann im Bereich von 25 bis 300 mm, bevorzugt
50 bis 150 mm, besonders bevorzugt 75 bis 125 mm, sein. Optimal kann die Verklotzung
eine Länge von 100 mm aufweisen. Der Applikationsbereich kann Dimensionen im Bereich
von 2 mm x 18 mm x 50 mm bis 9 mm x 100 mm x 300 mm, bevorzugt 3 mm x 36 mm x 100
mm, besonders bevorzugt 4 mm x 40 mm x 100 mm aufweisen. Da die anpassbaren, inbesondere
temporären, Begrenzungen an die Dimensionen des Spaltes anpassbar sind, kann ein Applikationsbereich
mit den vorgängig erwähnten Dimensionen konzipiert sein. Auf diese Weise kann ein
Spalt mit den vorgenannten Dimensionen bereichsweise mit dem aushärtbaren Kunststoff
ausgefüllt werden.
[0011] Der aushärtbare Kunststoff kann auf schnell aushärtbaren Polyharnstoff-Klebstoffen
basieren. Generell handelt es sich dabei um Zwei-Komponenten-Klebstoffe umfassend
eine isocyanathaltige Komponente A und eine aminhaltige Komponente B, wobei die Komponente
A ein Isocyanat-terminiertes und die Komponente B wenigstens ein Di- und/oder Polyamin
und/oder Polyetherpolyamin enthält. Derartige Klebstoffzusammensetzungen sind in
EP 1 958 975 A1 beschrieben und werden hiermit durch Bezugnahme aufgenommen. Auf diese Weise härtet
der Kunststoff schnell aus, was hohe Taktraten im Fertigungsprozess ermöglicht. Des
Weiteren kann die Komponente A ein monomeres Polyisocyanat aufweisen.
[0012] Der vorgenannte Kunststoff basierend auf einem schnell aushärtbaren Polyharnstoff-Klebstoff
kann des Weiteren einen Trimerisierungskatalysator, insbesondere in der Komponente
B, aufweisen. Als Trimerisierungskatalysatoren können insbesondere Metallsalze einer
Carbonsäure, bevorzugt Kaliumoctoat und Kaliumacetat, Phosphine, Natriumhydroxid,
Kaliumhydroxid, quarternäre Ammoniumsalze, 2,4,6-Tris(dimethylaminomethyl)phenol und/oder
Mischungen von Katalysatoren wie beispielsweis Jeffcat TR® (Huntsman) verwendet werden.
[0013] Der aushärtbare Kunststoff kann derart eingestellt sein, dass der aushärtbare Kunststoff
beim Aushärten mit dem Rahmenprofil und/oder der einen oder den mehreren Scheiben,
insbesondere dem Scheibenpacket, verklebt. Dies bedeutet dass der aushärtbare Kunststoff
entweder nur mit dem Rahmenprofil oder nur mit der einen oder den mehreren Scheiben
verklebt. Alternativ kann der aushärtbare Kunststoff auch sowohl mit dem Rahmenprofil
als auch mit der einen oder den mehreren Scheiben verkleben. Auf diese Weise kann
eine Verklebung anforderungsgemäss erfolgen.
[0014] Des Weiteren kann eine Applikationsvorrichtung bereitgestellt sein. Mittels der Applikationsvorrichtung
kann ein, insbesondere schnell, aushärtbarer Kunststoff, eingebracht werden. Der Kunststoff
wird dabei in den ausgebildeten Spalt zwischen Rahmenprofil und der einen oder den
mehreren Scheiben eingebracht. Mittels der Applikationsvorrichtung kann der Einbringvorgang
optimal gesteuert werden, insbesondere kann die Auftragsmenge und Auftragsposition
reproduzierbar erfolgen. Auf diese Weise werden Fehlverklotzungen minimiert.
[0015] Die Applikationsvorrichtung kann die vorgängig erläuterten anpassbaren, insbesondere
temporären, Begrenzungen umfassen. Beim Anfahren der Applikationsvorrichtung an eine
Applikationsstelle werden ein Spalt zwischen Rahmenprofil und der einen oder den mehreren
Scheiben ausgebildet und die anpassbaren, insbesondere temporären, Begrenzungen eingebracht.
Die Begrenzungen definieren wie vorgängig beschrieben den Applikationsbereich bzw.
die Dimensionen des Applikationsbereichs. Auf diese Weise ist der Prozessablauf beschleunigt
und hohe Taktraten können für den Verklotzungsprozess erreicht werden.
[0016] Zum Ausbilden des Spalts kann auch eine Klemm-, Spreiz- oder Schiebevorrichtung verwendet
werden. Eine derartige Vorrichtung sorgt vorteilhaft für die Ausbildung des Spalts
zwischen Rahmenprofil und der einen oder den mehreren Scheiben. Diese kann ebenfalls
in der Applikationsvorrichtung integriert sein. Somit erfolgen die Schritte Ausbilden
des Spalts, Einbringen von Begrenzungen und Einbringen von Kunststoff schnell hintereinander
bzw. nahezu gleichzeitig. Auf diese Weise ist der Prozessablauf beschleunigt und hohe
Taktraten können für den Verklotzungsprozess erreicht werden.
[0017] Das Verfahren kann manuell durchgeführt werden oder automatisiert sein. Ebenso kann
das Verfahren teil- bzw. halbautomatisiert sein. Prozessparameter wie beispielsweise
Positionen der Verklotzung, Anzahl der Verklotzung pro Rahmen, Dimensionen der Klötze,
Einbringzeiten des Kunststoffs und Taktraten, können mittels des automatisierten Verfahrens
anwendungsspezifisch gewählt und ausgeführt werden. Dazu können eine Steuereinheit
und entsprechende Roboter vorgesehen sein. Auf diese Weise ist das Verfahren mit besonders
hohen Taktraten und geringer Fehleranfälligkeit durchführbar. Fehlverklotzungen werden
durch das automatisierte Verfahren im Vergleich zum manuellen Einbringen von Verklotzung
minimiert.
[0018] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft die Verwendung eines, insbesondere schnell
aushärtbaren, Polyharnstoff-Klebstoffs als Kunststoff im Bereich der Verklotzung von
Fenstern, Balkontüren, Terrassentüren, Hebeschiebern, Dachfenster, Festverglasungen,
Fassadenverglasungen, Fassadenelementen, Wintergartenverglasungen, Trennwänden. Die
einsetzbaren Polyharnstoff-Klebstoffe wurden bereits vorgängig erläutert. Auf diese
Weise können die Vorteile dieser schnell aushärtenden Klebstoffe für die Herstellung
von Verklotzungen genutzt werden und hohe Taktraten erzielt werden.
[0019] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Applikationsvorrichtung zum Einbringen
eines, insbesondere schnell, aushärtbaren Kunststoffes. Die Applikationsvorrichtung
umfasst anpassbare, insbesondere temporäre, Begrenzungen (7), welche den Applikationsbereich
begrenzen. Die Applikationsvorrichtung kann vorteilhaft in einem der vorgenannten
Verfahren eingesetzt werden. Die Applikationsvorrichtung kann direkt auf die Austrittsstelle
des Kunststoffes auf einem Mischelement befestigt (als Add-on Einheit) oder als integrales
Bestandteil eines Mischelementes konzipiert sein. Die Applikationsvorrichtung kann
aus einem tragenden und abdichtenden Balken, im Sinne eines Trägers, bestehen. Der
Träger bildet eine Begrenzung in Umfangsrichtung, wenn dieser an den Spalt angeordnet
ist. Dies verhindert ein Verlaufen des eingebrachten Kunststoffes in der Umfangsrichtung.
An den Enden des Trägers können weitere Begrenzungselemente zur Begrenzung des Applikationsbereichs
in Längsrichtung in einem Winkel von ca. 90° zum Träger angeordnet sein. Diese Begrenzungselemente
werden in den vorhandenen Spalt zwischen Glas und Falz des Rahmenprofils eingeführt.
Diese verhindern ein Verlaufen des eingebrachten Kunststoffes in Längsrichtung. Die
Begrenzungen in Längsrichtung dichten den so entstandenen Hohlraum, welcher dem Applikationsbereich
entspricht, seitlich ab. Die Begrenzungen können in der Höhe variabel und damit anpassbar
sein. Der Träger kann den Hohlraum in Umfangsrichtung gegen die Oberfläche der einen
oder der mehreren Scheiben, insbesondere der Oberfläche eines Scheibenpakets, begrenzen
und abdichten. Nach dem Applizieren, oder Injizieren, des aushärtbaren Kunststoffes,
insbesondere eines Kunststoffes wie vorgängig beschrieben, sowie dessen Aushärtung
kann die Applikationsvorrichtung mit den Begrenzungen manuell, halbautomatisch oder
automatisch gelöst und aus dem Spalt gezogen werden. Alternativ können die vorgenannten
Begrenzungen als verlorene Schalung konzipiert sein, welche innerhalb des Applikationsbereichs
verbleiben.
[0020] Die Applikationsvorrichtung kann mindestens eine Materialversorgung zum Bereitstellen
von aushärtbarem Kunststoff oder Komponenten für einen aushärtbaren Kunststoff umfassen.
Selbstverständlich können auch mehrere, insbesondere zwei, Materialversorgungen vorgesehen
sein. Derart können aushärtbare Kunststoffe anwendungs- und situationsangepasst bereitgestellt
werden.
[0021] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Abbildungen und exemplarischen Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
[0022] Es zeigen:
- Figur 1:
- Eine Seitenansicht eines Fensterbereichs mit Verklotzungen;
- Figur 2:
- Einen Schnitt eines Fensterbereichs mit Verklotzung;
- Figur 3:
- Eine perspektivische Ansicht eines Rahmenprofils mit einer ersten erfindungsgemässen
Applikationsvorrichtung;
- Figur 4:
- Eine perspektivische Ansicht eines Rahmenprofils mit einer ersten erfindungsgemässen
Applikationsvorrichtung im Spalt;
- Figur 5a:
- eine perspektivische Ansicht einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemässen
Applikationsvorrichtung;
- Figur 5b:
- eine perspektivische Ansicht einer zweiten erfindungsgemässen Applikationsvorrichtung
mit befülltem Applikationsbereich;
- Figur 6:
- eine perspektivische Ansicht eines Profilrahmens mit einer zweiten erfindungsgemässen
Applikationsvorrichtung mit befülltem Applikationsbereich.
[0023] Figur zeigt eine Seitenansicht eines Bereichs eines Fensters 1 mit Verklotzungen.
Das Fenster 1 umfasst ein Rahmenprofil 2 ein Scheibenpaket 3, einen Spalt 4, welcher
sich zwischen dem Rahmenprofil 2 und dem Scheibenpaket 3 befindet, und zu Klötzen
ausgehärtete Kunststoffe 6. Im eingebauten Betriebszustand des Fensters 1 leiten die
Klötze des ausgehärteten Kunststoffs 6 das Gewicht des Scheibenpacket 3 auf das Rahmenprofil
2 ab. Durch ein gezieltes Ableiten der Kräfte werden auftretende Spannungen in einzelnen
Scheiben des Scheibenpakets 3 minimiert und ein Glasbruch verhindert.
[0024] Figur 2 zeigt einen Schnitt eines Bereichs eines Fensters mit Verklotzung. Das Scheibenpacket
3 liegt auf dem Rahmenprofil 2 auf der Fläche F auf. Zwischen dem Rahmenprofil 2 und
dem Scheibenpacket 3 ist ein Klotz aus ausgehärtetem Kunststoff 6 eingebracht. Zwischen
einzelnen Scheiben des Scheibenpaktes 3 befinden sich Abstandshalter, welche mit den
Kanten K der Scheiben im Kontaktbereich zum Klotz aus ausgehärtetem Kunststoff 6 eine
Kontaktfläche bilden. Eine Dicke D des Scheibenpakets 3 ist gezeigt. Diese Kontaktfläche
begrenzt den Applikationsbereich derart, dass der aushärtbaren Kunststoff 6 beim Einbringen
nicht zwischen einzelne Scheiben des Scheibenpakets 3 gelangt. Somit bilden das Rahmenprofil
2 und die Kontaktfläche des Scheibenpakets 3 eine untere und eine obere Begrenzung
für den aushärtbaren Kunststoff 6.
[0025] Figur 3 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Rahmenprofils 2, eines Scheibenpakets
3 und einer ersten erfindungsgemässen Applikationsvorrichtung 5. Eine Dicke D des
Scheibenpakets 3 ist gezeigt. Zwischen einzelnen Scheiben des Scheibenpaktes 3 befinden
sich Abstandshalter, welche mit den Kanten K der Scheiben eine Kontaktfläche bilden.
Die Applikationsvorrichtung 5 umfasst anpassbare Begrenzungen 7, welche im eingebrachten
Zustand einen Applikationsbereich im Spalt 4 zwischen dem Rahmenprofil 2 und dem Scheibenpacket
3 definieren. Die anpassbaren Begrenzungen 7 umfassen die Begrenzung 7' zur Begrenzung
des Applikationsbereichs in Umfangsrichtung des Rahmenprofils 2 sowie die Begrenzungen
7" zur Begrenzung des Applikationsbereichs in Längsrichtung des Rahmenprofils 2. Somit
definieren das Rahmenprofil 2, die Kontaktfläche des Scheibenpakets 3 sowie die Begrenzungen
7' und 7" im in den Spalt 4 eingebrachten Zustand den Applikationsbereich für einen
aushärtbaren Kunststoff (vgl. Figur 4).
[0026] Figur 4 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Rahmenprofils 2, eines Scheibenpakets
3 und einer ersten erfindungsgemässen Applikationsvorrichtung 5 mit Begrenzungen 7
(umfassend die Begrenzungen 7' und 7"), wobei die Begrenzungen 7 in den Spalt 4 eingebracht
sind. Ein aushärtbarer Kunststoff 6 ist in einen Applikationsbereich, welcher wie
vorgängig für Figur 3 erläutert definiert ist, mittels der Applikationsvorrichtung
5 eingebracht.
[0027] Figuren 5a und 5b zeigen eine zweite erfindungsgemässe Applikationsvorrichtung 5,
welche anpassbare Begrenzungen 7 zum Einbringen in einen Spalt 4 aufweist (vgl. Figuren
1 bis 4). Die Begrenzungen 7 umfasst die Begrenzungen 7' und 7" zum Begrenzen eines
Applikationsbereich in Umfangs- und Längsrichtung zu einem Rahmenprofil. Die Applikationsvorrichtung
5 umfasst eine Materialversorgung 8, welche zwei oder mehrere Kammern umfasst. Dargestellt
sind zwei zylindrische Kammern, in welchen sich Komponenten für einen aushärtbaren
Kunststoff befinden können. Werden die Begrenzungen 7 in einen Spalt zum Einbringen
eines aushärtbaren Kunststoffes eingebracht (vgl. Figuren 1 bis 4), können die Komponenten
gemischt und in den Applikationsbereich eingebracht werden. Figur 5b zeigt im Unterschied
zu Figur 5a einen in den Applikationsbereich eingebrachten Kunststoff 6. Der Applikationsbereich
ist wie vorgängig erläutert durch ein Rahmenprofil und ein Scheibenpacket weiter begrenzt
(hier nicht gezeigt).
[0028] Figur 6 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Rahmenprofils 2, eines Scheibenpakets
3 und einer zweiten erfindungsgemässen Applikationsvorrichtung 5 (vgl. Figuren 5a
und 5b). Die Applikationsvorrichtung 5 weist Begrenzungen 7 auf, wobei die Begrenzungen
7 in den Spalt 4 eingebracht sind. Die Applikationsvorrichtung 5 umfasst des Weiteren
eine Materialversorgung 8, welche zur Bereitstellung einzelner Komponenten des Kunststoffs
zwei oder mehrere Kammern umfasst. Gezeigt sind zwei zylindrische Kammern. Selbstverständlich
können auch nur eine oder mehr als zwei Kammern vorgesehen sein. Die Komponenten des
Kunststoffes werden gemischt und entsprechend ein aushärtbarer Kunststoff 6 in einen
Applikationsbereich, welcher wie vorgängig für Figur 3 erläutert definiert ist, mittels
der Applikationsvorrichtung 5 eingebracht. Der Applikationsbereich wird durch die
Begrenzungen 7' und 7" in Umfangs- und Längsrichtung des Profilrahmens sowie durch
die Kontaktfläche des Scheibenpakets 3 und dem Rahmenprofil begrenzt.
1. Verfahren zur Herstellung von Verklotzungen von Fenstern (1) umfassend die Schritte
- Bereitstellen eines Rahmens aus Rahmenprofilen (2) mit einer oder mehreren darin
angeordneten Scheiben (3), insbesondere einem darin angeordneten Scheibenpacket, wobei
zwischen mindestens einem Rahmenprofil (2) und der einen oder den mehreren Scheiben
(3) ein Spalt (4) ausbildbar ist,
- Einbringen von einer oder mehreren anpassbaren, insbesondere temporären, Begrenzungen
(7) zum Begrenzen des Applikationsbereichs in den Spalt (4) zwischen dem Rahmenprofil
(2) und der einen oder den mehreren Scheiben (3), wobei der Applikationsbereich durch
die eine oder mehreren Begrenzungen (7) in Umfangsrichtung, das Rahmenprofil (2) und
die eine oder die mehreren Scheiben (3) begrenzt wird,
- Einbringen des aushärtbaren Kunststoffs (6) in den Applikationsbereich.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, wobei die anpassbaren, insbesondere temporären, Begrenzungen
(7) den Applikationsbereich in Längsrichtung mit Bezug auf das Rahmenprofil (2) begrenzen.
3. Verfahren gemäss Anspruch 1 oder 2 umfassend den Schritt Aushärten des eingebrachten
Kunststoffs (6).
4. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Applikationsbereich Dimensionen
im Bereich von 2 mm x 18 mm x 50 mm bis 9 mm x 100 mm x 300 mm, bevorzugt 3 mm x 36
mm x 100 mm, besonders bevorzugt 4 mm x 40 mm x 100 mm aufweist.
5. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der aushärtbare Kunststoff (6)
auf schnell aushärtbaren Polyharnstoff-Klebstoffen basiert.
6. Verfahren gemäss Anspruch 5, wobei der aushärtbare Kunststoff (6) einen Trimerisierungskatalysator
aufweist.
7. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der aushärtbare Kunststoff (6)
derart eingestellt ist, dass der aushärtbare Kunststoff (6) beim Aushärten mit dem
Rahmenprofil (2) und/oder der einen oder den mehreren Scheiben (3), insbesondere dem
Scheibenpacket, verklebt.
8. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei eine Applikationsvorrichtung (5)
zum Einbringen eines, insbesondere schnell, aushärtbaren Kunststoffes (6) bereitgestellt
ist.
9. Verfahren gemäss Anspruch 8, wobei die Applikationsvorrichtung (5) die anpassbaren,
insbesondere temporären, Begrenzungen (7) umfasst.
10. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei das Verfahren automatisiert ist.
11. Verwendung eines, insbesondere schnell aushärtbaren, Polyharnstoff-Klebstoff als Kunststoff
(6) im Bereich der Verklotzung von Fenstern, Balkontüren, Terrassentüren, Hebeschiebern,
Dachfenster, Festverglasungen, Fassadenverglasungen, Fassadenelementen, Wintergartenverglasungen,
Trennwänden.
12. Applikationsvorrichtung (5) zum Einbringen eines, insbesondere schnell, aushärtbaren
Kunststoffes (6) umfassend anpassbare, insbesondere temporäre, Begrenzungen (7) für
ein Verfahren, insbesondere gemäss Anspruch 8 oder 9.
13. Applikationsvorrichtung (5) gemäss Anspruch 12, umfassend mindestens eine Materialversorgung
(8) zum Bereitstellen von aushärtbarem Kunststoff (6) oder Komponenten für einen aushärtbaren
Kunststoff (6).