(19)
(11) EP 3 085 878 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.10.2016  Patentblatt  2016/43

(21) Anmeldenummer: 16166604.5

(22) Anmeldetag:  22.04.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E06B 9/11(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 25.04.2015 DE 202015003058 U

(71) Anmelder: BHK GmbH & Co. KG
32278 Kirchlengern (DE)

(72) Erfinder:
  • Brandt, Hartmut
    32257 Bünde (DE)

(74) Vertreter: Thielking & Elbertzhagen Patentanwälte Partnerschaft mbB 
Gadderbaumer Straße 14
33602 Bielefeld
33602 Bielefeld (DE)

   


(54) MÖBEL, INSBESONDERE SCHRANKMÖBEL


(57) Ein Möbel (10), insbesondere Schrankmöbel, weist eine Öffnung und beidseits der Öffnung vorhandene Führungen (13, 14) auf. In den Führungen ist eine Lamellentür (20) verschiebbar angeordnet, wobei die Lamellentür (20) gelenkig miteinander verbundene Lamellen (21, 22) aufweist. Es ist ein Umlenkbereich vorgesehen, der so ausgebildet ist, dass die Lamellen (21, 22) beim Verschieben der Lamellentür (20) in eine die Öffnung zugänglich machende Öffnungsstellung in Öffnungsrichtung nacheinander durch den Umlenkbereich geführt und dabei durch einen Radius geführt werden. Wenigstens die in Öffnungsrichtung vorauslaufende Lamelle (22) weist einen ersten Magneten (23) und der Umlenkbereich wenigstens einen mit dem Möbel (10) verbundenen zweiten Magneten (41) auf.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Möbel, insbesondere Schrankmöbel, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, wie es zum Beispiel aus EP 1 635 023 B1 bekannt ist.

[0002] Gattungsgemäße Möbel weisen lamellenförmige Türen, insbesondere Jalousiematten und dergleichen auf und werden gewöhnlich durch einzelne miteinander verkettete lamellenförmige Türelemente gebildet. Die Tür mit den Lamellen wird in einer Führung beidseits einer zu verschließenden Öffnung geführt. Beim Öffnen des Möbels wird die Tür entlang der Führung geführt und läuft mit zunehmendem Öffnungsgrad in der Nähe einer Seitenwand des Schrankes ins Schrankinnere.

[0003] Aufgrund der Geometrie muss diese Lamellentür dort, wo sie aus dem Schrankinnern zur Vorderseite hin austritt, in einem Umlenkbereich einen rechten Winkel durchlaufen. Die Folge daraus ist, dass wenigstens das letzte Türelement bzw. die in Öffnungsrichtung vorauslaufende Lamelle bei vollständig verschlossenem Möbel im Schließzustand schräg steht oder mit der Seite des Schranks nicht bündig abschließt, so dass auf der Vorderseite des Schranks eine Lücke entsteht, welche durch seitliche Verblendungen kaschiert werden muss. Solche kaschierenden Verblendungen sind für den Gesamteindruck äußerst störend. Dies wird im Stand der Technik gelöst, indem man die letzte Lamelle im Schließzustand nach vorne klappen lässt. Bei dem bekannten Möbel wird dies durch eine komplexe Mechanik erreicht, in der zwei Führungen in jeder die Öffnung des Möbels begrenzenden Seitenwange vorgesehen sind, wobei die Lamellen in einer ersten Führung geführt werden und die Kette aus Lamellen an ihrem Ende einen Beschlag aufweist, der zusätzlich in einer zweiten Führung geführt wird und wenigstens eine Lamelle aufnimmt. Eine zweite Führung läuft parallel zur ersten Führung, ändert jedoch im Schwenkbereich der Türelemente zur Vorderseite des Schranks hin ihren Verlauf so, dass der Beschlag auf relativ kurzer zurückgelegter Wegstrecke einen großen Schwenkbereich durchfährt. Hierdurch klappt die letzte Lamelle zur Vorderseite des Möbels um, so dass eine Schrägstellung der Lamelle vermieden wird und infolge dessen keine zusätzliche Verblendung mehr erforderlich ist.

[0004] Diese Lösung hat sich in der Praxis bewährt, setzt aber einerseits passende Beschläge und andererseits entsprechende Doppelführungen voraus.

[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Möbel der eingangs genannten Art anzugeben, bei dem ebenfalls die letzte Lamelle nach vorne umklappt und deren Schrägstellung vermieden wird, wobei der Mechanismus aber gegenüber der bekannten Lösung stark vereinfacht und auch besonders für Jalousiematten, insbesondere solche aus Kunststoff, geeignet ist.

[0006] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Möbel mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausführungsformen finden sich in den Unteransprüchen.

[0007] Das erfindungsgemäße Möbel, welches insbesondere die Gestalt eines Schrankmöbels aufweist, weist eine Öffnung und beidseits der Öffnung vorhandene Führungen auf, in denen eine insbesondere als Jalousiematte ausgebildete Lamellentür verschiebbar angeordnet ist. Die Lamellentür weist dabei ihrerseits gelenkig miteinander verbundene Lamellen auf. Weiter ist ein Umlenkbereich vorgesehen. Dieser ist dabei so ausgebildet, dass die Lamellen beim Verschieben der Lamellentür in eine die Öffnung zugänglich machende Öffnungsstellung in Öffnungsrichtung nacheinander durch den Umlenkbereich geführt und dabei durch einen Radius geführt werden.

[0008] Gemäß der vorliegenden Erfindung weist wenigstens die in Öffnungsrichtung vorauslaufende Lamelle, also die Lamelle, die beim Öffnen als erste durch den Umlenkbereich geführt werden muss, einen ersten Magneten auf. Weiter weist der Umlenkbereich wenigstens einen mit dem Möbel verbundenen zweiten Magneten auf.

[0009] Diese beiden Magneten, der eine an der verschieblichen Lamellentür, der andere am Möbel selbst, vorzugweise ortsfest oder unverschieblich, können miteinander Wechselwirken und unterstützen so beim Schließen der Lamellentür das Vorklappen der vorauslaufenden Lamelle nach vorne, so dass alle Lamellen der Lamellentür in einer Ebene liegen. Auf diese einfache Art und Weise kann auf eine komplizierte Umlenkmechanik verzichtet werden.

[0010] Bevorzugt ist vorgesehen, dass der erste und der zweite Magnet so gepolt und angeordnet sind, dass in der Schließstellung oder kurz vor Erreichen der Schließstellung der Lamellentür der erste Magnet und der zweite Magnet abstoßend miteinander Wechselwirken. So wird erreicht, dass ein Vorklappen der letzten Lamelle durch die abstoßende Wirkung des Magneten erreicht wird. Es ist auch denkbar, den zweiten Magneten so am Möbel zu platzieren, dass das Vorklappen der Lamelle durch magnetische Anziehung erfolgt.

[0011] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann auch vorgesehen sein, dass der zweite Magnet oder/und ein dritter Magnet so angeordnet ist, dass er beim Verschieben der Jalousiematte in Öffnungsrichtung so gepolt ist, dass der zweite und/oder der dritte Magnet den ersten Magneten anzieht. Auf diese Weise kann auch der Öffnungsvorgang und das Einlenken der vorauslaufenden Lamelle in den Radius des Umlenkbereichs unterstützt werden.

[0012] Bevorzugt ist der erste Magnet in der vorauslaufenden Lamelle untergebracht. Auf diese Weise kann der Mechanismus von außen nicht eingesehen werden und der Klappvorgang der Lamelle erfolgt ohne erkennbare Mechanik.

[0013] Die Führungen, in denen die Lamellentür geführt ist, können im Umlenkbereich durchgängig ausgebildet werden, damit die Lamellentür beim Führen durch den Radius nicht aus der Führung entgleist. Damit dann die vorauslaufende Lamelle noch mittels der magnetischen Wirkung erfindungsgemäß umklappbar ist, ist bevorzugt vorgesehen, dass die vorauslaufende Lamelle in ihrer Längserstreckungsrichtung senkrecht zur Öffnungsrichtung gegenüber den übrigen Lamellen an den zu den Führungen hin weisenden Stirnseiten kürzer ausgebildet ist. So ist ein freies Klappen möglich, während die übrigen Lamellen in der Führung verbleiben.

[0014] Insbesondere für den gerade beschriebenen Fall aber auch generell kann nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung am Korpus im Umlenkbereich ein Umlenkhilfsanschlag vorgesehen sein. Dieser ist insbesondere so ausgebildet, dass die vorauslaufende Lamelle beim Öffnen der Lamellentür auf den Umlenkhilfsanschlag aufläuft und die vorauslaufende Lamelle aus ihrer im Wesentlichen zur Öffnungsfläche der Öffnung parallelen Stellung zum Innern des Möbels hin anwinkelt.

[0015] Der Umlenkhilfsanschlag kann dabei eine schräge oder gekrümmte Umlenkfläche aufweisen. Bevorzugt bildet die Umlenkfläche in Schließstellung der Lamellentür einen Winkel zur Ebene der zur Außenseite weisenden Vorderseite der vorauslaufenden Lamelle. Auf diese Weise wird das Umlenken erleichtert, da die angewinkelte Umlenkfläche eine Führung für die vorauslaufende Lamelle bildet.

[0016] Nach einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass wenigstens der zweite und ein gegebenenfalls vorhandener dritter Magnet an einer Magnethalterung angebracht sind, welche einen Drehabschnitt oder ein Verschiebeabschnitt und ein, insbesondere als Welle ausgebildetes, Drehlager bzw. Verschiebelager aufweist, gegenüber dem der Drehabschnitt um eine Drehachse drehbar bzw. der Verschiebeabschnitt entlang einer Verschieberichtung verschieblich gelagert ist.

[0017] Auf diese Weise kann eine Feinjustage der Position der Magnete vorgenommen und so die Klappfunktion der letzten Lamelle optimiert werden. Dazu kann auch vorgesehen sein, dass die Magnethalterung ein Fixierelement aufweist, wobei der Drehabschnitt gegenüber dem Drehlager bzw. der Verschiebeabschnitt gegenüber dem Verschiebelager mittels des Fixierelements in einer gewünschten Drehlage fixierbar ist. Mit dem Fixierelement wird die Drehlage des Drehabschnitts bzw. die Verschiebeposition des Verschiebeabschnitts nach der Feinjustage in der gewünschten Drehlage bzw. Verschiebelage arretiert. Dazu kann das Fixierelement bevorzugt als Fixierschraube ausgebildet sein, die in die Halterung, bevorzugt radial, eingeschraubt wird und das Drehelement an dem Drehlager arretiert.

[0018] Bevorzugt ist weiter vorgesehen, dass wenigstens der zweite und ein gegebenenfalls vorhandener dritter Magnet unverschieblich mit dem Möbelteil verbunden ist. Besonders vorteilhaft ist dabei, dass wenigstens der zweite und ein gegebenenfalls vorhandener dritter Magnet über eine Magnethalterung mit dem Möbelteil verbunden ist. Einbautechnisch kann das zum Beispiel so erfolgen, dass die Magnethalterung ortsfest mit einem Zwischenboden verbunden wird. Zwischen diesem Zwischenboden und der Wand des Möbelkorpus wird dann die Lamellentür beim Öffnen in den Korpus des Möbels hinein geschoben. Die Magnethalterung befindet sich bevorzugt auf der der Lamellentür zugewandten Seite des Zwischenbodens.

[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand des in den Figuren 1 bis 4B gezeigten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Figur 1
- zeigt eine Frontansicht auf ein erfindungsgemäßes Möbel,
Figur 2
- zeigte eine Schnittansicht im Frontbereich des Möbels durch Seitenwangen und Lamellentür,
Figur 3
- zeigt eine seitliche Schnittansicht durch das erfindungsgemäße Möbel mit einem Ausschnitt des Frontbereichs,
Figur 4A
- zeigt eine Ausschnittvergrößerung der Figur 2,
Figur 4B
- zeigt eine Ausschnittvergrößerung der Figur 3 im Umlenkbereich der Lamellentür,
Figur 5A
- zeigt eine seitliche Schnittansicht durch das erfindungsgemäße Möbel mit einem Ausschnitt des Frontbereichs gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform,
Figur 5B
- zeigt eine Ausschnittvergrößerung der Figur 5A.


[0020] Das erfindungsgemäße Möbel 10 weist, wie in Figuren 1, 2 und 4A gezeigt, einen Möbelkorpus auf, der von zwei Seitenwänden 11, 12 begrenzt wird. An den Seitenwänden 11, 12 sind Führungen 13, 14 angebracht, in denen eine Lamellentür 20 verschieblich geführt ist, um eine zwischen den Seitenwänden 11, 12 bzw. den Führungen 13, 14 liegende Öffnung des Möbels zu öffnen bzw. zu verschließen. Dazu ist die Lamellentür 20 zwischen einer Öffnungsstellung und einer Schließstellung verschieblich geführt. Die Lamellentür 20, die bevorzugt als Jalousiematte ausgebildet ist, weist eine Mehrzahl Lamellen 21, 22 auf, die miteinander gelenkig verbunden sind. Zum Angreifen für einen Benutzer kann an der Lamellentür 20 ein Griff 30 angebracht sein. In der in Figur 1 gezeigten Schließstellung der Lamellentür 20, liegen die zur Möbelaußenseite weisenden Außenseiten der Lamellen 21, 22 in einer Ebene Y, Z, wobei Z im gezeigten Bespiel die Haupterstreckungsrichtung der Führungen 13, 14 und die Vertikalrichtung des hier beispielhaft als Schrank ausgebildeten Möbels bezeichnet und Y die Querrichtung bezeichnet, in welcher die Haupterstreckungsrichtung der Lamellen 21, 22 liegt. Die Gelenkachsen der aneinander angelenk-ten Lamellen 21, 22 erstrecken sich ebenfalls parallel zur Querrichtung Y. Y (vgl. Figur 2) bezeichnet die Tiefenrichtung des Möbels 10, senkrecht zur Querrichtung Y und senkrecht zur Vertikalrichtung Z.

[0021] Am hier oberen Rand des Möbels 10 ist noch eine Abschlussblende 15 vorgesehen. Die Führungen 13, 14 sind, wie in Figur 4A gezeigt, U- oder C-Profile, die an der nach vorne weisenden Schmalseite der Seitenwände 11, 12 bevorzugt über Harpunenstege oder dergleichen befestigt sind und die Lamellentür 20 mit ihren Lamellen 21 mit zwei Schenkeln, 131, 132 umschließen und führen.

[0022] In den Figuren 3 und 4A ist eine Schnittansicht durch das Möbel dargestellt. A bezeichnet, die Außenseite des Möbels 10, I das Innere. Man erkennt einen oberen Korpusboden 16, einen Zwischenboden 17, die Führung 13, in der die Lamellentür 20 geführt wird. Ferner sind die einzelnen Lamellen 21, 22 der Lamellentür 20 gezeigt, die miteinander über Gelenke 24, 25 verbunden sind. Die Gelenke werden hier durch Scharniere gebildet, wobei die Lamellen 21, 22 an der einen Seite eine Aufnahme 25 und auf der anderen Seite einen Gelenkzapfen oder Bolzen 24 aufweisen, der in die Aufnahme 25 der jeweils benachbarten Lamelle 21 aufgenommen wird. Die zunächst in Richtung Z verlaufende Führung setzt sich in einem Umlenkbereich fort durch einen gekrümmten Führungsabschnitt 19, welcher im gezeigten Beispiel die geöffnete Lamellentür 20 in einen (nicht notwendigerweise in Horizontalrichtung X verlaufenden) weiteren Führungsabschnitt 18 überführt. Auf diese Weise wird die Lamellentür 20 beim Öffnen in das Möbel 10 hinein verlagert und läuft zwischen dem Korpusboden 16 und dem Zwischenboden 17 hindurch bis zu einer Endlage. Üblicherweise läuft die Lamellentür 20 dabei hinter eine (hier nicht gezeigt) innere Rückwand, so dass sie beim Blick ins Innere I des Möbels 10 nicht sichtbar ist.

[0023] Im Umlenkbereich - das ist der Bereich des Möbels 10, in welchem die Lamellentür 20 durch den Radius des Führungsabschnitts 19 geführt wird, also der Bereich um den Abschnitt 19 herum - ist ein Magnet 41 angeordnet, welcher bevorzugt möbelfest in oder an einer am Zwischenboden 17 gelagerten oder angebrachten Magnethalterung 40 angeordnet ist. Ferner ist in der in Öffnungsrichtung vorauslaufenden Lamelle 22 (auch "letzte Lamelle" genannt) ein Magnet 23 angeordnet. Ein Magnet 23 ist also bevorzugt lamellentürfest und damit verschieblich, der andere 41 ist möbelfest und damit unverschieblich vorgesehen.

[0024] Wird nun die Lamellentür 20 mit ihrer letzten Lamelle aus der Öffnungsstellung (angedeutet durch die Lage der letzten Lamelle gem. Pos. 22') in die Schließstellung (in Figur 3 dargestellt) verschoben, geschieht Folgendes: Die letzte Lamelle 22, welche den Magneten 23 aufweist, durchfährt den Radius 19 und gelangt in den Wechselwirkungsbereich des Magneten 41. Die Polungen der Magnete 23 und 41 sind so gewählt, dass in diesem Bereich eine Abstoßung erfolgt, angedeutet durch den Pfeil P1. Dadurch, dass die Pole S des Magenten 41 und S des Magenten 23 hier miteinander wechselwirken, kommt es zur Abstoßung und die letzte Lamelle 22 wird beim Schließen der Lamellentür 20 in die vertikale Endstellung nach vorne in Richtung der Außenseite A umgeklappt. Der Magnet 41 ist zur Vertikalrichtung Z leicht - im gezeigten Beispiel schräg - angestellt, um die Abstoßung P1 im Scheitelpunkt des Radius 19 zu optimieren.

[0025] Wird die Lamellentür geöffnet, so wird die letzte Lamelle 22 in die Position angedeutet durch 22` geschoben. Dabei wird zunächst gegen die Abstoßung P1 angearbeitet. Um die Abstoßung P1 zu überwinden ist ein Umlenkhilfsanschlag 50 vorgesehen, der die erste Lamelle 22 aus der Schließstellung kommend gegen die Abstoßung aus- und in den Radius 19 einlenkt. Dazu weist der Umlenkhilfsanschlag 50 bevorzugt eine Schrägfläche auf, die von der Horizontalen spitzwinklig und zur Vorderseite A abfallend ausgebildet ist. Läuft die letzte Lamelle 22 auf diese Fläche 50 auf, wird sie nach innen geklappt und kann durch den Radius 19 geführt werden. Hat die Lamelle den Scheitelpunkt des Radius 19 oder sogar die Position wie bei 22' erreicht, lässt die abstoßende Wechselwirkung mit dem Magneten 41 nach und der Magnet 23 gelangt in den anziehenden Wechselwirkungsbereich, indem dessen Pol S von dem Pol N des Magneten 41 oder eines weiter innen an der Magnethalterung 40 angeordneten zusätzlichen Magneten 42 angezogen wird (Pfeil P2). Die letzte Lamelle 22 klappt also zum Zwischenboden 17 hin um und wird mit der übrigen Lamellentür in die Öffnungsstellung geschoben.

[0026] Die in den Figuren 5A und 5B gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von der zuvor beschriebenen Ausführung lediglich dadurch, dass der zweite und/oder dritte Magnet 41, 42 an einer Magnethalterung gelagert sein könnten, die selbst verstellbar ausgebildet ist. Insofern wird vollumfänglich auf die obigen Ausführungen verwiesen und lediglich auf die Unterschiede eingegangen.

[0027] Die Führung 18 kann wie hier gezeigt, Teil eines Kassetteneinschubs 60 sein, mit dem die Lamellentür bzw. Jalousie 20 in den Korpus des Möbels (10) eingesetzt ist. Die Magnethalterung 40 ist im gezeigten Beispiel beweglich, insbesondere um eine Drehachse A senkrecht zu den Richtungen X und Z (senkrecht zur Zeichenebene) drehbar ausgebildet. Dadurch kann die relative Lage der Magnete 41 bzw. 42 im Wege der Feinjustage angepasst werden, um ein optimales Klappergebnis für die Lamelle 22 zu erzielen und die magnetische Wechselwirkung zu optimieren.

[0028] Die Halterung 40 kann eine Welle, insbesondere eine Stützwelle des Kassetteneinschubs 60 sein. Im in Figur 5B gezeigten Beispiel weist die Halterung einen um eine Welle 45 (wie durch den Pfeil P3 angedeutet) drehbar gelagerten Ring oder Drehabschnitt 44 auf, an oder in dem die Magnete 41, 42 (falls vorhanden) gehalten sind. Der Drehabschnitt 44 ist bevorzugt in beliebiger Drehposition bezüglich der Welle 45 fixierbar. Dazu wird ein Fixierelement 43 eingesetzt, welches im gezeigten Beispiel eine Fixierschraube ist, die den Drehabschnitt radial durchsetzt und in der Welle 45 fixierbar ist, so dass durch die Fixierung ein Verdrehen des Drehabschnitts 44 nicht mehr möglich ist.

[0029] Die magnetische Wechselwirkung kann im Übrigen auch so ausgebildet sein, dass das Vorklappen durch magnetische Anziehung und das Zurückklappen bzw. Umlenken durch magnetische Abstoßung erreicht wird. Dazu müsste der möbelfeste Magnet 41, 42 z.B. an der Wange 16 des Korpus angebracht sein.

[0030] In jedem Fall wird durch die genannte magnetische Wechselwirkung das Umklappen der letzten Lamelle 22 auf einfache weise erreicht, ohne dass komplizierte Beschläge oder Mehrfachführungen erforderlich sind. Auch hier kann die Abschlussblende 15 entfallen oder jedenfalls wesentlich schmaler gestaltet sein als bei Lamellentüren ohne Vorklappmechanismus.


Ansprüche

1. Möbel (10), insbesondere Schrankmöbel, mit einer Öffnung und beidseits der Öffnung vorhandenen Führungen (13, 14), in denen eine Lamellentür (20) verschiebbar angeordnet ist, wobei die Lamellentür (20) gelenkig miteinander verbundene Lamellen (21, 22) aufweist, wobei ein Umlenkbereich vorgesehen ist, der so ausgebildet ist, dass die Lamellen (21, 22) beim Verschieben der Lamellentür (20) in eine die Öffnung zugänglich machende Öffnungsstellung in Öffnungsrichtung nacheinander durch den Umlenkbereich geführt und dabei durch einen Radius geführt werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens die in Öffnungsrichtung vorauslaufende Lamelle (22) einen ersten Magneten (23) und der Umlenkbereich wenigstens einen mit dem Möbel (10) verbundenen zweiten Magneten (41) aufweist.
 
2. Möbel (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste und der zweite Magnet (23, 41) so gepolt und angeordnet sind, dass in der Schließstellung oder kurz vor Erreichen der Schließstellung der Lamellentür (20) der erste Magnet (23) und der zweite Magnet (41) abstoßend miteinander wechselwirken.
 
3. Möbel (10) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der zweite Magnet (41) oder/und ein dritter Magnet (42) so angeordnet ist, dass er beim Verschieben der Jalousiematte (20) in Öffnungsrichtung so gepolt ist, dass der zweite und/oder der dritte Magnet (41, 42) den ersten Magneten (23) anzieht.
 
4. Möbel (10) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Magnet (23) in der vorauslaufenden Lamelle (22) untergebracht ist.
 
5. Möbel (10) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die vorauslaufende Lamelle (22) in ihrer Längserstreckungsrichtung (Y) senkrecht zur Öffnungsrichtung gegenüber den übrigen Lamellen (21) an den zu den Führungen (13, 14) hin weisenden Stirnseiten kürzer ausgebildet ist.
 
6. Möbel (10) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Korpus im Umlenkbereich ein Umlenkhilfsanschlag (50) vorgesehen ist, der so ausgebildet ist, dass die vorauslaufende Lamelle (22) beim Öffnen der Lamellentür (20) auf den Umlenkhilfsanschlag (50) aufläuft und die vorauslaufende Lamelle (22) aus ihrer im Wesentlichen zur Öffnungsfläche der Öffnung parallelen Stellung zum Innern (I) des Möbels (10) hin anwinkelt.
 
7. Möbel (10) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Umlenkhilfsanschlag (50) eine schräge oder gekrümmte Umlenkfläche aufweist.
 
8. Möbel (10) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Umlenkfläche in Schließstellung der Lamellentür (20) einen Winkel zur Ebene (Y,Z) der zur Außenseite (A) weisenden Vorderseite der vorauslaufenden Lamelle (22) bildet.
 
9. Möbel (10) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens der zweite (41) und ein gegebenenfalls vorhandener dritter Magnet (42) unverschieblich mit dem Möbelteil (10) verbunden ist.
 
10. Möbel (10) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens der zweite (41) und ein gegebenenfalls vorhandener dritter Magnet (42) an einer Magnethalterung (40) angebracht sind, welche einen Drehabschnitt (44) oder einen Verschiebeabschnitt und ein, insbesondere als Welle (45) ausgebildetes, Drehlager oder Verschiebelager aufweist, gegenüber dem der Drehabschnitt um eine Drehachse (A) drehbar oder der Verschiebeabschnitt entlang einer Verschieberichtung verschieblich gelagert ist.
 
11. Möbel (10) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnethalterung (40) ein Fixierelement (43) aufweist, wobei der Drehabschnitt (44) oder Verschiebeabschnitt gegenüber dem Drehlager (45) bzw. Verschiebelager mittels des Fixierelements (43) in einer gewünschten Drehlage bzw. einer gewünschten Verschiebelage fixierbar ist.
 
12. Möbel (10) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens der zweite (41) und ein gegebenenfalls vorhandener dritter Magnet (42) über eine Magnethalterung (40) mit dem Möbelteil (10), insbesondere über einen Zwischenboden (17) verbunden ist.
 
13. Möbel (10) nach einem der vorigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Lamellentür (20) als Jalousiematte ausgebildet ist.
 




Zeichnung






















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente