Druckeinrichtung und Verfahren zum Bedrucken eines Druckobjekts
[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckeinrichtung zum Bedrucken eines Druckobjekts, mit
einer Ausgabeeinrichtung, die zur Ausgabe von Farbtropfen an einer Austrittsoberfläche
ausgebildet ist, mit einer Aufnahmeeinrichtung für ein Druckobjekt, die für eine Relativbewegung
des Druckobjekts gegenüber der Ausgabeeinrichtung zur Durchführung des Druckvorgangs
ausgebildet ist und die gegenüberliegend zur Austrittsoberfläche angeordnet ist, um
eine kontaktlose Bereitstellung von Farbtropfen auf vorgebbare Oberflächenbereiche
des Druckobjekts zu ermöglichen. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Bedrucken
eines Druckobjekts.
[0002] Aus der
EP 2860036 A1 ist eine Druckeinrichtung zur Bedruckung einer Umfangsoberfläche eines Gegenstands
bekannt, wobei die Druckeinrichtung wenigstens zwei Druckköpfe aufweist, die jeweils
wenigstens eine Reihenanordnung von Farbdosierelementen, insbesondere Farbdüsen, umfassen,
die jeweils für eine individuelle vorgebbare Abgabe von Farbe auf den Gegenstand ausgebildet
sind. Dabei ist wenigstens einer der Druckköpfe beweglich längs einer Erstreckungsachse
der Farbdosierelemente an einem Druckkopfträger angeordnet, wobei dem beweglich gelagerten
Druckkopf eine elektrisch ansteuerbare Einstelleinrichtung für eine Einstellung einer
Relativposition gegenüber dem wenigstens einen weiteren Druckkopf zugeordnet ist.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Druckeinrichtung und ein Verfahren
zum Bedrucken eines Druckobjekts bereitzustellen, bei denen ein verbesserter Wirkungsgrad
für den Druckvorgang erzielt wird.
[0004] Diese Aufgabe wird für eine Druckeinrichtung der eingangs genannten Art mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Hierbei ist vorgesehen, dass der Ausgabeeinrichtung und/oder
der Aufnahmeeinrichtung eine Ladeanordnung zugeordnet ist, die für einen elektrischen
Ladungsfluss auf das Druckobjekt zur Erzeugung eines elektrischen Feldes gegenüber
der Ausgabeeinrichtung ausgebildet ist. Mit Hilfe der Ladeanordnung erfolgt eine elektrische,
insbesondere elektrostatische, Aufladung des Druckobjekts, wodurch ein elektrisches
Feld gegenüber der Ausgabeeinrichtung ausgebildet wird. Bei geeigneter Auswahl der
Feldstärke und Feldrichtung für dieses elektrische Feld wirkt auf die von der Ausgabeeinrichtung
bereitgestellten Farbtropfen eine Anziehungskraft, die eine Einflussnahme auf eine
Flugbahn des Farbtropfens zwischen der Ausgabeeinrichtung und dem Druckobjekt ermöglicht.
Die Flugbahn des Farbtropfens hängt zum einen von der Ausrichtung der Ausgabeeinrichtung
gegenüber dem Druckobjekt ab, ferner spielen einer oder mehrere Parameter aus der
Gruppe: Viskosität des Farbtropfens, Größe des Farbtropfens, Austrittsgeschwindigkeit
des Farbtropfens aus der Ausgabeeinrichtung, eine Rolle für die Flugbahn des Farbtropfens.
Darüber hinaus hat eine Relativbewegung des Druckobjekts gegenüber der Ausgabeeinrichtung
einen erheblichen Einfluss auf die Flugbahn des Farbtropfens.
[0005] Ergänzend oder alternativ dient die Aufladung des Druckobjekts dazu, beim Tropfenabriss
des Farbtropfens von der Ausgabeeinrichtung entstehende Mikrotröpfchen, die auch als
Mikrosatelliten bezeichnet werden, auf das Druckobjekt zu lenken und somit zu verhindern,
dass sich diese Mikrotröpfchen an anderer Stelle niederschlagen. Zumindest bei Betrachtung
längerer Zeiträume kann sich ohne die Aufladung des Druckobjekts ein unerwünschter
Farbniederschlag durch die Mikrotröpfchen bilden, der dann gegebenenfalls entfernt
werden muss. Mit der Aufladung des Druckobjekts wird ein an der Ausgabeeinrichtung
durch die Mikrotröpfchen gebildeter Farbnebel minimiert, da die Mikrotröpfchen auf
das Druckobjekt gelenkt werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Mikrotröpfchen
so klein sind, dass sie keinen Einfluss auf die Druckqualität der Bedruckung auf dem
Druckobjekt haben.
[0006] Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Druckvorgang in einem nicht evakuierten,
gasgefüllten, insbesondere luftgefüllten, Raumvolumen stattfindet. Durch aerodynamische
Effekte aufgrund der Relativbewegung des Druckobjekts in dem Gasvolumen und gegenüber
der üblicherweise ruhend angeordneten Ausgabeeinrichtung treten Ablenkungskräfte auf
den Farbtropfen auf, die gegebenenfalls zu einer unerwünschten Veränderung einer Auftreffposition
des Farbtropfens auf dem Druckobjekt führen. Hierbei ist zum einen der Luftwiderstand
des Farbtropfens von Bedeutung, der möglicherweise zu einer Deformation des Farbtropfens
auf der Flugbahn und dadurch zu einer Veränderung der Flugbahn führt.
[0007] Darüber hinaus spielen aerodynamische Effekte an der Oberfläche des Druckobjekts
eine Rolle, die auch als Grenzflächeneffekte bezeichnet werden. Bei einer vereinfachten
Betrachtung dieser Grenzflächeneffekte wird davon ausgegangen, dass Gasteilchen der
Gasatmosphäre, die das Druckobjekt umgibt, unmittelbar benachbart zur Oberfläche des
Druckobjekts die gleiche Geschwindigkeit wie die Oberfläche des Druckobjekts und somit
keine Differenzgeschwindigkeit aufweisen. Mit zunehmendem Abstand vom Druckobjekt
nimmt die Differenzgeschwindigkeit der Gasteilchen zu. Beispielhaft wird davon ausgegangen,
dass eine Gasschicht, die die Außenoberfläche des Druckobjekts unmittelbar umgibt,
zumindest nahezu mit der Umfangsgeschwindigkeit um eine Drehachse bewegt wird, mit
der auch die Außenoberfläche des Druckobjekts um diese Drehachse bewegt wird. Bei
zunehmendem Abstand gegenüber der Außenoberfläche des Druckobjekts nimmt die Differenzgeschwindigkeit
für die Gasteilchen gegenüber der Außenoberfläche des Druckobjekts zu. Selbst bei
einem geringen Abstand der Ausgabeeinrichtung gegenüber dem Druckobjekt, der exemplarisch
im Bereich von 1 mm bis 5mm liegen kann, wirkt sich der Geschwindigkeitsgradient innerhalb
der Gasschicht, die das Druckobjekt umgibt, auf die Flugbahn des Farbtropfens aus.
Hierdurch wird eine unerwünschte Ablenkung des Farbtropfens von seiner ursprünglich
vorgesehenen Auftreffposition auf das Druckobjekt bewirkt.
[0008] Durch die Einwirkung des elektrischen Feldes auf den Farbtropfen können die unerwünschten
Ablenkungswirkungen der Gasschicht zumindest weitgehend kompensiert werden, so dass
eine verbesserte Positionsgenauigkeit für die Platzierung der Farbtropfen auf der
Außenoberfläche des Druckobjekts erreicht werden kann. Ergänzend oder alternativ können
die beim Tropfenabriss des Farbtropfens von der Ausgabeeinrichtung entstehenden Mikrotröpfchen
zumindest teilweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig, auf das Druckobjekt
gelenkt werden und schlagen sich nicht an anderer Stelle nieder. Vorzugsweise ist
vorgesehen, dass die Ladeanordnung für eine elektrostatische Aufladung des Druckobjekts
ausgebildet ist, wobei diese elektrostatische Aufladung zumindest über einen gewissen
Zeitraum ohne weitere Zufuhr von elektrischen Ladungen auf das Druckobjekt aufrecht
erhalten werden kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Druckobjekt als
elektrischer Isolator, insbesondere aus einem Kunststoffmaterial, ausgebildet ist.
[0009] Ergänzend oder alternativ kann vorgesehen sein, dass die Ausgabeeinrichtung und das
Druckobjekt, insbesondere während des Druckvorgangs, in der Art eines Kondensators
mit einem elektrischen Gleichfeld oder einem elektrischen Wechselfeld beaufschlagt
werden, wodurch ebenfalls eine elektrische Feldwirkung auf den Farbtropfen ausgeübt
werden kann, die für eine verbesserte Positionierung des Farbtropfens auf der Außenoberfläche
des Druckobjekts sorgt. Hierbei ist es vorteilhaft, wenn das Druckobjekt aus einem
elektrisch leitenden Material hergestellt ist, eine derartige Vorgehensweise kann
bei geeigneter Auswahl der angelegten elektrischen Spannungen jedoch auch für ein
Druckobjekt aus einem elektrisch isolierenden Material vorgesehen werden.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Zweckmäßig ist es, wenn die Ausgabeeinrichtung als Tintenstrahldruckeinrichtung ausgebildet
ist, die an der Ausgabeoberfläche eine oder mehrere, vorzugsweise längs einer geraden
Linie, insbesondere in regelmäßiger Teilung, angeordnete Austrittsdüsen aufweist.
Bei einer Tintenstrahldruckeinrichtung werden feine Farbtropfen einer Tintenstrahldruckfarbe
mit Hilfe eines Druckkopfes, vorzugsweise senkrecht zu einer Austrittsoberfläche,
in eine Umgebung ausgegeben oder ausgetragen. Hierzu weist der Druckkopf eine Fördereinrichtung
ein, bei der es sich insbesondere um eine oder mehrere piezoelektrische Pumpen handeln
kann, wobei vorzugsweise vorgesehen ist, dass eine elektrische Ansteuerung der Pumpe(n)
durch eine Steuereinrichtung erfolgt, die elektrische Spannungen im Bereich von mehreren
1000 Volt bereitstellen kann.
[0012] Die bei einem Pumpenhub ausgetragene Farbmenge wird durch eine geeignet geformte
Austrittsdüse in die Umgebung abgegeben und bewegt sich ohne äußere Einflüsse längs
einer geradlinigen Flugbahn. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass eine zu bedruckende
Außenoberfläche des Druckobjekts quer zur Flugbahn ausgerichtet ist. Dementsprechend
würde der Farbtropfen unter idealen Bedingungen und ohne äußere Einflüsse in Normalenrichtung
auf der Außenoberfläche des Druckobjekts auftreffen.
[0013] Da jedoch in der Praxis vom Vorhandensein von äußeren Einflüssen wie beispielsweise
den vorstehend beschriebenen aerodynamischen Effekten ausgegangen werden muss, ist
es vorteilhaft, wenn diese äußere Einflüsse zumindest teilweise durch zusätzlich auf
den Farbtropfen wirkende Kräfte ausgeglichen oder kompensiert werden können. Diese
zusätzlichen Kräfte werden durch das elektrostatische oder elektrodynamische Feld
bereitgestellt, das von der Ladeanordnung am Druckobjekt angelegt wird. Hierbei ist
insbesondere zu beachten, dass eine Austrittsgeschwindigkeit des Farbtropfens an der
Austrittsdüse der Ausgabeeinrichtung nur innerhalb eines gewissen Geschwindigkeitsfensters
liegen kann, da bei zu geringer Austrittsgeschwindigkeit keine zuverlässige Ablösung
des Farbtropfens von der Ausgabeeinrichtung erfolgt und bei zu hoher Austrittsgeschwindigkeit
möglicherweise eine unerwünschte Zerstäubung des Farbtropfens eintritt, wodurch ein
präziser Druckvorgang behindert wird. Dementsprechend kann allein durch die Variation,
insbesondere die Erhöhung, der Austrittsgeschwindigkeit nicht davon ausgegangen werden,
ein vorteilhaftes Druckbild zu erzielen.
[0014] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Aufnahmeeinrichtung
einen drehbeweglich um eine Längsachse gelagerten, insbesondere angetriebenen, Aufnahmedorn
oder Druckobjekthalter aufweist, der zur Aufnahme oder Halterung des Druckobjekts
ausgebildet ist. Vorzugsweise ist die Längsachse der Aufnahmeeinrichtung parallel
zur Austrittsoberfläche der Ausgabeeinrichtung angeordnet. Besonders bevorzugt verläuft
die Längsachse der Aufnahmeeinrichtung parallel zu einer Anordnung von Austrittsdüsen
der Ausgabeeinrichtung. Die Aufnahmeeinrichtung ist zur drehbeweglichen Aufnahme von
Druckobjekten vorgesehen. Die Druckobjekte sind vorzugsweise als zylinderhülsenförmige
Behälterrohlinge, insbesondere als Aerosoldosenrohlinge, ausgebildet. Vorteilhaft
ist es, wenn eine Rotationssymmetrieachse der Druckobjekte koaxial zur Längsachse
der Aufnahmeeinrichtung ausgerichtet ist, wenn das Druckobjekt an der Aufnahmeeinrichtung
aufgenommen ist. Typische Ausführungsformen für die Aufnahmeeinrichtung sind Aufnahmedorne,
auf die die Druckobjekte aufgeschoben werden können, oder Spannfutter, in die die
Druckobjekte zumindest bereichsweise eingeschoben werden können. Bei einem Spannfutter
ist eine Einleitung von Spannkräften auf einen Oberflächenbereich einer Außenoberfläche
des Druckobjekts vorgesehen, der dann allerdings nicht bedruckt werden kann.
[0015] Vorteilhaft ist es, wenn die Ladeanordnung für eine kontaktlose oder kontaktbehaftete
Bereitstellung von elektrischen Ladungen an das Druckobjekt ausgebildet ist. Bevorzugt
ist die Ladeanordnung für eine kontaktlose Bereitstellung elektrischer Ladungen an
das Druckobjekt ausgebildet, da hierdurch eine im Regelfall unerwünschte mechanische
Wechselwirkung zwischen Ladeanordnung und Druckobjekt vermieden werden kann. Sofern
eine kontaktbehaftete Bereitstellung von elektrischen Ladungen an das Druckobjekt
vorgesehen sein sollte, kann die Ladungsübertragung beispielsweise über Kontaktwalzen
oder Kontaktbürsten erfolgen.
[0016] Bevorzugt sind die Ausgabeeinrichtung und die Ladeanordnung als Bearbeitungsstationen
an einem Maschinengestell angeordnet, wobei dem Maschinengestell mehrere beweglich
gelagerte Aufnahmeeinrichtungen zugeordnet sind, die für einen, insbesondere diskontinuierlichen,
Transport von Druckobjekten zwischen den Bearbeitungsstationen längs eines, insbesondere
kreisabschnittsförmigen, Bewegungswegs ausgebildet sind. Bei dem Maschinengestell
handelt es sich vorzugsweise um einen Maschinenrahmen einer Druckmaschine, an der
mehrere Bearbeitungsstationen zur Bearbeitung des Druckobjekts vorgesehen sind. Dabei
umfassen die Bearbeitungsstationen auch die Ausgabeeinrichtung und die Ladeanordnung
und gegebenenfalls zusätzliche Einrichtungen und/oder Anordnungen, die zur Vorbereitung
des Druckobjekts auf den Druckvorgang und/oder zur Weiterbearbeitung des Druckobjekts
nach dem Druckvorgang ausgebildet sind. Für einen Transport der Druckobjekte zwischen
den Bearbeitungsstationen sind mehrere Aufnahmeeinrichtungen vorgesehen, die insbesondere
an einem gemeinsamen, drehbeweglich gelagerten, Werkstückrundtisch angeordnet sind,
der mit einem Drehantrieb versehen ist. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der Drehantrieb
eine diskontinuierliche Bewegung, insbesondere eine Drehschrittbewegung, des Werkstückrundtischs
und damit der Aufnahmeeinrichtungen durchführt. Somit können die Aufnahmeeinrichtungen
entlang eines kreisabschnittsförmigen Bewegungswegs zwischen den einzelnen Bearbeitungsstationen,
die vorzugsweise in gleicher Winkelteilung und gleichem radialen Abstand zu einer
Drehachse des Drehantriebs angeordnet sind, bewegt werden. Bei dem Drehantrieb kann
es sich beispielsweise um einen elektrischen Direktantrieb mit einem ortsfest am Maschinengestell
angebrachten Stator und einem drehbeweglich gegenüber dem Stator gelagerten, insbesondere
im Werkstückrundtisch integrierten, Rotor handeln, der durch Aufladung mit elektrischer
Energie die gewünschte Drehbewegung um eine vorzugsweise vertikal ausgerichtete Drehachse
vollführt.
[0017] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Ladeanordnung
längs des Bewegungswegs stromaufwärts vor der Ausgabeeinrichtung angeordnet ist und
dass längs des Bewegungswegs stromaufwärts vor der Ladeanordnung eine Neutralisierungsanordnung
angeordnet ist, die für eine Neutralisierung elektrischer Aufladungen des Druckobjekts
ausgebildet ist. Mit Hilfe der Neutralisierungsanordnung wird durch die vorzugsweise
vollständige elektrische Entladung vor dem Transport des jeweiligen Druckobjekts zur
Ladeanordnung sichergestellt, dass bei dem nachfolgenden Schritt der Aufbringung elektrischer
Ladungen auf das Druckobjekt durch die Ladeanordnung ein gewünschtes Ladungsniveau
zuverlässig erreicht werden kann. Darüber hinaus können auch dem Druckvorgang vorgelagerte
Bearbeitungsschritte am Druckobjekt von einem neutralen Druckobjekt profitieren, bevor
dieses durch die Ladeanordnung zur vorteilhaften Durchführung des Druckvorgangs elektrisch
aufgeladen wird.
[0018] Vorteilhaft ist es, wenn eine Sensoranordnung zur Erfassung einer elektrostatischen
Aufladung des Druckobjekts längs des Bewegungswegs nach der Ladeanordnung angeordnet
ist und zur Bereitstellung eines aufladungsabhängigen Sensorsignals ausgebildet ist,
wobei die Ladeanordnung eine Steuereinrichtung umfasst, die für eine Aufladung des
Druckobjekts in Abhängigkeit von einem Signalpegel des Sensorsignals ausgebildet ist.
Die Sensoranordnung ist vorzugsweise zur Ermittlung einer elektrischen Potenzialdifferenz
zwischen einer Außenoberfläche des Druckobjekts und einem elektrischen Bezugspotential
ausgebildet und stellt ein von dieser Potentialdifferenz abhängiges Sensorsignal bereit.
Dieses Sensorsignal wird von einer Steuereinrichtung verarbeitet, um in Abhängigkeit
von der vorliegenden Potentialdifferenz eine Beaufschlagung nachfolgender Druckobjekte
mit einer geeigneten elektrischen Ladungsmenge zu ermöglichen. Exemplarisch erfolgt
eine Bereitstellung elektrischer Energie von der Steuereinrichtung an die Ladeanordnung
in Abhängigkeit von dem Sensorpegel des bereitgestellten Sensorsignals, um dadurch
eine vorteilhafte Krafteinwirkung auf die Farbtropfen durch das bereitgestellte elektrische
Feld zu bewirken.
[0019] Zweckmäßig ist es, wenn die Aufnahmeeinrichtung mit Isolationsmitteln für eine elektrisch
isolierte Aufnahme des Druckobjekts ausgebildet ist. Dies ist dann von Interesse,
wenn das Druckobjekt aus einem elektrisch leitenden Material hergestellt ist und gegenüber
der Aufnahmeeinrichtung keine eigene elektrische Isolation wie beispielsweise eine
Innenlackierung aufweist. Durch die Isolationsmittel wird bei einem Kontakt des Druckobjekts
mit der Aufnahmeeinrichtung ein unerwünschter Ladungsfluss von elektrischen Ladungen
verhindert, durch den eine Schwächung des elektrischen Feldes gegenüber der Ausgabeeinrichtung
bewirkt würde.
[0020] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Bearbeitungsstationen
und die Aufnahmeeinrichtungen in einem Raumvolumen aufgenommen sind, das durch Begrenzungswände
begrenzt und von einer Umgebung abgetrennt ist und in dem eine konstante Raumtemperatur
und/oder ein vorgebbarer Überdruck gegenüber der Umgebung vorliegt. Hierdurch können
reproduzierbare Bedingungen für den Druckvorgang gewährleistet werden. Neben einer
Steuerung oder Regelung der Raumtemperatur und/oder des vorgebbaren Überdrucks kann
auch eine Einflussnahme auf eine im Raumvolumen vorherrschende Gaszusammensetzung
und/oder eine Einflussnahme auf einen im Raumvolumen vorherrschenden Feuchtigkeitsanteil
in der typischerweise gasförmigen Atmosphäre im Raumvolumen genommen werden.
[0021] Bevorzugt ist vorgesehen, dass längs des Bewegungswegs nach der Ausgabeeinrichtung
eine Endladeanordnung zur elektrischen Neutralisierung des an der Aufnahmeeinrichtung
aufgenommenen Druckobjekts angeordnet ist. Die Aufgabe der Endladeanordnung besteht
darin, möglicherweise nach Beendigung des Druckvorgangs verbliebene elektrische Ladungen
auf dem Druckobjekt zumindest weitestgehend zu beseitigen, um eine ungestörte Weiterverarbeitung
des Druckobjekts zu ermöglichen. Die Endladeanordnung kann für eine kontaktbehaftete
oder vorzugsweise für eine kontaktlose Entladung des Druckobjekts ausgebildet sein.
[0022] Die Aufgabe der Erfindung wird auch durch ein Verfahren gelöst, wie es im Anspruch
11 angegeben ist. Dabei umfasst das Verfahren die Schritte: Bereitstellen eines Druckobjekts
an einer Zufuhrstation und Aufnehmen des Druckobjekts an einer Aufnahmeeinrichtung
an der Zufuhrstation, elektrostatisches Aufladen eines Druckobjekts, das an der Aufnahmeeinrichtung
aufgenommen ist, mit einer Ladeanordnung, die kontaktlos einen Ladungsstrom an das
Druckobjekt bereitstellt, Bewegen des Druckobjekts von der Ladeanordnung zu einer
Ausgabeeinrichtung, Bedrucken einer Außenoberfläche des Druckobjekts mit Farbtropfen,
die an einer dem Druckobjekt gegenüberliegenden Austrittsoberfläche der Ausgabeeinrichtung
kontaktlos gezielt an das Druckobjekt abgegeben werden während einer, insbesondere
rotierenden, Relativbewegung des Druckobjekts gegenüber der Ausgabeeinrichtung, Bewegen
des Druckobjekts zu einer Abfuhrstation und Abnehmen des Druckobjekts von der Aufnahmeeinrichtung
an der Transportstation.
[0023] In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass das Druckobjekt zwischen
der Zufuhrstation und der Abfuhrstation längs eines, insbesondere kreisbogenabschnittsförmigen,
Bewegungswegs mit einer, insbesondere intermittierenden, Förderbewegung bewegt wird
und dass längs des Bewegungswegs stromaufwärts vor der Ladeanordnung eine Neutralisierung
von elektrischen Ladungen auf dem Druckobjekt mittels einer Neutralisierungsanordnung
durchgeführt wird.
[0024] In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass nach der Durchführung
des Druckvorgangs stromabwärts längs des Bewegungswegs eine elektrische Neutralisierung
des Druckobjekts mit einer Neutralisierungsanordnung vorgenommen wird.
[0025] In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass vor der Durchführung
des Druckvorgangs und/oder während der Durchführung des Druckvorgangs und/oder nach
der Durchführung des Druckvorgangs eine Ermittlung einer elektrostatischen Aufladung
des Druckobjekts vorgenommen wird und dass eine Bereitstellung von elektrischen Ladungen
von der Ladeanordnung an das Druckobjekt in Abhängigkeit von einer ermittelten elektrostatischen
Aufladung des Druckobjekts vorgenommen wird.
[0026] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
Dabei zeigt:
Figur 1 eine schematische Draufsicht auf eine Druckmaschine mit einem drehbeweglich
gelagerten Werkstückrundtisch und mehreren Arbeitsstationen zur Bedruckung und Inspektion
von zylindrischen Gegenständen,
Figur 2 eine schematische Vorderansicht einer als Druckstation ausgebildeten Arbeitsstation
der Druckmaschine,
Figur 3 eine schematische Vorderansicht einer als Ladestation für eine kontaktlose
Bereitstellung elektrischer Ladungen an das Druckobjekt ausgebildeten Arbeitsstation
der Druckmaschine,
Figur 4 eine schematische Vorderansicht einer als Ladestation für eine kontaktbehaftete
Bereitstellung elektrischer Ladungen an das Druckobjekt ausgebildeten Arbeitsstation
der Druckmaschine, und
Figur 5 eine schematische Vorderansicht einer als Neutralisierungsanordnung für eine
kontaktlose Neutralisierung von elektrischen Ladungen auf dem Druckobjekt ausgebildeten
Arbeitsstation der Druckmaschine.
[0027] Eine in der Figur 1 dargestellte Druckmaschine 1 umfasst einen drehbar um eine Drehachse
2 an einem nicht näher dargestellten Maschinengestell gelagerten Werkstückrundtisch
3 und mehrere, exemplarisch jeweils paarweise am Werkstückrundtisch 3 angebrachte,
als Aufnahmeeinrichtungen dienende Werkstückaufnahmen 4. Die Werkstückaufnahmen 4
sind mit nicht dargestellten Antriebsmitteln um Rotationsachsen 5 individuell drehbar
gelagert. Die Werkstückaufnahmen 4 sind zur Aufnahme von hülsenförmigen, insbesondere
als Aerosoldosenrohlinge oder Tubenrohlinge ausgebildeten, zumindest im Wesentlichen
mit kreiszylindrischem Querschnitt ausgebildeten Gegenständen 6 vorgesehen. Vorzugsweise
sind die Werkstückaufnahmen 4 als Dorne ausgebildet, auf die die als Hohlkörper, insbesondere
als einseitig geschlossene Hohlzylinder, ausgebildeten und auch als Druckobjekte bezeichneten
Gegenstände 6 aufgesteckt werden können. Exemplarisch wird davon ausgegangen, dass
jeder der Werkstückaufnahmen 4 ein eigener, separat elektrisch ansteuerbarer und nicht
dargestellter Antriebsmotor zugeordnet ist, der eine Drehbewegung der jeweiligen Werkstückaufnahme
4 um die jeweilige Rotationsachse 5 ermöglicht. Diese Möglichkeit zur, insbesondere
geregelten, Rotation der jeweiligen Werkstückaufnahme 4 wird insbesondere bei der
Durchführung des Druckvorgangs genutzt.
[0028] In einem von den Werkstückaufnahmen 4 bei einer Drehbewegung des Werkstückrundtischs
3 um die Drehachse 2 überstrichenen ringabschnittsförmigen Bereich, der als Bewegungsweg
7 bezeichnet werden kann und der sich in radialer Richtung um den Werkstückrundtisch
3 erstreckt, sind mehrere Arbeitsstationen 8 bis 18 angeordnet, die zu einer Bearbeitung
und/oder Prüfung der transportierten Gegenstände 6 ausgebildet sind. Da es sich bei
der Ansicht gemäß der Figur 1 um eine Draufsicht handelt und die Arbeitsstationen
9 bis 17 üblicherweise in vertikaler Richtung oberhalb der Werkstückaufnahmen 4 angeordnet
sind, werden die Arbeitsstationen 9 bis 17 nur in gestrichelter Darstellung gezeigt.
[0029] Die Arbeitsstation 8 ist eine auch als Zufuhrstation bezeichnete Beladestation, an
der die zylindrischen Gegenstände 6 exemplarisch paarweise auf die Werkstückaufnahmen
4 durch eine geeignete Transporteinrichtung 19, die mit einem nicht näher dargestellten
Fördersystem für die zylindrischen Gegenstände 6 gekoppelt ist, aufgeschoben werden.
[0030] An der Arbeitsstation 9 ist eine Neutralisierung von elektrischen Ladungen vorgesehen,
die möglicherweise an einer Außenoberfläche 25 des Gegenstands 6 vorliegen. Dementsprechend
umfasst die Arbeitsstation 9 eine in der Figur 5 näher dargestellte Neutralisierungsanordnung
49, mit der die Entladung des Gegenstands 6 durchgeführt werden kann. Exemplarisch
umfasst die Neutralisierungsanordnung 49 zwei beabstandet voneinander an einem Grundkörper
50 angeordnete Elektroden 51, 52, an die von einer Steuereinrichtung 53 jeweils ein
elektrisches Wechselfeld angelegt wird. Dabei sind eine elektrische Spannung und eine
Frequenz des elektrischen Wechselfelds in einer Weise auf den Abstand der Elektroden
51, 52 abgestimmt, dass im Umfeld der Elektroden 51, 52 vorhandenes Gas, insbesondere
Luft, ionisiert werden kann und darüber einen Ladungsausgleich mit den an elektrischen
Ladungen, die an der Außenoberfläche 25 des Gegenstands 6 vorliegen, stattfinden kann.
Der nunmehr elektrisch neutrale Gegenstand 6 wird anschließend längs des Bewegungswegs
7 zur nachfolgenden Arbeitsstation 10 gefördert.
[0031] Stromabwärts längs des Bewegungswegs 7 ist nachfolgend zur Arbeitsstation 9 die Arbeitsstation
10 vorgesehen, bei der es sich exemplarisch um eine Reinigungsanordnung handelt. Beispielhaft
ist die Reinigungsstation als Absaugeinrichtung ausgebildet, die für eine kontaktlose
Absaugung der Außenoberfläche 25 des Gegenstands 6 ausgebildet ist.
[0032] An der stromabwärts längs des Bewegungswegs 7 nachgelagert zur Arbeitsstation 10
angeordneten Arbeitsstation 11 erfolgt eine optische Abtastung der zylindrischen Gegenstände
6, um eine rotatorische Position der zylindrischen Gegenstände 6 zu bestimmen, beispielsweise
um eine korrekte rotatorische Ausrichtung der zylindrischen Gegenstände 6 für einen
an der Arbeitsstation 12 erfolgenden Druckvorgang zu gewährleisten. Dies ist insbesondere
dann von Bedeutung, wenn die zu bedruckende Oberfläche der Gegenstände 6 mit Merkmalen
versehen ist, die mit dem aufzubringenden Druckbild in vorgegebener Weise in Passung
stehen sollen. Bei diesen Merkmalen kann es sich beispielsweise um lokale Ein- und/oder
Ausprägungen (Embossing) in und/oder aus der Oberfläche des Gegenstands 6 und/oder
um vorbedruckte Bereiche handeln, die ihrerseits als Grundierung für die nachfolgende
Bedruckung dienen sollen.
[0033] Nachfolgend zur Arbeitsstation 11 ist stromabwärts des Bewegungswegs 7 die als Ladeanordnung
30 ausgebildete Arbeitsstation 12 angeordnet, an der eine gezielte, vorzugsweise gesteuerte,
insbesondere geregelte, elektrische Aufladung des Gegenstands 6 mit elektrischen Ladungen
vorgenommen wird. Hierzu umfasst die in der Figur 3 schematisch dargestellte Ladeanordnung
30 eine Steuereinrichtung 31 sowie eine Ladeelektrode 32. Die Steuereinrichtung 31
ist über eine Verbindungsleitung 33 mit der Ladeelektrode 32 verbunden und kann gegebenenfalls
zusätzlich mit einer weiteren Verbindungsleitung 35 mit dem Werkstückrundtisch 3 verbunden
werden. Ferner umfasst die Steuereinrichtung 31 einen Sensoreingang 34, an dem ein
Signalpegel eines nachstehend näher beschriebenen Sensormittels 40 elektrisch angeschlossen
werden kann, das für eine Erfassung einer elektrischen Aufladung des Gegenstands 6
ausgebildet ist. Exemplarisch ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung 31 die Ladeelektrode
32 derart mit elektrischer Energie beaufschlagt, dass die Ladeelektrode 32 in Richtung
des Gegenstands 6 negative Ladungen abgibt, die sich an der Außenoberfläche 24 des
Gegenstands 6 niederschlagen und dort für eine negative elektrostatische Aufladung
sorgen. Unterstützend kann vorgesehen sein, dass von der Steuereinrichtung 31 mittels
der Verbindungsleitung 35 ein elektrisches Potenzial an den Werkstückrundtisch 3 angelegt
wird, das einer verbesserten statischen Aufladung des Gegenstands 6 dient.
[0034] Während die in Figur 3 dargestellte Ladeanordnung 30 für eine kontaktlose Bereitstellung
von elektrischen Ladungen an den Gegenstand 6 ausgebildet ist, sind bei der in Figur
4 dargestellten alternativen Ausführungsform einer Ladeanordnung 60 flexible Elektroden
61 an der Ladeelektrode 62 vorgesehen, die für eine kontaktbehaftete Übertragung von
elektrischen Ladungen auf den Gegenstand 6 vorgesehen sind. In der Figur 4 werden
für funktionsgleiche Komponenten die gleichen Bezugszeichen wie in der Figur 3 verwendet.
Je nach Einsatzfall kann eine der beiden Ladeanordnungen 30, 60 für die statische
Aufladung des Gegenstands 6 vorgesehen werden.
[0035] Der nunmehr statisch aufgeladene Gegenstand 6 wird im Zuge einer weiteren Drehschrittbewegung
des Werkstückrundtischs 3 um die Drehachse 2 zur Arbeitsstation 13 bewegt, um mit
Hilfe der in Figur 2 näher dargestellten Druckeinrichtung 21 bedruckt zu werden. Hierbei
ist vorgesehen, dass der exemplarisch mit kreiszylindrischem Querschnitt ausgebildete
Gegenstand 6 eine Rotationsbewegung um die in Figur 1 dargestellte Rotationsachse
5 durchführt und während der Rotationsbewegung durch einen in der Figur 2 schematisch
dargestellten Druckkopf 22, bei dem es sich exemplarisch um einen Tintenstrahldruckkopf
handelt, bedruckt werden kann. Während des Druckvorgangs werden vom Druckkopf 22,
der exemplarisch in einem Abstand von 1 mm bis 5 mm von der Oberfläche des Gegenstands
6 angeordnet ist und der von einer Drucksteuereinrichtung 24 mit elektrischen Signalen
angesteuert wird, nicht näher dargestellte Farbtropfen ausgegeben. Vorzugsweise sind
die ebenfalls nicht näher dargestellten, an einer Austrittsoberfläche 23 ausmündenden
Austrittsdüsen des Druckkopfs 22 derart ausgerichtet, dass die Farbtropfen zumindest
nahezu senkrecht zur Außenoberfläche 25 des Gegenstands 6 ausgegeben werden. Allerdings
treten bei der Rotation des Gegenstands 6 um die Rotationsachse 5 aerodynamische Wechselwirkungen
zwischen der den Gegenstand 6 umgebenden Atmosphäre und dem Gegenstand 6 auf. Diese
Wechselwirkungen führen zu einer, insbesondere in tangentialer Richtung zur Außenoberfläche
25 des Gegenstands 6 gerichteten, Ablenkung der Farbtropfen. Um diese Ablenkung der
Farbtropfen möglichst gering zu halten ist die elektrostatische Aufladung des Gegenstands
6 vorgesehen, wobei durch das elektrische Feld bewirkte Anziehungskräfte auf die Farbtropfen
wirken, die in Richtung des Gegenstands 6 gerichtet sind.
[0036] Ergänzend oder alternativ wird die elektrostatische Aufladung des Gegenstands 6 dazu
eingesetzt, beim Tropfenabriss des Farbtropfens von der Ausgabeeinrichtung entstehende
Mikrotröpfchen zumindest teilweise, vorzugsweise überwiegend, insbesondere vollständig,
auf den Gegenstand 6 zu lenken und somit einen unerwünschten Niederschlag dieser Mikrotröpfchen
an anderer Stelle zu vermeiden.
[0037] Ergänzend oder alternativ zur elektrostatischen Aufladung des Gegenstands 6 kann
während der Durchführung des Druckvorgangs eine elektrische Gleichspannung an die
Werkstückaufnahme 4 und den elektrisch gegenüber der Werkstückaufnahme 4 isolierten
Gegenstand 6 angelegt werden, um eine zusätzliche elektrische Feldkraft auf die Farbtropfen
einwirken zu lassen.
[0038] An der Arbeitsstation 14 ist eine Neutralisierung von elektrischen Ladungen vorgesehen,
die nach dem Druckvorgang noch an der Außenoberfläche 25 des Gegenstands 6 vorliegen.
Exemplarisch ist die Arbeitsstation 14 in gleicher Weise aufgebaut wie die Arbeitsstation
9 und umfasst zusätzlich das in der Figur 5 lediglich gestrichelt dargestellte Sensormittel
40, das zur Erfassung der elektrischen Aufladung des Gegenstands 6 ausgebildet ist
und das elektrisch mit der Sensoreingang 34 der Steuereinrichtung 31 verbunden ist.
[0039] Die stromabwärts zur Arbeitsstation 14 längs des Bewegungswegs 7 angeordnete Arbeitsstation
15 ist exemplarisch als Inspektionseinrichtung ausgebildet und ermöglicht eine Ermittlung
einer Druckqualität des von der Druckstation 21 auf die Umfangsoberfläche des Gegenstands
6 aufgebrachten Druckbilds.
[0040] Die weiteren Arbeitsstationen 16 und 17 dienen zur weiteren Bearbeitung der zylindrischen
Gegenstände 6, beispielsweise zur Aufbringung eines Schutzlacks auf die Bedruckung
oder zur Montage von Komponenten an die Gegenstände 6.
[0041] An der Arbeitsstation 18 findet ein Entladevorgang statt, bei dem die zylindrischen
Gegenstände 6 mit Hilfe einer Transporteinrichtung 20 von den dornartig ausgebildeten
Werkstückaufnahmen 4 abgezogen werden und einem nicht näher dargestellten weiterführenden
Transportsystem zugeführt werden.
[0042] Der Werkstückrundtisch 4 führt zur schrittweisen Bearbeitung der zylindrischen Gegenstände
6 an den jeweiligen Arbeitsstationen 8 bis 18 eine Drehschrittbewegung um den Winkel
W aus, bei der die jeweils paarweise angeordneten Werkstückaufnahmen 4 aus einer der
jeweiligen Arbeitsstation 8 bis 18 gegenüberliegenden Position in eine der jeweils
nachfolgenden Arbeitsstation 8 bis 18 gegenüberliegenden Position transportiert werden,
wobei die Drehschrittbewegung als Abfolge einer Beschleunigung aus dem Stillstand,
einer Abbremsung aus der erreichten Zielgeschwindigkeit und einer nachfolgenden Stillstandszeit
erfolgt. Vorzugsweise ist ein nicht näher dargestellter Antrieb für den Werkstückrundtisch
3 derart ausgebildet, dass die Beschleunigung und Abbremsung des Werkstückrundtischs
3 in weiten Bereichen und die Stillstandszeit völlig frei einstellbar sind und an
die Erfordernisse der Bearbeitung der jeweiligen zylindrischen Gegenstände 6 an den
Arbeitsstationen 8 bis 18 angepasst werden können.
[0043] Exemplarisch ist vorgesehen, dass die Drucksteuereinrichtung 24, Steuereinrichtung
31 und die Steuereinrichtung 53 elektrisch, insbesondere als Busteilnehmer, miteinander
verbunden sind und in koordinierter Weise von einer nicht dargestellten, übergeordneten
Steuerungseinrichtung, insbesondere einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS)
angesteuert werden.
1. Druckeinrichtung zum Bedrucken eines Druckobjekts (6), mit einer Ausgabeeinrichtung
(22), die zur Ausgabe von Farbtropfen an einer Austrittsoberfläche (23) ausgebildet
ist, mit einer Aufnahmeeinrichtung (4) für ein Druckobjekt (6), die für eine Relativbewegung
des Druckobjekts (6) gegenüber der Ausgabeeinrichtung (22) zur Durchführung des Druckvorgangs
ausgebildet ist und die gegenüberliegend zur Austrittsoberfläche (23) angeordnet ist,
um eine kontaktlose Bereitstellung von Farbtropfen auf vorgebbare Oberflächenbereiche
(25) des Druckobjekts (6) zu ermöglichen, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgabeeinrichtung (22) und/oder der Aufnahmeeinrichtung (4) eine Ladeanordnung
(30; 60) zugeordnet ist, die für einen elektrischen Ladungsfluss auf das Druckobjekt
(6) zur Erzeugung eines elektrischen Feldes gegenüber der Ausgabeeinrichtung (22)
ausgebildet ist.
2. Druckeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgabeeinrichtung (22) als Tintenstrahldruckeinrichtung ausgebildet ist, die
an der Ausgabeoberfläche (23) eine oder mehrere, vorzugsweise längs einer geraden
Linie, insbesondere in regelmäßiger Teilung, angeordnete Austrittsdüsen aufweist.
3. Druckeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinrichtung (4) einen drehbeweglich um eine Längsachse (5) gelagerten,
insbesondere angetriebenen, Aufnahmedorn oder Druckobjekthalter aufweist, der zur
Aufnahme oder Halterung des Druckobjekts (6) ausgebildet ist.
4. Druckeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladeanordnung (30; 60) für eine kontaktlose oder kontaktbehaftete Bereitstellung
von elektrischen Ladungen an das Druckobjekt (6) ausgebildet ist.
5. Druckeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgabeeinrichtung (22) und die Ladeanordnung (30; 60) als Bearbeitungsstationen
(12, 13) an einem Maschinengestell (1) angeordnet sind und dass dem Maschinengestell
(1) mehrere beweglich gelagerte Aufnahmeeinrichtungen (4) zugeordnet sind, die für
einen, insbesondere diskontinuierlichen, Transport von Druckobjekten (6) zwischen
den Bearbeitungsstationen (8 bis 18) längs eines, insbesondere kreisabschnittsförmigen,
Bewegungswegs (7) ausgebildet sind.
6. Druckeinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladeanordnung (30; 60) längs des Bewegungswegs (7) stromaufwärts vor der Ausgabeeinrichtung
(22) angeordnet ist und dass längs des Bewegungswegs (7) stromaufwärts vor der Ladeanordnung
(30; 60) eine Neutralisierungsanordnung (9) angeordnet ist, die für eine Neutralisierung
elektrischer Aufladungen des Druckobjekts (6) ausgebildet ist.
7. Druckeinrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sensoranordnung (40) zur Erfassung einer elektrostatischen Aufladung des Druckobjekts
(6) längs des Bewegungswegs (7) nach der Ladeanordnung (30; 60) angeordnet ist und
zur Bereitstellung eines aufladungsabhängigen Sensorsignals ausgebildet ist, wobei
die Ladeanordnung (30; 60) eine Steuereinrichtung (31) umfasst, die für eine Aufladung
des Druckobjekts (6) in Abhängigkeit von einem Signalpegel des Sensorsignals ausgebildet
ist.
8. Druckeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeeinrichtung mit Isolationsmitteln für eine elektrisch isolierte Aufnahme
des Druckobjekts (6) ausgebildet ist.
9. Druckeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bearbeitungsstationen (8 bis 18) und die Aufnahmeeinrichtungen (4) in einem Raumvolumen
aufgenommen sind, das durch Begrenzungswände begrenzt und von einer Umgebung abgetrennt
ist und in dem eine konstante Raumtemperatur und/oder ein vorgebbarer Überdruck gegenüber
der Umgebung vorliegt.
10. Druckeinrichtung nach Anspruch 5, 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass längs des Bewegungswegs (7) nach der Ausgabeeinrichtung (22) eine Endladeanordnung
(14) zur elektrischen Neutralisierung des an der Aufnahmeeinrichtung (4) aufgenommenen
Druckobjekts (6) angeordnet ist.
11. Verfahren zum Bedrucken eines Druckobjekts (6) mit den Schritten: Bereitstellen eines
Druckobjekts (6) an einer Zufuhrstation und Aufnehmen des Druckobjekts (6) an einer
Aufnahmeeinrichtung (4) an der Zufuhrstation, elektrostatisches Aufladen eines Druckobjekts
(6), das an der Aufnahmeeinrichtung (4) aufgenommen ist, mit einer Ladeanordnung (30;
60), die kontaktlos einen Ladungsstrom an das Druckobjekt (4) bereitstellt, Bewegen
des Druckobjekts (4) von der Ladeanordnung (30; 60) zu einer Ausgabeeinrichtung (22),
Bedrucken einer Außenoberfläche (25) des Druckobjekts (6) mit Farbtropfen, die an
einer dem Druckobjekt (6) gegenüberliegenden Austrittsoberfläche (23) der Ausgabeeinrichtung
(22) kontaktlos gezielt an das Druckobjekt (6) abgegeben werden, während einer, insbesondere
rotierenden, Relativbewegung des Druckobjekts (6) gegenüber der Ausgabeeinrichtung
(22), Bewegen des Druckobjekts (6) zu einer Abfuhrstation (18) und Abnehmen des Druckobjekts
(6) von der Aufnahmeeinrichtung (4) an der Transportstation (18).
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckobjekt (6) zwischen der Zufuhrstation (8) und der Abfuhrstation (18) längs
eines, insbesondere kreisbogenabschnittsförmigen, Bewegungswegs (7) mit einer, insbesondere
intermittierenden, Förderbewegung bewegt wird und dass längs des Bewegungswegs (7)
stromaufwärts vor der Ladeanordnung (30; 60) eine Neutralisierung von elektrischen
Ladungen auf dem Druckobjekt mittels einer Neutralisierungsanordnung (9) durchgeführt
wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Durchführung des Druckvorgangs stromabwärts längs des Bewegungswegs (7)
eine elektrische Neutralisierung des Druckobjekts (6) mit einer Neutralisierungsanordnung
(14) vorgenommen wird.
14. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Durchführung des Druckvorgangs und/oder während der Durchführung des Druckvorgangs
und/oder nach der Durchführung des Druckvorgangs eine Ermittlung einer elektrostatischen
Aufladung des Druckobjekts (6) vorgenommen wird und dass eine Bereitstellung von elektrischen
Ladungen von der Ladeanordnung (30; 60) an das Druckobjekt (6) in Abhängigkeit von
einer ermittelten elektrostatischen Aufladung des Druckobjekts (6) vorgenommen wird.