[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Haushaltsgerät mit einer Verschlusseinrichtung
zum Verschließen einer Tür.
[0002] In Haushaltsgeräten, wie beispielsweise Waschmaschinen, erfolgt ein Zuhalten einer
Tür im verriegelten Zustand durch mechanischen Formschluss. Zu diesem Zweck sind die
Türen mit Haken oder Ösen ausgestattet, die beim Schließen in das Innere des Verschlusses
hineingeführt werden. Zum Öffnen der Tür weisen einige Haushaltsgeräte eine mechanische
Öffnungstaste auf.
[0003] Die Druckschrift
EP 0 109 590 B1 beschreibt eine Sicherheitstürverriegelung, bei der alle Bauelemente der Sicherheitsvorrichtung
und für das Öffnen und Schließen der Tür in einem Gehäuse vereinigt sind, so dass
für diese Funktionen nur ein Bauteil erforderlich ist. Zwei Grenzlagefühler und ein
Hubmagnet der elektromechanischen Sperreinrichtung sind in einem Gehäuse zu einer
Baueinheit zusammengefasst.
[0004] Die Patentschrift
US 2,888,290 zeigt einen Kühlschrank umfassend eine magnetische Arretierung.
[0005] Die Offenlegungsschrift
WO 00/11296 A1 zeigt ein Gehäuse eines Kühlschranks, wobei das Gehäuse eine Schließvorrichtung umfassend
einen Elektromagneten aufweist.
[0006] Die Offenlegungsschrift
EP 2 284 340 A2 zeigt einen Magnetschnäpper zum Verschließen einer Öffnung.
[0007] Die Patentschrift
US 3,146,381 zeigt ein System zum Steuern einer Magnetkraft.
[0008] Die Offenlegungsschrift
EP 2 045 423 A2 zeigt eine Vorrichtung zur auslösbaren Arretierung von relativ beweglichen Teilen.
[0009] Die Offenlegungsschrift
US 2006/14545 A1 offenbart eine Spülmaschine umfassend ein Gehäuse und eine Tür. Es ist eine magnetische
Verschlusseinrichtung vorgesehen, um die Tür am Gehäuse magnetisch zuzuhalten.
[0010] Es ist die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe, ein Haushaltsgerät anzugeben,
bei dem eine Tür ohne Mechanik geschlossen gehalten und wieder freigegeben werden
kann. Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand mit den Merkmalen nach dem unabhängigen
Anspruch gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der
Figuren, der Beschreibung und der abhängigen Ansprüche.
[0011] Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe durch ein Haushaltsgerät gelöst,
bei dem das Haushaltsgerät eine Verschlusseinrichtung mit mindestens einem Dauermagnet
zum Ausüben einer Haltekraft zum Zuhalten der Tür und eine Spule zum Erzeugen eines
Gegenmagnetfelds zum Aufheben der Haltekraft umfasst. Dadurch wird beispielsweise
der technische Vorteil erreicht, dass eine Vereinfachung der Fensterkonstruktion möglich
ist, da ein Haken und Griffmechanik nicht zwingend erforderlich sind. Die Verschlusseinrichtung
ermöglicht zum einen die Öffnung der Tür von innen und gibt zum anderen die Tür über
eine Türöffnungstaste frei. Das Geschlossenhalten der Tür der Haushaltsgeräte erfolgt
mittels einer Haltekraft, die durch Kraftschluss realisiert ist. Der kraftschlüssige
Verschluss stellt Haltekräfte in zwei Stufen bereit. Eine geringere Haltekraft zum
Zuhalten der Tür und eine erhöhte Haltekraft, die ein gewaltfreies Öffnen der Tür
verhindert, also einer Verrieglung
[0012] gleich zu setzen ist. Beide Kraftstufen können durch gezieltes Ansteuern der Spule
untereinander umgeschaltet oder aufgehoben werden.
[0013] Unter einem Haushaltsgerät wird ein Gerät verstanden, das zur Haushaltsführung eingesetzt
wird. Das kann ein Haushaltsgroßgerät sein, wie beispielsweise eine Waschmaschine,
ein Wäschetrockner, eine Geschirrspülmaschine, ein Gargerät, eine Dunstabzugshaube
oder ein Haushaltsgerät, wie z.B. ein Kühlschrank, ein Gefrierschrank oder eine Kühlgefrierkombination.
Das kann aber auch ein Haushaltskleingerät sein, wie beispielsweise ein Warmwasserbereiter,
ein Kaffeevollautomat, eine Küchenmaschine oder ein Staubsauger.
[0014] Die Verschlusseinrichtung ist in der Tür oder einem Gehäuse des Haushaltsgerätes
angeordnet. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass sich
die Haltekraft effizient übertragen lässt.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Haushaltsgerätes umfasst die
Tür oder das Gehäuse des Haushaltsgerätes ganz oder teilweise ein magnetisch hochpermeables
Material zur Kopplung mit dem erzeugten Magnetfeld. Durch das magnetisch leitende
Material wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass die Haltekraft
der Tür oder des Gehäuses wird generiert wird.
[0016] Die Verschlusseinrichtung umfasst ein magnetisch hochpermeables Flussleitstück zum
Führen des von dem Dauermagnet erzeugten Magnetfeldes. Dadurch wird beispielsweise
der technische Vorteil erreicht, dass das Magnetfeld an einen vorgegebenen Ort geführt
werden kann.
[0017] Die Spule ist um das Flussleitstück gewickelt. Dadurch wird beispielsweise der technische
Vorteil erreicht, dass das Magnetfeld der Spule dem Magnetfeld des Dauermagneten effizient
überlagert werden kann.
[0018] Erfindungsgemäß umfasst die Verschlusseinrichtung ein erstes Flussleitstück und ein
zweites Flussleitstück. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht,
dass ein magnetischer Kreis mit zwei Flussleitstücken realisiert werden kann, die
effizient mit einer Spule zum Überlagern eines Magnetfeldes versehen werden können.
[0019] Weiter erfindungsgemäß sind zwischen dem ersten Flussleitstück und dem zweiten Flussleitstück
ein erster Dauermagnet und ein zweiter Dauermagnet angeordnet. Dadurch wird beispielsweise
ebenfalls der technische Vorteil erreicht, dass ein dauerhafter magnetischer Kreis
erzeugt wird. Mit gut leitenden oder hochpermeablen Materialien ist es möglich die
Feldlinien mit über längere Wege zu leiten.
[0020] Die Spule ist um das erste Flussleitstück und das zweite Flussleitstück gewickelt.
Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass ein Bauraum verringert
wird und die Verschlusseinrichtung symmetrisch gebildet ist.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Haushaltsgerätes umfassen das
erste Flussleitstück eine erste Spule und das zweite Flussleitstück eine zweite Spule.
Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass sich zwei Gegenmagnetfelder
unabhängig voneinander steuern lassen.
[0022] Erfindungsgemäß umfasst die Verschlusseinrichtung einen beweglichen magnetisch hochpermeablen
Steueranker zum Führen des Magnetfelds. Dadurch wird beispielsweise der technische
Vorteil erreicht, dass sich das Magnetfeld, das die Haltekraft erzeugt, gezielt verstärken
oder abschwächen lässt. In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Haushaltsgerätes
ist der Steueranker über ein elastisches Element mit dem Flussleitstück gekoppelt.
Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass ein einfach steuerbarer
Aufbau zum Verstärken des Magnetfelds erreicht wird. Im Allgemeinen kann das elastische
Element auch mit dem Gehäuse verbunden oder gekoppelt sein. Das elastische Element
erzeugt eine Kraft zur Trennung von Steueranker und Flussleitstück.
[0023] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Haushaltsgerätes ist der Steueranker
auf dem ersten ferromagnetischen Flussleitstück und dem zweiten ferromagnetischen
Flussleitstück auflegbar. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht,
dass die Haltekraft gesteuert werden kann.
[0024] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Haushaltsgerätes ist der Steueranker
über ein erstes elastisches Element mit dem ersten Flussleitstück und ein zweites
elastisches Element mit dem zweiten Flussleitstück gekoppelt. Dadurch wird beispielsweise
der technische Vorteil erreicht, dass der Steueranker an beiden Flussleitstücken geführt
werden kann. Im Allgemeinen kann als elastisches Element jedes Element verwendet werden,
dass eine Kraft zur Trennung von Steueranker und Flussleitstück erzeugt
[0025] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Haushaltsgerätes umfasst die
Verschlusseinrichtung einen Schalter zum Erfassen der Lage des Steuerankers. Dadurch
wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass der Öffnungszustand der
Tür erfasst werden kann.
[0026] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Haushaltsgerätes umfasst das
Haushaltsgerät ein elastisches Element zwischen der Verschlusseinrichtung und der
Tür. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass die Tür ab
einer geringen Haltekraft automatisch aufgedrückt wird.
[0027] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im Folgenden näher beschrieben.
[0028] Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer Verschlusseinrichtung;
Fig. 2A bis 2H unterschiedliche Phasen beim Verschließen, Freigeben und Öffnen einer
Tür mittels der Verschlusseinrichtung;
Fig. 3A bis 3C unterschiedliche Ausführungsformen der Verschlusseinrichtung;
Fig. 4A und 4B zwei unterschiedliche Anordnungen der Verschlusseinrichtung; und
Fig. 5A und 5B zwei Schaltungen zum Ansteuern der Verschlusseinrichtung.
[0029] Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht einer magnetischen Verschlusseinrichtung 103
mit zwei Permanentmagneten 105-1 und 105-2 und einer Spule 107 in stromlosem Zustand.
Eine Tür 101 ist einen Spalt breit gegenüber der Verschlusseinrichtung 103 geöffnet.
[0030] Die Verschlusseinrichtung 103 ist in einem Gehäuse des Haushaltsgerätes 100 angeordnet
und kann über das erzeugte Magnetfeld mit einem hochpermeablen Verschlussanker 117
wechselwirken, das in einer Tür 101 des Haushaltgerätes angeordnet ist. Der ferromagnetische
Verschlussanker 117 kann beispielsweise einen Eisenkern umfassen. Durch das Magnetfeld
der Dauermagneten 105-1 und 105-2 kann eine Haltekraft erzeugt werden, die die Tür
in der geschlossenen Position hält.
[0031] Die Verschlusseinrichtung 103 umfasst zwei parallele Flussleitstücke 109-1 und 109-2,
zwischen denen die Dauermagnete 105-1 und 105-2 angeordnet sind. Die Spule 107 ist
um die beiden Flussleitstücke 109-1 und 109-2 gewickelt und kann ein Magnetfeld erzeugen,
dass demjenigen Magnetfeld überlagert wird, das durch die beiden Dauermagnete 105-1
und 105-2 erzeugt wird.
[0032] Zusätzlich umfasst die Verschlusseinrichtung 103 einen Steueranker 111 über den das
Magnetfeld beeinflusst werden kann. Der Steueranker 111 umfasst ein hochpermeables
Material.
[0033] Der Steueranker 111 ist mit einem vorgespannten elastischen Federelement 113 an dem
Dauermagnet 105-2 befestigt, wie beispielsweise einer Schraubendruckfeder. Die magnetischen
Feldlinien 119 verlaufen innerhalb der beiden Flussleitstücke 109-1 und 109-2, der
beiden Dauermagnete 105-1 und 105-2 und dem Steueranker 111. Zwischen der Verschlusseinrichtung
103 und der Tür 101 ist ein weiteres elastisches Federelement 115 angeordnet, das
die Tür 101 aufdrückt, sobald die Haltekraft die Federkraft unterschreitet. Das Federelement
115 wird beispielsweise durch eine Schraubendruckfeder oder eine elastische Türdichtung
realisiert.
[0034] Die Haltekraft der Tür wird durch Magnetkraft erzeugt. Unterschiedliche Zuhaltekräfte
im entriegelten und verriegelten Zustand werden beim Öffnen, Verriegeln oder Entriegeln
durch eine Magnetfeldänderung mittels der elektrischen Spulen 107 und/oder einer Eisenkern-
oder Magnetverlagerung durch den Steueranker 111 realisiert. Dadurch lassen sich geringe
Zuhaltekräfte im entriegelten Zustand, d.h. Bedienkräfte kleiner als 50 N und hohe
Zuhaltekräfte von beispielsweise 200 N im verriegelten Zustand erreichen. Der türseitige
Teil muss mit einem hochpermeablen Werkstoff ausgeführt sein.
[0035] Fig. 2A zeigt die Verschlusseinrichtung 103 in stromlosen Zustand der Spule 107.
Die Tür 101 ist einen Spalt geöffnet und wird von dem elastischen Element 115 in einem
Abstand zu der Verschlusseinrichtung 103 gehalten. Der Steueranker 111 wird durch
das Magnetfeld der Dauermagnete 105-1 und 105-2 an die Flussleitstücke 109-1 und 109-2
gedrückt, so dass das Magnetfeld in den Bereich des Steuerankers 111 gelenkt wird.
[0036] Fig. 2B zeigt die Verschlusseinrichtung 103 in einem stromlosen Zustand der Spule
107 nach einem manuellen Zudrücken und Schließen der Tür 101. Die Tür 101 wird gegen
die Federkraft des elastischen Elements 115 an die Verschlusseinrichtung 103 gedrückt
und in dieser Position von dem Magnetfeld des Magneten 105-1 gehalten, der eine Haltekraft
auf den Verschlussanker 117 in der Tür ausübt. Die Haltekraft in diesem Zustand beträgt
beispielsweise 50 N. Auf der anderen Seite der Verschlusseinrichtung 103 wird der
Steueranker 111 durch den Dauermagneten 105-2 in Kontakt mit den Flussleitstücken
109-1 und 109-2 gehalten.
[0037] Fig. 2C zeigt die Verschlusseinrichtung 103 in einem Zustand am Anfang einer positiven
Bestromung der Spule 107. Das durch die Spule 107 erzeugte Magnetfeld überlagert dasjenige
Magnetfeld, das von den Dauermagneten 105-1 und 105-2 erzeugt wird. Im linken Teil
der Verschlusseinrichtung 103 wird das Magnetfeld im Bereich des Steuerankers 111
aufgehoben (entgegengesetzte Richtung der Feldlinien). Der Steueranker 111 wird daraufhin
durch das Federelement 113 nach Außen gedrückt. Im rechten Teil der Verschlusseinrichtung
103 wird dadurch das Magnetfeld im Bereich des Verschlussankers 117 verstärkt, so
dass sich die Haltekraft zwischen der Verschlusseinrichtung 103 und dem Verschlussanker
117 erhöht und die Tür 101 verriegelt ist. Die Haltekraft auf die Tür 101 beträgt
in diesem Zustand beispielsweise 280 N. Danach wird der Strom durch die Spule 107
unterbrochen.
[0038] Fig. 2D zeigt die Verschlusseinrichtung 103 in stromlosen Zustand der Spule 107.
Der Steueranker 111 wird von dem elastischen Element 113 in einem Abstand zu den ferromagnetischen
Flussleitstücken 109-1 und 109-2 gehalten, so dass sich das von den beiden Dauermagneten
105-1 und 105-2 erzeugte Magnetfeld auf die rechte Seite in Richtung des Verschlussankers
117 verlagert. Das Federelement 113 erzeugt einen Luftspalt zwischen dem Steueranker
111 und den Flussleitstücken 109-1 und 109-2. Dadurch kann auch im stromlosen Zustand
der Verschlusseinrichtung 103 die erhöhte Haltekraft aufrechterhalten werden, so dass
die Tür 101 verriegelt bleibt.
[0039] Fig. 2E zeigt die Verschlusseinrichtung 103 in einem stärker positiv bestromten Zustand
der Spule 107 nach der Einleitung einer Öffnungsphase zum Entriegeln und Öffnen der
Tür 101. Zum Entriegeln wird zunächst der Luftspalt zwischen dem Steueranker 111 und
den Flussleitstücken 109-1 und 109-2 geschlossen. Dies wird dadurch eingeleitet, dass
die Spule 107 kurzzeitig stark bestromt wird. Das so durch die Spule 107 erzeugte
Magnetfeld verstärkt dasjenige Magnetfeld, das von den Dauermagneten 105-1 und 105-2
erzeugt wird. Dadurch treten die Feldlinien an der linken Seite der Flussleitstücke
109-1 und 109-2 mit dem Steueranker 111 in Wechselwirkung. Die auf den Steueranker
111 ausgeübte Kraft übersteigt die Kraft des Federelements 113, so dass der Steueranker
111 erneut an die Flussleitstücke 109-1 und 109-2 angezogen wird. Die Haltekraft auf
die Tür 111 wird hierdurch kurzfristig nochmals gesteigert.
[0040] Fig. 2F zeigt die Verschlusseinrichtung 103 in dem stärker positiv bestromten Zustand
der Spule 107 mit angelegtem Steueranker 111. Sowohl der Steueranker 111 als auch
der Verschlussanker 117 werden an den Flussleitstücken 109-1 und 109-2 gehalten.
[0041] Fig. 2G zeigt die Verschlusseinrichtung 103 in einem stromlosen Zustand der Spule
107 mit angelegtem Steueranker 111. In dem stromlosen Zustand bleibt die Position
des Steuerankers 111 erhalten. Dieser Zustand entspricht dem Zustand aus Fig. 2B,
der sich kurz nach dem Schließen der Tür 101 ergibt.
[0042] Fig. 2H zeigt die Verschlusseinrichtung 103 in einem negativ bestromten Zustand der
Spule 107. Dabei wird durch die Spule 107 ein Gegenmagnetfeld erzeugt, das die Haltekraft
des Dauermagneten 105-1 aufhebt. Die Haltekraft beträgt in diesem Zustand beispielsweise
0N. Die Tür 101 wird daraufhin von dem elastischen Element 115 nach Außen gedrückt
und kann manuell geöffnet werden. Die elektrische Ansteuerung der Spule 107 kann impulsartig
oder zeitbefristet mit Gleichstrom oder Wechselstrom mittels einer Schaltung erfolgen.
[0043] Fig. 3A zeigt eine Ausführungsform der Verschlusseinrichtung 103, bei der die Spulenwicklung
der Spule 107-1 um das erste Flussleitstück 109-1 axial entgegengesetzt zu der Spulenwicklung
der Spule 107-2 um das zweite Flussleitstück 109-2 ist. Die Spule 107-1 und die Spule
107-2 sind in Reihe geschaltet. Der Steueranker 111 ist über ein einziges elastisches
Element 113 befestigt. Zwischen der Verschlusseinrichtung 103 und dem Verschlussanker
117 ist das elastische Element 115 zum Öffnen und/oder Aufhalten der Tür 101 im Bereich
der Verschlusseinrichtung 103 angeordnet.
[0044] Bei einer Verwendung von Teilspulen wird der Wicklungssinn der einzelnen Teilspule
so gewählt, dass die magnetische Wirkung der Teilspulen sich ergänzt. Grundsätzlich
ist eine Teilung der Spule nicht nötig. Das elastische Element 113 kann jedoch mit
dem Gehäuse verbunden oder gekoppelt sein, so dass dieses eine Kraft zur Trennung
von Steueranker 111 und Flussleitstück 109-1 und 109-2 erzeugt.
[0045] Fig. 3B zeigt eine Ausführungsform der Verschlusseinrichtung 103, bei der die Spulenwicklung
der Spule 107-1 um das erste Flussleitstück 109-1 axial in gleicher Richtung wie die
Spulenwicklung der Spule 107-2 um das zweite Flussleitstück 109-2 ist. Die Spule 107-1
und die Spule 107-2 sind in Reihe geschaltet. Der Steueranker 111 ist über zwei elastische
Elemente 113-1 und 113-2 an den ferromagnetischen Flussleitstücken befestigt. Im Allgemeinen
können ein oder mehrere elastische Elemente vorgesehen sein. Die elastischen Elemente
113-1 und 113-2 sorgen für eine Kraft, die dem Magnetfeld entgegen wirkt.
[0046] Das elastische Element 115 ist im Bereich eines nicht dargestellten Scharniers oder
in der Vorderwand des Haushaltegerätes angeordnet. Im Allgemeinen können zu diesem
Zweck auch mehrere elastische Elemente vorgesehen sein.
[0047] Fig. 3C zeigt eine Ausführungsform der Verschlusseinrichtung 103 mit zwei Spulen
107-1 und 107-2, die einzeln angesteuert werden können. Der Steueranker 111 wird in
dieser Ausführungsform durch zwei elastische Elemente 113-1 und 113-2 rückgestellt.
[0048] Fig. 4A zeigt eine Anordnung des elektrisch angesteuerten Teils der Verschlusseinrichtung
im Gehäuse 121 des Haushaltsgerätes 100. Der Verschlussanker 117 ist in der Tür 101
angeordnet. Wenn die Tür 101 an geeigneter Stelle mindestens teilweise aus magnetisch
hochpermeablem Material besteht, bildet die Tür den Verschlussanker 117. Der Verschlussanker
117 muss nicht als gesondertes Teil ausgeführt sein
[0049] Fig. 4B zeigt eine Anordnung des elektrisch angesteuerten Teils der Verschlusseinrichtung
in der Tür 101 des Haushaltsgerätes 100. Der Verschlussanker 117 ist in dem Gehäuse
121 angeordnet.
[0050] Fig. 5A zeigt eine Schaltung 200 zum Ansteuern der Verschlusseinrichtung 103. Die
Schaltung 200 umfasst eine Spannungsquelle 201, die Widerstände 203-1, 203-2 und 203-3
und die Taster 205-1, 205-2, 205-3. Die je nach Lage der Schalter 203-1, 203-2 und
203-3 bestromt die Schaltung 200 die Spule 107 mit zwei unterschiedlich großen Strömen
in positiver Richtung oder einem Strom in negativer Richtung, die über die Widerstände
203-1, 203-2 und 203-3 definiert sind. Dadurch kann ein Ent- oder Verriegeln sowie
ein Öffnen der Tür 101 bewirkt werden. Im Allgemeinen können jedoch auch andere Schaltungen
mit einer oder mehreren Spulen verwendet werden.
[0051] Fig. 5B zeigt eine weitere Schaltung 200 zum Ansteuern der Verschlusseinrichtung
103. In dieser Ausführungsform ist die Spannungsquelle entgegengesetzt zu Fig. 5A
eingesetzt. Stromkreise der Schalter zur Überwachung des Türstatus sind in den Schaltplänen
nicht dargestellt.
[0052] Der Verriegelt-/Entriegelt-Status der Verschlusseinrichtung kann durch eine Abfrage
eines elektrischen Schaltzustandes eines Schalters geprüft werden, der durch die während
des Verriegelns oder Entriegelns bewegten Teile, wie beispielsweise dem Steueranker
111, elektrisch geöffnet oder geschlossen wird. Außerdem kann der Tür-offen/geschlossen-Status
durch Abfrage des elektrischen Schaltzustandes eines Schalters geprüft werden, der
durch die während des Schließens oder Öffnens bewegten Teile, wie beispielsweise die
Tür 101 oder den Verschlussanker 117 an der Tür 101, elektrisch geöffnet oder geschlossen
wird.
[0053] Die Verschlusseinrichtung 103 ermöglicht zum einen die Öffnung der Tür 101 von innen
im entriegelten Zustand, so dass ein Aufreißverschluss mit Kindersicherheitsfunktion
erreicht wird. Zum anderen wird die Öffnung der Tür 101 über eine Türöffnungstaste
erreicht, die die Tür 101 freigibt oder aufwirft. Durch die Verschlusseinrichtung
103 wird eine Vereinfachung der Fensterkonstruktion ermöglicht, bei der ein Haken
und eine Griffmechanik entfallen. Die Verschlusseinrichtung 103 ist robust hinsichtlich
der vertikalen Toleranzlagen, wie beispielsweise bei einem hängenden Fenster.
[0054] Alle in Verbindung mit einzelnen Ausführungsformen der Erfindung erläuterten und
gezeigten Merkmale können in unterschiedlicher Kombination in dem erfindungsgemäßen
Gegenstand vorgesehen sein, um gleichzeitig deren vorteilhafte Wirkungen zu realisieren.
[0055] Der Schutzbereich der vorliegenden Erfindung ist durch die Ansprüche gegeben und
wird durch die in der Beschreibung erläuterten oder den Figuren gezeigten Merkmale
nicht beschränkt.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0056]
- 100
- Haushaltsgerät
- 101
- Tür
- 103
- Verschlusseinrichtung
- 105
- Dauermagnet
- 107
- Spule
- 107-1
- Spule
- 107-2
- Spule
- 109
- magnetisch hochpermeables Flussleitstück
- 109-1
- magnetisch hochpermeables Flussleitstück
- 109-2
- magnetisch hochpermeables Flussleitstück
- 111
- magnetisch hochpermeabler Steueranker
- 113
- elastisches Element
- 115
- elastisches Element
- 117
- magnetisch hochpermeabler Verschlussanker
- 119
- Feldlinien
- 121
- Gehäuse
- 200
- Schaltung
- 201
- Spannungsquelle
- 203-1
- Widerstand
- 203-2
- Widerstand
- 203-3
- Widerstand
- 205-1
- Taster
- 205-2
- Taster
- 205-2
- Taster
1. Haushaltsgerät (100) mit einer Tür (101), wobei das Haushaltsgerät (100) eine Verschlusseinrichtung
(103) mit mindestens einem Dauermagnet (105-1, 105-2) zum Ausüben einer Haltekraft
zum Zuhalten der Tür (101) und eine Spule (107) zum Erzeugen eines Gegenmagnetfelds
zum Aufheben der Haltekraft umfasst, wobei die Verschlusseinrichtung (103) in der
Tür (101) oder einem Gehäuse (121) des Haushaltsgerätes (100) angeordnet ist, wobei
die Verschlusseinrichtung (103) ein magnetisch hochpermeables Flussleitstück (109-1,
109-2) zum Führen des von dem Dauermagnet (105-1, 105-2) erzeugten Magnetfeldes umfasst,
wobei die Spule (107) um das Flussleitstück (109-1, 109-2) gewickelt ist, wobei die
Verschlusseinrichtung (103) ein erstes Flussleitstück (109-1) und ein zweites Flussleitstück
(109-2) umfasst, wobei zwischen dem ersten Flussleitstück (109-1) und dem zweiten
Flussleitstück (109-1) ein erster Dauermagnet (105-1) und ein zweiter Dauermagnet
(105-2) angeordnet ist, wobei die Spule (107) um das erste Flussleitstück (109-1)
und das zweite Flussleitstück (109-2) gewickelt ist, wobei die Verschlusseinrichtung
(103) einen beweglichen magnetisch hochpermeablen Steueranker (111) zum Führen des
Magnetfelds umfasst.
2. Haushaltsgerät (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tür (103) oder das Gehäuse des Haushaltsgerätes (100) einen Verschlussanker (117)
zur Kopplung mit dem Magnetfeld umfasst.
3. Haushaltsgerät (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Flussleitstück (109-1) eine erste Spule (107-1) und das zweite Flussleitstück
(109-1) eine zweite Spule (107-2) umfasst.
4. Haushaltsgerät (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegliche Steueranker (111) über ein elastisches Element (113) mit dem Flussleitstück
(109-1, 109-2) gekoppelt ist.
5. Haushaltsgerät (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steueranker (111) auf das erste Flussleitstück (109-1) und das zweite Flussleitstück
(109-1) auflegbar ist.
6. Haushaltsgerät (100) nach einem vorangehenden der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steueranker (111) über ein erstes elastisches Element (113-1) mit dem ersten
Flussleitstück (109-1) und ein zweites elastisches Element (113-2) mit dem zweiten
Flussleitstück (109-2) gekoppelt ist.
7. Haushaltsgerät (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusseinrichtung (103) einen Schalter zum Erfassen der Lage des Steuerankers
(111) umfasst.
8. Haushaltsgerät (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Haushaltgerät (100) ein elastisches Element (115) zwischen der Verschlusseinrichtung
(103) und der Tür (101) umfasst.
1. Household appliance (100) with a door (101), wherein the household appliance (100)
comprises a locking device (103) with at least one permanent magnet (105-1, 105-2)
for exerting a retaining force for holding the door (101) closed and a coil (107)
for generating a counter magnetic field for neutralizing the retaining force, wherein
the locking device (103) is arranged in the door (101) or a housing (121) of the household
appliance (100), wherein the locking device (103) comprises a highly magnetically
permeable flux guide (109-1, 109-2) for guiding the magnetic field generated by the
permanent magnet (105-1, 105-2), wherein the coil (107) is wound around the flux guide
(109-1, 109-2), wherein the locking device (103) comprises a first flux guide (109-1)
and a second flux guide (109-2), wherein a first permanent magnet (105-1) and a second
permanent magnet (105-2) are arranged between the first flux guide (109-1) and the
second flux guide (109-1), wherein the coil (107) is wound around the first flux guide
(109-1) and the second flux guide (109-2), wherein the locking device (103) comprises
a movable highly magnetically permeable control armature (111) for guiding the magnetic
field.
2. Household appliance (100) according to claim 1, characterised in that the door (103) or the housing of the household appliance (100) comprises a locking
armature (117) for coupling with the magnetic field.
3. Household appliance (100) according to claim 1 or 2, characterised in that the first flux guide (109-1) comprises a first coil (107-1) and the second flux guide
(109-1) comprises a second coil (107-2).
4. Household appliance (100) according to one of the preceding claims, characterised in that the movable control armature (111) is coupled to the flux guide (109-1, 109-2) by
way of an elastic element (113).
5. Household appliance (100) according to one of the preceding claims, characterised in that the control armature (111) can be positioned on the first flux guide (109-1) and
the second flux guide (109-1).
6. Household appliance (100) according to one of the preceding claims, characterised in that the control armature (111) is coupled by way of a first elastic element (113-1) to
the first flux guide (109-1) and by way of a second elastic element (113-2) to the
second flux guide (109-2).
7. Household appliance (100) according to one of the preceding claims, characterised in that the locking device (103) comprises a switch for detecting the position of the control
armature (111).
8. Household appliance (100) according to one of the preceding claims, characterised in that the household appliance (100) comprises an elastic element (115) between the locking
device (103) and the door (101).
1. Appareil ménager (100) comportant une porte (101), dans lequel l'appareil ménager
(100) comprend un dispositif de fermeture (103) comportant au moins un aimant permanent
(105-1, 105-2) permettant d'appliquer une force de retenue permettant de maintenir
fermée la porte (101) et une bobine (107) permettant de générer un champ magnétique
antagoniste permettant d'annuler la force de retenue, dans lequel le dispositif de
fermeture (103) est disposé dans la porte (101) ou dans un caisson (121) de l'appareil
ménager (100), dans lequel le dispositif de fermeture (103) comprend une pièce d'orientation
de flux à haute perméabilité magnétique (109-1, 109-2) permettant de guider le champ
magnétique généré par l'aimant permanent (105-1, 105-2), dans lequel la bobine (107)
est enroulée autour de la pièce d'orientation de flux (109-1, 109-2), dans lequel
le dispositif de fermeture (103) comprend une première pièce d'orientation de flux
(109-1) et une seconde pièce d'orientation de flux (109-2), dans lequel entre la première
pièce d'orientation de flux (109-1) et la seconde pièce d'orientation de flux (109-2)
sont disposés un premier aimant permanent (105-1) et un second aimant permanent (105-2),
dans lequel la bobine (107) est enroulée autour de la première pièce d'orientation
de flux (109-1) et de la seconde pièce d'orientation de flux (109-2), dans lequel
le dispositif de fermeture (103) comprend un induit de commande mobile à haute perméabilité
magnétique (111) permettant de guider le champ magnétique.
2. Appareil ménager (100) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la porte (103) ou le caisson de l'appareil ménager (100) comprend un induit de fermeture
(117) permettant un couplage avec le champ magnétique.
3. Appareil ménager (100) selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la première pièce d'orientation de flux (109-1) comprend une première bobine (107-1)
et la seconde pièce d'orientation de flux (109-2) comprend une seconde bobine (107-2).
4. Appareil ménager (100) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'induit de commande mobile (111) est couplé par le biais d'un élément élastique
(113) avec la pièce d'orientation de flux (109-1, 109-2).
5. Appareil ménager (100) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'induit de commande (111) peut être posé sur la première pièce d'orientation de
flux (109-1) et la seconde pièce d'orientation de flux (109-2).
6. Appareil ménager (100) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'induit de commande (111) est couplé par le biais d'un premier élément élastique
(113-1) avec la première pièce d'orientation de flux (109-1) et par le biais d'un
second élément élastique (113-2) avec la seconde pièce d'orientation de flux (109-2).
7. Appareil ménager (100) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de fermeture (103) comprend un commutateur permettant de saisir la
position de l'induit de commande (111).
8. Appareil ménager (100) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'appareil ménager (100) comprend un élément élastique (115) entre le dispositif
de fermeture (103) et la porte (101).