[0001] Die Erfindung betrifft ein Steuerungssystem zur Steuerung einer Lichtsignalanlage.
Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zur Steuerung einer Lichtsignalanlage.
Die Erfindung betrifft auch ein Computerprogramm.
[0002] Aus der Offenlegungsschrift
DE 10 2011 004 841 A1 sind ein Verfahren und ein Lichtsignalanlagen-Steuerungssystem zur Steuerung von
Lichtsignalanlagen bekannt.
[0003] Die Patentschrift
US 4 463 339 A zeigt eine Steuerung eines Signalgebers, wobei hierfür zwei Steuergeräte vorgesehen
sind. Bei einem Fehler des ersten Steuergeräts wird die Steuerung an das zweite Steuergerät
übertragen. Bei einem Fehler im zweiten Steuergerät versucht das zweite Steuergerät
diesen Fehler selbst zu beheben, ohne jedoch die Steuerung zurück an das erste Steuergerät
zu übertragen.
[0004] Die Offenlegungsschrift
US 2012/0 150 421 A1 zeigt eine Steuerung eines Signalgebers. Es sind zwei Steuergeräte vorgesehen, wobei
die Steuerung des Signalgebers von dem ersten an das zweite Steuergerät übertragen
werden kann.
[0005] Die Patentschrift
US 5,659,305 zeigt eine Steuerung für eine Lichtsignalanlage.
[0006] Die Patentschrift
US 5,073,866 zeigt eine Steuerung für eine Lichtsignalanlage.
[0007] Die Patentschrift
US 3,336,574 zeigt eine Steuerung für eine Lichtsignalanlage.
[0008] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe kann darin gesehen werden, ein Steuerungssystem
zur Steuerung einer Lichtsignalanlage bereitzustellen.
[0009] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe kann auch darin gesehen werden, ein Verfahren
zur Steuerung einer Lichtsignal-anlage anzugeben.
[0010] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe kann des Weiteren darin gesehen werden,
ein Computerprogramm bereitzustellen.
[0011] Diese Aufgaben werden mittels des jeweiligen Gegenstands der unabhängigen Ansprüche
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand von jeweils abhängigen Unteransprüchen.
[0012] Gemäß einem Aspekt wird ein Steuerungssystem zur Steuerung einer Lichtsignalanlage
bereitgestellt, umfassend:
- zwei Steuereinheiten, die jeweils ausgebildet sind, eine Lichtsignalanlage unabhängig
voneinander zu steuern,
- wobei die zwei Steuereinheiten jeweils ausgebildet sind, bei einer Steuerung der Lichtsignalanlage
durch die eine Steuereinheit die Steuerung der Lichtsignalanlage von der einen Steuereinheit
zu übernehmen,
- wobei zumindest eine der Steuereinheiten (103, 105) ausgebildet ist, an die andere
Steuereinheit Übernahmepunkte zu senden (301), an denen die andere Steuereinheit die
Steuerung übernehmen (107, 203) könnte, und
- wobei die andere Steuereinheit ausgebildet ist, an den gesendeten Übernahmepunkten
eine Übernahme (107, 203) der Steuerung zu prüfen und abhängig von der Überprüfung
die Steuerung zu übernehmen (107, 203).
[0013] Nach noch einem Aspekt wird ein Verfahren zur Steuerung einer Lichtsignalanlage bereitgestellt,
umfassend die folgenden Schritte:
- Steuern der Lichtsignalanlage mittels einer ersten Steuereinheit,
- Übernehmen der Steuerung der Lichtsignalanlage von der ersten Steuereinheit mittels
einer zweiten Steuereinheit und
- Steuern der Lichtsignalanlage mittels der zweiten Steuereinheit,
- wobei die zwei Steuereinheiten (103, 105) jeweils ausgebildet sind, bei einer Steuerung
(201, 205) der Lichtsignalanlage durch die eine Steuereinheit die Steuerung (201,
205) der Lichtsignalanlage von der einen Steuereinheit zu übernehmen (107, 203), sodass
die Steuerung von den beiden Steuereinheiten (103, 105) jeweils gegenseitig übernommen
werden kann,
- wobei die erste Steuereinheit während ihrer Steuerung Übernahmepunkte an die zweite
Steuereinheit sendet (301), an denen die zweite Steuereinheit die Steuerung übernehmen
könnte, und
- wobei die zweite Steuereinheit an den gesendeten Übernahmepunkten eine Übernahme der
Steuerung prüft und abhängig von der Überprüfung die Steuerung übernimmt.
[0014] Gemäß einem anderen Aspekt wird ein Computerprogramm bereitgestellt, welches Programmcode
zur Durchführung des Verfahrens zur Steuerung einer Lichtsignalanlage umfasst, wenn
das Computerprogramm auf einem Computer, insbesondere einem Steuerungssystem, vorzugsweise
einer Steuereinheit, ausgeführt wird.
[0015] Die Erfindung umfasst also insbesondere den Gedanken, zwei Steuereinheiten vorzusehen,
die jeweils unabhängig voneinander die Lichtsignalanlage steuern können. Somit kann
bei einem Ausfall einer der Steuereinheiten noch die andere Steuereinheit die Lichtsignalanlage
weiter steuern. Dadurch, dass die beiden Steuereinheiten ausgebildet sind, bei einer
Steuerung der Lichtsignalanlage durch die eine Steuereinheit die Steuerung der Lichtsignalanlage
von der einen Steuereinheit zu übernehmen, ist in vorteilhafter Weise ein nahtloser
Übergang von der Steuerung der Lichtsignalanlage durch die eine Steuereinheit zu der
Steuerung der Lichtsignalanlage durch die andere Steuereinheit ermöglicht. Die Lichtsignalanlage
kann somit ohne Ausfall weiter betrieben werden. Dadurch können insbesondere in vorteilhafter
Weise ein Verkehr oder Verkehrsströme weiter geregelt werden. Insbesondere kann beispielsweise
für eine Steuereinheit ein Update, beispielsweise ein Software-Update und/oder ein
Hardware-Update, durchgeführt werden, ohne dass das Steuerungssystem komplett ausgeschaltet
werden muss. Denn die andere Steuereinheit übernimmt die Steuerung der Lichtsignalanlage
während des Updates. Insbesondere kann während des laufenden Betriebs der Lichtsignalanlage
eine Steuereinheit ausgetauscht werden, wobei die Lichtsignalanlage während des Betriebs
weiterlaufen kann. Denn die Steuerung wird von der anderen Steuereinheit, die nicht
ausgetauscht wird, gesteuert. Es wird also in vorteilhafter Weise ein redundantes
Steuerungssystem zur Steuerung einer Lichtsignalanlage bereitgestellt, die den Ausfall
einer Steuereinheit verkraften kann, ohne dass dadurch die Lichtsignalanlage nicht
mehr gesteuert werden kann. Eine Verfügbarkeit der Lichtsignalanlage wird dadurch
in vorteilhafter Weise deutlich erhöht.
[0016] Zumindest eine der Steuereinheiten ist ausgebildet, an die andere Steuereinheit Übernahmepunkte
zu senden, an denen die andere Steuereinheit die Steuerung übernehmen könnte, wobei
die andere Steuereinheit ausgebildet ist, an den gesendeten Übernahmepunkten eine
Übernahme der Steuerung zu prüfen und abhängig von der Überprüfung die Steuerung zu
übernehmen. Durch das Vorsehen solcher Übernahmepunkte und einer eventuellen Übernahme
der Steuerung an diesen Übernahmepunkten wird in vorteilhafter Weise sichergestellt,
dass stets ein stabiler Zustand des Signalbildes vorliegt. Denn es kann Zeitpunkte
während der Steuerung geben, an denen eine Übernahme der Steuerung durch die eine
Steuereinheit von der anderen Steuereinheit ungünstig und daher nicht sinnvoll ist.
Ein solcher ungünstiger Zeitpunkt kann beispielsweise bei Ein- und Ausschaltsequenzen
bzw. bei Umschaltungen zwischen verschiedenen Signalprogrammen sein.
[0017] Gemäß einer anderen Ausführungsform respektive gemäß einem anderen Aspekt kann vorgesehen
sein, dass die andere Steuereinheit ausgebildet ist, die gesendeten Übernahmepunkte
in einen Speicher zu speichern und die Steuerung zu übernehmen, wenn beim Prüfen festgestellt
wird, dass in dem Speicher keine Übernahmepunkte mehr gespeichert sind.
[0018] Wenn also festgestellt wird, dass in dem Speicher keine Übernahmepunkte oder kein
weiterer Übernahmepunkt mehr gespeichert sind, so ist dies ein starkes Indiz oder
ein Indikator dafür, dass die Steuereinheit, die die Übernahmepunkte sendet, ausgefallen
ist. Denn in einem ordnungsgemäßen Betrieb würde die Steuereinheit stets weitere Übernahmepunkte
senden. Insofern ist dies ein Kriterium dafür, dass die andere Steuereinheit nun die
Steuerung der Lichtsignalanlage übernimmt. Dies insbesondere an dem letzten noch im
Speicher vorhandenen Übernahmepunkt.
[0019] Das heißt also insbesondere, dass Übernahmepunkte von der Hauptsteuereinheit (erste
Steuereinheit) parallel zu den anzusteuernden Signalbildern an das zweite System (zweite
Steuereinheit) übermittelt werden. Diese werden dort in den Signalbildvorrat zeitlich
eingeordnet. Das zweite System steuert parallel dazu, immer das aktuelle Signalbild
an (dies ist insbesondere die Kernaufgabe). Bei dieser Abarbeitung wird auf die Übernahmepunkte
geprüft.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass der Übernahmepunkt einem
vorbestimmten Signalbild entspricht.
[0021] In einer anderen Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass zumindest eine der Steuereinheiten
bei einer Steuerung der Lichtsignalanlage basierend auf einem Signalzeitenplan ausgebildet
ist, den Signalzeitenplan während der Steuerung an die andere Steuereinheit zu senden,
wobei die andere Steuereinheit ausgebildet ist, bei Übernahme der Steuerung die Lichtsignalanlage
basierend auf dem gesendeten Signalzeitenplan zu steuern. Dies ist vorzugsweise der
erste Schritt. Die Hauptsteuereinheit (erste Steuereinheit) kann (vorzugsweise bis
zu 4) Signalpläne an die zweite Steuereinheit übermitteln. Erst nachdem vorzugsweise
die Übermittlung quittiert ist, ist die zweite Steuereinheit insbesondere bereit,
die Übergabepunkte zu prüfen und daraufhin gegebenenfalls in einen der übermittelten
Signalpläne zu wechseln.
[0022] Dadurch wird in vorteilhafter Weise sichergestellt, dass die Steuerung der Lichtsignalanlage
basierend auf dem Signalzeitenplan weitergeführt wird, der bereits vor der Übernahme
der Steuerung als Grundlage zur Steuerung der Lichtsignalanlage diente. Somit kann
in vorteilhafter Weise verhindert werden, dass ein abrupter Wechsel in den ausgesendeten
Lichtsignalen der Lichtsignalanlage erfolgt. Ein solch abrupter Wechsel könnte beispielsweise
zu Verzögerungen im Verkehrsstrom oder Verkehrsfluss führen. So etwas könnte beispielsweise
zu einem Verkehrsstau oder einem stockenden Verkehr führen. Eine Fahrzeit von Fahrzeugen
könnte sich somit verlängern. Diese Nachteile können aber durch die vorstehend genannte
Ausführungsform vermieden werden. Des Weiteren braucht auf der Steuereinheit, die
die Steuerung übernimmt, kein eigener Signalzeitenplan abgespeichert werden. Insofern
kann in vorteilhafter Weise ein Speicherbedarf für diese Steuereinheit verringert
oder eingespart werden. Ein besonders großer Vorteil besteht insbesondere darin, dass
die Steuerungsfunktion der Anlage erhalten bleibt - gegenüber einer abgeschalteten
Anlage - eine Verfügbarkeit wird hier stets sichergestellt. Insbesondere besteht ein
Vorteil darin, dass in der Regel keine Konfiguration der zweiten Steuereinheit notwendig
ist.
[0023] In einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass zumindest eine Steuereinheit
ausgebildet ist, nach ihrem Einschalten zu überprüfen, ob die andere Steuereinheit
die Lichtsignalanlage steuert oder nicht, und, wenn ja, die Steuerung der Lichtsignalanlage
von der anderen Steuereinheit zu übernehmen.
[0024] Dadurch kann in vorteilhafter Weise vermieden werden, dass die Steuereinheit nach
ihrem Einschalten ebenfalls mit der Steuerung der Lichtsignalanlage beginnt, wobei
sich diese Steuerung mit der Steuerung der Lichtsignalanlage mittels der anderen Steuereinheit
überschneiden oder in die Quere kommen könnte. Ein solches Szenario wird somit in
vorteilhafter Weise vermieden. Denn bevor die eine Steuereinheit mit der Steuerung
der Lichtsignalanlage beginnt, überprüft sie, ob die andere Steuereinheit die Lichtsignalanlage
bereits steuert oder nicht. Wenn die Prüfung ergibt, dass die andere Steuereinheit
die Lichtsignalanlage steuert, so weist sie die andere Steuereinheit an, die Steuerung
der Lichtsignalanlage zu beenden und zu übergeben. Wenn die Prüfung ergibt, dass die
Lichtsignalanlage nicht mittels der anderen Steuereinheit gesteuert wird, so kann
die Steuereinheit gleich mit der Steuerung der Lichtsignalanlage beginnen.
[0025] Nach einer anderen Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass zumindest eine der
Steuereinheiten ausgebildet, ansprechend auf einen Übergabebefehl, die Steuerung zu
beenden und an die andere Steuereinheit zu übergeben.
[0026] Somit ist es in vorteilhafter Weise jederzeit möglich, die Steuerung der Lichtsignalanlage
mittels der einen Steuereinheit an die andere Steuereinheit zu übergeben. Ein solcher
Übergabebefehl kann beispielsweise ansprechend auf eine Nutzeranforderung ausgegeben
werden. Beispielsweise kann ein solcher Übergabebefehl auch von der anderen Steuereinheit
an die eine Steuereinheit gesendet werden. Insbesondere kann können die zwei Steuereinheiten
aber auch nach einem Master-Slave-Konzept gebildet sein. Das heißt also insbesondere,
dass die erste Steuereinheit (Hauptsteuereinheit) der Master ist und dass die zweite
Steuereinheit (Notsteuereinheit) der Slave ist.
[0027] Nach einer anderen Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die eine Steuereinheit
als Hauptsteuereinheit zur Steuerung der Lichtsignalanlage in einem Normalbetrieb
ausgebildet ist und wobei die andere Steuereinheit als Notsteuereinheit zur Steuerung
der Lichtsignalanlage in einem Notbetrieb ausgebildet ist. Im Normalbetrieb besteht
vorzugsweise die Möglichkeit Signalpläne durch einen Bediener ein-, aus- oder umzuschalten,
Detektionsdaten durch verkehrstechnische Verfahren auf die Steuerung zurück zu koppeln
(verkehrsabhängige Steuerung), zeitabhängige Steuerungen durchzuführen und/oder Bediener
zu wechseln (automatisiert oder auf Anforderung).
[0028] Da in der Regel ein Notbetrieb nur von verhältnismäßig kurzer Dauer ist, muss die
Notsteuereinheit nicht über sämtliche Funktionalitäten der Hauptsteuereinheit verfügen
und kann entsprechend kleiner, das heißt also insbesondere mit weniger Rechenkapazität,
ausgestattet werden. Ein Notbetrieb ist insbesondere dann gegeben, wenn die Hauptsteuereinheit
ausgeschaltet wird oder sich selbst ausschaltet, beispielsweise aufgrund eines Updates
oder eines Defektes.
[0029] Nach einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die erste Steuereinheit
während ihrer Steuerung Übernahmepunkte an die zweite Steuereinheit sendet, an denen
die zweite Steuereinheit die Steuerung übernehmen könnte, wobei die zweite Steuereinheit
an den gesendeten Übernahmepunkten eine Übernahme der Steuerung prüft und abhängig
von der Überprüfung die Steuerung übernimmt.
[0030] Nach einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die zweite Steuereinheit
die gesendeten Übernahmepunkte in einen Speicher speichert und die Steuerung übernimmt,
wenn beim Prüfen festgestellt wird, dass in dem Speicher keine Übernahmepunkte mehr
gespeichert sind.
[0031] Nach noch einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die erste Steuereinheit
die Lichtsignalanlage basierend auf einem Signalzeitenplan steuert und den Signalzeitenplan
während der Steuerung an die zweite Steuereinheit sendet, wobei die zweite Steuereinheit
nach der Übernahme die Lichtsignalanlage basierend auf dem gesendeten Signalzeitenplan
steuert.
[0032] Nach einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die erste Steuereinheit
die Übernahmepunkte in den Signalplan einfügt, wobei die zweite Steuereinheit ab dem
Übernahmepunkt, an welchem die zweite Steuereinheit die Steuerung von der ersten Steuereinheit
übernimmt, die Lichtsignalanlage basierend auf dem diesem Übernahmepunkt folgenden
Signalplan steuert.
[0033] Nach einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die zweite Steuereinheit
ansprechend auf einen Übergabebefehl, die Steuerung beendet und an die erste Steuereinheit
übergibt.
[0034] Nach einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die erste Steuereinheit
nach ihrem Einschalten und vor dem Steuern überprüft, ob die zweite Steuereinheit
die Lichtsignalanlage steuert oder nicht, und, wenn ja, die Steuerung der Lichtsignalanlage
von der zweiten Steuereinheit übernimmt.
[0035] Nach einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die erste Steuereinheit
als Hauptsteuereinheit die Lichtsignalanlage in einem Normalbetrieb der Lichtsignalanlage
steuert und wobei die zweite Steuereinheit als Notsteuereinheit die Steuerung der
Lichtsignalanlage bei einem Wechsel vom Normalbetrieb in einen Notbetrieb übernimmt
und die Lichtsignalanlage während des Notbetriebs steuert.
[0036] Ausführungsformen hinsichtlich des Verfahrens ergeben sich analog aus den Ausführungsformen
hinsichtlich des Steuerungssystems und umgekehrt. Entsprechend gemachte Ausführungen
und entsprechende Vorteile hinsichtlich des Verfahrens ergeben sich analog aus den
Ausführungsformen und Vorteilen hinsichtlich des Steuerungssystems und umgekehrt.
[0037] Die Formulierung "zumindest eine Steuereinheit" umfasst insbesondere den Fall, dass
beide Steuereinheiten entsprechend ausgebildet sind. Im Sinne der vorliegenden Beschreibung
kann die erste Steuereinheit auch als die eine Steuereinheit bezeichnet werden. Die
zweite Steuereinheit kann insbesondere als die andere Steuereinheit bezeichnet werden.
Die erste Steuereinheit kann somit beispielsweise als Hauptsteuereinheit ausgebildet
sein. Die zweite Steuereinheit kann beispielsweise als Notsteuereinheit ausgebildet
sein.
[0038] Nach einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die beiden Steuereinheiten
jeweils einen Prozessor umfassen. So kann also beispielsweise vorgesehen sein, dass
die Hauptsteuereinheit einen Hauptprozessor (Haupt-CPU) umfasst. Insbesondere kann
vorgesehen sein, dass die Notsteuereinheit einen Notprozessor (Not-CPU oder Notlauf-CPU)
umfasst. Der Notprozessor kann insbesondere als ein Notlaufprozessor bezeichnet werden.
Denn dieser Notlaufprozessor soll im Notbetrieb die Steuerung der Lichtsignalanlage
übernehmen. Der Notbetrieb kann beispielsweise auch als Notlauf bezeichnet werden.
[0039] Die zweite Steuereinheit kann nach einer Ausführungsform als eine Überwachungseinheit
ausgebildet sein. Das heißt also insbesondere, dass sie im Normalbetrieb eine Überwachungsfunktion
bewirkt. Die zweite Steuereinheit überprüft oder überwacht dabei insbesondere, dass
oder ob die Hauptsteuereinheit (allgemein: erste Steuereinheit) neue Signalisierungswünsche
sendet.
[0040] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang
mit den Zeichnungen näher erläutert werden, wobei
- FIG 1
- ein Steuerungssystem zur Steuerung einer Lichtsignalanlage,
- FIG 2
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur Steuerung einer Lichtsignalanlage,
- FIG 3
- ein Ablaufdiagramm eines weiteren Verfahrens zur Steuerung einer Lichtsignalanlage,
- FIG 4
- ein Sequenzdiagramm zum Systemstart eines Steuerungssystems und
- FIG 5
- ein Sequenzdiagramm zur Aktivierung eines Notlaufs oder eines Notbetriebs
zeigen.
[0041] Im Folgenden können für gleiche Merkmale gleiche Bezugszeichen verwendet werden.
Der Übersicht halber sind nicht in sämtlichen Zeichnungen sämtliche Merkmale eingezeichnet
und mit Bezugszeichen versehen.
[0042] FIG 1 zeigt ein Steuerungssystem 101 zur Steuerung einer Lichtsignalanlage (nicht
gezeigt).
[0043] Das Steuerungssystem 101 umfasst zwei Steuereinheiten 103 und 105, die jeweils ausgebildet
sind, eine Lichtsignalanlage unabhängig voneinander zu steuern. Ferner sind die beiden
Steuereinheiten 103 und 105 ausgebildet, bei einer Steuerung der Lichtsignalanlage
durch die eine Steuereinheit die Steuerung der Lichtsignalanlage von der einen Steuereinheit
zu übernehmen.
[0044] Das heißt also insbesondere, dass bei einer Steuerung der Lichtsignalanlage durch
die Steuereinheit 103 die andere Steuereinheit 105 diese Steuerung übernehmen kann
und selbst die Lichtsignalanlage steuert. Dass die Steuerung von den beiden Steuereinheiten
103 und 105 jeweils gegenseitig übernommen werden kann, ist symbolisch mit einem Doppelpfeil
mit dem Bezugszeichen 107 dargestellt. Die erste Steuereinheit 103 kann beispielsweise
als Hauptsteuereinheit ausgebildet sein. Die Steuereinheit 105 kann beispielsweise
als Notsteuereinheit ausgebildet sein. Das heißt also insbesondere, dass zwischen
den beiden Steuereinheiten 103 und 105 keine Symmetrie bestehen muss. Es kann aber
insbesondere eine Symmetrie bestehen. Insbesondere sind die beiden Steuereinheiten
103 und 105 gleich gebildet.
[0045] FIG 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur Steuerung einer Lichtsignalanlage.
[0046] Gemäß einem Schritt 201 wird die Lichtsignalanlage mittels einer ersten Steuereinheit
gesteuert. In einem Schritt 203 wird die Steuerung der Lichtsignalanlage von der ersten
Steuereinheit mittels einer zweiten Steuereinheit übernommen. In einem Schritt 205
steuert die zweite Steuereinheit die Lichtsignalanlage.
[0047] FIG 3 zeigt ein Ablaufdiagramm eines weiteren Verfahrens zur Steuerung einer Lichtsignalanlage,
wobei die Schritte 201, 203 und 205 analog zu FIG 2 sind. Als ein Unterschied ist
vorgesehen, dass in einem Schritt 301 während der Steuerung gemäß Schritt 201 Übernahmepunkte
an die zweite Steuereinheit gesendet werden. In einem Schritt 303 speichert die zweite
Steuereinheit die Übernahmepunkte in einem Speicher. In einem Schritt 305 überprüft
die zweite Steuereinheit, ob sich noch Übernahmepunkte im Speicher befinden. Wenn
dies der Fall ist, so geht das Verfahren zurück zum Schritt 201, die erste Steuereinheit
steuert die Lichtsignalanlage weiter selbst. Wenn sich aber im Speicher keine Übernahmepunkte
mehr befinden, so wird gemäß dem Schritt 203 die Steuerung der Lichtsignalanlage durch
die zweite Steuereinheit übernommen, so dass diese im Schritt 205 die Lichtsignalanlage
steuert.
[0048] Die nachfolgenden Ausführungen sind zur Veranschaulichung auf eine Hauptsteuereinheit
(mit einer Haupt-CPU) und eine Notsteuereinheit (mit einer Not-CPU) gerichtet. Dies
ist aber nicht einschränkend. Die entsprechenden Ausführungen können somit auch auf
eine erste Steuereinheit und auf eine zweite Steuereinheit verallgemeinert werden.
[0049] Erfindungsgemäß wird insbesondere der Vorteil einer erhöhten Verfügbarkeit im Fehlerfall
der ersten Steuereinheit bewirkt, die beispielsweise als Hauptsteuereinheit mit Haupt-CPU
ausgebildet sein kann. Die Außenlage fällt nicht aus.
[0050] Ferner wird dadurch insbesondere der Vorteil einer erhöhten Verfügbarkeit bei einem
Softwarefehler und/oder einem Hardwarefehler und/oder einem Spannungsfehler bewirkt.
[0051] Dadurch wird ferner der Vorteil einer erhöhten Verfügbarkeit der Gesamtanlage im
Updatefall bewirkt (Kein Ausfall der Außenanlage) für:
- a) Jede Art von Software (zum Beispiel: VA-Verfahren (VA steht für Verkehrsabhängige),
Schnittstellen, erweiterte Controller-Applikationen, jede Art von Software-Algorithmus
zur Beeinflussung der Aktorik und/oder Sensorik, jede Art von Software-Programmen
zur Ableitung/Ausführung neuer Funktionen der Steuereinheit, die auch als Controller
bezeichnet werden kann) .
- b) Jede Art von Betriebssystem-Updates und -Änderungen.
- c) Einsatz einer neuen, leistungsfähigeren Haupt-CPU insbesondere inklusive Austausch
der gesamten Baugruppe
[0052] Dadurch wird insbesondere der Vorteil einer erhöhten Verfügbarkeit im Falle fehlerhafter
Software von Dritten bewirkt:
- a) Nicht vom Hersteller des Steuerungssystems erstellte Software könnte zu einem Systemabsturz
des Hauptprozessors führen, hier würde das Notlaufprogramm (Notsteuereinheit) als
schützende Instanz in vorteilhafter Weise eingreifen.
[0053] Dadurch wird ferner der Vorteil einer erhöhten Zukunftssicherheit für Kunden bewirkt:
- a) Kunden können eigene Software auf der Steuereinheit, insbesondere der Hauptsteuereinheit,
installieren. Selbst wenn diese Software fehlerhaft sein sollte, würde im Extremfall
der Notlaufprozessor (Notsteuereinheit) übernehmen.
[0054] Mit allen oben genannten Punkten wird die Verkehrssicherheit für den Verkehrsteilnehmer
erhöht, die Unfallgefahr sinkt rapide, da die Außenanlage in allen oben genannten
Zuständen weiterhin ein sicheres Anlagenbild (Signalbild) erzeugt und den Verkehr
sicher steuert.
[0055] Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Rückgabe der Steuerung von dem Notprozessor
an den Hauptprozessor wieder automatisch erfolgen kann. Sobald der Hauptprozessor
wieder einsatzbereit ist, leitet sich automatisch ein Übergabeszenario vom Notlaufprozessor
zum Hauptprozessor ein.
[0056] Eine Außenanlage im Sinne der vorliegenden Erfindung ist insbesondere eine Zusammenfassung
aller Sensorik und Aktorik im Einflussbereich des Steuerungssystems und umfasst somit
insbesondere die Lichtsignalanlage.
[0057] Eine verkehrstechnisch korrekte Signalisierung im Sinne der vorliegenden Erfindung
ist:
- Eine Steuerung nach den Regelungen des jeweiligen Einsatzlandes/-Ortes inklusive der
korrekten landestypischen Überwachungseinrichtungen nach den gültigen Normen und Richtlinien
- Eine Reaktion auf Detektorwerte, um einzelne Signalgruppen verkehrsabhängig zu steuern
(Es wird angemerkt, dass dies nicht unbedingt erforderlich ist für eine korrekte Funktion.
Im Notlauf kann vorzugsweise keine verkehrsabhängige Steuerung vorgesehen sein.)
- Ein Festzeitsignalzeitenplan (Signalzeitenplan), der dem vorher aktuellen Signalzeitenplan
entspricht
- Ein vordefinierter Festzeitenplan (Signalzeitenplan).
[0058] Eine Sondersituation oder eine Notsituation (Notbetrieb) im Sinne der vorliegenden
Erfindung können sein:
- Software Update von zumindest einer der Steuereinheiten
- Software Update des Betriebssystems von zumindest einer der Steuereinheiten
- Ausfall des Hauptprozessors durch
o Hardwarefehler
o Softwarefehler
o Spannungsfehler
[0059] Die Erfindung bewirkt somit in vorteilhafter Weise eine Aufrechterhaltung eines Betriebs
einer Lichtsignalanlage bei Sondersituationen durch eine auf das Minimum begrenzte
Variante der Steuerung, um eine verkehrstechnisch korrekte Signalisierung der Außenanlage
zu gewährleisten. Der Übergang in eine andere Steuerungsvariante verläuft unterbrechungsfrei
unter Einbehaltung aller sicherheitsrelevanten Vorgaben, Richtlinien und Normen. Im
Gegensatz zum Normalbetrieb ist im Notbetrieb vorzugsweise nur die Abarbeitung eines
festen Signalplans vorgesehen.
[0060] Beispielsweise können folgende zwei Szenarien auftreten:
- 1. Störung und damit plötzlicher, unerwarteter Ausfall der Haupt-CPU.
- 2. Gezielte Überleitung in den Notlauf, um zum Beispiel Software-Updates durchführen
zu können.
[0061] In beiden Fällen kann die Prozedur vorzugsweise identisch sein und stellt in der
Regel sicher, dass alle sicherheitsrelevanten Vorschriften, Normen und Regeln eingehalten
werden.
[0062] Der Hauptprozessor (der Hauptsteuereinheit) teilt dem Notlaufprozessor (der Notsteuereinheit)
in zeitlich vordefinierten Schritten mit, wie eine mögliche Signalisierung in der
Zukunft aussehen könnte. Ein spezieller Software-Algorithmus identifiziert automatisch
ideale Übergangspunkte (Übernahmepunkte) zwischen einer möglichen zukünftigen Signalisierung
und den hinterlegten Signalzeiten im Notlaufprozessor. Identifizierte Übergabepunkte
(sog. Hops) werden temporär gespeichert und ergeben ein mögliches Übergabeszenario
vom Hauptprozessor zum Notlaufprozessor.
[0063] Bei Ausfall des Hauptprozessors übernimmt der Notlaufprozessor die vorberechneten
Zeiten des Hauptprozessors und arbeitet den bestehenden, ursprünglich vom Hauptprozessor
berechneten Signalplan bis zum nächsten Übergabezeitpunkt ab. Ab dem Übergabezeitpunkt
übernimmt der Notlaufprozessor vollständig die Kontrolle.
[0064] Eine optional vorgesehene nachgeschaltete Signalsicherung stellt zu jedem Zeitpunkt
sicher, dass keine feindlichen oder sonstigen gefährdenden Signalbilder geschaltet
werden. Eine Signalsicherung ist insbesondere eine Einheit, die eigenständig und autark
die erforderlichen Maßnahmen aus den Richtlinien für Lichtsignalanlagen (RILSA) zur
Signalsicherung durchführt.
[0065] Sobald die Haupt-CPU wieder verfügbar ist, übernimmt diese nach dem gleichen Prinzip
wieder die Hauptsteuerung.
[0066] Zu keinem Zeitpunkt fällt die Anlage aus.
[0067] Die Hauptsteuereinheit nimmt also in vorteilhafter Weise eine gültige, zukünftige
Berechnung der Signalzeiten vor, wobei ein Algorithmus vorgesehen ist, der diese zukünftigen
Berechnungen so analysiert, dass ein idealer, nahtloser Übergang (Übernahmepunkte)
zum gespeicherten Notlaufsignalprogramm erfolgen kann. Ein solcher Wechsel funktioniert
vorzugsweise in beide Richtungen:
- a) Haupt-CPU (erste Steuereinheit) -> Notlauf-CPU (zweite Steuereinheit) und
- b) Notlauf-CPU (zweite Steuereinheit) -> Haupt-CPU (erste Steuereinheit).
[0068] In einer nicht gezeigten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass ein konfigurierter
Signalzeitenplan oder Signalplan als Notlaufplan markiert wird. Dieses Markieren kann
unabhängig von einer Signalgruppenorientierung oder Phasenorientierung durchgeführt
werden. In einer nicht gezeigten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass zum Notlauf
der aktuell laufende Signalplan verwendet wird, insbesondere wenn kein Signalplan
in der Konfiguration markiert ist.
[0069] Nach einer nicht gezeigten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die eine Steuereinheit
die andere Steuereinheit zur Übernahme der Steuerung auffordert, wobei diese dann
ansprechend auf die Aufforderung die Steuerung übernimmt.
[0070] Nach einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die eine Steuereinheit die
andere Steuereinheit auffordern kann, ihre Steuerung zu beenden und an die auffordernde
Steuereinheit zu übergeben.
[0071] Nach einer nicht gezeigten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass bei einer Netzunterbrechung,
also einem Spannungs- oder Stromausfall, die Notsteuereinheit ihre Steuerung beendet
und der Notlaufbetrieb aufgehoben wird.
[0072] Um zuverlässig eine Fehlfunktion (zum Beispiel nicht mehr steuernde Hauptsteuereinheit)
erkennen zu können, kann nach einer Ausführungsform vorgesehen sein, dass zu einem
gültigen Signalbildwunsch immer ein HOP (Hand over point, Übergabepunkt oder Übernahmepunkt)
beigefügt werden. Wenn zum Abschluss (letztes anzusteuerndes Bild) kein anschließender
Übergang in den Notlauf möglich ist, enthält der HOP eine entsprechende Kennung.
[0073] Wird ein HOP mit leerem Notlaufplan-Index erreicht, so wird zur Signalsicherung kein
Bild mehr übermittelt. Dadurch tritt der implizite Mechanismus der Signalsicherung
zum Übergang in das Störungsbild in Kraft. Die Anlage wechselt dadurch in den Störungsmodus.
In einem HOP ist mit dem Index immer vermerkt welcher Signalplan aus der zuvor übermittelten
Liste von Signalplänen (vorzugsweise 4) bei Bedarf zum Ablauf kommen soll. Der Störungsmodus
ist ein Modus, in welchem die Lichtsignalanlage gelb blinkt, sogenanntes Störungsblinken.
[0074] HOPs mit leerem Notlaufplan-Index werden vorzugsweise in folgenden Fällen verwendet:
- Gesamtknoten in einem der Aus-Zustände
- Abbruch des Notlaufs durch Benutzer
- Signalisierung ohne Möglichkeit zum Übergang in Notlauf
- Abbruchkriterium für implizite Fehlererkennung (Timeout)
[0075] Beim Start der Hauptsteuereinheit wird geprüft, ob sich die Notsteuereinheit im Notlauf-Betrieb
befindet. Ist dies der Fall wird der Notlaufbetrieb beendet. Dazu wird das Beenden
des Notlaufbetriebs durch eine entsprechende Nachricht (Übergabeaufforderung) an die
Notsteuereinheit eingeleitet. Danach wartet die Notsteuereinheit nach dem Erreichen
des nächsten Übernahmepunkt auf eine Signalansteuerung durch die Hauptsteuereinheit.
Die Hauptsteuereinheit berechnet den Übergang vom aktuell angesteuerten Bild im Übernahmepunkt
zum geforderten Sollbild selbstständig.
[0076] Der Notlauf kann durch den Benutzer durch Betätigen einer Aus-Taste abgebrochen werden.
Dabei wird wie bei einem gezielten Rückholen aus dem Notlauf intern eine Nachricht
zum Beenden des Notlaufs gesendet. Dadurch läuft der Notlaufplan bis zum nächsten
GSP (Günstigster Schaltpunkt, also ein Übernahmepunkt). Durch das Erreichen der Endmarke
wird explizit kein Bild mehr an die Signalisierung weitergereicht. Hierdurch greift
der implizite Mechanismus über eine "Alles gelb"-Bild in ein Störungsblinken der Anlage
zu gelangen.
[0077] Der Notlaufbetrieb wird vorzugsweise auch bei erkannten Fehlern, zum Beispiel:
Signalsicherungsüberwachung spricht an,
Notlaufplan hängt,
Signalisierungsmeldungspuffer voll (siehe nachstehende Ausführungen bezüglich einer
Protokollierung des Notlaufs),
abgebrochen.
[0078] Soweit die Signalisierung nicht schon vorher unterbrochen war (Signalsicherungsüberwachung
hat ausgelöst), wird das weitere Senden von Bildern des Notlauf-Signalplans eingestellt.
Durch das Erreichen der Endmarke wird explizit kein Bild mehr an die Signalisierung
weitergereicht. Hierdurch greift der implizite Mechanismus über eine "Alles gelb"-
Bild in ein Störungsblinken der Anlage zu gelangen.
[0079] In der Konfiguration kann beispielsweise bestimmt werden, ob der Notlauf generell
aktiviert werden soll. Aktiviert werden kann der dynamische Betrieb, bei dem der jeweils
laufende Signalplan (SP) als Notlaufplan genutzt wird oder der statische Betrieb,
bei dem ein SP als Notlaufplan festgelegt wird.
[0080] Die Konfigurationstools und/oder die Planer müssen in der Regel dafür Sorge tragen,
dass in den entsprechenden Plänen geeignete UZPs (Übernahmezeitpunkte, also Übernahmepunkte)
vorhanden sind. Insbesondere bei einem fest definierten SP müssen die Signalbilder
im jeweiligen UZP zueinander korrespondieren.
[0081] Die Aktivierung des Notlaufs kann für alle Szenarien beispielsweise ausschließlich
durch Aussetzen der Signalisierungswünsche erfolgen.
[0082] Für Szenario 1 = Firmware Update (oder andere erweiterte Szenarien) wird eine Systemschnittstelle
erstellt, über die der Notlaufplan explizit aktiviert werden kann. Über das Interface
kann der ansteuernden Komponente mitgeteilt werden, dass die Signalisierung zur Notsteuereinheit
beendet werden soll. Damit kann mit der Hauptsteuereinheit der Eintritt in den Notlauf
beobachtet werden.
[0083] Wenn das System in den Notlauf-Betrieb eingetreten ist, bleibt dieser vorzugsweise
aktiv, bis beispielsweise eines der folgenden Ereignisse eintritt:
- Reset der Notsteuereinheit (dieser Fall impliziert daher auch Netz aus)
- Deaktivierung des Notlaufs durch entsprechende Nachricht
- Limit der Anzahl archivierbarer Meldungen erreicht.
[0084] Die Deaktivierung des Notlaufs kann beispielsweise durch folgende Anwenderszenarien
erreicht werden:
- Neustart der Applikation → Einphasen in letzten laufenden SP
- Taste auf Bedienteil bzw. GUI-Button → Abschalten in Störungsblinken.
[0085] Ab dem Eintrittszeitpunkt in den Notlauf werden alle Signalsicherungsüberwachungsmeldungen
auf der Hauptsteuereinheit persistiert. Der Eintritt und ggf. andere Betriebsstatusmeldungen
werden archiviert.
[0086] Da der Speicher der Notsteuereinheit begrenzt ist und ein ordnungsgemäßer Betrieb
beim Auftreten von Signalsicherungsüberwachungsmeldungen unwahrscheinlich ist, wird
der Notlaufbetrieb vorzugsweise nach einer maximalen Anzahl aufgetretener Meldungen
abgeschaltet.
[0087] Die Archivierung wird vorzugsweise beendet, wenn beispielsweise eine der folgenden
Bedingungen erreicht ist:
- die archivierten Daten von der Hauptsteuereinheit angefragt werden
- der Notlauf beendet ist (auch "Power off" und max. Archivgröße erreicht)
[0088] Während des Notlaufs auftretende Signalsicherungsüberwachungsmeldungen und ein sich
ändernder Betriebsstatus werden zusammen mit dem Zeitpunkt des Auftretens archiviert.
[0089] FIG 4 zeigt ein Sequenzdiagramm zum Systemstart eines Steuerungssystems 401.
[0090] Das Steuerungssystem 401 umfasst eine erste Steuereinheit 403 und eine zweite Steuereinheit
405, wobei die Steuereinheit 403 als eine Hauptsteuereinheit ausgebildet ist. Die
Steuereinheit 405 ist als eine Notlaufsteuereinheit ausgebildet.
[0091] Das Bezugszeichen 407 zeigt auf eine Einheit oder eine Komponente zur Verwaltung
von verschiedenen Status im System 401. Das Bezugszeichen 409 zeigt auf eine Einheit
oder eine Komponente, die ein resultierendes Signalbild unter Berücksichtigung einer
Bedienpriorität oder Bedienprioritäten und/oder des aktuellen Betriebsmodus und/oder
der zeitlichen Anforderungen errechnen kann. Das Bezugszeichen 411 zeigt auf eine
Komponente oder eine Einheit zur Verwaltung des Status der zweiten Steuereinheit 405.
Das Bezugszeichen 413 zeigt auf eine Einheit oder eine Komponente, die eine gewünschte
Signalisierung entsprechend der zeitlichen Abfolge einordnet und für eine Weitergabe
der Signalisierung die Lichtsignalanlage sorgt.
[0092] Das Bezugszeichen 406 zeigt auf eine Schnittstelle zwischen den beiden Steuereinheiten
403 und 405. Über die Schnittstelle 406 findet eine Kommunikation zwischen den beiden
Steuereinheiten 403 und 405 statt.
[0093] In einem Schritt 415 sendet die zweite Steuereinheit 405 an die Hauptsteuereinheit
403 ihren aktuellen Betriebsstatus, also ob sie sich im Notlauf oder in einem anderen
Betriebsmodus befindet. Abhängig von dem gesendeten Betriebsmodus können folgende
Szenarien vorgesehen sein:
Wenn der Betriebsmodus 421 beim Start der Hauptsteuereinheit 403 nicht der Notlauf
oder ein Notbetrieb ist, so wird das Szenario 419 durchgeführt. Hierbei berechnet
die Einheit 409 zu einem Signalplan entsprechende HOPs. Dies in einem Schritt 423.
Die Einheit 409 sendet einen Notfallsignalisierungsplan an die zweite Steuereinheit
405, sobald auch eine normale Ansteuerung der Lichtsignalanlage beginnen soll, das
heißt wenn ein Signalplan gesteuert wird (also zum Beispiel nicht im Aus-Bild). Dieses
Senden wird im Schritt 425 durchgeführt. Die zweite Steuereinheit 405 nimmt den Notlaufplan
oder Notfallsignalisierungsplan entgegen, empfängt ihn also. In einem Schritt 426
speichert die zweite Steuereinheit 405 den entgegengenommen Notlaufplan.
[0094] Im Schritt 427 wird die folgende Sequenz daraufhin eingeschränkt, dass nur der Fall
betrachtet wird, dass ein Signalplan bereits läuft. In einem Schritt 429 sendet die
Einheit 409 laufend oder kontinuierlich Signalisierungsbilder pro Signalgruppe für
bestimmte Zeitpunkte inklusive HOPs (mögliche Übernahmezeitpunkte) an die zweite Steuereinheit
405. Die Einheit 413 verarbeitet diese Signalisierungsbilder zu ansteuerbaren zeitlich
gekoppelten Signalbildern.
[0095] Wenn der Betriebsmodus 435 beim Start der Hauptsteuereinheit 403 der Notlauf ist,
so wird das Szenario 433 durchgeführt. In einem Schritt 437 hat die Einheit 409 den
Betriebsmodus Notlauf oder Notbetrieb erkannt und phast sich auf einen geeigneten
Zeitpunkt oder Übernahmezeitpunkt gemäß einem Schritt 437 zur Übernahme ein, indem
er die laufend zurückgemeldeten Signalisierungsbilder bzw. deren Status analysiert
oder anschaut. Die Einheit 409 sendet einen Übergabebefehl an die zweite Steuereinheit
405 zur Signalisierung des Übernahmewunsches. Dies in einem Schritt 439. In einem
Schritt 441 steuert die zweite Steuereinheit 405 eine Signalisierung der Lichtsignalanlage
bis zum nächsten HOP. Die Hauptsteuereinheit 403 wartet bis zu diesem HOP, um dort
mit der eigenen Signalisierung einzusteigen, also die Steuerung der Lichtsignalanlage
zu übernehmen. Dies in einem Schritt 443.
[0096] FIG 5 zeigt ein Sequenzdiagramm zur Aktivierung eines Notlaufs oder eines Notbetriebs
des Steuerungssystems 401 gemäß FIG 4. Es werden die gleichen Bezugszeichen wie in
FIG 4 verwendet. Der Übersicht halber sind nicht sämtliche Merkmale der FIG 4 auch
in FIG 5 eingezeichnet.
[0097] Die Einheit 409 sendet laufend Signalisierungsbilder pro Signalgruppe für bestimmte
Zeitpunkte inklusive HOPs. Dies in einem Schritt 429. Die Einheit oder Komponente
413 verarbeitete diese Signalisierungsbilder zu ansteuerbaren zeitlich gekoppelten
Signalbildern. Dies in einem Schritt 441. Gemäß 501 wird die Sequenz auf den Fall
reduziert, dass keine weiteren Signalisierungsbilder an die zweite Steuereinheit gesendet
werden. Dies ist beispielsweise gewollt oder aufgrund eines Fehlers. Das heißt also
insbesondere, dass ab dem Zeitpunkt des Schritts 501 keine Signalisierungsbilder mehr
an die zweite Steuereinheit 405 gesendet werden. Die zweite Steuereinheit 405 steuert
eine Signalisierung der Lichtsignalanlage bis zum nächsten HOP. Sobald die zweite
Steuereinheit 405 keine HOPs mehr in ihrem eigenen Speicher detektiert, wird überprüft,
ob ein Notlauf möglich ist oder nicht. Das heißt also, dass die Einheit 413 keinen
weiteren HOP mehr im Speicher findet. Dies in einem Schritt 503. Wenn ein Notlauf
möglich ist, so wird dieser im Schritt 507 gestartet. Die Steuerung der Lichtsignalanlage
findet dann durch die zweite Steuereinheit 405 gemäß einem Schritt 508 statt. Wenn
aber kein Notlauf möglich ist, so wird in einem Schritt 509 in ein Störungsblinken
übergegangen. Das heißt also insbesondere, dass die Signalisierung der Lichtsignalanlage
in ein Störungsblinken gemäß einem Schritt 511 übergeht. Entsprechend wird ein Systemstatus
gesetzt.
[0098] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Steuerungssystem (101) zur Steuerung einer Lichtsignalanlage, umfassend:
- zwei Steuereinheiten (103, 105), die jeweils ausgebildet sind, eine Lichtsignalanlage
unabhängig voneinander zu steuern (201, 205),
- wobei die zwei Steuereinheiten (103, 105) jeweils ausgebildet sind, bei einer Steuerung
(201, 205) der Lichtsignalanlage durch die eine Steuereinheit die Steuerung (201,
205) der Lichtsignalanlage von der einen Steuereinheit zu übernehmen (107, 203), sodass
die Steuerung von den beiden Steuereinheiten (103, 105) jeweils gegenseitig übernommen
werden kann,
dadurch gekennzeichnet,
- dass zumindest eine der Steuereinheiten (103, 105) ausgebildet ist, an die andere Steuereinheit
Übernahmepunkte zu senden (301), an denen die andere Steuereinheit die Steuerung übernehmen
(107, 203) könnte,
- wobei die andere Steuereinheit ausgebildet ist, an den gesendeten Übernahmepunkten
eine Übernahme (107, 203) der Steuerung zu prüfen und abhängig von der Überprüfung
die Steuerung zu übernehmen (107, 203).
2. Steuerungssystem (101) nach Anspruch1, wobei die andere Steuereinheit ausgebildet
ist, die gesendeten Übernahmepunkte in einen Speicher zu speichern (303) und die Steuerung
zu übernehmen, wenn beim Prüfen festgestellt wird, dass in dem Speicher keine Übernahmepunkte
mehr gespeichert sind.
3. Steuerungssystem (101) nach Anspruch 1 oder2, wobei der Übernahmepunkt einem vorbestimmten
Signalbild entspricht.
4. Steuerungssystem (101) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei zumindest eine der
Steuereinheiten (103, 105) bei einer Steuerung (201, 205) der Lichtsignalanlage basierend
auf einem Signalzeitenplan ausgebildet ist, den Signalzeitenplan während der Steuerung
an die andere Steuereinheit zu senden, wobei die andere Steuereinheit ausgebildet
ist, bei Übernahme der Steuerung (201, 205) die Lichtsignalanlage basierend auf dem
gesendeten Signalzeitenplan zu steuern.
5. Steuerungssystem (101) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei zumindest eine Steuereinheit
(103, 105) ausgebildet ist, nach ihrem Einschalten zu überprüfen, ob die andere Steuereinheit
die Lichtsignalanlage steuert oder nicht, und, wenn ja, die Steuerung (201, 205) der
Lichtsignalanlage von der anderen Steuereinheit zu übernehmen.
6. Steuerungssystem (101) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei zumindest eine der
Steuereinheiten (103, 105) ausgebildet, ansprechend auf einen Übergabebefehl, die
Steuerung zu beenden und an die andere Steuereinheit zu übergeben.
7. Steuerungssystem (101) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die eine Steuereinheit
(103, 105) als Hauptsteuereinheit zur Steuerung (201, 205) der Lichtsignalanlage in
einem Normalbetrieb ausgebildet ist und wobei die andere Steuereinheit als Notsteuereinheit
zur Steuerung (201, 205) der Lichtsignalanlage in einem Notbetrieb ausgebildet ist.
8. Verfahren zur Steuerung (201, 205) einer Lichtsignalanlage, umfassend die folgenden
Schritte:
- Steuern (201) der Lichtsignalanlage mittels einer ersten Steuereinheit,
- Übernehmen (203) der Steuerung der Lichtsignalanlage von der ersten Steuereinheit
mittels einer zweiten Steuereinheit und
- Steuern (205) der Lichtsignalanlage mittels der zweiten Steuereinheit,
- wobei die zwei Steuereinheiten (103, 105) jeweils ausgebildet sind, bei einer Steuerung
(201, 205) der Lichtsignalanlage durch die eine Steuereinheit die Steuerung (201,
205) der Lichtsignalanlage von der einen Steuereinheit zu übernehmen (107, 203), sodass
die Steuerung von den beiden Steuereinheiten (103, 105) jeweils gegenseitig übernommen
werden kann,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die erste Steuereinheit während ihrer Steuerung Übernahmepunkte an die zweite Steuereinheit
sendet (301), an denen die zweite Steuereinheit die Steuerung übernehmen könnte,
- wobei die zweite Steuereinheit an den gesendeten Übernahmepunkten eine Übernahme
der Steuerung prüft und abhängig von der Überprüfung die Steuerung übernimmt.
9. Verfahren nach Anspruch8, wobei die zweite Steuereinheit die gesendeten Übernahmepunkte
in einen Speicher speichert (303) und die Steuerung übernimmt, wenn beim Prüfen (305)
festgestellt wird, dass in dem Speicher keine Übernahmepunkte mehr gespeichert sind.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, wobei die erste Steuereinheit die Lichtsignalanlage
basierend auf einem Signalzeitenplan steuert und den Signalzeitenplan während der
Steuerung an die zweite Steuereinheit sendet, wobei die zweite Steuereinheit nach
der Übernahme die Lichtsignalanlage basierend auf dem gesendeten Signalzeitenplan
steuert.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei die erste Steuereinheit die Übernahmepunkte
in den Signalplan einfügt, wobei die zweite Steuereinheit ab dem Übernahmepunkt, an
welchem die zweite Steuereinheit die Steuerung von der ersten Steuereinheit übernimmt,
die Lichtsignalanlage basierend auf dem diesem Übernahmepunkt folgenden Signalplan
steuert.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei die zweite Steuereinheit ansprechend
auf einen Übergabebefehl, die Steuerung beendet und an die erste Steuereinheit übergibt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, wobei die erste Steuereinheit nach ihrem
Einschalten und vor dem Steuern überprüft, ob die zweite Steuereinheit die Lichtsignalanlage
steuert oder nicht, und, wenn ja, die Steuerung (201, 205) der Lichtsignalanlage von
der zweiten Steuereinheit übernimmt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, wobei die erste Steuereinheit als Hauptsteuereinheit
die Lichtsignalanlage in einem Normalbetrieb der Lichtsignalanlage steuert und wobei
die zweite Steuereinheit als Notsteuereinheit die Steuerung der Lichtsignalanlage
bei einem Wechsel vom Normalbetrieb in einen Notbetrieb übernimmt und die Lichtsignalanlage
während des Notbetriebs steuert.
15. Computerprogramm, umfassend Programmcode zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 8 bis 14, wenn das Computerprogramm auf einem Computer ausgeführt wird.
1. Control system (101) for controlling a light signal installation, comprising:
- two control units (103, 105), which are in each case embodied to control (201, 205)
a light signal installation independently of one another,
- wherein the two control units (103, 105) are in each case embodied, when the light
signal installation is being controlled (201, 205) by the one control unit, to take
over (107, 203) control (201, 205) of the light signal installation from the one control
unit, so that control can be taken over by the two control units (103, 105) from either
side in each case,
characterised in that
- at least one of the control units (103, 105) is embodied to send (301) takeover
points, at which the other control unit could take over (107, 203) control, to the
other control unit,
- wherein the other control unit is embodied to check a taking over (107, 203) of
control at the takeover points sent and, depending on the review, to take over (107,
203) control.
2. Control system (101) according to claim 1, wherein the other control unit is embodied
to store (303) the sent takeover points in a memory and to take over control if, when
checking, it is ascertained that no further takeover points are stored in the memory.
3. Control system (101) according to claim 1 or 2, wherein the takeover point corresponds
to a predetermined signal image.
4. Control system (101) according to one of the preceding claims, wherein at least one
of the control units (103, 105), when the light signal installation is being controlled
(201, 205) on the basis of a signal time plan, is embodied to send the signal time
plan to the other control unit during the control, wherein the other control unit
is embodied, when taking over control (201, 205), to control the light signal installation
on the basis of the signal time plan sent.
5. Control system (101) according to one of the preceding claims, wherein at least one
control unit (103, 105) is embodied, after it is switched on, to review whether or
not the other control unit is controlling the light signal installation and, if so,
to take over control (201, 205) of the light signal installation from the other control
unit.
6. Control system (101) according to one of the preceding claims, wherein at least one
of the control units (103, 105) is embodied, in response to a handover command, to
terminate control and to hand it over to the other control unit.
7. Control system (101) according to one of the preceding claims, wherein the one control
unit (103, 105) is embodied as a main control unit for controlling (201, 205) the
light signal installation during normal operation and wherein the other control unit
is embodied as an emergency control unit for controlling (201, 205) the light signal
installation during emergency operation.
8. Method for controlling (201, 205) a light signal installation, comprising the following
steps:
- control (201) of the light signal installation by means of a first control unit,
- takeover (203) of control of the light signal installation from the first control
unit by means of a second control unit and
- control (205) of the light signal installation by means of the second control unit,
- wherein the two control units (103, 105) are in each case embodied, when the light
signal installation is being controlled (201, 205) by the one control unit, to take
over (107, 203) control (201, 205) of the light signal installation from the one control
unit, so that control can be taken over by the two control units (103, 105) from either
side in each case,
characterised in that
- the first control unit, during its control, sends (301) takeover points to the second
control unit, at which the second control unit could take over control,
- wherein the second control unit checks a taking over of control at the takeover
points sent and, depending on the review, takes over control.
9. Method according to claim 8, wherein the second control unit stores (303) the sent
takeover points in a memory and takes over control if, when checking (305), it is
ascertained that no further takeover points are stored in the memory.
10. Method according to claim 8 or 9, wherein the first control unit controls the light
signal installation on the basis of a signal time plan and sends the signal time plan
to the second control unit during the control, wherein the second control unit, after
taking over, controls the light signal installation on the basis of the signal time
plan sent.
11. Method according to one of claims 8 to 10, wherein the first control unit adds the
takeover points to the signal plan, wherein the second control unit, as of the takeover
point at which the second control unit takes over control from the first control unit,
controls the light signal installation on the basis of the signal plan following this
takeover point.
12. Method according to one of claims 8 to 11, wherein the second control unit, in response
to a handover command, terminates control and hands it over to the first control unit.
13. Method according to one of claims 8 to 12, wherein the first control unit, after it
is switched on and before control, reviews whether or not the second control unit
is controlling the light signal installation and, if so, takes over control (201,
205) of the light signal installation from the second control unit.
14. Method according to one of claims 8 to 13, wherein the first control unit, as main
control unit, controls the light signal installation in normal operation of the light
signal installation and wherein the second control unit, as emergency control unit,
takes over control of the light signal installation during a switch from normal operation
to emergency operation and controls the light signal installation during the emergency
operation.
15. Computer program, comprising program code for performing the method according to one
of claims 8 to 14 when the computer program is executed on a computer.
1. Système (101) de commande pour commander une installation de signaux lumineux, comprenant
:
- deux unités (103, 105) de commande, qui sont constituées chacune pour commander
(201, 205) indépendamment l'une de l'autre une installation de signaux lumineux,
- dans lequel les deux unités (103, 105) de commande sont constituées chacune pour,
lors d'une commande (201, 205) de l'installation de signaux lumineux par la une unité
de commande, prendre (107, 203) en charge la commande (201, 205) de l'installation
de signaux lumineux par la une unité de commande, de manière à ce que la commande
puisse être prise en charge mutuellement respectivement par les deux unités (103,
105) de commande,
caractérisé
- en ce qu'au moins l'une des unités (103, 105) de commande est constituée pour envoyer (301)
à l'autre unité de commande des points de prise en charge, où l'autre unité de commande
pourrait prendre (107, 203) la commande en charge,
- dans lequel l'autre unité de commande est constituée pour contrôler une prise (107,
203) en charge de la une unité de commande aux points de prise en charge envoyés et
pour prendre (107, 203) en charge la commande en fonction du contrôle.
2. Système (101) de commande suivant la revendication 1, dans lequel l'autre unité de
commande est constituée pour mettre (303) dans une mémoire les points de prise en
charge envoyés et pour prendre la commande en charge si, au contrôle, il est constaté
qu'il n'y a plus de point de prise en charge dans la mémoire.
3. Système (101) de commande suivant la revendication 1 ou 2, dans lequel le point de
prise en charge correspond à une image de signal définie à l'avance.
4. Système (101) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel au moins l'une
des unités (103, 105) de commande est constituée pour, lors d'une commande (201, 205)
de l'installation de signaux lumineux reposant sur un plan temporel de signal, envoyer
le plan temporel de signal pendant la commande à l'autre unité de commande, l'autre
unité de commande étant constituée pour, à la réception de la commande (201, 205),
commander l'installation de signal lumineux sur la base du plan temporel de signal
envoyé.
5. Système (101) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel au moins une
unité (103, 105) de commande est constituée pour contrôler, après sa mise en circuit,
si l'autre unité de commande commande l'installation de signaux lumineux ou ne la
commande pas et, s'il la commande, prendre en charge la commande (201, 205) de l'installation
de signaux lumineux de l'autre unité de commande.
6. Système (101) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel au moins l'une
des unités (103, 105) de commande est constituée pour, en réaction à une instruction
de transmission, mettre fin à la commande et la transmettre à l'autre unité de commande.
7. Système (101) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel la une unité
(103, 105) de commande est constituée comme l'unité de commande principale pour la
commande (201, 205) de l'installation de signaux lumineux dans un fonctionnement normal
et dans lequel l'autre unité de commande est constituée comme unité de commande d'urgence
pour la commande (201, 205) de l'installation de signaux lumineux dans un fonctionnement
d'urgence.
8. Procédé de commande (201, 205) d'une installation de signaux lumineux comprenant les
stades suivants :
- commande (201) de l'installation de signaux lumineux au moyen d'une première unité
de commande,
- prise (203) en charge de la commande de l'installation de signaux lumineux de la
première unité de commande au moyen d'une deuxième unité de commande et
- commande (205) de l'installation de signaux lumineux au moyen de la deuxième unité
de commande,
- dans lequel les deux unités (103, 105) de commande sont constituées chacune pour,
lors d'une commande (201, 205) de l'installation de signaux lumineux par la une unité
de commande, prendre (107, 203) en charge la commande (201, 205) de l'installation
de signaux lumineux de la une unité de commande, de manière à ce que la commande puisse
être prise en charge mutuellement respectivement par les deux unités (103, 105) de
commande,
caractérisé
- en ce que la première unité de commande envoie (301) à la deuxième unité de commande des points
de prise en charge, où la deuxième unité de commande pourrait prendre la commande
en charge,
- dans lequel la deuxième unité de commande contrôle aux points de prise en charge
envoyés une prise en charge de la commande et prend en charge la commande en fonction
du contrôle.
9. Procédé suivant la revendication 8, dans lequel la deuxième unité de commande met
(303) dans une mémoire les points de prise en charge envoyés et prend en charge la
commande si, au contrôle (305), il est constaté qu'il n'y a plus de points de prise
en charge dans la mémoire.
10. Procédé suivant la revendication 8 ou 9, dans lequel la première unité de commande
commande l'installation de signaux lumineux sur la base d'un plan temporel de signal
et envoie pendant la commande le plan temporel de signal à la deuxième unité de commande,
la deuxième unité de commande commandant, après la prise en charge de l'installation
de signaux lumineux, sur la base du plan temporel de signal envoyé.
11. Procédé suivant l'une des revendications 8 à 10, dans lequel la première unité de
commande insère les points de prise en charge dans le plan de signal, dans lequel
la deuxième unité de commande commande, à partir du point de prise en charge, où la
deuxième unité de commande prend de la première unité de commande la commande en charge,
l'installation de signaux sur la base du plan de signal suivant ce point de prise
en charge.
12. Procédé suivant l'une des revendications 8 à 11, dans lequel la deuxième unité de
commande met, en réaction à une instruction de transmission, fin à la commande et
la transmet à la première unité de commande.
13. Procédé suivant l'une des revendications 8 à 12, dans lequel la première unité de
commande contrôle, après sa mise en circuit et avant la commande, si la deuxième unité
de commande commande l'installation de signaux lumineux ou ne la commande pas et,
dans l'affirmative, prend de la deuxième unité de commande en charge la commande (201,
205) de l'installation de signaux lumineux.
14. Procédé suivant l'une des revendications 8 à 13, dans lequel la première unité de
commande commande, comme unité de commande principale, l'installation de signaux lumineux
dans un fonctionnement normal de l'installation de signaux lumineux et dans lequel
la deuxième unité de commande prend en charge, comme unité de commande d'urgence,
la commande de l'installation de signaux lumineux lors d'un passage du fonctionnement
normal à un fonctionnement d'urgence et commande l'installation de signaux lumineux
pendant le fonctionnement d'urgence.
15. Programme d'ordinateur, comprenant des codes de programme pour effectuer le procédé
suivant l'une des revendications 8 à 14, lorsque le programme d'ordinateur est réalisé
sur un ordinateur.