[0001] Die Erfindung betrifft einen Musterfadenführer einer Kettenwirkmaschine mit einem
Befestigungsbereich und einem Schaft, der eine Längserstreckung aufweist.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen eines Musterfadenführers
einer Kettenwirkmaschine mit einem Schaft und einem Befestigungsbereich.
[0004] Ein derartiger Musterfadenführer wird in einer Kettenwirkmaschine eingesetzt, um
einen Musterfaden nach einem vorgegebenen Muster in eine Wirkware einzubinden. Der
Musterfaden wird in der Regel an einer Position geführt, die durch den Schaft vom
Befestigungsbereich getrennt ist. Der Schaft stellt also aus mechanischer Sicht einen
Biegebalken dar.
[0005] Der Musterfaden muss mit einer hohen Genauigkeit und in zeitlicher Abstimmung zu
anderen Wirkwerkzeugen geführt und positioniert werden. Hierfür steht bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten
nur eine relativ kurze Taktzeit zur Verfügung.
[0006] Bei der Herstellung einer Wirkware wird der Musterfadenführer quer zur Längserstreckung
des Schaftes bewegt. Hierbei gibt es vielfach zwei Bewegungen, nämlich zum einen eine
Versatzbewegung in Richtung der Längserstreckung der Kettenwirkmaschine und eine Durchschwingbewegung
senkrecht zu der Längserstreckung der Kettenwirkmaschine, bei der der vom Musterfadenführer
geführte Musterfaden durch Gassen zwischen Wirknadeln hindurch geführt werden muss.
[0007] Bei zunehmender Produktionsgeschwindigkeit der Kettenwirkmaschine steigen die auf
den Musterfadenführer wirkenden Beschleunigungen und damit die auf den Musterfadenführer
wirkenden Kräfte. Der Musterfadenführer reagiert durch Auslenkungen auf die einwirkenden
Beschleunigungen und Kräfte. Hierbei besteht das Risiko, dass sich diese Auslenkungen
als Schwingungen auf die Positioniergenauigkeit auswirken. Eine unzureichende Positioniergenauigkeit
kann im Betrieb zum Anschlag des Musterfadenführers oder von darin angeordneten Lochnadeln
an die Arbeitsnadeln, im schlimmsten Fall zu einer Kollision und somit zur Zerstörung
der Wirkwerkzeuge führen. Dies hat Produktfehler oder sogar einen Produktionsausfall
zur Folge. Aus diesem Grund ist die Arbeitsgeschwindigkeit einer Kettenwirkmaschine
mit Musterfadenführern vielfach beschränkt.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine hohe Produktionsgeschwindigkeit einer
Kettenwirkmaschine mit Musterfadenführern zu ermöglichen.
[0009] Diese Aufgabe wird bei einem Musterfadenführer der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass der Schaft eine Oberfläche aufweist, die zumindest auf einem Teil ihrer
Länge in Längserstreckung eine Dämpfungsschicht mit einer höheren spezifischen Dämpfung
als der Schaft aufweist.
[0010] Die Dämpfungsschicht wandelt also bei einer Verformung eine größere Menge an Verformungsenergie
in Wärme um als der Schaft. Dementsprechend ist die Dämpfungsschicht geeignet, einer
sich möglicherweise ausbildenden Schwingung des Musterfadenführers im Bereich des
Schaftes Energie zu entziehen, um so die Ausbildung der Schwingung zu verhindern oder
das Risiko einer Schwingungsausbildung zumindest zu vermindern. Die Dämpfungsschicht
dämpft also die Verformung und damit das Risiko der mit einer periodischen Verformung
verbundenen Schwingungsausbildung.
[0011] Vorzugsweise ist die Dämpfungsschicht in Umfangsrichtung des Schaftes geschlossen
ausgebildet. Damit ist die Dämpfungsschicht in der Lage, Schwingungen in alle Richtungen
senkrecht zur Längserstreckung des Schaftes zu dämpfen. Die Dämpfungsschicht kann
hierzu den Schaft umgeben. Sie kann aber auch innerhalb eines Hohlraumes des Schaftes
ausgebildet sein.
[0012] Bevorzugterweise ist die Dämpfungsschicht mehrlagig ausgebildet. Die einzelnen Lagen
können dabei aus dem gleichen oder aus unterschiedlichen Materialien gebildet sein.
Hier ergibt sich ein zusätzlicher Vorteil dann, wenn die einzelnen Lagen bei einer
Verformung des Schaftes gegeneinander verschoben werden. Auch wenn eine Relativbewegung
zwischen einzelnen Lagen nur klein ist, entsteht dadurch eine Reibung. Die Reibungskraft
entzieht der Schwingung weiter Energie und trägt damit positiv zu einer Dämpfung der
Schwingung bei.
[0013] Vorzugsweise weist der Schaft einen metallischen Werkstoff und die Dämpfungsschicht
mindestens einen elastomeren Werkstoff auf. Der metallische Werkstoff gibt dem Schaft
die notwendige mechanische Stabilität. Der oder die elastomeren Werkstoffe der Dämpfungsschicht
tragen positiv zu einem günstigen Dämpfungsverhalten bei.
[0014] Vorzugsweise weist der elastomere Werkstoff einen Füllstoff auf. Durch die Verwendung
eines Füllstoffs lassen sich die Dämpfungseigenschaften des elastomeren Werkstoffs
gezielt in vorbestimmten Bereichen einstellen.
[0015] Vorzugsweise weist die Dämpfungsschicht eine Verbindung zum Schaft auf, mit der Schub-
und/oder Reibungskräfte zwischen der Dämpfungsschicht und dem Schaft übertragbar sind.
Wenn Schubkräfte übertragbar sind, dann ergibt sich bei der Verformung des Schaftes
automatisch auch eine Verformung der Dämpfungsschicht, für die eine entsprechende
Energiezufuhr erforderlich ist. Die zur Verformung der Dämpfungsschicht erforderliche
Energie wird der Schwingung entzogen. Wenn Reibungskräfte übertragen werden, dann
ergibt sich eine Reibung zwischen der Dämpfungsschicht und dem Schaft, für deren Überwindung
ebenfalls eine gewisse Energie erforderlich ist, die der Schwingung entzogen wird.
Auch eine Kombination von Schub- und Reibungskräften ist möglich und zeigt die gleichen
vorteilhaften Wirkungen.
[0016] Vorzugsweise weist die Dämpfungsschicht eine Dicke auf, die maximal so groß ist wie
50% einer vorbestimmten Positioniergenauigkeit. Die Dämpfungsschicht kann relativ
dünn sein. Im Grunde ist eine Schichtdicke der Dämpfungsschicht von 5 µm aufwärts
möglich. Die Positioniergenauigkeit eines Musterfadenführers liegt beispielsweise
bei ±0,05 mm. Durch die Verwendung einer relativ dünnen Dämpfungsschicht werden die
Anforderungen an die Positioniergenauigkeit nicht nennenswert erhöht. Mit anderen
Worten macht die Dämpfungsschicht den Schaft des Musterfadenführers nicht so viel
dicker, dass man Probleme im Hinblick auf die Kollision mit anderen Wirkwerkzeugen
bekommt.
[0017] Vorzugsweise ist die Dämpfungsschicht auf den Schaft aufgewickelt. Dies ist eine
relativ einfache Möglichkeit, um die Dämpfungsschicht auf dem Schaft anzubringen.
[0018] Eine alternative Ausgestaltung sieht vor, dass die Dämpfungsschicht als Hülse auf
den Schaft aufgeschoben ist. Diese Hülse kann dann beispielsweise auf den Schaft aufgeschrumpft
werden.
[0019] Die Dämpfungsschicht kann auch auf den Schaft gepresst sein.
[0020] Die Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass
man den Schaft mit einer Dämpfungsschicht versieht.
[0021] Die Dämpfungsschicht ist in der Lage, Schwingungen des Schaftes, die sich aus einer
periodischen Anregung ergeben können, zu dämpfen und somit das Risiko einer Schwingungsausbildung
klein zu halten.
[0022] Vorzugsweise bildet man die Dämpfungsschicht mit mindestens einem elastomeren Material.
Ein elastomeres Material wandelt Verformungsenergie in Wärme um.
[0023] Vorzugsweise wickelt man die Dämpfungsschicht auf den Schaft auf. Die Dämpfungsschicht
ist also als Band oder Folie ausgebildet, das man auf den Schaft aufwickeln kann.
Man kann auch den Schaft als Wickel ausbilden und die Dämpfungsschicht und den Schaft
sozusagen gemeinsam aufwickeln, so dass Teile des Schaftes in dem sich dann bildenden
Wickel mit Teilen der Dämpfungsschicht in radialer Richtung abwechseln.
[0024] Alternativ dazu kann man die Dämpfungsschicht als Hülse auf den Schaft aufbringen.
[0025] Man kann die Dämpfungsschicht auch auf den Schaft pressen.
[0026] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen in Verbindung
mit den Zeichnungen beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Musterfadenführers einer Kettenwirkmaschine,
- Fig. 2
- eine schematische Schnittansicht durch eine erste Ausgestaltung eines Schaftes,
- Fig. 3
- eine schematische Schnittansicht durch eine zweite Ausgestaltung des Schaftes,
- Fig. 4
- eine schematische Schnittansicht durch eine dritte Ausgestaltung des Schaftes,
- Fig. 5
- eine schematische Schnittansicht durch eine vierte Ausgestaltung des Schaftes,
- Fig. 6
- einen schematischen Längsschnitt durch eine fünfte Ausgestaltung des Schaftes,
- Fig. 7
- einen Querschnitt der Ausgestaltung nach Figur 6 und
- Fig. 8
- eine schematische Schnittansicht einer sechsten Ausgestaltung des Schaftes.
[0027] Eine Fadenführeranordnung 1 einer nicht näher dargestellten Kettenwirkmaschine weist
ein Zugelement 2 auf. Das Zugelement 2 verläuft durch eine Nut einer Musterlegebarre.
Die Musterlegebarre ist hier der Einfachheit halber nicht dargestellt. Das Zugelement
2 kann dabei als Draht, Band oder Seil ausgebildet sein. Das Zugelement 2 ist in der
Regel nicht biegesteif, d. h. das Zugelement 2 muss zur Steuerung der Bewegung der
Fadenführeranordnung 1 mit Zugkräften beaufschlagt werden.
[0028] Die Fadenführeranordnung 1 weist ferner einen Musterfadenführer 3 auf, der am Zugelement
2 befestigt ist. In der Musterlegebarre verlaufen üblicherweise mehrere Zugelemente
2 in getrennt voneinander parallel verlaufenden Nuten. Es können auch mehrere Musterlegebarren
nebeneinander angeordnet sein, womit an jedem Zugelement 2 auch mehrere Musterfadenführer
3 befestigt sein können.
[0029] Der Musterfadenführer 3 weist einen Schaft 4 auf, der mit einem Befestigungsbereich
5 verbunden ist. Der Schaft 4 weist eine Längserstreckung auf. Der Befestigungsbereich
5 ist hier am oberen Ende des Schafts 4 angeordnet. Am unteren Ende des Schafts 4
ist ein Fadenführer 6 befestigt, der im vorliegenden Fall beispielhaft als Lochnadel
mit einer Führungsöse 7 ausgebildet ist. Durch diese Führungsöse 7 verläuft im Betrieb
der Kettenwirkmaschine ein nicht näher dargestellter Musterfaden.
[0030] Der Befestigungsbereich 5 ist im vorliegenden Beispiel mit einer einseitig offenen
Ausnehmung 8 versehen, in der das Zugelement 2 eingeklemmt ist. Der Befestigungsbereich
5 hat somit einen U-förmigen Querschnitt mit zwei Schenkeln 9, 10. Das Zugelement
2 kann unter Federwirkung zwischen den Schenkeln 9, 10 des Befestigungsbereichs 5
festgeklemmt werden.
[0031] In Endabschnitten 11, 12 des Befestigungsbereichs 5 in Richtung der Längserstreckung
des Zugelements 2 kann der Befestigungsbereich 5 nach oben und unten über einen Mittelabschnitt
13 überstehen. Dadurch übernehmen die Endabschnitte 11, 12 die Funktion von Gleitschuhen.
Nur diese Endabschnitte gleiten in der oben erwähnten Nut der Musterlegebarre.
[0032] Um einen durch die Führungsöse 7 geführten Musterfaden nach einem vorgegebenen Muster
in eine Wirkware einzubinden, muss der Musterfadenführer 3 durch das Zugelement 2
in Richtung der Längserstreckung des Zugelements 2 hin und her bewegt werden. Dabei
wirken Kräfte auf den Musterfadenführer 3, die zu einer Verformung des Schafts 4 führen.
Diese Kräfte können einerseits Zugkräfte sein, die vom Musterfaden in der Führungsöse
7 auf den Schaft 4 ausgeübt werden. Zum anderen sind es Kräfte, die aus einer starken
Beschleunigung des Zugelements 2 und damit auch des Befestigungsbereichs 5 und des
Schaftes 4 herrühren. Diese Kräfte führen zu einer Verformung des Schaftes 4. Wenn
diese Kräfte periodisch auf den Schaft 4 wirken, ergibt sich das Risiko einer unerwünschten
Schwingung des Schaftes 4, die sich negativ auf die Positioniergenauigkeit des Fadenführers
6 auswirken. Der Fadenführer 6 kann bei einer unzureichenden Positioniergenauigkeit
an anderen Wirkwerkzeugen anschlagen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Kollision
und somit zur Zerstörung von Wirkwerkzeugen. Dies kann zu einem Produktionsausfall
und/oder zu Produktfehlern führen.
[0033] Um derartigen Schwingungen entgegenzuwirken weist der Schaft 4, wie in Figur 2 dargestellt,
eine Dämpfungsschicht 14 auf, die bei der Ausgestaltung nach Figur 2 den Schaft 4
umgibt. Die Dämpfungsschicht 14 weist eine höhere spezifische Dämpfung als der Schaft
auf, d.h. eine Verformung der Dämpfschicht 14 verbraucht pro Volumen mehr Energie
als eine Verformung des Schaftes 4. Mit anderen Worten wird bei der Verformung der
Dämpfungsschicht 14 mehr Energie in Wärme umgewandelt als bei einem gleich großen
Volumen des Schaftes 4. Die Verformungsenergie wird einer Schwingung entzogen, die
sich bei einer periodischen Anregung des Schaftes 4 möglicherweise ausbilden könnte.
Die Schwingung wird also sehr wirkungsvoll gedämpft. Die Dämpfungsschicht 14 ist mit
dem Schaft 4 so verbunden, dass zwischen dem Schaft 4 und der Dämpfungsschicht 14
Schubkräfte übertragen werden können. Wenn sich der Schaft 4 verformt, dann verformt
sich auch die Dämpfungsschicht 14, d.h. sie wird auf einer Seite gestaucht und auf
der gegenüberliegenden Seite gedehnt.
[0034] Die Dämpfungsschicht 14 kann auch so am Schaft 4 ausgebildet sein, dass sie Reibungskräfte
zwischen dem Schaft 4 und der Dämpfungsschicht 14 überträgt. In diesem Fall ergibt
sich bei einer Verformung des Schaftes 4 eine Dämpfung dadurch, dass man zum Überwinden
der Reibung ebenfalls Energie benötigt, die in Wärme umgewandelt wird. Es ist auch
möglich, dass man sowohl Schub- als auch Reibungskräfte zwischen dem Schaft 4 und
der Dämpfungsschicht 14 übertragen kann.
[0035] Die Dämpfungsschicht 14 ist hier in Umfangsrichtung des Schaftes geschlossen ausgebildet,
d.h. sie hängt in Umfangsrichtung des Schaftes 4 zusammen. Dadurch ist es auf einfache
Weise möglich, Schwingungen in alle möglichen Richtungen des Schaftes senkrecht zu
dessen Längserstreckung zu dämpfen.
[0036] Die Dämpfungsschicht 14 ist wesentlich dünner als die Breite des Schaftes 4. Dementsprechend
kann man nach wie vor eine Kollision der Kombination aus Schaft 4 und Dämpfungsschicht
14 mit anderen Wirkwerkzeugen vermeiden. Die Dämpfungsschicht 14 sollte eine Dicke
aufweisen, die maximal so groß ist, wie 50% einer vorbestimmten Positioniergenauigkeit.
Die Positioniergenauigkeit des Schaftes 4 und des Musterfadenführers 3 hängt unter
anderem von der Feinheit der Fontur ab, mit der der Musterfadenführer 3 gemeinsam
betrieben wird.
[0037] Figur 3 zeigt eine abgewandelte Ausgestaltung, bei der gleiche Elemente mit den gleichen
Bezugszeichen versehen sind. Hier ist die Dämpfungsschicht 14 mit zwei Lagen 15, 16
ausgebildet. Es können auch mehr als zwei Lagen vorgesehen sein.
[0038] Die Lagen 15, 16 sind ebenfalls so miteinander verbunden, dass sie Schub- und/oder
Reibungskräfte zwischen sich übertragen können.
[0039] Die Lagen 15, 16 können aus dem gleichen Material gebildet sein. Sie können aber
auch aus unterschiedlichen Materialien gebildet sein, so dass man Dämpfungseigenschaften
gezielt einstellen kann.
[0040] Die Dämpfungsschicht 14 oder einzelne Lagen 15, 16 der Dämpfungsschicht 14 können
mit einem Füllstoff versehen sein. Ein derartiger Füllstoff kann verwendet werden,
um bestimmte Eigenschaften der Dämpfungsschicht 14 einzustellen. Die Dämpfungsschicht
14 kann also auch mit einem Matrixwerkstoff oder mit einem Verbundwerkstoff gebildet
werden.
[0041] Bei der Ausgestaltung nach den Figuren 2 und 3 befindet sich der Schaft 4 innerhalb
der Dämpfungsschicht 14 oder die Dämpfungsschicht 14 umgibt den Schaft 4.
[0042] Bei der Ausgestaltung nach Figur 4 ist die Dämpfungsschicht 14 innerhalb des Schaftes
4 angeordnet. Der Schaft 4 weist hierzu einen Hohlraum 17 auf, der zum Teil oder sogar
vollständig von der Dämpfungsschicht 14 ausgefüllt wird. Auch hier ist die Verbindung
zwischen der Dämpfungsschicht 14 und dem Schaft 4 geeignet, Schubkräfte und/oder Reibungskräfte
zu übertragen.
[0043] Figur 5 stellt eine Ausgestaltung dar, bei der innerhalb des Schaftes 4 zwei Lagen
15, 16 der Dämpfungsschicht 14 angeordnet sind. Es können auch mehr als die dargestellten
zwei Lagen 15, 16 vorgesehen werden.
[0044] Die Dämpfungsschicht 14 oder ihre Lagen 15, 16 können eine Dicke von mindestens 0,005
mm oder 5 µm aufweisen. Bei einer derartig geringen Dicke empfiehlt es sich, mehrere
Lagen 15, 16 zur Bildung der Dämpfungsschicht 14 zu verwenden.
[0045] Figuren 6 und 7 zeigen die Möglichkeit, den Schaft 4 und die Dämpfungsschicht 14
dadurch miteinander zu kombinieren, dass man eine Metallfolie oder ein dünnes Band
aus Metall und eine Folie oder ein dünnes Band aus einem elastomeren Material gemeinsam
aufwickelt, so dass sich letztendlich der Schaft 4 und die Dämpfungsschicht 14 in
einem ineinander gewickelten Zustand darstellen.
[0046] Es ist auch möglich, die Dämpfungsschicht 14 auf einen einteiligen Schaft außen aufzuwickeln
oder einen entsprechenden Wickel innen in dem Schaft 4 anzuordnen.
[0047] Figur 8 zeigt eine Ausgestaltung, bei der der Schaft 4 aus mehreren Teilkörpern 18,
19, 20 gebildet ist, wobei zwischen den Teilkörpern 18, 19, 20 und außen um den Teilkörper
18 jeweils eine Lage 15, 16, 21 der Dämpfungsschicht 14 angeordnet sind.
[0048] Die Dämpfungsschicht ist entlang des Schaftes 4 in Richtung des Fadenführers 6 so
ausgeführt, dass der Durchgang des Fadenführers 6 durch Gassen von anderen Wirkwerkzeugen
nicht eingeschränkt wird und die Führungsfunktion der Barre, die den Musterfadenführer
trägt, nicht beeinträchtigt wird.
[0049] Insbesondere bei Ausführungen mit mehreren Lagen 15, 16, 21 können die funktionalen
Anforderungen des Einsatzzweckes jeweils getrennt durch entsprechend zugeordnete Lagen
15, 16, 21 erfüllt werden oder sie können gemeinsam verwendet werden, beispielsweise
im Sinne einer Redundanz.
[0050] Die Dämpfungsschicht 14 kann bei dem Schaft 4 auch nachgerüstet werden.
[0051] Das Aufbringen der Dämpfungsschicht 14 auf den Schaft 4 kann unter Verwendung von
flüssigen, festen, plastischen, breiigen, körnigen, pulverförmigen, spanförmigen,
faserförmigen oder gasförmigen Roh- und Halbzeugen sowie Mischungen daraus aufgebracht
werden, die im Rahmen der jeweiligen Aufbringungsarten eingesetzt werden können. Insbesondere
ist eine kontinuierliche Zuführung der Dämpfungsschicht von Vorteil, um Herstellungskosten
niedrig zu halten.
[0052] In den Figuren 2 und 3 ist die Dämpfungsschicht 14 außen am Schaft 4 angeordnet,
während sie in den Figuren 4 und 5 innen am Schaft 4 angeordnet ist. Es ist aber ohne
Weiteres möglich, sowohl außen als auch innen am Schaft 4 eine entsprechende Dämpfungsschicht
anzuordnen.
[0053] Dargestellt wurde, dass der Schaft 4 entweder massiv ist (Figuren 2 und 3) oder ein
geschlossenes Profil bildet (Figuren 4 und 5). Eine Dämpfungsschicht 14 lässt ich
beispielsweise auch bei anderen offenen oder halb-offenen Profilen, wie zum Beispiel
U-, I-, H-, L- oder T-Profilen verwenden.
[0054] In den dargestellten Ausführungsbeispielen ist vorgesehen, dass sich die Dämpfungsschicht
14 über die gesamte Länge des Schaftes 4 in Längserstreckung erstreckt. Dies ist aber
nicht unbedingt erforderlich. Man kann die Länge der Dämpfungsschicht 14 auch auf
einen Teilbereich der Länge des Schaftes 4 beschränken.
1. Musterfadenführer (3) einer Kettenwirkmaschine mit einem Befestigungsbereich (5) und
einem Schaft (4), der eine Längserstreckung aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (4) eine Oberfläche aufweist, die zumindest auf einem Teil ihrer Länge
in Längserstreckung eine Dämpfungsschicht (14) mit einer höheren spezifischen Dämpfung
als der Schaft (4) aufweist.
2. Musterfadenführer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsschicht (14) in Umfangsrichtung des Schafts (4) geschlossen ausgebildet
ist.
3. Musterfadenführer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsschicht (14) mehrlagig ausgebildet ist.
4. Musterfadenführer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (4) einen metallischen Werkstoff und die Dämpfungsschicht (14) mindestens
einen elastomeren Werkstoff aufweist.
5. Musterfadenführer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der elastomere Werkstoff einen Füllstoff aufweist.
6. Musterfadenführer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsschicht (14) eine Verbindung zum Schaft (4) aufweist, mit der Schub-
und/oder Reibungskräfte zwischen der Dämpfungsschicht und dem Schaft übertragbar sind.
7. Musterfadenführer nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsschicht (14) eine Dicke aufweist, die maximal so groß ist, wie 50% einer
vorbestimmten Position iergenau ig keit.
8. Musterfadenführer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsschicht (14) auf den Schaft (4) aufgewickelt ist.
9. Musterfadenführer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsschicht (14) als Hülse auf den Schaft aufgeschoben ist.
10. Musterfadenführer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungsschicht (14) auf den Schaft gepresst ist.
11. Verfahren zum Herstellen eines Musterfadenführers (3) einer Kettenwirkmaschine mit
einem Schaft (4) und einem Befestigungsbereich (5), dadurch gekennzeichnet, dass man den Schaft (4) mit einer Dämpfungsschicht (14) versieht.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass man die Dämpfungsschicht (14) mit mindestens einem elastomeren Material bildet.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass man die Dämpfungsschicht (14) auf den Schaft (4) aufwickelt.
14. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass man die Dämpfungsschicht (14) als Hülse auf den Schaft (4) aufbringt.
15. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass man die Dämpfungsschicht (14) auf den Schaft (4) presst.