[0001] Die Erfindung betrifft einen verlängerbaren Schließzylinder, insbesondere einen verlängerbaren
Zylinderkörper für elektronische Schließsysteme wie elektronische Schließzylinder.
Spezieller betrifft die Erfindung verlängerbare Zylinderkörper für elektronischen
Doppelknaufzylinder oder Einfachknaufzylinder.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0002] Typischerweise werden Einsteckschlösser nach DIN 18251 für Türen mit mechanischen
Schließzylindern nach DIN 18252 versehen. Solche Schließzylinder weisen ein Zylindergehäuse
und darin einen Zylinderkern auf, der mit einem passenden Schlüssel im Gehäuse gedreht
werden kann und einen aus dem Zylindergehäuse herausragenden Schließbart (Mitnehmer)
bewegt, um das Schloss auf- oder zuzusperren. Es gibt verschiedene Bauformen wie Profilzylinder,
Rundzylinder, Ovalzylinder (siehe hierzu auch DIN EN 1303). Der Schließzylinder ist
heutzutage das Kernstück der Sicherheit von Schloss und Tür.
[0003] Neben den mechanischen Schließzylindern sind zudem elektronische Schließzylinder
im Stand der Technik bekannt. Elektronische Schließzylinder zeichnen sich im Allgemeinen
dadurch aus, dass anstelle der mechanischen Kodierung des Schlüssels eine elektronische
Kodierung, z.B. in Form von elektrischen Signalen verwendet wird. Anstelle eines mechanischen
Schlüssels wird hierzu ein "elektronischer Schlüssel" in Form eines Transmitters oder
Transponders verwendet, der elektrischen Signale mittels elektromagnetischen Wellen
vom Transponder bzw. Transmitter zum Schließzylinder überträgt. Die Signale werden
mittels Elektronikeinrichtung verifiziert, wobei die Elektronikeinrichtung meistens
in einem Knauf oder in zwei Knäufen, die an dem Schließzylinder bzw. Profilzylinder
vorgesehen sind, untergebracht ist. Der Knauf bzw. die Knäufe dienen neben der Unterbringung
von elektronischen Komponenten vorzugsweise auch als Handhabe zum Betätigen des Schließzylinders
und dessen Schließbart.
[0004] So offenbart die
DE 198 51 308 einen Schließzylinder mit einem in ein Türschloss einsetzbaren Zylindergehäuse, einen
bezüglich des Gehäuses drehbar angebrachten Schließbart zur Betätigung von Schließeinrichtungen
des Türschlosses, eine türinnenseitige Handhabe zur Betätigung des Schließbarts und
eine türaußenseitige Handhabe zur Betätigung des Schließbarts bei festgestellter Zutrittsberechtigung.
[0005] Die Länge der eingebauten Schließzylinder soll vorzugsweise der jeweiligen Türstärke
(Türblatt) entsprechen, da die Zylinder aus Sicherheitsgründen und auch aus ästhetischen
Gründen möglichst nicht über das Türblatt bzw. den Türbeschlag herausragen sollen
bzw. zu tief innerhalb der Tür montiert sein. Zudem ist die Länge des Zylinderkörpers
auch von der Dicke des Türbeschlags abhängig. So lässt sich ein zu kurzer Schließzylinder
beispielsweise nicht montieren, wenn ein breiterer Türbeschlag verwendet wird.
[0006] Angepasst auf die unterschiedlichen Türstärken bzw. Türbeschläge werden daher Schließzylinder
mit unterschiedlicher Länge am Markt angeboten. Beispielsweise werden mechanische
Schließzylinder angeboten, die in wenigen mm Schritten an die unterschiedlichen Türstärken
verkauft werden. Jeder spezielle Schließzylinder ist dann aber nur für eine bestimmte
Türstärke einsetzbar. Dies hat zur Folge, dass fertige Schließzylinder unterschiedlichster
Länge hergestellt und im Lager vorrätig sein müssen, was jedoch zu hohen Herstellungs-
und Lagerkosten führt.
[0007] Um dieses Problem zu entschärfen, haben diverse Hersteller mechanischer Schließzylinder
inzwischen Modul-Zylinder im Angebot, die es dem Händler bzw. dem Benutzer erlauben,
aus vorrätig gehaltenen Modul-Elementen Schließzylinder in gewünschten Längen selbst
zu fertigen.
[0008] Bekannte Systeme mit denen die Länge eines Schließzylinders angepasst werden kann
haben jedoch den Nachteil, dass die Längenanpassung nicht vom Endverbraucher selbst
durchgeführt werden kann. Zudem sind derartige System, die von einem Fachmann montiert
werden, häufig nur schwer zu demontieren. Somit eignen sich viele der bekannten Schließzylinder
mit Modul-Bauweise nicht für Endverbraucher, die die Länge individuell selbst anpassen
wollen.
[0009] In der
DE 10 2006 001 267 B3 wird ein verlängerbarer Zylinderkörper beschrieben, der aus Modulen besteht, die
über gegenseitige Führungen verfügen und die miteinander axial verschraubbar sind.
Der Zylinderkörper besteht aus einem Mittelmodul und zwei außenseitigen Abschlussmodulen.
Auf beiden Seiten des Mittelmoduls können beliebig viele Verlängerungsmodule angeschraubt
werden. Bei dieser Lösung ist die Längenanpassung reversibel und der Zusammenbau und
eventuelle spätere Demontage des Zylinders sind möglich. Ein Nachteil dieser Lösung
ist darin zu sehen, dass eine Schraube zum Verbinden der Module axial eingeschraubt
werden muss, wobei ein Einschrauben in axialer Richtung mit Nachteilen in Bezug auf
die Einfachheit bei der Montage behaftet ist. Ein entsprechender Nachteil zeigt sich
bei Demontage und Wieder-Zusammenbau des Zylinderkörpers; hier werden durchaus gewöhnungsbedürftige
Vorgänge benötigt, die sich dem Endverbraucher nicht von selbst erschließen.
[0010] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen verlängerbaren Zylinderkörper
bereitzustellen, dessen Montage und vorzugsweise auch Demontage einfach ist, und vorzugsweise
auch von einem Endverbraucher selbst durchgeführt werden kann.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0011] Die Erfindung wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche definiert. Weitere
bevorzugte Merkmale sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0012] Zudem wird die Erfindung in den folgenden bevorzugten Aspekten beschrieben. Ein Vorteil
der vorliegenden Erfindung liegt beispielsweise in der einfachen bzw. sehr einfachen
Montage, sodass der Zylinderkörper von einem Endverbraucher/Benutzer ohne Fachkenntnisse
selbst verlängert bzw. auch wieder verkürzt werden kann. Vorzugsweise bezieht sich
die Erfindung auf Profilzylinder wobei die axiale Richtung entlang der Baulänge des
Zylinders verläuft. Als Baulänge bezeichnet man die Länge eines Zylinders, gemessen
von der Mitte seiner Schließnase (in der Regel gleichzeitig die Mitte des Stulpschraubengewindes)
zur jeweiligen Schließseite. Die Baulänge eines Doppelzylinders besteht grundsätzlich
aus der Maßangabe beider Seiten, während die Baulänge eines Halbzylinders aus einer
Maßangabe besteht.
[0013] Erfindungsgemäß wird ein veränderbarer Zylinderkörper bereitgestellt, vorzugsweise
für elektronische Schließsysteme, insbesondere für elektronische Schließzylinder.
Der Zylinderkörper weist ein Mittelmodul und zumindest ein außenseitiges Abschlussmodul
und/oder ein innenseitiges Abschlussmodul auf. In dem Mittelmodul ist vorzugsweise
der Schließbart drehbar im Mittelmodul angeordnet.
[0014] Zwischen dem Mittelmodul und außenseitigem Abschlussmodul und/oder zwischen Mittelmodul
und innenseitigem Abschlussmodul kann vorzugsweise ein bzw. können vorzugsweise zwei,
drei, vier oder beliebig viele Verlängerungsmodule eingefügt werden, um die Gesamtlänge
des Zylinderkörpers aber auch die Länge nach außen bzw. innen individuell einzustellen.
Vorzugsweise wird das innenseitige Abschlussmodul mit dem Mittelmodul und durch einen
axial angeordneten Befestigungsbolzen verbunden. Vorzugsweise wird auch das außenseitige
Abschlussmodul mit dem Mittelmodul und durch einen axial angeordneten Befestigungsbolzen
verbunden. Das Verlängerungsmodul bzw. die Verlängerungsmodule werden vorzugsweise
zwischen Mittelmodul und dem Abschlussmodul eingespannt. Mit anderen Worten, es ist
vorzugsweise ausreichend, wenn das Verbindungselement bwz. der Befestigungsbolzen
mit dem Mittelmodul und dem Abschlussmodul so in Eingriff kommt, dass eine Zugspannung
dazwischen aufgebaut wird. Vorzugsweise ist ein Fußteil des Befestigungsbolzens mit
einem ersten Modul fest (vorzugsweise in Zugrichtung fest) verbunden, beispielsweise
dem Mittelmodul oder dem Abschlussmodul. Entsprechend ist dann ein Kopfteil des Befestigungsbolzens
mit dem zweiten Modul fest verbunden, beispielsweise dem Abschlussmodul oder dem Mittelmodul.
Diese zweite Verbindung wird durch ein in das entprechende Modul eingeschobenes bzw.
eingepresstes Verspannelement hergestellt, wobei bei eingeschobene Verspannelement
radial in das entsprechende Modul eingeschoben wird und mit dem Kopfteil des Befestigungsbolzens
so in Eingriff kommt, dass eine Verspannung des Befestigungsbolzens in axialer Richtung
hergestellt wird.
[0015] Die Länge des Befestigungsbolzens ist vorzugsweise auf die Länge des Verlängerungsmoduls
und vorzugsweise auch an das Abschlussmodul angepasst. Der Befestigungsbolzen ist
in axialer Richtung angeordnet, wobei der Begriff der Länge des Befestigungsbolzens
als auch der Module in axialer Richtung gemeint ist. Der Befestigungsbolzen kann entweder
eine Rundes Profil haben (senkrecht zur Länge geschnitten) oder aber ein rechteckiges
Profil aufweisen. Zudem kann sich das Profil auch über die Länge ändern, d.h., der
Querschnitt des Bolzens muss nicht über die gesamte Länge des Befestigungsbolzens
gleich sein, was hinsichtlich der Montage deutliche Vorteile bieten kann.
[0016] Ein bevorzugter und entscheidender Vorteil der vorliegenden Erfindung liegt in der
Konstruktion des Verspannelements, das vorzugsweise durch einfaches Einführen bzw.
Einschieben in einen entsprechenden Schlitz in einem Modul zu einer Fixierung des
Systems führt. Das einfache Einschieben ermöglicht eine einfache und dennoch sichere
Montage. Zudem kann das Verspannelement einfach und dennoch exakt hergestellt werden.
Vorzugsweise kann das Verspannelement durch Pressen und/oder Stanzen hergestellt werden,
wodurch ein einfaches und sogar kostengünstiges Herstellungsverfahren verwendet werden
kann unter Einhaltung der gewünschten Toleranzen.
[0017] Generell betrifft die Erfindung einen veränderbarer Zylinderkörper für elektronische
Schließsysteme, insbesondere für elektronische Schließzylinder, wobei der Zylinderkörper
ein Mittelmodul und zumindest ein außenseitiges Abschlussmodul und/oder ein innenseitiges
Abschlussmodul aufweist. Zwischen Mittelmodul und außenseitigem Abschlussmodul und/oder
zwischen Mittelmodul und innenseitigem Abschlussmodul können erfindungsgemäß beliebig
viele Verlängerungsmodule eingefügt werden können. Beispielsweise kann eines, können
zwei, drei, vier oder fünf Verlängerungsmodule dazwischen eingesetzt werden. Vorzugsweise
ist es auch möglich, dass ein Abschlussmodul direkt am Mittelmodul angebracht werden
kann, d.h., es wird kein Verlängerungsmodul dazwischen eingesetzt. Zudem wird ein
Fachmann erkennen, dass innenseitig und außenseitig eine unterschiedliche Anzahl und
auch unterschiedlich lange Module (in axialer Richtung gemessen) einsetzbar sind.
[0018] Vorzugsweise wird ein erstes der Module durch ein axial angeordnetes Verbindungselement
mit einem zweiten der Module fest miteinander verbunden. Beispielsweise kann das Verbindungselement
ein Befestigungsbolzen sein, wie weiter unten noch ausführlicher diskutiert wird.
Zudem ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass das Verbindungselement bzw. der Befestigungsbolzen
nicht verschraubt wird, was insbesondere in Hinblick auf eine einfache Montage bevorzugt
ist.
[0019] Das Verbindungselement hat vorzugsweise bezüglich der Längsausdehnung zwei Enden,
wobei das eine Ende als Fußteil und das andere Ende als Kopfteil bezeichnet werden
soll. Das Verbindungselements wird zur Montage mit dem ersten Modul, vorzugsweise
in einer axialen Zugrichtung verbunden. Diese Verbindung muss während der Montage
nicht fest sein, d.h., eine axiale Verschiebung ist durchaus möglich. Wenn der Zylinderkörper
jedoch endgültig montiert ist, dann wird durch das Verbindungselement jedoch eine
Zugspannung zwischen Mittelmodul und Abschlussmodul hergestellt, sodass diese beiden
Module und vorzugsweise auch die dazwischen angeordneten Verlängerungsmodule gegeneinander
fest verpresst werden, bzw. fest miteinander montiert sind. Um diese Zugspannung zu
erreichen wird bei der Montage das Kopfteil des Verbindungselements bzw. des Befestigungsbolzens
in dem zweiten Modul axial beweglich eingelegt ist und durch ein radial in das zweite
Modul eingeschobenes Verspannelement, das gegen das Kopfteil wirkt, bzw. mit dem Kopfteil
in Eingriff ist, verspannt bzw. befestigt. Mit anderen Worten, eingeschobene Verspannelement
verhindert ein axiales auseinanderziehen der beiden verbundenen Module und erzeugt
vorzugsweise eine axial gerichtete Zugkraft, die die beiden verbunden Module gegeneinander
presst. Erfindungsgemäß ist es bevorzugt, wenn das Verspannelement eingeschoben oder
ein gedrückt wird und nicht eingeschraubt wird. Dies erleichtert zum einen die Montage
bzw. Demontage und verhindert vorzugsweise eine Fehlmontage.
[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird das Fußteil des Verbindungselements
mit dem Mittelmodul verbunden, vorzugsweise fest verbunden. Das radial eingeschobene
Verspannelement wird entsprechend vorzugsweise im innenseitigen Abschlussmodul oder
außenseitigen Abschlussmodul eingeschoben, um das Kopfteil des Verbindungselements
(bzw. Befestigungsbolzens) in einer axialen Richtung zu fixieren.
[0021] Vorzugsweise wird durch das Verbindungselement im Zusammenwirken mit dem Verspannelement
eine Zugspannung aufgebaut die so gegen das Kopfteil in Zugrichtung (axial) wirkt,
dass diese Zugspannung im Verbindungselement aufgebaut wird und eine entsprechende
Kraft das Kopfteil und eventuelle Verlängerungsmodule gegen das Mittelmodul drückt.
[0022] Alternativ ist es aber auch denkbar, dass das Fußteil des Verbindungselements mit
dem innenseitigen Abschlussmodul oder außenseitigen Abschlussmodul verbunden wird,
vorzugsweise fest verbunden wird. Das radial eingeschobene Verspannelement wird entsprechend
vorzugsweise im Mittelmodul eingeschoben, um das Kopfteil des Verbindungselements
(bzw. Befestigungsbolzens) in einer axialen Richtung zu fixieren.
[0023] Das Verbindungselement ist vorzugsweise als Befestigungsbolzen ausgebildet. Vorzugsweise
weist das Verbindungselement ein rechteckiges Profil auf. Gemäß einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform wird das Verbindungselement aus mehreren Lagen Material gebildet,
wobei vorzugsweise jede der Lagen durch Stanzen und/oder Pressformen geformt wird.
[0024] Das Verspannelement weist vorzugsweise an einem ersten Ende eine Aussparung auf,
um mit dem Kopfteil des Verbindungselements in Eingriff zu kommen, um die Zugspannung
bzw. Zugkraft herzustellen. Das Verspannelement weist vorzugsweise und an einem zweiten
Ende eine Öffnung auf, in die beispielsweise ein Montagewerkzeug, beispielsweise ein
Stab für die Montage bzw. Demontage eingesetzt werden kann. Erfindungsgemäß wird das
Verspannelement radial eingeschoben. Dies kann beispielsweise auch von Hand oder mit
Hilfe eines Hammers erfolgen. Das Verspannelement ist vorzugsweise so konstruiert,
dass es sich in dem Abschlussmodul selbst verspannt. Dies wird beispielsweise dadurch
erreicht, dass das Verspannelement winklig ausgestaltet ist und sich in dem entsprechenden
geradeförmigen Schlitz im Abschlussmodul des Zylinderkörpers verspannt. Um eine einfache
Demontage dieses Verspannelements zu erreichen, kann das Verspannelement beispielsweise
mit dem Montagewerkzeug bzw. dem Stab wieder herausgehebelt bzw. herausgezogen werden.
[0025] Vorzugsweise besteht das Verspannelement im Wesentlichen aus einem plattenförmigen
Element, das vorzugsweise an einem zweiten Ende aus der Ebene des plattenförmigen
Element gebogen ist, um in einem geraden Schlitz in einem der Module des Zylinderkörpers
zu verspannen.
[0026] Das Fußteil des Verbindungselements wird vorzugsweise in das Mittelmodul lose eingeschraubt.
Erfindungsgemäß wird die Zugspannung zum Verspannen der Module vorzugsweise nicht
durch eine Verschraubung erreicht, sondern durch das Einführen des Verspannelements.
Vorzugsweise weist das Fußteil des Verbindungselements ein Hakenteil aufweist, um
mit dem Mittelmodul durch Verhaken verbunden zu werden. Mit anderen Worten, wenn die
axiale Zugkraft durch das Verbindungselement erzeugt wird, dann verhakt sich das Hakenteil
am Mittelmodul, wodurch eine Bewegung in axialer Richtung verhindert wird und statt
dessen die Zugkraft aufgebaut wird. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
weise das Verbindungselement am Fußteil eine umlaufende Aussparung bzw. umlaufenden
Nut auf, wobei in diese Aussparung bzw. Nut ein Spannring einsetzbar ist.
[0027] Erfindungsgemäß kann das Verspannelement vorzugsweise sehr einfach hergestellt werden.
Beispielsweise kann das Verspannelement ein flaches, vorzugsweise durch Pressen und/oder
Stanzen hergestelltes Teil sein.
[0028] Schließlich stellt die Erfindung auch ein Verfahren zum Zusammenbauen eines erfindungsgemäßen
veränderbaren Zylinderkörpers bereit. Vorzugsweise umfasst das erfindungsgemäße Verfahren
die folgenden Schritte:
Zunächst wird ein Verbindungselement axial in ein Mittelmodul eingesetzt und mit dem
Mittelmodul so verbunden, dass das Kopfteil des Verbindungselements nicht mehr in
axialer Richtung herausgezogen werden kann. Dies wird beispielsweise dadurch erreicht,
dass das Mittelmodul eine axiale Öffnung aufweist, die senkrecht zur axialen Richtung
länglich ausgestaltet ist, d.h., länger als breit. Beispielsweise kann sich die längere
Richtung von unten nach oben in radialer Richtung zum Zylinderkörper erstrecken. Das
Verbindungselement kann beispielsweise so ausgestaltet sein, dass an einem Fußteil
des Verbindungselements ein Haken bzw. ein T-förmiger Kopf ausgebildet ist der in
einer ersten Position durch die längliche Öffnung in axialer Richtung hindurchgeschoben
werden kann. Das Verbindungselement ist dann im Wesentlichen in axialer Richtung ausgerichtet.
Wenn das Verbindungselement dann um die eigenen Längsachse, vorzugsweise in axialer
Richtung verdreht wird, beispielsweise um 90°, dann kann das Verbindungselement nicht
mehr herausgezogen werden, da der Haken bzw. der T-förmige Kopf breiter ist als die
Breite der länglichen Öffnung. Das Verbindungselement ist somit zwar noch axial verschiebbar
innerhalb der Öffnung angeordnet, kann aber nicht mehr herausgezogen werden.
[0029] Anschließend wird ein Verlängerungsmodul mit einer gewünschten axialen Ausdehnung
so neben dem Mittelmodul angeordnet, sodass sich das Verbindungselement durch das
Verlängerungsmodul in axialer Richtung hindurch erstreckt. Schließlich kann dann das
Abschlussmodul neben dem Verlängerungsmodul so angeordnet werden, sodass sich das
Kopfteil des Verbindungselement des in axialer Richtung in das Abschlussmodul hinein
erstreckt. Noch sind die Module in axialer Richtung gegeneinander verschiebbar. Zur
axialen Fixierung wird dann das Verspannelement radial in das Abschlussmodul eingeschoben
bzw. eingepresst. Das Verspannelement kommt dadurch mit dem Kopfteil des Verlängerungsmoduls
so in Eingriff, sodass im Verbindungselement eine Zugspannung aufgebaut wird und eine
entsprechende Kraft erzeugt wird, mit der Abschlussmodul und das Verlängerungsmodul
gegen das Mittelmodul gedrückt werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0030] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung unter
Bezugnahme auf die Figuren ausführlich beschrieben.
[0031] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Zylinderkörpers mit einem Mittelmodul, einem außenseitigen
Abschlussmodul und einem dazwischen befestigten Verlängerungsmodul gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- eine Querschnittsansicht der Ausführungsform aus Fig. 1;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines Mittelmoduls gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen
Ausführungsform mit einem erfindungsgemäßen Befestigungsbolzen;
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht der Ausführungsform aus Fig. 3 bei der ein Verlängerungsmodul
zwischen Mittelmodul außenseitigen Abschlussmodul befestigt wird;
- Fig. 5
- eine perspektivische Detailansicht des erfindungsgemäßen Befestigungsbolzen mit einem
Verspannelement gemäß der Figuren 3 und 4;
- Fig. 6a
- eine zur Fig. 2 ähnlich Querschnittsansicht Ansicht jedoch mit einem Verbindungselement
gemäß den Figuren 3 und 5; und
- Fig. 6b
- eine weitere Querschnittsansicht der Ausführungsform der Fig. 6a, jedoch als Querschnittsansicht
in Form eines Grundrisses.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0032] Figur 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht einen Teil eines erfindungsgemäßen
verlängerbaren Zylinderkörpers 100, wobei der Zylinderkörper des dargestellten Profilzylinders
einen zylindrischen bzw. runden Kernabschnitt 101 und den Flanschabschnitt 102 aufweist.
Der erfindungsgemäße Zylinderkörper kann für mechanische Schließzylinder verwendet
werden, wird bevorzugt jedoch für elektronische Schließzylinder verwendet.
[0033] Entsprechende elektronische Knäufe oder elektronische Komponenten bzw. Aktoren oder
Kupplungen werden in den Zeichnungen nicht dargestellt und auch nicht näher beschrieben,
da diese Komponenten für einen Fachmann bekannt sind und sich die vorliegende Erfindung
primär auf die Verlängerbarkeit des Zylinderkörpers bezieht.
[0034] Zudem zeigt die Figur 1 lediglich ein Tür außenseitiges Abschlussmodul 20, wobei
zur Vereinfachung ein entsprechendes innenseitiges Abschlussmodul 30 nicht dargestellt
ist. Es ist für einen Fachmann jedoch offensichtlich, dass die nachfolgenden Ausführungen
in Bezug auf das außenseitige Abschlussmodul 20 mit den entsprechenden Verlängerungsmodulen
40 entsprechend für ein innenseitiges Abschlussmodul 30 anwendbar sind. Die Position
eines entsprechenden innenseitigen Abschlussmoduls 30 ist lediglich durch der geschweiften
Klammer symbolisch dargestellt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das außenseitige
Abschlussmodul 20 exakt gleich aufgebaut sein muss wie das innenseitige Abschlussmodul
30. Beispielsweise können unterschiedliche Sicherheitsanforderungen in Bezug auf die
beiden Abschlussmodule 30 gewünscht bzw. nötig sein. So kann außenseitig ein Bohrschutz
gewünscht sein, wohingegen auf der Innenseite auf einen Bohrschutz verzichtet werden
kann. Erfindungsgemäß kann es daher spezielle außenseitige Abschlussmodule 20 geben
und spezielle innenseitige Abschlussmodule 30. Andererseits kann es auch vorteilhaft
sein, Abschlussmodule 20, 30 allgemein bereitzustellen, die im Wesentlichen baugleich
oder exakt baugleich sowohl auf der Innenseite als auch auf der Außenseite der Tür
angebracht werden können. Dies hat beispielsweise den Vorteil, dass eine geringere
Anzahl verschiedener Abschlussmodule hergestellt werden muss, was geringere Produktions-
und geringere Lagerkosten zur Folge hat. Mit anderen Worten, die innenseitigen Module
sind vorzugsweise gleich gestaltet wie die außenseitigen Module und werden vorzugsweise
in gleicher Weise wie die außenseitigen Module zusammengefügt.
[0035] Figur 1 zeigt das Mittelmodul 10 mit der Stulpschraubenbohrung 11, die dazu dient
den Zylinder 100 mittels Stulpschraube im Türblatt bzw. im Schlosskasten zu befestigen.
Das dargestellte Mittelmodul 10 ist vereinfacht dargestellt, d.h. ohne den Mitnehmer
(oft auch als Schließnase bzw. Schließbart bezeichnet) der in der dargestellten Aussparung
anzuordnen ist, um das Schloss zu betätigen. Zwischen Mittelmodul 10 und außenseitigem
Abschlussmodul 20 ist das Verlängerungsmodul 40 eingesetzt.
[0036] Figur 2 zeigt eine zur Figur 1 entsprechende Querschnittsansicht, aus der ersichtlich
wird, dass der zylindrische Teil (der Kernabschnitt 101) des Mittelmoduls 10, der
zylindrische Teil des außenseitigen Abschlussmoduls 20 und der zylindrische Teil des
Verlängerungsmoduls 40 über Führungen 90 verfügen, um eine genaue Ausrichtung zueinander
zu gewährleisten und ein Verschieben in radiale Richtung zu vermeiden bzw. zu verhindern.
Zusätzlich oder alternativ können auch Führungen im Flanschabschnitt vorhanden sein
um eine seitliche Verschiebung der einzelnen Module zu verhindern. Die axiale Richtung
A und radiale Richtung R, wie sie im Sinne der vorliegenden Anmeldung zu verstehen
sind, sind ist in Fig. 2 dargestellt.
[0037] In der Querschnittsansicht der Fig. 2, die als ein Aufriss zu deuten ist, ist ein
ein Verbindungselement bzw. ein Befestigungsbolzen 50 in Form einer Schraube mit Fußteil
51 und Kopfteil 52 dargestellt, mit der die drei gezeigten Module 10, 40, 20 miteinander
verbunden werden. Beispielsweise kann der Befestigungsbolzen eine handelsübliche Schraube
sein. Zudem sind auch mehrere Kopfformen für das Kopfteil 52 möglich, beispielsweise
ein Sechskantkopf, ein Zylinderkopf oder ein Rundkopf. Die drei Module werden gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform wie folgt miteinander verbunden.
[0038] Zunächst wird das Verlängerungsmodul 40 auf das Mittelmodul 10 aufgesetzt, wobei
die oben genannten Führungen 90 im zylindrischen Teil helfen, die Module richtig zueinander
auszurichten; eine Verschiebung in radialer Richtung wird vermieden bzw. verhindert.
Anschließend wird der Befestigungsbolzen 50 durch das Verlängerungsmodul 40 bzw. einer
entsprechenden Aussparung 41 oder Bohrung im Verlängerungsmodul 40 durchgeführt und
das Fußteil 51 des Befestigungsbolzen 50 am Mittelmodul 10 befestigt. Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform wird das Fußteil 51 des Befestigungsbolzens 50 einfach
in eine entsprechende Bohrung im Mittelmodul 10 eingeschraubt. Bei der Bohrung im
Mittelmodul kann es sich beispielsweise um eine durchgehende Bohrung (wie dargestellt)
oder um eine Sackbohrung handeln. Die Vorteile dieser Ausführungsform liegen in der
einfachen Ausgestaltung einer Gewindebohrung im Mittelmodul 10 und der entsprechenden
Ausgestaltung eines Gewindes am Fußteil 51 des Befestigungsbolzens 50. Vorzugsweise
sollte erfindungsgemäß sichergestellt werden, dass die Eindringtiefe des Fußteils
in das Mittelmodul sehr genau ist, so dass der Abstand vom Mittelmodul zum Kopfteil
52 des Befestigungsbolzen einem vorbestimmten Abstand "1" entspricht, um die Fixierung
mittels Verspannelement 53 zu gewährleisten.
[0039] Nachdem der Befestigungsbolzen 50 durch die Aussparung 41 des Verlängerungsmoduls
40 durchgeführt wurde und mit dem Mittelmodul 10 verbunden wurde, wird das außenseitige
Abschlussmodul 20, in dem eine Aussparung 21 vorhanden ist, mit dieser Aussparung
21 über das Kopfteil 52 des Befestigungsbolzen geschoben. Wiederum hilft die Führung
90 im zylindrischen Teil des Abschlussmoduls 20 die Module zueinander in axialer Richtung
korrekt anzuordnen. Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform kann die Aussparung
21 als Sackbohrung in radialer Richtung im Flanschteil 102 ausgebildet sein. Vorzugsweise
hat das Kopfteil 52 des Befestigungsbolzens 50 innerhalb der Aussparung 21 des außenseitigen
Abschlussmoduls 20 in axialer Richtung A einen geringen Spielraum, der in Figur 2
mit der Bezugsziffer 22 dargestellt ist. Anschließend wird das Verspannenelement 53
radial von unten in die Aussparung 23, die im Flanschteil 102 des außenseitigen Abschlussmoduls
20 ausgebildet ist eingeführt bzw. eingeschoben, so dass das Verspannenelement mit
dem Kopfteil 52 des Befestigungsbolzens 50 in Eingriff kommt und eine axiale Verschiebung
der Module 10, 40 und 20 verhindert. Die Außenseite ist fertig montiert.
[0040] Ein entscheidender Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass nach dem
Zusammenführen der Module die Befestigung sehr einfach dadurch erreicht wird, indem
lediglich ein Verspannenelement 53 radial in das außenseitige Abschlussmodul 20 eingeführt/eingeschoben
wird. Die Montage wird dadurch sehr einfach. Ein Endverbraucher erkennt beispielsweise
die korrekte Montage daran, dass das Verspannenelement 53 vorzugsweise bündig mit
der Unterseite des Flanschabschnitts 102 des Abschlussmoduls eingeführt ist. Dadurch
kann auf einfache Art und Weise gewährleistet werden, dass von einem Endbenutzer die
Module korrekt miteinander verbunden werden. Bekannte Schraubenlösungen haben oft
den Nachteil, dass eine korrekte Montage davon abhängig sein kann, mit welchen Drehmomenten
die Schrauben eingedreht werden. Wird beispielsweise eine Schraube mit einem zu hohen
Drehmoment eingeschraubt, so befindet sich diese Schraube in einer zu "tiefen" Stellung.
[0041] Wie oben bereits ausgeführt, hat die Ausführungsform eines Befestigungsbolzen 50
mit einem Gewinde am Fußteil 51 Vorteile im Hinblick auf Herstellungskosten. Ein Nachteil
dieser Lösung besteht jedoch darin, dass die Einschraubtiefe des Befestigungsbolzens
50 in das Mittelmodul 10 gegebenenfalls leicht variieren kann, abhängig davon, mit
welchem Drehmoment der Endbenutzer den Befestigungsbolzen 50 in das Mittelmodul 10
eindreht. Erfindungsgemäß kann diese Unsicherheit dadurch weiter vermindert werden,
dass das Gewinde am Fußteil 51 einen Anschlag aufweist, der verhindert, dass der Befestigungsbolzen
zu weit in das Mittelmodul 10 eingeschraubt wird.
[0042] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann auch diese geringe Unsicherheit
bezüglich der Länge 1 weiter vermieden werden, indem ein Befestigungsbolzen 50 ohne
Gewinde am Fußteil 51 verwendet wird. Figur 5 zeigt beispielsweise einen Befestigungsbolzen
50 mit einem Kopfteil 52 ähnlich zu der Ausführungsform der Figur 2. Die Ausführungsform
der Fig. 5 zeigt ein Fußteil 51, das ähnlich wie das Kopfteil 52 ausgebildet ist.
Sowohl das Kopfteil als auch das Fußteil sind im Wesentlichen T-Förmig ausgebildet.
Zudem ist es vorteilhaft, den Befestigungsbolzen 50 mit einem rechteckigen Querschnitt
auszubilden. Dieser rechteckigen Querschnitt kann im Gegensatz zu runden Ausführungsformen
einfacher hergestellt werden, beispielsweise durch Pressen oder Stanzen. Trotz dieser
einfachen Herstellungsverfahren ist es möglich einen Bolzen mit sehr exakten Maßen
herzustellen, was für die erfindungsgemäßen Ausführungsformen bevorzugt ist. Befestigungsbolzen
mit einem runden Querschnitt, beispielsweise Schrauben mit speziell geformten Kopfformen
müssen üblicherweise gedreht werden, was zu erhöhten Herstellungskosten führt. Ähnlich
wie in der Ausführungsform der Figur 2 wird zunächst das Fußteil 51 des Befestigungsbolzens
50 mit dem Mittelmodul 10 verbunden. Hierzu kann das Mittelmodul 10 beispielsweise
eine Öffnung 11 in Form eines Langlochs aufweisen. Wie in Figur 4 dargestellt, und
insbesondere auf der Türinnenseite des Mittelmoduls ersichtlich, kann das Langloch
11 die längere Ausdehnung in radiale Richtung aufweisen, hier von oben nach unten.
Das T-Förmige Kopfteil 51 kann so durch das Langloch 11 durchgeführt werden, und anschließend
um 90° gedreht werden, sodass das Fußteil 51 in der gedrehten Position nicht mehr
durch das Langloch 11 passt und das Kopfteil unter Zugbelastung mit dem Mittelmodul
10 in Eingriff kommt. Das dazwischen anzuordnende Verlängerungsmodul 40 ist vorzugsweise
ebenfalls mit einem entsprechenden Langloch ausgebildet. Es ist jedoch auch denkbar,
dass ein größeres Loch bzw. eine größere Öffnung 41 im Verlängerungsmodul 40 ausgebildet
ist, da eine direkte Befestigung zwischen Befestigungsbolzen 50 und Verlängerungsmodul
40 vorzugsweise nicht erfolgt. Mit anderen Worten, das Verlängerungsmodul 40 wird
vorzugsweise lediglich zwischen das Mittelmodul und ein außenseitiges bzw. innenseitiges
Abschlussmodul eingespannt. Es ist somit ausreichend, wenn der Befestigungsbolzen
50 durch das Verlängerungsmodul 40 durchführbar ist, ohne mit dem Verlängerungsmodul
40 selbst in direkten Eingriff zu gelangen. Wie in der Ausführungsform der Figur 5
dargestellt, kann der Befestigungsbolzen 50 zudem tailliert sein und einen Taillenabschnitt
55 aufweisen, der vorzugsweise dazu dienen kann den Befestigungsbolzen in dem Langloch
11 um 90° zu drehen.
[0043] In den Figuren 3,4 und 5 ist eine erfindungsgemäße Ausführungsform eines Verspannenelements
53 dargestellt, dass vorzugsweise die Form einer Platte bzw. eines Plättchens hat.
Diese einfache pättchenförmige Ausgestaltung hat beispielsweise wieder den Vorteil
das einfache und bekannte Herstellungsverfahren verwendet werden können die zudem
kostengünstig sind unter Beibehaltung einer hohen Präzision bezüglich der Dimensionen.
[0044] In der Detaildarstellung der Figur 5 ist das Verspannenelement 53 in Bezug auf das
Kopfteil 52 dargestellt. Figur 3 zeigt eine ähnliche Darstellung, jedoch den Bolzen
50 bereits in dem Mittelmodul 10 angeordnet. Figur 4 zeigt ähnlich wie die Figur 1
eine perspektivische Ansicht eines Teils des Zylinderkopfes 100, bei dem das Verlängerungsmodul
40 zwischen dem Mittelmodul 10 und dem Abschlussmodul 30 angeordnet ist. Ähnlich wie
in der Figur 3 ist im Mittelmodul 10 der Befestigungsbolzen 50, insbesondere das Fußteil
51, zu sehen. In dem Abschlussmodul 20 ist in dem Flanschabschnitt 110 die Aussparung
23 dargestellt, in die das Verspannelement 53 eingeführt wird (dargestellt in Figur
4 durch den Doppelpfeil). Das Verspannelement 53 hat vorzugsweise zwei Abschnitte,
wobei der erste Abschnitt 531 eine Aussparung aufweist, um mit dem Befestigungsbolzen
50 in Eingriff zukommen und die Sicherung des Befestigungsbolzen 50 in axialer Richtung
zu bewerkstelligen. Der zweite Abschnitt 532 dient vorzugsweise zum Einführen oder
Ausbauen des Verspannenelements 53. In der dargestellten Ausführungsform ist der zweite
Abschnitt 532 zum ersten Abschnitt 531 abgewickelt dargestellt, wodurch eine Verspannung
des Verspannelements 53 innerhalb des Schlitzes 23 erreicht wird. So kann beispielsweise
verhindert werden, dass das Verspannelement unbeabsichtigt aus dem Schlitz 23 herausrutschen
kann. Zudem ist am zweiten Abschnitt eine runde Öffnung 533 dargestellt, die beispielsweise
dazu dienen kann, das Verspannelement 53 einfach auszubauen. Hierzu wird beispielsweise
ein runder Stab (nicht dargestellt) in die Öffnung 533 eingeführt und mittels Hebelwirkung
aus der eingeführten Position herausgehebelt.
[0045] Die Figuren 6a und 6b zeigen die Lage des erfindungsgemäßen Verbindungselements 50
gemäß Figur 5 in zwei verschiedenen zueinander senkrechten Querschnittsansichten im
verspannten Zustand im Zylinderkörper. Figur 6a entspricht einem Aufriss, wohingegen
Fig. 6b einem Grundriss entspricht. Sowohl das Kopfteil als auch das Fußteil sind
im Wesentlichen T-förmig ausgebildet, wobei beide T-förmigen Köpfe in der selben Ebene
ausgebildet sind. Wiederum ist der Befestigungsbolzen 50 entsprechend in einer Ebene
Flach (siehe Fig. 6a) und die T-förmigen Köpfe sind nur in der Fig. 6b sichtbar. Auch
ist Befestigungsbolzen mit einem rechteckigen Querschnitt auszubilden, d.h., rechteckig
wenn man den Befestigungsbolzen entlang einer Ebene schneiden würde, die senkrecht
zur axialen Längsausdehnung des Bolzens liegt. Dieser rechteckige Querschnitt kann
im Gegensatz zu runden Ausführungsformen einfacher hergestellt werden, beispielsweise
durch Pressen oder Stanzen. Zudem kann es vorteilhaft sein, mehrere Lagen zusammen
zu einem Befestigungsbolzen zu verbinden.
[0046] Ähnlich wie in der Ausführungsform der Figur 3 wird zunächst das Fußteil 51 des Befestigungsbolzens
50 mit dem Mittelmodul 10 verbunden. Hierzu kann das T-förmige Kopfteil 51 so durch
eine entsprechende längliche Öffnung 11 durchgeführt werden, und anschließend um 90°
gedreht werden, sodass das Fußteil 51 in der gedrehten Position nicht mehr durch das
Langloch 11 herausgezogen werden kann, das Kopfteil kommt unter Zugbelastung mit dem
Mittelmodul 10 in Eingriff. Das dazwischen anzuordnende Verlängerungsmodul 40 ist
vorzugsweise ebenfalls mit einem entsprechenden Langloch ausgebildet. Es ist jedoch
auch möglich, dass ein größeres Loch bzw. eine größere Öffnung 41 im Verlängerungsmodul
40 ausgebildet ist, da eine direkte Befestigung zwischen Befestigungsbolzen 50 und
Verlängerungsmodul 40 vorzugsweise nicht erfolgt. Dies ist beispielsweise durch den
Spalt 49 in Fig. 6b beispielhaft illustriert. Wiederum ist es ausreichend, wenn der
Befestigungsbolzen 50 durch das Verlängerungsmodul 40 durchführbar ist, ohne mit dem
Verlängerungsmodul 40 selbst in direkten Eingriff zu gelangen. Wie in der Ausführungsform
der Figur 6b dargestellt, kann der Befestigungsbolzen 50 zudem tailliert sein und
einen Taillenabschnitt 55 aufweisen, der vorzugsweise dazu dienen kann den Befestigungsbolzen
in dem Langloch 11 um 90° zu drehen.
[0047] Die Erfindung umfasst ebenfalls die genauen oder exakten Ausdrücke, Merkmale, numerischen
Werte oder Bereiche usw., wenn vorstehend oder nachfolgend diese Ausdrücke, Merkmale,
numerischen Werte oder Bereiche im Zusammenhang mit Ausdrücken wie z.B. "etwa, ca.,
um, im Wesentlichen, im Allgemeinen, zumindest, mindestens" usw. genannt wurden (also
"etwa 3" soll ebenfalls "3" oder "im Wesentlichen radial" soll auch "radial" umfassen).
Der Ausdruck "bzw." bedeutet überdies "und/oder".
1. Veränderbarer Zylinderkörper (100) für elektronische Schließsysteme, insbesondere
für elektronische Schließzylinder, wobei der Zylinderkörper aufweist:
ein Mittelmodul (10) und zumindest ein außenseitiges Abschlussmodul (20) und/oder
ein innenseitiges Abschlussmodul (30), wobei
zwischen Mittelmodul (10) und außenseitigem Abschlussmodul (20) und/oder zwischen
Mittelmodul (10) und innenseitigem Abschlussmodul (30) beliebig viele Verlängerungsmodule
(40) eingefügt werden können,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein erstes der Module (10, 20, 30, 40) durch ein axial angeordnetes Verbindungselement
(50) mit einem zweiten der Module (10, 20, 30, 40) fest miteinander verbunden werden
kann,
wobei ein Fußteil (51) des Verbindungselements (50) mit dem ersten Modul in axialer
Zugrichtung fest verbunden ist,
und ein Kopfteil (52) des Verbindungselements (50) in dem zweiten Modul axial beweglich
eingelegt ist und durch ein radial in das zweite Modul eingeschobenes Verspannelement
(53), das gegen das Kopfteil (52) in Zugrichtung wirkt,
dass eine Zugspannung aufgebaut wird, die so gegen das Kopfteil (52) in Zugrichtung
wirkt, dass diese Zugspannung im Verbindungselement (50) aufgebaut wird und eine entsprechende
Gegenkraft das Kopfteil und eventuelle Verlängerungsmodule (40) gegen das Mittelmodul
drückt.
2. Veränderbarer Zylinderkörper (100) nach Anspruch 1, wobei
i) das Fußteil (51) des Verbindungselements (50) mit dem Mittelmodul (10) fest verbunden
ist, und
ii) das radial eingeschobene Verspannelement (53) im innenseitigen Abschlussmodul
(30) oder außenseitigen Abschlussmodul (20) eingeschoben wird, um das Kopfteil (52)
des Verbindungselements (50) in axialer Richtung zu fixieren.
3. Veränderbarer Zylinderkörper (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
das Verbindungselement (50) ein rechteckiges Profil aufweist und vorzugsweise aus
mehreren Materialschichten geformt ist.
4. Veränderbarer Zylinderkörper (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
das Verspannelement (53) an einem ersten Ende (531) eine Aussparung (535) aufweist,
um mit dem Kopfteil (52) des Verbindungselements (50) in Eingriff zu kommen.
5. Veränderbarer Zylinderkörper (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
das Verspannelement (53) an einem zweiten Ende (532) eine Öffnung (533), vorzugsweise
eine runde Öffnung aufweist, in die ein Stab für die Montage bzw. Demontage eingesetzt
werden kann.
6. Veränderbarer Zylinderkörper (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
das Verspannelement (53) im Wesentlichen aus einem plattenförmigen Element besteht,
das vorzugsweise an einem zweiten Ende (532) aus der Ebene des plattenförmigen Element
gebogen ist, um in einem geraden Schlitz (23) in einem der Module (10, 20, 30, 40)
des Zylinderkörpers zu verspannen.
7. Veränderbarer Zylinderkörper (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
das Fußteil (51) des Verbindungselements (50)
i) in das Mittelmodul (10) lose eingeschraubt ist;
ii) ein Hakenteil (51) aufweist, um mit dem Mittelmodul (10) durch Verhaken in axialer
Zugrichtung verbunden zu werden, oder
iii) eine umlaufende Aussparung aufweist, in die ein Spannring einsetzbar ist.
8. Veränderbarer Zylinderkörper (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
das Verspannelement (53) ein flaches, vorzugsweise durch Pressen und/oder Stanzen
hergestelltes Teil ist.
9. Verfahren zum Zusammenbauen eines veränderbaren Zylinderkörpers (100), insbesondere
eines axial verlängerbaren Zylinderkörpers nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit den Schritten:
- axiales Einsetzen eines Fußteils eines Verbindungselements (50) in ein Mittelmodul
(10);
- Anordnen eines Verlängerungsmoduls (40) neben dem Mittelmodul (10), sodass sich
das Verbindungselement (50) durch das Verlängerungsmodul (40) in axialer Richtung
hindurch erstreckt;
- Anordnen eines Abschlussmoduls (20, 30) neben dem Verlängerungsmodul (40), sodass
sich ein Kopfteil (53) des Verbindungselements (50) in axialer Richtung in das Abschlussmodul
hinein erstreckt;
- radiales Einschieben bzw. Einpressen eines Verspannelements (53) in das Abschlussmodul
(20, 30), sodass das Verspannelement mit dem Kopfteil (52) des Verbindungselements
(50) so in Eingriff kommt und im Verbindungselement (50) eine Zugspannung aufgebaut
wird und eine entsprechende Kraft erzeugt wird, mit der das Abschlussmodul (20, 30)
und das Verlängerungsmodul (40) gegen das Mittelmodul (10) gedrückt werden.