[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Spülen von Spülgut in einer programmgesteuerten
Geschirrspülmaschine, bei dem aufeinander nachfolgend als Spülschritte ein Reinigen,
ein Zwischenspülen und ein Klarspülen durchgeführt werden, wobei der Spülschritt des
Reinigens mit einem Wassereinlauf beginnt, gefolgt von einer ersten Spülphase, einer
Wasseraufheizphase und einer zweiten Spülphase.
[0002] Programmgesteuerte Geschirrspülmaschinen, insbesondere Haushaltsgeschirrspülmaschinen,
sowie Verfahren zum Spülen von Spülgut in einer solchen Geschirrspülmaschine sind
aus dem Stand der Technik an sich gut bekannt, weshalb es eines gesonderten druckschriftlichen
Nachweises an dieser Stelle nicht bedarf.
[0003] Aus dem Stand der Technik vorbekannte Geschirrspülmaschinen verfügen typischerweise
über einen einen Spülraum bereitstellenden Spülbehälter. Dieser ist verwenderseitig
durch eine Beschickungsöffnung zugänglich, die mittels einer verschwenkbar gelagerten
Spülraumtür fluiddicht verschließbar ist. Im bestimmungsgemäßen Verwendungsfall dient
der Spülbehälter der Aufnahme von zu reinigendem Spülgut, bei dem es sich beispielsweise
um Geschirr, Besteckteile und/oder dgl. Handeln kann.
[0004] Zur Beaufschlagung von zu reinigendem Spülgut mit Wasser als Spülflüssigkeit, der
sogenannten Spülflotte, verfügt die Geschirrspülmaschine im Innenraum des Spülbehälters
über eine Sprüheinrichtung. Diese Sprüheinrichtung stellt verdrehbar gelagerte Sprüharme
zur Verfügung, wobei typischerweise zwei oder drei solcher Spüharme vorgesehen sind.
Im bestimmungsgemäßen Verwendungsfall erfolgt eine Beaufschlagung des zu reingenden
Spülguts mit Spülflotte mittels sich drehender Sprüharme.
[0005] Die Verfahrensdurchführung des Spülens von Spülgut erfolgt programmgesteuert. Zu
diesem Zweck stehen in der Regel eine Mehrzahl von vorgegebenen Spülprogrammen zur
Wahl, die verwenderseitig ausgewählt werden können. Nach Start des verwenderseitig
ausgewählten Spülprogamms läuft dieses bis zu seiner maschinenseitigen Beendigung
automatisch ab, ohne dass es eines weiteren verwenderseitigen Eingriffes bedarf.
[0006] Gemäß einem typischen aus dem Stand der Technik vorbekannten Programm wird ein gattungsgemäßes
Verfahren zum Spülen von Spülgut durchgeführt, bei dem aufeinander nachfolgend als
Spülschritte ein Reinigen, ein Zwischenspülen und ein Klarspülen durchgeführt werden.
Dabei dient der Spülschritt des Reinigens der eigentlichen Spülgutreinigung. Mit Beendigung
dieses Spülschrittes ist die zur Reinigung genutzt Spülflotte verschmutzt, weshalb
diese für eine weitere Verfahrensdurchführung auszutauschen ist, was im Spülschritt
des Zwischenspülens vorgenommen wird. Nach erfolgtem Spülflottenaustausch erfolgt
dann in einem letzten Spülschritt ein Klarspülen.
[0007] Der Spülschritt des Reinigens ist typischerweise in einzelne Spülphasen untergliedert.
Zu Beginn steht der Wassereinlauf. Dieser ist von einer ersten Spülphase gefolgt,
die auch als Vorspülen bezeichnet wird. Während dieser Spülphase erfolgt ohne die
Einschaltung einer Wasseraufheizvorrichtung ein Umwälzen der Spülflotte, mithin eine
Kaltwasserreinigung. Das Vorspülen dauert typischerweise zwischen 5 und 10 min.
[0008] Dem Vorspülen folgt eine Wasseraufheizphase nach. Innerhalb dieser Phase wird die
Spülflotte mittels einer maschinenseitig vorgesehenen Wasseraufheizvorrichtung auf
eine vorgegebene Zieltemperatur erhitzt, die beispielsweise zwischen 50°C und 55°C
beträgt.
[0009] Nach erfolgter Aufheizung der Spülflotte während der Wasseraufheizphase folgt eine
zweite Spülphase, die sogenannte Haltephase. Während dieser Spülphase wird ohne Einschaltung
der Wasseraufheizvorrichtung ein Umwälzen der zuvor aufgewärmten Spülflotte durchgeführt.
Diese zweite Spülphase dauert typischerweise länger als 60 min, vorzugsweise zwischen
60 min und 90 min.
[0010] Mit Beendigung der zweiten Spülphase endet auch der Spülschritt der Reinigung.
[0011] Obgleich sich die vorbeschriebene Verfahrensdurchführung zum Spülen von Spülgut in
der alltäglichen Praxis bewährt hat, besteht Verbesserungsbedarf. Es ist insbesondere
erwünscht, unter Beibehaltung des mit der Verfahrensdurchführung erreichten Spülergebnisses
Energie einzusparen. Es ist deshalb die
Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren der gattungsgemäßen Art dahingehend weiterzuentwickeln,
dass unter gleichzeitiger Beibehaltung des mit einer Verfahrensdurchführung erzielten
[0012] Spülergebnisses ein verminderter Energieverbrauch ermöglicht ist.
[0013] Zur
Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung vorgeschlagen ein Verfahren der vorstehend
genannten Art, das sich dadurch auszeichnet, dass bei einer vorgegebenen Zeitdauer
für den Spülschritt des Reinigens die Spüldauer der ersten Spülphase des Reinigens
länger als die Spüldauer der zweiten Spülphase des Reinigens gewählt wird.
[0014] Wie an sich aus dem Stand der Technik bekannt ist der Spülschritt des Reinigens erfindungsgemäß
in mehrere Spülphasen untergliedert. Zu Beginn steht der Wassereinlauf. Dieser ist
von einer ersten Spülphase gefolgt, die auch als Vorspülen bezeichnet wird. Während
dieser Spülphase erfolgt ohne die Einschaltung einer Wasseraufheizvorrichtung ein
Umwälzen der Spülflotte, mithin eine Kaltwasserreinigung. Dem Vorspülen folgt eine
Wasseraufheizphase nach. Innerhalb dieser Phase wird die Spülflotte, welche insbesondere
also bereits innerhalb der ersten Spülphase, dem Vorspülen, verwendet wurde, mittels
einer maschinenseitig vorgesehenen Wasseraufheizvorrichtung auf eine vorgegebene,
insbesondere für das ausgewählte Spülprogramm festgelegte, Zieltemperatur erhitzt,
die beispielsweise zwischen 50°C und 55°C betragen kann. Nach erfolgter Aufheizung
der Spülflotte während der Wasseraufheizphase folgt eine zweite Spülphase, die sogenannte
Haltephase. Während dieser Spülphase wird, insbesondere bei ausgeschalteter Wasseraufheizvorrichtung
ein Umwälzen der zuvor aufgewärmten Spülflotte durchgeführt. Mit Beendigung der zweiten
Spülphase endet auch der Spülschritt der Reinigung. Erst nach Beendigung der zweiten
Spülphase erfolgt insbesondere ein Abpumpen, also Verwerfen der seit dem zu Beginn
des Reinigungsschrittes erfolgten Wassereinlauf im Umwälzkreislauf befindlichen Spülflotte.
[0015] In Abkehr zur Verfahrensdurchführung nach dem Stand der Technik wird mit der Erfindung
eine Verfahrensdurchführung vorgeschlagen, wonach die zweite Spülphase des Reinigens,
d.h. die Haltephase kürzer als die erste Spülphase des Reinigens, d.h. das Vorspülen
gewählt wird. Es hat sich in überraschender Weise gezeigt, dass sich das Reinigungsergebnis
durch die Verlängerung des Vorspülens bei gleichzeitiger Verkürzung der Haltephase
nicht verschlechtert. Bislang war man davon ausgegangen, dass das Ergebnis der Reinigung
maßgeblich dadurch beeinflusst wird, dass der Spülschritt des Reinigens für eine vergleichsweise
lange Zeitdauer mit erhöhter Wassertemperatur durchgeführt wird. Aus diesem Grunde
ist mit der Verfahrensdurchführung nach dem Stand der Technik auch vorgesehen, dass
die zweite Spülphase wesentlich länger als die erste Spülphase durchgeführt wird.
Mit der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung wird nun Gegenteiliges vorgeschlagen.
Die erste Spülphase wird länger, insbesondere wesentlich länger als die zweite Spülphase
gewählt, d.h. die Zeitdauer des Reinigens mit zuvor aufgeheiztem Wasser wird im Unterschied
zum Stand der Technik deutlich reduziert. Trotz dieser Verkürzung der zweiten Spülphase
stellt sich aber kein schlechteres Reinigungsergebnis ein.
[0016] Die erfindungsgemäße Verfahrensdurchführung erbringt den Vorteil, dass es während
der vergleichsweise langen ersten Spülphase zu einem Erwärmen der umgewälzten Spülflotte
kommt, und zwar aufgrund der Umwälzung der Spülflotte während der längeren ersten
Spülphase, insbesondere durch die Verlustleistung der zur Umwälzung der Spülflotte
vorgesehenen Umwälzpumpe sowie durch Rohrreibung. Aufgrund dieser Effekte steht mit
Beendigung der ersten Spülphase eine Spülflotte, die bei einer Verfahrensdurchführung
der erfindungsgemäßen Art ca. 2°C wärmer ist als eine nach dem vorbekannten Verfahren
umgewälzte Spülflotte. Es wurde erkannt, dass dabei je °C Differenz zur herkömmlichen
Verfahrensdurchführung ca. 12 Wh Energie eingespart werden kann.
[0017] Aufgrund der nach der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung im Unterschied zum
Stand der Technik verkürzten Haltephase stellt sich ein weiterer Vorteil ein. Aufgrund
der Verkürzung der Haltephase erfolgt eine verminderte Abkühlung der zuvor auf die
Zieltemperatur während der Wasseraufheizphase aufgeheizten Spülflotte. Die verminderte
Abkühlung ergibt sich dadurch, dass die Spülflotte aufgrund der verkürzten Haltephase
weniger lang umgewälzt wird. Damit ist die Spülflotte mit Beendigung der zweiten Spülphase
bei der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung wärmer als bei einer Verfahrensdurchführung
nach dem Stand der Technik. Die mit der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung erreichbare
Temperaturdifferenz zur Verfahrensdurchführung nach dem Stand der Technik beträgt
beispielsweise 3°C.
[0018] Aufgrund der der nach der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung höheren Spülflottentemperatur
zum Ende des Reinigungsschrittes ergibt sich auch eine höhere Temperatur des von der
Spülflotte während der Reinigung umspülten Spülguts. Dies führt in vorteilhafter Weise
dazu, dass sich nach einem Austausch der Spüflotte im Zwischenspülen eine höhere Temperatur
in der ausgetauschten Spülflotte einstellt. Das nach der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung
am Ende der Reinigung wärmere Spülgut gibt dieses Mehr an Wärme an die im Zwischenspülen
neu eingeleitete Spülflotte ab, so dass am Ende des Zwischenspülens eine im Unterschied
zum Stand der Technik wärmere Spülflotte steht. Diese Temperaturdifferenz zum Stand
der Technik beträgt beispielsweise 2°C.
[0019] Die nach der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung am Ende des Zwischenspülens
im Unterschied zum Stand der Technik wärmere Spülflotte bewirkt, dass für das Aufheizen
der Spülflotte während des sich an das Zwischenspülen anschließenden Klarspülens weniger
Energie benötigt wird, um die für das Klarspülen benötigte Temperatur zu erzielen.
Aufgrund von Mitnahmeeffekten in den vorangegangenen Spülschritten werden pro °C wärmerer
Spülflotte ca. 18 W/h weniger Aufheizenergie benötigt. Bei einer Temperaturdifferenz
zur vorbekannten Verfahrensdurchführung von ca. 2°C macht dies ein Weniger an benötigter
Aufheizenergie von ca. 36 Wh aus.
[0020] Insgesamt wird mit der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung im Unterschied zum
Stand der Technik weniger Energie benötigt. Es ergibt sich eine Energieeinsparung,
und zwar zum einen am Ende der ersten Spülphase des Reinigens sowie zum anderen zum
Ende des Zwischenspülens. Die Energieeinsparung zum Ende der ersten Spülphase des
Reinigens ergibt sich aufgrund einer Erwärmung der Spülflotte durch längeres Umwälzen.
Die Energieeinsparung zum Ende des Zwischenspülens ist dadurch begründet, dass es
aufgrund einer verkürzten Haltephase während des Reinigens zu einer weniger starken
Abkühlung von Spülflotte und Spülgut kommt, was zu einer im Unterschied zum Stand
der Technik stärkeren Erwärmung der während des Zwischenspülens ausgetauschten Spülflotte
kommt. Beide Energieeinspareffekte zusammen genommen ergibt sich in Abhängigkeit des
gewählten Spülvorgangs ein Energieeinsparpotential von ca. 50 W/h.
[0021] Die mit einer erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung tatsächlich erzielte Energieeinsparung
ist natürlich abhängig von der Beladung der Geschirrspülmaschine. Die vorstehend beispielhaft
angegebenen Zahlenwerte beziehen sich auf eine 60 cm breite Geschirrspülmaschine bei
einer Beladung mit 14 Maßgedecken.
[0022] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass die während des Reinigens
der Spülflotte zugesetzte Reinigerchemie erst mit Beginn der Wasseraufheizphase freigesetzt
wird. Über die gesamte Dauer der ersten Spülphase erfolgt eine ausschließliche Verwendung
von Wasser als Spülflüssigkeit ohne Zugabe von Prozesschemikalien. Dies deshalb, weil
mit der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung eine vergleichsweise lange Vorspülzeit
vorgesehen ist, was bei einer Zugabe von Prozesschemikalien bereits mit Beginn des
Vorspülens zu einer Beeinträchtigung der zugegebenen Prozesschemikalien führen kann.
Für eine optimierte Ausnutzung der mit den zugegebenen Prozesschemikalien bewirkten
Effekte ist deshalb vorgesehen, dass eine Zugabe erst mit Beginn der Wasseraufheizphase
stattfindet.
[0023] Es ist gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgesehen, dass das Spüldauer-Verhältnis
von erster zu zweiter Spülphase zwischen 2:1 und 1,6:1, vorzugsweise zwischen 1,9:1
und 1,7:1 gewählt wird. Demnach ist vorgesehen, dass die Dauer der zweiten Spülphase
erheblich länger als die Dauer der ersten Spülphase ist. Je nach gewähltem Spülprogramm
und/oder Beladung der Geschirrspülmaschine kann vorgesehen sein, dass die erste Spülphase,
d.h. das Vorspülen doppelt so lang andauert wie die zweite Spülphase, d.h. die Haltephase.
[0024] Im Vergleich zu einer Verfahrensdurchführung nach dem Stand der Technik bleibt die
Zeitdauer für den Spülschritt des Reinigens insgesamt unverändert, insbesondere beträgt
diese weniger als 100 min, vorzugsweise 70 bis 90 min. Es ist erfindungsgemäß vielmehr
vorgesehen, das Verhältnis der Spülphasen umzukehren und die zweite Spülphase, d.h.
die Haltephase im Unterschied zum Stand der Technik deutlich zu verkürzen bei gleichzeitiger
Verlängerung der ersten Spülphase, d.h. des Vorspülens.
[0025] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass die Spüldauer der
ersten Spülphase zwischen 30 min und 50 min, vorzugsweise zwischen 35 min und 45 min,
und noch mehr bevorzugt 40 min beträgt. Sie beträgt dabei insbesondere mehr als 40%,
vorzugsweise mehr als 45% oder mehr als 50% der Spüldauer des gesamten Reinigungsschrittes,
bestehend aus erster Spülphase, d.h. Vorspülen, Wasseraufheizphase und zweiter Spülphase,
d.h. Haltephase.
[0026] Gemäß der Verfahrensdurchführung nach dem Stand der Technik beträgt die Spüldauer
der ersten Spülphase ca. zwischen 5 min und 10 min. In Abkehr zu diesem vorbekannten
Stand der Technik wird mit der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung eine sehr
viel längere erste Spülphase vorgeschlagen, die vorzugsweise 40 min beträgt, je nach
Beladezustand der Geschirrspülmaschine. Unter Beibehaltung einer gleichbleibenden
Spüldauer für den Spülschritt des Reinigens wird die zweite Spülphase entsprechend
verkürzt. Die zweite Spülphase hat insbesondere eine Dauer von 15 bis 35 min, vorzugsweise
eine Dauer zwischen 20 und 30 min.
[0027] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass die Wassertemperatur
mit Beendigung der ersten Spülphase ca. 2°C über der Wassereinlauftemperatur liegt.
Die Erwärmung der Wassertemperatur ohne Einschaltung einer maschinenseitigen Wasseraufheizvorrichtung
geschieht aufgrund von Rohrreibungsverlusten während der Wasserumwälzung sowie aufgrund
von Wärmeverlusten der für eine Umwälzung vorgesehenen Wärmepumpe. Bevorzugterweise
wird die Spüldauer der ersten Spülphase unter anderem auch danach bestimmt, inwieweit
es während der ersten Spülphase zu einer Wassertemperaturerwärmung gekommen ist. Gemäß
einem Ausführungsbeispiel wird die erste Spülphase somit beendet, sobald die Wassertemperatur
um einen vorgegebenen Wert, z.B. 2°C oberhalb der Wassereinlauftemperatur liegt. Dabei
ist bevorzugterweise vorgesehen, dass am Ende der ersten Spülphase eine Wassertemperaturerhöhung
um 2°C stattgefunden hat. In Abhängigkeit dieser Zielgröße kann die Spüldauer der
ersten Spülphase gewählt werden. Bei einer 60 cm breiten Geschirrspülmaschine beträgt
die Spüldauer der ersten Spülphase bei einer Bestückung mit 14 Maßgedecken ca. 40
min.
[0028] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
anhand der einzigen Figur, die in einem Diagramm schematisch einen Programmablauf
nach dem Stand der Technik einerseits und einen Programmablauf gemäß der Erfindung
andererseits zeigt.
[0029] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Diagrammdarstellung eine Verfahrensdurchführung
nach dem Stand der Technik gemäß Kurve 1 sowie eine Verfahrensdurchführung nach der
Erfindung gemäß Kurve 2 in dem Diagramm 1 ist die Temperatur T über die Zeit t abgetragen.
[0030] Die Verfahrensdurchführung nach dem Stand der Technik gemäß Kurve 1 beginnt zum Zeitpunkt
t
0 mit der Temperatur T
0. Der erste Spülschritt ist der des Reinigens R, der bis zur Zeit t
5 durchgeführt wird. Es folgt dann der Spülschritt des Zwischenspülens Z bis t
6. Mit Beendigung des Zwischenspülens Z folgt als letzter Spülschritt der Spülschritt
des Klarspülens K.
[0031] Der Spülschritt des Reinigens R ist in einzelne Spülphasen unterteilt. Nach dem Wassereinlauf
WE folgt zunächst eine erste Spülphase, das sogenannte Vorspülen V.
Dies endet ca. nach 5 min bis 10 min zum Zeitpunkt t
1. Es folgt dann eine Wasseraufheizphase WA bis zum Zeitpunkt t
2. Nach Abschluss der Wasseraufheizphase WA folgt eine zweite Spülphase, die sogenannte
Haltephase H, und zwar von t
2 bis t
5.
[0032] Während des Vorspülens V erwärmt sich das in die Maschine eingebrachte Wasser auf
eine Temperatur T
1. Während der sich dann anschließenden Wasseraufheizphase WA erfolgt eine Erwärmung
der Spülflotte durch eine maschinenseitige Wasseraufheizvorrichtung, und zwar auf
die Zieltemperatur T
2. In der sich anschließenden Haltephase H erfolgt keine Aufheizung mehr, so dass sich
die Wassertemperatur von T
2 auf T
3 verringert.
[0033] Mit Beendigung des Spülschritts des Reinigens R erfolgt während des Zwischenspülens
Z ein Austausch der verschmutzten Spülflotte, wobei die neu in die Maschine eingebrachte
Spülflotte aufgrund des noch warmen Spülguts aufgeheizt wird. Am Ende des Zwischenspülens
hat die Spülflotte eine Temperatur von T
4.
[0034] Im letzten Spülschritt erfolgt dann zum Zwecke des Klarspülens K eine erneute Aufheizung
der Spülflotte, und zwar auf eine Temperatur T
5.
[0035] Gemäß der Verfahrensdurchführung nach dem Stand der Technik beträgt die erste Spülphase,
d.h. das Vorspülen V üblicherweise 5 min bis 10 min. Die sich nach der Wasseraufheizphase
anschließende zweite Spülphase, die sogenannte Haltephase H beträgt nach dem Stand
der Technik typischerweise mehr als 60 min.
[0036] Nach der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung gemäß Kurve 2 ist vorgesehen, bei
unveränderter Dauer des Spülschritts des Reinigens R die Haltephase H zu verkürzen
und die Vorspülphase V zu verlängern. Es ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das
Vorspülen V bis zum Zeitpunkt t
3 andauert. Erst dann erfolgt die Wasseraufheizphase WA, bei der die zuvor zum Vorspülen
V eingesetzte Spülflotte mit einer Heizeinrichtung aufgeheizt wird. Zu diesem Zeitpunkt
t
3 hat die Spülflotte aufgrund der längeren Umwälzzeit im Unterschied zum Stand der
Technik eine höhere Temperatur erreicht, nämlich die Temperatur T
1'. Es ergibt sich insofern eine Temperaturdifferenz zur Verfahrensdurchführung nach
dem Stand der Technik gemäß ΔT
1.
[0037] Aufgrund der verkürzten Haltephase H nach der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung
kommt es nicht zu einer so starken Abkühlung, wie sich diese bei einer Verfahrensdurchführung
nach dem Stand der Technik einstellt. Am Ende der Reinigung, d.h. zum Zeitpunkt t
5 ergibt sich nach der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung eine Temperatur von
T
3' die größer als die Temperatur T
3 nach der Verfahrensdurchführung gemäß dem Stand der Technik ist. Es stellt sich hier
eine Temperaturdifferenz von ΔT
3 ein.
[0038] Aufgrund der höheren Temperatur am Ende der Reinigung R, die auch das Spülgut angenommen
hat, ergibt sich eine im Unterschied zum Stand der Technik stärkere Erwärmung der
im Zwischenspülen Z ausgetauschten Spülflotte. Am Ende des Zwischenspülens Z steht
deshalb eine gemäß der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung höhere Temperatur
T
4' der Spülflotte. Es ergibt hier im Unterschied zum Stand der Technik eine Temperaturdifferenz
von ΔT
4.
[0039] Die mit der erfindungsgemäßen Verfahrensdurchführung erzielten Temperaturdifferenzen
ΔT
1 und ΔT
4 bewirken in vorteilhafter Weise, dass im Unterschied zum Stand der Technik ein Weniger
an Energie aufgebracht werden muss, um die Zieltemperaturen T
2 bzw. T
5 zu erreichen. Dabei wird je °C bei der Temperaturdifferenz ΔT
1 ca. 12 W/h und bei der Temperaturdifferenz ΔT
4 ca. 18 W/h eingespart. Die höhere Einsparung bezüglich der Temperaturdifferenz ΔT
4 ergibt sich aufgrund von Energiemitnahmeeffekten in den dem Zwischenspülen vorgeschalteten
Spülphasen.
Bezugszeichen
[0040]
- 1
- Verfahrensdurchführung nach dem Stand der Technik
- 2
- Verfahrensdurchführung nach der Erfindung
- R
- Spülschritt Reinigen
- Z
- Spülschritt Zwischenspülen
- K
- Spülschritt Klarspülen
- WE
- Wassereinlauf
- V
- Vorspülphase (erste Spülphase)
- WA
- Wasseraufheizphase
- H
- Haltephase (zweite Spülphase)
- T
- Wassertemperatur
- T0
- Wassereinlauftemperatur
- t
- Zeit
1. Verfahren zum Spülen von Spülgut in einer programmgesteuerten Geschirrspülmaschine,
bei dem aufeinander nachfolgend als Spülschritte ein Reinigen (R), ein Zwischenspülen
(Z) und ein Klarspülen (K) durchgeführt werden, wobei der Spülschritt des Reinigens
(R) mit einem Wassereinlauf (WE) beginnt, gefolgt von einer ersten Spülphase (V),
einer Wasseraufheizphase (WA) und einer zweiten Spülphase (H),
dadurch gekennzeichnet, dass
bei einer vorgegebenen Zeitdauer für den Spülschritt des Reinigens (R) die Spüldauer
der ersten Spühlphase des Reinigens (V) länger als die Spüldauer der zweiten Spülphase
des Reinigens (H) gewählt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Spüldauer-Verhältnis von erster zu zweiter Spülphase (V, H) zwischen 2:1 und 1,6:1,
vorzugsweise zwischen 1,9:1 und 1,7:1 gewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Spüldauer der ersten Spülphase des Reinigens (V) zwischen 30 min und 50 min, vorzugsweise
zwischen 35 min und 45 min, noch mehr bevorzugt 40 min beträgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Wassertemperatur (T) mit Beendigung der ersten Spülphase des Reinigens (V) ca.
2°C über der Wassereinlauftemperatur (T0) liegt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Spüldauer der ersten Spülphase des Reinigens (V) in Abhängigkeit der Wassertempertur
(T) gewählt wird.