[0001] Die Erfindung betrifft eine Ventilanordnung für einen Gasbrenner bzw. einen Gasbackofen
mit einem solchen Gasbrenner sowie ein Verfahren zum Betrieb eines Gasbackofens mit
einer solchen Ventilanordnung.
[0002] Es ist beispielsweise aus der
DE 102013218014 A1 eine Ventilanordnung bekannt, mit der ein Gasbrenner in einem Gasbackofen angesteuert
werden kann. Dabei wird ein Ventilverschluss eingestellt einerseits durch ein Dreh-Verstellmittel,
welches durch Drehung eine lineare Bewegung auf einen Ventilstößel des Ventilverschlusses
bewirkt, der dann auf einen Ventilsitz zuoder von diesem wegbewegt wird. Damit kann
sozusagen eine gewisse manuelle Leistungsvorgabe eingestellt werden, bei einem Gasbackofen
üblicherweise entsprechend einer gewünschten Temperatur im Inneren des Gasbackofens.
Andererseits erfolgt eine Einstellung über Temperatur-Verstellmittel, wie sie auch
allgemein von Thermostaten bekannt sind. Sie weisen ein Ausdehnungselement auf, das
eine Bewegungsrichtung auf den Ventilstößel zu oder davon weg aufweist, wobei es mit
einem Arbeitsfluid gefüllt ist, welches eine temperaturabhängige Ausdehnung aufweist.
Über eine Leitung ist das Ausdehnungselement mit einem etwas größeren Behälter für
dieses Arbeitsfluid verbunden, der als eine Art Temperaturfühler im Gasbackofen angeordnet
ist. Das Arbeitsfluid erfährt bei einer bestimmten Temperatur eine bestimmte Ausdehnung
und bewirkt somit eine bestimmte Stellung des Ausdehnungselements, was wiederum zu
einer bestimmten Beeinflussung des Ventilstößels führt.
[0003] Aus der
DE 7400845 U ist eine optische Betriebsanzeige für einen Backofen bekannt. Sie leuchtet, wenn
der Backofen gerade aktiv beheizt wird bzw. ein Heizelement darin eingeschaltet ist.
Dies ist bei elektrischen Heizelementen sehr leicht zu realisieren, indem die Betriebsanzeige
beispielsweise parallel zu den Heizelementen geschaltet ist.
Aufgabe und Lösung
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine eingangs genannte Ventilanordnung
sowie ein eingangs genanntes Verfahren zu schaffen, mit denen Probleme des Stands
der Technik gelöst werden können und es insbesondere möglich ist, einen Gasfluss neuartig
und vorteilhaft einzustellen sowie elektrische Schaltzustände entsprechend einem Betrieb
eines von der Ventilanordnung versorgten Gasbrenners zu bewirken.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Ventilanordnung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 12. Vorteilhafte sowie bevorzugte
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der weiteren Ansprüchen und werden im
Folgenden näher erläutert. Dabei werden manche der Merkmale nur für die Ventilanordnung
oder nur für das Verfahren beschrieben. Sie sollen jedoch unabhängig davon sowohl
für die Ventilanordnung als auch für das Verfahren und für einen mit der Ventilanordnung
versehenen Gasbackofen selbständig gelten können. Der Wortlaut der Ansprüche wird
durch ausdrückliche Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0006] Die Ventilanordnung weist ein Gehäuse sowie einen Ventilverschluss mit einem bewegbaren
Ventilstößel und mit einem Ventilsitz auf, gegen den der Ventilstößel auf bekannte
Art und Weise bewegt werden kann. Es sind ein Gaseinlass und ein Gasauslass vorgesehen,
wobei der Ventilverschluss und der Ventilsitz zwischen diesen beiden angeordnet sind.
Die Ventilanordnung weist einen elektrischen Schalter auf mit einem ersten Schaltzustand
und einem zweiten Schaltzustand. Des Weiteren ist ein bistabiles Stellelement vorgesehen,
das auf den Ventilverschluss und auf den elektrischen Schalter wirkt, wobei es zwei
Positionen aufweist, wodurch sich die bistabile Eigenschaft ergibt. In einer ersten
Position des Stellelements ist der Ventilverschluss geöffnet und der elektrische Schalter
weist den ersten Schaltzustand auf bzw. ist von dem Schaltelement in den ersten Schaltzustand
versetzt. In einer zweiten Position des Stellelements ist der Ventilverschluss geschlossen,
also der Ventilstößel gegen den Ventilsitz bewegt, wobei der elektrische Schalter
seinen zweiten Schaltzustand aufweist.
[0007] Zusätzlich sind Verstellmittel vorgesehen, die den Ventilverschluss verstellen bzw.
auf diesen einwirken. Die Verstellmittel sind mechanisch ausgebildet, so dass sie
auf das Stellelement zuoder von diesem wegbewegt werden können bzw. bewegbar sind
und so insbesondere für einen Gasdurchlass den Ventilverschluss öffnen durch eine
Bewegung. Des Weiteren sind Temperatur-Verstellmittel mit einem Ausdehnungselement
vorgesehen wie im Wesentlichen eingangs mit Verweis auf den Stand der Technik beschrieben.
Sie weisen ein Ausdehnungselement auf, das eine Bewegungsrichtung auf das Stellelement
zu und von diesem weg aufweist. Dieses ist mit einem Arbeitsfluid gefüllt, vorteilhaft
einem üblichen Arbeitsfluid, wie es für beispielsweise Gasbacköfen verwendet wird,
das durch eine Temperaturänderung eine Volumenänderung erfährt und sich entsprechend
ausdehnt oder zusammenzieht, wodurch es die Bewegung des Ausdehnungselements bewirkt.
Das Verstellmittel und die Temperatur-Verstellmittel wirken gemeinsam auf das Stellelement
ein, welches wiederum auf den Ventilverschluss und auf den elektrischen Schalter wirkt.
[0008] Somit bewirkt die erfindungsgemäße Ventilanordnung keine proportionale Einstellung
eines kontinuierlichen Gasflusses wie bei der eingangs genannten
DE 102013218014 A1, die im Wesentlichen stufenlos zwischen einem Minimalwert und einem Maximalwert möglich
ist. Vielmehr wird durch das bistabile Stellelement mit seinen beiden Positionen der
Ventilverschluss bzw. der Ventilstößel betätigt und entweder vollständig geschlossen
oder vollständig geöffnet. Es ist zwar vorteilhaft möglich, für den mit der Ventilanordnung
betriebenen Gasbrenner, insbesondere in einem Gasbackofen, einen sogenannten Bypass
als Bypass-Gaskanal vorzusehen für eine relativ geringe Gaszufuhr zu dem Gasbrenner,
so dass dieser trotz geschlossenem Ventilverschluss noch mit minimaler Brennleistung
bzw. sehr kleiner Flamme weiterbrennt. So kann bei einem letztlich erreichten taktenden
Betrieb des von der Ventilanordnung angesteuerten Gasbrenners erreicht werden, dass
der Gasbrenner bei geschlossenem Ventilverschluss nicht völlig erlischt, also keine
Flamme mehr aufweist, und somit für ein erneutes Heizen wieder gezündet werden muss.
Dies ist beispielsweise aus der eingangs genannten
DE 102013218014 A1 bekannt, auf die diesbezüglich verwiesen wird. Ein solcher Bypass-Gaskanal wird nur
durch ein für die Ventilanordnung vorteilhaft vorgesehenes Absperrventil verschlossen,
welches bevorzugt durch die Verstellmittel betätigt bzw. geöffnet und geschlossen
wird. Er kann einen relativ geringen Querschnitt aufweisen, der zwischen 2% und 15%
des Gasdurchlass-Querschnitts des Ventilverschlusses aufweist, so dass die Leistung
eines nur mit diesem Bypass betriebenen Gasbrenners bei geschlossenem Ventilverschluss
sehr gering ist. Vorteilhaft sind diese Leistung und somit auch der Querschnitt des
Bypass-Gaskanals so gewählt, dass der Gasbrenner gerade noch stabil und kontinuierlich
arbeitet bzw. brennt.
[0009] Insgesamt wird mit einer solchen Ventilanordnung einerseits ein Betrieb eines Gasbrenners
für beispielsweise einen Gasbackofen erreicht, der in etwa einem Betrieb für normale
Elektrobacköfen mit elektrischem Heizelement entspricht, welches also auch entweder
ausgeschaltet ist oder mit voller Leistung eingeschaltet ist. Dabei ist, wie später
noch ausgeführt wird, möglicherweise sogar ein schnelleres Aufheizen möglich als mit
normalen Gasbacköfen.
[0010] Zusätzlich ist es möglich, da nun der Gasbrenner selbst im einigermaßen eingeschwungenen
Temperaturzustand im Gasbackofen nach einiger Zeit nicht ständig eingeschaltet ist,
wie bei konventionellen Gasbacköfen, sondern weiterhin taktend betrieben wird, während
jeder dieser Takte eine Betriebsanzeige, insbesondere eine optische Betriebsanzeige
wie beispielsweise eine Leuchtanzeige, zu betreiben. Somit ist es eben mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren für einen Gasbackofen möglich, dass der genannte elektrische Schalter die
Betriebsanzeige ansteuert bzw. mit dieser verbunden ist. Sie kann im ersten Schaltzustand
eingeschaltet werden durch die erste Position des Stellelements, wenn also der Ventilverschluss
geöffnet ist und ein Gasbrenner arbeitet. In der zweiten Position des Stellelements
mit dem zweiten Schaltzustand des Schalters ist die Betriebsanzeige ausgeschaltet,
da ja auch der Gasbrenner nicht arbeitet bzw. keine nennenswerte Leistung erzeugt.
Dabei kann dann eben auf vorteilhafte Weise ein vorgenannter Bypass-Gaskanal in der
Ventilanordnung vorgesehen sein und auch bei geschlossenem Ventilverschluss geöffnet
sein.
[0011] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann eine Bewegungsrichtung der Verstellmittel
auf das Stellelement zu oder von diesem weg parallel sein zu der Bewegungsrichtung
des Ventilstößels. Zwar wäre es auch möglich, dass das bistabile Stellelement die
Bewegung der Verstellmittel und/oder der Temperatur-Verstellmittel in eine andere
Richtung umlenkt. Eine parallele Weiterführung ist jedoch besonders leicht möglich
und besonders vorteilhaft. Es kann vorgesehen sein, dass die beiden Bewegungsrichtungen
direkt auf einer Linie liegen.
[0012] Vorteilhaft ist das bistabile Stellelement zwischen einerseits dem Ventilstößel bzw.
dem Ventilverschluss und andererseits dem Verstellmittel sowie dem Ausdehnungselement
bzw. den Temperatur-Verstellmitteln angeordnet. So können sowohl die Verstellmittel
als auch das Ausdehnungselement besonders gut gemeinsam auf das Stellelement wirken.
[0013] Die Temperatur-Verstellmittel bzw. das Ausdehnungselement sind vorteilhaft ausgebildet
wie im Stand der Technik bekannt, insbesondere gemäß der
EP 962951 A2 oder der
DE 102014216363 A1. Das Verstellmittel ist vorteilhaft als Dreh-Verstellmittel ausgebildet, wird also
durch eine Drehung verstellt. Dabei kann es ein Gewinde aufweisen, um eine Drehbewegung
in eine lineare Bewegung umzusetzen. Ein solches Dreh-Verstellmittel ist ebenfalls
aus der vorgenannten
EP 962951 A2 oder der
DE 102014216363 A1 bekannt.
[0014] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung bilden die Verstellmittel und das Ausdehnungselement
eine Baueinheit. Dabei kann vorgesehen sein, dass an einem freien Ende der Verstellmittel
das Ausdehnungselement angeordnet ist bzw. daran oder darauf vorgesehen ist. Eine
solche Anordnung des Ausdehnungselements nahe einem freien Endbereich der Verstellmittel
kann bewirken, dass zwar sowohl die Verstellmittel als auch das Ausdehnungselement
auf das bistabile Stellelement wirken, letztlich aber das Ausdehnungselement direkt
daran anliegt bzw. dieses berührt, während die Verstellmittel wiederum das Ausdehnungselement
tragen und somit bewegen. So ist es besonders leicht konstruktiv möglich, dass sich
die von den Verstellmitteln und dem Ausdehnungselement bewirkten Bewegungen gemeinsam
auf das Stellelement übertragen lassen.
[0015] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist die gesamte Ventilanordnung als
eine Baueinheit ausgebildet. Sie kann mehrere Gehäuseteile aufweisen, in denen in
unterschiedlichen Bereichen die vorgenannten Funktionselemente enthalten sind. Zusätzlich
kann sie auch noch ein zuvor angesprochenes Absperrventil aufweisen, das insbesondere
wie auch der Ventilverschluss in einem massiven Ventilkörper als eine Art Gehäuse
oder Gehäuseteil vorgesehen ist.
[0016] Vorteilhaft weist das bistabile Stellelement zwei Stellelementbeine auf, die gegeneinander
bewegbar sind bzw. relativ zueinander bewegbar sind. Ein unteres Stellelementbein
wirkt dabei auf den Ventilstößel und kann an diesem anliegen, vorteilhaft nur daran
anliegen zum Auslösen. Ein oberes Stellelementbein kann an dem elektrischen Schalter
anliegen und auf diesen wirken. Es muss aber nicht ständig an diesem anliegen. Die
beiden Stellelementbeine sind vorteilhaft in einem Endbereich bzw. Verbindungsbereich
gelenkig miteinander verbunden bzw. liegen in diesem Endbereich aneinander an oder
sind gegeneinander abgestützt. Es kann vorgesehen sein, dass in den beiden Positionen
des Stellelements nicht nur die beiden Stellelementbeine eine unterschiedliche relative
Position zueinander aufweisen, sondern diese auch noch jeweils gegenüber der sonstigen
Ventilanordnung verändert ist, insbesondere gegenüber dem Ventilstößel und dem elektrischen
Schalter. Das obere Stellelementbein kann mit einem freien Ende auf den elektrischen
Schalter wirken. Das untere Stellelementbein kann mit einem freien Ende an der Ventilanordnung
gelagert oder gegen diese gedrückt sein. Im Verbindungsbereich liegen sie aneinander
bzw. nahe zueinander.
[0017] Der Bereich, in dem die Verstellmittel und das Ausdehnungselement bzw. die Temperatur-Verstellmittel
auf das Stellelement wirken, liegt vorteilhaft näher zu dem Verbindungsbereich des
Stellelements als zu dem jeweiligen freien Endbereich. So kann, wie nachfolgend noch
mit Bezug auf die Ausführungsbeispiele erläutert wird, eine Betätigung des Ventilverschlusses
sicherer und präziser erfolgen.
[0018] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist das Stellelement ein Schnappelement
bzw. weist eine Schnappfunktion auf dergestalt, dass der Wechsel zwischen den zwei
Positionen, also die Änderung der relativen Lage der beiden Stellelementbeine zueinander,
zumindest in einem bestimmten Bereich bzw. an einem bestimmten Punkt sehr schnell
bzw. schlagartig erfolgt. Somit kann sowohl der Ventilverschluss sehr schnell geöffnet
oder geschlossen werden als auch der Schalter entsprechend betätigt werden. Des Weiteren
kann dadurch eine gewisse Kraft bzw. ein Impuls erzeugt werden, der sowohl eine schnelle
Bewegung des Stellelements bewirkt als auch vor allem ein schnelles und direktes Öffnen
oder Schließen des Ventilverschlusses. Der Ventilverschluss weist also kaum eine Zwischenstellung
auf, so dass ein sauberes definiertes Takten erfolgt.
[0019] Zusätzlich kann eine Federkraft in einer Richtung weg von dem Ventilverschluss gegen
das Stellelement vorgesehen sein. So kann das Stellelement mit einer Kraft weg vom
Ventilverschluss stets gegen die Verstellmittel und das Ausdehnungselement bzw. die
Temperatur-Verstellmittel gedrückt werden, so dass sich das Ausdehnungselement bei
Abfallen der Temperatur im Gasbackofen etwas zurückzieht und das Stellelement aus
der zweiten Position, in der es den Ventilverschluss geschlossen hat, von der Federkraft
wieder weggedrückt wird gegen die Verstellmittel und das Ausdehnungselement.
[0020] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist der elektrische Schalter bevorzugt
an einer Außenseite des Gehäuses angeordnet. So kann er zum einen elektrisch gut angeschlossen
werden bei Montage der Ventilanordnung in einem Gasbackofen. Zum anderen kann er im
Schadensfall leicht repariert bzw. ausgetauscht werden.
[0021] Als elektrischer Schalter bietet sich ein Mikroschalter an, der einen dafür charakteristischen
Auslösehebel aufweist für einen Schalterauslöser oder für das bistabile Stellelement.
Dieser Auslösehebel kann mindestens einmal abgebogen sein, vorteilhaft rechtwinklig,
so dass er mit seinem freien Ende in eine Richtung steht, die parallel ist zu einer
Richtung der Verstellmittel bzw. des Stellelements. Somit erfolgt eine möglichst gute
Betätigung des Schalters.
[0022] Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung
und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich alleine
oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung
und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige
Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird. Die Unterteilung
der Anmeldung in einzelne Abschnitte und Zwischen-Überschriften beschränken die unter
diesen gemachten Aussagen nicht in ihrer Allgemeingültigkeit.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0023] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt
und werden im Folgenden näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- einen Teilschnitt durch eine erfindungsgemäße Ventilanordnung als Baueinheit mit geöffnetem
Ventilverschluss,
- Fig. 2
- die Darstellung der Ventilanordnung gemäß Fig. 1 mit geschlossenem Ventilverschluss,
- Fig. 3
- eine sehr schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Gasbackofens mit einer
Ventilanordnung entsprechend Fig. 1,
- Fig. 4
- einen Vergleich der Betriebsweisen einer konventionellen Ventilanordnung mit proportionaler
Verstellung des Ventilverschlusses zu einer erfindungsgemäßen taktenden Betriebsweise,
- Fig. 5
- eine vergrößerte Seitenansicht auf das bistabile Stellelement in einer Stellung mit
geöffnetem Ventilverschluss und
- Fig. 6
- das Stellelement aus Fig. 5 in einer Stellung mit geschlossenem Ventilverschluss.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0024] In den Fig. 1 und 2 ist eine erfindungsgemäße Ventilanordnung 11 im Teilschnitt dargestellt.
Deren Gehäuse weist ein oberes Gehäuseteil 12a und ein unteres Gehäuseteil 12b auf,
wobei das Gehäuseteil 12b erkennbar im Wesentlichen aus einem Vollmaterial herausgearbeitet
ist. Im Inneren des Gehäuses bzw. im unteren Gehäuseteil 12b ist ein Ventilverschluss
14 vorgesehen. Er weist einen bewegbaren Ventilstößel 15 auf, der im oberen Bereich
einen Dichtring 16 aufweist, der an einer Bohrungswandung des Gehäuseteils 12b entlangläuft
und sowohl abdichtende Funktion nach oben hat als auch für eine Zentrierung des Ventilstößels
15 sorgt. Unterhalb einer Unterseite des Ventilstößels 15 ist ein Ventilsitz 18 vorgesehen,
der aus dem unteren Gehäuseteil 12b herausgearbeitet ist. Ein Vergleich mit der Fig.
2 zeigt, dass in Fig. 1 der Ventilverschluss geöffnet ist, weil der Ventilstößel 15
vom Ventilsitz 18 nach oben abgehoben ist. In Fig. 2 ist der Ventilverschluss 14 geschlossen,
und der Ventilstößel 15 liegt mit seiner Unterseite dichtend am Ventilsitz 18 an.
Gegen die Unterseite des Ventilstößels 15 wirkt eine mittig angeordnete Ventilfeder
20. Sie drückt den Ventilstößel 15 nach oben in eine Stellung, in der der Ventilverschluss
14 geöffnet sein soll.
[0025] Am unteren Gehäuseteil 12b ist ein nicht dargestellter Gaseinlass vorgesehen, vorteilhaft
mit einem direkt daran angeordneten Absperrventil. Ein Gasauslass 23 führt heraus,
der das durchgelassene Gas zu dem Gasbrenner führt, siehe die spätere Beschreibung
zu Fig. 3 mit dem Gaseinlass 22.
[0026] Oben außen ist an dem unteren Gehäuseteil 12b ein elektrischer Schalter 25 angebracht,
vorteilhaft ausgebildet als ein sogenannter Mikroschalter. An seiner Oberseite ist
ein Auslösehebel 26 vorgesehen, der in seinem Längsverlauf winklig abgebogen ist,
insbesondere rechtwinklig. Mit dem in Fig. 1 linken Ende ist er gelenkig am elektrischen
Schalter 25 gelagert, während das andere freie Ende nach oben absteht. Gegenüberliegend
von diesem elektrischen Schalter 25 ist im oberen Gehäuseteil 12a ein zweiter Schalter
28 dargestellt, der für weitere Schaltfunktionen dienen kann, beispielsweise zur Bestromung
eines Zündtrafos um bei Eindrücken des Bedienknebels des Thermostats den Gasbrenner
in der Muffel zu zünden.
[0027] Oberhalb des Ventilverschlusses 14 ist ein bistabiles Stellelement 30 vorgesehen,
welches als oben beschriebenes Schnappelement ausgebildet ist bzw. eine Schnappfunktion
aufweist. Ebenso ist auch ein Aufbau durch miteinander verspannte Blechteile oder
durch andere bistabile Schnappelemente möglich, wie sie aus dem Stand der Technik
bekannt sind. Ein oberes Stellelementbein 31 liegt mit seinem linken freien Ende 32
am Auslösehebel 26 an. Es betätigt also den ersten Schalter 25. Das rechte Ende des
oberen Stellelementbeins 31 ist in einem Verbindungsbereich 34 mit dem unteren Stellelementbein
36 verbunden bzw. liegt an diesem an. Das linke freie Ende 37 des unteren Stellelementbeins
36 wiederum liegt an einem Vorsprung des oberen Gehäuseteils 12a an. Zwischen den
beiden Stellelementbeinen 31 und 36 verläuft eine gespannte Stellelementfeder 39,
die für den genannten Schnappeffekt sorgt.
[0028] Beide Stellelementbeine 31 und 36 sind bewegbar bzw. schwenkbar. Das obere Stellelementbein
31 ist um einen Punkt D
1 in seinem rechten Endbereich schwenkbar, also eigentlich im Verbindungsbereich 34.
Das untere Stellelementbein 36 ist um einen Punkt D
2 in seinem linken Endbereich schwenkbar, also nahe dem freien Ende 37.
[0029] Am oberen Gehäuseteil 12a sind Dreh-Verstellmittel 41 vorgesehen mit einer Drehachse
42, die in einem Gewinde 43 des Gehäuseteils 12a gelagert ist. Wird die Drehachse
42 gedreht, beispielsweise mittels eines am vorderen abgeflachten Ende aufgesetzten
Knebels, so wird diese Drehung mittels des Gewindes 43 in eine lineare Bewegung in
Längsrichtung der Drehachse 42 umgesetzt. Unterhalb des Gewindes 43 ist auf das untere
Ende der Drehachse 42 ein flaches, dosenartiges Ausdehnungselement 45 angebracht,
wie es aus der
EP 962951 A2 oder der
DE 102014216363 A1. Von diesem geht eine dargestellte Leitung 46 auf bekannte Art und Weise ab zu einem
etwas größeren Behälter als Temperaturfühler, wobei dieser Behälter und die Leitung
46 sowie das Ausdehnungselement 45 mit einem Arbeitsfluid, üblicherweise einem Öl
bzw. Silikonöl, gefüllt sind. Dieses Öl dehnt sich bei Erwärmung aus und bewirkt,
dass ein Auslösevorsprung 47 am unteren Ende des Ausdehnungselements 45 aufgrund der
beginnenden Ausdehnung des Ausdehnungselements 45 bei sich ausdehnendem Arbeitsfluid
nach unten bewegt wird. Der Auslösevorsprung 47 liegt am oberen Stellelementbein 31
an, und zwar eher im rechten Bereich bzw. nahe dem Verbindungsbereich 34. Dieser Auslösevorsprung
47 beinhaltet, wie aus dem vorgenannten Stand der Technik bekannt, eine vorgespannte
Feder. Somit kann er bei Bedarf federnd nachgeben, um als Überdrückschutz das Schnappelement
vor zu großen Kräften beim Zurückdrehen der Temperaturvorgabe durch den Benutzer bei
gleichzeitig heißem Temperaturfühler zu schützen.
[0030] Eine Komponente der Bewegung des Auslösevorsprungs 47 nach unten, also in Richtung
auf das bistabile Stellelement 30 und den Ventilverschluss 14 zu, kommt von einer
Drehung der Dreh-Verstellmittel 41, quasi als Temperaturvorgabe. Diese Bewegung erfolgt
nur einmal durch eine Bedienperson beim Einschalten bzw. Einstellen als Temperaturvorgabe.
Dabei wäre bei dem Ausführungsbeispiel hier eine Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn
umgesetzt in eine Bewegung des Auslösevorsprungs 47 nach oben, also eine Bewegung
weg von Stellelement 30 und Ventilverschluss 14. Damit dann der Ventilverschluss 14
dennoch geschlossen wird, muss sich das Ausdehnungselement 45 mehr ausdehnen, um den
Auslösevorsprung 47 so weit zu bewegen, dass er das bistabile Stellelement 30 durch
Drücken nach unten auslöst. Dies bedeutet, dass sich das darin enthaltene Arbeitsfluid
stärker ausdehnen muss, also eine höhere Temperatur im Gasbackofen erreicht werden
muss. Erst dann drückt der Auslösevorsprung 47 so weit auf das bistabile Stellelement
30 bzw. dessen oberes Stellelementbein 31, bis dieses aufgrund der Stellelementfeder
39 umschnappt und sich beide Stellelementbeine 31 und 36 nach unten bewegen.
[0031] Die Funktion des Stellelements 30 ist aus den Fig. 5 und 6 gut zu erkennen. Das obere
Stellelementbein 31 ist um den rechten Drehpunkt D
1 drehbar mit einer Art Schneidenlagerung. Am linken freien Ende 32 ist die Stellelementfeder
39 eingehängt, und zwar hier an dem Punkt P
1. Das untere Stellelementbein 36 ist mit seinem linken Ende 37 um einen Drehpunkt
D
2 drehbar gelagert, wiederum mit einer Art Schneidenlagerung. Vom rechten Mittelbereich
steht ein Abschnitt nach oben, wobei an dem Punkt P
2 das rechte Ende der Stellelementfeder 39 eingehängt ist. Die Drehpunkte D
1 und D
2 sind unveränderbar. Sie sind verbunden durch eine gestrichelt dargestellte Verbindungslinie.
[0032] Das obere Stellelementbein 31 liegt an der Unterseite des Auslösevorsprungs 47 an
als erster Anschlagpunkt A
1. Dies ist immer der Fall, insbesondere weil die Kraft der Stellelementfeder 39 das
obere Stellelementbein 31 stets mit dem Moment M
1 um den Drehpunkt D
1 im Uhrzeigersinn nach oben zu drücken versucht. In der in Fig. 5 dargestellten Stellung
weist eine strichpunktiert dargestellte Verbindungslinie zwischen P
1 und Punkt P
2 über den Drehpunkt D
2 des unteren Stellelementbeins 36. Somit wird dieses in dieser Stellung mit dem Moment
M
2 um den Drehpunkt D
2 im Uhrzeigersinn nach unten gedrückt.
[0033] Bewegt sich nun der Auslösevorsprung 47 nach unten, entweder durch Drehen an der
Drehachse 42 oder durch Ausdehnung des Ausdehnungselements 45 aufgrund Erwärmung in
einer Gasbackofenmuffel, so bleibt hier der Anschlagpunkt A
1 zwar erhalten, bewegt sich aber nach unten. Dies dreht das obere Stellelementbein
31 um den Drehpunkt D
1 entgegen dem Uhrzeigersinn. Vor allem aber bewegt sich dabei der Punkt P
2 durch dieses Drehen des oberen Stellelementbeins 31 nach unten. Sobald die strichpunktiert
dargestellte Verbindungslinie zwischen den Punkten P
1 und P
2 sich soweit bewegt bzw. verdreht hat, dass sie unter den Drehpunkt D
2 weist, zieht die Kraft der Stellelementfeder 39 das untere Stellelementbein 36 nach
unten um den Drehpunkt D
2 herum bzw. dreht es im Uhrzeigersinn. Das in Fig. 5 eingezeichnete Drehmoment M
2 hat sich dabei umgedreht. Dadurch drückt in der entsprechenden Fig. 6 das untere
Stellelementbein 36 gegen den Ventilstößelvorsprung 17, und somit ist der Anschlagpunkt
A
2 für das untere Stellelementbein 36 dann am Ventilstößelvorsprung 17. Das untere Stellelementbein
36 drückt den Ventilstößelvorsprung 17 gegen die Kraft der Ventilfeder 20 nach unten,
und zwar soweit bis der Ventilstößel 15 mit seiner Unterseite am Ventilsitz 18 gegen
die Kraft der Ventilfeder 20 anliegt. Der Ventilverschluss 14 ist dann dicht verschlossen
bzw. lässt kein Gas mehr durch. Solange das obere Stellelementbein 31 in der hier
dargestellten Position ist, heruntergedrückt durch den Auslösevorsprung 47, die Stellelementfeder
39 aber weiterhin das Drehmoment M
1 entsprechend Fig. 5 ausübt, liegt das obere Stellelementbein 31 stets am Anschlagpunkt
A
1 am Auslösevorsprung 47 an. Somit ist das eigentlich bistabile Element des Stelleelements
30 das untere Stellelementbein 36. Erst wenn sich der Auslösevorsprung 47 aufgrund
des fehlenden Gasflusses und somit einer Abkühlung oder einer Drehung an der Drehachse
42 wieder nach oben bewegt und damit eine Drehung des oberen Stellelementbeins 31
im Uhrzeigersinn bewirkt, und zwar solange, bis die strichpunktiert dargestellte Verbindungslinie
zwischen den Punkten P
1 und P
2 wieder über den Punkt D
2 weist schnappt das untere Stellelementbein 36 durch die Kraft der Stellelementfeder
39 entgegen dem Uhrzeigersinn um den Drehpunkt D
2 wieder in eine im Prinzip der Fig. 5 ähnliche Stellung. Dann ist sein Anschlagpunkt
A
2 nicht mehr die Oberseite des Ventilstößelvorsprungs 17, sondern wieder am oberen
Stellelementbein 31 nahe dessen freiem Ende 33 bzw. im Verbindungsbereich 34.
[0034] Durch das vorgeschriebene Umschlagen bzw. Umschnappen samt der jeweiligen Dauer bis
zum Umschnappen des unteren Stellelementbeins 36 bzw. des gesamten bistabilen Stellelements
30 mit jeweils geöffnetem oder vollständig geschlossenem Ventilverschluss wird das
zuvor beschriebene Takten mit dem Gasfluss entsprechend Fig. 4 bewirkt.
[0035] Bei der Bewegung des Stellelementbeins 31 nach unten betätigt dieses über den Auslösehebel
26 den elektrischen Schalter 25 bzw. bringt diesen vom ersten Schaltzustand in den
zweiten Schaltzustand, öffnet ihn also beispielsweise. Der Ventilverschluss 14 wird
durch die schlagartige Bewegung des unteren Stellelementbeins 36 nach unten vom geöffneten
Zustand in den geschlossenen Zustand gebracht bzw. wird geschlossen. Dieser geschlossene
Zustand ist in der Fig. 2 im Vergleich dargestellt. Dort ist auch zu ersehen, dass
das untere Stellelementbein 36 um einen an seinem linken Ende gelegenen Drehpunkt
D
2 im Uhrzeigersinn etwas nach unten gedreht worden ist und durch diese Bewegung nach
unten den über den Ventilstößelvorsprung 17an ihm anliegenden Ventilstößel 15 so weit
nach unten gedrückt hat, dass der Ventilverschluss 14 geschlossen ist. Es fließt also
kein Gas mehr hindurch.
[0036] Im Betrieb des Gasbackofens bei geschlossenem Ventilverschluss ist nun der Gasbrenner
nicht mehr mit der vollen Leistung versorgt, wie es im Zustand gemäß der Fig. 1 der
Fall ist. Er wird nur noch über einen in den Figuren nicht dargestellten Bypass-Gaskanal
im unteren Gehäuseteil 12b, der an dem Ventilverschluss 14 vorbeigeführt ist zum Gasauslass
23, betrieben, und zwar mit einer Leistung bzw. einem zugeführten Gasvolumen, die
in etwa die minimal mögliche stabile Verbrennung bewirkt. Bypass-Gaskanäle, beispielsweise
in Form einer einstellbaren Bypass-Schraube, sind aus dem Stand der Technik bekannt.
In diesem Zustand erzeugt der Gasbrenner quasi keine nennenswerte Leistung, so dass
sich das Innere des Gasbackofens wieder abkühlt und damit auch das Arbeitsfluid der
Verstellmittel bzw. des Ausdehnungselements 45. Es zieht sich also zusammen, wodurch
sich das Ausdehnungselement 45 samt Auslösevorsprung 47 wieder nach oben bewegt. Ab
einem bestimmten Punkt drückt die Ventilfeder 20 den Ventilstößel 15 nach oben und
somit auch das Stellelement 30, bis es wieder über den Umschlagpunkt bewegt ist und
sozusagen zurückschnappt. Dann ist der Ventilverschluss 14 wieder geöffnet entsprechend
Fig. 1 und der Schalter 25 erreicht den ersten Schaltzustand bzw. ist geschlossen.
[0037] In Fig. 3 ist sehr schematisch ein erfindungsgemäßer Gasbackofen 50 dargestellt.
Erweist eine Muffel 51 und darin einen Gasbrenner 53 auf. Der Gasbrenner 53 wird über
eine Gasleitung vom Gasauslass 23 versorgt. Die Ventilanordnung 11 wird über einen
an der Vorderseite des Gasbackofens 50 angebrachten Knebel 44 eingestellt als Temperaturvorgabe.
Ein Gaseinlass 22 in die Ventilanordnung 11 ist vorgesehen und vorteilhaft eine zugeführte
Gaszuleitung. Von der Ventilanordnung 11 geht die Leitung 46 ab zu einem Temperaturfühler
46' in der Muffel 51.
[0038] Von dem Schalter 25 der Ventilanordnung 11 geht ein Kabel zu einer Leuchtanzeige
55 an der Vorderfront des Gasbackofens 50, die hier leuchtend dargestellt ist. Derartige
Leuchtanzeigen als Betriebsanzeige für einen momentanen Heizbetrieb sind aus dem Stand
der Technik bekannt.
[0039] Anhand des durchgezogen dargestellten Verlaufs für die Temperatur und gestrichelt
dargestellten Verlaufs für Leistung über der Zeit entsprechend der Fig. 4 ist zu erkennen,
wie bei einem kontinuierlich regelbaren Gasventil aus dem Stand der Technik gemäß
dem oberen Diagramm zuerst eine relativ große Leistung erzeugt wird. Die steigt quasi
sprungartig auf den Maximalwert P
max an, worauf eine schnelle Temperaturerhöhung in Richtung einer gewünschten Temperatur
als Dauertemperatur erfolgt. Nach einer gewissen Zeit wird aufgrund der ansteigenden
Temperatur die Gaszufuhr gedrosselt, aber nicht nahezu vollständig abgesperrt, so
dass die Leistung ähnlich schnell wieder abfällt auf einen dauerhaft geringen Wert,
der für höhere Temperaturen, wie beispielsweise 250°C, noch deutlich über der vorgenannten
Bypass-Leistung P
By liegt.
[0040] Bei der Erfindung gemäß dem unteren Diagramm wird zu Beginn des Heizbetriebs der
Ventilverschluss sofort voll geöffnet, so dass sofort die volle gestrichelt dargestellte
Leistung mit dem Maximalwert P
max erzeugt wird. Diese führt zu einem schnellen Temperaturanstieg mit etwa konstanter
Steigung. Durch das Schließen des Schalters 25 ist die optische Betriebsanzeige als
Leuchtanzeige 55 am Gasbackofen 11 eingeschaltet, in Fig. 4 symbolisiert durch das
Lampenzeichen. Bei dieser Temperatur schalten die Temperatur-Verstellmittel mit dem
Ausdehnungselement 45 sozusagen die Gaszufuhr ab, so dass die Leistungserzeugung maximal
stark abfällt, da der Gasbrenner dann ja nur noch mit der Bypass-Leistung P
By betrieben wird. In entsprechender Form fällt auch die Temperatur etwas ab. Die erfindungsgemäße
Ventilanordnung 11 als Gasthermostat schaltet die Leistung erst bei Erreichen der
vorgegebenen Temperatur, dann aber sprungartig zurück. Sie führt also, im Gegensatz
zum Stand der Technik, keine stetige Leistungsreduktion durch. Dadurch wird die Temperatur
nahe der gewünschten Temperatur erkennbar schneller erreicht als bei dem oben dargestellten
Verfahren aus dem Stand der Technik, siehe die Zeitdifferenz Δt.
[0041] Nach einer bestimmten Zeit wird das bistabile Stellelement 30 durch das Abfallen
der Temperatur am Temperaturfühler 46' wiederum ausgelöst und schaltet sozusagen die
Heizung wieder schlagartig ein durch Öffnen des Ventilverschlusses und Einschalten
der Leuchtanzeige als Zeichen für einen Benutzer. Dies geht dann immer so weiter und
führt zu einer etwas größeren Schwankungsbreite der Temperatur im Vergleich zu der
eher konstanten dauerhaften Temperatur gemäß dem Stand der Technik. Eine mittlere
Temperatur kann jedoch genauso gut gehalten werden durch das Takten des Gasbrenners,
wobei nun eben zusätzlich noch die Möglichkeit gegeben ist, jeden aktiven Betriebstakt
des Gasbrenners durch die optische Leuchtanzeige darzustellen.
1. Ventilanordnung (11) mit:
- einem Gehäuse (12a, 12b),
- einem Ventilverschluss (14) mit einem bewegbaren Ventilstößel (15) und mit einem
Ventilsitz (18),
- einem Gaseinlass (22) und einem Gasauslass (23), wobei der Ventilverschluss und
der Ventilsitz zwischen Gaseinlass und Gasauslass angeordnet sind,
- einem elektrischen Schalter (25), der einen ersten Schaltzustand und einen zweiten
Schaltzustand aufweist,
- einem bistabilen Stellelement (30), wobei das Stellelement auf den Ventilverschluss
(14) und auf den elektrischen Schalter wirkt und zwei Positionen aufweist, wobei
+ in einer ersten Position des Stellelements (30) der Ventilverschluss (14) geöffnet
ist und der elektrische Schalter (25) den ersten Schaltzustand aufweist,
+ in einer zweiten Position des Stellelements (30) der Ventilverschluss (14) geschlossen
ist und der elektrische Schalter (25) den zweiten Schaltzustand aufweist,
- Verstellmitteln (41), wobei die Verstellmittel mechanisch auf das Stellelement (30)
zu oder von diesem weg bewegbar sind,
- Temperatur-Verstellmitteln (45, 46, 47), die ein Ausdehnungselement (45) aufweisen,
das eine Bewegungsrichtung auf das Stellelement (30) zu und davon weg aufweist, wobei
das Ausdehnungselement mit einem Arbeitsfluid gefüllt ist, das durch eine Temperaturänderung
eine Volumenänderung erfährt und sich entsprechend ausdehnt oder zusammenzieht,
wobei das Verstellmittel (41) und das Temperatur-Verstellmittel (45, 46, 47) gemeinsam
auf das Stellelement (30) wirken.
2. Ventilanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Bewegungsrichtung der Verstellmittel (41) auf das Stellelement (30) zu oder
von diesem weg parallel ist zu der Bewegungsrichtung des Ventilstößels (15), wobei
vorzugsweise die Bewegungsrichtungen auf einer Linie liegen.
3. Ventilanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement (30) zwischen einerseits dem Ventilstößel (15) und andererseits
den Verstellmitteln (41) sowie dem Ausdehnungselement (45) angeordnet ist.
4. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellmittel als Dreh-Verstellmittel (41) ausgebildet sind, vorzugsweise mit
einem Gewinde (43) zur Umwandlung einer Drehbewegung in eine lineare Bewegung.
5. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellmittel (41) und das Ausdehnungselement (45) eine Baueinheit bilden, wobei
vorzugsweise das Ausdehnungselement (45) nahe einem freien Endbereich der Verstellmittel
(41) hin zu dem Stellelement (30) vorgesehen ist.
6. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilanordnung (11) eine Baueinheit ist bzw. bildet.
7. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das bistabile Stellelement (30) zwei gegeneinander bewegbare Stellelementbeine (31,
36) aufweist, wobei ein unteres Stellelementbein (36) an dem Ventilstößel (15) anliegt
und auf diesen wirkt und ein oberes Stellelementbein (31) an dem elektrischen Schalter
(25) anliegt und auf diesen wirkt, wobei die beiden Stellelementbeine (31, 36) in
einem Endbereich (34) miteinander gelenkig verbunden sind bzw. aneinander anliegen,
wobei insbesondere das obere Stellelementbein (31) mit dem anderen freien Ende (32)
auf den elektrischen Schalter (25) wirkt.
8. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das bistabile Stellelement (30) ein Schnappelement ist bzw. eine Schnappfunktion
aufweist, vorzugsweise mit einer gespannten Feder (39), um die Schnappfunktion zu
bewirken.
9. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Schalter (25) an einer Außenseite des Gehäuses (12a, 12b) angeordnet
ist.
10. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Schalter (25) ein Mikroschalter ist mit einem Auslösehebel (26) für
einen Schalterauslöser oder für das Stellelement (30), wobei vorzugsweise der Auslösehebel
mindestens einmal rechtwinklig abgebogen ist und mit seinem freien Ende in eine Richtung
steht, die parallel ist zur Bewegungsrichtung der Verstellmittel (41) bzw. des Stellelements
(30).
11. Ventilanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei geschlossenem Ventilverschluss (14) ein Bypass-Gaskanal zwischen dem Gaseinlass
(22) und dem Gasauslass (23) geöffnet ist, wobei vorzugsweise der Bypass-Gaskanal
einen Querschnitt zwischen 2% und 15% eines Gasdurchlass-Querschnitts des Ventilverschlusses
(14) aufweist.
12. Verfahren zum Betrieb eines Gasbackofens (50) mit einer Ventilanordnung (11) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Schalter (25) mit einer Betriebsanzeige des Gasbackofens, insbesondere
einer optischen bzw. Leuchtanzeige (55), zu deren Ansteuerung verbunden ist, wobei
die Betriebsanzeige eingeschaltet wird durch den Schalter (25) in seinem ersten Schaltzustand
und ausgeschaltet wird durch den Schalter in seinem zweiten Schaltzustand.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass bei geschlossenem Ventilverschluss (14) durch einen Bypass-Gaskanal gemäß Anspruch
11 ein Gasbrenner (53) im Gasbackofen (50) mit Bypass-Leistung arbeitet bzw. brennt.