[0001] Die Erfindung betrifft eine Fahrtreppe mit zwei Umlenkbereichen und mit einem zwischen
den Umlenkbereichen umlaufend angeordneten Stufenband. Das Stufenband weist schwenkbare
Stufen auf, deren Schwenkbewegungen während des Umlaufens durch beidseits der Stufen
angeordnete, auf Schienen abrollende Stufenrollen beziehungsweise Kettenrollen und
Schlepprollen vorgegeben sind. Das Stufenband weist durch seine umlaufende Anordnung
einen zum Befördern von Personen und Gütern dienenden Vorlauf und einen der Rückführung
der Stufen dienenden Rücklauf auf.
[0002] Fahrtreppen der vorgenannten Art werden beispielsweise in der
WO 2013/010838 A1 beschrieben. Die Umlenkbereiche dienen im Vorlauf des Stufenbandes auch als Zugangsbereiche
zum Stufenband. Um in diesen Zugangsbereichen das Betreten beziehungsweise das Verlassen
des Stufenbandes möglichst komfortabel und sicher zu gestalten, werden die Trittflächen
mindestens drei einander nachfolgender Stufen auf derselben horizontalen Ebene gehalten,
bevor sich in den Übergangsbereichen zum schrägen, beziehungsweise geneigten Abschnitt
der Fahrtreppe die Trittflächen der einzelnen Stufen in vertikaler Richtung relativ
zueinander verschieben und dadurch eine Treppe ausgebildet wird. Die beidseits jeder
Stufe angeordneten Stufenrollen und Schlepprollen sind bezogen auf die Trittfläche
der Stufe auf verschiedenen Ebenen angeordnet. Die Anordnung auf verschiedenen Ebenen
hat den Vorteil, dass im schrägen Abschnitt des Vorlaufs beidseits des Stufenbandes
nur eine Vorlaufschiene angeordnet werden muss, auf denen sowohl die Stufenrollen
als auch die Schlepprollen abrollen.
[0003] Um in den Zugangsbereichen die Trittflächen einander nachfolgender Stufen auf derselben
horizontalen Ebene zu halten, sind demzufolge je Stufenbandseite eine erste Führungsschiene
zur Führung der Stufenrollen und eine zweite Führungsschiene zur Führung der Schlepprollen
erforderlich. Die ersten Führungsschienen und die zweiten Führungsschienen erstrecken
sich zwischen den beiden Umlenkbereichen über den gesamten Rücklauf - Bereich des
Stufenbandes. Diese Ausgestaltung ermöglicht die Bauhöhe der Umlenkbereiche zu minimieren,
da die im Rücklauf befindlichen Stufen in die, die Bauhöhe beeinflussende, vorteilhafteste
Position geschwenkt werden können.
[0004] Bei der Montage der in der
WO 2013/010838 A1 offenbarten Fahrtreppe sind daher im Rücklauf vier Führungsschienen montiert. Dies
führt erstens zu längeren Montagezeiten der Fahrtreppe und zweitens zu höheren Materialkosten
für Befestigungsmaterial und die Schaffung der Befestigungsstellen an Strukturteilen
der Fahrtreppe wie beispielsweise an Spanten, Befestigungsblechen und dem Tragwerk.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Fahrtreppe mit einem kostengünstig
gestalteten Rücklauf zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Fahrtreppe mit zwei Umlenkbereichen und mit
einem zwischen den Umlenkbereichen umlaufend angeordneten Stufenband, welches Stufenband
schwenkbare Stufen aufweist. Deren Schwenkbewegungen sind während des Umlaufes durch
beidseits der Stufen angeordnete, auf Schienen abrollende Stufenrollen beziehungsweise
Kettenrollen beziehungsweise Zugmittelrollen und Schlepprollen vorgegeben, wobei das
Stufenband durch die umlaufende Anordnung einen zum Befördern von Personen und Gütern
dienenden Vorlauf und einen der Rückführung der Stufen dienenden Rücklauf aufweist.
Um den Aufwand an Material und Montagezeit und damit die Kosten zu minimieren, sind
im Rücklauf beidseits des Stufenbandes je eine gemeinsame Rücklaufschiene für die
Schlepprollen und die Stufenrollen vorhanden.
[0007] In einer Ausgestaltung der Erfindung sind die gemeinsamen Rücklaufschienen in einem
geneigten Abschnitt des Rücklaufs angeordnet und zwischen den beiden Umlenkbereichen
und gemeinsamen Rücklaufschienen ist je ein Übergangsbereich vorhanden. In diesen
beiden Übergangsbereichen ist je Stufenbandseite jeweils eine Weiche angeordnet, welche
Weiche in einer ersten Umlaufrichtung des Stufenbandes die Stufenrollen von der gemeinsamen
Rücklaufschiene auf eine im Umlenkbereich angeordnete erste Führungsschiene und die
Schlepprollen von der gemeinsamen Rücklaufschiene auf eine im Umlenkbereich angeordnete
zweite Führungsschiene überleitet. In einer zweiten Umlaufrichtung des Stufenbandes
werden die Schlepprollen und die Stufenrollen dementsprechend auf die gemeinsame Rücklaufschiene
zusammengeführt.
[0008] Die Überleitung beziehungsweise Separierung von Stufenrollen und Schlepprollen im
Übergangsbereich hat insbesondere den Vorteil, dass die Umlenkbereiche eine Bauhöhe
aufweisen, die die Bauhöhen bestehender Fahrteppen zumindest nicht übersteigen.
[0009] Das Stufenband weist üblicherweise zwei Gelenkketten auf, welche quer zur Umlaufrichtung
mittels Stufenachsen miteinander verbunden sind. An diesen Stufenachsen können beispielsweise
die Stufenrollen drehbar gelagert und die Stufen schwenkbar angeordnet sein. Aufgrund
dieser Auslegung sind die beiden Gelenkketten zu beiden Seiten des Stufenbandes angeordnet
und die Stufenachsen queren in den Umlenkbereichen, genauer im Bereich der Weichen,
die theoretische Fahrspur der Schlepprollen. Theoretische Fahrspur deshalb, weil in
diesem Bereich ein Unterbruch beziehungsweise eine Lücke zwischen der zweiten Führungsschiene
und der Rücklaufschiene vorhanden sein muss, um den Durchlass der Stufenachsen zu
gewährleisten. Selbstverständlich können anstelle der Gelenkketten auch andere Zugmittel
wie beispielsweise Riemen, Zahnriemen, Stahlseile und dergleichen mehr eingesetzt
werden.
[0010] Damit aber die Schlepprollen auf die ihnen zugeordnete zweite Führungsschiene übergeleitet
werden können, muss dieser Unterbruch beziehungsweise diese Lücke beim Herannahen
einer Schlepprolle temporär überbrückt beziehungsweise geschlossen werden. Eine erste
Möglichkeit, die Lücke zur Überleitung der Schlepprolle auf die zweite Führungsschiene
zu überbrücken besteht darin, dass die Weiche eine schwenkbare Weichenzunge aufweist.
Durch das Verschwenken der Weichenzunge zwischen zwei festgelegten Positionen kann
die Lücke beim Herannahen einer Schlepprolle geschlossen und beim Herannahen der Stufenachse
beziehungsweise einer an der Stufenachse befestigten Stufenrolle geöffnet werden.
[0011] Eine zweite Möglichkeit, die Lücke zur Überleitung der Schlepprolle auf die zweite
Führungsschiene temporär zu überbrücken besteht darin, dass die Weiche eine linear
verschiebbare Weichenzunge aufweist. Durch lineares Verschieben der Weichenzunge zwischen
zwei festgelegten Positionen kann die Lücke beim Herannahen einer Schlepprolle geschlossen
und beim Herannahen der Stufenachse beziehungsweise einer an der Stufenachse befestigten
Stufenrolle geöffnet werden.
[0012] Das Betätigen der Weichenzunge kann mittels des bewegten Stufenbandes erfolgen, indem
beispielsweise die Weichenzunge zwischen einer ersten Position und einer zweiten Position
mittels der die Weichenzunge überrollenden Stufenrollen und/oder Schlepprollen geschalten
wird. Dies hat den Vorteil, dass kein zusätzlicher Antrieb und eine Steuerung vorgesehen
werden muss, der die Weichenzunge antreibt.
[0013] Selbstverständlich kann die Weichenzunge zwischen einer ersten Position und einer
zweiten Position auch mittels eines mechanischen Stellantriebes geschaltet werden.
Die mechanische Energie zum Betreiben dieses Stellantriebes kann beispielsweise durch
Abgriff der Bewegung der Gelenkketten des Stufenbandes oder durch einen Motor erzeugt
werden.
[0014] Ferner besteht auch die Möglichkeit, die Weichenzunge zwischen einer ersten Position
und einer zweiten Position mittels eines elektrischen Stellantriebes zu schalten.
Die Signale zum Schalten der Weiche können mittels Sensoren erzeugt werden, welche
die in die Weiche einfahrenden Stufenrollen abtasten.
[0015] Zur Sicherstellung einer einwandfreien Funktionsweise kann eine Überwachungseinrichtung
mit mindestens einem Sensor und/oder Schalter in der Fahrtreppe vorhanden sein, welche
die Weichenstellung überwacht. Bei einer Fehlstellung der Weichenzunge wird von der
Überwachungseinrichtung ein Fehlersignal erzeugt, welches an eine Steuereinrichtung
der Fahrtreppe weitergeleitet wird. Die Steuereinrichtung der Fahrtreppe bremst bei
Vorhandensein eines Fehlersignals das Stufenband unverzüglich ab.
[0016] Das Schalten der Weichenzungen kann auch Schaltgeräusche verursachen, welche die
Benutzer der Fahrtreppe verunsichern könnten. Um diese Schaltgeräusche zu eliminieren
oder zumindest zu minimieren, kann in der Fahrtreppe eine Geräuschkompensationsvorrichtung
mit mindestens einem Geräuschaufnahmesensor und mit mindestens einem Lautsprecher
vorhanden sein. Der mindestens eine Geräuschaufnahmesensor und der mindestens eine
Lautsprecher sind vorzugsweise im Bereich des Übergangsbereiches und/oder des Umlenkbereiches
angeordnet. Selbstverständlich können durch die Geräuschkompensationsvorrichtung auch
weitere Betriebsgeräusche der Fahrtreppe wie beispielsweise Laufgeräusche des Stufenbandes
in den Umlenkbereichen oder das Geräusch des Antriebsmotors kompensiert werden.
[0017] Da viele Fahrtreppen in Kaufhäusern eingesetzt werden, sollte die Fahrtreppe ein
möglichst breites Stufenband bei möglichst schmaler Baubreite aufweisen, damit möglichst
wenig Verkaufsfläche verloren geht. Die gemeinsame Rücklaufschiene trägt wesentlich
zu einem günstigen Baubreitenverhältnis bei, da die Stufenrollen und die Schlepprollen
auf sehr nahe nebeneinanderliegenden, parallelen Fahrspuren auf der zugeordneten,
gemeinsamen Rücklaufschiene abrollen. Der Abstand der Fahrspuren wird lediglich durch
die Ausgestaltung und Anordnung der Zugmittel bestimmt, da die Schlepprolle an den
Zugmitteln vorbeischwenken muss. Sofern die Zugmittel beidseits des Stufenbandes an
den äußersten Enden der Stufenachsen befestigt sind, können die Stufenrollen und Schlepprollen
auch auf sich überlappenden Fahrspuren auf den gemeinsamen Rücklaufschienen abrollen.
Vorzugsweise sind die beiden Fahrspuren der Schlepprollen und der Stufenrollen auf
einer gleichen Ebene der Rücklaufschiene angeordnet.
[0018] Da wie vorangehend beschrieben, die gemeinsame Rücklaufschiene für Stufenrollen und
Schlepprollen eine sehr schmal bauende Fahrtreppe ermöglicht, bietet sich diese Konstruktion
auch zur Modernisierung bestehender Fahrtreppen an. Ein mögliches Verfahren zur Modernisierung
einer bestehenden Fahrtreppe weist die Schritte auf, dass zuerst alle bestehenden
mechanischen Komponenten bis auf das Tragwerk beziehungsweise Fachwerk der bestehenden
Fahrtreppe entfernt werden. Anschließend werden die neuen mechanischen Komponenten
eingebaut, wobei die neuen mechanischen Komponenten ein umlaufend angeordnetes Stufenband
umfassen, welches schwenkbare Stufen aufweist, deren Schwenkbewegungen während des
Umlaufes durch beidseits der Stufen angeordnete, auf Schienen abrollende Stufenrollen
und Schlepprollen vorgegeben sind. Ferner umfassen die mechanischen Komponenten beidseits
des Stufenbandes angeordnet, je eine gemeinsame Rücklaufschiene für die Schlepprollen
und die Stufenrollen des Stufenbandes.
[0019] Gattungsgemäß können alle weiter oben beschriebenen Komponenten wie Weichen, Weichenantriebe,
Geräuschkompensationsvorrichtungen und dergleichen mehr auch in die zu modernisierende
Fahrtreppe eingebaut werden.
[0020] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der nachfolgenden Beschreibung
anhand der beigefügten Zeichnungen, in denen sich entsprechende Elemente mit übereinstimmenden
Bezugszeichen versehen sind, näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- in schematischer Darstellung eine Fahrtreppe mit einem Tragwerk beziehungsweise Fachwerk
und zwei Umlenkbereichen, wobei im Tragwerk ein umlaufendes Stufenband angeordnet
ist, dessen Stufenrollen und Schlepprollen im Rücklauf auf einer gemeinsamen Rücklaufschiene
abrollen;
- Figur 2:
- ein Schnitt durch die Fahrtreppe entlang der Linie A-A der Figur 1, mit Spanten als
Träger der Vorlaufschienen und der gemeinsamen Rücklaufschienen;
- Figur 3:
- in dreidimensionaler Ansicht eine in den Übergangsbereichen der Fahrtreppe aus der
Figur 1 angeordnete Weiche mit schwenkbarer Weichenzunge zur Überleitung von Stufenrollen
des Stufenbandes auf eine erste Führungsschiene und Schlepprollen des Stufenbandes
auf eine zweite Führungsschiene;
- Figur 4A - 4D:
- die Funktionsweise der Weiche aus der Figur 3, dargestellt in der Seitenansicht;
- Figur 5A - 5B:
- die Funktionsweise einer in den Übergangsbereichen der Fahrtreppe aus der Figur 1
angeordneten Weiche mit linear verschiebbarer Weichenzunge zur Überleitung von Stufenrollen
und Schlepprollen des Stufenbandes, dargestellt in der Seitenansicht.
[0021] Die Figuren 1 und 2 zeigen in schematischer Darstellung eine Fahrtreppe 1 mit einem
Tragwerk 5 beziehungsweise Fachwerk 5 und zwei Umlenkbereichen 6, 7. Die Fahrtreppe
1 verbindet eine erste Etage E1 mit einer zweiten Etage E2. Im Tragwerk 5 ist ein
umlaufendes Stufenband 10 angeordnet. Das Stufenband 10 wird seitlich von zwei Balustradensockel
3 gesäumt, welche sich in der Längsrichtung der Fahrtreppe 1 zwischen der ersten Etage
E1 und der zweiten Etage E2 erstrecken. An den Balustradensockel 3 sind zudem je eine
Balustrade 2 mit umlaufendem Handlauf 4 angeordnet. Das Stufenband 10 weist mindestens
ein Zugmittel 11 und eine Vielzahl Stufen 12 auf. Durch die umlaufende Anordnung des
Stufenbandes 10 ergeben sich ein zum Befördern von Personen und Gütern dienender Vorlauf
V und ein der Rückführung der Stufen 12 dienender Rücklauf R.
[0022] Das in der Figur 2 detaillierter dargestellte Stufenband 10 weist zu beiden Seiten
je ein als Gelenkkette ausgebildetes Zugmittel 11 auf. Selbstverständlich können anstelle
der Gelenkketten auch andere Zugmittel 11 wie beispielsweise Riemen, Stahlseile und
dergleichen mehr eingesetzt werden. Die beiden Gelenkketten 11 sind quer zur Umlaufrichtung
U mittels Stufenachsen 13 miteinander verbunden. An diesen Stufenachsen 13 sind Stufenrollen
14 drehbar gelagert und die Stufen 12 schwenkbar angeordnet. Die Stufen 12 weisen
zudem Schlepprollen 15 auf. Die Schwenkbewegungen der Stufen 12 sind während des Umlaufes
U durch die beidseits der Stufen 12 angeordneten, auf Schienen 16, 17 abrollenden
Stufenrollen 14 und Schlepprollen 15 vorgegeben. Um einen besseren Überblick zu gewährleisten,
sind in der Figur 1 nur die Bewegungslinien der Rotationsachsen der Stufenrollen 14
und Schlepprollen 15 dargestellt, während die Figur 2 detaillierter das Tragwerk 5,
die Schienen 16, 17 tragenden Spanten 18, deren Querstrebe 19 und die Zugmittel 11
zeigt.
[0023] Um den Aufwand an Material und Montagezeit zu minimieren, sind im Rücklauf R beidseits
des Stufenbandes 10 je eine gemeinsame Rücklaufschiene 17 für die Schlepprollen 15
und die Stufenrollen 14 vorhanden. Die gemeinsamen Rücklaufschienen 17 sind in einem
geneigten Abschnitt des Rücklaufs R angeordnet. Zwischen den beiden Umlenkbereichen
6, 7 und den gemeinsamen Rücklaufschienen 17 ist je ein Übergangsbereich 8, 9 vorhanden.
[0024] Wie in der Figur 1 dargestellt, dienen die Umlenkbereiche 6, 7 im Vorlauf V des Stufenbandes
10 auch als Zugangsbereiche zum Stufenband 10. Um in diesen Zugangsbereichen das Betreten
beziehungsweise das Verlassen des Stufenbandes 10 möglichst komfortabel und sicher
zu gestalten, werden die Trittflächen 20 mindestens drei einander nachfolgender Stufen
12 auf derselben horizontalen Ebene gehalten, bevor sich in den Übergangsbereichen
8, 9 zum schrägen beziehungsweise geneigten Abschnitt der Fahrtreppe 1 die Trittflächen
20 der einzelnen Stufen 12 in vertikaler Richtung relativ zueinander verschieben und
dadurch eine Treppe ausgebildet wird. Die beidseits jeder Stufe 12 angeordneten Stufenrollen
14 und Schlepprollen 15 sind bezogen auf die Trittfläche 20 der Stufe 12 auf verschiedenen
Ebenen angeordnet. Die Anordnung auf verschiedenen Ebenen hat den Vorteil, dass im
schrägen Abschnitt des Vorlaufs V beidseits des Stufenbandes 10 nur eine Vorlaufschiene
16 angeordnet werden muss, auf denen sowohl die Stufenrollen 14 als auch die Schlepprollen
15 abrollen.
[0025] Um in den Zugangsbereichen der Umlenkbereiche 6, 7 die einander nachfolgenden Stufen
12 auf derselben horizontalen Ebene zu halten, sind demzufolge je Stufenbandseite
eine erste Führungsschiene 21 zur Führung der Stufenrollen 14 und eine zweite Führungsschiene
22 zur Führung der Schlepprollen 15 erforderlich. Die ersten Führungsschienen 21 und
die zweiten Führungsschienen 22 erstrecken sich in den beiden Umlenkbereichen 6, 7
zwischen den Vorlaufschienen 16 und den Rücklaufschienen 17.
[0026] Dadurch, dass die beiden Gelenkketten 11 zu beiden Seiten des Stufenbandes 10 angeordnet
und mittels der Stufenachsen 13 querverbunden sind, queren die Stufenachsen 13 in
den Übergangsbereichen 8, 9 die theoretische Fahrspur der Schlepprollen 15. Theoretische
Fahrspur (mit unterbrochener Linie dargestellt) deshalb, weil in diesem Bereich ein
Unterbruch 23 beziehungsweise eine Lücke 23 zwischen der zweiten Führungsschiene 22
und der Rücklaufschiene 17 vorhanden sein muss, um den Durchlass der Stufenachsen
13 zu gewährleisten.
[0027] Damit aber die Schlepprollen 15 auf die ihnen zugeordnete zweite Führungsschiene
22 übergeleitet werden können, muss dieser Unterbruch 23 beziehungsweise diese Lücke
23 beim Herannahen einer Schlepprolle 15 temporär überbrückt beziehungsweise geschlossen
werden. Dazu ist in den Übergangsbereichen 8, 9 je Stufenbandseite jeweils eine Weiche
50, 70 (siehe Figuren 3 bis 5) angeordnet, die in einer ersten Umlaufrichtung U des
Stufenbandes 10 die Stufenrollen 14 von der gemeinsamen Rücklaufschiene 17 auf die
erste Führungsschiene 21 und die Schlepprollen 15 von der gemeinsamen Rücklaufschiene
17 auf die zweite Führungsschiene 22 überleitet. In einer zweiten Umlaufrichtung U
des Stufenbandes 10 werden die Schlepprollen 15 und die Stufenrollen 14 durch die
Weiche 50, 70 dementsprechend auf die gemeinsame Rücklaufschiene 17 zusammengeführt.
[0028] Die Überleitung beziehungsweise Separierung von Stufenrollen 14 und Schlepprollen
15 im Übergangsbereich 6, 7 hat insbesondere den Vorteil, dass die Umlenkbereiche
6, 7 eine Bauhöhe aufweisen, die die Bauhöhen bestehender Fahrteppen 1 zumindest nicht
übersteigen.
[0029] Eine erste Möglichkeit, die Lücke 23 zur Überleitung der Schlepprolle 15 auf die
zweite Führungsschiene 22 zu überbrücken, ist in der Figur 3 dargestellt. Die dargestellte
Weiche 50 ist im Übergangsbereich 9 der zweiten Etage E2 angeordnet (siehe Figur 1)
und weist eine schwenkbare Weichenzunge 51 auf. Durch das Verschwenken der Weichenzunge
51 um eine Schwenkachse 52 zwischen zwei festgelegten Positionen kann die Lücke 23
beim Herannahen einer Schlepprolle 15 geschlossen und beim Herannahen der Stufenachse
13 beziehungsweise einer an der Stufenachse 13 befestigten Stufenrolle 14 geöffnet
werden.
[0030] Die schwenkbare Weichenzunge 51 wird durch das Stufenband 10 betätigt. Dabei wird
die versetzte Anordnung der Schlepprollen 15 zu den Stufenrollen 14 ausgenutzt. Da
die Schlepprollen 15 auf einer Fahrspur S
I abrollen, die seitlich näher den Stufen 12 angeordnet ist als die Fahrspur S
A der Stufenrollen 14, können die durch die Weiche 50 rollenden Stufenrollen 14 die
schwenkbare Weichenzunge 51 schalten.
[0031] Der Schaltablauf der schwenkbaren Weichenzunge 51 ist in den Figuren 4A bis 4D anhand
einer Weiche 50 dargestellt, welche im Übergangsbereich 8 der ersten Etage E1 (siehe
Figur 1) angeordnet ist. Der besseren Übersicht wegen ist nur eine Stufe 12 gezeigt,
welche die Weiche 50 ausgehend von der Rücklaufschiene 17durchläuft.
[0032] In der Figur 4A bewegt sich die Stufe 12 in der Bewegungsrichtung Z auf die schwenkbare
Weichenzunge 51 zu. Da an der Weichenzunge 51 eine Steuerkurve 53 ausgebildet ist,
die in die Fahrspur S
A der Stufenrolle 14 ragt, wird die Weichenzunge 51 wie angedeutet, von der Stufenrolle
14 im Uhrzeigersinn verschwenkt und nimmt eine erste Position 55 ein.
[0033] Dadurch rollt die Stufenrolle 14 unter der Weichenzunge 51 hindurch und wird zur
ersten Führungsschiene 21 überführt, wie dies in der Figur 4B dargestellt ist. In
dieser Stellung beziehungsweise ersten Position 55 gibt die schwenkbare Weichenzunge
51 somit die weiter oben beschriebene Lücke 23 für die Stufenrolle 14 und die Stufenrollenachse
13 frei. Abhängig von der Kontur der Steuerkurve 53 an der Unterseite der schwenkbaren
Weichenzunge 51 schwenkt diese infolge der fortschreitenden Bewegung der Stufenrolle
14 durch die Weiche 50 hindurch im Gegenuhrzeigersinn in eine zweite Position 56 (siehe
Figur 4D) zurück. Die Steuerkurve 53 ist somit ein außerordentlich einfacher, mechanischer
Stellantrieb 53.
[0034] Sobald, wie in der Figur 4C dargestellt, die Stufenrolle 14 die schwenkbare Weichenzunge
51 verlassen hat, ist die Lücke 23 für die herannahende Schlepprolle 15 geschlossen
und die Weichenzunge 51 befindet sich in der zweiten Position 56. Die Schlepprolle
15 rollt, wie dargestellt, über die schwenkbare Weichenzunge 51 und wird über deren
Oberseite auf die zweite Führungsschiene 22 geleitet.
[0035] Wenn das Stufenband 10 beziehungsweise dessen Stufenrollen 14 und Schlepprollen 15
in der Gegenrichtung die Weiche 50 durchlaufen, erfolgt eine Zusammenführung von Stufenrollen
14 und Schlepprollen 15 auf die gemeinsame Rücklaufschiene 17, so wie dies ausgehend
von der Figur 4D, über Figur 4C und 4B bis zur Figur 4A dargestellt ist. Auch in dieser
Umlaufrichtung wird die schwenkbare Weichenzunge 51 durch die Stufenrolle 14 angehoben
beziehungsweise im Uhrzeigersinn verschwenkt und wieder abgesenkt beziehungsweise
im Gegenuhrzeigersinn zurückgeschwenkt.
[0036] Das vorangehend beschriebene Verschwenken erfolgt bei jeder durch die Weiche 50 laufenden
Stufenrolle 14. Bei umlaufendem Stufenband 10 können dadurch klappernde oder klopfende
Geräusche entstehen. Damit die Benutzer der Fahrtreppe 1 durch die klappernden oder
klopfenden Geräusche nicht verunsichert werden, können diese Geräusche durch eine
in der Figur 1 dargestellte Geräuschkompensationsvorrichtung 80 eliminiert oder zumindest
reduziert werden. Die Geräuschkompensationsvorrichtung 80 eliminiert die klappernden
Geräusche, indem sie komplementäre Schallwellen erzeugt. Wesentliche Bauteile der
Geräuschkompensationsvorrichtung 80 sind mindestens ein Geräuschaufnahmesensor 82
beziehungsweise Mikrofon 82, welches im Bereich der zu eliminierenden Geräusche angeordnet
ist, eine Signalverarbeitungseinheit 81 zur Verarbeitung der vom Geräuschaufnahmesensor
82 aufgenommenen Signale und zur Erzeugung von Komplementärsignalen beziehungsweise
Überlagerungssignalen, sowie mindestens ein Lautsprecher 83, 84, der ebenfalls im
Bereich der zu eliminierenden Geräusche angeordnet ist und die Komplementärsignale
der Signalverarbeitungseinheit 81 empfängt. Selbstverständlich können auch andere
Betriebsgeräusche der Fahrtreppe 1 wie beispielsweise die Laufgeräusche der Gelenkketten
11 im Bereich der Umlenkbereiche 6, 7 und/oder der Lärm der Antriebseinheit (Antriebsmotor
und Getriebe) der Fahrtreppe 1 mittels der Geräuschkompensationsvorrichtung 80 eliminiert
oder zumindest minimiert werden.
[0037] Eine weitere Ausführung einer Weiche 70 mit einer linear verschiebbaren Weichenzunge
71 ist in den Figuren 5A und 5B dargestellt. Grundsätzlich hat diese Weiche 70 dieselbe
Aufgabe wie die in Zusammenhang mit den Figuren 3 und 4 beschriebene Weiche 50. Das
Schließen und Öffnen der Lücke 23 wird jedoch durch ein lineares Verschieben der Weichenzunge
71 zwischen einer ersten Position 75 und einer zweiten Position 76 erreicht.
[0038] Angetrieben wird die linear verschiebbare Weichenzunge 71 durch einen Stellantrieb
72 wie beispielsweise einen Elektromagneten, einen hydraulischen oder pneumatischen
oder elektropneumatischen Hubzylinder, durch einen Kurbeltrieb mit Schubstange oder
dergleichen mehr. In den Figuren 5A und 5B ist als Stellantrieb 72 ein Elektromagnet
dargestellt. Dieser wirkt beim Einschalten nur in einer Richtung, weshalb die Weichenzunge
71 mittels einer Rückstellfeder 73 von der zweiten Position 76 in die erste Position
75 zurückgestellt wird. Der Einschaltzeitpunkt und der Ausschaltzeitpunkt des Stellantriebes
72 werden durch zwei Sensoren 77, 78 ermittelt, indem diese die vorüberrollenden Stufenrollen
14 abtasten. Selbstverständlich kann die linear verschiebbare Weichenzunge 71 auch
mittels der Stufenrolle 14 direkt betätigt werden, wenn an der linear verschiebbaren
Weichenzunge 71 beispielsweise eine Mitnehmernase angeformt ist, die über den erforderlichen
Hub der Weichenzunge 71 in Eingriff mit der Stufenrolle 14 ist.
[0039] Ferner kann die Stellung der Weichenzunge 71 mittels einer Überwachungseinrichtung
79 mit mindestens einem Sensor und/oder Schalter überwacht werden, so dass bei einem
Ausfall des Stellantriebes 72 das Stufenband 10 sofort gestoppt wird.
[0040] Obwohl die Erfindung durch die Darstellung spezifischer Ausführungsbeispiele beschrieben
worden ist, ist es offensichtlich, dass zahlreiche weitere
[0041] Ausführungsvarianten in Kenntnis der vorliegenden Erfindung geschaffen werden können,
beispielsweise indem die Merkmale der einzelnen Ausführungsbeispiele miteinander kombiniert
und/oder einzelne Funktionseinheiten der Ausführungsbeispiele ausgetauscht werden.
Beispielsweise kann bei allen Ausführungsbeispielen ein Stellantrieb verwendet werden.
Ebenso lässt sich die linear verschiebbare Weichenzunge durch das sich bewegende Stufenband
antreiben. Ausserdem können zu Synchronisationszwecken die beidseits des Stufenbandes
angeordneten Weichenzungen eines Übergangsbereiches mechanisch miteinander gekoppelt
sein. Aus Gründen der besseren Übersicht wurde in den Figuren weitgehend auf eine
Darstellung von Antriebseinheiten, Signalübertragungsmittel, Stromversorgungsleitungen
und dergleichen verzichtet. Diese müssen aber zwangsläufig vorhanden sein, damit die
Fahrtreppe störungsfrei einsetzbar ist. Demzufolge werden entsprechend ausgestaltete
Fahrtreppen vom Schutzumfang der vorliegenden Ansprüche umfasst.
1. Fahrtreppe (1) mit zwei Umlenkbereichen (6, 7) und mit einem zwischen den Umlenkbereichen
(6, 7) umlaufend angeordneten Stufenband (10), welches Stufenband (10) schwenkbare
Stufen (12) aufweist deren Schwenkbewegungen während des Umlaufes (U) durch beidseits
der Stufen (12) angeordnete, auf Schienen (16, 17) abrollende Stufenrollen (14) und
Schlepprollen (15) vorgegeben sind, wobei das Stufenband (10) durch die umlaufende
Anordnung einen zum Befördern von Personen und Gütern dienenden Vorlauf (V) und einen
der Rückführung der Stufen (12) dienenden Rücklauf (R) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass im Rücklauf (R) beidseits des Stufenbandes (10) je eine gemeinsame Rücklaufschiene
(17) für die Schlepprollen (15) und die Stufenrollen (14) vorhanden ist.
2. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 1, wobei die gemeinsamen Rücklaufschienen (17) in einem
geneigten Abschnitt des Rücklaufs (R) angeordnet sind und zwischen den beiden Umlenkbereichen
(6, 7) und gemeinsamen Rücklaufschienen (17) je ein Übergangsbereich (8, 9) vorhanden
ist, wobei in diesen beiden Übergangsbereichen (8, 9) je Stufenbandseite jeweils eine
Weiche (50, 70) angeordnet ist, welche Weiche (50, 70) in einer ersten Umlaufrichtung
(U) des Stufenbandes (10) die Stufenrollen (14) von der gemeinsamen Rücklaufschiene
(17) auf eine im Umlenkbereich (6, 7) angeordnete erste Führungsschiene (21) und die
Schlepprollen (15) von der gemeinsamen Rücklaufschiene (17) auf eine im Umlenkbereich
(6, 7) angeordnete zweite Führungsschiene (22) überleitet, und in einer zweiten Umlaufrichtung
(U) des Stufenbandes (10) die Schlepprollen (15) und die Stufenrollen (14) auf die
gemeinsame Rücklaufschiene (17) zusammenführt.
3. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 2, wobei die Weiche (50) eine schwenkbare Weichenzunge
(51) aufweist.
4. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 2, wobei die Weiche (70) eine linear verschiebbare Weichenzunge
(71) aufweist.
5. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Weichenzunge (51, 71) zwischen einer
ersten Position (55, 75) und einer zweiten Position (56, 76) mittels der die Weichenzunge
(51, 71) überrollenden Stufenrollen (14) und/oder Schlepprollen (15) geschalten wird.
6. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Weichenzunge (51, 71) zwischen einer
ersten Position (55, 75) und einer zweiten Position (56, 76) mittels eines mechanischen
Stellantriebes (53) geschalten wird.
7. Fahrtreppe (1) nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Weichenzunge (51, 71) zwischen einer
ersten Position (55, 75) und einer zweiten Position (56, 76) mittels eines elektrischen
Stellantriebes (72) geschalten wird.
8. Fahrtreppe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei eine Überwachungseinrichtung
(79) mit mindestens einem Sensor und/oder Schalter zur Überwachung der Weichenstellung
vorhanden ist.
9. Fahrtreppe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei eine Geräuschkompensationsvorrichtung
(80) mit mindestens einem Geräuschaufnahmesensor (82) und mit mindestens einem Lautsprecher
(83, 84) vorhanden ist, welcher mindestens eine Geräuschaufnahmesensor (82) und welcher
mindestens eine Lautsprecher (83, 84) im Bereich des Übergangsbereiches (8, 9) und/oder
Umlenkbereichs (6, 7) angeordnet ist.
10. Verfahren zur Modernisierung einer bestehenden Fahrtreppe (1) durch Entfernen aller
bestehenden mechanischen Komponenten bis auf das Tragwerk (5) der bestehenden Fahrtreppe
(1) und durch den Einbau neuer mechanischer Komponenten, wobei die neuen mechanischen
Komponenten ein umlaufend angeordnetes Stufenband (10) umfassen, welches schwenkbare
Stufen (12) aufweist, deren Schwenkbewegungen während des Umlaufes (U) durch beidseits
der Stufen (12) angeordnete, auf Schienen (16, 17) abrollende Stufenrollen (14) und
Schlepprollen (15) vorgegeben sind, und die mechanischen Komponenten ferner beidseits
des Stufenbandes (10) je eine gemeinsame Rücklaufschiene (17) für die Schlepprollen
(15) und die Stufenrollen (14) des Stufenbandes (10) aufweisen.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei die gemeinsamen Rücklaufschienen (17) in einem geneigten
Abschnitt des Rücklaufs (R) angeordnet sind und zwischen den beiden Umlenkbereichen
(6, 7) und gemeinsamen Rücklaufschienen (17) je ein Übergangsbereich (8, 9) vorhanden
ist, wobei in diesen beiden Übergangsbereichen (8, 9) je Stufenbandseite jeweils eine
Weiche (50, 70) angeordnet ist, welche Weiche (50, 70) in einer ersten Umlaufrichtung
(U) des Stufenbandes (10) die Stufenrollen (14) von der gemeinsamen Rücklaufschiene
(17) auf eine im Umlenkbereich (6, 7) angeordnete erste Führungsschiene (21) und die
Schlepprollen (15) von der gemeinsamen Rücklaufschiene (17) auf eine im Umlenkbereich
(6, 7) angeordnete zweite Führungsschiene (22) überleitet, und in einer zweiten Umlaufrichtung
(U) des Stufenbandes (10) die Schlepprollen (15) und die Stufenrollen (14) auf die
gemeinsame Rücklaufschiene (17) zusammenführt.