[0001] Die Erfindung betrifft eine Fahrtreppe mit zwei Umlenkbereichen und mit einem zwischen
den Umlenkbereichen umlaufend angeordneten Stufenband. Das Stufenband weist schwenkbare
Stufen auf, deren Schwenkbewegungen während des Umlaufens durch beidseits der Stufen
angeordnete, auf Schienen abrollende Stufenrollen beziehungsweise Kettenrollen und
Schlepprollen vorgegeben sind. Das Stufenband weist durch seine umlaufende Anordnung
einen zum Befördern von Personen und Gütern dienenden Vorlauf und einen der Rückführung
der Stufen dienenden Rücklauf auf.
[0002] Fahrtreppen der vorgenannten Art werden beispielsweise in der
WO 2013/010838 A1 beschrieben. Die Umlenkbereiche dienen im Vorlauf des Stufenbandes auch als Zugangsbereiche
zum Stufenband. Um in diesen Zugangsbereichen das Betreten beziehungsweise das Verlassen
des Stufenbandes möglichst komfortabel und sicher zu gestalten, werden die Trittflächen
mindestens drei einander nachfolgender Stufen auf derselben horizontalen Ebene gehalten,
bevor sich in den Übergangsbereichen zum schrägen, beziehungsweise geneigten Abschnitt
der Fahrtreppe die Trittflächen der einzelnen Stufen in vertikaler Richtung relativ
zueinander verschieben und dadurch eine Treppe ausgebildet wird. Die beidseits jeder
Stufe angeordneten Stufenrollen und Schlepprollen sind bezogen auf die Trittfläche
der Stufe auf verschiedenen Ebenen angeordnet. Die Anordnung auf verschiedenen Ebenen
hat den Vorteil, dass im schrägen Abschnitt des Vorlaufs beidseits des Stufenbandes
nur eine Vorlaufschiene angeordnet werden muss, auf denen sowohl die Stufenrollen
als auch die Schlepprollen abrollen.
[0003] Um in den Zugangsbereichen die Trittflächen einander nachfolgender Stufen auf derselben
horizontalen Ebene zu halten, sind demzufolge je Stufenbandseite eine erste Führungsschiene
zur Führung der Stufenrollen und eine zweite Führungsschiene zur Führung der Schlepprollen
erforderlich. Die ersten Führungsschienen und die zweiten Führungsschienen erstrecken
sich zwischen den beiden Umlenkbereichen über den gesamten Rücklauf - Bereich des
Stufenbandes. Diese Ausgestaltung ermöglicht die Bauhöhe der Umlenkbereiche zu minimieren,
da die im Rücklauf befindlichen Stufen in die, auch die Bauhöhe beeinflussende, vorteilhafteste
Position geschwenkt werden können.
[0004] Bei der Montage der in der
WO 2013/010838 A1 offenbarten Fahrtreppe sind daher im Rücklauf vier Führungsschienen montiert. Dies
führt erstens zu längeren Montagezeiten der Fahrtreppe und zweitens zu höheren Materialkosten
für Befestigungsmaterial und die Schaffung der Befestigungsstellen an Strukturteilen
der Fahrtreppe wie beispielsweise an Spanten, Befestigungsblechen und dem Tragwerk
beziehungsweise Fachwerk.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Fahrtreppe mit einem kostengünstig
gestalteten Rücklauf zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Fahrtreppe mit zwei Umlenkbereichen und mit
einem zwischen den Umlenkbereichen umlaufend angeordneten Stufenband, welches Stufenband
schwenkbare Stufen aufweist. Deren Schwenkbewegungen sind während des Umlaufes durch
beidseits der Stufen angeordnete, auf Schienen abrollende Stufenrollen beziehungsweise
Kettenrollen beziehungsweise Zugmittelrollen und Schlepprollen vorgegeben, wobei das
Stufenband durch die umlaufende Anordnung einen zum Befördern von Personen und Gütern
dienenden Vorlauf und einen der Rückführung der Stufen dienenden Rücklauf aufweist.
Um den Aufwand an Material und Montagezeit und damit die Kosten zu minimieren, sind
im Rücklauf beidseits des Stufenbandes je eine gemeinsame Rücklaufschiene für die
Schlepprollen und die Stufenrollen vorhanden.
[0007] In einer Ausgestaltung der Erfindung sind die gemeinsamen Rücklaufschienen in einem
geneigten Abschnitt des Rücklaufs angeordnet und zwischen den beiden Umlenkbereichen
und gemeinsamen Rücklaufschienen ist je ein Übergangsbereich vorhanden. In diesen
beiden Übergangsbereichen ist je Stufenbandseite jeweils eine Leiteinrichtung angeordnet,
welche Leiteinrichtung in einer ersten Umlaufrichtung des Stufenbandes die Stufenrollen
von der gemeinsamen Rücklaufschiene auf eine im Umlenkbereich angeordnete erste Führungsschiene
und die Schlepprollen von der gemeinsamen Rücklaufschiene auf eine im Umlenkbereich
angeordnete zweite Führungsschiene überleitet. In einer zweiten Umlaufrichtung des
Stufenbandes werden die Schlepprollen und die Stufenrollen dementsprechend auf die
gemeinsame Rücklaufschiene zusammengeführt.
[0008] Die Überleitung beziehungsweise Separierung von Stufenrollen und Schlepprollen im
Übergangsbereich hat insbesondere den Vorteil, dass die Umlenkbereiche eine Bauhöhe
aufweisen, die die Bauhöhen bestehender Fahrteppen zumindest nicht übersteigen.
[0009] Das Stufenband weist üblicherweise zwei Gelenkketten auf, welche quer zur Umlaufrichtung
mittels Stufenachsen miteinander verbunden sind. An diesen Stufenachsen können beispielsweise
die Stufenrollen drehbar gelagert und die Stufen schwenkbar angeordnet sein. Aufgrund
dieser Auslegung sind die beiden Gelenkketten zu beiden Seiten des Stufenbandes angeordnet
und die Stufenachsen queren in den Umlenkbereichen, genauer im Bereich der Leiteinrichtungen,
die theoretische Fahrspur der Schlepprollen. Theoretische Fahrspur deshalb, weil in
diesem Bereich ein Unterbruch beziehungsweise eine Lücke zwischen der zweiten Führungsschiene
und der Rücklaufschiene vorhanden sein muss, um den Durchlass der Stufenachsen zu
gewährleisten. Selbstverständlich können anstelle der Gelenkketten auch andere Zugmittel
wie beispielsweise Riemen, Zahnriemen, Stahlseile und dergleichen mehr eingesetzt
werden.
[0010] Damit aber die Schlepprollen auf die ihnen zugeordnete zweite Führungsschiene übergeleitet
werden können, müssen die Schlepprollen diesen Unterbruch beziehungsweise diese Lücke
überwinden können. Eine erste Möglichkeit, die Lücke zu überwinden besteht darin,
dass die Leiteinrichtung mindestens eine Leitschiene und jeweils mindestens eine,
an jeder Stufe angeordnet Führungsvorrichtung umfasst. Die mindestens eine Führungsvorrichtung
jeder Stufe wirkt im Übergangsbereich mit der mindestens einen, in jedem Übergangsbereich
angeordneten Leitschiene zusammen.
[0011] Die mindestens eine Führungsvorrichtung kann eine Führungsrolle, ein Führungsgleitstein,
ein Führungshaken oder dergleichen mehr sein. Die Führungsvorrichtung greift im Bereich
des Unterbruchs eine Kontur der Leitschiene ab, so dass die Schwenkbewegung der Stufen
im Bereich des Unterbruchs nicht durch die Schlepprolle, sondern durch das Zusammenwirken
der Stufenrolle und der Leiteinrichtung vorgegeben ist.
[0012] Eine zweite Möglichkeit, wie die Schlepprolle von der gemeinsamen Rücklaufschiene
auf die zweite Führungsschiene gelangen kann besteht darin, dass die Leiteinrichtung
mindestens eine Leitschiene mit mindestens einem Magneten beinhaltet und an jeder
Stufe mindestens ein durch die Magnetkraft der Leitschiene anziehbarer Festkörper
angeordnet ist.
[0013] Beispielsweise kann der mindestens eine Magnet ein Permanentmagnet oder ein Elektromagnet
sein. Der Einsatz eines Elektromagneten hat den Vorteil, dass dieser beim Herannahen
einer Stufe eingeschaltet und wenn der magnetisch anziehbare Festkörper die Leitschiene
verlässt, ausgeschaltet werden kann. Als magnetisch anziehbare Festkörper können beispielsweise
spezielle Metallstücke oder Permanentmagnete an der Stufe angeordnet werden. Selbstverständlich
können auch vorhandene, aus niedrig legiertem Stahl gefertigte Bauteile der Stufe
wie beispielsweise Schlepprollenachsen, Stufenkörperteile, Wangen, Rippen, Stege und
dergleichen mehr als magnetisch anziehbare Festkörper dienen.
[0014] Es ist auch möglich, dass der mindestens eine Magnet der Leitschiene Teil eines Linearmotor-Stators
ist. Der mit der Leitschiene zusammenwirkende, anziehbare Festkörper kann beispielsweise
eine an der Stufe montierte Kurzschlusswicklung oder ein Permanentmagnet sein. Mittels
der als Linearmotor ausgebildeten Leiteinrichtungen kann das Stufenband angetrieben
oder gebremst werden Gegebenenfalls kann der Linearmotor auch als Zusatzantrieb einen
Antrieb des Stufenbandes unterstützten.
[0015] Eine dritte Möglichkeit, wie die Schlepprolle von der gemeinsamen Rücklaufschiene
auf die zweite Führungsschiene gelangen kann besteht darin, dass die Leiteinrichtung
eine auf den Stufenkörper jeder Stufe einwirkende Leitrampe aufweist. Die Leitrampe
ist so angeordnet, dass die Stufe im Übergangsbereich in Anlage mit einer Leitfläche
der Leitrampe gelangt. Vorzugsweise wirkt die Leitrampe direkt auf den Stufenkörper
der Stufe, so dass dieser unter Einwirkung der Leitrampe in die gewünschte Richtung
geschwenkt wird. Da der Stufenkörper entlang seiner Breite einen dreieckigen oder
trapezförmigen Querschnitt aufweist, liegt er vorzugsweise mit seiner Stufenhinterkante
an der Leitfläche an. Sobald eine sich auf die Leitrampe hinzubewegende Stufenhinterkante
die Leitfläche berührt, wird der Stufenkörper der Stufe verschwenkt, so dass die Schlepprolle
entlang einer Führungsfläche in die zweite Führungsschiene gelenkt wird. Diese Führungsfläche
ist zwischen der gemeinsamen Rücklaufschiene und der zweiten Führungsschiene angeordnet.
Die Form beziehungsweise der Kurvenzug der Führungsfläche ist vorzugsweise auf die
Form der Leitrampe abgestimmt, so dass die Stufen beim Durchfahren des Übergangsbereiches
möglichst geringen, durch die Leiteinrichtung verursachten mechanischen Belastungen
ausgesetzt sind.
[0016] Da die Leitrampe nur im Übergangsbereich angeordnet ist, verliert der Stufenkörper
den Kontakt zur Leitfläche, sobald die Schlepprolle eine funktionssichere Position
auf der Fahrspur der zweiten Führungsschiene erreicht hat. Die im Bereich der Stufenachse
angeordnete Stufenvorderkante gelangt nie in Anlage mit der Leitfläche, so dass durch
die Zugkraft der Gelenkkette beziehungsweise Förderkette die Stufenrolle auf ihrer
Fahrspur gehalten wird, welche zwischen der gemeinsamen Rücklaufschiene und der ersten
Führungsschiene verläuft beziehungsweise angeordnet ist.
[0017] Um die Reibung zwischen dem Stufenkörper und der Leitfläche zu minimieren, kann die
Leitfläche der Leitrampe eine Gleitlage und/oder einen Bürstenbesatz aufweisen. Als
Gleitlage können Oberflächenbeschichtungen wie PTFE-Beschichtungen, Gleitlacke, Keramikschichten,
aber auch Buntmetalleinlagen oder Buntmetall-Blechstreifen und Polymerplatten aller
Art verwendet werden, die eine ausreichende Abriebfestigkeit aufweisen und einen günstigen
Reibungskoeffizienten mit dem Stufenkörper aufweisen. Gegebenenfalls kann an geeigneter
Stelle jeder Stufe auch eine kleine Rolle angeordnet sein, die in Anlage mit der Leitfläche
gelangt.
[0018] Um die Stufen beim Queren des Unterbruchs noch mehr zu schonen, kann die Leiteinrichtung
eine kraftbegrenzende Dämpfungseinrichtung aufweisen. Beispielsweise kann die Leitrampe
an ihrem einen Ende mittels eines Schwenklagers schwenkbar gelagert sein. Das andere
Ende ist mit einem elastischen Element verbunden, welches sich an einem Rahmenteil
des Tragwerks abstützt. Das elastische Element kann ein ausfedernder Stoßdämpfer,
aber auch eine Vielzahl anderer kraftbegrenzender, elastischer, dämpfender Elemente
sein, wie beispielsweise Gummifederelemente, Tellerfederpakete und dergleichen mehr.
[0019] Zur Sicherstellung einer einwandfreien Funktionsweise der Leiteinrichtung kann eine
Überwachungseinrichtung mit mindestens einem Sensor und/oder Schalter in der Fahrtreppe
vorhanden sein, welche die korrekte Separierung der Stufenrollen und Schlepprollen
im Übergangsbereich überwacht. Wenn beispielsweise aufgrund eines Schadens an der
Leiteinrichtung eine Schlepprolle statt in die zweiten Führungsschiene in die erste
Führungsschiene geleitet wird, wird von der Überwachungseinrichtung ein Fehlererkennungssignal
erzeugt, welches an eine Steuereinrichtung der Fahrtreppe weitergeleitet wird. Die
Steuereinrichtung der Fahrtreppe bremst bei Vorhandensein eines Fehlererkennungssignals
das Stufenband unverzüglich ab.
[0020] Das Zusammenwirken von Stufenband und Leiteinrichtung kann auch Geräusche verursachen,
welche die Benutzer der Fahrtreppe verunsichern könnten. Um diese Geräusche zu eliminieren
oder zumindest zu minimieren, kann in der Fahrtreppe eine Geräuschkompensationsvorrichtung
mit mindestens einem Geräuschaufnahmesensor und mit mindestens einem Lautsprecher
vorhanden sein. Der mindestens eine Geräuschaufnahmesensor und der mindestens eine
Lautsprecher sind vorzugsweise im Bereich des Übergangsbereiches und/oder des Umlenkbereiches
angeordnet. Selbstverständlich können durch die Geräuschkompensationsvorrichtung auch
weitere Betriebsgeräusche der Fahrtreppe wie beispielsweise Laufgeräusche des Stufenbandes
in den Umlenkbereichen oder das Geräusch des Antriebsmotors kompensiert werden.
[0021] Da viele Fahrtreppen in Kaufhäusern eingesetzt werden, sollte die Fahrtreppe ein
möglichst breites Stufenband bei möglichst schmaler Baubreite aufweisen, damit möglichst
wenig Verkaufsfläche verloren geht. Die gemeinsame Rücklaufschiene trägt wesentlich
zu einem günstigen Baubreitenverhältnis bei, da die Stufenrollen und die Schlepprollen
auf sehr nahe nebeneinanderliegenden, parallelen Fahrspuren auf der zugeordneten,
gemeinsamen Rücklaufschiene abrollen. Der Abstand der Fahrspuren wird lediglich durch
die Ausgestaltung und Anordnung der Zugmittel bestimmt, da die Schlepprolle an den
Zugmitteln vorbeischwenken muss. Sofern die Zugmittel beidseits des Stufenbandes an
den äußersten Enden der Stufenachsen befestigt sind, können die Stufenrollen und Schlepprollen
auch auf sich überlappenden Fahrspuren auf den gemeinsamen Rücklaufschienen abrollen.
Vorzugsweise sind die beiden Fahrspuren der Schlepprollen und der Stufenrollen auf
einer gleichen Ebene der Rücklaufschiene angeordnet.
[0022] Da wie vorangehend beschrieben, die gemeinsame Rücklaufschiene für Stufenrollen und
Schlepprollen eine sehr schmal bauende Fahrtreppe ermöglicht, bietet sich diese Konstruktion
auch zur Modernisierung bestehender Fahrtreppen an. Ein mögliches Verfahren zur Modernisierung
einer bestehenden Fahrtreppe weist die Schritte auf, dass zuerst alle bestehenden
mechanischen Komponenten bis auf das Tragwerk beziehungsweise Fachwerk der bestehenden
Fahrtreppe entfernt werden. Anschließend werden die neuen mechanischen Komponenten
eingebaut, wobei die neuen mechanischen Komponenten ein umlaufend angeordnetes Stufenband
umfassen, welches schwenkbare Stufen aufweist, deren Schwenkbewegungen während des
Umlaufes durch beidseits der Stufen angeordnete, auf Schienen abrollende Stufenrollen
und Schlepprollen vorgegeben sind. Außerdem umfassen die mechanischen Komponenten
beidseits des Stufenbandes angeordnet, je eine gemeinsame Rücklaufschiene für die
Schlepprollen und die Stufenrollen des Stufenbandes.
[0023] Gattungsgemäß können alle weiter oben beschriebenen Komponenten wie Leiteinrichtungen,
Geräuschkompensationsvorrichtungen und dergleichen mehr auch in die zu modernisierende
Fahrtreppe eingebaut werden.
[0024] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der nachfolgenden Beschreibung
anhand der beigefügten Zeichnungen, in denen sich entsprechende Elemente mit übereinstimmenden
Bezugszeichen versehen sind, näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- in schematischer Darstellung eine Fahrtreppe mit einem Tragwerk beziehungsweise Fachwerk
und zwei Umlenkbereichen, wobei im Tragwerk ein umlaufendes Stufenband angeordnet
ist, dessen Stufenrollen und Schlepprollen im Rücklauf auf einer gemeinsamen Rücklaufschiene
abrollen;
- Figur 2:
- ein Schnitt durch die Fahrtreppe entlang der Linie A-A der Figur 1, mit Spanten als
Träger der Vorlaufschienen und der gemeinsamen Rücklaufschienen;
- Figuren 3A - 3C:
- in dreidimensionaler Ansicht eine in den Übergangsbereichen der Fahrtreppe aus der
Figur 1 angeordnete Leiteinrichtung zur Überleitung von Stufenrollen des Stufenbandes
auf eine erste Führungsschiene und Schlepprollen des Stufenbandes auf eine zweite
Führungsschiene, wobei die Funktionsweise der Leiteinrichtung anhand von drei Figuren
3A bis 3C erklärt wird;
- Figur 4:
- eine Frontansicht des in der Figur 3B dargestellten Übergangsbereiches, um die räumliche
Anordnung der Rücklaufschiene, der ersten Führungsschiene, der zweiten Führungsschiene
und der Leiteinrichtung zueinander und zum Stufenband zu zeigen;
- Figur 5:
- in dreidimensionaler Ansicht eine in den Übergangsbereichen der Fahrtreppe aus der
Figur 1 angeordnete Leitrampe als Leiteinrichtung zur Überleitung von Stufenrollen
des Stufenbandes auf eine erste Führungsschiene und Schlepprollen des Stufenbandes
auf eine zweite Führungsschiene;
- Figur 6A - 6B:
- die Funktionsweise einer in den Übergangsbereichen der Fahrtreppe aus der Figur 1
angeordneten Leiteinrichtung mit Magnetkraft zur Überleitung von Stufenrollen und
Schlepprollen des Stufenbandes anhand der beiden Figuren 6A und 6B, dargestellt in
der Seitenansicht.
[0025] Die Figuren 1 und 2 zeigen in schematischer Darstellung eine Fahrtreppe 1 mit einem
Tragwerk 5 beziehungsweise Fachwerk 5 und zwei Umlenkbereichen 6, 7. Die Fahrtreppe
1 verbindet eine erste Etage E1 mit einer zweiten Etage E2. Im Tragwerk 5 ist ein
umlaufendes Stufenband 10 angeordnet. Das Stufenband 10 wird seitlich von zwei Balustradensockel
3 gesäumt, welche sich in der Längsrichtung der Fahrtreppe 1 zwischen der ersten Etage
E1 und der zweiten Etage E2 erstrecken. An den Balustradensockel 3 sind zudem je eine
Balustrade 2 mit umlaufendem Handlauf 4 angeordnet. Das Stufenband 10 weist mindestens
ein Zugmittel 11 und eine Vielzahl Stufen 12 auf. Durch die umlaufende Anordnung des
Stufenbandes 10 ergeben sich ein zum Befördern von Personen und Gütern dienender Vorlauf
V und ein der Rückführung der Stufen 12 dienender Rücklauf R.
[0026] Das in der Figur 2 detaillierter dargestellte Stufenband 10 weist zu beiden Seiten
je ein als
[0027] Gelenkkette ausgebildetes Zugmittel 11 auf. Selbstverständlich können anstelle der
Gelenkketten auch andere Zugmittel 11 wie beispielsweise Riemen, Stahlseile und dergleichen
mehr eingesetzt werden. Die beiden Gelenkketten 11 sind quer zur Umlaufrichtung U
mittels Stufenachsen 13 miteinander verbunden. An diesen Stufenachsen 13 sind Stufenrollen
14 drehbar gelagert und die Stufen 12 schwenkbar angeordnet. Die Stufen 12 weisen
zudem Schlepprollen 15 auf. Die Schwenkbewegungen der Stufen 12 sind während des Umlaufes
U durch die beidseits der Stufen 12 angeordneten, auf Schienen 16, 17 abrollenden
Stufenrollen 14 und Schlepprollen 15 vorgegeben. Um einen besseren Überblick zu gewährleisten,
sind in der Figur 1 nur die Bewegungslinien der Rotationsachsen der Stufenrollen 14
und Schlepprollen 15 dargestellt, während die Figur 2 detaillierter das Tragwerk 5,
die Schienen 16, 17 tragenden Spanten 18, deren Querstrebe 19 und die Zugmittel 11
zeigt.
[0028] Um den Aufwand an Material und Montagezeit zu minimieren, sind im Rücklauf R beidseits
des Stufenbandes 10 je eine gemeinsame Rücklaufschiene 17 für die Schlepprollen 15
und die Stufenrollen 14 vorhanden. Die gemeinsamen Rücklaufschienen 17 sind in einem
geneigten Abschnitt des Rücklaufs R angeordnet. Zwischen den beiden Umlenkbereichen
6, 7 und den gemeinsamen Rücklaufschienen 17 ist je ein Übergangsbereich 8, 9 vorhanden.
[0029] Wie in der Figur 1 dargestellt, dienen die Umlenkbereiche 6, 7 im Vorlauf V des Stufenbandes
10 auch als Zugangsbereiche zum Stufenband 10. Um in diesen Zugangsbereichen das Betreten
beziehungsweise das Verlassen des Stufenbandes 10 möglichst komfortabel und sicher
zu gestalten, werden die Trittflächen 20 mindestens drei einander nachfolgender Stufen
12 auf derselben horizontalen Ebene gehalten, bevor sich in den Übergangsbereichen
8, 9 zum schrägen beziehungsweise geneigten Abschnitt der Fahrtreppe 1 die Trittflächen
20 der einzelnen Stufen 12 in vertikaler Richtung relativ zueinander verschieben und
dadurch eine Treppe ausgebildet wird. Die beidseits jeder Stufe 12 angeordneten Stufenrollen
14 und Schlepprollen 15 sind bezogen auf die Trittfläche 20 der Stufe 12 auf verschiedenen
Ebenen angeordnet. Die Anordnung auf verschiedenen Ebenen hat den Vorteil, dass im
schrägen Abschnitt des Vorlaufs V beidseits des Stufenbandes 10 nur eine Vorlaufschiene
16 angeordnet werden muss, auf denen sowohl die Stufenrollen 14 als auch die Schlepprollen
15 abrollen.
[0030] Um in den Zugangsbereichen der Umlenkbereiche 6, 7 die einander nachfolgenden Stufen
12 auf derselben horizontalen Ebene zu halten, sind demzufolge je Stufenbandseite
eine erste Führungsschiene 21 zur Führung der Stufenrollen 14 und eine zweite Führungsschiene
22 zur Führung der Schlepprollen 15 erforderlich. Die ersten Führungsschienen 21 und
die zweiten Führungsschienen 22 erstrecken sich in den beiden Umlenkbereichen 6, 7
zwischen den Vorlaufschienen 16 und den Rücklaufschienen 17.
[0031] Dadurch, dass die beiden Gelenkketten 11 zu beiden Seiten des Stufenbandes 10 angeordnet
und mittels der Stufenachsen 13 querverbunden sind, queren die Stufenachsen 13 in
den Übergangsbereichen 8, 9 die theoretische Fahrspur der Schlepprollen 15. Theoretische
Fahrspur (mit unterbrochener Linie dargestellt) deshalb, weil in diesem Bereich ein
Unterbruch 23 beziehungsweise eine Lücke 23 zwischen der zweiten Führungsschiene 22
und der Rücklaufschiene 17 vorhanden sein muss, um den Durchlass der Stufenachsen
13 zu gewährleisten.
[0032] Damit aber die Schlepprollen 15 auf die ihnen zugeordnete zweite Führungsschiene
22 übergeleitet werden können, muss die Schlepprolle 15 den Unterbruch 23 beziehungsweise
die Lücke 23 überwinden. Dazu ist in den Übergangsbereichen 8, 9 je Stufenbandseite
jeweils eine Leiteinrichtung 50, 60, 70 (siehe Figuren 3 bis 6) angeordnet, die in
einer ersten Umlaufrichtung U des Stufenbandes 10 die Stufenrollen 14 von der gemeinsamen
Rücklaufschiene 17 auf die erste Führungsschiene 21 und die Schlepprollen 15 von der
gemeinsamen Rücklaufschiene 17 auf die zweite Führungsschiene 22 überleitet. In einer
zweiten Umlaufrichtung U des Stufenbandes 10 werden die Schlepprollen 15 und die Stufenrollen
14 durch die Leiteinrichtung 50, 60, 70 dementsprechend auf die gemeinsame Rücklaufschiene
17 zusammengeführt.
[0033] Die Überleitung beziehungsweise Separierung von Stufenrollen 14 und Schlepprollen
15 im Übergangsbereich 6, 7 hat insbesondere den Vorteil, dass die Umlenkbereiche
6, 7 eine Bauhöhe aufweisen, die die Bauhöhen bestehender Fahrteppen 1 zumindest nicht
übersteigen.
[0034] Eine erste Möglichkeit, die Schlepprolle 15 über den Unterbruch 23 hinweg auf die
zweite Führungsschiene 22 zu leiten, wird anhand der Figuren 3A bis 3C dargestellt.
Der besseren Übersicht wegen sind nur eine Stufe 12 sowie die gemeinsame Rücklaufschiene
17, die erste Führungsschiene 21 und die zweite Führungsschiene 22 einer Stufenbandseite
gezeigt. Auf eine Darstellung der an der Stufenachse 13 angeordneten Zugmittel wurde
ebenfalls verzichtet.
[0035] Die dargestellte Leiteinrichtung 50 ist im Übergangsbereich 8 der ersten Etage E1
angeordnet (siehe Figur 1) und weist eine Leitschiene 51 sowie an jeder Stufe 12 angeordnet,
eine Führungsvorrichtung 52 auf. Die Führungsvorrichtung 52 des vorliegenden Ausführungsbeispiels
beinhaltet einen Flansch 53 und eine Führungsrolle 54. Die Leitschiene 51 überspannt
den Unterbruch 23 sowie ein Endes das Ende der gemeinsamen Rücklaufschiene 17 und
andern Endes das Ende der zweiten Führungsschiene 22. Anstelle der Führungsrolle 54
könnte auch ein Führungshaken oder ein Führungsgleitstein am Flansch 53 angeordnet
werden.
[0036] In der Figur 3A bewegt sich die Stufe 12 mit daran angeordneter Führungsvorrichtung
52 in der Bewegungsrichtung Z auf die Leitschiene 51 zu. An der Leitschiene 51 ist
eine Fahrbahn 55 ausgebildet, die bogenförmige Einlaufzonen 56 aufweist. Diese Einlaufzonen
56 sind auf Abhebezonen 57 abgestimmt, die an den Enden der zweiten Führungsschiene
22 und der gemeinsamen Rücklaufschiene 17 angeordnet sind und somit den Unterbruch
23 begrenzen. Wie aus der Figur 3A ersichtlich ist, läuft eine Führungsrolle 54 gerade
sanft auf die Fahrbahn 55 der Leitschiene 51 auf, während durch das Auflaufen der
Führungsrolle 54 die Schlepprolle 15 der Stufe 12 im Begriff ist, die an der gemeinsamen
Rücklaufschiene 17 ausgebildete Abhebezone 57 zu verlassen.
[0037] Die in der Figur 3B dargestellte Position der sich in der Bewegungsrichtung Z bewegenden
Stufe 12, zeigt die Schlepprolle 15 kurz vor dem Erreichen der an der zweiten Führungsschiene
22 ausgebildeten Abhebezone 57. Die Schwenkbewegung der Stufe 12 im Bereich des Unterbruchs
23 wird somit durch die Leiteinrichtung 50 vorgegeben. Ferner ist erkennbar, dass
sich die Stufenachse 13 ungehindert zwischen der Leitschiene 51 und dem Ende der gemeinsamen
Rücklaufschiene 17 beziehungsweise der an die gemeinsame Rücklaufschiene 17 nahtlos
anschließenden ersten Führungsschiene 21 bewegen kann.
[0038] Um die räumliche Anordnung der Leitschiene 51 zur Stufe 12, zur gemeinsamen Rücklaufschiene
17, zur ersten Führungsschiene 21 und zur zweiten Führungsschiene 22 noch klarer aufzuzeigen,
ist in der Figur 4 eine Frontansicht der Stufe 12 und der Schienen 17, 21, 22 dargestellt.
Die in der Figur 4 gezeigte Stufe 12 weist dieselbe Position relativ zum Unterbruch
23 auf, wie die Stufe 12 in der Figur 3B. In der Figur 4 ist nur die Hälfte der Stufe
12 und eine Seite der Schienen 17, 21, 22 dargestellt, da das Stufenband 10 und der
Schienen 17, 21, 22 der Fahrtreppe üblicherweise spiegelsymmetrisch zur Mittellängsebene
X-X der Fahrtreppe aufgebaut sind. Räumlich ist die Leitschiene 51 der Leiteinrichtung
50 so angeordnet, dass sie nur mit der Führungsrolle 54 in Eingriff gelangen kann.
[0039] Figur 3C zeigt die Stufe 12 in einer Position, in der die Führungsrolle 54 die Leitschiene
51 bereits verlassen hat und die Schlepprolle 15 auf der zweiten Führungsschiene 22
abstützt. Die Stufenachse 13 hat den Unterbruch 23 bereits durchquert und die Stufenrolle
14 hat die erste Führungsschiene 21 erreicht. Ab dieser Position sind die Stufenrollen
14 auf die erste Führungsschiene 21 und die Schlepprollen 15 auf die zweite Führungsschiene
22 separiert.
[0040] Wenn das Stufenband 10 beziehungsweise dessen Stufenrollen 14 und Schlepprollen 15
in der Gegenrichtung die Leiteinrichtung 50 durchlaufen, erfolgt eine Zusammenführung
von Stufenrollen 14 und Schlepprollen 15 auf die gemeinsame Rücklaufschiene 17, so
wie dies ausgehend von der Figur 3C, über Figur 3B bis zur Figur 3A dargestellt ist.
[0041] Die in den Figuren 3A bis 3C dargestellte Leiteinrichtung 50 setzt voraus, dass die
an der Stufe 12 wirkende Schwerkraft die Führungsrolle 54 auf der Fahrbahn 55 hält,
solange die Schlepprolle 15 die Stufe 12 nicht abstützt. Selbstverständlich kann die
Führungsrolle 54 auch mit einer Leitschiene 51 geführt werden, die einen C-förmigen
Querschnitt aufweist, so dass die Führungsrolle 54 sowohl in Richtung der Schwerkraft,
als auch in Richtung entgegen der Schwerkraft von der Leitschiene 54 abgestützt werden
kann. Dadurch wird ein Abheben der Führungsrolle 54 von der Fahrbahn 55 verhindert
oder zumindest begrenzt.
[0042] Ferner muss die Führungsvorrichtung 52 nicht zwingend ein separates Bauteil sein.
Die Führungsvorrichtung kann beispielsweise auch eine Nut 52 sein, die an einem Bauteil
der Stufe 12 ausgebildet ist.
[0043] Die Figur 5 zeigt in dreidimensionaler Ansicht eine weitere Ausführung einer Leiteinrichtung
60, die beispielhaft im Übergangsbereich 9 (siehe Figur 1) angeordnet ist. Der besseren
Übersicht wegen sind nur eine Stufe 12 des Stufenbandes 10 und nur die Hälfte der
Schienen 17, 21, 22 des Übergangsbereiches 9 dargestellt. Diese Leiteinrichtung 60
weist eine Leitrampe 61 auf, die sich im Übergangsbereich 9 ungefähr mittig zwischen
den seitlich des Stufenbandes 10 angeordneten gemeinsamen Rücklaufschienen 17 sowie
in der Bewegungsrichtung Z der Stufe 12 erstreckt. Selbstverständlich kann die Leiteinrichtung
60 auch mehrere, zueinander parallel angeordnete Leitrampen 61 aufweisen.
[0044] Die Leitrampe 61 ist so angeordnet, dass die Stufe 12 im Übergangsbereich 9 in Anlage
mit einer gleitfähigen Leitfläche 62 der Leitrampe 61 gelangt. Diese Leitfläche 62
kann eine Gleitlage wie beispielsweise eine PTFE-Schicht, eine Buntmetallschicht,
aneinandergereihte Rollenkörper und dergleichen mehr, oder einen Bürstenbesatz aufweisen.
Sobald die Stufe 12 in Kontakt mit der Leitfläche 62 gelangt, übt die Leitrampe 61
auf die Stufe 12 eine Kraft F aus. Vorzugsweise wirkt die Leitfläche 62 direkt auf
den Stufenkörper 68 der Stufe 12 ein, so dass dieser unter Einwirkung der Kraft F
in die gewünschte Richtung um die Stufenachse 13 verschwenkt wird. Da der Stufenkörper
68 entlang seiner Breite einen dreieckigen Querschnitt aufweist, liegt er mit seiner
Stufenhinterkante 67 an der Leitfläche 62 an, so dass die Schlepprolle 15 im Übergangsbereich
9 gegen eine Führungsfläche 65 gedrückt wird. Die Führungsfläche 65 verbindet die
zweite Führungsschiene 22 mit der gemeinsamen Rücklaufschiene 17 und ist oberhalb
der Fahrspuren S
17 der Schlepprolle 15 und der Stufenrolle 14 angeordnet. Die Schlepprolle 15 gelangt
dadurch sicher in die Fahrspur S
22 der zweiten Führungsschiene 22.
[0045] Da die Leitrampe 61 nur im Übergangsbereich 9 angeordnet ist, verliert der Stufenkörper
68 den Kontakt zur Leitfläche 62, sobald die Schlepprolle 15 eine funktionssichere
Position auf der Fahrspur S
22 der zweiten Führungsschiene 22 erreicht hat. Die im Bereich der Stufenachse 13 angeordnete
Stufenvorderkante 66 gelangt nie in Anlage mit der Leitfläche 62, so dass durch die
Zugkraft der Gelenkkette, die aus Gründen der besseren Übersicht nicht dargestellt
ist, die Stufenrolle 14 auf ihrer Fahrspur S
17, S
21 gehalten wird, welche zwischen der gemeinsamen Rücklaufschiene 17 und der ersten
Führungsschiene 21 verläuft beziehungsweise angeordnet ist.
[0046] Um die Schlepprollen 15 bei ihrer Fahrt entlang der Führungsfläche 65 zu schonen,
kann die Leiteinrichtung 50 eine kraftbegrenzende Dämpfungseinrichtung 63 aufweisen.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Leitrampe 61 an ihrem einen Ende mittels
eines Schwenklagers 64 schwenkbar gelagert. Das andere Ende ist mit einem elastischen
Element 69 verbunden, welches sich wie das Schwenklager 64, an einem nicht dargestellten
Rahmenteil des Tragwerks 5 (siehe Figur 1) abstützt.
[0047] In der Figur 5 ist das elastische Element 69 als aus federnder Stoßdämpfer 69 dargestellt.
Selbstverständlich können anstelle dieses Stoßdämpfers 69 auch eine Vielzahl anderer
kraftbegrenzender elastischer, dämpfender Elemente 69 wie Gummifederelemente, Tellerfederpakete
und dergleichen mehr verwendet werden.
[0048] Die im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Figur 5 dargestellte Dämpfungseinrichtung
63 kann beispielsweise auch eine Gasdruckfeder 69 aufweisen. Wenn die Gasdruckfeder
69 zu wenig oder gar keinen Innendruck aufweist, kann dies die sichere Überleitung
der Schlepprollen 15 von der gemeinsamen Rücklaufschiene 17 zur zweiten Führungsschiene
22 gefährden. Um größere Schäden zu vermeiden, kann die Leiteinrichtung 60 durch eine
Überwachungseinrichtung 90 mit mindestens einem Sensor 91 und/oder Schalter überwacht
werden, so dass bei einem Ausfall der Leiteinrichtung 60 das Stufenband 10 sofort
gestoppt wird.
[0049] Das vorangehend beschriebene Auftreffen der Stufenhinterkante 67 auf die Leitrampe
61 erfolgt bei jeder durch die Leiteinrichtung 60 laufenden Stufen 12. Bei umlaufendem
Stufenband 10 können dadurch klappernde oder klopfende Geräusche entstehen. Damit
die Benutzer der Fahrtreppe 1 durch die klappernden oder klopfenden Geräusche nicht
verunsichert werden, können diese Geräusche durch eine in der Figur 1 dargestellte
Geräuschkompensationsvorrichtung 80 eliminiert oder zumindest reduziert werden. Die
Geräuschkompensationsvorrichtung 80 eliminiert die klappernden Geräusche, indem sie
komplementäre Schallwellen erzeugt.
[0050] Wesentliche Bauteile der Geräuschkompensationsvorrichtung 80 sind mindestens ein
Geräuschaufnahmesensor 82 beziehungsweise Mikrofon 82, welches im Bereich der zu eliminierenden
Geräusche angeordnet ist, eine Signalverarbeitungseinheit 81 zur Verarbeitung der
vom Geräuschaufnahmesensor 82 aufgenommenen Signale und zur Erzeugung von Komplementärsignalen
beziehungsweise Überlagerungssignalen, sowie mindestens ein Lautsprecher 83, 84, der
ebenfalls im Bereich der zu eliminierenden Geräusche angeordnet ist und die Komplementärsignale
der Signalverarbeitungseinheit 81 empfängt. Selbstverständlich können auch andere
Betriebsgeräusche der Fahrtreppe 1 wie beispielsweise die Laufgeräusche der Gelenkketten
11 im Bereich der Umlenkbereiche 6, 7 und/oder der Lärm der Antriebseinheit (Antriebsmotor
und Getriebe) der Fahrtreppe 1 mittels der Geräuschkompensationsvorrichtung 80 eliminiert
oder zumindest minimiert werden.
[0051] Die Figuren 6A und 6B zeigen schematisch in geschnittener Seitenansicht eine dritte
Ausgestaltung einer Leiteinrichtung 70. Die dargestellte Leiteinrichtung 70 ist im
Übergangsbereich 8 der ersten Etage E1 angeordnet (siehe Figur 1) und weist eine Leitschiene
71 mit mindestens einem Magneten 72 auf. Vorzugsweise sind diese Leitschienen 71 beidseits
des Stufenbandes 10 angeordnet, wobei aufgrund der geschnittenen Seitenansichten der
Figuren 6A und 6B nur eine Leitschiene 71 dargestellt ist.
[0052] Der Bewegungsablauf der Stufenrollen 14 und Schlepprollen 15 beim Passieren der Leiteinrichtung
70 ist nachfolgend ausgehend von der Figur 6A hin zur Figur 6B beschrieben. Der besseren
Übersicht wegen sind nur zwei Stufen 12 gezeigt, welche den Übergangsbereich 8 ausgehend
von der Rücklaufschiene 17 in der Bewegungsrichtung Z durchlaufen. Da die Stufen 12
mittels dem mit strichpunktierter Linie schematisch dargestellten Zugmittel 11 miteinander
verbunden sind, folgen die Stufenachsen 13 und die daran drehbar gelagerten Stufenrollen
14 zwingenderweise dem Verlauf des Zugmittels 11 von der gemeinsamen Rücklaufschiene
17 zur ersten Führungsschiene 21. Diese Aussage gilt im Übrigen auch für alle vorangehend
beschriebenen und in den Figuren 1 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispiele.
[0053] In der Figur 6A bewegen sich die Stufen 12 in der Bewegungsrichtung Z auf die Leiteinrichtung
70 zu. Damit die Magnetkraft der Leitschiene 71 wirken kann, muss an jeder Stufe 12
ein durch die Magnetkraft der Leitschiene anziehbarer Festkörper 73 vorhanden sein.
[0054] Beispielsweise kann der mindestens eine Magnet 72 ein Permanentmagnet 72 oder ein
Elektromagnet 72 sein. Der Elektromagnet 72 kann je nach Bedarf mit Gleichstrom oder
Wechselstrom betrieben werden. Selbstverständlich kann die Leitschiene 71 auch eine
Kombination von Permanentmagneten72 und Elektromagneten 72 aufweisen. Der Einsatz
eines Elektromagneten 72 hat den Vorteil, dass dieser beim Herannahen des magnetisch
anziehbaren Festkörpers 73 eingeschaltet und wenn der magnetisch anziehbare Festkörper
73 die Leitschiene 71 verlässt, ausgeschaltet werden kann. Als magnetisch anziehbare
Festkörper 73 können beispielsweise spezielle Metallstücke 73 oder Permanentmagnete
73 an der Stufe 12 angeordnet werden. Selbstverständlich können auch vorhandene, beispielsweise
aus niedrig legiertem Stahl gefertigte Bauteile der Stufe 12 wie Schlepprollenachsen,
Stufenkörper, Rippen, Stege und dergleichen mehr als magnetisch anziehbare Festkörper
73 dienen.
[0055] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Schlepprollenachse 73 ein magnetisch
anziehbarer Festkörper 73. Während die Stufenachsen 13 dem durch das Zugmittel 11
vorgegebenen Weg folgen, werden wie in der Figur 6A dargestellt, alle an der Leitschiene
71 vorbeiziehenden Schlepprollenachsen 73 angezogen. Dadurch hebt die Schlepprollenachse
73 von der gemeinsamen Rücklaufschiene 17 ab und folgt der Kontur der Leitschiene
71, bis die Schlepprollenachse 73 mit ihrer Schlepprolle 15 wie in der Figur 6B dargestellt,
die zweite Führungsschiene 22 sicher erreicht hat.
[0056] Anhand der Figuren 6A und 6B ist es auch offensichtlich, dass durch eine geeignete
Abstimmung des Schlepprollendurchmessers D zur Leitschienenhöhe H die Schlepprollenachse
73 nahe an der Oberfläche der Leitschiene 71 geführt werden kann, ohne dass sich die
beiden Teile direkt berühren und Abrieb erzeugen.
[0057] Es ist auch möglich, dass der mindestens eine Magnet 72 der Leitschiene 71 Teil eines
Linearmotor-Stators ist. Der mit der Leitschiene 71 zusammenwirkende magnetisch anziehbare
Festkörper 73 kann beispielsweise eine an der Stufe montierte Kurzschlusswicklung
73 oder ein Permanentmagnet 73 sein. Mittels der als Linearmotor ausgebildeten Leiteinrichtungen
70 kann das Stufenband 10 angetrieben, gebremst, oder gegebenenfalls auch ein mechanischer
Antrieb (Motor und Getriebe) des Stufenbandes 10 unterstützt werden.
[0058] Obwohl die Erfindung durch die Darstellung spezifischer Ausführungsbeispiele beschrieben
worden ist, ist es offensichtlich, dass zahlreiche weitere Ausführungsvarianten in
Kenntnis der vorliegenden Erfindung geschaffen werden können, beispielsweise indem
die Merkmale der einzelnen Ausführungsbeispiele miteinander kombiniert und/oder einzelne
Funktionseinheiten der Ausführungsbeispiele ausgetauscht werden. Beispielsweise kann
bei allen Ausführungsbeispielen eine Geräuschkompensationseinrichtung 80 eingesetzt
werden. Zudem kann bei allen Ausführungsbeispielen eine Überwachungseinrichtung 90
eingesetzt werden. Aus Gründen der besseren Übersicht wurde in den Figuren 1 bis 6
weitgehend auf eine Darstellung von Antriebseinheiten, Signalübertragungsmittel, Stromversorgungsleitungen
und dergleichen verzichtet. Diese müssen aber zwangsläufig vorhanden sein, damit die
Fahrtreppe störungsfrei einsetzbar ist. Demzufolge werden entsprechend ausgestaltete
Fahrtreppen vom Schutzumfang der vorliegenden Ansprüche umfasst.
1. Fahrtreppe (1) mit zwei Umlenkbereichen (6, 7) und mit einem zwischen den Umlenkbereichen
(6, 7) umlaufend angeordneten Stufenband (10), welches Stufenband (10) schwenkbare
Stufen (12) aufweist deren Schwenkbewegungen während des Umlaufes (U) durch beidseits
der Stufen (12) angeordnete, auf Schienen (16, 17) abrollende Stufenrollen (14) und
Schlepprollen (15) vorgegeben sind, wobei das Stufenband (10) durch die umlaufende
Anordnung einen zum Befördern von Personen und Gütern dienenden Vorlauf (V) und einen
der Rückführung der Stufen (12) dienenden Rücklauf (R) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass im Rücklauf (R) beidseits des Stufenbandes (10) je eine gemeinsame Rücklaufschiene
(17) für die Schlepprollen (15) und die Stufenrollen (14) vorhanden ist.
2. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 1, wobei die gemeinsamen Rücklaufschienen (17) in einem
geneigten Abschnitt des Rücklaufs (R) angeordnet sind und zwischen den beiden Umlenkbereichen
(6, 7) und gemeinsamen Rücklaufschienen (17) je ein Übergangsbereich (8, 9) vorhanden
ist, wobei in diesen beiden Übergangsbereichen (8, 9) je Stufenbandseite jeweils eine
Leiteinrichtung (50, 60, 70) angeordnet ist, welche Leiteinrichtung (50, 60, 70) in
einer ersten Umlaufrichtung (U) des Stufenbandes (10) die Stufenrollen (14) von der
gemeinsamen Rücklaufschiene (17) auf eine im Umlenkbereich (6, 7) angeordnete erste
Führungsschiene (21) und die Schlepprollen (15) von der gemeinsamen Rücklaufschiene
(17) auf eine im Umlenkbereich (6, 7) angeordnete zweite Führungsschiene (22) überleitet,
und in einer zweiten Umlaufrichtung (U) des Stufenbandes (10) die Schlepprollen (15)
und die Stufenrollen (14) auf die gemeinsame Rücklaufschiene (17) zusammenführt.
3. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 2, wobei die Leiteinrichtung (50) mindestens eine Leitschiene
(51) und mindestens eine, an jeder Stufe (12) angeordnete Führungsvorrichtung (52)
umfasst, wobei die mindestens eine Führungsvorrichtung (52) jeder Stufe (12) im Übergangsbereich
(8, 9) mit der mindestens einen Leitschiene (51) zusammenwirkt.
4. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 3, wobei die mindestens eine Führungsvorrichtung (52)
eine Führungsrolle (54), ein Führungsgleitstein oder ein Führungshaken aufweist, welche
Führungsvorrichtung (52) eine Kontur der Leitschiene (51) abgreift.
5. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 2, wobei die mindestens eine Leiteinrichtung (70) eine
Leitschiene (71) mit mindestens einem Magneten (72) beinhaltet und an jeder Stufe
(12) mindestens ein durch die Magnetkraft der Leitschiene (71) anziehbarer Festkörper
(73) vorhanden ist.
6. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 5, wobei der mindestens eine Magnet (72) ein Permanentmagnet
oder ein Elektromagnet ist.
7. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 5, wobei der mindestens eine Magnet Teil eines Linearmotor-Stators
ist und der anziehbare Festkörper (73) eine an der Stufe (12) montierte Kurzschlusswicklung
ist.
8. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 2, wobei die Leiteinrichtung (60) eine auf den Stufenkörper
(68) jeder Stufe (12) einwirkende Leitrampe (61) aufweist.
9. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 8, wobei die Leitrampe (61) eine Gleitlage und/oder einen
Bürstenbesatz aufweist.
10. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 8 oder 9, wobei die Leiteinrichtung (60) eine kraftbegrenzende
Dämpfungseinrichtung (63) aufweist, welche mit der Leitrampe (61) verbunden ist.
11. Fahrtreppe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei eine Überwachungseinrichtung
(90) mit mindestens einem Sensor (91) und/oder Schalter zur Überwachung der Stufenrollen
(14) und/oder Schlepprollen (15) vorhanden ist.
12. Fahrtreppe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei eine Geräuschkompensationsvorrichtung
(80) mit mindestens einem Geräuschaufnahmesensor (82) und mit mindestens einem Lautsprecher
(83, 84) vorhanden ist, welcher mindestens eine Geräuschaufnahmesensor (82) und welcher
mindestens eine Lautsprecher (83, 84) im Bereich des Übergangsbereiches (8, 9) und/oder
Umlenkbereichs (6, 7) angeordnet ist.
13. Verfahren zur Modernisierung einer bestehenden Fahrtreppe (1) durch Entfernen aller
bestehenden mechanischen Komponenten bis auf das Tragwerk (5) der bestehenden Fahrtreppe
(1) und durch den Einbau neuer mechanischer Komponenten, wobei die neuen mechanischen
Komponenten ein umlaufend angeordnetes Stufenband (10) umfassen, welches schwenkbare
Stufen (12) aufweist, deren Schwenkbewegungen während des Umlaufes (U) durch beidseits
der Stufen (12) angeordnete, auf Schienen (16, 17) abrollende Stufenrollen (14) und
Schlepprollen (15) vorgegeben sind, und die mechanischen Komponenten beidseits des
Stufenbandes (10) je eine gemeinsame Rücklaufschiene (17) für die Schlepprollen (15)
und die Stufenrollen (14) des Stufenbandes (10) aufweisen.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei die gemeinsamen Rücklaufschienen (17) in einem geneigten
Abschnitt des Rücklaufs (R) angeordnet sind und zwischen den beiden Umlenkbereichen
(6, 7) und gemeinsamen Rücklaufschienen (17) je ein Übergangsbereich (8, 9) vorhanden
ist, wobei in diesen beiden Übergangsbereichen (8, 9) je Stufenbandseite jeweils eine
Leiteinrichtung (50, 60, 70) angeordnet ist, welche Leiteinrichtung (50, 60, 70) in
einer ersten Umlaufrichtung (U) des Stufenbandes (10) die Stufenrollen (14) von der
gemeinsamen Rücklaufschiene (17) auf eine im Umlenkbereich (6, 7) angeordnete erste
Führungsschiene (21) und die Schlepprollen (15) von der gemeinsamen Rücklaufschiene
(17) auf eine im Umlenkbereich (6, 7) angeordnete zweite Führungsschiene (22) überleitet,
und in einer zweiten Umlaufrichtung (U) des Stufenbandes (10) die Schlepprollen (15)
und die Stufenrollen (14) auf die gemeinsame Rücklaufschiene (17) zusammenführt.