(19)
(11) EP 3 079 526 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
10.10.2018  Patentblatt  2018/41

(21) Anmeldenummer: 14812173.4

(22) Anmeldetag:  08.12.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47B 88/493(2017.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2014/076812
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2015/086483 (18.06.2015 Gazette  2015/24)

(54)

FÜHRUNGSVORRICHTUNG FÜR LINEAR BEWEGBARE BAUTEILE

GUIDING DEVICE FOR LINEARLY MOVABLE COMPONENTS

DISPOSITIF DE GUIDAGE POUR DES ÉLÉMENTS LINÉAIREMENT MOBILES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 09.12.2013 DE 102013113671

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
19.10.2016  Patentblatt  2016/42

(73) Patentinhaber: Paul Hettich GmbH & Co. KG
32278 Kirchlengern (DE)

(72) Erfinder:
  • GEBHARDT, Björn
    59302 Oelde (DE)

(74) Vertreter: Dantz, Jan Henning et al
Loesenbeck - Specht - Dantz Patent- und Rechtsanwälte Am Zwinger 2
33602 Bielefeld
33602 Bielefeld (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 0 478 938
DE-A1-102005 017 417
WO-A1-2012/027053
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Führungsvorrichtung für linear bewegbare Bauteile nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

    [0002] Die DE 10 2005 017 417 A1 offenbart eine Schubladenführung, bei der eine Schubladenschiene relativ zu einer Mittelschiene und einer Korpusschiene über Wälzkörper verfahrbar gelagert ist. In mindestens einer Position des Öffnungs- oder Schließvorganges der Schublade wird die Schubladenschiene entlastet, indem beim Verfahren der Schubladenschiene ein Anheben erfolgt, so dass die Wälzkörper durch das Anheben entlastet werden. Das Anheben der Schiene führt zwar zu einer Vermeidung einer Abplattung an den Wälzkörpern, allerdings besteht das Problem, dass das Anheben der Schubladenschiene bei der Benutzung als störend empfunden wird, denn der Benutzer muss beim Anheben der Schublade entsprechende Kräfte überwinden, was den Öffnungs- oder Schließvorgang behindern kann.

    [0003] Die WO 2012/027053 offenbart eine Auszugsführung mit drei Schienen, die relativ zueinander verfahrbar sind. Eine Stützeinrichtung weist Rollen auf, die bei einer Belastung eine bewegbare Schiene abstützen.

    [0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Führungsvorrichtung für linear bewegbare Bauteile zu schaffen, die eine einfache Handhabung gewährleistet und eine Abplattung an den Rollen oder Wälzkörpern zumindest verringert.

    [0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Führungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 1 vorgeschlagen.

    [0006] Bei einer erfindgungsgemäßen Führungsvorrichtung ist eine Stützeinrichtung zwischen einer Führungsschiene und einem Tragelement vorgesehen, wobei erst bei Überschreiten einer vorbestimmten Kraft in einer der Endpositionen das Tragelement durch die Stützeinrichtung abgestützt wird. Im unbelasteten Zustand erfolgt daher keinerlei Abstützung, so dass die Präsenz der Stützeinrichtung vom Benutzer nicht wahrgenommen wird. Erst wenn das Tragelement durch eine hohe Gewichtskraft belastet wird, kann die Stützeinrichtung aktiv werden, um das Problem einer Abplattung an den Wälzkörpern oder den Rollen zu verringern. Der Erfindung liegt dabei die Erkenntnis zugrunde, dass die Stützeinrichtung nur so viel Kraft aufnehmen soll, dass die Wälzkörper oder die Rollen nicht vollständig entlastet werden. In der Endposition, in der die Stützeinrichtung wirksam werden kann, tragen die Wälzkörper oder die Rollen zumindest eine Grundlast. Daher ist die Stützeinrichtung so ausgelegt, dass in der Endposition, insbesondere in einer eingefahrenen Endposition, ein Spalt zwischen dem Tragelement oder einem mit dem Tragelement verbundenen Bauteil und der Stützeinrichtung hergestellt ist, wenn eine bestimmte auf die Führungsvorrichtung einwirkende Gewichtskraft noch nicht erreicht ist. Der Spalt kann beispielsweise in einem Bereich zwischen 0,1 mm bis 0,9 mm, vorzugsweise 0,2 mm bis 0,5 mm, liegen.

    [0007] Durch die Stützeinrichtung kann bei einem Möbel ein harmonisches Blendenbild bei Schubkästen oder ein harmonisches Fugenbild bei einem Schiebetürsystem mit gleichen Spaltmaßen erhalten werden, welches auch nach längerem Gebrauch noch vorhanden ist. Denn durch den erfindungsgemäßen Gedanken wird eine Abplattung an den Wälzkörpern oder den Laufrollen minimiert.

    [0008] In einer erfindungsgmäßen Ausgestaltung weist das Stützelement eine drehbar gelagerte Stützrolle auf und das Tragelement, die Führungsschiene und/oder ein mit dem Tragelement oder der Führungsschiene verbundenes Bauteil weist eine Anlaufschräge und eine Rampe auf. Dadurch kann bei der Aktivierung der Stützeinrichtung durch eine hohe Belastung des Tragelementes ein leichtgängiges Verfahren der Führungsschiene gewährleistet werden, die sanft über eine Anlaufschräge verfahren wird, wobei dann im Bereich der Rampe eine Abstützung durch die Stützeinrichtung erfolgt. Dadurch ist die Abstützung weitgehend für den Benutzer kaum spürbar. Die Anlaufschräge kann in einem Winkel zwischen 1 ° bis 15°, insbesondere 2° bis 8°, zur Bewegungsrichtung des Tragelementes angeordnet sein.

    [0009] Die Stützeinrichtung tritt erst bei einer Anfangsbeladung von 5 bis 30 kg, insbesondere 8 bis 20 kg, in Funktion, wirkt somit erst dann, wenn ein gewisser Beladungsgrad erreicht ist. Dadurch ist sichergestellt, dass im unbelasteten Zustand die Stützeinrichtung die Handhabung der Führungsvorrichtung nicht beeinträchtigt. Erst bei Überschreiten einer bestimmten Beladung wird dann die Stützeinrichtung aktiviert, um eine Verformung der Wälzkörper oder der Rollen durch eine Abplattung in einer stationären Position zu vermeiden und somit ein harmonisches und spaltgleiches Fugenbild einer Frontblende oder einer Schiebtür zu erreichen.

    [0010] Die Führungsvorrichtung kann insbesondere als Auszugsführung mit einer stationären Führungsschiene und einer bewegbaren Laufschiene als Tragelement ausgebildet sein. Zwischen der Führungsschiene und der Laufschiene kann eine Mittelschiene vorgesehen sein, an der eine Stützrolle als Stützeinrichtung drehbar gelagert ist. Um eine exakte Dosierung der Stützeinrichtung bereitzustellen, kann dabei an der Auszugsführung eine Synchronisationseinrichtung vorgesehen sein, die für eine exakte Positionierung der Stützeinrichtung relativ zu einer Kontaktfläche an dem Tragelement oder einem mit dem Tragelement verbundenen Bauteil sorgt.
    Die Führungsschiene, die Mittelschiene und/oder die Laufschiene sind vorzugsweise über Wälzkörper relativ zueinander verfahrbar gelagert. Insbesondere können tonnen- oder zylinderförmige Wälzkörper eingesetzt werden, wobei die Wälzkörper hinsichtlich Material, E-Modul, Geometrie und Abmessung frei wählbar und/oder kombinierbar sind. Beispielsweise können zumindest einige Wälzkörper aus Kunststoff bestehen.
    In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung ist an der Führungsschiene ein Tragelement verfahrbar gelagert, an dem eine Schiebetür montiert ist. An dem Tragelement ist dabei eine Laufrolle drehbar gelagert, die zumindest teilweise aus einem elastischen Material hergestellt ist. Dadurch kann die Laufrolle in einer Endposition, beispielsweise einer Schließposition, durch eine Stützeinrichtung, insbesondere eine Stützrolle, unterstützt werden, um ein Abplatten der Stützrolle zu vermeiden. Je nach Schwere der Schiebetür, die an dem Tragelement fixiert ist, wirkt dann die Stützeinrichtung in der Endposition oder ist nicht wirksam.
    Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Stützeinrichtung eine zur Horizontalen geneigt ausgerichtete, ansteigende Anlaufschräge und eine auf de Anlaufschräge aufsetzende Rolle. Bei einem gewissen Beladungsgrad setzt die Rolle gleichmäßig und störungsfrei, ohne abruptes Anschlagen an eine Störkante, auf die Anlaufschräge auf und trägt dazu bei, das Tragelement zu unterstützen. Wenn der höchste Punkt der Anlaufschräge erreicht ist, geht die Anlaufschräge vorzugsweise über in eine abfallende Rampenstruktur, die zumindest in einem Bereich bis zur Endlagenposition auf das eine Tragelement in Endlagenrichtung wirkt. Dadurch kann die Stützeinrichtung mit der Rampe eine Hangabtriebskraft in Endlagenrichtung bewirken, was gerade bei Trageelementen mit hohen Gewichtslasten vorteilhaft ist, um das Tragelement sicher in die Endlagenposition zu bewegen, denn bei hohen Gewichtskräften kann es vorkommen, dass ein Selbsteinzug keine ausreichende Kraft in Endlagenrichtung bewirkt.

    [0011] Besonders vorteilhaft ist die Rolle an der Laufschiene und die als Laufbahn wirkenden Anlaufschräge sowie die Rampe an der Führungsschiene angeordnet, wobei die Anlaufschräge und die Rampe vorzugsweise stoffschlüssig, beispielsweise durch Schweißen oder Kleben oder durch andere bekannte Verbindungsarten, beispielsweise Klipsen oder Druckfügeverfahren, an der Führungsschiene festgelegt sind.

    [0012] In einer weiteren Ausführungsform ist eine Rolle der Stützeinrichtung an einem Stopfen drehbar gelagert, der in eine Laufschiene einer Auszugsführung eingesteckt ist. Dadurch kann die Stützeinrichtung einfach montiert werden und die Rolle kann geschützt angeordnet werden.

    [0013] In einer alternativen Ausführungsform ist die Rolle der Stützeinrichtung über ein Diagonallangloch in Längsrichtung der Führungsvorrichtung im Betrieb vertikal und horizontal verschiebbar gelagert. Damit können etwaige auf die Führungsvorrichtung einwirkende Stoßkräfte abgefangen werden.

    [0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
    Figur 1
    eine perspektivische Ansicht einer als Auszugsführung ausgebildeten Führungsvorrichtung;
    Figur 2
    eine perspektivische Ansicht der Auszugsführung der Figur 1 von der anderen Seite;
    Figuren 3 und 3A
    eine perspektivische Ansicht der Auszugsführung der Figur 2 in einer geschlossenen Position;
    Figuren 4A und 4B
    zwei Ansichten der Stützeinrichtung in unterschiedlichen Beladungszuständen;
    Figuren 5A und 5B
    zwei Ansichten der Stützeinrichtung der Auszugsführung der Figur 2 in unterschiedlichen Positionen;
    Figuren 6 und 6A
    zwei Ansichten der Führungsschiene der Auszugsführung der Figur 2;
    Figuren 7 und 7A
    zwei Ansichten einer modifizierten Auszugsführung als erfindungsgemäße Führungsvorrichtung;
    Figuren 8 und 8A
    zwei Ansichten einer Laufschiene der Auszugsführung der Figur 7;
    Figur 9
    eine perspektivische Ansicht einer modifizierten Führungsschiene für eine Auszugsführung;
    Figur 10
    eine Ansicht eines Bauteils zur Herstellung einer Rampe an der Führungsschiene der Figur 9;
    Figuren 11A bis 11C
    mehrere Ansichten der Stützeinrichtung der Auszugsführungen der Figuren 1 bis 8;
    Figuren 12A bis 12C
    mehrere Ansichten der Auszugsführung der Figur 2 in unterschiedlichen Positionen;
    Figuren 13A bis 13C
    mehrere Ansichten einer modifizierten Ausführungsform einer Führungsvorrichtung, die als Schiebetürbeschlag ausgebildet ist;
    Figur 14
    ein Diagramm zur Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Stützeinrichtung;
    Figuren 15A bis 15C
    mehrere Ansichten einer an einem Stopfen gelagerten Rolle einer nicht erfindungsgemäßen Stützeinrichtung;
    Figur 16A und 16B
    eine Ansicht einer Auszugsführung mit dem Stopfen der Figur 15;
    Figur 17
    eine Stützeinrichtung gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel;
    Figur 18
    eine Ansicht der Stützvorrichtung der Figur 17 kurz vor der Endlagenposition;
    Figuren 19A und 19B
    zwei Ansichten der Stützvorrichtung der Figur 18;
    Figuren 20A und 20B
    zwei Ansichten der Stützvorrichtung der Figur 18 in unterschiedlichen Positionen mit einem gewissen Beladungszustand und
    Figur 21
    eine alternative Ausführungsform einer Rolle


    [0015] Eine erfindungsgemäße Führungsvorrichtung kann als Auszugsführung 1 ausgebildet sein, bei der eine stationäre Führungsschiene 2 über einen oder zwei Haltewinkel 3 an einem Möbelkorpus oder einem Haushaltsgerät fixiert wird. An der Führungsschiene 2 ist eine Mittelschiene 4 und an der Mittelschiene 4 ist eine Laufschiene 5 verfahrbar gelagert, wobei hierfür entsprechende Wälzkörper vorgesehen sind. Um die Wegstrecken und die Geschwindigkeiten der Laufschiene 5 und der Mittelschiene 4 zu synchronisieren, ist eine Synchronisationsvorrichtung 6 vorgesehen, bei der ein Umlenkelement 8 in Form eines Seiles um zwei Umlenkrollen 7 geführt ist. An dem Umlenkelement 8 sind Halter 9 festgelegt, an denen jeweils ein Wälzkörperkäfig gehalten ist. Dadurch ist sichergestellt, dass die Laufschiene 5 mit doppelter Geschwindigkeit relativ zu der Mittelschiene 4 verfahren wird. Statt des Seiles könnte auch eine Zahnstangen-Zahnrad-Kombination als Synchronisationsvorrichtung verwendet werden.

    [0016] In Figur 2 ist die Auszugsführung 1 in einer ausgefahrenen Position gezeigt. Zwischen der Führungsschiene 2 und der Mittelschiene 4 sind Wälzkörper angeordnet (nicht dargestellt), die an einem Wälzkörperkäfig 11 gehalten sind. Die Wälzkörper sind als ballige Pendelrollen ausgebildet und wälzen an ebenen Laufbahnen ab, die an der Führungsschiene 2, der Mittelschiene 4 und der Laufschiene 5 ausgebildet sind. Dabei bilden drei Wälzkörper jeweils einen Satz Wälzkörper, und hintereinander in Bewegungsrichtung sind mehrere Sätze solcher Wälzkörper angeordnet.

    [0017] Ferner ist an der Auszugsführung 1 ein Selbsteinzug 12 und/oder eine Ausstoßvorrichtung vorgesehen, die wirksam wird, wenn die Laufschiene 5 in Schließrichtung bewegt wird. Hierfür sind an der Laufschiene 5 stegförmige Vorsprünge als Aktivatoren 13 vorgesehen, die mit einem Mitnehmer des Selbsteinzuges 12 in Eingriff gebracht werden können. Es können auch andere Führungs- und Bewegungseinrichtungen statt des Selbsteinzuges 12 vorgesehen werden. Zudem ist an der Laufschiene 5 ein Haken 14 vorgesehen, mittels dem ein Schubkasten oder ein anderes Bauteil montiert werden kann.

    [0018] An der Mittelschiene 4 ist ferner eine Stützeinrichtung 20 vorgesehen, die eine drehbar gelagerte Stützrolle 21 umfasst, die drehbar an einem Halter 22 gelagert ist.

    [0019] Wie in den Figuren 3 und 3A gezeigt ist, kann die an der Mittelschiene 4 gelagerte Stützrolle 21 entlang einer Anlaufschräge 24 und einer Rampe 23 der Führungsschiene 2 verfahren werden.

    [0020] In den Figuren 4A und 4B sind zwei unterschiedliche Beladungszustände der Stützrolle 21 an dem Halter 22 gezeigt. In Figur 4A ist die Auszugsführung 1 in einem unbelasteten Zustand gezeigt. Zwischen der Stützrolle 21 der Stützvorrichtung 20 und einer Kontaktfläche 35 an der Laufschiene 5 ist ein Spalt h ausgebildet, der beispielsweise in einem Bereich zwischen 0,1 mm bis 0,9 mm, insbesondere 0,2 mm bis 0,5 mm, liegen kann. Im unbelasteten Zustand ist die Stützrolle 21 in jedem Fall beabstandet von der Kontaktfläche 35 an der Laufschiene 5 angeordnet, auch wenn die Stützrolle 21 auf der Rampe 23 an der Führungsschiene 2 abgestützt ist.

    [0021] In Figur 4B ist der belastete Zustand der Auszugsführung 1 dargestellt. Durch eine Gewichtsbelastung von beispielsweise mehr als 10 kg senkt sich die Laufschiene 5 geringfügig ab, und somit gelangt die Kontaktfläche 35 an eine Oberseite der Stützrolle 21. Die Stützrolle 21 ist an der Unterseite auf der Rampe 23 der Führungsschiene 2 abgestützt, so dass die Kräfte, die aufgrund der Beladung auf die Laufschiene 5 wirken und den beispielhaften Gewichtswert von 10 kg übersteigen, nun zumindest teilweise über die Stützrolle 21 auf die Führungsschiene 2 übertragen werden. Dadurch wird die Belastung an den Wälzkörpern verringert, so dass das Problem einer Abplattung der Wälzkörper in einer Schließposition durch die Gewichtsbelastung verringert wird.

    [0022] In den Figuren 5A und 5B ist die Bewegung der Laufschiene 5 relativ zu der Führungsschiene 2 vor Erreichen der Schließposition gezeigt. Die Laufschiene 5 wird relativ zu der Mittelschiene 4 nach links bewegt, so dass die Stützrolle 21 zunächst entlang der Anlaufschräge 24 an der Führungsschiene 2 bewegt wird und im beladenen Zustand ab einer gewissen Grenze die Anlaufschräge 24 kontaktiert. Die Anlaufschräge 24 kann zur Bewegungsrichtung der Laufschiene 5 in einem Winkel zwischen 1° und 15°, insbesondere 2° bis 8°, geneigt sein. An die Anlaufschräge 24 schließt sich eine Rampe 23 an, die im Wesentlichen parallel zur Bewegungsrichtung der Laufschiene 5 angeordnet ist. In Figur 5B ist die Laufschiene 5 in einer Endposition gezeigt, insbesondere der Schließposition, wobei dann die Stützrolle 21 einerseits auf der Rampe 23 aufliegt und andererseits die Kontaktfläche 35 an der Laufschiene 5 abstützt, so dass zumindest ein Teil der Gewichtslasten durch die Laufschiene 5 über die Stützrolle 21 abgetragen wird.

    [0023] In den Figuren 6 und 6A sind zwei Ansichten der Führungsschiene 2 gezeigt. Die Führungsschiene 2 kann aus einem gerollten Metallblech hergestellt sein, wobei an einer ebenen Fläche eine Anlaufschräge 24 und die Rampe 23 ausgeprägt sind. Die Höhe der Rampe 23 zu der benachbarten Auflagefläche kann in einem Bereich zwischen 0,5 mm bis 4 mm liegen, insbesondere 0,8 mm bis 1,8 mm.

    [0024] In der Figur 7 ist eine modifizierte Auszugsführung 1' gezeigt, bei der die Stützrolle 21 nicht mehr an einer Rampe und einer Anlaufschräge an der Führungsschiene 2 abrollt, sondern die Anlaufschräge 24' und die Rampe 23' an der Laufschiene 5' ausgebildet sind. An der gegenüberliegenden Seite der Stützrolle 21 läuft die Stützrolle 21 auf einer ebenen Anlagefläche 35' der Führungsschiene 2' ab, so dass der gleiche Effekt erreicht wird, der in Bezug auf die Figuren 4 und 5 beschrieben wurde.

    [0025] In den Figuren 8 und 8A ist die Laufschiene 5' im Detail gezeigt, an deren Unterseite die Anlaufschräge 24' und die Rampe 23' ausgebildet sind. Im Übrigen kann die Laufschiene 5' wie bei dem vorangegangenen Ausführungsbeispiel der Figuren 1 und 2 ausgebildet sein.

    [0026] In Figur 9 ist die Führungsschiene 2" gezeigt, bei der statt einer integralen Ausbildung einer Anlaufschräge 24 und einer Rampe 23 ein zusätzliches Bauteil 30 montiert ist. Das Bauteil 30, gezeigt in Figur 10, bildet eine Anlaufschräge 31 aus, an der eine Führungsbahn 32 vorgesehen ist. Die Führungsbahn 32 begrenzt eine Nut oder Rinne 33, so dass das Bauteil 30 auch zur Zentrierung genutzt werden kann, insbesondere wenn die Stützrolle 21 eine entsprechende Querschnittskontur aufweist und in der Rinne 33 aufgenommen wird. An einem plattenförmigen Abschnitt 34 ist eine Montageöffnung 36 vorgesehen, so dass das Bauteil 30 über Befestigungsmittel oder eine Rastverbindung an der Führungsschiene 2" montiert werden kann. Selbstverständlich kann das Bauteil 30 auch an einer Laufschiene 5" vorgesehen werden.

    [0027] In den Figuren 11A bis 11C ist die Stützeinrichtung 20 im Detail gezeigt. Die Stützeinrichtung 20 umfasst einen Halter 22, der einen plattenförmigen Abschnitt 26 aufweist, der an einem vertikalen Abschnitt der Mittelschiene 4 festlegbar ist. An dem Halter 22 steht von dem plattenförmigen Abschnitt 26 ein Lager 27 im Wesentlichen senkrecht hervor, in dem eine Aufnahme 28 für die Stützrolle 21 ausgebildet ist. Die Stützrolle 21 umfasst dabei seitlich hervorstehende Achsen 29, die in entsprechenden Aufnahmen drehbar gelagert sind. Um ein Herausbringen der Stützrolle 21 zu verhindern, ist an dem Lager 27 eine Rastnase 38 vorgesehen.

    [0028] In den Figuren12A bis 12C ist noch einmal ein Schließvorgang der Auszugsführung der Figur 2 gezeigt. Zunächst wird die Laufschiene 5 in Schließrichtung bewegt und nähert sich der Anlaufschräge 24 und der Rampe 23 an. Je nach Gewichtsbelastung der Laufschiene 5 gelangt die Stützrolle 21 früher oder später in Kontakt mit der Anlaufschräge 24, wodurch die Stützrolle 21 geringfügig angehoben wird und dann entlang der Rampe 23 verfahren wird. Auf der Rampe 23 ist ein Kontakt zwischen der Stützrolle 21 und der unteren Kontaktfläche 35 an der Laufschiene 5 hergestellt, so dass ein Teil der auf die Laufschiene 5 wirkenden Gewichtskräfte durch die Stützrolle 21 aufgenommen wird.

    [0029] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel wirkt die Stützrolle 21 nur zur Kompensierung von Gewichtskräften, die insbesondere in der Schließposition wirken. Es ist natürlich auch möglich, eine entsprechende Stützeinrichtung 20 in einer maximalen Auszugsposition vorzusehen, in der nur ein Teil der Wälzkörper auf Druck beansprucht wird, während andere Wälzkörper entlastet werden.

    [0030] In den Figuren 13A bis 13C ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Führungsvorrichtung gezeigt. Die Führungsvorrichtung ist als Schiebetürbeschlag ausgebildet und umfasst ein Tragelement 50, das als U-förmig gebogenes Laufteil ausgebildet ist. An einem Schenkel 51 des Tragelementes 50 ist eine Schiebetür 52 fixiert, während auf der gegenüberliegenden Seite ein Schenkel 55 vorgesehen ist, an dem eine Laufrolle 54 drehbar gelagert ist. Die Laufrolle 54 ist dabei an einer Führungsschiene 120 verfahrbar gelagert, die beispielsweise an einem Möbelkorpus eines Schrankmöbels montiert ist. An einem Verbindungsstück des Tragelementes 50 ist ferner eine Aushebesicherung 53 vorgesehen, die verschiebbar an dem Tragelement gelagert ist und ein Ausheben des Tragelementes 50 verhindert.

    [0031] An dem vertikalen Schenkel 55 des Tragelementes 50 ist benachbart zu der Laufrolle 54 eine Stützrolle 56 vorgesehen, die drehbar an einem Halter 57 gelagert ist. Die Stützrolle 56 kann an der Führungsschiene 120 in Kontakt mit einer Anlaufschräge 122 und einer Rampe 123 gelangen. Ein zur Anlaufschräge 122 benachbarter Abschnitt 121 ist beabstandet von der Stützrolle 56 angeordnet. Abhängig von der Beladung des Tragelementes 50 bzw. durch das Gewicht der Schiebetür 52 kann es erforderlich sein, die Laufrolle 54 in einer Endposition, insbesondere einer Schließposition, abzustützen. Wie in Figur 13B gezeigt ist, ist die Stützrolle 56 mit ihrer Unterseite höher angeordnet als die Laufrolle 54. Wirkt nun eine hohe Kraft auf das Tragelement 50, plattet die Laufrolle 54 um die Höhe h ab, und die Gewichtskraft verteilt sich nun auf die Stützrolle 56 und die Laufrolle 54. Dadurch kann das Problem einer dauerhaften Abplattung der Laufrolle 54 verringert werden, was gerade bei einem langfristigen Einsatz des Möbels oder Haushaltsgerätes sinnvoll ist.

    In den dargestellten Ausführungsbeispielen werden immer Stützrollen 21 oder 56 eingesetzt, um einen Teil der Gewichtskräfte aufzunehmen.
    In Figur 14 ist das Prinzip der Stützeinrichtung noch einmal grafisch dargestellt. Bei einer vorbestimmten Beladung, beispielsweise bei etwa 20 kg, wirkt eine Kraft F von etwa 200 N auf die Wälzkörper oder die Stützrolle. Wenn ab diesem Schwellwert die Stützrollen 21 oder 56 ihre Wirkung entfalten sollen, wird der Abstand zwischen den entsprechenden Bauteilen so gewählt, dass nun die Stützrollen 21 und 56 an einer Rampe 23 oder 123 aufliegen. Wird nun die Beladung an der Laufschiene 5 oder dem Tragelement 50 erhöht, wird nur noch ein Teil der Gewichtslast auf die Wälzkörper oder die Laufrolle 54 weitergegeben, da nun die Stützrollen 21 und 56 wirksam sind. Dadurch kann ein starkes Abplatten verringert werden, was den Laufkomfort erhöht.

    [0032] In den Figuren 15A bis 15C ist eine nicht erfindungsgemäße Ausführungsform einer Stützeinrichtung 60 gezeigt, die eine drehbar gelagerte Rolle 61 umfasst. Die drehbar gelagerte Rolle 61 ist über einen Zapfen 62 an einem Steg 63 gehalten, der an einem Stopfen 65 angeformt ist. Der Stopfen 65 ist über eine stirnseitig angeordnete Anschlagplatte 64 in eine Laufschiene 103 einer Auszugsführung eineinschiebbar. Die Rolle 61 besitzt eine Stützfunktion, wenn eine bestimmte Gewichtslast überschritten wird, die auf eine Laufschiene 103 der Auszugsführung wirkt. Die Stützeinrichtung mit dem Stopfen 65 kann leicht montiert werden, indem der Stopfen 65 in den Hohlraum der Laufschiene 103 eingesteckt wird. Die Rolle 61 kann dann in der montierten Position mit einem geringen Abstand 67 oberhalb einer Führungsbahn 66 der Führungsschiene 102 angeordnet sein, wie dies in Figur 16B gezeigt ist. Wird die Laufschiene 103 belastet, beispielsweise durch höhere Gewichtslasten eines Schubkastens, senkt sich die Laufschiene 103 ab, so dass die Rolle 61 in Eingriff mit der Führungsbahn 66 der Führungsschiene 102 gelangt.

    [0033] In Figur 17 ist eine Führungsvorrichtung 101 gezeigt, welche als Auszugsführung ausgebildet ist und eine stationäre Führungsschiene 102 umfasst, an der ein Tragelement 103 in Form einer Laufschiene verfahrbar geführt ist. Dabei kann das Tragelement 103 über Wälzkörper oder Rollen direkt an der Führungsschiene 102 verfahrbar sein. Optional können aber zwischen der Führungsschiene 102 und dem Tragelement 103 eine oder mehrere Mittelschienen vorgesehen werden. Die Führungsschiene 102 ist dabei über mindestens einen Haltewinkel 104 an einem Möbelkorpus oder Haushaltsgerät befestigbar, wobei der mindestens eine Haltewinkel 104 auch integral mit der Führungsschiene 102 ausgebildet sein kann.

    [0034] Um eine Endlagenbewegung des Tragelementes 103 in einem gewissen Bereich vor der Endlagenposition zu unterstützen, ist ein Endlageneinzug 105 vorgesehen. Der Endlageneinzug 105 umfasst ein Gehäuse 106, an dem ein Mitnehmer 107 entlang einer Führungsbahn 108 verfahrbar ist. Die Führungsbahn 108 weist einen linearen Abschnitt in Längsrichtung der Führungsschiene 102 und einen abgewinkelten Endabschnitt auf. An dem abgewinkelten Endabschnitt kann der Mitnehmer 107 geparkt oder verrastet werden, wobei der Mitnehmer 107 über einen Kraftspeicher, insbesondere eine Feder, in Endlagenrichtung vorgespannt ist. Der Mitnehmer 107 kann mit einem Aktivator 109 gekoppelt werden, der an dem Tragelement 103 fixiert ist. Bei einer Bewegung des Tragelementes 103 in Endlagenrichtung entrastet der Aktivator 109 den Mitnehmer 107, so dass aufgrund der Kraft der Feder das Tragelement 103 zusammen mit dem Mitnehmer 107 in Endlagenrichtung bewegt wird. Der Endlageneinzug 105 weist ferner einen Dämpfer 110 auf, beispielswiese einen Fluiddämpfer, um die Bewegung des Tragelementes 103 vor Erreichen der Endlagenposition abzubremsen.

    [0035] Um die Einzugsbewegung des Tragelementes 103 ab einer vorbestimmten Gewichtsbelastung zu unterstützen, gerade wenn das Tragelement 103 mit einem schweren Bauteil beladen ist, umfasst die Führungsvorrichtung 101 ferner eine Stützeinrichtung 111. Die Stützeinrichtung 111 weist eine Rolle 112 auf, die drehbar an dem Tragelement 103 gelagert ist und entlang einer Anlaufschräge 114 und einer Rampe 113 verfahrbar ist. Die Anlaufschräge 114 und die Rampe 113 sind durch abgewinkelte Stege gebildet, an deren Oberseiten eine Laufbahn für die Rolle 112 ausgebildet ist.

    [0036] Der Anlaufschräge 114 ist dabei in Endlagenrichtung zur Horizontalen ansteigend ausgebildet, beispielsweise in einem Winkel β in einem Bereich zwischen 1° bis 18°, insbesondere 4° bis 12°. Die Rampe 113 ist hingegen in Endlagenrichtung zur Horizontalen abfallend ausgebildet, beispielsweise in einem Winkel α zwischen 0,5° und 5°, insbesondere 1° bis 3°. Die Anlaufschräge 114 ist dabei in Längsrichtung kürzer ausgebildet als die Rampe 113, insbesondere um 30 % oder 40 % kürzer. Ferner ist die Neigung der Anlaufschräge 114 zur Horizontalen steiler ausgebildet als die der Rampe 113.

    [0037] Wird nun das Tragelement 103 in Endlagenrichtung bewegt, läuft die Rolle 112 bei einem gewissen Beladungszustand gleichmäßig auf die Anlaufschräge 114 auf, so dass das Tragelement 103 über die Rolle 112 geringfügig angehoben wird. Wenn der höchste Punkt der Anlaufschräge 114 erreicht ist, wandelt sich die Laufbahn der Rolle 112 zu der abfallenden Rampe 113. Im Bereich des höchsten Punktes beginnt zudem der Endlageneinzug 105 zu wirken, indem der Mitnehmer 107 mithilfe des Aktivators 109 entrastet wird und mittels des Kraftspeichers in Form einer Feder entlang der Führungsbahn 108 verfahren wird, bis die Endlagenposition erreicht ist. Die durch das Gefälle der Rampe 113 auf die Rolle 112 einwirkende Hangabtriebskraft wirkt dabei zusätzlich zu dem Endlageneinzug 105 unterstützend zu dessen Funktion. Vorzugsweise wird der komplette Weg der Rampe 113 für die Kontaktierung mit der Rolle 112 genutzt. Es ist auch möglich, dass die Rolle 112 bereits vor Erreichen des tiefsten Punktes der Rampe 113 aufgrund der nicht mehr genügenden Beladung oder infolge einer elastischen Verformung der Führungsschiene 102 und/oder der als Tragelement 103 dienenden Laufschiene den Kontakt verliert.
    In Figur 19A ist die Stützeinrichtung 111 im Detail gezeigt. Die Rolle 112 ist um eine Achse 115 drehbar gelagert, die an dem Tragelement 103 fixiert ist. Die Anlaufschräge 114 und die Rampe 113 sind als Stege ausgebildet, die auch integral mit der Führungsschiene 102 ausgebildet sein können. Es ist auch möglich, die Rampe 113 und den Bremsbereich 114 als zusätzliches Bauteil an der Führungsschiene 102 zu fixieren, vorteilhafterweise durch stoffschlüssiges Verbinden, beispielsweise durch Schweißen oder Kleben oder durch andere bekannte Fügeverfahren, wie beispielsweise Klipsen oder Druckfügen.

    [0038] In Figur 19B ist der Endlageneinzug in der Endlagenposition gezeigt. Der Aktivator 109 umfasst hervorstehende Stege 190, die in eine Aufnahme des Mitnehmers 107 angeordnet sind. Der Mitnehmer weist seitlich hervorstehende Zapfen 170 auf, die entlang der Führungsbahn 108 an dem Gehäuse 106 verfahrbar sind. Der Mitnehmer 107 ist ferner über ein Kopplungselement 171 mit einer Kolbenstange des Dämpfers 110 verbunden, der die Bewegung des Mitnehmers 107 in Endlagenrichtung abbremst.

    [0039] Während die Figuren 17, 18 und 19 einen Beladungszustand zeigen, wo keine Kontaktierung zwischen Rolle 112 und Anlaufschräge 114 sowie Rampe 113 erfolgt, was gut an der Spaltbildung erkennbar ist, ist in den Figuren 20A und 20B ein Beladungszustand dargestellt, wo eine Kontaktierung ermöglicht ist. In Figur 20A ist die Stützeinrichtung 111 mit der Rolle 112 im Bereich des höchsten Punktes, also dem Übergang zwischen der Anlaufschräge 114 und der Rampe 113, gezeigt. Bis zu diesem Punkt wird das Tragelement 103 durch die Stützeinrichtung 111 abgestützt, während nun in Endlagenrichtung die Rampe 113 wirksam wird, um das Tragelement 103zusätzlich zu der Stützfunktion einzugsunterstützend in die Endlagenposition zu verfahren, wie dies in Figur 4B gezeigt ist.

    [0040] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel überlagern sich die Kräfte des Endlagenteinzuges 105 und der Stützeinrichtung 111 ab einer gewissen Gewichtsbelastung des Tragelementes 103. Es ist dabei möglich, die Rolle 112 in einer Höhe gegenüber der Anlaufschräge 114 und der Rampe 113 vorzusehen, bei der abhängig von der Beladung ein Eingriff der Stützeinrichtung 111 erfolgt. Bei leichter Beladung kann die Rolle 112 auch über die Rampe 113 und der Anlaufschräge 114 hinweg bewegt werden, ohne Kontaktierung. Nur ab einer bestimmten Beladung des Tragelementes 103, beispielsweise ab 10 kg, kann die Wirkung der Stützeinrichtung 111 aktiviert werden, so dass nur ein belastetes Tragelement 103 durch die Stützeinrichtung 111 in Endlagenrichtung bewegt wird.

    [0041] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Rampe 113 und die Anlaufschräge 114 an der Führungsschiene 102 und die Rolle 112 an dem Tragelement 103 angeordnet. Es ist natürlich auch möglich, die Rolle 112 an der Führungsschiene 102 vorzusehen und die Rampe 113 sowie die Anlaufschräge 114 an dem Tragelement 103. Dabei müssen die Rolle 112 und die Rampe 113 nicht unmittelbar an der Führungsschiene 102 oder dem Tragelement 103 angeordnet sein, sondern können auch unter Zwischenschaltung weiterer Bauteile montiert werden.
    Weiterhin ist es denkbar, dass die Rolle 112 an dem Tragelement 103 und die aus Anlaufschräge 114 und Rampe 113 gebildete Laufbahn an dem stationären Möbelkorpus oder Haushaltsgerätekorpus angeordnet sind. Eine eventuelle Kontaktierung dieser Bauteile der Stützeinrichtung 111 ab einem gewissen Beladungszustand erfolgt auch in diesem Fall, wenn ein bewegbares Möbelteil in den Möbelkorpus oder in den Haushaltsgerätekorpus eingeschoben wird. Auch eine umgekehrte Anordnung einer solch gearteten Stützeinrichtung, wobei die Rolle 112 an einem Möbelkorpus oder einem Haushaltsgerätekorpus und die aus Anlaufschräge 114 und Rampe 113 gebildete Laufbahn an dem Tragelement 103 festgelegt sind, ist möglich.

    [0042] In der Figur 21 ist eine alternative Ausführungsform einer Rolle 112 der Stützeinrichtung gezeigt. Über eine hier als Diagonallangloch ausgeführte Lagervorrichtung 68 ist der Zapfen 62 der Rolle 112 in Längsrichtung der Führungsvorrichtung im Betrieb horizontal und vertikal verschiebbar gelagert. Damit können etwaige auf die Führungsvorrichtung 1, 1', 101 einwirkende Stoßkräfte besser abgefangen werden.

    Bezugszeichenliste



    [0043] 
    1, 1'
    Auszugsführung
    2, 2', 2"
    Führungsschiene
    3
    Haltewinkel
    4
    Mittelschiene
    5, 5', 5"
    Laufschiene
    6
    Synchronisationsvorrichtung
    7
    Umlenkrolle
    8
    Umlenkelement
    9
    Halter
    11
    Wälzkörperkäfig
    12
    Selbsteinzug
    13
    Aktivator
    14
    Haken
    20
    Stützeinrichtung
    21
    Stützrolle
    22
    Halter
    23, 23'
    Rampe
    24, 24'
    Anlaufschräge
    26
    Abschnitt
    27
    Lager
    28
    Aufnahme
    29
    Achse
    30
    Bauteil
    31
    Anlaufschräge
    32
    Führungsbahn
    33
    Rinne
    34
    Abschnitt
    35, 35'
    Kontaktfläche
    36
    Montageöffnung
    38
    Rastnase
    50
    Tragelement
    51
    Schenkel
    52
    Schiebetür
    53
    Aushebesicherung
    54
    Laufrolle
    55
    Schenkel
    56
    Stützrolle
    57
    Halter
    60
    Stützeinrichtung
    61
    Rolle
    62
    Zapfen
    63, 63'
    Steg
    64
    Anschlagplatte
    65
    Stopfen
    66
    Führungsbahn
    67
    Abstand
    68
    Lagervorrichtung
    101
    Führungsvorrichtung
    102
    Führungsschiene
    103
    Laufschiene
    104
    Haltewinkel
    105
    Endlageneinzug
    106
    Gehäuse
    107
    Mitnehmer
    108
    Führungsbahn
    109
    Aktivator
    110
    Dämpfer
    111
    Stützeinrichtung
    112
    Rolle
    113
    Rampe
    114
    Anlaufschräge
    115
    Achse
    120
    Führungsschiene
    121
    Abschnitt
    122
    Anlaufschräge
    123
    Rampe
    170
    Zapfen
    171
    Kopplungselement
    190
    Steg
    h
    Spalt
    F
    Kraft



    Ansprüche

    1. Führungsvorrichtung für linear bewegbare Bauteile, mit einer Führungsschiene (2, 2', 2", 102, 120), entlang der mindestens ein Tragelement (5, 5', 5", 50, 103) über Rollen (54) oder Wälzkörper verfahrbar gelagert ist, wobei das Tragelement (5, 5', 5", 50, 103) zwischen zwei Endpositionen linear verfahrbar ist und in mindestens einer Endposition eine Stützeinrichtung (20, 60, 111) zwischen dem Tragelement (5, 5',5", 50, 103) und der Führungsschiene (2, 2', 2", 102, 120) vorgesehen ist, wobei erst bei Überschreiten einer vorbestimmten Kraft in einer der Endpositionen das Tragelement (5, 5', 5", 50, 103) durch die Stützeinrichtung (20, 60, 111) abgestützt ist und das Tragelement (5, 5', 5", 50, 103) oder ein mit dem Tragelement (5, 5', 5", 50, 103) verbundenes Bauteil im unbelasteten Zustand beabstandet von der Stützeinrichtung (20, 60, 111) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass
    entweder

    die Führungsvorrichtung als Auszugsführung mit einer stationären Führungsschiene (2, 2', 2", 102) und einer bewegbaren Laufschiene (5, 5', 5", 103) als Tragelement ausgebildet ist,

    wobei entweder zwischen der Führungsschiene (2, 2', 2") und der Laufschiene (5, 5', 5") eine Mittelschiene (4) vorgesehen ist, an der eine Stützrolle (21) drehbar gelagert ist, oder wobei eine Stützrolle (112) drehbar an der Laufschiene (103) gelagert ist,
    oder

    an der Führungsschiene (120) das Tragelement (50) verfahrbar gelagert ist, an dem eine Schiebetür (52) montiert ist, wobei an dem Tragelement (50) eine Laufrolle (54) drehbar gelagert ist, die zumindest teilweise aus einem elastischen Material hergestellt ist und wobei an dem Tragelement (50) benachbart zu der Laufrolle (54) eine Stützrolle (56) drehbar gelagert ist,
    und dass das Tragelement, die Führungsschiene oder eine mit dem Tragelement oder der Führungsschiene verbundenes Bauteil eine Anlaufschräge und eine Rampe aufweist, wobei die Stützrolle (21, 56, 112) mit der Anlaufschräge und der Rampe zusammenwirkt.


     
    2. Führungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen dem Tragelement (5, 5', 5", 50, 103) oder einem mit dem Tragelement (5, 5', 5", 50, 103) verbundenen Bauteil zu der Stützeinrichtung (20, 60, 111) zwischen 0,1 mm und 0,9 mm, insbesondere 0,2 bis 0,5 mm, liegt.
     
    3. Führungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützeinrichtung (20, 60, 111) erst bei einer Anfangsbelastung von 5 bis 30 kg, insbesondere 8 bis 20 kg, wirksam wird.
     
    4. Führungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in die Laufschiene (103) ein Stopfen (60) einsteckbar ist, an dem drehbar die Stützrolle (61) gelagert ist.
     
    5. Führungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschiene (2, 2', 2", 102), die Mittelschiene (4) und die Laufschiene (5, 5', 5", 103) über Wälzkörper relativ zueinander verfahrbar sind.
     
    6. Führungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rampe einer zur Horizontalen geneigt ausgerichteten Rampe (113) ist, wobei die Stützrolle (112) zumindest in einem Bereich bis zur Endlagenposition auf das mindestens eine Trageelement (3) in Endlagenrichtung wirkt.
     
    7. Führungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Endlageneinzug (105) vorgesehen ist, mittels dem das mindestens eine Tragelement (103) vor Erreichen der Endlagenposition koppelbar ist, um durch die Kraft eines Kraftspeichers in Endlagenrichtung bewegt zu werden, und wobei die Anlaufschräge (114) bezogen auf die Horizontale in die gegenüberliegende Richtung zur Rampe (113) geneigt ausgebildet ist.
     
    8. Führungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützrolle (21, 54, 61, 112) der Stützeinrichtung (20, 60, 111) über eine Lagervorrichtung (68) in Längsrichtung der Führungsvorrichtung (1, 101, 120) im Betrieb vertikal und horizontal verschiebbar gelagert ist.
     


    Claims

    1. A guide device for linearly movable components, comprising a guide rail (2, 2', 2", 102, 120), along which at least one carrying element (5, 5', 5", 50, 103) is supported so it is movable via rollers (54) or roller bodies, wherein the carrying element (5, 5', 5", 50, 103) is linearly movable between two end positions and a support unit (20, 60, 111) is provided between the carrying element (5, 5', 5", 50, 103) and the guide rail (2, 2', 2", 102, 120) in at least one end position, wherein the carrying element (5, 5', 5", 50, 103) is first supported by the support unit (20, 60, 111) upon exceeding a predetermined force in one of the end positions and the carrying element (5, 5', 5", 50, 103) or a component connected to the carrying element (5, 5', 5", 50, 103) is arranged spaced apart from the support unit (20, 60, 111) in the unloaded state, characterized in that
    either the guide device is designed as a pullout guide comprising a stationary guide rail (2, 2', 2", 102) and a movable slide rail (5, 5', 5", 103) as the carrying element, wherein either a middle rail (4), on which a support roller (21) is supported so it is rotatable, is provided between the guide rail (2, 2', 2") and the slide rail (5, 5', 5"), or wherein a support roller (112) is supported so it is rotatable on the slide rail (103), or the carrying element (50) is supported so it is movable on the guide rail (120), on which carrying element a sliding door (52) is installed, wherein a roller (54) is supported so it is rotatable on the carrying element (50), which roller is at least partially produced from an elastic material, and wherein a support roller (56) is supported so it is rotatable on the carrying element (50) adjacent to the roller (54), and
    the carrying element, the guide rail, or a component connected to the carrying element or the guide rail has an intake bevel and a ramp, wherein the support roller (21, 56, 112) interacts with the intake bevel and the ramp.
     
    2. The guide device according to Claim 1, characterized in that the distance between the carrying element (5, 5', 5", 50, 103) or a component connected to the carrying element (5, 5', 5", 50, 103) and the support unit (20, 60, 111) is between 0.1 mm and 0.9 mm, in particular 0.2 to 0.5 mm.
     
    3. The guide device according to any one of the preceding claims, characterized in that the support unit (20, 60, 111) first becomes active upon an initial load of 5 to 30 kg, in particular 8 to 20 kg.
     
    4. The guide device according to any one of the preceding claims, characterized in that a plug (60), on which the support roller (61) is supported so it is rotatable, is pluggable into the slide rail (103).
     
    5. The guide device according to any one of the preceding claims, characterized in that the guide rail (2, 2', 2", 102), the middle rail (4), and the slide rail (5, 5', 5", 103) are movable in relation to one another via roller bodies.
     
    6. The guide device according to any one of the preceding claims, characterized in that the ramp is a ramp (113) inclined in relation to the horizontal, wherein the support roller (112), at least in a region up to the end location position, acts on the at least one carrying element (3) in the end location direction.
     
    7. The guide device according to Claim 6, characterized in that an end location retractor (105) is provided, by means of which the at least one carrying element (103) can be coupled before reaching the end location position, in order to be moved by the force of a force accumulator in the end location direction, and wherein the intake bevel (114) is formed inclined in the direction opposite to the ramp (113) in relation to the horizontal.
     
    8. The guide device according to any one of the preceding claims, characterized in that the support roller (21, 54, 61, 112) of the support unit (20, 60, 111) is supported so it is vertically and horizontally displaceable in operation via a bearing device (68) in the longitudinal direction of the guide device (1, 101, 120).
     


    Revendications

    1. Dispositif de guidage pour des composants mobiles linéairement, comprenant un rail de guidage (2, 2', 2", 102, 120) le long duquel est monté au moins un élément de support (5, 5', 5", 50, 103) pouvant être déplacé par l'intermédiaire de galets (54) ou d'éléments roulants, l'élément de support (5, 5', 5", 50, 103) étant déplaçable linéairement entre deux positions finales et un moyen d'appui (20, 60, 111) étant prévu entre l'élément de support (5, 5', 5", 50, 103) et le rail de guidage (2, 2', 2", 102, 120) dans au moins une position finale, l'élément de support (5, 5', 5", 50, 103) étant soutenu par le moyen d'appui (20, 60, 111) seulement lorsqu'une force prédéterminée est dépassée dans une des positions finales et l'élément de support (5, 5', 5", 50, 103) ou un composant relié à l'élément de support (5, 5', 5", 50, 103) étant disposé à distance du moyen d'appui (20, 60, 111) à l'état non chargé, caractérisé en ce que
    soit le dispositif de guidage est réalisé sous la forme d'une glissière de tiroir avec un rail de guidage fixe (2, 2', 2", 102) et un rail de roulement mobile (5, 5', 5", 103) comme élément de support,
    dans lequel soit un rail central (4) est prévu entre le rail de guidage (2, 2', 2") et le rail de roulement (5, 5', 5"), sur lequel un galet d'appui (21) est monté rotatif, soit un galet d'appui (112) est monté rotatif sur le rail de roulement (103),
    soit l'élément de support (50), sur lequel est montée une porte coulissante (52), est monté déplaçable sur le rail de guidage (120), un galet de roulement (54) étant monté rotatif sur l'élément de support (50), lequel galet de roulement est constitué au moins partiellement d'un matériau élastique, et un galet d'appui (56) étant monté rotatif sur l'élément de support (50) au voisinage du galet de roulement (54), et que l'élément de support, le rail de guidage ou un composant relié à l'élément de support ou au rail de guidage présente un biais de montée et une rampe, le galet d'appui (21, 56, 112) coopérant avec le biais de montée et la rampe.
     
    2. Dispositif de guidage selon la revendication 1, caractérisé en ce que la distance entre l'élément de support (5, 5', 5", 50, 103) ou un composant relié à l'élément de support (5, 5', 5", 50, 103) et le moyen d'appui (20, 60, 111) est comprise entre 0,1 mm et 0,9 mm, en particulier entre 0,2 et 0,5 mm.
     
    3. Dispositif de guidage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le moyen d'appui (20, 60, 111) ne devient actif qu'à une charge initiale de 5 à 30 kg, en particulier de 8 à 20 kg.
     
    4. Dispositif de guidage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un bouchon (60) peut être inséré dans le rail de roulement (103), sur lequel le galet d'appui (61) est monté rotatif.
     
    5. Dispositif de guidage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le rail de guidage (2, 2', 2", 102), le rail central (4) et le rail de roulement (5, 5', 5", 103) peuvent être déplacés l'un par rapport à l'autre par l'intermédiaire d'éléments roulants.
     
    6. Dispositif de guidage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la rampe est une rampe (113) inclinée par rapport à l'horizontale, le galet d'appui (112) agissant sur ledit au moins un élément de support (3) dans la direction de la position finale au moins dans une zone jusqu'à la position finale.
     
    7. Dispositif de guidage selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'il est prévu un moyen d'entrée en position finale (105) au moyen duquel ledit au moins un élément de support (103) peut être accouplé avant d'atteindre la position finale afin d'être déplacé dans la direction de la position finale par la force d'un accumulateur de force, et dans lequel le biais de montée (114) est incliné par rapport à l'horizontale dans la direction opposée à la rampe (113).
     
    8. Dispositif de guidage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le galet d'appui (21, 54, 61, 112) du moyen d'appui (20, 60, 111) est monté déplaçable verticalement et horizontalement dans la direction longitudinale du dispositif de guidage (1, 101, 120) pendant le fonctionnement par l'intermédiaire d'un dispositif formant palier (68).
     




    Zeichnung






























































    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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