[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bestimmung einer Lebenserwartungs-Information
eines LED-Moduls mit einer Vielzahl von LEDs.
[0002] LEDs haben typischerweise eine höhere Lebenserwartung als klassische Leuchtmittel
wie z.B. Glühbirnen oder auch Kompaktleuchtstofflampen. Dennoch besteht auch bei LED-Modulen
ein Bedarf, einen bevorstehenden Ausfall des LED-Moduls zu erkennen. Insbesondere
ist es wichtig, einen bevorstehenden Ausfall des LED-Moduls zu erkennen, der nicht
auf einen Ausfall einer der LEDs zurückzuführen ist, sondern auf eine anderweitige
Alterungserscheinung des LED-Moduls. Diese anderweitigen Alterungserscheinungen führen
typischerweise deutlich häufiger und früher zu einem Ausfall des LED-Moduls als die
Alterung der LEDs selber.
[0003] Aus dem Stand der Technik ist bekannt, dass einzelne Betriebsparameter von Leuchtmitteln,
z.B. die im Konstantstrombetrieb anliegende Spannung, sich mit zunehmendem Alter des
Leuchtmittels allmählich ändern und somit eine verbleibende Lebenserwartung des Leuchtmittels
abgeschätzt werden kann.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren
zu schaffen, welches eine zuverlässige Bestimmung einer Lebenserwartungs-Information
eines LED-Moduls ermöglicht.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zur Bestimmung einer
Lebenserwartungs-Information eines LED-Moduls mit einer Vielzahl von LEDs, wobei das
Verfahren die Schritte umfasst:
- Erfassen von Vorwärtsspannungen des LED-Moduls zu Zeitpunkten, die weniger als 100
ms auseinander liegen,
- Vergleichen einer aktuell erfassten Vorwärtsspannung mit einer oder mehreren früher
erfassten Vorwärtsspannungen, um einen Spannungssprung zu detektieren, der eine Mindestsprungspannung
innerhalb einer vorgegebenen Sprungdauer erreicht, wobei die Mindestsprungspannung
zumindest 60 mV beträgt und die vorgegebene Sprungdauer weniger als 100 ms lang ist,
und
- Bestimmen einer Lebenserwartungs-Information basierend auf einem oder mehreren detektieren
Spannungssprüngen.
[0006] Die Erfinder haben erkannt, dass die besonderen thermischen Bedingungen innerhalb
von LED-Modulen entscheidend sind für einen vorzeitigen Ausfall der LED-Module. Relativ
zum erzeugten Lichtstrom erwärmen sich LEDs zwar deutlich weniger als z.B. Glühlampen.
Aufgrund der geringen Größe der LEDs kommt es aber dennoch zu einer hohen Wärmeentwicklung
am Ort der LEDs sowie am Ort der Lötstellen, mit denen die LEDs mit dem LED-Modul
elektrisch verbunden und am LED-Modul mechanisch befestigt sind. Insbesondere bei
häufigem Ein- und Ausschalten des LED-Moduls kommt es daher zu am Ort der Lötstellen
zu hohen Temperaturschwankungen.
[0007] Diese Temperaturschwankungen bedeuten eine hohe thermische und mechanische Belastung
für die Lötstellen und führen zu thermischen Verwerfungen, die letztlich zum Ausfall
des LED-Moduls führen können. Insbesondere können die thermischen Verwerfungen zu
Entstehen von Rissen in den Lötstellen führen. Diese Risse können plötzlich entstehen
und verursachen dabei einen plötzlich veränderten Spannungsabfall an der Lötstelle.
Die Ermüdung einer Lötstelle, welche thermischer Wechsellast unterzogen wird, kann
durch Rissinitiierung an den Außenkanten der Lötstelle und weiterer Schädigung durch
Rissfortschritt erfolgen, bis diese letztendlich brechen. Der Fortschritt der Lötstelleneimüdung
kann anhand der Spannungssprünge festgestellt werden. Durch permanente (bzw. periodische)
Überwachung der Vorwärtsspannung einer oder mehrerer LEDs ist es daher möglich, frühzeitige
Ausfälle des LED-Moduls zu detektieren
[0008] Erfindungsgemäß können diese plötzlich erhöhten Spannungsabfälle detektiert werden
und zur Vorhersage einer Lebenserwartungs-Information verwendet werden.
[0009] Die Erfassung der Vorwärtsspannungen kann z.B. durch einen A/D-Wandler folgen, wobei
die vom A/D-Wandler erfassten Vorwärtsspannungen in einem Speicher-Array eines Mikro-controllers
gespeichert werden.
[0010] Die Zeitpunkte, zu denen die Erfassung erfolgt, können in regelmäßigen Abständen
zueinander liegen. Zum Beispiel kann ein D/A-Wandler mit einer festen Taktrate Vorwärtsspannungen
einlesen.
[0011] Die Vorwärtsspannung kann an dem positiven und negativen Anschluss des LED-Moduls
abgegriffen werden. Das LED-Modul kann dazu ausgebildet sein, von einer Konstantstromquelle
versorgt zu werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das LED-Modul keine
eigene Regelelektronik aufweist.
[0012] In bevorzugten Ausführungsformen umfasst das LED-Modul mehrere in Reihe geschaltete
LEDs. Die Vorwärtsspannung kann dabei in bestimmten Ausführungsformen auch direkt
an den positiven und negativen Anschlüssen dieser Reihenschaltung abgegriffen werden.
[0013] In Ausgestaltungen der Erfindung ist vorgesehen, dass die LEDs des LED-Moduls von
einer Konstantstromquelle versorgt werden.
[0014] Die LEDs des LED-Moduls können auf einer Leiterplatte aufgelötet sein. Alternativ
sind aber auch andere Anordnungen denkbar. Als Lot kann dabei ein Weichlot oder ein
Hartlot zum Einsatz kommen. Insbesondere können Zinnlote zum Einsatz kommen. Diese
können unterschiedliche Anteile von Zinn und Blei mit geringen Anteilen an Eisen,
Antimon, Kupfer und Nickel aufweisen.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Mindestsprungspannung
mehr als 200 mV, insbesondere mehr als 500 mV beträgt und/oder die Sprungdauer weniger
als 50 ms, insbesondere weniger als 10 ms, lang ist.
[0016] Somit können ermüdungsbedingte Spannungssprünge von reinem Rauschen in der Erfassung
der Vorwärtsspannung unterschieden werden.
[0017] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Mindestsprungspannung mehr als 1 V oder
mehr als 2V beträgt und/oder die Sprungdauer weniger als 5 ms oder weniger als 2 ms
beträgt.
[0018] Die Erfassung auch von derart kurzen Spannungssprüngen setzt ggf. voraus, dass die
Vorwärtsspannung in entsprechend kurzen Zeitintervallen erfasst wird.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass für negative
Spannungssprünge, bei denen die Vorwärtsspannung auf einen niedrigeren Wert springt,
eine negative Mindestsprungspannung definiert ist und für positive Spannungssprünge,
bei denen die Vorwärtsspannung auf einen höheren Wert springt, eine positive Mindestsprungspannung
definiert ist, wobei die positive Mindestsprungspannung von der negativen Mindestsprungspannung
verschieden ist.
[0020] Vorzugsweise werden sowohl positive als auch negative Spannungsschwankungen als Spannungssprünge
detektiert. Experimente haben aber ergeben, dass bei bestimmten LED-Modulen positive
Spannungssprünge, bei denen die Vorwärtsspannung am LED-Modul plötzlich ansteigt,
ein noch zuverlässigeres Zeichen für einen bevorstehenden Ausfall sind, als negative
Spannungssprünge. Insofern kann es vorteilhaft sein, eine positive Mindestsprungspannung
zu wählen, die niedriger festgelegt ist als die negative Mindestsprungspannung. Somit
können mehr positive Spannungssprünge detektiert und bei der Bestimmung der Lebenserwartungs-Information
berücksichtigt werden.
[0021] In weiteren Ausführungsformen der Erfindung kann auch vorgesehen sein, dass die Mindestsprungspannung,
ab der ein Spannungssprung detektiert wird, relativ zur Vorwärtsspannung bestimmt
wird. Zum Beispiel kann die Mindestsprungspannung 0,05% der Vorwärtsspannung betragen.
In weiteren Ausführungsformen der Erfindung kann die Mindestsprungspannung 0,1%, 0,3%,
1% oder 3 % der Vorwärtsspannung betragen. Dabei kann die Mindestsprungspannung relativ
zur momentanen Vorwärtsspannung oder relativ zu der zeitlich gemittelten Vorwärtsspannung
bestimmt werden.
[0022] Bei der Mindestsprungspannung, ab der ein Spannungssprung detektiert wird, handelt
es sich um ein Fehlerkriterium, das so wie andere Fehlerkriterien je nach Applikation
(Umgebungstemperaturbereiche, LED, Leiterplattenmaterial,...) definiert werden kann.
Vorzugsweise werden Mindestsprungspannungen zwischen 0,3 - 2,0 V definiert.
[0023] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Lebenserwartungs-Information
umfasst:
- eine erste Alarm-Information, die ausgegeben wird, wenn ein erstmaliger Spannungssprung
detektiert wird, und/oder
- eine zweite Alarm-Information, die ausgegeben wird, wenn innerhalb eines vorgegebenen
Zeitraums mehr als eine vorgegebene Anzahl von Spannungssprüngen detektiert wird.
[0024] Die erste Alarm-Information kann sich also auf eine erste Frühwarnung beziehen. Typischerweise
wird ein erster Spannungssprung schon relativ früh im Lebenszyklus eines LED-Moduls
auftreten, z.B. zu einem Zeitpunkt, an dem die Ausfallwahrscheinlichkeit noch unter
10% beträgt.
[0025] Sofern die Mindestsprungspannung, ab der ein Spannungssprung detektiert wird, etwas
höher festgelegt wird, z.B. auf mindestens 500 mV, mindestens 1 V oder mindestens
3 V, kann ein erstmaliger derartiger Spannungssprung aber auch schon darauf hindeuten,
dass eine Wahrscheinlichkeit für einen baldigen Ausfall bereits 50% erreicht hat.
[0026] Die zweite Alarm-Information bezieht sich darauf, dass innerhalb eines vorgegebenen
Zeitraums mehr als eine vorgegebene Anzahl von Spannungssprüngen detektiert wird,
d.h. dass bereits eine gewisse Frequenz an Spannungssprüngen erreicht ist. Der vorgegebene
Zeitraum bezieht sich dabei typischerweise nur auf einen eingeschalteten Zeitraum
des LED-Moduls.
[0027] Die zweite Alarm-Information ist im Vergleich zur ersten Alarm-Information typischerweise
ein noch zuverlässigeres Zeichen für eine Alterung des LED-Moduls bzw. von Lötstellen
des LED-Moduls, so dass ein baldiger Ausfall des LED-Moduls zu befürchten ist.
[0028] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass das Ausgeben der ersten
und/oder zweiten Alarm-Information umfasst, ein akustisches und/oder optisches Warnsignal
auszugeben, insbesondere das LED-Modul in einen Blink-Modus zu versetzen.
[0029] Somit kann ein Benutzer frühzeitig darauf hingewiesen werden, dass ein Ausfall des
LED-Moduls bevorsteht.
[0030] Es versteht sich, dass in Ausgestaltungen der Erfindung auch bei anderen Alarm-Informationen
als der oben genannten ersten und/oder zweiten Alarm-Information ein Warnsignal ausgegeben
werden kann. Zum Beispiel kann ein Warnsignal ausgegeben werden, wenn eine konkret
berechnete verbleibende Lebenserwartung des LED-Moduls geringer als eine vorgegebene
Mindest-Lebenserwartung ist.
[0031] In alternativen Ausführungsformen der Erfindung kann das Ausgeben eines Warnsignals
auch unmittelbar nach der Detektion von Spannungssprüngen erfolgen. Somit kann ein
Benutzer ohne zeitliche Verzögerung sofort über einen bevorstehenden Ausfall informiert
werden. Dies hat den weiteren Vorteil, dass der Benutzer möglicherweise erkennen kann,
dass die Alterung des LED-Moduls möglicherweise auf einen bestimmten Betriebsmodus
zurückzuführen ist.
[0032] Zum Beispiel wenn das LED-Modul in einem Lampenschirm verbaut ist, in dem nicht ausreichend
Wärme abgeführt werden kann, ist es sinnvoll, dass der Benutzer über die Spannungssprünge
unmittelbar informiert wird.
[0033] In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann auch vorgesehen sein, dass bei Ausgabe
der ersten und/oder zweiten Alarm-Information ein Marker gesetzt wird, dass beim nächsten
Einschalten des LED-Moduls ein Warnsignal ausgegeben wird. Somit kann der Benutzer
beim nächsten Einschalten des LED-Moduls über den bevorstehenden Ausfall informiert
werden.
[0034] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Verfahren weiterhin
die Schritte umfasst:
- Erfassen einer Temperatur und
- Anpassen der Mindestsprungspannung und/oder der vorgegebenen Sprungdauer basierend
auf der erfassten Temperatur.
[0035] Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass nach einem Einschalten des LED-Moduls
erst eine vorbestimmte Einschwingzeit abgewartet wird, bevor die weiteren Verfahrensschritte
ausgeführt werden. Somit kann verhindert werden, dass Spannungsschwankungen, die auf
ein normales Einschwingverhalten nach dem Einschalten zurückzuführen sind, fälschlicherweise
als alterungsbedingte Spannungssprünge identifiziert werden und somit die Bestimmung
der Lebenserwartungs-Information verfälschen.
[0036] Erfindungsgemäß kann die Bestimmung der Lebenserwartungs-Information auch in Abhängigkeit
von der erfassten Temperatur erfolgen. Zum Beispiel kann berücksichtigt werden, dass
bei einer höheren Temperatur des LED-Moduls generell von einer kürzeren Lebenserwartung
auszugehen ist.
[0037] Typischerweise treten alterungsbedingte Spannungssprünge erst bei einer gewissen
Erwärmung der LED-Module auf. Da nach dem Einschalten einige Zeit vergeht, bevor diese
Erwärmung erreicht ist, kann die vorbestimmte Einschwingzeit großzügig gewählt werden.
Zum Beispiel kann die vorbestimmte Einschwingzeit, die abgewartet wird, 1 Sekunde,
5 Sekunden oder 30 Sekunden betragen.
[0038] Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Verfahren weiterhin die Schritte
umfasst:
- Speichern von erfassten Vorwärtsspannungen in einem Speicher-Array,
- Bestimmen einer minimalen und/oder einer maximalen in dem Speicher-Array gespeicherten
Vorwärtsspannung,
wobei das Vergleichen einer aktuell erfassten Vorwärtsspannung mit einer oder mehreren
früher erfassten Vorwärtsspannungen umfasst, die aktuell erfasste Vorwärtsspannung
mit der minimalen und/oder mit der maximalen Vorwärtsspannung zu vergleichen.
[0039] Somit ist ein besonders einfach zu implementierendes Verfahren gegeben, bei dem zuverlässig
einzelne Ausreißer als Spannungssprünge identifiziert werden können.
[0040] Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, dass mehr
als 20 und/oder weniger als 200 Vorwärtsspannungen in dem Speicher-Array gespeichert
werden. In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann auch vorgesehen sein, dass
lediglich 10 Vorwärtsspannungen gespeichert werden oder mehr als 500 Vorwärtsspannungen
gespeichert werden.
[0041] In Ausführungsformen der Erfindung kann vorgesehen sein, dass nur eine bestimmte
Teilmenge der erfassten Vorwärtsspannungen im Speicher-Array gespeichert werden. Zum
Beispiel kann jede zweite oder jede dritte erfasste Vorwärtsspannung im Speicher-Array
gespeichert werden.
[0042] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Verfahren weiterhin
einen Schritt umfasst, mehrere erfasste Vorwärtsspannungen zu mitteln, um eine zeitlich
gemittelte Vorwärtsspannung zu erhalten, wobei das Vergleichen einer aktuell erfassten
Vorwärtsspannung mit einer oder mehreren früher erfassten Vorwärtsspannungen umfasst,
die aktuell erfasste Vorwärtsspannung mit der zeitlich gemittelten Vorwärtsspannung
zu vergleichen.
[0043] Die aktuell erfassten Vorwärtsspannungen mit einer zeitlich gemittelten Vorwärtsspannung
zu vergleichen, hat den Effekt, dass einzelne kleiner Ausreißer bei der Erfassung
der Vorwärtsspannung nicht für den Vergleich mit der aktuell erfassten Vorwärtsspannung
verwendet werden. Da diese kleineren Ausreißer typischerweise auf Rauschen bei der
Erfassung der Vorwärtsspannung zurückzuführen sind, kann es sinnvoll sein, sie bei
der Bestimmung der Spannungssprünge nicht zu berücksichtigen.
[0044] Das Bestimmen der zeitlich gemittelten Vorwärtsspannung kann über eine vorbestimmte
Zeit erfolgen, die z.B. 0,1 Sekunden 1 Sekunde, 10 Sekunden oder 1 Minute betragen
kann.
[0045] Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Lebenserwartungs-Information
eine Ausfallwahrscheinlichkeit umfasst, wobei die Ausfallwahrscheinlichkeit basierend
auf einer Höhe und/oder einer Häufigkeit der Spannungssprünge bestimmt wird, wobei
die Ausfallwahrscheinlichkeit insbesondere proportional zu der Höhe und/oder der Häufigkeit
der Spannungssprünge bestimmt wird. Zum Beispiel kann die Berechnung über eine Formel
erfolgen, in der als Faktoren sowohl eine durchschnittliche Sprungspannung der letzten
detektierten Spannungssprünge als auch die Frequenz und/oder kumulative Häufigkeit
der Spannungssprünge auftauchen.
[0046] Somit ist ein besonders einfach, einen Schätzwert für die Ausfallwahrscheinlichkeit
zu bestimmen. Es versteht sich, dass erfindungsgemäß die bestimmte Ausfallwahrscheinlichkeit
nicht zwangsläufig exakt proportional zu der Höhe und/oder der Häufigkeit der Spannungssprünge
bestimmt werden muss. Es ist auch denkbar, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit über
eine Formel bestimmt wird, bei der lediglich in bestimmten Abschnitten eine Proportionalität
zu der Höhe und/oder der Häufigkeit der Spannungssprünge besteht.
[0047] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Verfahren weiterhin
einen Schritt umfasst, eine Differenz der erfassten Vorwärtsspannung von einer Referenz-Vorwärtsspannung
zu bestimmen, wobei die Ausfallwahrscheinlichkeit proportional zu der Differenz bestimmt
wird. Bei dieser Ausführungsform kann die Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeit
also proportional zur genannten Differenz und der Höhe und/oder der Häufigkeit der
Spannungssprünge sein.
[0048] Die eingangs genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß auch gelöst durch eine Vorrichtung,
die dazu ausgebildet ist, das Verfahren gemäß einer der oben genannten Ausführungsformen
auszuführen.
[0049] Gemäß einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Vorrichtung weiterhin eine Bus-Schnittstelle
und/oder eine Funk-Schnittstelle aufweist, die dazu ausgebildet ist, die Lebens-erwartungs-Information
auszugeben. Somit können die Informationen über die Lebenserwartung von verschiedenen
LED-Modulen in einem Gebäude zentral erfasst werden. Somit kann leicht ein Überblick
darüber erhalten werden, wo und wann welche LED-Module voraussichtlich ausgetauscht
werden müssen.
[0050] Bei der Funk-Schnittstelle kann es sich um ein WLAN-Modul handeln, das dazu ausgebildet
ist, eine Funkverbindung mit einem WLAN und mit dem Internet aufzunehmen. Bei der
Funk-Schnittstelle, kann es sich auch um ein Funkmodul handeln, das dazu ausgebildet
ist, mit einem Mobilfunknetz Verbindung aufzunehmen und somit eine Verbindung zum
Internet herzustellen. Somit ist es möglich, dass die Vorrichtung über die Lebenserwartungs-Information
über das Internet kommunizieren kann. Zum Beispiel kann die Lebenserwartungs-Information
an ein Wartungs-Unternehmen kommuniziert werden. Die Mitarbeiter des Wartungs-Unternehmens
wissen dann, dass bald LED-Module ausgetauscht werden müssen.
[0051] Über BUS-Protokolle der Beleuchtungstechnik (z.B. DALI, DMX,...) kann das Auftretet
derartiger Fehler abgefragt und ggf. ein Gruppentausch veranlasst werden, ohne dass
die Beleuchtungs-Anlage zuvor ausfällt bzw. ihre lichttechnische Aufgabe nicht mehr
erfüllt.
[0052] Über entsprechende Wartungstools (Servicebox,...) wäre es für einen Techniker möglich,
vor Ort den Leuchtenzustand zu verifizieren.
[0053] Die eingangs genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß auch gelöst durch ein LED-Modul,
umfassend eine Leiterplatte, eine Vielzahl von auf der Leiterplatte aufgelöteten LEDs
und eine erfindungsgemäße Vorrichtung.
[0054] Vorzugsweise umfasst das LED-Modul eine Vielzahl von in Reihe geschalteten LEDs,
z.B. zumindest 10 oder 30 in Reihe geschaltete LEDs.
[0055] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Vorrichtung eine
Steck-Vorrichtung ist, die dazu geeignet ist, auf ein LED-Modul und/oder auf ein elektronisches
Vorschalt-Gerät aufgesteckt zu werden. Vorteilhafterweise kann die Vorrichtung dabei
einfach an den positiven und negativen Anschluss des LED-Moduls angeklemmt werden.
Somit ist es besonders einfach, eine Möglichkeit zur Bestimmung von Lebenserwartungs-Informationen
bei vorhandenen LED-Modulen und/oder elektronischen Vorschalt-Geräten nachzurüsten.
Die Steck-Vorrichtung kann einen Temperatur-Sensor aufweisen, der an der Steck-Vorrichtung
so angeordnet ist, dass er im aufgesteckten Zustand dem LED-Modul zugewandt ist, also
die Temperatur des LED-Moduls bestimmen kann.
[0056] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist dabei vorgesehen, dass das LED-Modul
eine Konstantstromquelle zur Versorgung der LEDs mit einem Konstantstrom aufweist,
wobei die Konstantstromquelle dazu ausgebildet ist, den Konstantstrom zu reduzieren,
wenn die Vorrichtung eine erste und/oder eine zweite Alarm-Information ausgibt.
[0057] Dies hat den Vorteil, dass das LED-Modul "geschont" werden kann, wenn erkannt wird,
dass eine Alterung des LED-Moduls bereits soweit fortgeschritten ist, dass ein Ausfall
des LED-Moduls droht. Durch eine Reduktion des Konstantstroms reduzieren sich die
Leistung und somit auch die Wärmeentwicklung des LED-Moduls. Damit können weitere
thermische Verwerfungen zumindest teilweise verhindert werden. Die reduzierte Leistung
geht für den Benutzer zwar mit einem reduzierten Lichtstrom einher. In vielen Fällen
wird es aber vorzuziehen sein, zumindest eine gewisse Mindestbeleuchtung statt gar
keiner Beleuchtung zu haben. Zudem ist der sichtbar reduzierte Lichtstrom für den
Benutzer ein Zeichen, dass bei dem LED-Modul bereits eine gewisse Alterung eingetreten
ist und somit möglicherweise ein baldiger Austausch des LED-Moduls erforderlich ist.
[0058] In anderen Ausführungsformen der Erfindung kann das LED-Modul erste und zweite LEDs
aufweisen, wobei in einem Normalbetrieb die ersten LEDs leuchten, die zweiten LEDs
hingegen abgeschaltet sind. Das LED-Modul kann dann dazu ausgebildet sein, statt einer
Reduzierung des Konstantstroms einen Schaltvorgang vorzunehmen, um einen Versorgungsstrom
von den ersten LEDs auf die zweiten LEDs umzuschalten.
[0059] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird im Folgenden anhand der beigefügten
Figuren beschrieben. In den Figuren ist Folgendes dargestellt:
- Figur 1
- zeigt ein beispielhaftes vereinfachtes Schaltbild einer Anordnung mit einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung und einem LED-Modul,
- Figur 2
- zeigt ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Bestimmung einer Lebenserwartungs-Information,
- Figur 3
- zeigt ein Schaubild von Vorwärtsspannung und Strom im Anschluss an einen Aus- und
Einschaltvorgang eines LED-Moduls,
- Figur 4
- zeigt ein Schaubild von Vorwärtsspannung im Strom, wobei im Verlauf der Vorwärtsspannung
mehrere kleine Spannungssprünge detektiert werden können, und
- Figur 5
- zeigt ein Schaubild von Vorwärtsspannung und Strom, wobei im Verlauf der Vorwärtsspannung
ein großer Spannungssprung detektiert werden kann.
[0060] Figur 1 zeigt ein beispielhaftes vereinfachtes Schaltbild 100 einer Anordnung aus
Wechselspannungsquelle 110, elektronischem Vorschaltgerät 120, Vorrichtung 130 und
LED-Modul 140. Das elektronische Vorschaltgerät 120 beinhaltet u.a. einen Gleichrichter,
der die Wechselspannung der Wechselspannungsquelle 110 in eine Gleichspannung umwandelt.
Die Gleichspannung wird über eine positive Zuführung 122 und eine negative Zuführung
124 dem LED-Modul 140 zugeführt. An der positiven Zuführung 122 wird an einem positiven
Kontakt 123 eine Zuleitung zu der Vorrichtung 130 abgeführt. Ebenso wird in der negativen
Zuführung 124 an einem negativen Kontakt 125 eine negative Zuleitung zu der Vorrichtung
130 abgeführt. Die Kontakte 123, 125 können z.B. durch eine Steckverbindung realisiert
sein, so dass die Vorrichtung 130 durch einfaches Aufstecken zu einer bestehenden
Anordnung aus elektronischem Vorschaltgerät 120 und LED-Modul 140 hinzugefügt werden
kann. Zumindest einige der LEDs 142 des LED-Moduls 140 sind vorzugsweise in Reihe
geschaltet (in Fig. 1 nicht dargestellt).
[0061] Die Vorrichtung 130 weist weiterhin einen Bus-Anschluss 150, über die von der Vorrichtung
bestimmte Lebenserwartungs-Informationen über das LED-Modul 140 an weitere elektronische
Verarbeitungseinrichtungen kommuniziert werden können (in Fig. 1 nicht dargstellt).
[0062] Fig. 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Bestimmung
einer Lebenserwartungs-Information.
[0063] In einem ersten Schritt S10 wird das LED-Modul bzw. eine elektronisches Vorschalt-Gerät
EVG eingeschaltet. In einem zweiten Schritt S20 beginnt die Endlosschleife, in der
die Spannungssprünge detektiert werden. Der Zeittakt beträgt dabei im hier dargestellten
Beispiel T=1ms. In Schritt S30 wird überprüft, ob das LED-Modul gerade gedimmt wird
oder noch eine Einschwingphase nach dem Einschalten des LED-Moduls vorliegt. Sofern
dies der Fall ist, wird in Schritt S40 gewartet und im nächsten Zeittakt in Schritt
S30 erneut überprüft, ob noch gedimmt wird oder noch eine Einschwingphase läuft.
[0064] Sobald in Schritt S30 festgestellt wurde, dass nicht mehr gedimmt wird oder eingeschwungen
wird, setzt das Verfahren in Schritt S50 fort und nimmt einen neuen Messwert einer
Vorwärtsspannung auf. In Schritt S60 wird dann überprüft ob es sich hierbei um den
ersten Messwert nach dem Dimmen oder Einschwingen handelt. Falls ja, werden in Schritt
S62 alle Wert in einem als Speicher-Array dienenden Auswertearray auf diesen neuen
Messwert gesetzt. Falls nein, setzt das Verfahren in Schritt S70 fort und der maximale
Wert im Auswertearray (im Folgenden: Maximalwert) und der minimale Wert im Auswertearray
(im Folgenden: Minimalwert) werden ermittelt.
[0065] In Schritt S80 wird überprüft, ob eine Differenz zwischen dem Maximalwert und dem
neuen Messwert größer als die Mindestsprungspannung, im vorliegenden Beispiel 60 mV,
ist. Falls nein, setzt das Verfahren in Schritt S90 fort und überprüft, ob eine Differenz
zwischen dem Minimalwert und dem neuen Messwert größer als die Mindestsprungspannung,
hier: 60 mV, ist. Falls nein, werden in Schritt S100 alle Messwerte im Auswertearray
eine Stelle "in die Vergangenheit" geschoben und in Schritt S110 der neue Messwert
an der "jüngsten" Stelle gespeichert.
[0066] In alternativen Ausgestaltungen der Erfindung kann vorgesehen sein, dass in Schritt
S70 statt der Bestimmung des Maximal- und Minimalwerts ein zeitlich gemittelter Durchschnittswert
bestimmt wird. Dies kann z.B. dadurch erfolgen, dass alle im Auswertearray gespeicherten
Vorwärtsspannungen gemittelt werden. In den Schritten S80 und S90 kann dann ein Vergleich
mit dieser zeitlich gemittelten Vorwärtsspannung erfolgen. Zum Beispiel kann in Schritt
S80 bestimmt werden, ob die aktuelle Vorwärtsspannung mehr als die (vorgegebene) positive
Mindestsprungspannung über der zeitlich gemittelten Vorwärtsspannung liegt und in
Schritt S90 kann bestimmt werden, ob die aktuelle Vorwärtsspannung mehr als die (vorgegebene)
negative Mindestsprungspannung unter der zeitlich gemittelten Vorwärtsspannung liegt.
In diesen Fällen kann in Schritt S92 eine Ermüdung von mindestens einer Lötstelle
erkannt werden.
[0067] Sofern eine der Überprüfungen in Schritt S100 oder Schritt S110 ein positives Ergebnis
ergeben hat, dass die Mindestdifferenz also überschritten wurde, wird in Schritt S92
intern festgestellt, dass mindestens eine Lötstelle beginnt zu ermüden. In Schritt
S94 wird sodann ein Marker für eine Meldung an das übergeordnete System gesetzt oder
für eine Signalisierung beim Einschalten gesetzt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
kann die Endlosschleife hier beendet werden, in anderen Ausführungsbeispielen kann
hingegen vorgesehen sein, dass die Endlosschleife fortgesetzt wird, z.B. um weitere
Lebenserwartungs-Informationen zu erfassen und über einen Bus auszugeben.
[0068] In Schritt S120 wird die Endlosschleife beim Abschalten des EVGs bzw. des LED-Moduls
beendet.
[0069] Die Figuren 3 bis 5 zeigen beispielhafte Verläufe der Vorwärtsspannung und des Betriebsstroms
des LED-Moduls.
[0070] Bei dem Schaubild in Fig. 3 stellt die horizontale Achse die Zeit dar, mit einer
Einheit von 1 Sekunde pro horizontalem Abschnitt 301. In vertikaler Richtung sind
Vorwärtsspannung und Betriebsstrom eingezeichnet, mit Einheiten 2 V bzw. 100 mA pro
vertikalem Abschnitt 302.
[0071] Fig. 3 bezieht sich auf ein Szenario, in dem das LED-Modul zuerst eingeschaltet ist,
dann ausund wieder eingeschaltet wird. Dementsprechend ist der Betriebsstrom 310 zuerst
konstant auf dem bestimmungsgemäßen Stromwert der Konstantstromquelle, an der linken
Achse mit Bezugszeichen 311 gekennzeichnet, fällt dann zum Zeitpunkt 305 des Ausschaltens
plötzlich ab auf einen Null-Stromwert, mit Bezugszeichen 312 gekennzeichnet, und steigt
zum Zeitpunkt 306 des Einschaltens steil wieder an auf den bestimmungsgemäßen Stromwert.
[0072] Nach dem Einschalten zum Zeitpunkt 306 ist beim Spannungsverlauf 320 ein Einschwingvorgang
321 zu beobachten, bei dem die Spannung innerhalb von ca. 0,5 Sekunden absinkt auf
einen stabilen Spannungswert. Eine erste Spannungsschwankung 322 hat einen Spannungshub
von knapp 1 V. Dies kann je nach gewählter Ausführungsform der Erfindung bereits als
Spannungssprung erkannt werden oder auch nicht. Eine zweite Spannungsschwankung weist
einen Spannungshub von gut 2 V auf und würde typischerweise als Spannungssprung erkannt
werden. Nach diesem Spannungssprung pendelt sich die Vorwärtsspannung des LED-Modul
auf einem neuen, ca. 2 V niedrigeren stabilen Spannungswert ein.
[0073] Bei den Schaubildern in Fig. 4 und 5 stellt die horizontale Achse die Zeit dar, mit
einer Einheit von 2 Sekunden pro horizontalem Abschnitt 401, 501. In vertikaler Richtung
sind Vorwärtsspannung und Betriebsstrom eingezeichnet, mit Einheiten 1 V bzw. 200
mA pro vertikalem Abschnitt 302.
[0074] Fig. 4 zeigt ein Szenario, bei dem das LED-Modul durchgehend eingeschaltet ist. Die
Betriebsstromkurve 410 ist somit im Wesentlichen konstant. Die Spannungskurve 420
schwankt kontinuierlich und weist mehrere Spannungsschwankungen 421, 422, 423, 424
und 425 auf, die von einem erfindungsgemäßen Verfahren als Spannungssprünge 421, 422,
423, 424 und 425 erkannt werden. Je nach Einstellung der Mindestsprungspannung (die,
wie oben ausgeführt, z.B. von einer erfassten Temperatur abhängen kann), können auch
weitere Spannungsschwankungen (in Fig. 4 nicht mit Bezugszeichen versehen) als Spannungssprünge
erkannt werden. Eine zu niedrige Mindestsprungspannung kann dagegen dazu führen, dass
auch Rauschen fälschlicherweise als Spannungssprung erkannt wird.
[0075] Bei dem in Fig. 5 dargestellten Szenario ist das LED-Modul ebenfalls während der
ganzen dargestellten Zeit eingeschaltet. Die Betriebsstromkurve 510 ist somit bis
auf geringes Rauschen konstant. Bei der Spannungskurve 520 liegen Schwankungen vor,
insbesondere eine Spannungsschwankung 521 weist einen Spannungshub von knapp 2 V auf
und wird von einem erfindungsgemäßen Verfahren als Spannungssprung 521 erkannt.
1. Verfahren zur Bestimmung einer Lebenserwartungs-Information eines LED-Moduls (140)
mit einer Vielzahl von LEDs (142), wobei das Verfahren die Schritte umfasst:
- Erfassen (S50) von Vorwärtsspannungen des LED-Moduls zu Zeitpunkten, die weniger
als 100 ms auseinander liegen,
- Vergleichen (S80, S90) einer aktuell erfassten Vorwärtsspannung mit einer oder mehreren
früher erfassten Vorwärtsspannungen, um einen Spannungssprung (322, 323, 421-425,
521) zu detektieren, der eine Mindestsprungspannung innerhalb einer vorgegebenen Sprungdauer
erreicht, wobei die Mindestsprungspannung zumindest 60 mV beträgt und die vorgegebene
Sprungdauer weniger als 100 ms lang ist, und
- Bestimmen (S92, S94) einer Lebenserwartungs-Information basierend auf einem oder
mehreren detektierten Spannungssprüngen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Mindestsprungspannung mehr als 200 mV, insbesondere
mehr als 500 mV beträgt und/oder die Sprungdauer weniger als 50 ms, insbesondere weniger
als 10 ms, lang ist.
3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei für negative Spannungssprünge
(322, 323, 421-425), bei denen die Vorwärtsspannung auf einen niedrigeren Wert springt,
eine negative Mindestsprungspannung definiert ist und für positive Spannungssprünge
(521), bei denen die Vorwärtsspannung auf einen höheren Wert springt, eine positive
Mindestsprungspannung definiert ist, wobei die positive Mindestsprungspannung von
der negativen Mindestsprungspannung verschieden ist.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die LebenserwartungsInformation
umfasst:
- eine erste Alarm-Information, die ausgegeben wird, wenn ein erstmaliger Spannungssprung
(322, 421, 521) detektiert wird, und/oder
- eine zweite Alarm-Information, die ausgegeben wird, wenn innerhalb eines vorgegebenen
Zeitraums, insbesondere innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums des LED-Moduls im eingeschalteten
Zustand, mehr als eine vorgegebene Anzahl von Spannungssprüngen detektiert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei das Ausgeben der ersten und/oder zweiten Alarm-Information
umfasst, ein akustisches und/oder optisches Warnsignal auszugeben, insbesondere das
LED-Modul (140) in einen Blink-Modus zu versetzen.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, weiter umfassend die Schritte:
- Erfassen einer Temperatur und
- Anpassen der Mindestsprungspannung und/oder der vorgegebenen Sprungdauer basierend
auf der erfassten Temperatur.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei nach einem Einschalten des LED-Moduls
(140) erst eine vorbestimmte Einschwingzeit (321) abgewartet wird, bevor die weiteren
Verfahrensschritte ausgeführt werden.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, weiter umfassend die Schritte,
- Speichern (S50) von erfassten Vorwärtsspannungen in einem Speicher-Array,
- Bestimmen (S70) einer minimalen und/oder einer maximalen in dem SpeicherArray gespeicherten
Vorwärtsspannung,
wobei das Vergleichen (S80, S90) einer aktuell erfassten Vorwärtsspannung mit einer
oder mehreren früher erfassten Vorwärtsspannungen umfasst, die aktuell erfasste Vorwärtsspannung
mit der minimalen und/oder mit der maximalen Vorwärtsspannung zu vergleichen.
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, weiter umfassend einen Schritt, mehrere
erfasste Vorwärts spannungen zu mitteln, um eine zeitlich gemittelte Vorwärtsspannung
zu erhalten, wobei das Vergleichen einer aktuell erfassten Vorwärtsspannung mit einer
oder mehreren früher erfassten Vorwärtsspannungen umfasst, die aktuell erfasste Vorwärtsspannung
mit der zeitlich gemittelten Vorwärtsspannung zu vergleichen.
10. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Lebenserwartungs-Information
eine Ausfallwahrscheinlichkeit umfasst, wobei die Ausfallwahrscheinlichkeit basierend
auf einer Höhe und/oder einer Häufigkeit der Spannungssprünge bestimmt wird, wobei
die Ausfallwahrscheinlichkeit insbesondere proportional zu der Höhe und/oder der Häufigkeit
der Spannungssprünge bestimmt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, weiterhin umfassend einen Schritt, eine Differenz der
erfassten Vorwärtsspannung von einer Referenz-Vorwärtsspannung zu bestimmen, wobei
die Ausfallwahrscheinlichkeit proportional zu der Differenz bestimmt wird.
12. Vorrichtung (130) zur Bestimmung einer Lebenserwartungs-Information eines LEDModuls
(140), wobei die Vorrichtung dazu ausgebildet ist, das Verfahren nach einem der vorherigen
Ansprüche auszuführen.
13. Vorrichtung (130) nach Anspruch 12, wobei die Vorrichtung weiterhin eine Bus-Schnittstelle
(150) und/oder eine Funk-Schnittstelle aufweist, die dazu ausgebildet ist, die Lebenserwartungs-Information
auszugeben.
14. Vorrichtung (130) nach einem der Ansprüche 12 oder 13, wobei die Vorrichtung eine
Steck-Vorrichtung ist, die dazu geeignet ist, auf ein LED-Modul (140) und/oder auf
ein elektronisches Vorschalt-Gerät (120) aufgesteckt zu werden
15. LED-Modul (140), umfassend eine Leiterplatte, eine Vielzahl von auf der Leiterplatte
aufgelöteten LEDs (142) und eine Vorrichtung (130) gemäß einem der Ansprüche 12 bis
13, wobei das LED-Modul eine Konstantstromquelle zur Versorgung der LEDs mit einem
Konstantstrom aufweist, wobei die Konstantstromquelle dazu ausgebildet ist, den Konstantstrom
zu reduzieren, wenn die Vorrichtung eine erste und/oder eine zweite Alarm-Information
ausgibt.