[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Aufzug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Die in Gebäuden eingesetzten Aufzüge umfassen eine Kabine, ein Gegengewicht, Führungen
für die Kabine und das Gegengewicht, eine Seilanordnung, einen Antrieb, eine Bremsvorrichtung
und eine Steuerung.
[0003] Ein Maschinenraum für den Antrieb, die Bremsvorrichtung und die Steuerung braucht
Platz, der nicht in allen Gebäuden zur Verfügung steht. Darum wird insbesondere bei
engen Raumverhältnissen der Antrieb und die Bremsvorrichtung im Liftschacht angeordnet.
Die Steuerung wird so angeordnet, dass sie vom für Personen benützbaren Gebäudebereich
her zugänglich ist. Es gibt Lösungen bei denen ein Steuerschrank bei einer Zugangstür
des Aufzugs angeordnet ist. Das bedeutet aber, dass für den Steuerschrank Raum vorhanden
sein muss und dass eine Tür des Steuerschrankes neben der Zugangstür in Erscheinung
tritt. Der benötigte Raum und die sichtbare Tür des Steuerschranks sind unerwünschte
Aspekte solcher Lösungen.
[0004] EP 1 562 849 B1 und
US 2012/0305337 A1 beschreiben Lösungen, bei denen die Steuerung in einem Türpfosten also in einem vertikalen
Rahmenteil einer Zugangstüre angeordnet ist. Damit die Steuerung zugänglich ist, werden
spezielle Türpfosten verwendet, welche im Wesentlichen über ihre gesamte Höhe einen
horizontal parallelverschiebbaren oder einen um eine waagrechte Achse kippbaren Bereich
aufweisen. Solche speziellen Türpfosten unterscheiden sich von allen anderen für den
Aufzug verwendeten Türpfosten und ihre Herstellung sowie Montage ist mit hohem Aufwand
verbunden. Es ist einfach erkennbar, dass eine sichtbare Fläche dieser Türpfosten
im Wesentlichen über die gesamte Höhe des Türpfostens vom Türpfosten weg bewegbar
ist, was zu einem unerwünschten Erscheinungsbild führt.
[0005] US 7 434 664 B2 und
US 2012/0080273 A1 beschreiben das Evakuieren von Personen, welche sich bei einem störungsbedingten
Betriebsunterbruch in einer Aufzugskabine zwischen zwei Stationen befinden. In solchen
Situationen, insbesondere bei einem Stromausfall, wird mit einer Evakuierungssteuerung
die Bremse gelöst damit sich die Aufzugskabine aufgrund eines Gewichtsunterschieds
zwischen dem Gewicht der Aufzugskabine mit Passagieren und dem Gegengewicht bis zur
nächsten Tür bewegen kann. Die Evakuierungssteuerung oder ein Schrank mit dieser müssen
in Aufzugsnähe Platz finden und werden dort wahrgenommen, was zu Missbrauch führen
kann und das Erscheinungsbild negativ beeinflusst.
[0006] EP 1 148 018 B1 beschreibt einen neben einer Zugangstür des Aufzugs angeordneten Schrank mit einem
Wartungsbetätigungspaneel, welches unabhängig von der elektrischen Versorgung die
Aufzugsbremse lösen und eine Bewegung der Aufzugskabine zu einer Tür durchführen kann.
Ein Monitor des Wartungsbetätigungspaneels ermöglicht es die Geschwindigkeit zu begrenzen
indem die Lösung der Bremsen aufgegeben wird, sobald eine maximal zulässige Geschwindigkeit
erreicht wird. Das Eintreffen der Aufzugskabine bei einer Tür wird über eine Inspektionsöffnung
visuell kontrolliert. Der Schrank mit dem Wartungsbetätigungspaneel stört das Erscheinungsbild,
braucht Platz und erfordert eine spezifische Montageanordnung.
[0007] WO 2008/072023 A1 beschreibt eine Lösung bei der die Steuerung, die Stromversorgung und der Antrieb
im Liftschacht angeordnet sind. Steuerungs- und Anzeigeteile für Notfälle und Inspektionen
sind in einem mobilen Hilfsgerät angeordnet. Neben einer Zugangstür des Aufzugs wird
eine Umschalt- und Anschlusseinrichtung angeordnet, so dass bei Notfällen und Wartungen
von der normalen Betriebssteuerung auf die Steuerung über das mobile Hilfsgerät umgeschaltet
werden kann. Die Umschalt- und Anschlusseinrichtung stört das Erscheinungsbild, braucht
Platz und erfordert eine spezifische Montageanordnung.
[0008] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Lösung zu finden bei der die Not-evakuierung
mit kleinem Bau- und Montageaufwand, ohne störende Elemente gewährleistet werden kann.
[0009] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Die abhängigen Ansprüche
beschreiben alternative bzw. vorteilhafte Ausführungsvarianten.
[0010] Die Notevakuierung darf nur von speziell instruierten Personen durchgeführt werden.
Im Rahmen der Erfindung wurde erkannt, dass nur diese Personen den Zugang zur Bedienung
der Notevakuierung kennen sollen. Personen, welche den Aufzug lediglich benützen,
sollen keine Hinweise auf das Vorhandensein einer Bedienung der Notevakuierung erhalten.
Alle Aufzugsstationen sollen nur die für die reguläre Aufzugsbenützung notwendigen
Elemente auf einem Standard-Bedienfeld aufweisen.
[0011] Das Standard-Bedienfeld umfasst zumindest einen Aussendrücker, mit dem der Aufzug
bestellt werden kann. Gegebenenfalls gibt es für beide Fahrrichtungen getrennte Aussendrücker
und eine Fahr- und/oder Positionsanzeige. Das Bedienfeld ist an einer dem Standard-Bedienfeld
entsprechenden Öffnung eines Türrahmens bzw. eines vertikalen Rahmenprofils angeordnet.
Die Öffnung im Türrahmen für das Bedienfeld ist vorzugsweise maximal 30cm hoch und
maximal 10cm breit, so dass die mechanische Stabilität des Türrahmens durch die Öffnung
nur unwesentlich verkleinert wird und der Bearbeitungsaufwand zum Erzeugen der Öffnung
möglichst klein ist.
[0012] Erfindungsgemäss wird eine Einrichtung, welche die Notevakuierung ermöglicht, auf
der von der Bedienseite des Bedienfeldes abgewandten Innenseite des Türrahmens angeordnet.
Für Personen, welche ausserhalb der Aufzugskabine vor der Zugangstür stehen, befindet
sich die Einrichtung für die Durchführung der Notevakuierung hinter dem Standard-Bedienfeld
und kann nach der zumindest teilweisen Entfernung des Bedienfeldes von der Aussenseite
des Türrahmens her durch eine Öffnung des Türrahmens beim Bedienfeld bedient werden.
Die Bedienung durch die Öffnung kann manuell oder über Steuerverbindungen, wie Kabel
oder Steuergeräte erfolgen.
[0013] Alle Zugangstüren bzw. deren Türrahmen mit dem jeweiligen Bedienfeld können gleich
aussehen. Bei allen Türen können die gleichen Türrahmen mit einer Standard-Öffnung
für das Bedienfeld verwendeten werden. Darum muss bei der Herstellung der Rahmenprofile
sowie der Türrahmen und bei der Montage der Türrahmen nicht darauf geachtet werden,
ob es sich um eine Tür handelt, bei der eine Einrichtung für die Notevakuierung angeordnet
wird. Die Entscheidung, ob bei einer Tür eine Einrichtung für die Notevakuierung angeordnet
wird, kann nach der Montage der Standard-Türrahmen getroffen werden.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform werden Standard-Bedienfelder eingesetzt, welche
mit einer aus dem Stande der Technik bekannten Befestigungsart, insbesondere mit Einrastelementen
und/oder mit lösbaren Verbindungselementen, lösbar an der Öffnung des Türrahmens zu
befestigen sind. Nach dem Lösen eines Bedienfeldes kann dieses gegebenenfalls an den
Kabeln zum Bedienfeld unter der Öffnung im Türrahmen hängen gelassen werden. Gegebenenfalls
umfassen die Kabel bzw. deren Zuführungen im Türrahmen eine Steckverbindung, so dass
das Bedienfeld nach dem Ausziehen einer Steckverbindung vom Türrahmen entfernt werden
kann.
[0015] Es ist auch möglich, dass das Bedienfeld mit einer Führungseinrichtung, insb. einer
Schwenkeinrichtung am Türrahmen gehalten ist, so dass es zum Freigeben der Öffnung
eine Bewegung, insb. Schwenkbewegung durchführt.
[0016] Bei entferntem Bedienfeld, bzw. bei einer freien Öffnung des Türrahmens entsteht
ein Zugang zur Einrichtung für die Notevakuierung, welche im normalen Betriebszustand
hinter dem Bedienfeld liegt. Die Einrichtung für die Notevakuierung kann verschieden
ausgebildet sein.
[0017] Bei einer ersten Ausführungsform besteht die Einrichtung für die Notevakuierung lediglich
aus einem Steckanschluss an den ein mobiles Notbediengerät über ein Kabel mit Stecker
angeschlossen werden kann. Damit immer ein mobiles Notbediengerät zugänglich ist,
werden vorzugsweise zwei Notbediengeräte bei zwei verschiedenen Stationen des Aufzuges
im Liftschacht angeordnet. Unabhängig von der jeweiligen Position der Aufzugskabine
ist mindestens eines der beiden Notbediengeräte für eine speziell instruierte Person
zugänglich. Nach dem Holen eines zugänglichen mobilen Notbediengerätes, wird dessen
Kabel bei einer freien Öffnung des Türrahmens mit einem Steckanschluss für die Notevakuierung
eingesteckt.
[0018] Bei einer zweiten Ausführungsform besteht die Einrichtung für die Notevakuierung
aus einem durch die Öffnung im Türrahmen zugänglichen, am Türrahmen montierten Notbediengerät.
Wenn das Notbediengerät durch die Öffnung im Türrahmen nicht genügend gut zugänglich
ist, so kann es über eine Führungsvorrichtung an der Innenseite des Türrahmens befestigt
sein. Die Führungsvorrichtung und das Notbediengerät sind dann so ausgebildet, dass
das Notbediengerät zumindest teilweise durch die Öffnung im Türrahmen gegen die speziell
instruierte Person bewegt werden kann.
[0019] Ein Notbediengerät umfasst vorzugsweise eine Anzeige auf der die Position (Angabe
zum Stockwerk und/oder zur Bündigkeit) und/oder die Bewegungsgeschwindigkeit und/oder
die Bewegungsrichtung der Aufzugskabine angezeigt werden kann. Das Notbediengerät
umfasst zumindest Bedienelemente für die Rückholung mittels Lösen der Bremsen. Vorzugsweise
umfasst es auch Bedienelemente für einen Notbetrieb. Gegebenenfalls umfasst das Notbediengerät
auch eine Sprech- und gegebenenfalls eine Hörverbindung zur Aufzugskabine.
[0020] Bei einem Störfall ist es zweckmässig, wenn vom Notbediengerät aus zuerst eine eingeschlossene
Person über die Schritte für eine Evakuierung informiert wird. Dann wird meist versucht
in einem Notbetriebsmodus die Aufzugskabine unter Benützung des Antriebs zu einer
Station zu führen. Dazu umfasst das Notbediengerät vorzugsweise einen Ein/Aus-Schalter
und einen Auf/Ab-Schalter für den Notbetrieb.
[0021] Wenn der Notbetrieb nicht funktioniert, wird er ausgeschaltet, insbesondere wird
dann der Hauptschalter des Aufzugs ausgeschaltet und die Rückholung mit einem entsprechenden
Schalter eingeschaltet. Das Notbedienungsgerät ist dann mit einer Batterie bzw. einem
Akku der Bremsvorrichtung verbunden. Bei der Rückholung werden Schalter zum Lüften
der Bremsen bedient und die dabei entstehende Kabinenbewegung wird verfolgt, vorzugsweise
auf der Anzeige des Notbediengerätes. Wenn die Geschwindigkeit der Kabine über eine
vorgegebene Grenzgeschwindigkeit ansteigt, muss die Lüftung der Bremsen zumindest
bis zum genügenden Unterschreiten der Grenzgeschwindigkeit reduziert werden. Sobald
die Kabine bündig bei einer Station eintrifft, wird die Lüftung der Bremsen aufgehoben.
Bei festhaltenden Bremsen kann die speziell instruierte Person bei der Station mit
der Aufzugskabine die Türe öffnen und die Person befreien.
[0022] Das Notbediengerät kann auch einen Diagnose-Anschluss umfassen, über den die Steuerung
zugänglich ist.
[0023] Bei einem erfinderischen Aufzug mit mindestens einer Einrichtung für die Notevakuierung
können die Steuerung, die Stromversorgung, der Antrieb und die Bremsvorrichtung im
Liftschacht angeordnet werden. Wenn die im Liftschacht angeordneten Komponenten gewartet
werden müssen, kann die Aufzugskabine mit dem Notbediengerät in eine gewünschte Position
gefahren werden. Anschliessen wird der Hauptschalter ausgeschaltet und eine Tür bei
der zu wartenden Komponente geöffnet.
[0024] Die Zeichnungen erläutert den erfindungsgemässen Aufzug anhand von drei Ausführungsbeispielen.
Dabei zeigen
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines Aufzugsschachts mit zwei Zugangstüren,
- Fig. 2
- eine horizontale Schnittdarstellung durch den Liftschacht bei einer Zugangstür,
- Fig. 3
- eine Ansicht einer Zugangstür,
- Fig. 4
- eine perspektivische Darstellung eines Ausschnitts des Türrahmens mit der Standard-Öffnung
für das Bedienfeld,
- Fig. 5
- eine Ansicht eines Ausschnitts des Türrahmens mit der Standard-Öffnung für das Bedienfeld,
- Fig. 6
- eine Schnittdarstellung des Türrahmens gemäss F-F in Fig. 5,
- Fig. 7
- eine perspektivische Darstellung eines Ausschnitts des Türrahmens mit einer aus der
Standard-Öffnung des Bedienfelds heraus geklappten Halterung für ein Notbediengerät,
- Fig. 8
- eine Vertikalschnitt-Darstellung des Ausschnitts des Türrahmens mit einer aus der
Standard-Öffnung des Bedienfelds heraus geklappten Halterung für ein Notbediengerät
und
- Fig. 9
- eine perspektivische Darstellung eines Ausschnitts des Aufzugsschachts mit einer Zugangstür,
bei der ein Notbediengerät angeschlossen ist.
[0025] Fig. 1 zeigt einen Aufzugsschacht 1 mit zwei Zugangstüren 2. Der Aufzug umfasst eine
nicht dargestellte Kabine, vorzugsweise mit einer den Zugangstüren 2 zugeordneten
Kabinentür. Mit einem nicht dargestellter Antrieb und vorzugsweise einem Stahlseil
wird die Kabinenbewegung angetrieben, wobei insbesondere durch die Verwendung eines
nicht dargestellten Gegengewichts das zu bewegende Gewicht reduziert wird.
[0026] Zum Bremsen der Kabinenbewegung und zum Halten der Kabine an einer gewünschten Position
ist eine nicht dargestellte Bremsvorrichtung eingesetzt, deren Bremselemente im speisungslosen
Zustand die Kabine bremsen bzw. halten. Mindestens ein nicht dargestellter Freigabe-Elektromagnet
wird zum Lösen der Bremselemente eingesetzt. Der mindestens eine Freigabe-Elekromagnet
ist über eine Bremssteuerung mit einem Akku verbunden. Der Akku und die Bremssteuerung
ermöglichen auch bei einem Ausfall der Netzspannung das Lösen der Bremselemente. Damit
die Kabine bei gelösten Bremselementen keine unerwünscht schnelle Bewegung ausführt,
sind gegebenenfalls Kurzschlussbrücken einschaltbar, welche bei ausgeschalteter Antriebsspeisung,
gelösten Bremselementen sowie drehendem Antrieb durch die Generatorwirkung des Antriebes
eine Bremsung erzielen und dadurch für eine Notbefreiung eine langsame Kabinenbewegung
ermöglichen.
[0027] Für die Speisung des Antriebs, für eine Übertragung von Steuersignalen zwischen einer
Steuerung und dem Antrieb sowie der Bremsvorrichtung und für die Stromversorgung der
Kabine und die Übertragung von Steuer- und Anzeigesignalen zwischen Kabine und Steuerung
sind Kabel vorgesehen. Die Steuerung ist auch mit Bedienfeldern 3 der Zugangstüren
2 verbunden.
[0028] Fig. 2 zeigt eine im Liftschacht 1 angeordnete Steuerung 4 von der Kabel 5 zu den
Zugangstüren 2, insbesondere auch zum jeweiligen Bedienfeld 3, führen. Zur Verbindung
der Steuerung 4 mit Bedien- und Anzeigeelementen der Kabine werden vorzugsweise Schleppkabel
eingesetzt. Die Steuerung 4 kann bei der untersten Station, gegebenenfalls aber auch
bei einer anderen Station, oder auch vom Schacht 1 entfernt angeordnet werden. Der
Antrieb und insbesondere die Bremsvorrichtung können ortsfest, nämlich im Liftschacht
oder in einem Maschinenraum, oder auch an einem bewegten Teil, nämlich am Gegengewicht
oder an der Kabine angeordnet werden. Entsprechend der gewählten Antriebslage werden
Verbindungen zwischen der Steuerung 4 und dem Antrieb eingesetzt.
[0029] Gemäss Fig. 3 umfasst die Zugangstür 2 einen Türrahmen 6 mit zwei vertikalen Rahmenprofilen
7 und einem, die vertikalen Rahmenprofile oben verbindenden, horizontalen Rahmenprofil
8. Bei geschlossener Tür wird die Türöffnung von mindestens zwei Schiebetürflächen
9 verschlossen. Zum Befestigen des Bedienfelds 3 ist in einem vertikalen Rahmenprofil
7 eine dem Bedienfeld 3 entsprechenden Öffnung 10 ausgebildet. In der dargestellten
Situation ist das Bedienfeld 3 von der Öffnung 10 entfernt und steht auf dem Boden
bzw. der Schwelle 11 zur Zugangstür 2 beim untern Ende eines vertikalen Rahmenprofils
7.
[0030] Das entfernte Bedienfeld 3 war vorzugsweise mit Einrastelementen und/oder mit lösbaren
Verbindungselementen, beispielsweise Schrauben, lösbar an der Öffnung 10 befestigt.
Nach dem Lösen des Bedienfeldes 3 wurden die Kabel seiner Bedien- und Anzeigeelemente
bei entsprechenden Steckern hinter der Öffnung 10 ausgesteckt, so dass die Öffnung
10 frei zugänglich ist.
[0031] In der dargestellten Ausführungsform ist ein Notbediengerät 12 auf der von der Bedienseite
des Bedienfeldes 3 abgewandten Innenseite des vertikalen Rahmenprofils 7 bzw. des
Türrahmens 6 angeordnet. Speziell instruierten Personen können nun das Notbediengerät
12 durch die Öffnung 10 hindurch bedienen.
[0032] Das Notbediengerät 12 umfasst vorzugsweise eine Anzeige 12a auf der die Position,
bzw. Angaben zum Stockwerk sowie zur Bündigkeit, die Bewegungsgeschwindigkeit und
die Bewegungsrichtung der Aufzugskabine angezeigt werden. Das Notbediengerät 12 umfasst
zumindest erste Bedienelemente 12b für die Rückholung, beispielsweise in der Form
eines Ein/Aus-Schalters und mindestens eines Lüftungsschalters zum Lösen einer Bremse.
Vorzugsweise umfasst es auch einen Bremsprüfschalter und Notbetriebs-Bedienelemente
12c, beispielsweise in der Form eines Ein/Aus-Schalters und eines Auf/Ab-Schalters.
Ein gegebenenfalls vorgesehener Diagnosestecker 12d ermöglicht eine detaillierte Funktionsprüfung.
Gegebenenfalls umfasst das Notbediengerät 12 auch eine Sprech- und gegebenenfalls
eine Hörverbindung zur Aufzugskabine.
[0033] Fig. 4 zeigt die Anordnung der Frontfläche 13 des Notbediengeräts 12 im Türrahmen
6 etwas von der Öffnung 10 ins Innere des Türrahmens 6 zurückversetzt. In der dargestellten
Ausführungsform stehen von der Frontfläche 13 Befestigungsteile 14 vor, welche zwischen
der Ebene mit der Öffnung 10 und der Frontfläche 13 des Notbediengeräts 12 einen vorgegebenen
Freiraum für die Bedien- und Anzeigeelemente des Bedienfeldes 3 sicherstellen.
[0034] Fig. 5 bis 8 zeigen eine Ausführungsform, bei der die Bedienelemente des Notbediengeräts
12 über eine Schwenkvorrichtung an der Innenseite des Türrahmens 6 befestigt sind.
Die Schwenkvorrichtung umfasst eine Schenkachse 13, um welche ein Gehäuseteil 14 zum
Halten der Bedienelemente das Notbediengeräts 12 schwenkbar gelagert ist, so dass
ein Teil des Notbediengerätes 12 zumindest teilweise durch die Öffnung 10 aus dem
Türrahmen 6 heraus geschwenkt werden kann. Die Schwenkachse 13 ist an einer Halterung
15 angeordnet, wobei die Halterung 15 bei der Öffnung 10 am Türrahmen 6 befestigt
ist und in der dargestellten Ausführungsform auch die Anzeige 12a trägt.
[0035] Um das Gehäuseteil 14 in der eingeschwenkten Position lösbar fixieren zu können,
umfasst dieses eine Arretier-Einrichtung 16, welche von einer speziell instruierten
Person einfach betätigt bzw. gelöst und arretiert werden kann. Es versteht sich von
selbst, dass auch die Anzeige 12 a am Gehäuseteil 14 angeordnet werden kann, beispielsweise
an dessen nach dem Ausschwenken nach aussen stehenden Stirnseite. Anstelle einer Schwenkeinrichtung
kann für die Bewegung des Notbediengerätes 12 zwischen der bedienbaren und der unbedienbaren
Lage auch eine andere Führungseinrichtung vorgesehen werden.
[0036] Fig. 9 zeigt eine Ausführungsform, bei der die Einrichtung für die Notevakuierung
lediglich aus einem Steckanschluss für ein Kabel eines mobilen Notbediengeräts 12
besteht. Der Steckanschluss kann nach dem Entfernen des Bedienfelds 3 von der Öffnung
10 hinter dem Bedienfeld 3 benützt werden. Damit immer ein mobiles Notbediengerät
12 zugänglich ist, werden vorzugsweise zwei Notbediengeräte bei zwei verschiedenen
Stationen des Aufzuges im Aufzugschacht 1 angeordnet. Unabhängig von der jeweiligen
Position der Aufzugskabine ist mindestens eines der beiden Notbediengeräte 12 für
eine speziell instruierte Person zugänglich. Nach der manuellen Öffnung einer Zugangstür
2 wird ein dort gelagertes mobiles Notbediengerätes 12 entnommen, die Zugangstür wieder
geschlossen und das Kabel des Notbediengerätes 12 beim freigelegten Steckanschluss
eingesteckt. Anschliessen kann die Notevakuierung durchgeführt werden.
[0037] Das Notbediengerät 12 und eine damit bedienbare Rückholsteuerung sind mit einem Akku
und der Bremsvorrichtung verbunden. Das Lösen der Bremsvorrichtung kann über den Akku
erzielt werden. Mit dieser Anordnung wird bei Stromausfall eine Rückholmöglichkeit
bereitgestellt.
[0038] Im normalen Betriebsmodus des Aufzugs wird der Akku permanent aufgeladen. Bei jeder
Anfahrt des Aufzugs wird die Bremsvorrichtung deblockiert, sofern der Akku genügend
geladen ist. Bei ungenügender Ladung bleibt der Aufzug in der Station blockiert und
geht in einen Störungsmodus. Im Störungsmodus öffnen sich Kabinenund Schachttür und
bleiben geöffnet bis die Störung behoben ist. Dadurch wird das Einschliessen von Personen
verhindert.
[0039] Bei einer allfälligen Betriebsstörung, bei der die Kabine zwischen zwei Haltestellen
blockiert ist, wird ein Notbetrieb oder ein Rückholvorgang ermöglicht. Bei vorhandener
Stromversorgung kann eine instruierte Person mit der Notbedienung die Kabine über
entsprechende Fahrrichtungstaster auf die nächstliegende Haltestelle fahren. Mit dem
Notentriegelungsschlüssel kann beim Standort der Kabine manuell die Zugangstüre und
die Kabinentüre geöffnet werden, um die eingeschlossenen Personen zu befreien.
[0040] Bei ausgefallener Stromversorgung wird der Hauptschalter ausgeschaltet, um bei einer
plötzlichen Rückkehr der Stromversorgung einen gefährlichen Betriebszustand zu verhindern.
Anschliessend wird über die Rückholsteuerung die Bremsvorrichtung gelöst. Durch den
Freilauf des Antriebes wird sich die Kabine automatisch, entsprechend der Kabinenbeladung
auf- oder abwärts in die nächstliegende Haltestelle bewegen. Bei diesem Notbetrieb
werden Kurzschlussbrücken eingeschaltet, so dass durch die Generatorwirkung des Antriebes
eine Bremsung erzielt wird.
1. Aufzug mit einer in einem Aufzugsschacht (1) verfahrbaren Kabine, einem Seil zum Bewegen
der Kabine, einem Antrieb zum Antreiben des Seiles, mindestens einer Bremse zum Bremsen
und Halten des Seils, mindestens zwei Stationen am Aufzugsschacht mit Zugangstüren
(2), bei denen an je einer Öffnung (10) in einem Türrahmen (6) ein Bedienfeld (3)
mit mindestens einem Aussendrücker zum Bestellen der Kabine angeordnet ist, und mit
einer Steuerung (4) zum Gewährleisten des regulären Aufzugsbetriebs sowie einer Steuerung
zum Ermöglichen einer Notevakuierung, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung zum Durchführen einer Notevakuierung auf der von der Bedienseite
des Bedienfeldes (3) abgewandten Innenseite des Türrahmens (6) angeordnet und nach
einer zumindest teilweisen Entfernung des Bedienfeldes (3) von der entsprechenden
Öffnung (10) von der Aussenseite des Türrahmens (6) her durch die Öffnung (10) zu
bedienen ist.
2. Aufzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (10) im Türrahmen (6) für das Bedienfeld maximal 30cm hoch und maximal
10cm breit ist.
3. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Durchführen einer Notevakuierung im Innern des Türrahmens (6)
bei der Öffnung (10) einen Steckanschluss umfasst, an den ein mobiles Notbediengerät
(12) über ein Kabel mit Stecker anzuschliessen ist.
4. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Durchführen einer Notevakuierung im Innern des Türrahmens (6)
bei der Öffnung (10) ein Notbediengerät (12) umfasst.
5. Aufzug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Notbediengerät (12) auf der Innenseite des Türrahmens (6) an diesem befestigt
und von der Aussenseite des Türrahmens (6) durch die Öffnung (10) zur Bedienung zugänglich
ist.
6. Aufzug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Notbediengerät (12) an einer auf der Innenseite des Türrahmens (6) befestigten
Führungsvorrichtung (13) angeordnet und an dieser zumindest teilweise durch die Öffnung
(10) auf die Aussenseite des Türrahmens (6) bewegbar ist.
7. Aufzug nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Notbediengerät (12) zumindest erste Bedienelemente (12b) zum Lösen der mindestens
einen Bremse, gegebenenfalls zweite Bedienelemente (12c) für einen Notbetrieb und
insbesondere eine Anzeige (12a) zum Anzeigen mindestens einer Kabinen-Positionsinformation
und/oder einer aktuellen Kabinen-Geschwindigkeit umfasst.
8. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Steuerung (4) im Aufzugsschacht (1) angeordnet ist.
9. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienfeld (3) mit Einrastelementen und/oder mit lösbaren Verbindungselementen,
lösbar an der Öffnung (10) des Türrahmens (6) befestigt ist.
10. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienfeld (3) nach dem Lösen vom Türrahmen (6) an Kabeln zum Bedienfeld (3)
unter der Öffnung (10) hängt oder nach dem Ausziehen einer Steckverbindung vom Türrahmen
(6) entfernt werden kann oder an einer mit dem Türrahmen (6) verbundenen Führungsvorrichtung
von der Öffnung (10) wegbewegbar ist.