[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung der Abstellposition einer Welle
einer Brennkraftmaschine, wobei die Welle ein Geberrad umfasst, das eine Umfangsstruktur
aufweist, die bei Vorbeibewegen an einem Sensor Signale auslöst.
[0002] Für Verbrennungsmotoren mit einer sogenannten Stopp-Start-Funktion ist eine genaue
Kenntnis der Abstellposition des Verbrennungsmotors notwendig, um die Startzeiten
zu verkürzen. Bereits während des Anlassvorgangs kann so ein Einspritzen von Kraftstoff
erfolgen und dieser dadurch beschleunigt werden. Üblicherweise verfügt ein Verbrennungsmotor
über ein Kurbelwellengeberrad, beispielsweise mit 60-2-Zähnen, mittels dessen die
Position der Kurbelwelle auf 3° genau bestimmt werden kann. Durch die zeitliche Interpolation
zwischen zwei Zahnflanken kann der Kurbelwellenwinkel bei sich drehender Welle noch
feiner aufgelöst werden. Bei stehender Welle kann die Winkelposition der Welle nicht
bestimmt werden.
[0003] Beim Abstellen von Brennkraftmaschinen kann es aufgrund von Rückstellkräften zu einer
Drehrichtungsumkehr der Kurbelwelle kommen. Wird diese Drehrichtungsumkehr nicht erkannt,
so wird die Abstellposition der Brennkraftmaschine nicht richtig bestimmt. Herkömmliche
Verfahren unter Verwendung eines Geberrads erkennen nur das Flankensignal eines sich
vorbeibewegenden Zahns des Geberrads und sind nicht ausgeführt, eine Drehrichtungsumkehr
zu erkennen.
[0004] Aus der
EP 0 612 373 B1 ist jedoch ein Verfahren zur Bestimmung der Abstellposition einer Welle einer Brennkraftmaschine
bekannt, das eine Drehrichtungsumkehr erkennen kann. Mittels an einer Nocken- und
an einer Kurbelwelle montierter Geberräder und der jeweiligen Sensoren wird eine Drehrichtungsumkehr
der Brennkraftmaschine erkannt, so dass bei eventuellem Rückpendeln der Brennkraftmaschine
vor dem Stillstand die Abstellposition entsprechend korrigiert werden kann.
[0005] Ferner beschreibt die
DE 10 2009 000 082 A1 ein Verfahren zur Erkennung eines Motorstillstandes während des Auslaufens des Motors,
der über ein Kurbelwellengeberrad und einen speziellen Kurbelwellensensor verfügt,
der in der Lage ist, die Drehrichtung der Kurbelwelle zu erkennen. Es werden dabei
jeweils die letzten vier registrierten Impulsflanken gespeichert und daraus die letzten
drei Segmentzeiten berechnet. Aus diesen drei berechneten Segmentzeiten wird eine
Obergrenze für den Zeitpunkt des Auftretens der nächsten Impulsflanke abgeschätzt.
Tritt bis zu dieser abgeschätzten Obergrenze keine weitere Impulsflanke auf, wird
darauf geschlossen, dass der Motor zum Stillstand gekommen ist.
[0006] Ein weiteres gattungsgemäßes Verfahren zur Bestimmung der Abstellposition einer Welle,
das auch eine Drehrichtungsumkehr mittels eines Geberrads bestimmen kann, ist aus
der
DE 10 2012 212 922 A1 bekannt. Es wird vorgeschlagen, aus dem zeitlichen Abstand der Signale Segmentzeiten
zu berechnen und in Abhängigkeit von den Segmentzeiten eine Drehrichtungsumkehr der
Welle zu erkennen.
[0007] Nachteilig an diesen bekannten Verfahren zur Bestimmung der Abstellposition einer
Welle ist, dass eine vergleichsweise aufwändige Signalverarbeitung vonnöten ist, die
mit Verarbeitungsungenauigkeiten verbunden ist, so dass die Abstellposition nicht
ausreichend genau bestimmt werden kann.
[0008] Es ist somit eine Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes Verfahren zur Bestimmung
der Abstellposition einer Welle bereitzustellen, mit dem Nachteile herkömmlicher Techniken
vermieden werden können. Die Aufgabe der Erfindung ist es insbesondere, ein Verfahren
bereitzustellen, mit dem eine Drehrichtungsumkehr der Welle beim Abstellen zuverlässig
erkannt und die Abstellposition genau bestimmt werden kann.
[0009] Diese Aufgaben werden durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen und Anwendungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche und werden in der folgenden Beschreibung unter teilweiser Bezugnahme auf
die Figuren näher erläutert.
[0010] Die Erfindung beruht auf der technischen Erkenntnis, dass an Verbrennungsmotoren
zunehmend elektrische Maschinen, insbesondere Startergeneratoren, verbaut sind, die
drehfest mit einer Welle, insbesondere der Kurbelwelle, der Brennkraftmaschine verbunden
sind. Derartige, an sich bekannte Startergeneratoren sind in der Regel zwischen Motor
und Getriebe in Form einer auf der Kurbelwelle sitzenden elektrischen Maschine mit
Starter- und Generatorfunktion vorgesehen, die gemeinhin als Kurbelwellen-Startergenerator
(KSG) bezeichnet wird, wegen der direkten Anbindung ihres Rotors mit der Kurbelwelle
der Brennkraftmaschine. Bei herkömmlichen Startergeneratoren ist eine exakt arbeitende
Pollageerfassung notwendig, da die Ströme in der Statorwicklung synchron oder asynchron
mit der momentanen Magnetposition des Rotors gesteuert werden müssen. Bekannte Startergeneratoren
verfügen daher über eine Lageerfassungseinrichtung zur Drehzahlregelung der elektrischen
Maschine, die eingerichtet ist, eine absolute Rotorlage innerhalb einer Polteilung
hochaufgelöst zu bestimmen. Die Lageerfassungseinrichtung kann als Resolver ausgeführt
sein. Es sind aber auch Lageerfassungseinrichtungen bekannt, die resolverlos arbeiten
(vgl.
DE 10 2013 203 937 A1). Ist an der Brennkraftmaschine ein derartiger Startergenerator mit einer Lageerfassungseinrichtung
verbaut, kann dieser erfindungsgemäß dazu genutzt werden, eine Drehrichtungsumkehr
der Welle beim Abstellen zuverlässig zu erkennen und eine mittels der Lageerfassungseinrichtung
erfasste Rotorendlage in der Abstellposition zur Korrektur der mittels des Geberrads
bestimmten Abstellposition der Brennkraftmaschine zu verwenden. Auf zusätzliche Bauteile
zur Drehrichtungsumkehrerfassung und/oder aufwändige und fehleranfällige Auswerteverfahren,
wie beispielsweise zur Bestimmung der Veränderung der Segmentzeiten des Geberrads
beim Auslaufen, kann dann verzichtet werden.
[0011] Gemäß allgemeinen Gesichtspunkten der Erfindung wird somit ein Verfahren zur Bestimmung
der Abstellposition einer Welle einer Brennkraftmaschine bereitgestellt. Die Welle
ist vorzugsweise eine Kurbelwelle der Brennkraftmaschine. Die Welle umfasst in an
sich bekannter Weise ein Geberrad, das eine Umfangsstruktur aufweist, die bei Vorbeibewegen
an einem Sensor Signale auslöst. Gemäß dem Verfahren ist ferner eine elektrische Maschine,
insbesondere ein Startergenerator, vorgesehen, deren Rotor drehfest mit der Welle
verbunden ist und die eine Lageerfassungseinrichtung umfasst, die eingerichtet ist,
eine absolute Rotorlage innerhalb einer Polteilung zu erfassen. Gemäß dem Verfahren
wird eine Drehrichtungsumkehr der Welle beim Abstellen der Brennkraftmaschine mittels
der Lageerfassungseinrichtung erfasst. Falls eine solche Drehrichtungsumkehr erfasst
wird, wird eine erfasste absolute Rotorlage in der Abstellposition und innerhalb einer
Polteilung zur Korrektur einer mittels des Geberrads bestimmten Abstellposition der
Welle verwendet.
[0012] Die absolute Rotorlage innerhalb einer Polteilung gibt eine auf die Polteilung bezogene
absolute Rotorlage der elektrischen Maschine an und ist somit abhängig von der Anzahl
der Polpaare der elektrischen Maschine. In Abhängigkeit von der Anzahl der Polpaare
wird eine volle Umdrehung des Rotors in einzelne Segmente (Polteilungen) unterteilt.
Die mittels der Lageerfassungseinrichtung erfasste Rotorlage gibt somit die Winkellage
eindeutig innerhalb einer Polteilung an, ist aber mehrdeutig betreffend die Winkelposition
in Bezug auf die volle Umdrehung bzw. in welchem der Segmente gemessen wird. Die Lageerfassungseinrichtung
erzeugt somit innerhalb einer Polteilung ein absolutes Winkelsignal, an dessen Verlauf
eine Drehrichtungsumkehr unmittelbar ablesbar ist. Die Lageerfassungseinrichtung kann
die Drehrichtungsumkehr beispielsweise anhand einer Hin- und Herbewegung bzw. einem
Ansteigen und nachfolgenden Absinken der erfassten absoluten Rotorlage innerhalb einer
Polteilung bei einem Auslaufen des Rotors, d. h. innerhalb eines zweckmäßig vorbestimmten
Zeitintervalls vor der Abstellposition, erkennen. Die erfasste absolute Rotorlage
in der Abstellposition und innerhalb einer Polteilung gibt somit die Endlage des Rotors
bei abgestelltem Motor an, aus der die Abstellposition der Welle ableitbar ist, da
der Rotor drehfest mit der Welle verbunden ist.
[0013] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird die erfasste absolute Rotorlage
in der Abstellposition und innerhalb einer Polteilung einer Auswerteeinheit einer
Steuervorrichtung (Steuergerät) zur Steuerung der Zündung und/oder Einspritzung der
Brennkraftmaschine zugeführt. Dies bietet den Vorteil, dass die Auswerteeinheit bzw.
die Steuereinheit mit dieser Information die mittels des Geberrads bestimmte Abstellposition
gegebenenfalls korrigieren kann, z. B. innerhalb einer Stopp-Phase eines Stopp-Start-Betriebs,
um beim nächsten Start den korrekten Einspritzzeitpunkt bestimmen zu können. Diese
Ausführungsform ist besonders vorteilhaft bei Antriebsstrangkonfigurationen, bei denen
für die Steuerung der Zündung und/oder Einspritzung der Brennkraftmaschine und für
den Betrieb der elektrischen Maschine jeweils separate Steuergeräte vorgesehen sind,
was in der Regel für die Echtzeitfähigkeit der Steuerung vonnöten ist.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Lageerfassungseinrichtung ein Resolver
der elektrischen Maschine, insbesondere ein Mehrfachpolpaar-Resolver. Vorstehend wurde
bereits erwähnt, dass die Lageerfassungseinrichtungen auch eine resolverlos arbeitende
Lageerfassungseinrichtung sein kann.
[0015] Eine weitere Möglichkeit der Erfindung sieht vor, dass bei einer erfassten Drehrichtungsumkehr
die bestimmte Abstellposition der Welle anhand eines Werts der erfassten absoluten
Rotorlage in der Abstellposition und innerhalb einer Polteilung festgelegt wird, wobei
der Wert um einen vorbestimmten Phasenversatz zwischen Geberrad und Lageerfassungseinrichtung
korrigiert wird und eine Uneindeutigkeit dieses Werts in Bezug auf die vorliegenden
Polteilungen bzw. in Bezug auf die vorliegende Pollage anhand der vom Geberrad erfassten
Abstellposition aufgelöst wird. Gemäß dieser Variante wird somit vorgeschlagen, im
Falle einer erkannten Drehrichtungsumkehr die Abstellposition der Welle anhand der
bestimmten Winkellage des Rotors in der Abstellposition festzulegen, wobei die erfasste
Abstellposition des Geberrads lediglich dazu verwendet wird, die aktuelle Pollage
bzw. das aktuelle Segment zu bestimmen, auf das sich die bestimmte Winkellage der
Lageerfassungseinrichtung bezieht, um aus dem mehrdeutigen Signal der Lageerfassungseinrichtung
eine eindeutige Winkellage zu berechnen.
[0016] Das Geberrad kann ein herkömmliches Geberrad sein, insbesondere ein 60-2-Geberrad.
[0017] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird eine Steuervorrichtung vorgeschlagen,
die zur Durchführung eines Verfahrens wie hierin offenbart ausgebildet ist. Die Erfindung
betrifft ferner ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Nutzfahrzeug, aufweisend eine
derartige Steuervorrichtung.
[0018] Die zuvor beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen und Merkmale der Erfindung
sind beliebig miteinander kombinierbar. Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung
werden im Folgenden unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- ein schematisches Ablaufdiagramm gemäß einer Ausführungsform der Erfindung und
- Figur 2
- Diagramme, die den beispielhaften zeitlichen Verlauf des Resolversignals, des Geberradsignals
und des korrespondierenden Wellendrehwinkels illustrieren.
[0019] Figur 1 zeigt ein schematisches Ablaufdiagramm gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
Das Ablaufdiagramm beschreibt schematisch die Bestimmung der Abstellposition einer
Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine, nachfolgend auch als Verbrennungsmotor bezeichnet,
wobei die Kurbelwelle ein Geberrad umfasst, das eine Umfangsstruktur aufweist, die
bei Vorbeibewegen an einem Sensor (jeweils nicht dargestellt) Signale 5 auslöst.
[0020] Das Geberrad ist vorliegend ein 60-2-Geberrad, d. h., das Geberrad weist 60 gleichartige
Winkelmarken auf, wovon zwei fehlen, die beispielsweise herausgefräst wurden, um anhand
der Lücke ein Referenzsignal zur Positionsermittlung zu erzeugen. Der Begriff Umfangsstruktur
des Geberrads ist breit auszulegen und kann z. B. in Form von Markierungen oder einer
Zahnstruktur ausgeführt sein. Typischerweise ist die Umfangsstruktur aus steg- oder
zahnförmig ausgebildeten radialen Vorsprüngen und dazwischen liegenden Nuten oder
Zahnlücken ausgebildet. Das Geberrad ist Teil einer Anordnung zur berührungslosen
Ermittlung der Drehzahl der Welle und umfasst ferner einen magnetisch oder optisch
arbeitenden Sensor (Drehzahlsensor), der ortsfest zum Geberrad angeordnet ist, so
dass die Umfangsstruktur an der Sensorvorrichtung vorbeibewegbar ist. Arbeitet der
Sensor magnetisch, ist dieser mit einem Magnetfeldsensor (z. B. Hallsensor) ausgestattet.
Hierbei wird von einem Magneten im Bereich der Hallsensoren ein magnetisches Feld
erzeugt, welches sich beim Passieren eines Zahns des Zahnrades verändert. Der Hallsensor
erfasst hierbei zunächst einmal das sogenannte Grundfeld des Magneten. Zu dieser Feldstärke
des Grundfelds wird noch eine aus der Masse des Geberrads herrührende Feldstärke hinzuaddiert.
Wenn dann dem Sensor anstelle einer Zahnlücke ein Zahn zugeordnet ist, so führt dies
für die Dauer der Zuordnung des Zahns zum Sensor zu einer nochmaligen Verstärkung
des Magnetfelds. Wenn sich also das Zahnrad dreht, so erfolgt eine Schwankung der
Feldstärke in Abhängigkeit vom Vorbeibewegen der Zähne und Zahnlücken am Sensor. Der
Hallsensor erfasst somit diese Änderung des magnetischen Feldes und erzeugt ein elektrisches
Signal, aus dem sich die Drehzahl oder ein Stellwinkel des Zahnrades ermitteln lässt.
Jeder Zahn ergibt somit einen Impuls, und durch Zählen der Impulse kann man die Drehzahl
ermitteln. Genauer gesagt erkennt der Drehzahlsensor nicht den Zahn als solchen, sondern
jeweils den Übergang von Zahn zu Zahnlücke oder umgekehrt.
[0021] Der zeitliche Verlauf 5 eines solchen elektrischen Signals beim Abstellen des Verbrennungsmotors
ist beispielhaft im mittleren Diagramm der Figur 2 gezeigt. Das aufeinanderfolgende
Erkennen zweier Flanken entspricht einem Drehwinkel von 3°.
[0022] Im Normalbetrieb des Verbrennungsmotors wird das Geberradsignal in an sich bekannter
Weise zur Drehzahl- und Positionserfassung der Kurbelwelle. Eine Steuervorrichtung
zur Steuerung der Zündung und/oder Einspritzung der Brennkraftmaschine steuert anhand
der erfasste Drehzahl- und/oder Position die Zündung und/oder Einspritzung der Brennkraftmaschine.
[0023] Nach Abschaltung der Zündung verlangsamt sich die Drehgeschwindigkeit der Kurbelwelle,
bis diese in einer Abstellposition zum Stillstand kommt. Im mittleren Diagramm der
Figur 2 ist dies an dem zunehmenden Abstand der Flanken des Rechtecksignals erkennbar.
Zum Zeitpunkt T0-1 misst der Drehzahlsensor die vorletzte Flanke 6 und zum Zeitpunkt
T0 die letzte Flanke 7 des Geberrads vor dem Stillstand.
[0024] Einer Steuervorrichtung zur Steuerung der Zündung und/oder Einspritzung der Brennkraftmaschine,
der das Signal 5 zugeführt wird, interpretiert die letzte Flanke zum Zeitpunkt T0
zunächst als die 66°-Flanke und ermittelt die Abstellposition als die 66°-Stellung
(Schritt G2).
[0025] Im vorliegenden Beispiel fand jedoch ein Rückpendeln der Brennkraftmaschine und damit
eine Drehrichtungsumkehr beim Auslaufen der Kurbelwelle statt. Tatsächlich hat der
Sensor somit die 63°-Flanke des Geberrads doppelt erfasst, einmal bei der Hinbewegung
und dann wieder bei der Rückbewegung nach der Drehrichtungsumkehr, was jedoch anhand
des Flankensignals 7 nicht erkennbar ist.
[0026] Auf der Kurbelwelle ist ferner ein Startergenerator angeordnet, dessen Rotor drehfest
mit der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine verbunden ist. Der Startergenerator ist
vorliegend beispielhaft als eine achtpolige Synchronmaschine ausgeführt, so dass sich
für die Synchronmaschine acht Segmente (Pollagen), die jeweils 45° des gesamten Umfangs
der Maschine abdecken, ergeben.
[0027] Der Startergenerator umfasst als Lageerfassungseinrichtung zur Drehzahlregelung einen
Resolver, der eingerichtet ist, eine absolute Rotorlage innerhalb einer Polteilung
hochaufgelöst zu bestimmen. Innerhalb jedes Segments gibt der Resolver ein Ausgangssignal
für den Drehwinkel des Rotors im Bereich von -180° bis +180° aus, was einem Gesamtdrehwinkel
der Kurbelwelle von 360°/8 = 45° entspricht. Der Phasenversatz zwischen Resolver und
Geberrad wurde als 0° angenommen.
[0028] Der korrespondierende zeitliche Verlauf 1 des Resolversignals beim Abstellvorgang
der Brennkraftmaschine ist im oberen Diagramm der Figur 2 dargestellt. Der korrespondierende
zeitliche Verlauf 8 des Drehwinkels der Kurbelwelle beim Abstellvorgang der Brennkraftmaschine
ist im unteren Diagramm der Figur 2 dargestellt.
[0029] Es ist erkennbar, dass ein Durchlaufen eines Winkelbereichs von -180° bis +180° des
Resolvers (erstes Segment im oberen Diagramm der Figur 2) einem Drehwinkel von 45°
der Kurbelwelle entspricht.
[0030] Der Resolver bestimmt im Normalbetrieb der elektrischen Maschine fortlaufend die
Rotorlage zur Drehzahlregelung der Maschine (Schritt R1). Die Schritte G1 und R1 werden
im Normalbetrieb parallel und unabhängig voneinander ausgeführt.
[0031] Da der Resolver eine absolute Rotorlage innerhalb einer Polteilung angibt, kann an
dem zeitlichen Verlauf direkt eine Drehrichtungsumkehr erkannt werden. Vorliegend
erfasst der Resolver in Schritt R2, dass bei einer Rotorlage 2 von -30° und zum Zeitpunkt
T1 eine Drehrichtungsumkehr erfolgt ist, da der zeitliche Verlauf der Rotorlage nach
T1 wieder absinkt bis auf einen Wert der Rotorendlage 3 von -42° zum Zeitpunkt T2,
an dem der Rotor und damit auch die Kurbelwelle zum Stillstand gekommen ist.
[0032] Die korrespondierende Umkehrposition und Abstellposition der Kurbelwelle sind im
unteren Diagramm durch die Bezugszeichen 9 und 10 gekennzeichnet.
[0033] Die in Schritt R2 bestimmte Rotorabstellage von -42° und der Zeitpunkt T1 und optional
der Zeitpunkt T2 werden in Schritt R3 über den CAN-Datenbus des Fahrzeugs an die Steuervorrichtung
zur Steuerung der Zündung und/oder Einspritzung der Brennkraftmaschine übermittelt.
Dadurch erhält die Steuervorrichtung die Information, dass es bei -30° der Rotorlage
und zum Zeitpunkt T1 zu einer Drehrichtungsumkehr gekommen ist und dass der Rotor
des Startergenerators bei einer Winkelposition von -42° zum Zeitpunkt T2 zum Stilstand
gekommen ist.
[0034] Mit dieser Information kann die Steuervorrichtung zur Steuerung der Zündung und/oder
Einspritzung der Brennkraftmaschine in Schritt G3 eine Korrektur der ermittelten Abstellposition
durchführen.
[0035] Die Steuervorrichtung erkennt durch den Abgleich der Zeitpunkts T0 (Zeitpunkt der
letzten Flankenmessung) mit den Zeiten T1 und T2, dass die letzte Flanke nach dem
Zeitpunkt T1 und damit nach der Drehrichtungsumkehr gemessen wurde, so dass die in
Schritt G2 ermittelte Abstellposition von 66° nicht richtig ist, da statt der 66°-Flanke
zweimal die 63°-Flanke gemessen wurde.
[0036] Die Steuervorrichtung kann dann anhand des Werts von -42° der erfassten absoluten
Rotorlage in der Abstellposition und innerhalb einer Polteilung die tatsächliche Abstellposition
bestimmen. Aus der mittels des Geberrads in Schritt G2 bestimmten letzten Flanke 7
von 66° kann die Steuervorrichtung bestimmen, dass der Wert von -42° die absolute
Rotorlage in demjenigen Segment angibt, das zwischen 45° und 90° liegt. Da der Phasenversatz
zwischen Geberrad und Resolver vorliegend 0° ist, ergibt sich die Abstellposition
der Kurbelwelle, d. h. die Winkellage der Kurbelwelle, an der der Verbrennungsmotor
zum Stillstand gekommen ist als 62,2 ° gemäß der Berechungsvorschrift (360°+ (180°
+ α))/n = 62,2 °, für α = -42° und n = 8 (Anzahl der Segmente bzw. Poolpaare). Die
vorstehende Berechnungsvorschrift gilt nur für das Segment, das zwischen 45° und 90°
liegt.
[0037] Der Wert von 62,2° kann vorliegend somit als korrigierte Abstellposition festgelegt
werden.
[0038] Wird anhand der mittels des Geberrads in Schritt G2 bestimmten letzten Flanke 7 festgestellt,
dass der Wert 3 der Rotorendlage in einem anderen Segment liegt, muss entsprechend
eine einem anderen Segment zugeordnete Berechnungsvorschrift verwendet werden.
[0039] Obwohl die Erfindung unter Bezugnahme auf bestimmte Ausführungsbeispiele beschrieben
worden ist, ist es für einen Fachmann ersichtlich, dass verschiedene Änderungen ausgeführt
werden können und Äquivalente als Ersatz verwendet werden können, ohne den Bereich
der Erfindung zu verlassen. Zusätzlich können viele Modifikationen ausgeführt werden,
ohne den zugehörigen Bereich zu verlassen. Folglich soll die Erfindung nicht auf die
offenbarten Ausführungsbeispiele begrenzt sein, sondern soll alle Ausführungsbeispiele
umfassen, die in den Bereich der beigefügten Patentansprüche fallen. Insbesondere
beansprucht die Erfindung auch Schutz für den Gegenstand und die Merkmale der Unteransprüche
unabhängig von den in Bezug genommenen Ansprüchen.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Zeitlicher Verlauf des Resolversignals
- 2
- Rotorlage zum Umkehrzeitpunkt
- 3
- Rotorlage in der Abstellposition
- 5
- Zeitlicher Verlauf des Geberraddrehzahlsensors
- 6
- Vorletzte Flanke
- 7
- Letzte Flanke
- 8
- Zeitlicher Verlauf der Drehposition der Kurbelwelle
- 9
- Umkehrlage der Kurbelwelle
- 10
- Abstellposition der Kurbelwelle
1. Verfahren zur Bestimmung der Abstellposition einer Welle einer Brennkraftmaschine,
wobei die Welle ein Geberrad umfasst, das eine Umfangsstruktur aufweist, die bei Vorbeibewegen
an einem Sensor Signale (5) auslöst,
gekennzeichnet durch
eine elektrische Maschine, deren Rotor drehfest mit der Welle verbunden ist und die
eine Lageerfassungseinrichtung umfasst, die eingerichtet ist, eine absolute Rotorlage
(1) innerhalb einer Polteilung zu erfassen (R1),
wobei eine Drehrichtungsumkehr (9) der Welle mittels der Lageerfassungseinrichtung
erfasst wird und bei einer erfassten Drehrichtungsumkehr eine erfasste absolute Rotorlage
(3) in der Abstellposition und innerhalb einer Polteilung zur Korrektur einer mittels
des Geberrads bestimmten Abstellposition der Welle verwendet wird (R2, G3).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erfasste absolute Rotorlage (3) in der Abstellposition und innerhalb einer Polteilung
einer Auswerteeinheit einer Steuervorrichtung zur Steuerung der Zündung und/oder Einspritzung
der Brennkraftmaschine zugeführt wird (R3).
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lageerfassungseinrichtung die Drehrichtungsumkehr anhand einer Hin- und Herbewegung
der erfassten absoluten Rotorlage (1) innerhalb einer Polteilung bei einem Auslaufen
des Rotors erkennt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lageerfassungseinrichtung ein Resolver der elektrischen Maschine ist, insbesondere
ein Mehrfachpolpaar-Resolver.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer erfassten Drehrichtungsumkehr die bestimmte Abstellposition der Welle anhand
eines Werts (3) der erfassten absolute Rotorlage in der Abstellposition und innerhalb
einer Polteilung festgelegt wird, wobei der Wert um einen vorbestimmten Phasenversatz
zwischen Geberrad und Lageerfassungseinrichtung korrigiert wird und eine Uneindeutigkeit
des Werts in Bezug auf die vorliegenden Polteilungen anhand der vom Geberrad erfassten
Abstellposition aufgelöst wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
(a) dass die elektrische Maschine ein Startergenerator, insbesondere ein Kurbelwellenstartergenerator,
ist; und/oder
(b) dass die Welle eine Kurbelwelle ist; und/oder
(c) dass das Geberrad ein 60-2-Geberrad ist.
7. Steuervorrichtung, die zur Durchführung eines Verfahrens gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche ausgebildet ist.
8. Kraftfahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug, aufweisend eine Steuervorrichtung nach Anspruch
7, die zur Durchführung eines Verfahrens gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche
ausgebildet ist.