[0001] Die Erfindung betrifft eine Innenzahnradpumpe, insbesondere eine Trochoidenpumpe,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Fahrzeug, insbesondere ein Nutzfahrzeug,
mit einer Innenzahnradpumpe nach dem Oberbegriff des Anspruchs 15.
[0002] Innenzahnradpumpen werden vielseitig genutzt, zum Beispiel als Betriebsmittelpumpen
in Fahrzeugen. Bei einer solchen Verwendung ist ein möglichst leiser und geräuscharmer
Betrieb erforderlich, sodass keine psychoakustischen Störgeräusche in ein Fahrerhaus
oder eine Fahrgastzelle übertragen werden.
[0003] Eine gattungsgemäße, allgemein bekannte Innenzahnrad- bzw. Trochoidenpumpe besteht
aus einem Pumpengehäuse mit einer zylindrischen Rotorkammer mit einem drehbar in der
Rotorkammer angeordneten Außenrotor mit Innenzähnen. Im Außenrotor liegt ein drehangetriebener
Innenrotor mit Außenzähnen ein, wobei die Innenzähne und Außenzähne trochoidal geformt
ineinander greifen. Der Innenrotor weist einen Außenzahn weniger im Vergleich zu den
Innenzähnen des Außenrotors auf. Ausgehend von einer Bezugsebene, welche durch die
Drehachse und durch eine erste Totpunktstellung sowie durch die Mitte einer gegenüberliegenden
zweiten Totpunktstellung verläuft, liegt in der ersten Totpunktstellung ein Außenzahn
des Innenrotors in einem Zahneingriffsbereich vollständig in einem Zahnzwischenraum
des Außenrotors ein. In der zweiten gegenüberliegenden Totpunktstellung liegen jeweils
ein Außenzahn des Innenrotors und ein Innenzahn des Außenrotors in einem Zahnangrenzungsbereich
kopfseitig aneinander.
[0004] Bei einer vollen Umdrehung des Innenrotors werden ausgehend von der Bezugsebene an
der ersten Totpunktstellung in Drehrichtung die Pumpenkammern in einem stirnseitig
an der Rotorkammer ausgebildeten Saugraum größer. Anschließend werden die Pumpenkammern
nach dem Durchlaufen der Bezugsebene an der zweiten Totpunktstellung in einem ebenfalls
stirnseitig an der Rotorkammer ausgebildeten Druckraum wieder kleiner, sodass das
im Saugraum in den Pumpenkammern angesaugte und aufgenommene Fluid im Druckraum durch
Verkleinerung der Pumpenkammern komprimiert und durch eine Ausgangsöffnung abgepumpt
wird.
[0005] Bei dieser gattungsgemäßen Innenzahnradpumpe bzw. Trochoidenpumpe sind die Zahn-
bzw. Trochoidalformen der Außenzähne und Innenzähne so gewählt, dass die sich aneinander
abwälzenden Zahnflächen eng aneinander liegen, um hohe Pumpenwirkungsgrade mit möglichst
geringen fluidmechanischen Verlusten zu erreichen. Dies hat jedoch nachteilig zur
Folge, dass im Übergang des Druckraums zum Saugraum Volumina des zu fördernden Fluids
eingeschlossen werden, die nur über Quetschung zwischen Zahnflanken der Rotoren im
Bereich der ersten Totpunktstellung entweichen können. Diese hochenergetischen Strömungen
und damit verbundene Schwankungen im Antriebsdrehmoment erzeugen eine Luft- und Körperschallemission,
die sich mit einer hohen Oberwelligkeit im jeweiligen Spektrum darstellt. Die hier
zwangsläufige Erzeugung von Quetschströmungen führt durch Erhöhung des Antriebsmoments
zu Wirkungsgradverlusten der Pumpe sowie neben einer deutlichen Erhöhung des Schalldrucks
auch zu einer, für das menschliche Gehör unangenehmen Ausprägung psychoakustischer
Parameter. Zudem wird auch durch ein impulshaftes Übertreten des Fördervolumens vom
Saugraum in den Druckraum an der zweiten Totpunktstellung jeweils ein Druckstoß erzeugt,
der zudem das Frequenz- und Tonheitsspektrum negativ beeinflusst. Diese aufgezeigten
akustischen Nachteile können den Einsatzbereich solcher Standard-Trochoidalpumpen
in Räumen mit einer Koexistenz mit Personen begrenzen, insbesondere bei einem Einsatz
in Fahrzeugen, wo eine Schallreduzierung und akustische Verträglichkeit eine ständige
technische Herausforderung darstellt.
[0006] Um demgegenüber eine akustische Verbesserung zu erreichen, ist es bereits bekannt
(
DE 603 02 110 T2) den Spalt zwischen den Zahnköpfen des Innenrotors und des Außenrotors zu vergrößern,
das heißt die Zahnköpfer niedriger auszuführen als es die Zahnformen nach der exakten
Trochoidenkurve verlangen würden. Dadurch wird die Erzeugung von Quetschströmungen
hoher Quetschintensität reduziert, wodurch eine Störgeräuschbelastung je nach der
individuellen Auslegung der modifizierten Trochoidenkurve reduziert werden kann. Diesen
möglichen akustischen Vorteilen steht aber als wesentlicher Nachteil gegenüber, dass
dann funktionsbedingt Fluidvolumina zwischen dem Druckraum und dem Saugraum umgewälzt
werden, was mit hohen fluidmechanischen Verlusten und einer Reduzierung des Pumpenwirkungsgrads
verbunden ist.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es eine gattungsgemäße Innenzahnradpumpe so weiterzubilden,
dass sie mit einem hohen fluidmechanischen Wirkungsgrad und geringer Störgeräuschabgabe
betrieben werden kann. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Fahrzeug,
insbesondere ein Nutzfahrzeug, mit einer solchen Innenzahnradpumpe vorzuschlagen.
Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind Gegenstand der darauf rückbezogenen Unteransprüche.
[0008] Gemäß Anspruch 1 wird eine Innenzahnradpumpe, insbesondere Trochoidenpumpe, für ein
Fahrzeug, mit einem Pumpengehäuse mit einer Rotorkammer vorgeschlagen, in der ein,
eine Innenverzahnung mit Innenzähnen aufweisender Zahnring aufgenommen ist. Dieser
Zahnring ist mit einem exzentrisch zum Zahnring gelagerten und eine Außenverzahnung
mit Außenzähnen aufweisenden innenliegenden Zahnrad dergestalt in Eingriff bringbar,
dass, bezogen auf eine Grund- bzw. Ausgangsstellung bzw. bezogen auf eine Totpunktstellung,
an einem Zahneingriffsbereich wenigstens einer der Außenzähne in einem zwischen zwei
Innenzähnen liegenden Innenzahnzwischenraum einliegt, insbesondere form- und konturangepasst
einliegt, wobei die Pumpenkammern ausbildenden Volumina zwischen den Innenzähnen und
den Außenzähnen in einem, einem Saugraum zugeordneten Rotorkammerbereich, ausgehend
von dem Zahneingriffsbereich bis hin zu einem, vorzugsweise dem Zahneingriffsbereich
gegenüberliegenden, Zahnangrenzungsbereich, in dem wenigstens ein Außenzahn kopfseitig
an einem Innenzahn angrenzt oder anliegt, größer werden und in einem, einem Druckraum
zugeordneten Rotorkammerbereich, ausgehend von dem Zahnangrenzungsbereich bis hin
zum Zahneingriffsbereich wieder kleiner werden. Das heißt mit anderen Worten, dass
die bei einer Pumpenbetätigung Pumpenkammern ausbildenden Volumina zwischen den Innenzähnen
und den Außenzähnen, ausgehend von dem, einer ersten Totpunktstellung zugeordneten
Zahneingriffsbereich in einem, einem Saugraum der Pumpe zugeordneten Rotorkammerbereich
bis hin zu einem, vorzugsweise dem Zahneingriffsbereich gegenüberliegenden und einer
zweiten Totpunktstellung zugeordneten, Zahnangrenzungsbereich größer werden und anschließend
nach dem Durchlaufen des Zahnangrenzungsbereiches in einem, einem Druckraum zugeordneten
Rotorkammerbereich bis hin zum Zahneingriffsbereich wieder kleiner werden. Erfindungsgemäß
ist nunmehr wenigstens ein Entlastungskanal vorgesehen, der eine Strömungsverbindung
zwischen dem Zahneingriffsbereich und dem Druckraum ausbildet, so dass ein Fluid bzw.
eine Quetschströmung von dem Zahneingriffsbereich zum Druckraum strömen bzw. abströmen
kann.
[0009] Damit werden vorteilhaft in diesem Bereich die sonst kritische Quetschströmungen
bildenden, eingeschlossenen Volumina gezielt durch den wenigstens einen Entlastungskanal
in den Druckraum abgeleitet, bzw. kann in diesem Bereich eingequetschtes Fluid immer
zum Druckraum hin entweichen. Durch diese Ableitung in den Druckraum werden Quetschverluste
minimiert, sodass entsprechend auch die Erzeugung von Störgeräuschen minimiert wird.
Die in den Druckraum abgeleitete Quetschströmung steht aber im Gegensatz zur Maßnahme
im Stand der Technik mit einer Spaltvergrößerung weiter als Nutzvolumen zur Verfügung,
sodass durch die gezielte Ableitung der Quetschmenge in den Druckraum keine fluidmechanischen
Verluste entstehen.
[0010] Der wenigstens eine Außenzahn liegt dabei im Zahneingriffsbereich bevorzugt so im
Innenzahnzwischenraum ein, dass dieser darin im Wesentlichen vollständig bzw. voll
aufgenommen ist und somit dort Pumpenkammern mit einem Nullvolumen bzw. nahezu einem
Nullvolumen ausgebildet sind. Das heißt, dass der wenigstens eine Außenzahn im Zahneingriffsbereich
bevorzugt vollständig bzw. im Wesentlichen spaltfrei und/oder form- und konturangepasst
im Innenzahnzwischenraum einliegt.
[0011] Konstruktiv vorteilhaft sind der Saugraum und der Druckraum beabstandet vom Zahneingriffsbereich
und/oder vom Zahnangrenzungsbereich sowie getrennt voneinander in einer stirnseitig
an den Zahnring und das Zahnrad (insbesondere an die durch die Verzahnungen gebildeten
Zahnbereiche des Zahnrings und des Zahnrads) angrenzenden, insbesondere unmittelbar
angrenzenden, Rotorkammerwand des Pumpengehäuses ausgebildet bzw. münden dort. Insbesondere
in Verbindung mit einer derartigen Ausführungsform ist es fertigungstechnisch vorteilhaft,
wenn der wenigstens eine Entlastungskanal in einem an den Zahneingriffsbereich angrenzenden,
insbesondere unmittelbar angrenzenden, Wandbereich der Rotorkammerwand des Pumpengehäuses
ausgebildet und von dort ausgehend zu dem beabstandet dazu ebenfalls in der Rotorkammerwand
ausgebildeten bzw. mündenden Druckraum geführt ist. Fertigungstechnisch besonders
einfach ist der wenigstens eine Entlastungskanal hierbei bevorzugt als zur Rotorkammer
und damit zum Zahnring/Zahnrad hin offene Nut ausgebildet.
[0012] Der wenigstens eine Entlastungskanal ist gemäß einer konkreten vorteilhaften Ausgestaltung,
mit der eine besonders gute Abführung der Quetschströmung aus dem Zahneingriffsbereich
möglich ist, dergestalt ausgebildet, dass dessen zahneingriffsbereichsseitiges Kanalende
im Zahneingriffsbereich lediglich dem Außenzahn des innenliegenden Zahnrads zugeordnet
ist.
[0013] Besonders bevorzugt ist des weiteren eine konkrete Ausgestaltung, bei der der wenigstens
eine Entlastungskanal hinsichtlich seines Kanalquerschnittes so dimensioniert ist,
dass mindestens 60% einer Quetschströmung in einem Zahneingriffsbereich aus diesem
heraus in den Druckraum ableitbar sind. Dadurch ist sichergestellt, dass eine möglichst
große Quetschströmungsmenge aus dem Zahneingriffsbereich weg zum Druckraum hin abströmt.
[0014] In der speziellen Gestaltung des wenigstens einen Entlastungskanals liegen für eine
aktuelle Pumpenausführung gezielt einsetzbare Optimierungsmöglichkeiten. Dadurch können
psychoakustische Störgeräusche insbesondere hinsichtlich der Lautheit in den Frequenzgruppen
Bark 5-15 sowie hinsichtlich der Rauhigkeit minimiert werden. Dabei kann der wenigstens
eine Entlastungskanal hinsichtlich seines Kanalquerschnittes und/oder seiner Kanallänge
so gestaltet sein, dass die spezifische Lautheit der Pumpe im Betrieb in den Frequenzgruppen
Bark 5-15 dergestalt abgesenkt ist, dass diese maximal 3 sone/Bark beträgt und/oder
sich dadurch im Bereich der Frequenzgruppen Bark 5-15 eine maximale Rauhigkeit von
1,2 asper/Bark ergibt.
[0015] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Innenzahnradpumpe
kann zudem wenigstens ein Zusatzkanal vorgesehen sein, der eine Strömungsverbindung
zwischen dem Zahnangrenzungsbereich und dem Druckraum ausbildet. Dadurch wird vorteilhaft
am Übergang vom Saugraum zum Druckraum der Druckstoß des geförderten Fluids minimiert,
sodass auch mit dieser Maßnahme zusätzlich psychoakustische Parameter optimiert werden,
ohne dass dies zu Wirkungsgradverlusten führt.
[0016] Auch hier kann dann, analog zum Entlastungskanal vorgesehen sein, dass der wenigstens
eine Zusatzkanal in einem an den Zahnangrenzungsbereich angrenzenden, insbesondere
unmittelbar angrenzenden, Wandbereich der Rotorkammerwand ausgebildet und von dort
ausgehend zu dem beabstandet dazu ebenfalls in der Rotorkammerwand ausgebildeten und/oder
mündenden Druckraum geführt ist, wobei weiter bevorzugt vorgesehen sein kann, dass
der wenigstens eine Zusatzkanal als zur Rotorkammer hin offene Nut ausgebildet ist.
Hierdurch ergibt sich eine vorteilhafte funktionale und einfach herstellbare Ausführungsform.
[0017] In der speziellen Gestaltung des wenigstens einen Zusatzkanals liegen ebenfalls wiederum
für eine aktuelle Pumpenausführung gezielt einsetzbare Optimierungsmöglichkeiten.
So ist der wenigstens eine Zusatzkanal hinsichtlich seines Kanalquerschnittes und/oder
seiner Kanallänge bevorzugt so gestaltet, dass die spezifische Lautheit der Pumpe
im Betrieb in den Frequenzgruppen Bark 3-10 dergestalt abgesenkt ist, dass diese maximal
4 sone/Bark beträgt und/oder sich dadurch eine maximale Rauhigkeit von 2 asper/Bark
im Bereich der Frequenzgruppen Bark 3-10 ergibt.
[0018] Gemäß einer weiteren bevorzugten und konstruktiv einfachen Pumpenausgestaltung ist
vorgesehen, dass der Saugraum und der Druckraum auf gegenüberliegenden Seiten einer
durch den Zahneingriffsbereich und den Zahnangrenzungsbereich(wobei Zahneingriffsbereich
und Zahnangrenzungsbereich einander vorteilhaft gegenüberliegen) definierten Bezugsebene
liegen und jeweils beabstandet zu diesen Bereichen in einer der Rotorkammer zugeordneten
Stirnwand des Pumpengehäuses münden. Alternativ oder zusätzlich kann diese Bezugsebene
aber auch durch eine oder mehrere Drehachsen von Zahnring bzw. innenliegendem Zahnrad,
von denen wenigstens eines drehbar ausgebildet ist, gelegt sein.
[0019] Durch eine geeignete Gestaltung des Entlastungskanals und/oder des Zusatzkanals kann
somit die spezifische Lautheit und Rauhigkeit definiert so gestaltet werden, dass
sich neben einer deutlichen Reduzierung der Druckpulsation und Verringerung des emittierten
Schalldruckpegels eine deutliche Optimierung der psychoakustischen Paramater ergibt,
welche keine Wirkungsgradverluste bedingt.
[0020] Die Innenzahnradpumpe ist gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung eine Trochoidenpumpe,
bei der die Zähne trochoidal geformt ineinandergreifen.
[0021] Besonders bevorzugt ist weiter eine Ausgestaltung, bei der das innenliegende Zahnrad
einen Außenzahn weniger im Vergleich zu den Innenzähnen des Zahnrings aufweist. Besonders
vorteilhafte Ergebnisse wurden in diesem Zusammenhang mit einer Trochoidenpumpe erzielt,
bei der der Zahnring sieben Innenzähne und ein innenliegendes Zahnrad sechs Außenzähne
aufweist.
[0022] Der Zahnring ist zum Beispiel ein drehbar in der Rotorkammer angeordneter Außenrotor.
Alternativ kann aber auch lediglich das innenliegende Zahnrad als drehangetriebener
Innenrotor ausgebildet sein. Besonders bevorzugt ist eine Ausgestaltung, bei der sowohl
der Zahnring als Außenrotor als auch das innenliegende Zahnrad als Innenrotor drehangetrieben
sind.
[0023] Die sich mit dem beanspruchten Fahrzeug ergebenden Vorteile sind identisch mit den
vorstehend genannten Vorteilen und werden hier nicht mehr explizit wiederholt.
[0024] Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung lediglich beispielhaft weiter erläutert.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine als Trochoidenpumpe ausgebildete Innenzahnradpumpe in Achsrichtung
bei abgenommenem Gehäusedeckel, und
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die Trochoidenpumpe nach Fig. 1 entlang der Bezugsebene A-A.
[0026] In Fig. 1 ist eine Draufsicht auf eine als Trochoidenpumpe 1 (ohne Gehäusedeckel)
ausgeführte Innenzahnradpumpe und in Fig. 2 eine Schnittdarstellung entlang der Bezugsebene
2 (Linie A-A) aus Fig. 1 dargestellt.
[0027] Die Trochoidenpumpe 1 weist ein Pumpengehäuse 3 mit einer vorzugsweise zylindrischen
Rotorkammer 4 auf, welche durch einen Kammerdeckel 5 (siehe Fig.2) im Betriebszustand
geschlossen ist. In Fig. 1 ist der Kammerdeckel 5 für einen Einblick in den Kammerinnenraum
weggelassen.
[0028] In der Rotorkammer 4 ist mit einem vorzugsweise gleichen zylindrischen Umfang ein
Außenrotor 6 drehbar gelagert, der als Zahnring mit mehreren, hier lediglich beispielhaft
sieben, nach innen gerichteten Innenzähnen 7a bis 7g ausgebildet ist. Die Zylinderachse
der Rotorkammer 4 bzw. die Drehachse für den Außenrotor 6 ist mit dem Bezugszeichen
8 gekennzeichnet.
[0029] Im Außenrotor 6 ist ein Innenrotor 11 exzentrisch angeordnet bzw. gelagert, der mittels
einer Antriebswelle 9 um eine Antriebsachse 10 drehangetrieben wird. Der Innenrotor
11 ist hier bevorzugt mit einem Außenzahn weniger und damit im hier gezeigten Beispielfall
mit sechs Außenzähnen 12a bis 12f versehen. Die Innenzähne 7a bis 7g und die Außenzähne
12a bis 12f greifen trochoidal geformt ineinander.
[0030] Die Bezugsebene 2 geht durch die Mitte einer ersten (oberen) Totpunktstellung 13,
durch die beiden exzentrisch zueinander versetzten Achsen 8 und 10 sowie durch eine
zweite, im Wesentlichen gegenüberliegende und untere Totpunktstellung 14. An der ersten
Totpunktstellung 13 liegt in einem Zahneingriffsbereich 13a ein Außenzahn 12a in einem
Innenzahnzwischenraum (hier zwischen den Innenzähnen 7a und 7g) im Wesentlichen vollständig
bzw. voll ein, das heißt im Wesentlichen spaltfrei bzw. form- und konturangepasst
ein. An der zweiten Totpunktstellung 14 liegt dagegen ein Außenzahn 12d in einem Zahnangrenzungsbereich
14a an dem Innenzahn 7d kopfseitig an bzw. grenzt dort an.
[0031] Bei einer Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn (Drehpfeil 15) vergrößern sich ausgehend
von der Bezugsebene 2 und der ersten Totpunktstellung 13 im linken Rotorkammerbereich
jeweils die Volumina zwischen den Innenzähnen und Außenzähnen als Pumpenkammern 16
bis zum Erreichen der zweiten Totpunktstellung 14. Damit wird durch die sich vergrößernden
Pumpenkammern 16 aus einem Saugraum 17 zu förderndes Fluid angesaugt. Der Saugraum
17 ist hier lediglich strichliert eingezeichnet und in einer Rotorkammerwand 4a der
Rotorkammer 4, stirnseitig angrenzend an die Zahnbereiche des Innenrotors 11 und Außenrotors
6 ausgebildet (eine Fluidanschlussleitung als Einlass ist aus Gründen der Übersichtlichkeit
nicht eingezeichnet).
[0032] Im weiteren Verlauf einer Umdrehung des Innenrotors 11 werden im Rotorkammerbereich
rechts von der Bezugsebene 2 und ausgehend von der zweiten Totpunktstellung 14 die
Pumpenkammern 16 bei einer Bewegung zur ersten Totpunktstellung 13 hin verkleinert,
wodurch das im Saugraum 17 aufgenommene Fluid aus den Pumpenkammern 16 in einen Druckraum
18 gepresst und aus diesem mit einer (aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellten)
Pumpenleitung abgeleitet wird. Auch der Druckraum 18 ist hier schematisch strichliert
dargestellt und (ebenso wie der Saugraum 17) stirnseitig angrenzend an den Außenrotor
6 und Innenrotor 11 in einer Rotorkammerwand 4a der Rotorkammer 4 ausgebildet. Der
Saugraum 17 und Druckraum 18 können dabei, wie in Fig. 1 gezeigt, in bzw. an derselben
Rotorkammerwand 4a ausgebildet sein oder alternativ auch an unterschiedlichen Rotorkammerwänden
4a ausgebildet sein, zum Beispiel, wie in Fig. 2 dargestellt, an gegenüberliegenden
Rotorkammerwänden 4a angeordnet sein.
[0033] Wie weiter aus der Fig. 1 ersichtlich ist, weist sowohl der Saugraum 17 als auch
der Druckraum 18 einen definierten Abstand zu dem Zahneingriffsbereich 13a und zu
dem Zahnangrenzungsbereich 14a auf, so dass die Rotorkammerwände 4a dort im Wesentlichen
unmittelbar angrenzen. Dadurch kann es im Zahneingriffsbereich 13a zur Ausbildung
der bereits genannten Quetschströmungen kommen bzw. im Zahnangrenzungsbereich 14a
zur Erzeugung von Druckstößen kommen.
[0034] Um dies zu vermeiden und damit Störgeräusche zu reduzieren, sind im dargestellten
Ausführungsbeispiel einer Trochoidenpumpe 1 in einem an den Zahneingriffsbereich 13a
im Wesentlichen unmittelbar angrenzenden Wandbereich der Rotorkammerwand 4a ein nutartiger
Entlastungskanal 19 und in einem an den Zahnangrenzungsbereich 14a im Wesentlichen
unmittelbar angrenzenden Wandbereich der Rotorkammerwand 4a ein nutartiger Zusatzkanal
20 ausgebildet, das heißt mit anderen Worten in bzw. an einem im Wesentlichen unmittelbar
an die Stirnseite von Außenrotor 6 und Innenrotor 11 angrenzenden Bereich der Rotorkammerwand
4a der Rotorkammer 4 ausgebildet, und von dort ausgehend in der Rotorkammerwand 4a
zu dem beabstandet dazu ebenfalls in der Rotorkammerwand 4a mündenden bzw. ausgebildeten
Druckraum 18 geführt.
[0035] Sowohl der Entlastungskanal 19 als auch der Zusatzkanal 20 können hierbei als zur
Rotorkammer 4 hin offene Nut ausgebildet sein, gegebenenfalls aber auch als im Inneren
der Rotorkammerwand 4a verlaufender Kanal ausgebildet sein.
[0036] Der Entlastungskanal 19 verläuft hierbei im gezeigten Ausführungsbeispiel ausgehend
von der Bezugsebene 2 und damit ausgehend Mitte des Zahneingriffsbereichs 13a als
Strömungskanal in den Druckraum 18. Dadurch werden Quetschströmungen in dem Zahneingriffsbereich
13a vermieden und in den Druckraum 18 abgeleitet und damit insbesondere psychoakustische
Störgeräusche vorteilhaft reduziert.
[0037] Der Zusatzkanal 20 erstreckt sich ausgehend von der Mitte des Zahnangrenzungsbereiches
14a als Strömungskanal ebenfalls in dem Druckraum 18. Damit werden impulsartige Druckstöße
an dieser Stelle am Übergang vom Saugraum 17 zum Druckraum 18 reduziert, wodurch eine
weitere Störgeräuschverminderung erreicht wird.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 1
- Trochoidenpumpe
- 2
- Bezugsebene
- 3
- Gehäuse
- 4
- Rotorkammer
- 4a
- Rotorkammerwand
- 5
- Kammerdeckel
- 6
- Außenrotor
- 7a - 7g
- Innenzähne
- 8
- Außenrotorachse
- 9
- Antriebswelle
- 10
- Antriebsache
- 11
- Innenrotor
- 12a - 12f
- Außenzähne
- 13
- erste Totpunktstellung
- 13a
- Zahneingriffsbereich
- 14
- zweite Totpunktstellung
- 14a
- Zahnangrenzungsbereich
- 15
- Drehpfeil
- 16
- Pumpenkammer
- 17
- Saugraum
- 18
- Druckraum
- 19
- Entlastungskanal
- 20
- Zusatzkanal
1. Innenzahnradpumpe, insbesondere Trochoidenpumpe, für ein Fahrzeug, mit einem Pumpengehäuse
(3) mit einer Rotorkammer (4), in der ein, eine Innenverzahnung mit Innenzähnen (7a-7g)
aufweisender Zahnring (6) aufgenommen ist, der mit einem exzentrisch zum Zahnring
(6) gelagerten und eine Außenverzahnung mit Außenzähnen (12a-12f) aufweisenden Zahnrad
(11) dergestalt in Eingriff bringbar ist, dass an einem Zahneingriffsbereich (13a)
wenigstens einer der Außenzähne (12a) in einem zwischen zwei Innenzähnen (7a; 7g)
liegenden Innenzahnzwischenraum einliegt, wobei die Pumpenkammern (16) ausbildenden
Volumina zwischen den Innenzähnen (7a-7g) und den Außenzähnen (12a-12f) in einem,
einem Saugraum (17) zugeordneten Rotorkammerbereich, ausgehend von dem Zahneingriffsbereich
(13a) bis hin zu einem Zahnangrenzungsbereich (14a), in dem wenigstens ein Außenzahn
(12d) kopfseitig an einem Innenzahn (7d) angrenzt oder anliegt, größer werden und
in einem, einem Druckraum (18) zugeordneten Rotorkammerbereich, ausgehend von dem
Zahnangrenzungsbereich (14a) bis hin zum Zahneingriffsbereich (13a) wieder kleiner
werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Entlastungskanal (19) vorgesehen ist, der eine Strömungsverbindung
zwischen dem Zahneingriffsbereich (13a) und dem Druckraum (18) ausbildet.
2. Innenzahnradpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Saugraum (17) und der Druckraum (18) beabstandet vom Zahneingriffsbereich (13a)
und/oder vom Zahnangrenzungsbereich (14a) sowie getrennt voneinander in einer stirnseitig
an den Zahnring (6) und das Zahnrad (11) angrenzenden, insbesondere unmittelbar angrenzenden,
Rotorkammerwand (4a) der Rotorkammer (4) ausgebildet sind und/oder dort münden.
3. Innenzahnradpumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Entlastungskanal (19) in einem an den Zahneingriffsbereich (13a)
angrenzenden, insbesondere unmittelbar angrenzenden, Wandbereich der Rotorkammerwand
(4a) ausgebildet und von dort ausgehend zu dem beabstandet dazu ebenfalls in der Rotorkammerwand
(4a) ausgebildeten und/oder mündenden Druckraum (18) geführt ist.
4. Innenzahnradpumpe nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Entlastungskanal (19) als zur Rotorkammer (4) hin offene Nut
ausgebildet ist.
5. Innenzahnradpumpe nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Entlastungskanal (19) dergestalt ausgebildet ist, dass dessen
zahneingriffsbereichsseitiges Kanalende im Zahneingriffsbereich (13a) lediglich dem
Außenzahn (12a) des innenliegenden Zahnrads (11) zugeordnet ist.
6. Innenzahnradpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Entlastungskanal (19) hinsichtlich seines Kanalquerschnittes
so dimensioniert ist, dass mindestens 60% einer Quetschströmung aus dem Zahneingriffsbereich
(13a) in den Druckraum (18) ableitbar sind.
7. Innenzahnradpumpe nach,einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Entlastungskanal (19) hinsichtlich seines Kanalquerschnittes
und/oder seiner Kanallänge so gestaltet ist, dass die spezifische Lautheit der Pumpe
im Betrieb in den Frequenzgruppen Bark 5-15 dergestalt abgesenkt ist, dass diese maximal
3 sone/Bark beträgt und/oder sich dadurch im Bereich der Frequenzgruppen Bark 5-15
eine maximale Rauhigkeit von 1,2 asper/Bark ergibt.
8. Innenzahnradpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Zusatzkanal (20) vorgesehen ist, der eine Strömungsverbindung zwischen
dem Zahnangrenzungsbereich (14a) und dem Druckraum (18) ausbildet.
9. Innenzahnradpumpe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, der wenigstens eine Zusatzkanal (20) in einem an den Zahnangrenzungsbereich (14a)
angrenzenden, insbesondere unmittelbar angrenzenden, Wandbereich der Rotorkammerwand
(4a) ausgebildet und von dort ausgehend zu dem beabstandet dazu ebenfalls in der Rotorkammerwand
(4a) ausgebildeten und/oder mündenden Druckraum (18) geführt ist.
10. Innenzahnradpumpe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Zusatzkanal (20) als zur Rotorkammer (4) hin offene Nut ausgebildet
ist.
11. Innenzahnradpumpe nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Zusatzkanal (20) hinsichtlich seines Kanalquerschnittes und/oder
seiner Kanallänge so gestaltet ist, dass die spezifische Lautheit der Pumpe im Betrieb
in den Frequenzgruppen Bark 3-10 dergestalt abgesenkt ist, dass diese maximal 4 sone/Bark
beträgt und/oder sich dadurch eine maximale Rauigkeit von 2 asper/Bark im Bereich
der Frequenzgruppen Bark 3-10 ergibt.
12. Innenzahnradpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Saugraum (17) und der Druckraum (18) auf gegenüberliegenden Seiten einer durch
den Zahneingriffsbereich (13a) und den Zahnangrenzungsbereich (14a) definierten Bezugsebene
(2) liegen und jeweils beabstandet zu diesen Bereichen (13a, 14a) in einer der Rotorkammer
(4) zugeordneten Rotorkammerwand (4a) des Pumpengehäuses (3) münden.
13. Innenzahnradpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahnring (6) ein drehbar in der Rotorkammer (4) angeordneter Außenrotor und/oder
das innenliegende Zahnrad (11) ein in dem Außenrotor drehangetrieben angeordneter
Innenrotor ist.
14. Innenzahnradpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnradpumpe (1) eine Trochoidenpumpe ist, bei der die Zähne trochoidal geformt
ineinandergreifen und/oder das Zahnrad (11) einen Außenzahn (12) weniger im Vergleich
zu den Innenzähnen (7) des Zahnrings (6) aufweist.
15. Fahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug, mit einer Zahnradpumpe (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.