[0001] Die Erfindung betrifft eine Vakuumpumpe, insbesondere Turbomolekularpumpe, mit einem
Gehäuse, das einen Pumpenraum für ein zu pumpendes Gas einschließt, in dem mehrere
hintereinander geschaltete Pumpstufen angeordnet sind, wobei die Pumpstufen jeweils
einen Einlass mit einem innerhalb des Gehäuses gelegenen Einlassbereich aufweisen.
[0002] Vakuumpumpen werden in unterschiedlichen technischen Prozessen eingesetzt, um ein
für den jeweiligen Prozess notwendiges Vakuum zu schaffen. Eine Vakuumpumpe umfasst
typischerweise ein Gehäuse, das einen Pumpenraum mit einer Rotorwelle einschließt.
In dem Pumpenraum ist eine Pumpstruktur der Vakuumpumpe angeordnet, die ein in dem
Pumpenraum bzw. in einem zu evakuierenden Bereich vorhandenes Gas von einem Einlass
zu einem Auslass der Vakuumpumpe fördert und dadurch pumpt. Ein Antrieb für die Rotorwelle
ist üblicherweise in einem von dem Pumpenraum getrennten Lagerraum angeordnet.
[0003] Turbomolekularpumpen sind Drehmomenttransferpumpen, bei denen in die Pumpe eintretende
Gasmoleküle eines zu pumpenden Gases durch einen Aufprall auf die sich bewegenden
Rotorblätter der Rotorwelle ein Drehmoment erhalten. Die Pumpe enthält üblicherweise
mehrere Pumpstufen von in Reihe oder hintereinander angeordneten Rotor- und Statorscheiben.
Jede Pumpstufe besteht also in der Regel zumindest aus je einer Rotor- und Statorscheibe,
die paarweise angeordnet sind. Gegebenenfalls kann eine Pumpstufe auch nur aus einer
Rotorscheibe bestehen, wobei dies insbesondere für die am stromabwärts gelegenen Ende
befindliche Pumpstufe gilt. In diesem Fall endet die Pumpe mit einer Rotorscheibe.
Neben dem Drehmoment erhalten die Gasmoleküle aufgrund der Stellung von Rotor- und
Statorscheiben zueinander eine Bewegungskomponente parallel zur Achse der Pumpe, wobei
die Achse grundsätzlich der Rotorwelle entspricht. Generell erhöhen mehrere Pumpstufen
den Druck des Gases von dem Einlass zum Auslass der Pumpe.
[0004] Eine Turbomolekularpumpe arbeitet grundsätzlich nur effektiv in Druckbereichen im
Molekularstrombereich und evakuiert nicht zu atmosphärischem Druck, sondern wird meist
von einer Vorvakuumpumpe unterstützt. Der Arbeitsdruckbereich der Turbomolekularpumpe
wird üblicherweise erweitert, indem eine von der gleichen Rotorwelle angetrieben Molekularpumpstufe,
beispielsweise eine Holweck-Pumpstufe oder Siegbahn-Pumpstufe, an den Auslass der
Turbomolekularpumpe innerhalb des Pumpgehäuses gekoppelt wird. Dies ermöglicht, Vorvakuumpumpen
mit geringerer Leistung einzusetzen, da der Auslassdruck des Gases erhöht ist. In
diesem Fall evakuiert die Kombination aus der Turbomolekularpumpstufe und der Molekularpumpstufe
üblicherweise zu einem Druck von etwa 1 mbar, so dass die Vorvakuumpumpe zur Atmosphäre
pumpt.
[0005] Vakuumpumpen mit mehreren Einlässen, sogenannte Splitflowvakuumpumpen, ermöglichen
das Pumpen von mehreren, insbesondere in Reihe hintereinander angeordneten, Kammern
(Rezipienten) mit unterschiedlichen Drücken. Derartige Pumpen enthalten typischerweise
zwei bis sechs Einlässe, die entlang der Achse der Pumpe beabstandet sind. Die Pumpen
bestehen üblicherweise aus einem Stapel von hintereinander geschalteten Pumpstufen
innerhalb des Pumpenraums. In der Regel umfassen die Pumpstufen eine Turbomolekularpumpeinheit
aus zumindest einem Satz von Rotor- und Statorblättern und gegebenenfalls einer oder
mehreren Molekularpumpen. Typischerweise stehen die höchste Pumpgeschwindigkeit und
der niedrigste Druckbereich am ersten, d.h. am allen weiteren Einlässen vorgeschalteten
Einlass zur Verfügung. Die nachgeschalteten Einlässe befinden sich entsprechend ihrer
Reihenfolge in höheren Druckbereichen und liefern niedrigere Pumpgeschwindigkeiten.
Es sind auch Splitflowvakuumpumpen bekannt, bei welchen die höchste Pumpgeschwindigkeit
bzw. das höchste Saugvermögen an einem Einlass zur Verfügung steht, der zwischen zwei
weiteren Einlässen angeordnet ist, d.h. an der mittleren Pumpstufe oder an einer der
mittleren Pumpstufen. Die Ausgestaltung ist insbesondere von der jeweiligen Anwendung
abhängig.
[0006] Im Allgemeinen besteht bei Vakuumpumpen mit mehreren Einlässen die Problematik, dass
unterschiedliche Drücke an den Einlässen der hintereinander geschalteten Pumpstufen
anliegen. Gasmoleküle aus einem vorgeschalteten (stromaufwärts angeordneten) zu evakuierenden
Bereich, an dem ein niedrigerer Druck anliegt, können unter Umständen über einen nachgeschalteten
(stromabwärts angeordneten) Einlass in einen diesem Einlass zugeordneten zu evakuierenden
Bereich höheren Drucks gelangen und diesen kontaminieren. Dies kann insbesondere problematisch
sein, wenn die zu evakuierenden Bereiche Teile eines wissenschaftlichen Instruments,
beispielsweise eines Massenspektrometers, mit mehreren Druckbereichen sind. Das rückströmende
Gas kann hier eine exakte Druckeinstellung erschweren. Handelt es sich bei dem aus
einem stromaufwärts angeordneten Bereich gepumpten Gas um ein korrosives Gas, kann
eine solche Kontamination mit der Zeit zu erheblichen irreversiblen Schäden führen.
[0007] Aus der
DE 4228313 A1 ist eine Vakuumpumpe mit einer ersten Pumpstufe und einer zweiten Pumpstufe bekannt,
zwischen denen eine Drossel angeordnet ist, die dazu dient, einen unzulässigen Druckanstieg
in dem Testgasdetektor eines Gegenstrom-Lecksuchers zu verhindern.
[0008] Im Übrigen ist aus der
WO 2006/048603 A1 eine Vakuumpumpe mit einer Holweck Pumpstufe bekannt, die über ein Gasverteilungssystem
für einen gleichmäßigen Zustrom der Pumpstufe verfügt.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vakuumpumpe mit mehreren Einlässen
bereitzustellen, welche die vorstehend beschriebenen Nachteile überwindet, d.h. eine
Vakuumpumpe, mit welcher ein Gasaustausch zwischen den den Einlässen zugeordneten
Rezipienten vermieden werden kann. Gleichzeitig soll die Vakuumpumpe mit geringem
Aufwand herstellbar sein und zudem eine hohe Lebensdauer aufweisen.
[0010] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch eine Vakuumpumpe mit den Merkmalen
des Anspruchs 1.
[0011] Die erfindungsgemäße Vakuumpumpe, welche vorzugsweise eine Turbomolekularpumpe ist,
umfasst ein Gehäuse, das einen Pumpenraum für ein zu pumpendes Gas einschließt, in
dem mehrere hintereinander geschaltete Pumpstufen angeordnet sind. Die Pumpstufen
weisen jeweils einen Einlass mit einem innerhalb des Gehäuses gelegenen Einlassbereich
auf. Ferner ist zumindest ein Umlenkmittel vorgesehen, das wenigstens einen von einer
vorgeschalteten Pumpstufe ausgehenden Strömungspfad für das zu pumpende Gas bereitstellt,
der von dem Einlassbereich einer nachgeschalteten Pumpstufe wegführt.
[0012] Mit anderen Worten, das Umlenkmittel verhindert, dass das zu pumpende Gas aus einer
ersten vorgeschalteten Pumpstufe den Einlassbereich einer weiteren nachgeschalteten
Pumpstufe anströmt, indem es das Gas umlenkt und so auf einen vom Einlassbereich wegführenden
Strömungspfad zwingt. Bei dem Strömungspfad kann es sich insbesondere auch um einen
weiteren oder alternativen Strömungspfad des zu pumpenden Gases handeln. Es kann demnach
vorgesehen sein, dass dem zu pumpenden Gas zwei oder mehrere Strömungspfade zur Verfügung
stehen, wobei zumindest einer von dem Einlassbereich der nachgeschalteten Pumpe wegführt.
[0013] Es wurde erkannt, dass durch ein solches Umlenkmittel ein Rückströmen des zu pumpenden
Gases in einen dem nachgeschalteten Einlass zugeordneten Rezipienten gänzlich oder
zumindest weitgehend vermieden wird. Dies ermöglicht insbesondere das Anlegen eines
konstanten Drucks an Rezipienten, die einem stromabwärts gelegenen Einlass der Pumpe
zugeordnet sind. Ferner wird durch das Umlenkmittel die Gefahr einer durch Gasaustauch
zwischen den Rezipienten verursachten Kontamination zumindest weitgehend verhindert.
Insbesondere wenn es sich bei dem zu pumpenden Gas um ein korrosives Gas handelt,
wirkt sich dies positiv auf die Lebensdauer des nachgeschalteten Rezipienten aus.
Darüber hinaus lässt sich die erfindungsgemäße Vakuumpumpe realisieren, ohne dass
die axiale Bauhöhe oder der Leistungsbedarf vergrößert werden müsste. Vorteilhafte
Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der Beschreibung und
in den Figuren angegeben.
[0014] Für die Bereitstellung des Umlenkmittels ist es grundsätzlich unerheblich, ob die
erfindungsgemäße Vakuumpumpe genau zwei oder mehrere Pumpstufen aufweist. Die vorgeschaltete
und die nachgeschaltete Pumpstufe können unmittelbar aufeinanderfolgen. Bevorzugt
weist eine erfindungsgemäße Vakuumpumpe zwei, besonders bevorzugt drei, insbesondere
vier, Pumpstufen auf. Es sind jedoch auch fünf und mehr Pumpstufen denkbar. Wie oben
bereits erwähnt, umfasst eine Pumpstufe vorzugsweise zumindest je eine Rotor- und
Statorscheibe, die paarweise angeordnet sind. Daneben kann eine Pumpstufe zusätzlich
mindestens eine Molekularpumpstufe umfassen. Beispielsweise kann es sich dabei um
Holweck- oder Siegbahnpumpstufen handeln, die auch miteinander kombiniert werden können.
Eine Pumpstufe kann ferner ausschließlich eine oder mehrere Molekularpumpstufen umfassen.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vakuumpumpe umfasst
das Umlenkmittel eine zwischen zwei Pumpstufen angeordnete Trennwand, durch die sich
eine den Pumpstufen zugeordnete Rotorwelle erstreckt.
[0016] Die Rotorwelle ist dabei vorzugsweise allen Pumpstufen zugeordnet und wird insbesondere
von nur einem Motor angetrieben. Wie oben bereits erwähnt, entspricht die Rotorwelle
im Wesentlichen der Achse der Pumpe, entlang derer die Pumpstufen hintereinander angeordnet
sind. Die den Pumpstufen zugeordneten Einlässe sind vorzugsweise ebenfalls entlang
dieser Achse angeordnet. Die Einlässe müssen nicht notwendigerweise auf einer Linie
parallel zur Achse der Pumpe liegen, sondern können auch gegeneinander versetzt angeordnet
sein. Alle Einlässe können seitliche Einlässe sein, wobei dies aber nicht zwingend
ist. Insbesondere kann der erste Einlass der Pumpe, welcher allen anderen Einlässen
vorgeschaltet ist, stirnseitig angeordnet sein. Ebenso kann der letzte Einlass der
Pumpe, welcher allen anderen Einlässen nachgeschaltet ist, stirnseitig angeordnet
sein.
[0017] Die Trennwand besteht vorzugsweise aus demselben oder einem ähnlichen Material wie
eine Statorscheibe und ist im Wesentlichen auch ähnlich aufgebaut. Des Weiteren kann
die Trennwand geteilt, insbesondere diametral geteilt, ausgeführt sein. Die Herstellung
einer solchen Trennwand kann z.B. durch Drahterosion oder durch eine Laserbearbeitung
erfolgen. Grundsätzlich sind dem Fachmann auf dem Gebiet der Turbomolekularpumpen
entsprechende Fertigungsmethoden und Materialien bekannt, weshalb an dieser Stelle
auf weitere Ausführungen verzichtet wird.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausführungsform führt die Rotorwelle unter Ausbildung eines
Spalts durch eine Öffnung in der Trennwand, wobei der Strömungspfad für das zu pumpende
Gas durch den Spalt verläuft. Die Trennwand bewirkt also, dass der Strömungspfad des
zu pumpenden Gases im Wesentlichen zur Mitte des Pumpenraumes bzw. zur Achse der Pumpe
umgelenkt wird. Auf diese Weise wird ein direktes Anströmen des Einlasses der nachgeschalteten
Pumpstufe und damit ein Rückströmen des zu pumpenden Gases in den dem Einlass zugeordneten
Rezipienten vermieden. Grundsätzlich ist dieser vorteilhafte Effekt umso stärker,
je dichter die Trennwand an dem nachgeschalteten Einlass angeordnet ist. Es ist daher
insbesondere bevorzugt, dass sich der nachgeschaltete Einlass unmittelbar an die Trennwand
anschließt.
[0019] Um diesen Effekt noch weiter zu verstärken, ist bei einer bevorzugten Weiterbildung
der Vakuumpumpe die Trennwand im Bereich der Rotorwelle axial in die nachgeschaltete
Pumpstufe hinein verlängert. Mit besonderem Vorteil lässt sich dadurch der Strömungspfad
des zu pumpenden Gases ganz oder zumindest weitgehend an dem Einlassbereich der nachgeschalteten
Pumpstufe vorbeiführen oder zumindest näher an den Kompressionsbereich der nachgeschalteten
Pumpstufe heranführen. Eine solche Verlängerung lässt sich beispielsweise durch einen
an der Trennwand angebrachten oder einstückig mit der Trennwand ausgebildeten Hohlzylinder
oder Rohrstutzen realisieren, der die Rotorwelle umschließt. Auf diese Weise kann
mit einem nur geringen Herstellungsaufwand der Gasaustausch zwischen Pumpenraum und
einem dem Einlass der nachgeschalteten Pumpstufe zugeordneten Rezipienten noch weiter
verringert werden.
[0020] Des Weiteren kann der Spalt zusätzlich oder alternativ von pumpaktiven Strukturen
begrenzt sein. Dabei kann es sich insbesondere um Holweck- und/oder Siegbahn-Pumpstufen
handeln. Die pumpaktiven Strukturen sind vorzugsweise an der Rotorwelle ausgebildet
und können in Abhängigkeit von dem jeweiligen erfindungsgemäßen Umlenk-Konzept entweder
eine der Strömungsrichtung des zu pumpenden Gases entsprechende (in Richtung nachgeschalteter
Pumpstufe) oder eine dieser entgegengesetzte Pumpwirkung zwischen den zwei Pumpstufen
bereitstellen.
[0021] In Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vakuumpumpe, die als Umlenkmittel ausschließlich
zumindest eine Trennwand umfassen, sind die dem Spalt zugeordneten pumpaktiven Strukturen
vorzugsweise so konfiguriert, dass sie eine der Strömungsrichtung des zu pumpenden
Gases entsprechende Pumpwirkung (in Richtung nachgeschalteter Pumpstufe) bereitstellen.
[0022] Wie unten noch ausführlicher beschrieben, können in erfindungsgemäßen Ausführungsformen
zusätzlich zu der Trennwand weitere Umlenkmittel vorgesehen sein. In einem solchen
Fall kann es insbesondere bevorzugt sein, dass die dem Spalt zugeordneten pumpaktiven
Strukturen derart konfiguriert sind, dass sie eine der Strömungsrichtung des zu pumpenden
Gases entgegengesetzte Pumpwirkung (in Richtung vorgeschalteter Pumpstufe) bereitstellen.
Auf diese Weise lässt sich eine besonders effektive Gassperre zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Pumpstufen realisieren. Mit anderen Worten, es kann bevorzugt sein, dass die Trennwand
bzw. eine in der Trennwand ausgebildete Öffnung für die Rotorwelle keinen unmittelbar
in die nachgeschaltete Pumpstufe führenden Strömungspfad für das zu pumpende Gas bereitstellt.
[0023] Des Weiteren kann dem Spalt zusätzlich oder alternativ ein Strömungswiderstand zugeordnet
sein. Der Strömungswiderstand ist bevorzugt vor dem Spalt, insbesondere auf der Seite
der vorgeschalteten Pumpstufe, angeordnet. Besonders bevorzugt ist der Strömungswiderstand
auf der Rotorwelle angebracht. Die Rotorwelle und der Strömungswiderstand können auch
einstückig ausgeführt sein. Beispielsweise handelt es sich bei dem Strömungswiderstand
um eine Scheibe oder Platte. Ein dem Spalt zugeordneter Strömungswiderstand ist insbesondere
vorteilhaft, wenn die Trennwand eine gassperrende Wirkung zwischen zwei Pumpstufen
bereitstellen soll.
[0024] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vakuumpumpe definiert
das Umlenkmittel einen aus dem Pumpenraum herausführenden Strömungspfad. Ein solches
Umlenkmittel kann alternativ oder zusätzlich zu einer oder mehreren Trennwänden vorgesehen
sein.
[0025] Derartige Umlenkmittel lassen sich unterteilen in solche, die den Strömungspfad für
das zu pumpende Gas nach dem Verlassen des Pumpenraums wieder in diesen zurückführen,
und in solche, bei denen der Strömungspfad nicht in den Pumpenraum zurückgeführt wird.
[0026] Vorzugsweise umfasst das Umlenkmittel, welches den Strömungspfad wieder in den Pumpenraum
zurückführt, einen Auslass der vorgeschalteten Pumpstufe, der durch eine Leitung mit
einem weiteren Einlass der nachgeschalteten Pumpstufe verbunden ist. Dabei ist es
unerheblich, ob die vorgeschaltete und die nachgeschaltete Pumpstufe unmittelbar aufeinanderfolgen,
also benachbart sind, oder ob sie durch eine oder mehrere dazwischen angeordnete Pumpstufen
voneinander getrennt sind.
[0027] Bevorzugt ist der weitere Einlass im Verhältnis zu dem mit einem Rezipienten verbundenen
Einlass der betreffenden nachgeschalteten Pumpstufe stromabwärts angeordnet bzw. nachgeschaltet.
Ferner kann es bevorzugt sein, wenn beide Einlässe im Wesentlichen an entgegengesetzten
axialen Endbereichen der Pumpstufe, d.h. mit größtmöglichem axialen Abstand voneinander,
angeordnet sind. Besonders bevorzugt ist der weitere Einlass der nachgeschalteten
Pumpstufe an einer Stelle besonders hoher Kompression (Pumpwirkung) angeordnet. Mit
anderen Worten, der weitere Einlass mündet vorzugsweise an einer Stelle hoher Pumpwirkung
in den Pumpenraum. An einer solchen Stelle kann insbesondere eine an der Rotorwelle
angebrachte Holweck- und/oder Siegbahn-Pumpstufe der betreffenden nachgeschalteten
Pumpstufe angeordnet sein. Auf diese Weise wird ein Rückströmen des zu pumpenden Gases
besonders sicher vermieden.
[0028] Die Leitung, die mit dem Auslass verbunden ist, verläuft bei einer Ausführungsform
innerhalb des Gehäuses und außerhalb des Pumpenraumes. Die Leitung hat vorzugsweise
einen geschlossenen Querschnitt und ist insbesondere im Wesentlichen gasdicht von
dem Pumpenraum getrennt. Eine gasleitende Verbindung mit dem Pumpenraum besteht also
bevorzugt nur über den Auslass und den weiteren Einlass. Die Leitung verläuft besonders
bevorzugt parallel zu der Achse der Pumpe, wobei sie sich über die gesamte Länge der
Pumpe erstrecken kann. Die Leitung kann allerdings auch den Pumpenraum spiralförmig
entlang der Achse der Pumpe umlaufen. Bei der Leitung handelt es sich insbesondere
um eine Bohrung oder einen Kanal. Es ist jedoch auch denkbar, dass die Leitung ein
Rohr oder einen Schlauch umfasst.
[0029] Des Weiteren kann die Leitung den Auslass der vorgeschalteten Pumpstufe mit mehr
als einer nachgeschalteten Pumpstufe verbinden. Insbesondere können alle nachgeschalteten
Pumpstufen jeweils über einen weiteren Einlass mit dem Auslass der vorgeschalteten
Pumpstufe verbunden sein.
[0030] Eine zwischen Pumpenraum und Gehäuse verlaufende Leitung bietet den Vorteil einer
kompakten Pumpenkonstruktion. Zusätzliche externe Gasleitungen entfallen, wodurch
insbesondere auch das Handling der Pumpe erleichtert wird. Zudem können grundsätzlich
bekannte Pumpentypen herangezogen werden, deren Gehäuse sich für das Bereitstellen
einer entsprechenden Leitung eignet.
[0031] Gemäß einer weiteren Ausführungsform verläuft die Leitung, die mit dem Auslass der
vorgeschalteten Pumpstufe verbunden ist, außerhalb des Pumpengehäuses.
[0032] Bei dem Auslass und/oder dem weiteren Einlass handelt es sich dann vorzugsweise um
einen Flansch, mit dem eine lösbare Verbindung zu der Leitung hergestellt werden kann.
Bei der Leitung handelt es sich beispielsweise um ein Rohr und/oder einen Schlauch,
insbesondere einen Wellschlauch. In einer Ausführungsform kann die Leitung von einer
Außenwand des Gehäuses und einem auf die Außenwand aufgesetzten Bauteil begrenzt sein,
das insbesondere aus dem gleichen oder einem ähnlichen Material besteht wie das Gehäuse.
Das Bauteil kann selbst gehäuseartig ausgebildet sein. Beispielsweise kann die außerhalb
des Gehäuses verlaufende Leitung von einem in einem Metallblock ausgebildeten Kanal
gebildet sein. Der Metallblock kann mit dem Pumpengehäuse fest verschraubt werden,
wodurch sich die Leitung besonders zuverlässig abdichten lässt. Vorzugsweise ist der
Metallblock unter Verwendung bekannter, standardisierter Dichtungen mit dem Auslass
und/oder dem weiteren Einlass verbunden, d.h. insofern unter Ausbildung einer oder
mehrerer herkömmlicher Flanschverbindungen an dem Pumpengehäuse angebracht. Insbesondere
besteht der Metallblock aus Aluminium.
[0033] Eine außerhalb des Gehäuses verlaufende Leitung bietet den Vorteil, dass sich der
durch die Leitung definierte Strömungspfad bei einer Vakuumpumpe mit mehr als zwei
Pumpstufen variieren lässt. Verfügen alle oder zumindest die meisten nachgeschalteten
Pumpstufen über einen weiteren Einlass und alle oder zumindest die meisten vorgeschalteten
Pumpstufen über einen Auslass, lassen sich zwischen den Pumpstufen beliebige Verbindungen
bereitstellen. Die erfindungsgemäße Vakuumpumpe kann auf diese Weise an die Art der
Rezipienten sowie an die Art des zu pumpenden Gases angepasst werden.
[0034] Ein Umlenkmittel, welches den Strömungspfad des zu pumpenden Gases nach dem Verlassen
des Pumpenraums nicht wieder in diesen zurückführt, umfasst vorzugsweise einen Auslass
der vorgeschalteten Pumpstufe, an den eine externe Einrichtung anschließbar ist. Die
externe Einrichtung umfasst bevorzugt eine Vorvakuumpumpe. Im Idealfall findet bei
dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vakuumpumpe überhaupt kein Gasaustausch
mehr zwischen den Rezipienten statt.
[0035] Die Verbindung zwischen dem Auslass und der externen Einrichtung erfolgt z.B. durch
Rohre und/oder Schläuche, insbesondere Wellschläuche.
[0036] Bei einer bevorzugten Weiterbildung ist dem Auslass der vorgeschalteten Pumpstufe
eine Molekularpumpstufe, beispielsweise eine Siegbahn- und/oder Holweck-Pumpstufe,
zugeordnet. Dies bewirkt eine hohe Kompression in unmittelbarer Nähe zum Auslass,
wodurch das zu pumpende Gas mit höherem Druck ausgestoßen werden kann. Es kann vorgesehen
sein, dass allen Auslässen der Pumpe eine Molekularpumpstufe zugeordnet ist.
[0037] Besonders bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vakuumpumpe umfassen
Umlenkmittel, die sowohl einen aus dem Pumpenraum herausführenden Strömungspfad definieren
als auch mindestens eine Trennwand umfassen, wie sie oben beschrieben wurde.
[0038] Die Erfindung betrifft außerdem ein Vakuumsystem mit einer mehrere zu evakuierende
Kammern umfassenden Einrichtung und zumindest einer erfindungsgemäßen Vakuumpumpe,
wobei die Kammern hintereinander angeordnet sind und jeweils einen Gasauslass aufweisen,
der im Pumpbetrieb mit einem Einlass einer der Pumpstufen der Vakuumpumpe verbunden
ist.
[0039] Die vorstehenden und weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden anhand der
nachstehenden Beschreibung der beispielhaften Ausführungsformen unter Bezugnahme auf
die beigefügten Zeichnungen, in der identische Bezugszeichen zur Darstellung identischer
Elemente verwendet werden, näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Vakuumpumpe gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in schematischer Darstellung
im Querschnitt,
- Fig. 2a und 2b
- jeweils eine Detailansicht eines Spalts einer erfindungsgemäßen Vakuumpumpe in schematischer
Darstellung im Querschnitt,
- Fig. 3 bis 6
- jeweils eine Vakuumpumpe gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in schematischer
Darstellung im Querschnitt, und
- Fig. 7 und 8
- jeweils ein Vakuumpumpsystem mit einer Vakuumpumpe gemäß einer Ausführungsform der
Erfindung in schematischer Darstellung im Querschnitt.
[0040] Die in Fig. 1 gezeigte Vakuumpumpe 10 umfasst einen von einem Gehäuse 12 umschlossenen
Pumpenraum 14, durch den sich eine Rotorwelle 22 erstreckt, welcher eine vorgeschaltete
Pumpstufe 16a und eine nachgeschaltete Pumpstufe 16b zugeordnet sind. Jede Pumpstufe
16a, 16b umfasst mehrere paarweise angeordnete Rotor- und Statorscheiben 24, d.h.
jede der beiden Pumpstufen 16a, 16b ist oder umfasst eine Turbomolekularpumpstufe.
Die beiden Pumpstufen 16a, 16b gemeinsame Rotorwelle 22 ist an ihrem in Fig. 1 rechten
Ende, also im Bereich niedrigeren Drucks, durch ein passives Permanentmagnetlager
und am entgegengesetzten Ende durch eine geschmiertes Wälzlager drehbar gelagert.
[0041] Die nachgeschaltete Pumpstufe 16b umfasst zusätzlich zu der Turbomolekularpumpstufe
eine Molekularpumpstufe 26, bei der es sich insbesondere um eine Holweck-Pumpstufe
handelt. Die beiden Pumpstufen 16a und 16b weisen jeweils einen Einlass 18 mit einem
Einlassbereich 20 auf, wobei jedem Einlass 18 ein zu evakuierender Bereich 28 zugeordnet
ist. Die Strömungsrichtung bzw. ein erfindungsgemäß bereitgestellter Strömungspfad
15 des zu evakuierenden Gases sind mit Pfeilen angedeutet.
[0042] Die hintereinander geschalteten Pumpstufen 16a und 16b sind durch eine Trennwand
30 voneinander getrennt. Die Rotorwelle 22 erstreckt sich unter Ausbildung eines Spalts
32 durch eine Öffnung in der Trennwand 30 hindurch. Der Strömungspfad 15 des zu pumpenden
Gases verläuft durch den Spalt 32. Dadurch wird ein direktes Anströmen des Einlassbereichs
20 der nachgeschalteten Pumpstufe 16b vermieden.
[0043] Fig. 2a zeigt eine vergrößerte Querschnittsdarstellung der Trennwand 30 im Bereich
ihrer Öffnung. Die Trennwand 30 ist axial in die nachgeschaltete Pumpstufe (links
der Trennwand 30) hinein verlängert. Die Verlängerung ist durch einen an der Trennwand
30 angebrachten Hohlzylinder 31, der die Rotorwelle 22 umschließt, realisiert. Der
Strömungspfad des zu evakuierenden Gases ist mit einem Pfeil angedeutet. Überträgt
man die Detailansicht gemäß Fig. 2a auf Fig. 1, wird deutlich, dass der der nachgeschalteten
Pumpstufe 16b zugeordnete Einlassbereich 20 durch die Verlängerung eine noch bessere
Abschirmung erfährt.
[0044] Fig. 2b zeigt eine vergrößerte Querschnittsdarstellung der Trennwand 30 im Bereich
ihrer Öffnung gemäß einer weiteren Ausgestaltung. Dem Spalt 32 ist ein Strömungswiderstand
34 zugeordnet, der auf der Seite einer vorgeschalteten Pumpstufe an der Rotorwelle
22 angebracht ist. Anhand des durch den Pfeil angedeuteten Strömungspfades 15 ist
erkennbar, dass der Durchtritt des Gases durch den Spalt 32 erschwert ist. Diese Ausführungsform
ist bevorzugt, wenn die zwischen zwei Pumpstufen angeordnete Trennwand 30 im Wesentlichen
gassperrend ausgebildet sein soll. Dies ist insbesondere der Fall, wenn ein weiteres
Umlenkmittel vorgesehen ist, das einen aus dem Pumpenraum herausführenden Strömungspfad
definiert (vgl. Fig. 3 bis 8).
[0045] Fig. 3 zeigt eine Vakuumpumpe 10, die im Unterschied zu der Vakuumpumpe gemäß Fig.
1 einen Kanal 40 umfasst, der zwischen dem Gehäuse 12 und dem Pumpenraum 14 parallel
zur Rotorwelle 22 angeordnet ist. Der Kanal 40 ist durch eine statische Komponente
13 des Gehäuses 12 von dem Pumpenraum 14 im Wesentlichen gasdicht getrennt. Der Kanal
40 verbindet den Auslass 36 der vorgeschalteten Pumpstufe 16a mit einem weiteren Einlass
38 der nachgeschalteten Pumpstufe 16b. Der weitere Einlass 38 ist in unmittelbare
Nähe zu einer Molekularpumpstufe 26 angeordnet. Die erhöhte Kompression an dieser
Stelle verhindert ein Rückströmen des zu pumpenden Gases in den Kanal 40. Der durch
Pfeile dargestellte Strömungspfad 15 des zu pumpenden Gases wird somit aus dem Pumpenraum
14 herausgeführt und stromabwärts auf Höhe der nachgeschalteten Pumpstufe 16b dem
Pumpenraum 14 wieder zugeführt. Das Anströmen des der Pumpstufe 16b zugeordneten Einlassbereichs
20 wird so vermieden.
[0046] Des Weiteren sind in dieser Ausführungsform die Pumpstufen 16a und 16b durch eine
Trennwand 30 voneinander getrennt. Die Trennwand 30 ist in dieser Ausführungsform
gassperrend ausgebildet. Zur Verdeutlichung dieses Umstands ist ein Spalt zwischen
der Rotorwelle 22 und der deren Öffnung begrenzenden Trennwand 30 nicht angedeutet.
Es kann eine Konfiguration wie in Fig. 2b dargestellt vorgesehen sein. Zusätzlich
oder alternativ zu dem Strömungswiderstand 34 können dem Spalt 32 ferner pumpaktive
Strukturen, beispielsweise Holweck- und/oder Siegbahnpumpstufen, zugeordnet sein.
Die von den pumpaktiven Strukturen bereitgestellte Pumpwirkung verläuft dann entgegen
der Strömungsrichtung des zu pumpenden Gases, also in Richtung der vorgeschalteten
Pumpstufe 16a.
[0047] Fig. 4 zeigt ebenfalls eine Vakuumpumpe 10 mit einem Umlenkmittel, das einen aus
dem Pumpenraum 14 herausführenden Strömungspfad 15 definiert. Der Unterschied zu der
Vakuumpumpe gemäß Fig. 3 besteht darin, dass der Strömungspfad durch eine Leitung
bereitgestellt wird, die außerhalb des Gehäuses 12 verläuft. Der Auslass 36 der vorgeschalteten
Pumpstufe 16a ist durch einen Schlauch oder ein Rohr 42 mit dem weiteren Einlass 38
der nachgeschalteten Pumpstufe 16b verbunden. Sowohl bei dem Auslass 36 als auch bei
dem Einlass 38 handelt es sich insbesondere um einen Flansch, mit dem eine lösbare
Verbindung zu dem Schlauch bzw. Rohr 42 bereitgestellt werden kann.
[0048] Die Vakuumpumpe 10 umfasst ferner einen Pumpenauslass 37, der vorzugsweise mit einer
Vorvakuumpumpe verbunden ist (nicht gezeigt). In Bezug auf die Ausgestaltung der Trennwand
30 und den Verlauf des Strömungspfads kann auf die Ausführungen zu der Fig. 3 verwiesen
werden.
[0049] Fig. 5 zeigt eine Vakuumpumpe 10 mit einem Umlenkmittel, das einen aus dem Pumpenraum
14 herausführenden Strömungspfad 15 bereitstellt. Bei dem Umlenkmittel handelt es
sich um den Auslass 36 der vorgeschalteten Pumpstufe 16a, der an eine externe Einrichtung,
insbesondere eine Vorvakuumpumpe (nicht gezeigt) anschließbar ist. Gegebenenfalls
können beide Auslässe 36, 37 mit derselben externen Einrichtung verbunden sein. Im
Übrigen kann auf die Ausführungen zu der Fig. 4 verwiesen werden.
[0050] Fig. 6 zeigt eine Vakuumpumpe 10, bei der im Unterschied zu der Vakuumpumpe gemäß
Fig. 5 dem Auslass 36 der vorgeschalteten Pumpstufe 16a eine Molekularpumpstufe 26,
beispielsweise eine Holweck- oder eine Siegbahnpumpstufe, zugeordnet ist. Diese erzeugt
eine besonders hohe Kompression, so dass am Auslass 36 der Pumpstufe 16a das zu pumpende
Gas mit erhöhtem Druck ausgestoßen werden kann. Im Übrigen kann auf die Ausführungen
zu der Fig. 5 verwiesen werden.
[0051] Fig. 7 zeigt ein Vakuumpumpsystem 50 mit einer erfindungsgemäßen Vakuumpumpe 10,
deren Gehäuse 12 einen Pumpenraum 14 mit drei Pumpstufen 16a, 16b und 16c aufweist.
Die Rotorwelle 22 der Pumpe 10 ist parallel zu den Rezipienten oder Kammern 28 des
mittels der erfindungsgemäßen Pumpe 10 zu evakuierenden Kammersystems angeordnet.
[0052] Jeder der Pumpstufen 16a, 16b und 16c ist ein Einlass 18, an den sich ein zu evakuierender
Bereich 28 anschließt, zugeordnet. Die Pumpstufe 16b ist der Pumpstufe 16a nachgeschaltet,
der Pumpstufe 16c jedoch vorgeschaltet. Zwischen den Pumpstufen 16b und 16c ist eine
Trennwand 30 angeordnet. Ferner umfasst die Vakuumpumpe 10 ein weiteres Umlenkmittel,
wie es in den Fig. 3 oder 4 beschrieben worden ist. Dieses Umlenkmittel ist hier lediglich
durch den dadurch bereitgestellten Strömungspfad 15 angedeutet.
[0053] Bei dieser Konfiguration wird ein Gasaustausch zwischen dem der Pumpstufe 16c zugeordneten
Bereich 28 einerseits und den der Pumpstufen 16b und 16a zugeordneten Bereichen 28
verhindert.
[0054] Der Pumpenauslass 37 ist bei dieser Ausführungsform stirnseitig angeordnet und mit
einer Vorvakuumpumpe 44 verbunden. Des Weiteren ist ein Rezipient 28, der nicht mit
dem Pumpenraum 14 verbunden ist, an die Vorvakuumpumpe 44 angeschlossen. Bei dem Vakuumpumpsystem
50 bzw. dem zu evakuierenden Kammersystem handelt es sich insbesondere um ein Massenspektrometer.
[0055] Fig. 8 zeigt ein Vakuumpumpsystem 52 mit einer erfindungsgemäßen Vakuumpumpe 10,
deren Rotorwelle 22 senkrecht zu den Rezipienten oder Kammern 28 angeordnet ist. Die
Vakuumpumpe 10 umfasst eine Trennwand 30 sowie ein weiteres Umlenkmittel, wie es in
den Fig. 3 oder 4 beschrieben worden ist und das hier wiederum lediglich durch den
bereitgestellten Strömungspfad 15 angedeutet ist.
[0056] Der der Pumpstufe 16a zugeordnete Einlass 18 ist stirnseitig angeordnet. Der der
Pumpstufe 16b zugeordnete Einlass 18 ist durch eine Gehäusekomponente 19 mit dem Rezipienten
28 verbunden. Bei der Gehäusekomponente 19 kann es sich insbesondere um einen Metallblock
handeln, der mit einem entsprechenden Kanal versehen ist und mit dem Gehäuse 12 sowie
dem zu evakuierenden Kammersystem fest verschraubt werden kann.
[0057] Der niedrigste Druckbereich des Vakuumpumpsystems 52 wird durch eine separate Turbomolekularpumpe
46 bereitgestellt, deren Einlass 17 mit dem Rezipienten 28 verbunden ist. Beide Pumpen
10, 46 haben einen stirnseitigen Auslass 37 und sind mit derselben Vorvakuumpumpe
44 verbunden. Im Übrigen kann auf die Ausführungen zu der Fig. 7 verwiesen werden.
Bei dem Vakuumpumpsystem 52 bzw. dem zu evakuierenden Kammersystem handelt es sich
ebenfalls insbesondere um ein Massenspektrometer.
[0058] Wie vorstehend bereits erwähnt, kann ein Strömungspfad durch den Spalt zwischen Trennwand
und Rotorwelle z.B. gemäß den Fig. 1 und 2 mit einem außerhalb des Pumpenraumes verlaufenden
Strömungspfad z.B. gemäß den Fig. 3 bis 8 kombiniert werden, so dass ein insbesondere
relativ kleinerer Anteil des Gases entlang der Rotorwelle in die nachgeschaltete Pumpstufe
strömt, ein insbesondere relativ größerer Anteil des Gases aber um einen relevanten
Teil der nachgeschalteten Pumpstufe herum geführt wird.
Bezugszeichenliste
[0059]
- 10
- Vakuumpumpe
- 12
- Gehäuse
- 13
- statische Komponente
- 14
- Pumpenraum
- 15
- Strömungspfad
- 16a, 16b, 16c
- Pumpstufen
- 17
- Einlass für separate Turbomolekularpumpe
- 18
- Einlass
- 19
- Gehäusekompenente
- 20
- Einlassbereich
- 22
- Rotorwelle
- 24
- Stator-/Rotorscheiben-Paar
- 26
- Molekularpumpstufe
- 28
- zu evakuierende Kammer, Rezipient
- 30
- Trennwand
- 31
- Hohlzylinder
- 32
- Spalt
- 34
- Strömungswiderstand
- 36
- Auslass
- 37
- Pumpenauslass
- 38
- weiterer Einlass
- 40
- Kanal, Bohrung
- 42
- Rohr, Schlauch
- 44
- Vorvakuumpumpe
- 46
- separate Turbomolekularpumpe
- 50, 52
- Vakuumpumpsystem
1. Vakuumpumpe, insbesondere Turbomolekularpumpe,
mit einem Gehäuse (12), das einen Pumpenraum (14) für ein zu pumpendes Gas einschließt,
in dem mehrere entlang einer Achse hintereinander geschaltete und in die gleiche Richtung
wirksame Pumpstufen (16a, 16b) angeordnet sind,
wobei die Pumpstufen (16a, 16b) jeweils einen Einlass (18) mit einem innerhalb des
Gehäuses (12) gelegenen Einlassbereich (20) aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlässe (18) jeweils der Pumpstufe (16a, 16b) vorgeordnet sind und zwischen
den Einlässen (18) kein weiterer Einlass angeordnet ist, und wobei mindestens ein
Umlenkmittel (30, 34, 38, 40, 42) vorgesehen ist, das zumindest einen von einer vorgeschalteten
Pumpstufe (16a) ausgehenden Strömungspfad (15) für das zu pumpende Gas bereitstellt,
der von dem Einlassbereich (20) einer nachgeschalteten Pumpstufe (16b) wegführt.
2. Vakuumpumpe nach Anspruch 1, wobei das Umlenkmittel eine zwischen zwei Pumpstufen
(16a, 16b) angeordnete Trennwand (30) umfasst, durch die sich eine den Pumpstufen
(16a, 16b) zugeordnete Rotorwelle (22) erstreckt.
3. Vakuumpumpe nach Anspruch 2, wobei die Rotorwelle (22) unter Ausbildung eines Spalts
(32) durch eine Öffnung in der Trennwand (30) hindurchführt.
4. Vakuumpumpe nach Anspruch 3, wobei der Strömungspfad (15) durch den Spalt (32) verläuft.
5. Vakuumpumpe nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Trennwand (30) im Bereich der Rotorwelle
(22) axial in die nachgeschaltete Pumpstufe (16b) hinein verlängert ist.
6. Vakuumpumpe nach einem der Ansprüche 3 bis 5, wobei der Spalt (32) von pumpaktiven
Strukturen begrenzt ist.
7. Vakuumpumpe nach einem der Ansprüche 3 bis 6, wobei dem Spalt (32) als Umlenkmittel
ein Strömungswiderstand (34) zugeordnet ist.
8. Vakuumpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Umlenkmittel einen
aus dem Pumpenraum (14) herausführenden Strömungspfad definiert.
9. Vakuumpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Umlenkmittel einen
Auslass (36) der vorgeschalteten Pumpstufe (16a) umfasst, der durch eine Leitung (40,
42) mit einem weiteren Einlass (38) der nachgeschalteten Pumpstufe (16b) verbunden
ist und/oder an den eine externe Einrichtung anschließbar ist.
10. Vakuumpumpe nach Anspruch 9, wobei die Leitung (40) innerhalb des Gehäuses (12) und
außerhalb des Pumpenraumes (14) verläuft.
11. Vakuumpumpe nach Anspruch 9, wobei die Leitung (42) außerhalb des Gehäuses (12) verläuft.
12. Vakuumpumpe nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei dem Auslass (36) zumindest eine
Molekularpumpstufe (26) zugeordnet ist.
13. Vakuumsystem mit einer mehrere zu evakuierende Kammern (28) umfassenden Einrichtung
und zumindest einer Vakuumpumpe (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die Kammern (28) hintereinander angeordnet sind und jeweils einen Gasauslass
aufweisen, der im Pumpbetrieb mit einem Einlass (18) einer der Pumpstufen (16a, 16b,
16c) der Vakuumpumpe (10) verbunden ist.
1. A vacuum pump, in particular a turbomolecular pump,
comprising a housing (12) which encloses a pump space (14) for a gas to be pumped
in which a plurality of pump stages (16a, 16b) are arranged which are connected in
series along an axis and are effective in the same direction,
wherein the pump stages (16a, 16b) each have an inlet (18) having an inlet region
(20) disposed within the housing (12),
characterized in that the inlets (18) are each arranged upstream of the pump stage (16a, 16b) and no further
inlet is arranged between the inlets (18); and
in that at least one deflection means (30, 34, 38, 40, 42) is provided which provides at
least one flow path (15) for the gas to be pumped that starts from a pump stage (16a)
connected upstream and leads away from the inlet region (20) of a pump stage (16b)
connected downstream.
2. A vacuum pump in accordance with claim 1, wherein the deflection means comprises a
partition wall (30) which is arranged between two pump stages (16a, 16b) and through
which a rotor shaft (22) associated with the pump stages (16a, 16b) extends.
3. A vacuum pump in accordance with claim 2, wherein the rotor shaft (22) passes through
an opening in the partition wall (30) while forming a gap (32).
4. A vacuum pump in accordance with claim 3, wherein the flow path (15) extends through
the gap (32).
5. A vacuum pump in accordance with claim 3 or claim 4, wherein the partition wall (30)
is axially extended in the region of the rotor shaft (22) into the pump stage (16b)
connected downstream.
6. A vacuum pump in accordance with any one of the claims 3 to 5, wherein the gap (32)
is bounded by structures acting as pumps.
7. A vacuum pump in accordance with any one of the claims 3 to 6, wherein a flow resistor
(34) is associated with the gap (32) as a deflection means.
8. A vacuum pump in accordance with any one of the preceding claims,
wherein the deflection means defines a flow path passing out of the pump space (14).
9. A vacuum pump in accordance with any one of the preceding claims,
wherein the deflection means comprises an outlet (36) of the pump stage (16a) connected
upstream which is connected by a conduit (40, 42) to a further inlet (38) of the pump
stage (16b) connected downstream and/or to which an external device can be connected.
10. A vacuum pump in accordance with claim 9, wherein the conduit (40) extends within
the housing (12) and outside the pump space (14).
11. A vacuum pump in accordance with claim 9, wherein the conduit (42) extends outside
the housing (12).
12. A vacuum pump in accordance with any one of the claims 9 to 11, wherein at least one
molecular pump stage (26) is associated with the outlet (36).
13. A vacuum system having a device comprising a plurality of chambers (28) to be evacuated,
and having at least one vacuum pump (10) in accordance with any one of the preceding
claims,
wherein the chambers (28) are arranged behind one another and each have a gas outlet
which is connected to an inlet (18) of one of the pump stages (16a, 16b, 16c) of the
vacuum pump (10) in pump operation.
1. Pompe à vide, en particulier pompe turbomoléculaire, comportant :
un boîtier (12) qui entoure une chambre de pompe (14) pour un gaz à pomper, dans laquelle
sont agencés plusieurs étages de pompage (16a, 16b) branchés les uns derrière les
autres le long d'un axe et agissant dans la même direction,
dans laquelle
les étapes de pompage (16a, 16b) présentent chacun une entrée (18) ayant une zone
d'entrée (20) située à l'intérieur du boîtier (12),
caractérisée en ce que
les entrées (18) sont disposées chacune en amont de l'étage de pompage (16a, 16b)
et il n'est pas prévu d'autre entrée entre les entrées (18), et
il est prévu au moins un moyen de déviation (30, 34, 38, 40, 42) qui assure au moins
un chemin d'écoulement (15) pour le gaz à pomper, qui part d'un étage de pompage (16a)
disposé en amont et qui mène en éloignement de la zone d'entrée (20) d'un étage de
pompage (16b) disposé en aval.
2. Pompe à vide selon la revendication 1,
dans laquelle
le moyen de déviation comprend une cloison de séparation (30) disposée entre deux
étages de pompage (16a, 16b), à travers laquelle s'étend un arbre de rotor (22) associé
aux étages de pompage (16a, 16b).
3. Pompe à vide selon la revendication 2,
dans laquelle
l'arbre de rotor (22) traverse une ouverture dans la cloison de séparation (30) en
réalisant une fente (32).
4. Pompe à vide selon la revendication 3,
dans laquelle
le chemin d'écoulement (15) s'étend à travers la fente (32).
5. Pompe à vide selon la revendication 3 ou 4,
dans laquelle
au niveau de l'arbre de rotor (22), la cloison de séparation (30) est prolongée axialement
jusque dans l'étage de pompage (16b) disposé en aval.
6. Pompe à vide selon l'une des revendications 3 à 5,
dans laquelle
la fente (32) est délimitée par des structures actives en pompage.
7. Pompe à vide selon l'une des revendications 3 à 6,
dans laquelle
une résistance à l'écoulement (34) est associée à la fente (32) à titre de moyen de
déviation.
8. Pompe à vide selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle
le moyen de déviation définit un chemin d'écoulement menant hors de la chambre de
pompe (14).
9. Pompe à vide selon l'une des revendications précédentes,
dans laquelle
le moyen de déviation présente une sortie (36) de l'étage de pompage (16a) disposé
en amont, qui est reliée à une autre entrée (38) de l'étage de pompage (16b) disposé
en aval par une conduite (40, 42) et/ou à laquelle peut être raccordé un dispositif
externe.
10. Pompe à vide selon la revendication 9,
dans laquelle
la conduite (40) s'étend à l'intérieur du boîtier (12) et à l'extérieur de la chambre
de pompe (14).
11. Pompe à vide selon la revendication 9,
dans laquelle
la conduite (42) s'étend à l'extérieur du boîtier (12).
12. Pompe à vide selon l'une des revendications 9 à 11,
dans laquelle
au moins un étage de pompage moléculaire (26) est associé à la sortie (36).
13. Système à vide comportant un dispositif ayant plusieurs chambres (28) à évacuer et
au moins une pompe à vide (10) selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel
les chambres (28) sont disposées les unes derrière les autres et présentent chacune
une sortie de gaz qui, pendant le fonctionnement de pompage, est reliée à une entrée
(18) de l'un des étages de pompage (16a, 16b, 16c) de la pompe à vide (10).