[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet der Bürsten, insbesondere Zahnbürsten,
und dabei im Speziellen Verfahren zum Herstellen dieser Bürsten.
[0002] Die
EP 0 623 298 A1 offenbart ein Verfahren zum Herstellen von Zahnbürsten, bei dem zunächst ein Bürstenkörper
aus thermoplastischem Kunststoff durch ein Spritzgießverfahren hergestellt wird. Der
Bürstenkörper weist einen Griffteil und einen integral mit diesem ausgeformten Bürstenkopfteil
auf. In dem Bürstenkopfteil sind dabei Kanäle vorgesehen, in die jeweils Borstenbündel
eingesteckt werden. Der Überstand der Borstenbündel auf der Rückseite des Bürstenkopfteils
wird angeschmolzen, um eine Verdickung zu erzeugen. Danach wird die Rückseite des
Bürstenkopfteils mit weiterem Kunststoff ausgespritzt, sodass der Überstand der Borstenbündel
mit der Verdickung abgedeckt wird.
[0003] Die
EP 1 859 705 A1 offenbart ein weiteres Verfahren zum Herstellen einer Zahnbürste. Dabei wird zunächst
ein Bürstengrundkörper aus Kunststoff hergestellt, der einen Griffbereich und eine
zur Ausbildung des Bürstenkopfes vorgesehene integral mit dem Griffbereich ausgebildete,
zu einer Oberseite hin offene Schale aufweist. Eine mit Borstenbündeln bestopfte Lochfeldplatte
wird an den oberen Rand der Schale angelegt, sodass sie diese schließt. Daraufhin
wird der durch die Schale und die Lochfeldplatte eingeschlossene Hohlraum über eine
Einspritzöffnung in der Unterseite der Schale mit Kunststoff befüllt. Nachdem die
Borstenbündel durch Füllen der Schale mit dem Bürstengrundkörper verbunden worden
sind, kann der Bürstengrundkörper mit einer weichelastischen Kunststoffkomponente
umspritzt werden, um der Zahnbürste zum Schutz der Mundschleimhäute eines Benutzers
nach außen hin eine weiche Konsistenz zu geben.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein flexibles und kostengünstiges Herstellungsverfahren
für eine Bürste, insbesondere eine Zahnbürste, bereitzustellen, die in Bezug auf das
Erfüllen optischer und hygienischer Anforderungen verbessert ist. Es ist zudem Aufgabe
der Erfindung, für ein solches Verfahren geeignete Ausgangs- bzw. Zwischenprodukte
bereitzustellen.
[0005] In Bezug auf das Verfahren wird diese Aufgabe durch den Gegenstand von Anspruch 1
gelöst. Die Griffstücke gemäß den Ansprüchen 12 und 13 lösen die Aufgabe in Bezug
auf die Ausgangs- bzw. Zwischenprodukte. Die abhängigen Ansprüche geben vorteilhafte
Ausführungsformen der Erfindung an.
[0006] Erfindungsgemäß wird zur Herstellung einer Bürste, insbesondere einer Zahnbürste,
ein Griffstück mit einem hinteren und einem vorderen Ende bereitgestellt. Das Griffstück
erstreckt sich entlang einer Erstreckungsrichtung von seinem hinteren zu seinem vorderen
Ende. Dabei ist das Griffstück ein einzelnes, zusammenhängendes, bezüglich der Erstreckungsrichtung
von dem vorderen und dem hinteren Ende begrenztes Teil.
[0007] Das Griffstück kann bereits vor der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
hergestellt worden sein. Das Bereitstellen des Griffstücks kann aber auch das Herstellen
des Griffstücks umfassen. Gemäß einigen Ausführungsformen wird das Griffstück aus
einem ersten Kunststoff, insbesondere einem thermoplastischen Kunststoff, durch Spritzgießen
hergestellt. Insbesondere bei sehr dicken oder aufwendig hergestellten Griffstücken
kann es jedoch auch vorteilhaft sein, wenn das Griffstück aus mehreren Komponenten
besteht oder mehrere Komponenten umfasst, beispielsweise zwei, drei oder mehr als
drei Komponenten. Bei dem ersten Kunststoff oder den zur Herstellung des Griffstücks
verwendeten Komponenten kann es sich beispielsweise um PET (Polyethylenterephthalat),
PP (Polypropylen), PS (Polystyrol), PA (Polyamid), POM (Polyoxymethylen), PBT (Polybutylenterephthalat)
und/oder TPE (thermoplastische Elastomere) oder Silikon, handeln, welche auch beliebig
kombiniert werden können. Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn das
Griffstück PP und TPE umfasst oder daraus besteht.
[0008] In jedem Fall kann das Griffstück zumindest teilweise durch Spritzgießen hergestellt
sein. Das Griffstück kann auch in Metall ausgeführt sein oder Metalleinlagen umfassen.
[0009] Das vordere Ende des Griffstücks wird in ein Spritzgießwerkzeug zum Herstellen eines
Bürstenkopfes, der sich an das Griffteil anschließen soll, eingesetzt. Zudem wird
ein Teil wenigstens eines an dem Bürstenkopf zu befestigenden Borstenbündels in das
Spritzgießwerkzeug eingesetzt. Vorzugsweise wird eine Vielzahl von Borstenbündeln
jeweils zumindest teilweise in das Spritzgießwerkzeug eingesetzt, sodass der fertige
Bürstenkopf dann eine Vielzahl von Borstenbündeln aufweist. Das vordere Ende des Griffstücks
und das wenigstens eine Borstenbündel werden in dem Spritzgießwerkzeug erfindungsgemäß
derart positioniert, dass das Borstenbündel in fortgesetzter Erstreckungsrichtung
des Griffstücks von dessen vorderem Ende beabstandet ist. Das heißt, dass das wenigstens
eine Borstenbündel in Erstreckungsrichtung des Griffstücks vor dem vorderen Ende des
Griffstücks liegt. Bei dem Einsatz einer Vielzahl von Borstenbündeln kann es ausreichend
sein, wenn zumindest eines der Vielzahl von Borstenbündeln in fortgesetzter Erstreckungsrichtung
des Griffstücks von dessen vorderem Ende beabstandet ist. Bevorzugt wird allerdings,
wenn zumindest einige, zumindest die Hälfte oder sämtliche eingesetzten Borstenbündel
in fortgesetzter Erstreckungsrichtung des Griffstücks von dessen vorderem Ende beabstandet
sind.
[0010] Nach dem Positionieren des Borstenbündels und des vorderen Endes des Griffstücks
werden diese durch Spritzgießen eines Bürstenkopfes in dem Spritzgießwerkzeug miteinander
verbunden. Bei diesem Schritt wird das Spritzgießwerkzeug mit einem zweiten Kunststoff
befüllt, der dann vorzugsweise das vordere Ende des Griffstücks und zumindest einen
Teil des Borstenbündels umschließt. Die Verbindung ist in der Regel eine nicht gelenkige
Verbindung. Der Bürstenkopf und das Griffstück sind danach zu einer im Wesentlichen
starren und nur aufgrund der Materialeigenschaften des bzw. der Werkstoffe elastischen
Weise gekoppelt.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt es, den Griff und den Bürstenkopf durch getrennte
Spritzgießverfahren auszubilden. Es ist daher möglich, den Bürstenkopf durchgängig
aus einem anderen Material zu fertigen als das Griffstück. Damit können die Materialien
so gewählt werden, dass sie die oft unterschiedlichen Anforderungen an den Griff bzw.
an den Bürstenkopf optimal erfüllen. Zudem wird durch das erfindungsgemäße Verfahren
die flexible Herstellung verschiedener Bürstenmodelle erleichtert. Es kann beispielsweise
ein Standardmodell eines Griffstücks zur Fertigung einer Vielzahl verschiedener Bürstenmodelle
verwendet werden, die sich in der Form oder dem Material des Bürstenkopfes bzw. die
Anzahl oder Positionierung der Borstenbündel unterscheiden. Damit können die Herstellungskosten
für spezialisierte Bürsten erheblich reduziert werden.
[0012] Beim Herstellen des Griffstücks wird vorzugsweise ein das vordere Ende des Griffstücks
umfassender, zusammenhängender vorderer Bereich des Griffstücks als Verbindungsbereich
ausgebildet. Dieser kann beispielsweise in Erstreckungsrichtung des Griffstücks eine
Länge von mehr als 3 mm, mehr als 5 mm oder maximal 2 cm oder maximal 3 cm umfassen.
Beim Spritzgießen des Bürstenkopfes befindet sich der Verbindungsbereich innerhalb
des Spritzgießwerkzeugs und wird umgossen, sodass eine starre formschlüssige und/oder
stoffschlüssige Verbindung zwischen dem Bürstenkopf und dem Verbindungsbereich geschaffen
wird.
[0013] Vorteilhafterweise weist der Verbindungsbereich einen geringeren in Erstreckungsrichtung
gesehen radialen Durchmesser auf, als der an den Verbindungsbereich anschließende
Teil des Griffstücks, der beim Spritzgießen des Bürstenkopfes nicht umgossen wird.
Dadurch kann bei geeigneter Wahl des Spritzgießwerkzeugs ein stetiger Übergang der
Oberfläche zwischen dem Bürstenkopf und dem Griffstück erreicht werden. Durch das
Vermeiden von Unstetigkeiten, wie Kanten oder Rillen, in der Oberfläche der Bürste
können die hygienischen Eigenschaften der Bürste verbessert werden, da solche Unstetigkeiten
das Anlagern von Keimen oder Verunreinigungen fördern können.
[0014] Vorteilhafterweise weist der Verbindungsbereich des Griffstücks zumindest einen Vorsprung
und/oder eine Vertiefung auf. Eine unregelmäßige Oberfläche des Verbindungsbereichs
erhöht die Stabilität der Verbindung zwischen Bürstenkopf und Griffstück, da die Unregelmäßigkeiten
beim Umspritzen des Verbindungsbereichs eine formschlüssige Verbindung mit dem Bürstenkopf
eingehen können.
[0015] Eine besonders starke Verbindung zwischen Bürstenkopf und Griffteil kann erreicht
werden, wenn der Verbindungsbereich von einer oder mehreren Durchgangsöffnungen durchsetzt
ist, die beim Spritzgießen zum Schaffen einer vorzugsweise formschlüssigen Verbindung
ausgefüllt werden. Alternativ oder zusätzlich kann es vorteilhaft sein, wenn der Querschnitt
des Verbindungsbereichs in einer zur Erstreckungsrichtung des Griffteils senkrechten
Schnittebene eine "+"-Form, eine "V"-Form, eine "T"-Form, eine Dreiecksform, eine
Rautenform oder eine Form mit konkav gekrümmten Bereichen oder im Wesentlichen eine
solche Form aufweist.
[0016] Um das Positionieren des zumindest einem Borstenbündels für das Spritzgießen des
Bürstenkopfes zu erleichtern, kann eine Halteplatte mit einer der Anzahl der Borstenbündel
entsprechenden Anzahl von die Halteplatte durchsetzenden Borstenkanälen verwendet
werden. Dabei ist zumindest ein Borstenkanal vorgesehen. Durch die räumliche Anordnung
der Borstenkanäle in der Halteplatte kann die Verteilung der Borstenbündel an dem
Bürstenkopf bestimmt werden.
[0017] Beim Spritzgießen steht das Borstenbündel zumindest einseitig aus dem Borstenkanal
vor. Dieser Überstand wird innerhalb des Spritzgießwerkzeugs positioniert und beim
Spritzgießen in den Bürstenkopf eingegossen. Der Halt des Borstenbündels in dem Bürstenkopf
kann durch ein Anschmelzen des Überstands des Borstenbündels vor dem Spritzgießen,
sodass an dem Überstand eine Verdickung ausgebildet wird, erhöht werden.
[0018] Vorteilhafterweise ist die Halteplatte für die Borstenbündel ein Teil des Spritzgießwerkzeugs
zum Spritzgießen des Bürstenkopfs. Konkret kann das Spritzgießwerkzeug ein schalenartiges
Formnest in der gewünschten Form des Bürstenkopfes aufweisen. Die offene Seite der
Schale kann dann mit der die Borstenbündel tragenden Halteplatte abgedeckt werden,
sodass die Spritzgießform gebildet wird.
[0019] Die Erfindung betrifft ebenfalls ein Griffstück zur Herstellung einer Bürste, insbesondere
einer Zahnbürste. Das erfindungsgemäße Griffstück ist ein Ausgangs- bzw. Zwischenprodukt
des oben beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens. Wie oben beschrieben, erstreckt
sich das Griffstück von seinem hinteren Ende in eine Erstreckungsrichtung des Griffstücks
zu seinem vorderen Ende. Ein das vordere Ende des Griffstücks umfassender, zusammenhängender
vorderer Bereich des Griffstücks ist als Verbindungsbereich ausgebildet. Der Verbindungsbereich
ist von zumindest einer Durchgangsöffnung durchsetzt oder hat in einer zur Erstreckungsrichtung
des Griffteils senkrechten Schnittebene einen Querschnitt mit einer "+"-Form, einer
"V"-Form, einer "T"-Form, einer Dreiecksform, einer Rautenform oder einer Form mit
konkav gekrümmten Bereichen.
[0020] Wie oben dargelegt, erlaubt ein so ausgebildeter Verbindungsbereich eine stabile
Verbindung des Griffstücks mit einem Bürstenkopf durch Spritzgießen des Bürstenkopfes
an den Verbindungsbereich.
[0021] Der Verbindungsbereich kann sich über zumindest 3 mm, zumindest 5 mm, höchstens 2
cm oder höchstens 3 cm in Erstreckungsrichtung des Griffstücks erstrecken.
[0022] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit
den Figuren näher beschrieben. Dabei zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Perspektivansicht eines vorderen Bereichs einer mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellten Bürste;
- Figur 2a:
- eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Griffstücks;
- Figur 2b:
- eine schematische Draufsicht des erfindungsgemäßen Griffstücks;
- Figur 3:
- eine schematische Darstellung eines Spritzgießwerkzeugs zum Durchführen des erfindungsgemäßen
Herstellungsverfahrens mit einem vorderen Bereich eines erfindungsgemäßen Griffstücks
und einer Halteplatte mit eingesetzten Borstenbündeln; und die
- Figuren 4a-4f:
- jeweils eine schematische Darstellung eines Querschnitts durch einen Verbindungsbereich
eines Griffstücks in einer zur Erstreckungsrichtung des Griffstücks senkrechten Ebene
gemäß unterschiedlicher Ausführungsformen.
[0023] Wie in Figur 1 gezeigt, umfasst eine Zahnbürste 1 ein Griffstück 10 und einen an
dieses anschließenden Bürstenkopf 20, der zumindest ein Borstenbündel 55 trägt. Bevorzugt
trägt der Bürstenkopf 20 eine Vielzahl von Borstenbündeln 55, die vorzugsweise senkrecht
zu einer Erstreckungsrichtung E des Griffstücks 10 stehen. Es ist aber auch denkbar,
eine oder alle Borstenbündel 55 gegenüber einer solchen senkrechten Ausrichtung zu
verkippen.
[0024] Erfindungsgemäß wird zunächst das Griffstück 10 bereitgestellt. Die Figuren 2a und
2b zeigen ein solches Griffstück 10 in Seitenansicht bzw. Draufsicht. Das Griffstück
10 erstreckt sich von einem hinteren Ende 12 in Erstreckungsrichtung E des Griffstücks
10 zu einem vorderen Ende 14. Ein das vordere Ende 14 des Griffstücks 10 umfassender,
zusammenhängender vorderer Bereich des Griffstücks 10 wird vorzugsweise als Verbindungsbereich
16 ausgebildet. Der Verbindungsbereich 16 hat in einer bezüglich der Erstreckungsrichtung
E des Griffstücks 10 radialen Richtung bevorzugt einen geringeren Durchmesser als
der angrenzende Bereich des Griffstücks 10. Als "Durchmesser" kann dabei jeweils der
Durchmesser an der Stelle und in der Orientierung des größten Durchmessers definiert
sein.
[0025] Um später eine stabile Verbindung mit dem Bürstenkopf 20 zu ermöglichen, kann der
Verbindungsbereich 16 zumindest einen, vorteilhafterweise aber eine Vielzahl von Vorsprüngen
und/oder Vertiefungen aufweisen. Wie beispielsweise aus Figur 2b und Figur 3 ersichtlich,
kann der Verbindungsbereich 16 dazu eine Durchgangsöffnung 18 aufweisen. Wie aus den
Figuren 2a und 3 ersichtlich, kann der Verbindungsbereich 16 zudem in einer zur Erstreckungsrichtung
E des Griffstücks 10 senkrechten Schnittebene eine "+"-Form aufweisen. Figur 4a zeigt
in einer schematischen Schnittdarstellung durch den Verbindungsbereich 16 in einer
zur Erstreckungsrichtung E des Griffstücks 10 senkrechten Schnittebene die "+"-Form
des Verbindungsbereichs 16.
[0026] Es ist auch denkbar, dass der Verbindungsbereich 16 in der zur Erstreckungsrichtung
E des Griffstücks 10 senkrechten Schnittebene eine andere Form aufweist, wie eine
in Figur 4b schematisch gezeigte "V"-Form, eine in Figur 4c schematisch gezeigte "T"-Form,
eine in Figur 4d schematisch gezeigte Rautenform, eine in Figur 4e schematisch gezeigte
Form mit konkav gekrümmten Bereichen oder eine in Figur 4f schematisch gezeigte Dreiecksform
aufweist.
[0027] In der in den Figuren 2a, 2b und 3 gezeigten Ausführungsform ist die "+"-Form von
der Durchgangsöffnung 18 durchsetzt. Es ist allerdings auch denkbar, lediglich die
"+"-Form oder die Durchgangsöffnung 18 vorzusehen.
[0028] Zum Herstellen der Bürste 1 wird das vordere Ende 14 des Griffstücks 10, vorzugsweise
der Verbindungsbereich 16, in einem Spritzgießwerkzeug 40 positioniert. Das Spritzgießwerkzeug
40 definiert dabei die Form des zu gießenden Bürstenkopfes 20.
[0029] Wie in Figur 3 gezeigt, umfasst das Spritzgießwerkzeug 40 in einer Ausführungsform
ein schalenförmiges Formnestteil 50, das die Form des Bürstenkopfes 20 definiert.
Die Schalenform des Formnestteils 50 ist in der Richtung offen, in der die Borsten
der fertigen Bürste 1 von dem Bürstenkopf 20 vorstehen sollen. Gemäß der gezeigten
Ausführungsform wird diese offene Seite des Formnestteils 50 zur Bildung einer geschlossenen
Gießform für den Bürstenkopf 20 mit einer Halteplatte 60 abgedeckt. Durch die Halteplatte
60 ist gemäß der gezeigten Ausführungsform eine Vielzahl von Borstenkanälen 62 ausgebildet,
die die Halteplatte 60 durchdringen. Diese Borstenkanäle 62 werden vor dem Spritzgießen
des Bürstenkopfes 20 mit jeweils einem Borstenbündel 55 bestopft. Dies geschieht derart,
dass die Borstenbündel 55 auf der dem Formnestteil 50 des Spritzgießwerkzeugs 40 zugewandten
Seite der Halteplatte 60 aus ihren Borstenkanälen 62 vorstehen. Dieser Überstand der
Borstenbündel 55 ragt bei geschlossenem Spritzgießwerkzeug 40 in die auszugießende
Form und wird damit in den Bürstenkopf 20 eingegossen. Um eine verbesserte Verankerung
der Borstenbündel 55 in dem Bürstenkopf 20 zu gewährleisten, kann der Überstand der
Borstenbündel 55 zum Erzeugen einer Verdickung an der dem Formnestteil 50 bezüglich
der Halteplatte 60 zugewandten Seite der Borstenbündel 55 angeschmolzen werden. Beim
Spritzgießen des Bürstenkopfes 20 werden diese Verdickungen eingegossen und bilden
damit eine Verankerung der Borstenbündel 55.
[0030] In Figur 3 ist die Halteplatte 60 als flache Platte gezeigt. Es ist jedoch denkbar,
dass die Halteplatte 60 eine andere Form aufweist. Beispielsweise kann die im geschlossenen
Zustand des Spritzgießwerkzeugs 40 dem Formnestteil 50 zugewandte Oberfläche der Halteplatte
60 eine Wölbung (konkav oder konvex) aufweisen. Dadurch kann eine gewünschte Form
des Bürstenkopfes 20 erzielt werden.
[0031] Wie erwähnt, wird auch das vordere Ende 14 des Griffstücks 10, insbesondere der Verbindungsbereich
16 des Griffstücks 10, in das Spritzgießwerkzeug 40 eingesetzt. Dazu kann beispielsweise
das Formnestteil 50 eine geeignete Ausnehmung 52 aufweisen.
[0032] Wie aus Figur 3 ersichtlich, werden die Borstenbündel 55 und das vordere Ende des
Griffstücks 10 derart in dem Spritzgießwerkzeug 40 positioniert, dass zumindest ein
Borstenbündel 55 in fortgesetzter Erstreckungsrichtung E des Griffstücks 10 von dessen
vorderem Ende 14 beabstandet ist. Um dies zu ermöglichen, ist es besonders vorteilhaft,
die Borstenbündel 55, wie oben beschrieben, in der Halteplatte 60 zu positionieren.
Damit erfüllt die Halteplatte 60 eine Doppelfunktion, nämlich zum Halten der Borstenbündel
55 und als Teil des Spritzgießwerkzeugs 40.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform werden zumindest einige, zumindest die Hälfte
oder sämtliche eingesetzten Borstenbündel 55 in fortgesetzter Erstreckungsrichtung
E des Griffstücks 10 von dessen vorderem Ende 14 beabstandet. Es kann aber ausreichend
sein, wenn lediglich ein Borstenbündel 55 so von dem vorderen Ende 14 des Griffstücks
10 beabstandet ist.
[0034] Nach korrekter Positionierung der Borstenbündel 55 und des vorderen Endes 14 des
Griffstücks 10 wird das geschlossene Spritzgießwerkzeug 40 mit einem zweiten Kunststoff
gefüllt. Vorzugsweise geschieht dies durch eine Einspritzöffnung 54 des Spritzgießwerkzeugs
40, insbesondere des Formnestteils 50. Dabei kann es vorteilhaft sein, wenn die Einspritzöffnung
54 in einem in fortgesetzter Erstreckungsrichtung E des Griffstücks 10 vorne gelegenen
Bereich des Spritzgießwerkzeugs 40 ausgebildet ist.
[0035] Beim Füllen des Spritzgießwerkzeugs 40 mit dem zweiten Kunststoff wird der Verbindungsbereich
16 des Griffstücks 10 umschlossen. Die oben beschriebenen Formelemente des Verbindungsbereichs
16, im gezeigten Beispiel die "+"-Form und die Durchgangsöffnung 18 werden dabei von
dem zweiten Kunststoff umschlossen, sodass eine stabile formschlüssige Verbindung
entsteht.
[0036] Nach Beendigung des Spritzgießvorgangs kann das Spritzgießwerkzeug 40 einschließlich
der Halteplatte 60 entfernt werden. Die Halteplatte 60 kann dabei in Bezug auf die
Darstellung aus Figur 3 nach oben entlang der Borstenbündel 55 weggezogen werden und
die Borstenbündel 55 freigeben.
[0037] Falls gewünscht, kann die Bürste 1 bzw. ein Teil davon in einem weiteren Verfahrensschritt
mit einer zusätzlichen Kunststoffschicht überzogen werden. Notwendig ist dies allerdings
nicht, da die durch das erfindungsgemäße Verfahren hergestellte Bürste 1 bereits hohen
optischen und hygienischen Anforderungen entspricht. Das Gießen des Bürstenkopfes
20 aus einem Stück bei gleichzeitiger Einformung der Borstenbündel 55 ermöglicht eine
homogene Form des Bürstenkopfes. Dadurch können für das Anlagern von Keimen oder Verunreinigungen
ungünstige Bedingungen geschaffen werden, was insbesondere im Bereich der Zahnhygiene
wichtig ist.
[0038] Nach dem stoff- und/oder formschlüssigen Verbinden von Griffstück 10 und Bürstenkopf
20 ergibt sich in dem Fügebereich eine kontinuierliche absatzfreie Oberfläche zwischen
den beiderseitigen Bauteilen. Die Biegsamkeit im Fügebereich ist allein durch die
Elastizität der verwendeten Materialien bestimmt und bedingt. Im Fügebereich ist der
gewonnene Körper der Bürste 1, der Griffstück 10 und Bürstenkopf 20 ausformt, im Wesentlichen
starr.
1. Verfahren zur Herstellung einer Bürste (1), insbesondere einer Zahnbürste, umfassend:
Bereitstellen eines Griffstücks (10), das sich von einem hinteren Ende (12) in einer
Erstreckungsrichtung (E) des Griffstücks zu einem vorderen Ende (14) erstreckt;
Positionieren eines Teils wenigstens eines Borstenbündels (55) und des vorderen Endes
(14) des Griffstücks (10) in einem Spritzgießwerkzeug (40) derart, dass das Borstenbündel
(55) in fortgesetzter Erstreckungsrichtung (E) des Griffstücks (10) von dessen vorderem
Ende (14) beabstandet ist; und
Verbinden des Borstenbündels (55) mit dem vorderen Ende (14) des Griffstücks (10)
mittels Spritzgießens eines Bürstenkopfes (20) in dem Spritzgießwerkzeug (40).
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bürstenkopf (20) derart gegossen wird, dass er das vordere Ende (14) des Griffstücks
(10) und den Teil des Borstenbündels (55) umschließt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bereitstellen des Griffstücks (10) ein Herstellen des Griffstücks (10) umfasst,
wobei ein das vordere Ende (14) des Griffstücks (10) umfassender, zusammenhängender
vorderen Bereichs des Griffstücks (10) als Verbindungsbereich (16) ausgebildet wird,
und
dass der Verbindungsbereich (16) beim Spritzgießen umgossen wird, so dass eine Verbindung,
insbesondere eine formschlüssige Verbindung, zwischen dem Bürstenkopf (20) und dem
Verbindungsbereich (16) geschaffen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsbereich (16) zumindest einen Vorsprung und/oder eine Vertiefung aufweist.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsbereich (16) von zumindest einer Durchgangsöffnung (18) durchsetzt
wird, die beim Spritzgießen zum Schaffen einer formschlüssigen Verbindung ausgefüllt
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsbereich (16) in bezüglich der Erstreckungsrichtung (E) des Griffteils
(10) radialer Richtung einen geringeren Durchmesser aufweist als der angrenzende Bereich
des Griffteils (10).
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Verbindungsbereichs (16) in einer zur Erstreckungsrichtung (E)
des Griffteils (10) senkrechten Schnittebene eine "+"-Form, eine "V"-Form, eine "T"-Form,
eine Dreiecksform, eine Rautenform oder eine Form mit konkav gekrümmten Bereichen
aufweist.
8. Verfahren gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Bestopfen eines Borstenkanals (62) einer Halteplatte (60) mit dem Borstenbündel (55)
vor dem Spritzgießen, wobei das Borstenbündel (55) beim Spritzgießen in dem Borstenkanal
(62) aufgenommen ist.
9. Verfahren gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Borstenbündel (55) beim Spritzgießen zumindest einseitig aus dem Borstenkanal
(62) vorsteht und dieser Überstand des Borstenbündels (55) beim Spritzgießen in den
Bürstenkopf (20) eingegossen wird.
10. Verfahren gemäß Anspruch 9, gekennzeichnet durch Anschmelzen des Überstands des Borstenbündels (55) vor dem Spritzgießen, so dass
an dem Überstand eine Verdickung ausgebildet wird.
11. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Spritzgießwerkzeug (40) zumindest teilweise durch die Halteplatte (60) gebildet
wird.
12. Griffstück (10) zur Herstellung einer Bürste (1), insbesondere einer Zahnbürste, das
sich von einem hinteren Ende (12) in einer Erstreckungsrichtung (E) des Griffstücks
(10) zu einem vorderen Ende (14) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein das vordere Ende (14) des Griffstücks (10) umfassender, zusammenhängender vorderer
Bereich des Griffstücks (10) als Verbindungsbereich (16) zum Umgießen bei einem Anformen
eines Bürstenkopfes (20) ausgebildet ist, wobei der Querschnitt des Verbindungsbereichs
(16) in einer zur Erstreckungsrichtung (E) des Griffteils (10) senkrechten Schnittebene
eine "+"-Form, eine "V"-Form, eine "T"-Form, eine Dreiecksform, eine Rautenform oder
eine Form mit konkav gekrümmten Bereichen aufweist.
13. Griffstück (10) zur Herstellung einer Bürste (1), insbesondere einer Zahnbürste, das
sich von einem hinteren Ende (12) in einer Erstreckungsrichtung (E) des Griffstücks
(10) zu einem vorderen Ende (14) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein das vordere Ende (14) des Griffstücks (10) umfassender, zusammenhängender vorderer
Bereich des Griffstücks (10) als Verbindungsbereich (16) zum Umgießen bei einem Anformen
eines Bürstenkopfes (20) ausgebildet ist, wobei der Verbindungsbereich (16) von zumindest
einer Durchgangsöffnung (18) durchsetzt ist.
14. Griffstück nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Verbindungsbereich (16) über höchstens 2 cm oder höchstens 3 cm in Erstreckungsrichtung
(E) des Griffstücks (10) erstreckt.