[0001] Die Erfindung betrifft eine Verschlussvorrichtung, die einen eine Öffnung definierenden
Rahmen, einen Deckel, der in einer geschlossenen Stellung die Öffnung überdeckt, und
ein erstes Verschließmittel sowie mindestens ein zweites Verschließmittel aufweist.
Die Verschließmittel dienen dazu, den Deckel in der geschlossenen Stellung zu halten.
[0002] Es ist heute üblich, Wirksubstanzen, beispielsweise aus der Gruppe der Textilwaschmittel,
Geschirrspülmittel, Pharmazeutika, Körperpflegemittel, Agrarhilfsmittel, Baustoffe,
Farbstoffe, Klebstoffe oder Lebensmittel, in einer fließ- oder schüttfähigen Form
oder auch als vordosierte Mengen zu verwenden, die z.B. als vordosierte Einheiten
in einem Behälter bevorratet werden. Im Bereich der Bevorratung von handelsüblichen
Mengen dieser Wirksubstanzen sind Kunststoffbehälter, die unter anderem transparent
sein können, bekannt.
[0003] Diese Behälter weisen besagte Verschlussvorrichtung auf, wobei der Rahmen der Verschlussvorrichtung
an dem Behälter befestigt ist oder auch einstückig an diesem angeformt sein kann.
Durch den Deckel der Verschlussvorrichtung lässt sich der Behälter dann entsprechend
verschließen.
[0004] Die Verschließmittel sollen den Deckel in der geschlossenen Stellung am Rahmen halten,
selbst wenn äußere, unbeabsichtigte Kräfte auf den Rahmen oder auf den Deckel einwirken.
Diese Kräfte können die Verschlussvorrichtung elastisch verformen und im ungünstigsten
Falle die Verschlussvorrichtung unerwünscht öffnen. Solche Kräfte können z. B. während
des Transports auftreten, oder aber im Rahmen einer Fehlhandhabung, falls beispielsweise
ein Kind den Deckel in einer nicht vorgesehenen Weise zu öffnen versucht. Insofern
besteht ein Bedarf, einerseits die geschlossene Stellung der Verschlussvorrichtung
sicher auszulegen, andererseits die bestimmungsgemäße Öffnung der Verschlussvorrichtung
nicht unnötig zu erschweren. Dazu müssen die Verschließmittel u. a. einfach bedienbar
sein, um den Deckel in einer vorgesehenen Weise öffnen zu können.
[0005] Aus der
WO 2001/48757 A1 ist eine Verschlussvorrichtung mit Deckel und Rahmen bekannt, wobei der Deckel in
einer geschlossenen Stellung durch zwei Verschließmittel gehalten wird, die jeweils
einen Deckelabschnitt und einen Rahmenabschnitt aufweisen. Das erste Verschließmittel
kann durch direkte Einwirkung einer Öffnungskraft auf den zugeordneten Rahmenabschnitt
geöffnet werden, während das zweite Verschließmittel durch direkte Einwirkung einer
Öffnungskraft auf den zugeordneten Deckelabschnitt geöffnet werden kann. Der Deckel
der
WO 2001/48757 A1 ist rechteckig. An einer seiner vier Seiten ist er verschwenkbar an dem Rahmen befestigt.
An einer gegenüberliegenden Seite sind nebeneinander die beiden Verschließmittel angeordnet.
[0006] Eine kindersichere Verschlussvorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
1 ist ferner aus
DE 80 30 265 U bekannt.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Verschlussvorrichtung mit Deckel,
Rahmen und wenigstens zwei Verschließmittel bereitzustellen, die einen gewissen Schutz
gegen ein unbeabsichtigtes Öffnen des Deckels bietet, aber gleichzeitig einfach zu
handhaben und einfach bestimmungsgemäß zu öffnen ist.
[0009] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird mit der Merkmalskombination gemäß
Anspruch 1 gelöst. Ausführungsbeispiele der Erfindung können den Unteransprüchen entnommen
werden.
[0010] Die erfindungsgemäße Verschlussvorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass der Deckelabschnitt
des zweiten Verschließmittels eine Druckfläche und eine Gegendruckfläche aufweist,
wobei die Druckfläche als Anlagefläche für die Öffnungskraft bzw. für eine erste Haltekraft
dient. Die Gegendruckfläche dient als Anlagefläche für eine der ersten Haltekraft
entgegen gesetzte zweite Haltekraft. Der Deckelabschnitt lässt sich die durch die
Haltekräfte derart fixieren oder einklemmen, dass eine im Wesentlichen quer zu den
Haltekräften gerichtete Schwenkkraft zum Herausschwenken des Deckels aus der geschlossenen
Stellung über die Druckfläche und die Gegendruckfläche in den Deckelabschnitt eingeleitet
werden kann.
[0011] Die in der nachveröffentlichten
WO 2014/111 284 A1 beschriebene Verschlussvorrichtung hat keine solche Gegendruckfläche an einem ihrer
Verschließmittel.
[0012] Die Verschlussvorrichtung kann nur dann ordnungsgemäß geöffnet werden, wenn sich
das erste Verschließmittel und auch das zweite Verschließmittel in einer geöffneten
Stellung befinden. Um das zweite Verschließmittel in die geöffnete Stellung zu bringen,
wird über die Druckfläche die Öffnungskraft in den Deckelabschnitt eingeleitet. Zunächst
wird das zweite Verschließmittel in die geöffnete Stellung überführt, wobei die die
zweite Haltekraft gleich null oder verhältnismäßig klein sein. Danach wirken auf den
Deckelabschnitt über die Fläche und die Gegendrucksfläche die erste und die zweite
Haltekraft, wobei diese Haltekräfte betraglich in etwa gleich groß sind. Durch die
Haltekräfte wird der Deckelabschnitt bzw. ein Teil des Deckelabschnitts eingeklemmt
oder fixiert. Dadurch ist es möglich, den Deckelabschnitt quer zu den Haltekräften
in eine Richtung ziehen, so dass der Deckel aus seiner geschlossenen Stellung geschwenkt
wird.
[0013] Als Druckfläche ist hier eine Fläche zu verstehen, die mit einem Finger einer menschlichen
Hand des Nutzers betätigt werden kann. Die Druckfläche kann Erhebungen, Vertiefungen
oder sonstige Hilfsmittel aufweisen, um bessere Hafteigenschaften des anliegenden
Fingers zu bieten. Zudem können die Druckflächen geeignete Markierungen aufweisen,
die das Auffinden der Druckfläche erleichtert. Gleiches gilt sinngemäß für die Gegendruckfläche.
[0014] Es kann vorgesehen sein, dass zumindest eines der Verschließmittel einen Originalitätsverschluss
umfasst. Weiterhin ist bevorzugt, dass dieses Verschließmittel eine zurückgesetzte
Druckfläche umfasst, so dass der Originalitätsverschluss mit einem Außenwandbereich
des Rahmens oder des Deckels, bevorzugt des Deckels, ebenflächig ist, d.h. sich in
derselben Ebene befindet. Der Originalitätsverschluss ist derart konfiguriert, dass
er vor einem ersten Öffnen des Deckels, mindestens teilweise abgebrochen, bevorzugt
völlig von der Verschlussvorrichtung abgetrennt werden muss.
[0015] In einem Ausführungsbeispiel sind die Verschließmittel so ausgeführt und angeordnet,
dass eine gleichzeitige Betätigung der zwei Verschließmittel in der Regel nur mit
beiden Händen eines Nutzers möglich ist. Die Verschlussvorrichtung kann grundsätzlich
neben dem ersten und zweiten Verschließmittel auch weitere Verschließmittel umfassen.
Die Öffnungskräfte für das erste und zweite Verschließmittel und gegebenenfalls für
weitere Verschließmittel sind dabei jeweils unabhängig voneinander. Daraus folgt,
dass die Verschlussvorrichtung nicht in unbeabsichtigter Weise, beispielsweise durch
Kinder leicht geöffnet werden kann.
[0016] Das erste Verschließmittel und/oder das zweite Verschließmittel können als Rastverbindung
ausgebildet sein. Entsprechend kann der Deckelabschnitt des zweiten Verschließmittels
einen Rasthaken aufweisen, der in einer Verriegelungsposition einen Rasthinterschnitt
des Rahmenabschnitts des zweiten Verschließmittels hintergreift.
[0017] Der Deckelabschnitt des zweiten Verschließmittels kann eine Lasche mit einer Vorderseite
und einer Rückseite aufweisen, wobei die Vorderseite die Druckfläche und die Rückseite
die Gegendruckfläche ausbilden und wobei der Rasthaken an der Lasche angeformt ist.
Um das zweite Verschließmittel in seine geöffnete Stellung zu überführen, wirkt zunächst
auf die Druckfläche der Lasche die Öffnungskraft, wodurch der Rasthaken aus seiner
Verriegelungsposition bewegt wird. Dabei kann bereits auf die Gegendruckfläche eine
gewisse Gegenkraft wirken, so dass die Lasche beispielsweise durch Daumen und Zeigefinger
einer Hand des Nutzers festgehalten wird. Durch Ziehen der Lasche mit Daumen und Zeigefinger
kann dann der Deckelabschnitt und damit der Deckel aus der geschlossenen Stellung
herausgeschwenkt werden.
[0018] In einem Ausführungsbeispiel ist die Lasche mit dem Rest des Deckels über ein flexibles
Verbindungsstück verbunden, das eine Schwenkachse für den Rasthaken definiert. Vorzugsweise
ist der Rasthaken zwischen Schwenkachse und dem Rasthinterschnitt angeordnet. Der
Abstand zwischen einem oberen offenen Ende der Lasche und dem Rasthaken (Bezug soll
die Rastfläche des Rasthakens sein) kann 1 bis 5 cm betragen, vorzugsweise 1,5 bis
3 cm. Greift am oberen Ende die Öffnungskraft an, so wird die Lasche gebogen und der
Rasthaken aus seiner Verriegelungsposition geschoben. Diese Öffnungskraft kann Werte
zwischen 5 bis 15 N, vorzugsweise 8 bis 10 N annehmen. Die Schwenkkraft, also die
Zugkraft, um bei entriegeltem Rasthaken den Deckelabschnitt und somit den Deckel aus
seiner geschlossenen Stellung zu schwenken, kann Werte zwischen 1 bis 10 N, vorzugsweise
1 bis 5 N annehmen. Die Öffnungskraft für das erste Verschließmittel kann 1 bis 30
N, vorzugsweise 3 bis 8 N betragen.
[0019] Das erste Verschließmittel und das zweite Verschließmittel können auf einer Anordnungsseite
der Verschlussvorrichtung angeordnet sein. Vorzugsweise ist die Anordnungsseite gegenüber
der Schwenkachse angeordnet. Das erste Verschließmittel und das zweite Verschließmittel
können auch an Seiten der Verschlussvorrichtung angeordnet sein, die an der Seite
mit der Schwenkachse angrenzen. Auch ist es möglich, dass das erste Verschließmittel
und das zweite Verschließmittel über Eck, also an zwei eine Ecke bildenden Seiten
vorgesehen sind.
[0020] In einem Ausführungsbeispiel ist ein Abstand zwischen dem ersten Verschließmittel
und dem zweiten Verschließmittel kleiner als 15 cm. Vorzugsweise liegt der Abstand
in einem Bereich zwischen 3 und 8 cm.
[0021] Der Deckel und der Rahmen können als ein einteiliges Bauteil ausgeführt sein. Rahmen
und Deckel können dabei über mindestes ein Filmscharnier miteinander verbunden sein.
Die Verschlussvorrichtung lässt sich somit in einer Spritzgussform als kostengünstiges
Kunststoffteil herstellen. Deckel und Rahmen können auch bei einer mehrteiligen Ausführung
aus gleichem oder unterschiedlichem Kunststoff sein.
[0022] Als Kunststoff kann jedes geeignete Kunststoffmaterial verwendet werden, bevorzugt
sind Kunststoffe ausgewählt aus der Gruppe der Polyolefine. Besonders bevorzugt sind
folgende Kunststoffe aus der Klasse der Polypropylene; Polyethylene; Polypropylen
enthaltende Blends; Polyethylen enthaltende Blends; Polypropylen enthaltende Co-Polymere
und/oder Random Co-Polymere; Polyethylen enthaltende Co-Polymere .
[0023] Vorzugsweise ist der Deckel gefärbt. Falls der Deckel und der Rahmen einteilig sind,
wird weiterhin bevorzugt, dass Deckel und Rahmen aus demselben, gefärbten Kunststoff
hergestellt sind.
[0024] Durch das Filmscharnier kann eine stabile geöffnete Stellung des Deckels definiert
sein. Dadurch soll vermieden werden, dass, wenn der Deckel nach erfolgter Entriegelung
der Verschließmittel geöffnet worden ist, nicht ohne weiteres unbeabsichtigt wieder
in seine geschlossene Stellung zurückklappen kann. Beispielsweise kann das Filmscharnier
mit einer Totpunktkinematik ausgebildet sein, bei der eine gewisse Kraft überwunden
werden muss, um den Deckel aus der stabilen geöffneten Stellung in die geschlossene
Stellung zu klappen.
[0025] Die Verschlussvorrichtung wird vorzugsweise für einen Behälter für Wasch- und Reinigungsmittel
verwendet. Somit ist ein Behälter mit Wasch- und Reinigungsmittel und mit einer Verschlussvorrichtung
offenbart, wobei letztgenannte gemäß den hier beschriebenen Ausführungsbeispielen
ausgeführt sein kann. Die Wasch- und/oder Reinigungsmittel können vorportionierte
Wasch- und/oder Reinigungsmittel sein, die in mindestens einen lateralen Maß gleich
oder mehr als 31,7 mm messen und bevorzugt nicht in einem Zylinder nach ISO Norm 8124-1
(zweite Edition, datiert 2009-03-15), 5.2 passen und somit den "Small parts test"
bestehen.
[0026] Anhand von den in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen wird die Erfindung
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Behälter mit einer erfindungsgemäßen Verschlussvorrichtung, wobei Figur 1 verschiedene
Phasen a), b) und c) des Öffnungsvorgangs der Verschlussvorrichtung zeigt;
- Figur 2
- einen Querschnitt eines ersten Verschließmittels; und
- Figur 3
- einen Querschnitt eines zweiten Verschließmittels.
[0027] Mit Hilfe von Figur 1 soll die grundsätzliche Funktionsweise einer erfindungsgemäßen
Verschlussvorrichtung 10 beschrieben werden. Figur 1 zeigt drei unterschiedliche Phasen
(Phase 1, Phase 2 und Phase 3) eines Öffnungsvorgangs der Verschlussvorrichtung 10.
[0028] Die Verschlussvorrichtung 10 umfasst einen Rahmen 20 und einen Deckel 30. Der Rahmen
20 ist dabei an einem nach oben offenen Behälter 5 befestigt. Figur 1a zeigt den Deckel
30 in einer geschlossenen Stellung. In dieser geschlossenen Stellung liegt der Deckel
30 an dem Rahmen 10 an und verschließt eine Öffnung, die durch den Rahmen definiert
wird. In der in Figur 1a gezeigten Phase 1 des Öffnungsvorgangs ist somit der Behälter
5 noch verschlossen.
[0029] Die Verschlussvorrichtung 10 umfasst des Weiteren ein erstes Verschließmittel 40
und ein zweites Verschließmittel 50. Die Verschließmittel 40, 50 sind an einer Seite
der im Wesentlichen rechtwinkligen Verschlussvorrichtung 10 angeordnet. Diese Seite
kann als Anordnungsseite bezeichnet werden und ist in Figur 1a mit 11 gekennzeichnet.
An einer der Anordnungsseite 11 gegenüberliegenden Schwenkseite 12 sind Rahmen 20
und 30 über in der Figur 1 nicht erkennbare Filmscharniere miteinander verbunden.
Die Filmscharniere definieren eine Schwenkachse 6, um die der Deckel 30 nach oben
geklappt werden kann, wenn die Verschließmittel 40, 50 sich in einer geöffneten Stellung
befinden (siehe Figur 1c).
[0030] In der Phase 1 setzt ein Nutzer den Daumen seiner rechten Hand an das erste Verschließmittel
40. Die übrigen Finger der rechten Hand hintergreifen dabei die Schwenkseite 12 der
Verschlussvorrichtung 10. Wie später noch näher beschrieben wird, lässt sich durch
eine durch den Daumen ausgeübte Öffnungskraft das erste Verschließmittel 40 öffnen.
[0031] In der Phase 2 (siehe Figur 1b) setzt der Nutzer den Daumen seiner linken Hand an
das zweite Verschließmittel 50. Durch eine Öffnungskraft in Richtung der Schwenkseite
12 lässt sich das zweite Verschließmittel öffnen. In der Phase 2 drückt der Nutzer
weiterhin den Daumen der rechten Hand auf das erste Verschließmittel 40, damit dieses
weiterhin seine geöffnete Stellung beibehält.
[0032] In der Phase 3 (siehe Figur 1c) greift der Nutzer mit dem Daumen und Zeigefinger
einen Deckelabschnitt 51 des zweiten Verschließmittels 50, wobei der Daumen eine erste
Haltekraft und der Zeigefinger eine zweite Haltekraft ausüben. Daumen und Zeigefinger
klemmen also den Deckelabschnitt 51, der mit dem Deckel 30 verbunden ist, so fest,
dass sich der Deckelabschnitt 51 mit dem Deckel 30 nach oben ziehen lässt. Da der
Daumen der rechten Hand weiterhin das erste Verschließmittel 40 in der geöffneten
Stellung hält, kann der Deckel 30 vollständig nach oben geklappt werden. Dabei kann
durch gewisse Reibkräfte oder Klemmkräfte zwischen Rahmen 20 und Deckel 30 sich der
Deckel 30, wie in Figur 1c dargestellt, leicht verwinden.
[0033] Es sei darauf hingewiesen, dass die Phase 2 und 3 auch zu einer gemeinsamen Phase
vereint werden können. In diesem Fall wird der Deckelabschnitt 51 des zweiten Verschließmittels
50 mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand gegriffen und dann in Richtung der Schwenkachse
6 bewegt. Sobald dadurch das Verschließmittel 50 geöffnet worden ist, kann der Deckelabschnitt
51 hochgezogen werden.
[0034] Wie der Figur 1 zu entnehmen ist, ist das erste Verschließmittel 40 in etwa mittig
an der Anordnungsseite 11 der Verschlussvorrichtung 10 angeordnet. In einem Abstand
von ca. 6 cm ist daneben das zweite Verschließmittel 50 vorgesehen.
[0035] In den folgenden Figuren werden Merkmale oder Bauteile, die mit den Merkmalen oder
Bauteile der Figur ein ähnlich oder identisch sind, mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0036] Figur 2 zeigt eine mögliche Ausführung für das erste Verschließmittel 40 im Schnitt.
Figur 2 zeigt auch den Deckel 30 und den Rahmen 20. Der Deckel 30 weist einen tiefer
bezogenen Deckelboden 31 auf, der auf einer Auflagefläche 21 des Rahmens 20 aufliegt.
Der Deckel 30 weist eine im Wesentlichen umlaufende obere Kante 32 auf, wobei sich
zwischen Deckelboden 31 und oberer Kante 32 eine leicht geneigte Verbindungswand 33
erstreckt.
[0037] Das erste Verschließmittel 40 weist einen Deckelabschnitt 41 und einen Rahmenabschnitt
42 auf. Der Deckelabschnitt 41 umfasst einen Rasthaken 43, der in der in Figur 2 dargestellten
Stellung einen Rasthinterschnitt 44 hintergreift. Der Hinterschnitt 44 wird durch
einen Steg 45 gebildet, welcher einstückig mit dem Rahmen 20 ausgebildet ist. Wirkt
nun auf eine mit 46 gekennzeichnete Druckfläche eine Öffnungskraft (siehe Pfeil 47),
so wird mit der Druckfläche 46 der Steg 45 in der Darstellung der Figur 2 nach links
gedrückt. Somit lässt sich die Verriegelung zwischen Rasthaken 41 und Rasthinterschnitt
44 lösen. Bei entriegeltem Verschließmittel 40, lässt sich, soweit das zweite Verschließmittel
50 ebenfalls geöffnet worden ist, der Deckel 30 nach oben klappen. Die Öffnungskraft
47 wird, wenn man den Öffnungsvorgang der Figur 1 zugrundelegt, durch den Daumen der
rechten Hand des Nutzers erzeugt.
[0038] Figur 3 zeigt eine Ausführung für das zweite Verschließmittel 50 im Schnitt. Das
Verschließmittel 50 weist den bereits oben erwähnten Deckelabschnitt 51, der einstückig
mit dem Deckel 30 ausgeführt ist, und einen Rahmenabschnitt 52 auf, der auch als Teil
des Rahmens 20 aufgefasst werden kann. Der Deckelabschnitt 51 umfasst einen Rasthaken
53 und eine damit verbundene Lasche 54. Die Lasche 54 weist ein offenes Ende 55 auf
und ist an einem gegenüberliegenden Ende mit dem Rasthaken 53 verbunden. Zwischen
dem Rasthaken 53 und dem Deckelboden 31 ist ein flexibles Verbindungsstück 56 vorgesehen,
dass eine Schwenkachse 57 für den Rasthaken 53 definiert. Die Schwenkachse 57 liegt
dabei unterhalb des Deckelbodens 31 und ist auch unterhalb des Rasthakens 53 angeordnet.
In der in Figur 3 dargestellten Position des Rasthakens 53 besteht eine Rastverbindung
zwischen Rasthaken 53 und einem Rasthinterschnitt 58.
[0039] Die Lasche 54 weist eine Vorderseite 59 und eine Rückseite 60 auf, wobei die Vorderseite
59 eine Druckfläche und die Rückseite 60 eine Gegendruckfläche ausbilden sollen. Geht
man von dem Öffnungsvorgang der Figur 1 aus, wobei Phase 2 und Phase 3 auch gemeinsam
durchgeführt werden können, so wird der Daumen der linken Hand an die Vorderseite
59 gesetzt und der Zeigefinger der linken Hand entsprechend an die Rückseite 60. Durch
den Daumen lässt sich dann eine Öffnungskraft (siehe Pfeil 61) auf die Lasche 54 aufbringen,
wodurch die Lasche 54 und auch der daran befestigte Rasthaken 53 in der Darstellung
der Figur 3 nach links bewegt werden. Ab einem bestimmten Punkt hintergreift der Rasthaken
53 nicht mehr den Rasthinterschnitt 58, so dass die Lasche 54 und somit auch der Deckel
30 nach oben gezogen werden kann. Dabei müssen Daumen und Zeigefinger der linken Hand
die Lasche 54 mit einer gewissen Kraft einklemmen. Entsprechend wirkt auf die Vorderseite
59 eine erste Haltekraft (auch hier wieder siehe Pfeile 61) und auf die Rückseite
60 eine zweite Haltekraft (siehe Pfeil 62), die der ersten Haltekraft entgegen gerichtet
ist.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 5
- Behälter
- 6
- Schwenkachse
- 10
- Verschlussvorrichtung
- 11
- Anordnungsseite
- 12
- Schwenkseite
- 20
- Rahmen
- 21
- Auflagefläche
- 30
- Deckel
- 31
- Deckelboden
- 32
- umlaufende Kante
- 33
- Verbindungswand
- 40
- erstes Verschließmittel
- 41
- Deckelabschnitt
- 42
- Rahmenabschnitt
- 43
- Rasthaken
- 44
- Rasthinterschnitt
- 45
- Steg
- 46
- Druckfläche
- 47
- Pfeil "Öffnungskraft"
- 50
- zweites Verschließmittel
- 51
- Deckelabschnitt
- 52
- Rahmenabschnitt
- 53
- Rasthaken
- 54
- Lasche
- 55
- oberes Ende
- 56
- Verbindungsstück
- 57
- Schwenkachse
- 58
- Rasthinterschnitt
- 59
- Vorderseite
- 60
- Rückseite
- 61
- Pfeil "erste Haltekraft"
- 62
- Pfeil "zweite Haltekraft"
1. Verschlussvorrichtung (10) umfassend einen eine Öffnung definierenden Rahmen (20),
einen die Öffnung überdeckenden Deckel (30), der über eine an einer Seite des Rahmens
angeordnete Schwenkachse (6) schwenkbar an den Rahmen (20) gekoppelt ist, und ein
erstes Verschließmittel (40) sowie zumindest ein zweites, von dem ersten Verschließmittel
(40) beabstandetes zweites Verschließmittel (50), wobei die Verschließmittel (40,
50) dazu dienen, den Deckel in einer geschlossenen Stellung zu halten, und jeweils
einen Deckelabschnitt (41, 51) und einen Rahmenabschnitt (42, 52) aufweisen, wobei
das erste Verschließmittel (40) durch direkte Einwirkung einer Öffnungskraft (47)
auf den zugeordneten Rahmenabschnitt (42) geöffnet werden kann und das zweite Verschließmittel
(50) durch direkte Einwirkung einer Öffnungskraft bzw. ersten Haltekraft (61) auf
den zugeordneten Deckelabschnitt (51) geöffnet werden kann, wobei der Deckelabschnitt
(51) des zweiten Verschließmittels (50) eine Druckfläche (Vorderseite 59) aufweist,
die als Anlagefläche für die erste Haltekraft (61) dient, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckelabschnitt (51) des zweiten Verschließmittels (50) ferner eine Gegendruckfläche
(Rückseite 60) aufweist, welche Gegendruckfläche als Anlagefläche für eine der ersten
Haltekraft (61) entgegen gesetzte zweite Haltekraft (62) dient, wobei der Deckelabschnitt
(51) durch die Haltekräfte derart fixierbar ist, dass eine im Wesentlichen quer zu
den Haltekräfte wirkende Schwenkkraft zum Herausschwenken des Deckels (30) aus der
geschlossenen Stellung über Druckfläche (Vorderseite 59) und Gegendruckfläche (Rückseite
60) in den Deckelabschnitt (51) einleitbar ist.
2. Verschlussvorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckelabschnitt (51) des zweiten Verschließmittels (50) einen Rasthaken (53)
aufweist, der in einer Verriegelungsposition einen Rasthinterschnitt (58) des Rahmenabschnitts
(52) des zweiten Verschließmittels (50) hintergreift.
3. Verschlussvorrichtung (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckelabschnitt (51) des zweiten Verschließmittels (50) eine Lasche (54) mit
der Vorderseite (59) und der Rückseite (60) aufweist, wobei die Vorderseite (59) die
Druckfläche und die Rückseite (60) die Gegendruckfläche ausbilden und wobei der Rasthaken
(53) an der Lasche (54) angeformt ist.
4. Verschlussvorrichtung (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lasche (54) mit dem Deckel (30) über ein flexible Verbindungsstück (56) verbunden
ist, das eine Schwenkachse (57) für den Rasthaken (53) definiert.
5. Verschlussvorrichtung (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Rasthaken (53) zwischen Schwenkachse (57) und dem Rasthinterschnitt (58) angeordnet
ist.
6. Verschlussvorrichtung (10) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Verschließmittel (40) und das zweite Verschließmittel (50) auf einer Anordnungsseite
(11) der Verschlussvorrichtung (10) angeordnet sind.
7. Verschlussvorrichtung (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnungsseite (11) gegenüberliegend der Schwenkachse (6) angeordnet ist.
8. Verschlussvorrichtung (10) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand zwischen dem ersten Verschließmittel (40) und dem zweiten Verschließmittel
(50) kleiner als 15 cm ist.
9. Verschlussvorrichtung (10) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (30) und der Rahmen (20) der Verschlussvorrichtung (10) als ein einteiliges
Bauteil ausgeführt sind.
10. Verschlussvorrichtung (10) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen (20) und der Deckel (30) durch ein Filmscharnier verschwenkbar miteinander
verbunden sind.
11. Verschlussvorrichtung (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Filmscharnier eine stabile geöffnete Stellung des Deckels (30) definiert
ist.
12. Behälter mit einer Verschlussvorrichtung nach einer der Ansprüche 1 bis 11.
1. A closure device (10) comprising a frame (20) which defines an opening, a lid (30)
which covers the opening and is pivotally coupled to the frame (20) via a pivot axis
(6) arranged on one side of the frame, and a first closing means (40) and at least
one second closing means (50) spaced apart from the first closing means (40), the
closing means (40, 50) being used to hold the lid in a closed position and each comprising
a lid portion (41, 51) and a frame portion (42, 52), it being possible to open the
first closing means (40) by means of direct action of an opening force (47) on the
associated frame portion (42) and it being possible to open the second closing means
(50) by means of direct action of an opening force or first retaining force (61) on
the associated lid portion (51), the lid portion (51) of the second closing means
(50) comprising a pressure surface (front face 59) which is used as a contact surface
for the first retaining force (61), characterized in that the lid portion (51) of the second closing means (50) also comprises a counter-pressure
surface (rear face 60), which counter-pressure surface is used as a contact surface
for a second retaining force (62) counter to the first retaining force (61), it being
possible to fix the lid portion (51) by means of the retaining forces such that a
pivot force for pivoting the lid (30) out of the closed position, which pivot force
acts substantially transversely to the retaining forces, can be introduced into the
lid portion (51) via the pressure surface (front face 59) and counter-pressure surface
(rear face 60).
2. The closure device (10) according to claim 1, characterized in that the lid portion (51) of the second closing means (50) comprises a latching hook (53)
which, in a locking position, engages behind a latching undercut (58) of the frame
portion (52) of the second closing means (50).
3. The closure device (10) according to claim 2, characterized in that the lid portion (51) of the second closing means (50) has a tab (54) comprising the
front face (59) and the rear face (60), the front face (59) forming the pressure surface
and the rear face (60) forming the counter-pressure surface, and the latching hook
(53) being molded on the tab (54).
4. The closure device (10) according to claim 3, characterized in that the tab (54) is connected to the lid (30) via a flexible connecting piece (56) which
defines a pivot axis (57) for the latching hook (53).
5. The closure device (10) according to claim 4, characterized in that the latching hook (53) is arranged between the pivot axis (57) and the latching undercut
(58).
6. The closure device (10) according to one of the preceding claims, characterized in that the first closing means (40) and the second closing means (50) are arranged on an
arrangement side (11) of the closure device (10).
7. The closure device (10) according to claim 6, characterized in that the arrangement side (11) is arranged opposite the pivot axis (6).
8. The closure device (10) according to one of the preceding claims, characterized in that a distance between the first closing means (40) and the second closing means (50)
is smaller than 15 cm.
9. The closure device (10) according to one of the preceding claims, characterized in that the lid (30) and the frame (20) of the closure device (10) are designed as a single
component.
10. The closure device (10) according to one of the preceding claims, characterized in that the frame (20) and the lid (30) are pivotally interconnected by means of a film hinge.
11. The closure device (10) according to claim 10, characterized in that a stable open position of the lid (30) is defined by the film hinge.
12. A container comprising a closure device according to one of claims 1 to 11.
1. Dispositif de fermeture (10) comprenant un cadre (20) définissant une ouverture, un
couvercle (30) qui recouvre l'ouverture et couplé de manière pivotante au cadre (20)
par l'intermédiaire d'un axe de pivotement (6) disposé sur un côté du cadre, et un
premier moyen de fermeture (40) et au moins un deuxième moyen de fermeture (50) espacé
du premier moyen de fermeture (40), dans lequel les moyens de fermeture (40, 50) servent
à maintenir le couvercle dans une position fermée et comprennent chacun une partie
de couvercle (41, 51) et une partie de cadre (42, 52), dans lequel le premier moyen
de fermeture (40) peut être ouvert par action directe d'une force d'ouverture (47)
sur la partie de cadre (42) associée et le deuxième moyen de fermeture (50) peut être
ouvert par action directe d'une force d'ouverture ou d'une première force de maintien
(61) sur la partie de couvercle (51) associée, la partie de couvercle (51) du deuxième
moyen de fermeture (50) présentant une surface de pression (face avant 59) qui sert
de surface d'appui pour la première force de maintien (61), caractérisé en ce que la partie de couvercle (51) du deuxième moyen de fermeture (50) présente également
une surface de contre-pression (face arrière 60), laquelle surface de contre-pression
sert de surface d'appui pour une deuxième force de maintien (62) opposée à la première
force de maintien (61), la partie de couvercle (51) pouvant être fixée par les forces
de maintien de telle sorte qu'une force de pivotement agissant sensiblement transversalement
aux forces de maintien peut être introduite dans la partie de couvercle (51) par l'intermédiaire
de la surface de pression (face avant 59) et de la surface de contre-pression (face
arrière 60) pour faire pivoter le couvercle (30) hors de la position de fermeture.
2. Dispositif de fermeture (10) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la partie de couvercle (51) du deuxième moyen de fermeture (50) présente un crochet
d'encliquetage (53) qui, dans une position de verrouillage, s'engage derrière une
contre-dépouille d'encliquetage (58) de la partie de cadre (52) du deuxième moyen
de fermeture (50).
3. Dispositif de fermeture (10) selon la revendication 2, caractérisé en ce que la partie de couvercle (51) du deuxième moyen de fermeture (50) présente une languette
(54) avec le côté avant (59) et le côté arrière (60), le côté avant (59) formant la
surface de pression et le côté arrière (60) la surface de contre-pression et le crochet
d'encliquetage (53) étant formé sur la languette (54).
4. Dispositif de fermeture (10) selon la revendication 3, caractérisé en ce que la languette (54) est reliée au couvercle (30) par une pièce de liaison souple (56)
définissant un axe de pivotement (57) pour le crochet d'encliquetage (53).
5. Dispositif de fermeture (10) selon la revendication 4, caractérisé en ce que le crochet d'encliquetage (53) est disposé entre l'axe de pivotement (57) et la contre-dépouille
d'encliquetage (58).
6. Dispositif de fermeture (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le premier moyen de fermeture (40) et le deuxième moyen de fermeture (50) sont disposés
sur un côté d'agencement (11) du dispositif de fermeture (10).
7. Dispositif de fermeture (10) selon la revendication 6, caractérisé en ce que le côté d'agencement (11) est disposé à l'opposé de l'axe de pivotement (6).
8. Dispositif de fermeture (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'une distance entre le premier moyen de fermeture (40) et le second moyen de fermeture
(50) est inférieure à 15 cm.
9. Dispositif de fermeture (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le couvercle (30) et le cadre (20) du dispositif de fermeture (10) sont réalisés
sous la forme d'un composant d'une seule pièce.
10. Dispositif de fermeture (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le cadre (20) et le couvercle (30) sont reliés entre eux de manière pivotante par
un film charnière.
11. Dispositif de fermeture (10) selon la revendication 10, caractérisé en ce qu'une position ouverte stable du couvercle (30) est définie par le film charnière.
12. Récipient pourvu d'un dispositif de fermeture selon l'une des revendications 1 à 11.