[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Wärmedämmelement zur Wärmeentkopplung zwischen
aus Beton zu erstellenden, tragenden Gebäudeteilen, vorzugsweise zwischen einem vertikalen
Gebäudeteil, insbesondere einer Schütze, und einem darüber oder darunter liegenden,
horizontalen Gebäudeteil, insbesondere einer Geschossdecke oder einer Bodenplatte.
[0002] Im Hochbau werden tragende Gebäudeteile häufig aus mit einer Bewehrung versehenen
Betonkonstruktionen erstellt. Aus energetischen Gründen werden solche Gebäudeteile
in der Regel mit einer von außen angebrachten Wärmedämmung versehen. Insbesondere
die Geschossdecke zwischen Tiefgeschoss, wie beispielsweise Keller oder Tiefgarage,
und Erdgeschoss wird häufig auf der Tiefgeschossseite mit einer deckenseitig angebrachten
Wärmedämmung ausgerüstet. Hierbei ergibt sich die Schwierigkeit, dass die tragenden
Gebäudeteile, auf denen das Gebäude ruht, wie etwa Stützen und Außenwände, in lastabtragender
Weise mit den darüber befindlichen Gebäudeteilen, insbesondere der Geschossdecke,
verbunden sein müssen. Dies wird in der Regel dadurch erreicht, dass die Geschossdecke
bei durchgehender Bewehrung monolithisch mit den tragenden Stützen und Außenwänden
verbunden wird. Hierbei entstehen jedoch Wärmebrücken, die sich nur schlecht durch
eine nachträglich von außen angebrachte Wärmedämmung beseitigen lassen. In Tiefgaragen
wird beispielsweise häufig der obere, zur Geschossdecke weisende Abschnitt der tragenden
Betonstützen ebenfalls mit einer Wärmedämmung ummantelt. Dies ist nicht nur aufwendig
und optisch wenig ansprechend, sondern führt auch zu unbefriedigenden bauphysikalischen
Ergebnissen und vermindert zudem den in der Tiefgarage verfügbaren Parkraum.
[0003] Aus der Schrift
DE 101 06 222 ist ein mauersteinförmiges Wandelement zur Wärmeentkopplung zwischen Wandteilen und
Boden- oder Deckenteilen beschrieben. Das Wärmedämmelement besitzt eine druckfeste
Tragstruktur mit in den Zwischenräumen angeordneten Isolierelementen. Die Tragstruktur
kann beispielsweise aus einem Leichtbeton bestehen. Ein solches Wärmedämmelement dient
zur Wärmedämmung gemauerter Außenwände, indem es beispielsweise wie ein herkömmlicher
Mauerstein als erste Steinschicht der tragenden Außenwand oberhalb der Kellerdecke
eingesetzt wird.
[0004] Aus der Schrift
EP 2 405 065 ist ein druckkraftübertragendes und isolierendes Anschlusselement bekannt, welches
zur vertikalen, lastabtragenden Verbindung von aus Beton zu erstellenden Gebäudeteilen
zum Einsatz kommt. Es besteht aus einem Isolationskörper mit einem oder mehreren darin
eingebetteten Druckelementen. Durch die Druckelemente verlaufen Querkraftbewehrungselemente,
die sich zum Anschluss an die aus Beton zu erstellenden Gebäudeteile im Wesentlichen
vertikal über die Oberseite und die Unterseite des Isolationskörpers hinaus erstrecken.
Der Isolationskörper kann beispielsweise aus Schaumglas oder expandiertem Polystyrol-Hartschaum
und die Druckelemente aus Beton, Faserbeton oder Faserkunststoff hergestellt werden.
[0005] Beim Einbau eines solchen vorgefertigten Anschlusselements müssen die Bewehrungselemente
beim Betonieren der angrenzenden Gebäudeteile mit vergossen werden. Zu diesem Zweck
muss das Anschlusselement in eine geschlossene Schalung für das darunter liegende
Gebäudeteil eingebaut werden und es muss von unten gegen die bestehende, nicht zugängliche
und nicht sichtbare Unterseite des Anschlusselements betoniert werden. Insbesondere
bei Stützen und Außenwänden, bei denen es sich um tragende Bauwerksteile handelt,
kann eine mangelhaft Ausführung beim Erstellen der Gebäudeteile insbesondere an der
Verbindungsstelle zu dem Anschlusselement später zu gravierenden statischen Problemen
am Gebäude führen. Hinzu kommt, dass eine Kontrolle und Überwachung der Ausführung
kaum möglich ist. Insbesondere ist eine Sichtkontrolle vor und während des Betonierens
wegen der Einbausituation in die Schalung nicht gegeben. Am fertigen Gebäudeteil ist
eine Prüfung ebenfalls kaum mehr möglich, da die Verbindungsfläche zwischen Gebäudeteil
und Anschlusselement nicht zugänglich ist.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Wärmedämmelement anzugeben, welches
einen zuverlässigen Einbau an einer vertikal lastabtragenden Verbindungsstelle zwischen
zwei aus Beton zu erstellenden Gebäudeteilen ermöglicht.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind den anhängigen Ansprüchen zu entnehmen. Darüber hinaus betrifft die Erfindung
ein Verfahren zum Einbau eines entsprechenden Wärmedämmelements.
[0008] Bei einem erfindungsgemäßen Wärmedämmelement, welches zumindest teilweise aus einem
druckkraftübertragenden Werkstoff besteht und eine obere und eine untere Auflagefläche
zum vertikalen Anschluss an die aus Beton zu erstellenden Gebäudeteile aufweist, wird
die Aufgabe dadurch gelöst, dass das Wärmedämmelement zumindest eine sich von der
oberen bis zur unteren Auflagefläche erstreckende Durchgangsöffnung aufweist, welche
zum Durchführen eines Verdichtungsgeräts ausgebildet ist. Die Durchgangsöffnung dient
somit als Eintauchstelle für einen Innenrüttler. Vorzugsweise ist die Durchgangsöffnung
in dem Wärmedämmelement in etwa mittig angeordnet.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass beim Einbau und anschließendem
Betonieren gegen die Unterseite des Wärmedämmelements eine unzureichende und undefinierte
Verdichtung des Ortbeton unterhalb des Wärmedämmelements auftreten kann, die zudem
stark von der Zusammensetzung des verwendeten Ortbetons abhängt. Nach Erkenntnis der
Erfindung können an der Unterseite des Wärmedämmelements beim Abbinden des Ortbetons
zwei Prozesse dazu führen, dass die lastabtragende Anbindung des Wärmedämmelements
an das darunter liegende Gebäudeteil mangelhaft ist. Einerseits können aufsteigende
Luftblasen, sogenannte Verdichtungsporen, an der Unterseite des Wärmedämmelements
zu Lunkerbildung führen und so für eine statisch unzureichende Anbindung sorgen. Ein
noch kritischerer Prozess stellt eine Sedimentation im noch nicht abgebundenen Ortbeton
dar, bei dem schwerere Zuschlagstoffe langsam absinken und an der Betonoberfläche
Wasser bzw. Zementleim abgesondert wird. Nach dem Abbinden und Austrocknen des Betonteils
können in diesem Fall großflächige Hohlstellen zwischen dem Wärmedämmelement und dem
darunter befindlichen Betonteil verbleiben, die von außen nicht sichtbar sind.
[0010] Um dies zu vermeiden wird in dem erfindungsgemäßen Wärmedämmelement eine Durchgangsöffnung
vorgesehen, durch welche ein Verdichtungsgerät wie etwa die Rüttelflasche eines Betonrüttlers
hindurchgeführt werden kann, um nach dem Einbau des Wärmedämmelementes den darunter
befindlichen Ortbeton zu verdichten bzw. nachzuverdichten. Durch diese Verdichtung
bzw. Nachverdichtung können die beschriebenen Probleme vermieden und eine zuverlässige
Anbindung des Wärmedämmelementes an das darunter befindliche Gebäudeteil erreicht
werden.
[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Wärmedämmelement zumindest teilweise
aus einem druckkraftübertragenden und wärmedämmenden Werkstoff hergestellt. Vorzugsweise
kann es sich bei diesem Werkstoff um einen Leichtbeton handeln. Aus Leichtbeton lassen
sich unter Fabrikbedingungen hochdruckfeste Formelemente mit niedriger spezifischer
Wärmeleitfähigkeit herstellen. Je nach statischer Anforderung kann ein solches Leichtbetonformteil
neben der erfindungsgemäßen Durchgangsöffnung weitere Hohlkammern oder eingeschlossene
Isolierelemente umfassen.
[0012] Unter Leichtbeton ist nach dem geltenden Regelwerk ein Beton mit einer trockenen
Rohdichte von maximal 2000 kg/m
3 definiert. Die geringe Dichte im Vergleich zu Normalbeton wird durch entsprechende
Herstellverfahren und unterschiedliche Leichtbetonkörnungen wie etwa Körnungen mit
Kornporosität wie Blähton erreicht. Leichtbeton besitzt je nach Zusammensetzung eine
Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,2 und 1,6 W/(m · K).
[0013] Als weiterer Vorteil ergibt sich, dass bei gleicher Festigkeitsklasse der E-Modul
von Leichtbeton nur etwa 30 bis 70 % der Werte von Normalbeton beträgt. Daher sind
die elastischen Verformungen bei gleicher Beanspruchung (Spannung) im Mittel 1,5-
bis 3-mal so groß. Aus diesem Grund wirkt ein Wärmedämmelement aus Leichtbeton gleichzeitig
als Spannungs-Dämpfungselement und ist in der Lage, kleinere Setzungen und elastische
Verformungen des darüber liegenden Gebäudeteils auszugleichen und eine gleichmäßigere
Verteilung und Krafteinleitung von außerzentrischen Auflagekräften auf bzw. in das
darunterliegende Gebäudeteil, insbesondere eine Stütze, sicherzustellen.
[0014] Das wesentlich geringere E-Modul des verwendeten Leichtbetons wirkt sich hierbei
besonders günstig bei Last-Ausmitten und Auflagerverdrehungen aus, die erhöhte Kantenpressungen
zur Folge haben. Das Wärmedämmelement wirkt aufgrund seiner elastischen Eigenschaften
sozusagen als "Zentrierelement". Im Gegensatz dazu ist die Stauchung bei zentrischer
Belastung von untergeordneter Bedeutung.
[0015] Das typische E-Modul von Normalbeton, wie er für eine Stütze verwendet wird, beträgt
etwa E
cm≈30.000 bis 40.000 N/mm
2. Das E-Modul des im Rahmen der Erfindung bevorzugten Leichtbetons beträgt dem gegenüber
zwischen etwa 9.000 und 22.000 N/mm
2, vorzugsweise 12.000 und 16.000 N/mm
2, höchstvorzugsweise etwa 14.000 N/mm
2.
[0016] Alternativ kann das Wärmedämmelement auch aus einem wärmedämmenden aber nicht druckkraftübertragenden
Isolierkörper, beispielsweise aus extrudiertem Polystyrol mit einem oder mehreren
darin eingebetteten Druckkörpern bestehen. Solche Druckkörper können aus hochfestem
Beton hergestellt werden, wobei eine Reduzierung der Wärmeleitfähigkeit des Wärmedämmelements
in diesem Falle durch eine entsprechend kleine Grundfläche der Druckelemente erreicht
wird. Auch in diesem Fall ist wesentlich, dass beim Einbau des Wärmedämmelements eine
Nachverdichtung des darunter betonierten Gebäudeteils erfolgt, indem ein entsprechendes
Rüttelwerkzeug durch die im Wärmedämmelement vorgesehene Durchgangsöffnung in den
darunterliegenden Ortbeton des angrenzenden frisch betonierten Gebäudeteils eingeführt
wird.
[0017] Gegenüber einem massiven oder in Hohlblockbauweise gefertigten Wärmedämmelement aus
Leichtbeton hat die letztgenannte Variante aufgrund der deutlich kleineren Auflagefläche
allerdings den Nachteil, dass bereits kleinere Schwachstellen in der Anbindung an
das darunterliegende Gebäudeteil aufgrund von Lunkerbildung oder Sedimentation deutlich
stärkere Auswirkung auf die statische Stabilität der Konstruktion haben. Schlimmstenfalls
kann es zu einer lokalen Überlastung und damit einem Versagen einzelner Druckelemente
des Wärmedämmelements kommen. Diese Gefahr ist aufgrund der wesentlich größeren Auflagefläche
bei einem Wärmedämmelement aus einem druckkraftübertragenden Werkstoff wie Leichtbeton
wesentlich geringer.
[0018] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ergibt sich, wenn die untere Auflagefläche
des Wärmedämmelements eine Oberfläche mit dreidimensionalem Profil aufweist. Durch
geeignete Profilierung der Oberfläche lassen sich Defekte in der Verbindung zwischen
Wärmedämmelement und dem darunter liegenden frisch betonierten Gebäudeteil weiter
vermindern. So kann die Oberfläche beispielsweise Erhöhungen und Vertiefungen aufweisen
sowie geneigte Flächen, Furchen, oder ähnliches, so dass im Falle auftretender Sedimentation
das sich absetzende Oberflächenwasser in unkritische Bereiche ablaufen bzw. sich dort
absetzen kann, während in für die statische Anbindung kritischen Bereichen des Wärmedämmelements
eine innige Verbindung zum Frischbeton des darunterliegenden Gebäudeteils entsteht.
[0019] Als besonders bevorzugt wird in diesem Zusammenhang eine Ausführungsform angesehen,
bei der die untere Auflagefläche eine trichterförmig in Richtung der Durchgangsöffnung
geneigte oder gewölbte Oberfläche aufweist. Hierdurch wird erreicht, dass im Falle
auftretender Sedimentation das sich absetzende Oberflächenwasser in Richtung der Durchgangsöffnung
verdrängt wird bzw. sich nur in diesem Bereich bildet, der zur Statik der Konstruktion
ohnehin nicht beiträgt.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind außerdem ein
oder mehrere stabförmige Bewehrungselemente vorgesehen, die das Wärmedämmelement durchdringen
und sich im Wesentlichen vertikal über die obere und untere Auflagefläche hinaus erstrecken.
Mit solchen Bewehrungselementen kann das Wärmedämmelement mit den angrenzenden Gebäudeteilen
verbunden und gegebenenfalls an deren Bewehrung angeschlossen werden. Somit wird eine
monolithische Verbindung der Gebäudeteile erreicht, auch wenn aufgrund statischer
Anforderungen die Verbindung lediglich als Betongelenk betrachtet und die Bewehrungselemente
somit eine eher konstruktive Funktion ohne größere Bedeutung für die Gebäudestatik
erfüllen.
[0021] Vorzugsweise können die Bewehrungselemente als Bewehrungsstäbe ausgebildet werden,
die vorwiegend zur Übertragung von Zugkräften dienen. Häufig werden Bewehrungselemente,
die eine Wärmedämmung durchqueren müssen, aus bauphysikalischen Gründen aus Edelstahl
bzw. nichtrostendem Stahl gefertigt. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung können aus
Gründen der besseren thermischen Isolierung die Bewehrungselemente vorzugsweise aus
einem Faserverbundwerkstoff wie etwa glasfaserverstärkten Kunststoff hergestellt werden.
[0022] Des Weiteren erweist es sich als vorteilhaft, wenn im Inneren des druckkraftübertragenden
Werkstoffs in dem Wärmedämmelement ein Bewehrungsbügel angeordnet wird. Ein solcher
Bewehrungsbügel in Form eines in sich geschlossenen Bewehrungsringes mit beispielsweise
kreisrunder oder abgerundet mehreckiger Grundfläche, der in einer bezüglich der Auflageflächen
im Wesentlichen parallelen Ebene angeordnet wird, kann die Druckkraftbeständigkeit
des Wärmedämmelements weiter steigern, indem dieser die Querdehnung des Wärmedämmelements
unter Druck minimiert.
[0023] Ein weiterer vorteilhafter Aspekt der vorliegenden Erfindung ergibt sich, wenn an
dem Wärmedämmelement mindestens eine um dessen vertikale Begrenzungsflächen umlaufende
Dichtung vorgesehen wird, welche einen dichten Einbau des Wärmedämmelements in eine
Schalung für das darunter liegende Gebäudeteil gewährleistet. Einerseits wird durch
eine solche Dichtung verhindert, dass beim Einsetzen des Wärmedämmelements oder Betonieren
des darunterliegenden Gebäudeteils Frischbeton zwischen Schalung und Wärmedämmelement
eindringen und aufsteigen kann. Andererseits verhindert eine solche Dichtung das Eindringen
von Luft zwischen Schalung und Wärmedämmelement, wenn nach erfolgtem Verdichten das
Rüttelwerkzeug aus der Durchgangsöffnung des Wärmedämmelements herausgezogen wird
und das Wärmedämmelement um das zuvor vom Rüttelwerkzeug verdrängte Volumen innerhalb
der Schalung des darunterliegenden Gebäudeteils absinkt.
[0024] Neben der Durchgangsöffnung für das Rüttelwerkzeug können in dem Wärmedämmelement
weitere Vergussöffnungen vorgesehen sein, über die erforderlichenfalls nach Aushärten
des Betons zusätzlich Vergussmasse, wie etwa Vergussmörtel eingefüllt werden kann,
um etwaige noch bestehende Hohlräume zwischen dem darunterliegenden Gebäudeteil und
dem Wärmedämmelement auszufüllen. Vorzugsweise sind die betreffenden Vergussöffnungen
mittels herausnehmbarer Blindstopfen verschlossen, so dass diese beim Einbau des Wärmedämmelementes
nicht von Ortbeton verstopft werden können.
[0025] Weiterhin ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt, dass ein Verschlussstopfen
vorgesehen wird, mit dem die Durchgangsöffnung nachträglich verschlossen werden kann.
Hierbei ist weiter bevorzugt, dass der Verschlussstopfen aus einem wärmedämmenden,
aber nichttragenden Material besteht, wie beispielsweise extrudiertem Polystyrol.
Außerdem kann ein solcher Verschlussstopfen konisch geformt sein, so dass er dichtend
in die, vorzugsweise ebenfalls konisch nach unten hin zulaufende Durchgangsöffnung
eingesetzt werden kann. Somit ist sichergestellt, dass nach dem Einbau des Wärmedämmelementes
keine Wärmebrücke durch die Durchgangsöffnung bestehen bleibt, beispielsweise aufgrund
in der Durchgangsöffnung eintretenden Ortbetons beim Betonieren der darüber liegenden
Geschossdecke.
[0026] Zusätzlich können in dem Wärmedämmelement ein oder mehrere Indikatoren vorgesehen
werden, die einen ausreichenden Kontakt der unteren Anlagefläche mit dem Frischbeton
des darunter zu erstellenden Gebäudeteils anzeigen. solche Indikatoren können beispielsweise
in der Art eines Schwimmers ausgebildet sein. Wenn somit bei ausreichendem Kontakt
die Indikatoren an der oberen Auflagefläche des Wärmedämmelements sichtbar werden
ist sichergestellt, dass ausreichend Kontakt zu der darunterliegenden Betonfläche
besteht.
[0027] Um ein Durchführen eines Rüttelwerkzeuges, beispielsweise der Rüttelflasche eines
Betonrüttlers, zu ermöglichen, besitzt die Durchgangsöffnung ein Öffnungsmaß dass
groß genug ist, um das Durchführen baustellenüblicher Rüttelflaschen zu ermöglichen,
insbesondere von mindestens 50 mm, vorzugsweise zwischen 60 und 80 mm.
[0028] Die Erfindung betrifft darüber hinaus ein Verfahren zum Einbau eines solchen Wärmedämmelementes
zwischen zwei aus Beton zu erstellenden, tragenden Gebäudeteilen, vorzugsweise zwischen
einem vertikalen Gebäudeteil, insbesondere einer Stütze, und einem darüber oder darunter
liegenden horizontalen Gebäudeteil, insbesondere einer Geschossdecke oder einer Bodenplatte.
Hierbei wird zunächst eine Schalung für das untere Gebäudeteil erstellt und das untere
Gebäudeteil betoniert, indem Ortbeton in die Schalung eingefüllt und verdichtet wird.
Dann wird in einem zweiten Schritt das Wärmedämmelement in die Schalung für das untere
Gebäudeteil eingesetzt. Hierbei werden die gegebenenfalls nach unten über das Wärmedämmelement
hinausragenden Bewehrungselemente in den frischen Ortbeton des unteren Gebäudeteils
eingedrückt. Erfindungsgemäß erfolgt in einem anschließenden Schritt ein Nachverdichten
des Betons mittels eines Verdichtungsgerätes, welches durch die Durchgangsöffnung
in dem Wärmedämmelement hindurch geführt wird. Vorzugsweise kann die Durchgangsöffnung
anschließend mittels eines Verschlussstopfens verschlossen werden. Danach kann oberhalb
des Wärmedämmelements in an sich üblicher Weise das obere Gebäudeteil, zum Beispiel
eine Geschossdecke erstellt werden.
[0029] Durch das Nachverdichten des noch frischen Ortbetons des unteren Gebäudeteils nach
Einsetzen des Wärmedämmelements wird sichergestellt, dass zu dessen unterer Anlagefläche
inniger Kontakt besteht und Hohlräume aufgrund von Lunkerbildung und Sedimentation
zwischen Wärmedämmelement und dem darunter befindlichen Gebäudeteil vermieden werden.
[0030] Bei einem alternativen Einbauverfahren kann das Wärmedämmelement auch vor dem Verfüllen
der Schalung mit Ortbeton eingebaut werden. In diesem Fall kann die Durchgangsöffnung
zunächst als Einfüllöffnung für den Ortbeton verwendet werden. Anschließend erfolgt
eine Verdichtung des eingefüllten Betons, indem durch die Durchgangsöffnung das Rüttelwerkzeug
in den frischen Ortbeton eingeführt wird.
[0031] Weitere Merkmale, Vorteile und Eigenschaften der vorliegenden Erfindung werden im
Folgenden anhand der Figuren und anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Dabei
zeigt:
- Fig. 1
- eine isometrische Ansicht eines erfindungsgemäßen Wärmedämmelements aus einem druckkraftübertragenden
Werkstoff, insbesondere Leichtbeton
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf das Wärmedämmelement aus Fig. 1,
- Fig. 3
- einen vertikalen Schnitt durch das Wärmedämmelement entlang der Schnittlinie C-C aus
Fig. 2,
- Fig. 4
- eine Weiterbildung des Wärmedämmelements aus Fig. 1 in einer Seitenansicht,
- Fig. 5
- einen Querschnitt einer Stütze eines Gebäudes, die mit einem Wärmedämmelement ausgestattet
ist,
- Fig. 6
- einen Schnitt durch die Stütze aus Figur 5 und der darüber und darunter befindlichen
Gebäudeteile entlang der Schnittlinie B-B,
- Fig. 7
- die Armierung der Stütze aus Figur 6 mit dem Wärmedämmelement vor dem Betonieren der
Stütze,
- Fig. 8
- die mit einer Schalung versehene Stütze nach dem Verfüllen mit Beton,
- Fig. 9
- ein vergrößerter Ausschnitt aus Figur 8,
- Fig. 10
- ein alternatives Ausführungsbeispiel mit im Fußbereich einer Stütze angeordnetem Wärmedämmelement
und.
- Fig. 11
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Wärmedämmelements aus einem nichttragenden Dämmmaterial
mit eingesetzten Einzeldruckkörpern.
[0032] Das in den Figuren 1 bis 3 gezeigte Wärmedämmelement 1 dient zum monolithischen Anschluss
und zur lastabtragenden Verbindung einer betonierten Stütze im Untergeschoss eines
Gebäudes an die darüber liegende Kellerdecke. Es besitzt ein quaderförmiges Grundelement
1 mit einer Oberseite 2 und einer Unterseite 3, die jeweils als Auflageflächen für
die Kellerdecke bzw. den Abschluss der diese tragenden Stütze dient. In der Mitte
des quaderförmigen Wärmedämmelements 1 befindet sich eine zentrale Durchgangsöffnung
4, die sich von der Oberseite 2 bis zur Unterseite 3 des Wärmedämmelements 1 erstreckt.
Durch das Wärmedämmelement ragen vier Bewehrungsstäbe 5. Die Unterseite 3 des Wärmedämmelements
1 weist eine dreidimensionale Profilierung in Form einer sich trichterförmig in Richtung
der Durchgangsöffnung 4 erstreckenden Ausnehmung 6 auf. Im Inneren des Wärmedämmelements
1 ist außerdem eine rechtwinkelig dazu angeordnete Bewehrung, beispielsweise ein Bewehrungsbügel
7 eingebettet, der um die Bewehrungsstäbe 5 herum liegt und dem Wärmedämmelement zusätzliche
Stabilität verleiht.
[0033] Das Wärmedämmelement 1 besteht aus einem Leichtbeton, welcher einerseits eine hohe
Druckstabilität, andererseits eine gute Wärmedämmeigenschaft aufweist. Gegenüber Beton
mit einer Wärmeleitfähigkeit von etwa 1,6 W/(m · K) liegt die Wärmeleitfähigkeit bei
Verwendung eines geeigneten Leichtbetonwerkstoffs im Bereich von etwa 0,5 W/(m · K),
was einer Verbesserung um etwa 70 % entspricht. Der verwendete Leichtbeton besteht
im Wesentlichen aus Blähton, Feinsanden, vorzugsweise Leichtsand, Fließmitteln sowie
Stabilisatoren, die ein Entmischen durch Aufschwimmen der Körnung verhindern und die
Verarbeitbarkeit verbessern.
[0034] Die Druckfestigkeit des Wärmedämmelements ist dabei ausreichend hoch, um die statisch
geplante Ausnutzung der darunter liegenden Stütze aus Ortbeton zu ermöglichen, beispielsweise
entsprechend der Druckfestigkeitsklasse C25/30. Vorzugsweise entspricht die Druckfestigkeit
des Wärmedämmelements aber sogar mindestens dem 1,5-fachen des statisch erforderlichen
Wertes. Damit wird erreicht, dass auch im Falle von eventuellen Fehlflächen an der
Verbindungsfläche zwischen Wärmedämmelement und Stütze Sicherheitsreserven vorhanden
sind, so dass das Wärmedämmelement auch bei punktuell höherer Belastung statisch stabil
bleibt.
[0035] Die Bewehrungsstäbe 5, die den Grundkörper des Wärmedämmelements 1 in vertikaler
Richtung durchqueren, dienen vor allem als Zugstäbe zur Übertragung gegebenenfalls
auftretender Zugkräfte. Die Bewehrungsstäbe 5 können bei der Herstellung des Wärmedämmelements
in den Leichtbetonwerkstoff des quaderförmigen Grundkörpers 1 einbetoniert werden.
Alternativ ist es zur einfacheren Herstellung des Wärmedämmelementes möglich, bei
der Herstellung Hülsen als eine Art verlorene Schaltung zu verbauen, durch die die
Bewehrungsstäbe 5 nach dem Aushärten des Leichtbetonelements 1 hindurchgesteckt werden.
[0036] Die Bewehrungsstäbe 5 selbst sind im Ausführungsbeispiel aus einem Faserverbundwerkstoff
wie etwa dem bewährten Bewehrungsstab ComBAR® von Schöck, der aus in Kraftrichtung
ausgerichteten Glasfasern und einer Kunstharz-Matrix besteht. Ein solcher Glasfaserbewehrungsstab
weist eine extrem niedrige Wärmeleitfähigkeit auf, die bis zu 100 mal geringer ist
als bei Betonstahl, und ist somit ideal für die Anwendung in dem Wärmedämmelement
geeignet. Alternativ können jedoch auch Bewehrungsstäbe herkömmlicher Art aus nichtrostendem
Stahl oder Baustahl zum Einsatz kommen.
[0037] Vor allem bei Einsatz von Bewehrungsstäben aus einem Faserverbundwerkstoff ist die
beschriebene Verwendung von Hülsen als verlorener Schalung zum nachträglichen Einstecken
der Bewehrungsstäbe vorteilhaft. Bewehrungsstäbe aus Faserverbundwerkstoffen können
zwar sehr hohe Zugkräfte übertragen, im Gegensatz dazu können aber schon deutlich
geringere Druckkräfte zur Zerstörung der Bewehrungsstäbe führen. Durch den Einsatz
von Hülsen wird eine formschlüssige Einbettung der Bewehrungsstäbe in den umgebenden
Beton, die normalerweise bei Betonbewehrungen beabsichtigt und nahezu unerlässlich
ist, vermieden. Kommt es nun zu einer Druckkraftbelastung, beispielsweise durch Setzungen
im Gebäude, so können sich die Bewehrungsstäbe in ihren Hülsen elastisch verformen,
bis die Druckkräfte vollständig durch den druckkraftstabilen Dämmkörper 1 abgetragen
werden, so dass eine schädliche Druckkraftbelastung auf die Bewehrungsstäbe vermieden
wird.
[0038] Die Bewehrung in dem Wärmedämmelement ist lediglich als Zugkraftbewehrung ausgelegt,
da die Anbindung zwischen Stütze und darüber befindlicher Geschossdecke statisch ohnehin
als Gelenkverbindung betrachtet werden kann. Somit wird durch den Einsatz der Hülsen
zur verbindungsfreien Durchführung einer Faserverbundwerkstoffbewehrung eine den statischen
Anforderungen entsprechende, stabile und dauerhafte Verbindung bzw. monolithische
Anbindung zwischen Stütze und Geschossdecke bei durchgehender Bewehrung erreicht.
[0039] Die Verwendung von Hülsen als verlorener Schalung zum nachträglichen Einbau von Bewehrungsstäben
weist außerdem erhebliche Vorteile bei der Herstellung auf. Bei der Herstellung unter
Fabrikbedingungen ist es einfacher, in eine Schalung für das Wärmedämmelement Hülsen
einzusetzen, als Bewehrungsstäbe, die das Wärmedämmelement auf beiden Seiten durchdringen
sollen und die gegenüber der Schalung abgedichtet werden müssen. Auch die Lagerung
vereinfacht sich wesentlich, wenn vorgefertigte Wärmedämmelemente ohne sperrige Bewehrungsstäbe
ausgeführt sind und letztere erst auf der Baustelle beim Einbau des Wärmedämmelements
in die Hülsen des Wärmedämmelements eingesteckt werden.
[0040] Die Abmessungen der Bewehrungsstäbe 5 betragen, ohne dass die Erfindung hierauf beschränkt
wäre, im Ausführungsbeispiel 16 mm Durchmesser bei einer Länge von 930 mm. Die Anordnung
der Bewehrungsstäbe 5 bezogen auf die Grundfläche des Grundkörpers 1 ist leicht außerhalb
der Hauptdiagonalen gewählt. Grund hierfür ist, dass sich bei einer Stütze, in die
die Bewehrungsstäbe 5 des Wärmedämmelements 1 verbaut werden, in den Ecken bereits
die Bewehrung der Stütze befinden.
[0041] Der Bewehrungsbügel 7 besteht aus zu einem Ring gebogenen nichtrostendem Stahl, der
an der Verbindungsstelle verschweißt ist. Der Bewehrungsbügel 7 hat einen Durchmesser
von etwa 200 mm bei einer Materialstärke von 8 mm oder 10 mm.
[0042] Der Grundkörper des Wärmedämmelements 1 hat im Ausführungsbeispiel eine Kantenlänge
von 250 x 250 mm. Die Höhe beträgt 100 mm und entspricht somit der üblichen Stärke
einer nachträglich angebrachten Wärmedämmschicht. Die Durchgangsöffnung verläuft,
wie vor allem in Fig. 3 ersichtlich, leicht konisch indem sich die Durchgangsöffnung
4 von einem oberen Maß von 70 mm zu einem unteren Maß von 65 mm hin verjüngt. Die
Durchgangsöffnung kann mittels eines entsprechenden ebenfalls leicht konischen Stopfens
(nicht gezeigt) verschlossen werden.
[0043] Fig. 4 zeigt das Wärmedämmelement in einer Seitenansicht, wobei an dem Grundkörper
1 zusätzlich umlaufende Dichtungen 8 angebracht sind. Die Dichtungen 8 können beispielsweise
als Gummilippen oder herkömmliche Dichtungsbänder ausgeführt sein. Sie dienen dazu,
den Grundkörper des Wärmedämmelementes 1 randdicht gegenüber einer Schalung für die
darunter zu erstellende Stütze abzudichten, um ein Aufsteigen von Beton oder Eindringen
von Luft zu verhindern.
[0044] Fig. 5 zeigt die Einbausituation des Wärmedämmelementes in Bezug auf eine Stütze
23. Der gezeigt Querschnitt verläuft dabei unterhalb des Grundkörpers des Wärmedämmelements
1. Die aus Ortbeton erstellte Stütze 23 weist eine Bewehrung mit vier in den Ecken
der Stütze 23 angeordneten vertikalen Bewehrungsstäben 25 und einer Vielzahl horizontal
um die Bewehrungsstäben 25 verlaufender in etwa quadratisch ausgeführter Bewehrungsbügel
26 auf. Die Bewehrungsstäbe 5 des Wärmedämmelements befinden sich jeweils leicht versetzt
neben einem der Bewehrungsstäbe 25 der Stütze 23. Die in Fig. 5 eingezeichnete Schnittlinie
B-B entspricht der Schnittführung des in Fig. 7 gezeigten Längsschnittes durch die
Stützenbewehrung.
[0045] In Figur 6 ist zunächst ein Längsschnitt durch die Stütze 23 und die angeschlossenen
Gebäudeteile gezeigt. Die Stütze 23 ist auf einer Bodenplatte 21 aufgesetzt und trägt
eine darüber angeordnete Geschossdecke 22. Hierbei kann es sich beispielsweise um
die Keller- oder Tiefgeschossdecke eines Gebäudes handeln. Bodenplatte 21, Stütze
23 und Geschossdecke 22 sind statisch miteinander verbunden. Zwischen der Stütze 23
und der Geschossdecke 22 ist das druckkraftübertragende Wärmedämmelement 1 angeordnet,
dessen Bewehrungsstäbe 5 sowohl in der Stütze 23 als auch in der darüber befindlichen
Geschossdecke 22 monolithisch vergossen sind. Auf der Unterseite der Geschossdecke
22 ist eine Wärmedämmschicht 24 aufgebracht, deren Stärke im Wesentlichen zumindest
der Höhe des Grundkörpers des Wärmedämmelements 1 entspricht. Die Wärmedämmschicht
24 besteht aus einem hochdämmenden Werkstoff aufgebracht, beispielsweise aus Mineraldämmplatten
oder Holzwolle-Mehrschichtplatten.
[0046] In Fig. 7 ist die Bewehrung der Stütze 23 zusammen mit dem Wärmedämmelement 1 in
einem Längsschnitt gezeigt. Die Schnittführung entspricht hierbei der Schnittlinie
B-B aus Fig. 5. Die Bewehrung der Stütze 23 besteht aus vier in den Ecken der Stütze
angeordneten vertikalen Bewehrungsstäben 25, die beispielsweise aus Baustahl mit einem
Stabdurchmesser von 28 mm bei einer Länge von 2000 mm ausgeführt sein können, sowie
einer Mehrzahl horizontal um die Bewehrungsstäbe 25 umlaufender Bewehrungsbügel mit
in etwa quadratischen Grundriss. Oberhalb der Stützenbewehrung befindet sich das Wärmedämmelement
1, dessen Bewehrungsstäbe 5 nach unten hin in die Stützenbewehrung hineinragen.
[0047] Der Bewehrungsgehalt der Stütze 23 beträgt etwa 3-4 %. Er trägt bei einem typischen
Wärmeleitwert des Baustahls von ca. 50 W/(m · K) gegenüber Beton mit 1,6 W/(m · K)
in etwa die Hälfte zur Gesamtwärmeleitfähigkeit der Stütze bei. Durch die Verwendung
der Kombination aus Leichtbeton und einer Glasfaserbewehrung im Bereich des Wärmedämmelements
1 kann die Wärmeübertragung zwischen Stütze 23 und Geschossdecke 22 somit um ca. 90%
gegenüber einem direkten monolithisch Anschluss gesenkt werden.
[0048] Zum Erstellen der Stütze 23 wird, wie in Figur 8 in der oberen Hälfte dargestellt,
um die Stützenbewehrung 25, 26 eine Schalung 27 installiert und mit Ortbeton verfüllt.
Dieser wird in herkömmlicher Weise mit einem Innenrüttler verdichtet. Anschließend
wird das Wärmedämmelement 1 von oben in die Schalung 27 eingesetzt und dessen Bewehrungsstäbe
5 in den noch flüssigen Ortbeton eingedrückt. Der Grundkörper 1 wird an den frischen
Ortbeton angedrückt, bis der flüssige Beton in der Durchgangsöffnung 4 leicht nach
oben steigt, so dass sichergestellt ist, dass sich zwischen dem Beton der Stütze 23
und dem Wärmedämmelement 1 kein Luftspalt mehr befindet. Anschließend wird durch die
Durchgangsöffnung 4 die Rüttelflasche eines Betonrüttlers in den darunter befindlichen
frischen Ortbeton hindurchgeführt, um diesen nochmals nachzuverdichten. Beim Einführen
der Rüttelflasche kann das Wärmedämmelement um das Volumen des von der Rüttelflasche
verdrängten Betons leicht angehoben werden. Beim Herausziehen der Rüttelflasche wird
deshalb darauf geachtet, dass das Wärmedämmelement 1 um dieses Volumen wieder absinkt
indem das Wärmedämmelement 1 beim Herausziehen des Rüttlers entsprechend heruntergedrückt
wird. Die umlaufende Dichtung 8 verhindert hierbei, dass Luft zwischen Schalung 27
und Wärmedämmelement 1 eindringen kann oder das Wärmedämmelement 1 in der Schalung
27 verkippen kann. In Figur 9 ist der als Detail D bezeichnete Ausschnitt um eine
der Dichtungen 8 nochmals vergrößert herausgezeichnet.
[0049] Das Nachverdichten des noch flüssigen Frischbetons durch die Durchgangsöffnung des
Wärmedämmelements 1 hindurch führt zu einer innigen Verbindung des Wärmedämmelements
1 mit dem darunter befindlichen Ortbeton. Insbesondere werden hohle Stellen aufgrund
von Lunkerbildung oder Sedimentation im frischen Beton zwischen Wärmedämmelement 1
und der Stütze verhindert. Hierzu trägt vor allem auch die konisch verlaufende Profilierung
an der Unterseite des Grundkörpers 1 bei, aufgrund der sich aufsteigende Luftblasen
bzw. an der Oberfläche abgesondertes Zementwasser hauptsächlich im mittigen Bereich
der Durchgangsöffnung 4 sammeln.
[0050] Nach dem Betonieren der Stütze und dem Nachverdichten durch die Durchgangsöffnung
4 hindurch werden etwaige in der Durchgangsöffnung 4 verbliebene Betonrest entfernt.
Anschließend wird die Durchgangsöffnung 4 mittels eines konischen Stopfens (nicht
gezeigt) verschlossen. Der Verschlusstopfen kann aus einem Dämmmaterial wie etwa Polystyrol
o.ä. bestehen und dient dazu, das Eindringen von Ortbeton in die Durchgangsöffnung
4 zu verhindern, wenn anschließend die Geschossdecke 22 erstellt wird. Auf diese Weise
werden etwaige Wärmebrücken aufgrund einer Betonfüllung in der Durchgangsöffnung 4
vermieden. Anschließend wird oberhalb des Wärmedämmelements 1 in an sich gewohnter
Weise die darüber liegende Geschossdecke 22 erstellt.
[0051] Außer zum Verdichten bzw. Nachverdichten kann die Durchgangsöffnung 4 darüber hinaus
auch als Einfüllöffnung zum Befüllen der Schalung für die Stütze 23 mit Ortbeton verwendet
werden. In diesem Fall wird das Wärmedämmelement in die noch leere Schalung der Stütze
23 eingesetzt und gegebenenfalls die Bewehrungsstäbe 5 mit der Stützenbewehrung verbunden.
Anschließend wird Frischbeton durch die Durchgangsöffnung 4 des Wärmedämmelements
in die Schalung eingefüllt und anschließend verdichtet, indem durch die Durchgangsöffnung
4 eine Rüttelflasche eines Innenrüttlers eingeführt wird. Auch hier erfolgt also ein
Verdichten des Frischbetons gegen die Unterseite des Wärmdämmelementes von oben durch
die Durchgangsöffnung 4 hindurch. Alternativ kann die Stütze 23 auch aus selbstverdichtendem
Beton erstellt werden oder das Verdichten der Stütze kann durch einen Außenrüttler
erfolgen. In den beiden letztgenannten Fällen dient die Durchgangsöffnung 4 somit
lediglich als Einfüllöffnung.
[0052] Neben einem Einbau im oberen Bereich einer Stütze ist auch der Einbau im Fußbereich
einer Stütze denkbar. Eine solche Anordnung ist in einem alternativen Ausführungsbeispiel
in Figur 10 gezeigt. Die Stütze 23 ist hier zwischen der Bodenplatte 21 und der oberen
Geschossdecke 22 angeordnet. Im Fußbereich der Stütze 23 ist ein erfindungsgemäßes
Wärmedämmelement 1 verbaut, dessen Bewehrungsstäbe 5 von der Bodenplatte 21 bis in
den oberen Bereich der Stütze 1 hineinragen und dort mit der Bewehrung 25 der Stütze
1 verbunden sind. Eine Wärmedämmschicht 24' aus Dämmplatten an sich bekannter Art
ist in diesem Fall auf der Oberseite der Bodenplatte 21 angebracht.
[0053] Die Herstellung kann dergestalt erfolgen, indem das Wärmedämmelement 1 vor dem Betonieren
der Bodenplatte 21 mit deren Bewehrung 21' verbunden wird. Die Bodenplatte 21 wird
dann aus Ortbeton gegossen, so dass der Beton von unten gegen das Wärmedämmelement
1 steigt. Um hier eine gute und zwischenraumfreie Verbindung zu erhalten, kann der
Ortbeton wiederum durch die mittige Durchgangsöffnung 4 hindurch mit einem Rüttelwerkzeug
verdichtet werden. Nach dem Aushärten wird die Bewehrung 25 der Stütze erstellt und
mit den Bewehrungsstäben 5 des Wärmedämmelements verbunden. Um das Wärmedämmelement
1 herum wird anschließend die Schalung 27 für die Stütze 23 aufgebaut und anschließend
die Stütze 23 in herkömmlicher Weise aus Ortbeton gegossen und verdichtet.
[0054] In Fig. 11 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Wärmedämmelements gezeigt.
Anders als im vorangegangen Ausführungsbeispiel ist der Grundkörper 10 des hier gezeigten
Wärmedämmelementes nicht aus Leichtbeton sondern aus einem nicht druckkraftübertragenden
Wärmedämmstoff wie etwa Schaumglas oder Polystyrol-Hartschaum hergestellt. Zur Druckkraftübertragung
dienen insgesamt vier Einzeldruckkörper 11a bis 11 d, die in den Isolationskörper
10 eingesetzt sind.
[0055] Die Einzeldruckelemente 11a bis 11 d sind aus einem hochfesten Beton gefertigt, um
die Auflast durch das darüber liegende Gebäudeteil 22 abtragen zu können. Bewehrungsstäbe
15 sind in die Einzeldruckelemente 11a bis 11d eingegossen und ragen in vertikaler
Richtung über die Oberseite 12 und die Unterseite 13 des Wärmedämmelements 15 hinaus.
In etwa mittig ist wie im vorangegangenen Ausführungsbeispiel eine Durchgangsöffnung
14 vorgesehen, die als Einfüll- und/oder Verdichtungsöffnung dient.
[0056] Der Einbau des Wärmedämmelements 10 erfolgt wie im vorangegangenen Ausführungsbeispiel.
Die Wärmedämmeigenschaft wird in diesem Ausführungsbeispiel hauptsächlich durch die
flächenmäßige Reduktion von Wärmebrücken auf die wenigen Einzeldruckelemente 11a bis
11d erreicht. Die vorliegende Erfindung ist hierbei nicht auf die im Ausführungsbeispiel
gezeigte Form und Anzahl von Einzeldruckelementen beschränkt. Vielmehr kann der innerhalb
des Isolationskörpers 10 vorgesehene Anteil aus druckkraftübertragendem Werkstoff
in vielfältigen anderen Geometrien ausgeführt werden, wie beispielsweise in Form eines
druckkraftübertragenden zylindrischen Rings. Die Bewehrungsstäbe 15 müssen auch nicht
zwingend durch die im Isolationskörper 10 angeordneten druckkraftübertragenden Bereiche
11a bis 11 d geführt sein, sondern können auch separat hiervon durch die nicht druckkraftübertragenden
Bereiche des Wärmedämmelements 10 gesteckt werden.
[0057] Das Wärmedämmelement selbst kann in seinen Abmessungen an das darunter und/oder darüber
befindliche Bauteil angepasst sein. Insbesondere können Wärmedämmelemente an die typischen
Querschnitte von Stützen mit rundem, quadratischem oder rechteckigem Grundriss angepasst
sein. Typische Abmessungen von runden Stützen sind Durchmesser von 24 und 30 cm, bzw.
von Stützen mit rechteckigem Grundriss 25 x 25 cm und 30 x 30 cm. Wärmedämmelemente
mit einer solchen Geometrie können auch zu größeren Stützen oder Stützwänden beliebig
kombiniert werden.
[0058] Die vorliegend beschriebenen Wärmedämmelemente eignen sich besonders zum Einsatz
bei Pendelstützen sowie Wandstützen mit geringen Einspannmomenten. Daneben ist auch
der Einsatz bei tragenden Außenwänden möglich, indem die Wärmedämmelemente in geeignetem
Abstand zueinander verbaut werden und gegebenenfalls verbleibende Lücken zwischen
den einzelnen Wärmedämmelementen mit nicht tragendem Isolationsmaterial ausgefüllt
werden.
[0059] Die geometrische Gestaltung der profilierten Unterseite des Wärmedämmelementes kann
neben der hier gezeigten Kegelform auch in vielfältiger anderer Weise realisiert werden,
beispielsweise in einer Stufenform, einer radialen Verzahnung, einem ringförmigen
Wulst und vielem mehr.
[0060] Neben einer Geometrieoptimierung der Unterseite des Wärmedämmelementes können zusätzlich
bzw. alternativ kleinere Öffnungen zum nachträglichen Verguss eventuell verbliebener
Hohlräume zwischen dem Wärmedämmelement und der darunter befindlichen Betonfläche
vorgesehen sein. Solche Öffnungen können mittels Blindstopfen verschlossen und bei
Bedarf geöffnet werden, um einen eventuell verbliebenen Hohlraum mittels einer Vergussmasse
wie etwa einem Vergussmörtel oder einer Kunstharzmasse nachträglich zu verfüllen und
damit eine sichere statische Anbindung herzustellen, auch wenn im Einzelfall eine
fehlerhafte Ausführung bei der Erstellung der Stütze bzw. dem Einbau des Wärmedämmelementes
zu einer mangelhaften Anbindung geführt hatte. Außerdem können an dem Wärmedämmelement
Indikatoren vorgesehen sein, die in der Art eines Schwimmers nach oben gedrückt werden
können und hierbei anzeigen, dass das Wärmedämmelement an seiner Unterseite Kontakt
mit dem darunter befindlichen Ortbeton hat.
[0061] Beim Einbau des Wärmedämmelements in den bereits verdichteten, frischen Beton der
darunter befindlichen Stütze, beim anschließenden Nachverdichten sowie beim Herausziehen
des Verdichtungswerkzeuges aus der Durchgangsöffnung des Wärmedämmelementes kann es
gegebenenfalls vorteilhaft sein, wenn auf das Wärmedämmelement eine definierte Andruckkraft
ausgeübt wird.
[0062] Neben Bewehrungsstäben können im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch andere stabförmige
Bewehrungsmittel zur Anbindung des Wärmedämmelements an die darüber und darunterliegenden
Gebäudeteile zum Einsatz kommen, beispielsweise Gewindestangen, Dübel oder ähnliches,
da wie vorstehend erläutert die Anbindung zwischen einer Stütze und einer darüber
befindlichen Geschossdecke statisch als Gelenkverbindung betrachtet werden kann und
die Bewehrung an dieser Stelle somit vorzugsweise eine konstruktive Funktion erfüllen
muss.
1. Wärmedämmelement zur Wärmeentkopplung zwischen aus Beton zu erstellenden, tragenden
Gebäudeteilen (23, 22), vorzugsweise zwischen einem vertikalen Gebäudeteil, insbesondere
einer Stütze (23), und einem darüber oder darunter liegenden horizontalen Gebäudeteil,
insbesondere einer Geschossdecke (22) oder einer Bodenplatte (21), wobei das Wärmedämmelement
(1) zumindest teilweise aus einem druckkraftübertragenden Werkstoff besteht und eine
oberen und eine unteren Auflagefläche (2, 3) zum vertikalen Anschluss an die Gebäudeteile
(23, 22) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,dass
das Wärmedämmelement (1) zumindest eine sich von der oberen bis zur unteren Auflagefläche
(2, 3) erstreckende Durchgangsöffnung (4) aufweist, welche zum Durchführen eines Verdichtungsgerätes
für Frischbeton ausgebildet ist.
2. Wärmedämmelement nach Anspruch 1, welches zumindest teilweise aus einem druckkraftübertragenden
und wärmedämmenden Werkstoff besteht.
3. Wärmedämmelement nach Anspruch 2, welches zumindest teilweise aus einem Leichtbeton
besteht.
4. Wärmedämmelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die untere Auflagefläche
(3) eine dreidimensional profilierte Oberfläche aufweist.
5. Wärmedämmelement nach Anspruch 4, bei dem die untere Auflagefläche (3) eine trichterförmig
in Richtung der Durchgangsöffnung (4) geneigte oder gewölbte Oberfläche aufweist.
6. Wärmedämmelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, welches einen oder mehrere
das Wärmedämmelement (1) durchdringende und sich im Wesentlichen vertikal über die
obere und die untere Auflagefläche (2, 3) hinaus erstreckende stabförmige Bewehrungselemente
(5) aufweist.
7. Wärmedämmelement nach Anspruch 6, bei dem die stabförmigen Bewehrungselemente (5)
als Bewehrungsstäbe ausgebildet sind, die vorzugsweise aus einem Faserverbundwerkstoff
bestehen.
8. Wärmedämmelement nach Anspruch 6 oder 7, bei dem die stabförmigen Bewehrungselemente
(5) in Hülsen eingesetzt sind, die in den druckkraftübertragenden Werkstoff eingebettet
sind.
9. Wärmedämmelement nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einem im Inneren des druckkraftübertragenden
Werkstoffs angeordneten Bewehrungsbügel (7).
10. Wärmedämmelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, welche mindestens eine um
dessen vertikale Begrenzungsflächen umlaufende Dichtung (8) zum dichtenden Einbau
des Wärmedämmelements (1) in eine Schalung (27) für das darunter liegende Gebäudeteil
(23) aufweist.
11. Wärmedämmelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, welches zusätzlich ein oder
mehrere gegenüber der Durchgangsöffnung (4) kleinere Vergussöffnungen aufweist, die
vorzugsweise mittels herausnehmbarer Blindstopfen verschlossen sind.
12. Wärmedämmelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, mit einem vorzugsweise konischen
Verschlussstopfen zum nachträglichen Verschluss der Durchgangsöffnung (4), wobei der
Verschlussstopfen vorzugsweise aus einem wärmedämmenden Werkstoff besteht.
13. Wärmedämmelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, mit einem oder mehreren Indikatoren
zum Anzeigen, eines ausreichenden Kontakts der unteren Auflagefläche (3) mit nicht
abgebundenem Beton des darunter zu erstellenden Gebäudeteils (23).
14. Wärmedämmelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Durchgangsöffnung
(4) ein Öffnungsmaß von mindestens 50 mm, vorzugsweise zwischen 60 und 80 mm aufweist.
15. Verfahren zum Einbau eines Wärmedämmelements (1) zur Wärmeentkopplung zwischen aus
Beton zu erstellenden, tragenden Gebäudeteilen (23, 22, 21), vorzugsweise zwischen
einem vertikalen Gebäudeteil, insbesondere einer Stütze (23), und einem darüber oder
darunter liegenden horizontalen Gebäudeteil, insbesondere einer Geschossdecke (22)
oder einer Bodenplatte (21), wobei das Wärmedämmelement (1) zumindest teilweise aus
einem druckkraftübertragenden Werkstoff besteht und eine oberen und eine unteren Auflagefläche
(2, 3) zum vertikalen Anschluss an die Gebäudeteile (23, 22, 21) aufweist, und wobei
das Wärmedämmelement (1) zumindest eine sich von der oberen bis zur unteren Auflagefläche
erstreckende Durchgangsöffnung (4) aufweist,
umfassend die folgende Schritte:
- Einfüllen von Beton in eine Schalung für das untere Gebäudeteil (23) und Verdichten
des Betons,
- Einsetzen des Wärmedämmelements (1) in die Schalung für das untere Gebäudeteil (23),
- Nachverdichten des Betons mittels eines Verdichtungsgerätes für Frischbeton, welches
durch die Durchgangsöffnung (4) hindurchgeführt wird, und vorzugsweise
- anschießendes Verschließen der Durchgangsöffnung (4) mittels eines Verschlussstopfens.