[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von nassgelegten
Vliesstoffen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 8.
[0002] Aus
DE 24 37 611 A1 ist bekannt, dass bei Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung von Nassvliesen
das auf dem Sieb gebildete Vlies entweder nach der Abnahme vom Sieb in freiem Zug
zum nachfolgenden Aggregat geführt oder bei der so genannten geschlossenen Abnahme
mit einer filzumschlungenen Walze vom Sieb abgenommen wird, wonach die Bahn an der
Unterseite dieses Pick-up-Filzes zum nachfolgenden Aggregat überführt wird.
[0003] Beide Abnahmearten haben Nachteile. Die Überführung des Vlieses in freiem Zug zum
nachfolgenden Bearbeitungsaggregat oder auf ein Transportband hat den Nachteil, dass
die Vliesbahn eine erhebliche initiale Nassfestigkeit aufweisen muss, um die Abnahme
vom Siebtuch und die freie Überführung bis zum nachfolgenden Aggregat ohne Abriss
zu überstehen. Selbst wenn die Bahn nicht reißt, ist die Bahn bei der Abnahme vom
Sieb als Folge ihrer Haftung an dem Siebtuch beträchtlichen Zugspannungen ausgesetzt,
wodurch es zu einer Dehnungsbeanspruchung kommt, welche durch Veränderung der Geschwindigkeit
der nachfolgenden Aggregate ausgeglichen werden muss.
[0004] Die geschlossene Abnahme unter Zuhilfenahme eines Pick-up-Filzes setzt eine gute
Haftung der Vliesbahn während ihres Laufes an der Filzunterseite voraus. Dazu muss
der Pick-up-Filz einen ausreichenden Feuchtigkeitsgehalt aufweisen. Außerdem muss
erfahrungsgemäß die Vliesbahn einen erheblichen Zellstoffanteil enthalten und einen
papierähnlichen Charakter besitzen, weil sonst selbst bei ausreichender Feuchtigkeit
des Pick-up-Filzes die Haftung mangelhaft ist, so dass sich die Vliesbahn von dem
Pick-up-Filz löst und Betriebsstörungen verursacht.
[0005] Um diese Nachteile zu vermeiden, ist gemäß
DE 24 37 611 A1 vorgesehen, dass die in einem Suspensionssumpf auf einem Schrägsieb niedergelegte
und durch Saugkästen unter dem Sieb entwässerte Vliesbahn von diesem Sieb unter Ausschaltung
von Zwischenelementen direkt auf eine unterhalb des Siebs befindliche Trocknerfläche
aufläuft. Nicht geeignet ist eine solche Lösung allerdings, wenn die Vliesbahn vor
der Trocknung mittels beispielsweise einer Wasserstrahlverfestigung oder mittels eines
Bindemittelsauftrags verfestigt werden soll.
[0006] Ein weiterer Lösungsansatz insoweit ist die Vermeidung freier Züge durch Kompromisse
in der Anordnung der Maschinenkomponenten z.B. übereinander.
[0007] Bei der Nassvliesproduktion wird Wasser genutzt, um Fasern zu einem Flächengebilde
bzw. Nassvlies zu formen. Dabei werden die Fasern im Wasser über ein Sieb geführt.
Während das Wasser durch das Sieb abgesaugt wird, werden die Fasern auf dem Sieb abgelegt.
Diese Prozessstufe wird Blattbildung genannt. Je nach Art der Faser beinhaltet der
Vliesstoff nach der Blattbildung immer noch deutlich mehr Wasser als Fasern. Über
Vakuumsauger wird dem Vliesstoff weiter Wasser entzogen, dennoch ist der Stoff an
der Schnittstelle nach dem Sieb, das üblicherweise durch einen Schrägsiebformer gebildet
wird, kein stabiles Produkt, sondern ein loser Verbund von Fasern.
[0008] Aus den dargelegten Gründen ist es deshalb vorteilhaft, bei voller Geschwindigkeit
des Formers zu beginnen. Nur wenn der Former bei voller Produktionsgeschwindigkeit
arbeitet, kann die erforderliche Stoffkonsistenz erzeugt werden, um einen Faserverbund
herzustellen, der eine ausreichende innere Festigkeit hat, um auf das nächste Förderband
bzw. auf das nächste Behandlungsaggregat bzw. die nächste Maschinenkomponente überführt
zu werden. Bei niedrigen Produktionsgeschwindigkeiten waren, wie bereits vorstehend
ausgeführt, freie Züge zwischen den Behandlungsaggregaten üblich. Mit der Steigerung
der Produktionsgeschwindigkeiten sind diese aus Sicherheitsgründen insbesondere für
die Bahnaufführung nicht mehr möglich.
[0009] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt dem Gegenstand der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Nassvliesen
zu schaffen, die die Bahnaufführung bei Produktionsbeginn und/oder nach einer Produktionsunterbrechung
verbessern.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 bzw. 8 gelöst.
[0011] Hierdurch wird erreicht, dass zur Herstellung von nassgelegten Vliesstoffen unter
Verwendung einer Siebeinrichtung die erforderlichen Behandlungsaggregate/ Maschinenkomponenten
in bekannter Weise der Reihe nach angeordnet werden können. Zwischen der Siebeinrichtung
und dem mindestens einen nachfolgenden Behandlungsaggregat sind freie Züge vorgesehen.
Dies ist vorteilhaft insbesondere dann, wenn alle Behandlungsaggregate/Maschinenkomponenten
für eine wirtschaftliche und energetisch optimierte Arbeitsweise mit unterschiedlichen
Siebbändern ausgestattet werden sollen. Dies ist beispielsweise insbesondere dann
der Fall, wenn die Herstellung eines nassgelegten Vliesstoffes einen Schrägsiebformer,
eine Wasserstrahlverfestigungseinrichtung und ein Entwässerungsband umfasst. Die sich
zwischen diesen Behandlungsaggregaten ergebenden Schnittstellen sollen sich möglichst
gegenseitig nicht beeinträchtigen, so dass insoweit freie Züge vorteilhaft sind.
[0012] Für moderne Schrägsiebanlagen werden einerseits hohe Produktionsgeschwindigkeiten
gefordert, andererseits bestehen Sicherheitsrichtlinien, die das Eingreifen der Operator
in die Maschine untersagen. Da auf Schrägsiebproduktionslinien das Produkt bei voller
Produktionsgeschwindigkeit aufgeführt wird, ist dafür erfindungsgemäß eine automatisierte
Lösung möglich.
[0013] Erfindungsgemäß bieten die temporär geschlossenen Züge die Möglichkeit, zum einen
freie Züge zwischen den Behandlungsaggregaten/Maschinenkomponenten zuzulassen und
zum anderen die temporär geschlossenen Züge einer automatisierten Lösung zuzuordnen,
damit die Vliesstoffbahn bei höheren Maschinengeschwindigkeiten aufgeführt werden
kann.
[0014] Vorteilhaft wird genutzt, dass die auf einer Siebvorrichtung erzeugten Nassvliesstoffe
insbesondere dann, wenn lange Fasern verwendet werden, diese eine hinreichende Festigkeit
besitzen, um mit Druckluft vom Sieb der Siebvorrichtung abgelöst zu werden.
[0015] Erfindungsgemäß ist deshalb vorgesehen, an den Schnittstellen zwischen der Siebeinrichtung
und einem nachfolgenden Behandlungsaggregat bzw. an Schnittstellen zwischen zwei benachbarten
Behandlungsaggregaten eine Bahnaufführungseinrichtung vorzusehen, die als temporär
geschlossener Zug ausgebildet ist. Erfasst von dem temporär geschlossenen Zug wird
ein Endaufführungsband der Vliesbahn, das auslaufseitig eines Siebbandes der Siebeinrichtung
von der laufenden Bahn geschnitten wird. Dieser Streifen wird mit Luftströmungen des
temporär geschlossenen Zuges auf das jeweils nachfolgende Behandlungsaggregat übertragen.
Gleiches gilt für die Schnittstellen zwischen jeweils zwei benachbarten Behandlungsaggregaten,
z.B. zwischen dem Siebband einer Wasserstrahlverfestigung und einem nachgeordneten
Entwässerungsband.
[0016] Weiterhin ist vorgesehen, dass das geschnittene Endaufführungsband vom Sieb abgenommen
wird, um beispielsweise per Druckluft an eine Transporteinrichtung übergeben zu werden.
Von dem nachfolgenden Behandlungsaggregat kann dieses Band unter Einsatz einer Luftströmung
gefangen werden, so dass die geschaffene Überführung des Endaufführungsbandes einen
kontrolliert temporär geschlossenen Zug darstellt.
[0017] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0018] Die Erfindung wird nachstehend anhand des in den beigefügten Abbildungen dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Fig. 1a zeigt schematisch eine Seitenansicht einer Nassvliesanlage mit freier Suspensionseinrichtung,
Siebeinrichtung, Wasserstrahlverfestigungseinrichtung und Entwässerungsband,
Fig. 1 b zeigt schematisch die Endpartien einer Nassvliesanlage mit Trockner und Wickler,
Fig. 2 zeigt vergrößert und schematisch ein Ausführungsbeispiel einer Bahnaufführung
für die Schnittstellen X, Y gemäß Fig. 1 a,
Fig. 3a zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer Bahnaufführung für die Schnittstellen
X, Y gemäß Fig. 1a,
Fig. 3b zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel einer Bahnaufführung für die Schnittstellen
X, Y gemäß Fig. 1a,
Fig. 4 zeigt schematisch eine Draufsicht des auslaufseitigen Endbereichs der Siebeinrichtung
im Bereich der Schnittstelle X gemäß Fig. 1 a.
[0019] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von nassgelegten
Vliesstoffen. Eine beispielhaft dafür vorgesehene Nassvliesanlage 1 ist in Fig. 1
a und Fig. 1 b dargestellt.
[0020] Danach sind in Reihe angeordnet eine Fasersuspensierungseinrichtung 2, eine Siebeinrichtung
3, mindestens ein nachfolgendes Behandlungsaggregat 4 und gegebenenfalls ein Aufwickler
5. Bei der in Fig. 1 a und Fig. 1 b dargestellten Nassvliesanlage 1 ist als mindestens
ein Behandlungsaggregat 4 eine Wasserstrahlverfestigungseinrichtung vorgesehen. Ferner
sind weitere Behandlungsaggregate 6, 7 vorgesehen. Das Behandlungsaggregat 6 ist beispielsweise
ein Trocknungssieb und das Behandlungsaggregat 7 ist beispielsweise ein Trockner.
[0021] Die Siebeinrichtung 3 ist als Schrägsiebformer dargestellt. Alternative Ausbildungen
der Siebeinrichtung 3 sind verwendbar. Zwischen der Siebvorrichtung 3 und dem nachfolgenden
Behandlungsaggregat 4 ist eine Schnittstelle 8 vorgesehen. Zwischen dem Behandlungsaggregat
4 und dem Behandlungsaggregat 6 ist beispielsweise eine Schnittstelle 9 vorgesehen.
Beide Schnittstellen 8, 9 sind als freie Züge ausgebildet dann, wenn die Vliesbahn
10 aufgeführt ist.
[0022] Bei einem Produktionsanlauf oder nach einer Produktionsunterbrechung bedarf es einer
Aufführung der Vliesbahn 10, um den Abstand im Bereich der Schnittstellen 8, 9 zu
überwinden.
[0023] Erfindungsgemäß wurde festgestellt, dass mit Nassvliesprodukten auf einer Schrägsiebmaschine,
wie sie als Siebeinrichtung 3 in Fig. 1 a beispielhaft dargestellt ist, die erzeugte
Vliesbahn 10 eine ausreichende Festigkeit besitzt, so dass das Material über eine
Luftströmung von dem Sieb 11 abgenommen werden kann. Verdeutlicht ist dies in den
Fig. 2 und Fig. 3a, 3b in Verbindung mit Fig. 4.
[0024] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von nassgelegten Vliesstoffen sieht
vor, dass eine wässrige Suspension mit Fasern auf einem Sieb 11 der Siebeinrichtung
3 abgelegt und durch Saugkästen 12 unter dem Sieb entwässert wird für eine Blattbildung
einer Vliesbahn 10, die vom Sieb 11 abgenommen und zumindest einem nachfolgenden Behandlungsaggregat
4 zugeführt wird, bevor die Vliesbahn 10 abschließend auf eine Rolle 23 aufwickelbar
ist.
[0025] Die Vliesbahn wird von dem Sieb 11 zu dem mindestens einen nachfolgenden Behandlungsaggregat
4 und/oder an einer Schnittstelle 9 zwischen zwei Behandlungsaggregaten 4, 6 überführt
bei einem Produktionsstart und/oder nach einer Produktionsunterbrechung unter Zuhilfenahme
einer Bahnaufführung 13.
[0026] Bezug nehmend auf die Fig. 2 bis Fig. 4 erfolgt die Bahnaufführung 13 über einen
jeweils temporär geschlossenen Zug eines an sich freien Zuges zwischen Sieb 11 und
dem mindestens einen nachfolgenden Behandlungsaggregat 4 und/oder eines freien Zuges
an einer Schnittstelle 9 zwischen Behandlungsaggregaten 4, 6.
[0027] Der jeweils temporär geschlossene Zug einer Bahnaufführung 13 wird über Luftströmungen
erzeugt. Diese Luftströmungen wirken ein auf ein Endaufführungsband 14, das geschnitten
wird mittels einer Schneideinrichtung 16, die auf die Vliesbahn 10 auslaufseitig des
Siebes 11 einwirkt. Mittels der Schneideinrichtung 16 wird das Endaufführungsband
14 von der Restbahn 15 der Vliesbahn 10 abgetrennt. Mittels des Endaufführungsbandes
14 erfolgt die Bahnaufführung, während die Restbahn 15 in einen Pulper 17 fällt.
[0028] Wie Fig. 3a zeigt, wird erfindungsgemäß das Endaufführungsband 14 als Teil der laufenden
Vliesbahn 10 durch Anblasen mittels einer Drucklufteinrichtung 18 vom Sieb 11 abgehoben.
Durch Unterdruckerzeugung an einer Transportwegeinrichtung 19 wird das Endaufführungsband
14 an einen von der Transportwegeinrichtung 19 gebildeten Transportweg angeheftet
und durch Ansaugen an dem jeweils nachfolgenden Behandlungsaggregat 4 aufgenommen.
Das Ansaugen an dem nachfolgenden Behandlungsaggregat 4 erfolgt beispielsweise mittels
einer Saugfangeinrichtung 21.
[0029] Die vorstehenden Ausführungen zur Bahnaufführung 13 an der Schnittstelle 8 gelten
in gleicher Weise für die Bahnaufführung 13 an der Schnittstelle 9.
[0030] Erfindungsgemäß wurde festgestellt, dass Nassvliesprodukte eine hinreichende Festigkeit
besitzen dann, wenn sie auf einer Siebeinrichtung 3 entwässert wurden, die beispielsweise
als Schrägsiebmaschine ausgebildet ist. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn zur
Vliesbahnherstellung lange Fasern verwendet werden. Aufgrund dieser erzeugten Festigkeit
der Vliesbahn durch die Siebeinrichtung 3 kann die Siebbahn mit Druckluft aus der
Drucklufteinrichtung 18 vom Sieb 11 für eine Bahnaufführung gelöst werden. Das vom
Sieb 11 abgehobene Endaufführungsband 14 besitzt ausreichende Stabilität, um per Druckluft
an die Transportwegeinrichtung 19 übergeben zu werden. Die Transportwegeinrichtung
19 ist in Fig. 2 als Luftleitblecheinrichtung dargestellt. In Fig. 3 ist die Transportwegeinrichtung
19 als Saugförderband ausgebildet. Beide Transportwegeinrichtungen 19 der Fig. 2 und
der Fig. 3 bilden einen Unterdruck aufgrund der vorhandenen Luftströmungen an vorzugsweise
der Unterseite der Transportwegeinrichtung 19 aus. Dadurch ist es möglich, dass das
über die Druckluft der Drucklufteinrichtung 18 abgehobene Endaufführungsband 14 geführt
bewegt wird zum nachfolgenden Behandlungsaggregat 4. Auf einem Siebband 20 des nachfolgenden
Behandlungsaggregats 4 wird das Endaufführungsband 14 durch die Saugfangeinrichtung
21 aufgenommen.
[0031] Die so geschaffene Überführung des Endaufführungsbandes 14 stellt einen temporär
geschlossenen Zug dar. Wesentlich ist insoweit, dass durch die erfindungsgemäße Ausbildung
eine kontrollierte Abhebung, Überführung und die dann folgende kontrollierte Aufnahme
möglich ist.
[0032] Wie in Fig. 1 a dargestellt, ist das Behandlungsaggregat 4 beispielsweise eine Wasserstrahlverfestigung.
Das Endaufführungsband 14 kann durch eine solche Wasserstrahlverfestigung weiter stabilisiert
werden. Am freien Zug nach dieser Wasserstrahlverfestigung der Schnittstelle 9 kann
die Überführung des Endaufführungsbandes wiederum mit Druckluft vom Siebband 20 des
Behandlungsaggregats 4 abgehoben werden und mit einer Unterdruck erzeugenden Transporteinrichtung
19 auf ein nächstes Siebband 22 eines nachfolgenden Behandlungsaggregats 6 nach dem
gleichen Prinzip übergeben werden. Gemäß Fig. 1a ist dieses weitere Behandlungsaggregat
6 beispielsweise eine Vakuumentwässerung.
[0033] Nach dem Siebband 22 einer solchen Vakuumentwässerung ist das Endaufführungsband
14 meist ausreichend stabil, um in eine Seilschere eingeführt zu werden. Die Abhebung
kann wiederum mit Druckluft durch das Siebband erfolgen. Das Endaufführungsband 14
kann durch ein Luftleitblech oder ein weiteres Siebband gefangen und in eine Seilschere
übergeben werden. Die beschriebene Überführung des Endaufführungsbandes 14 mit dem
temporär geschlossenen Zug kann problemlos bei Produktionsgeschwindigkeiten zwischen
200 bis 250 m/min und höher durchgeführt werden.
[0034] Nachdem das Endaufführungsband 14 durch den Trockner, beispielsweise Behandlungsaggregat
7, und eine Qualitätssicherung 25 bis zum Aufwickler 5 geführt worden ist, kann die
Vliesbahn 10 auf der Siebeinrichtung 3 auf die komplette Warenbreite breitgefahren
werden. Dabei ist das Nassvlies ausreichend stabil, um auch über die gesamte Warenbreite
direkt nach der Siebeinrichtung 3 über einen freien Zug auf das nächste Behandlungsaggregat
geführt zu werden.
[0035] Bei den eben erwähnten Produktionsgeschwindigkeiten könnte eine Veränderung in der
Abhebung der Vliesbahn schnell zu Bahnabrissen führen. Daher ist vorzugsweise unter
dem Siebband 11 der Siebeinrichtung 3 ein variabler, entlang des Siebbandes 11 verschiebbarer
Vakuumsaugkasten 26 montiert. Nachdem die Vliesbahn in voller Breite auf der Produktionslinie
läuft, kann mit diesem Vakuumsaugkasten 26 die Position der Warenbahnabhebung über
eine Justierung des Vakuumsaugkastens 26 einerseits und der Einstellung des Vakuums
andererseits exakt definiert werden. Damit wird der freie Zug zwischen dem Vakuumsaugkasten
26 der Siebeinrichtung 3 und der Saugfangeinrichtung 21 des nachfolgenden Behandlungsaggregats
4 exakt definiert werden. Eine ungleiche Abhebung der Warenbahn wird verhindert. Die
Warenbahnspannung zwischen den beiden Siebbändern 11, 20 wird mit einer Durchhangregelung
vorzugsweise kontrolliert. Die gleichen Ausführungen gelten für die Schnittstelle
9 zwischen zwei Behandlungsaggregaten 4, 6.
[0036] Wie Fig. 3b zeigt, wird erfindungsgemäß das Endaufführungsband 14 als Teil der laufenden
Vliesbahn 10 durch Ansaugen mittels eines Abnahmesaugers 30 mit einem Saugelement
31 vom Sieb 11 abgenommen. Am Kopf der Transportwegeinrichtung 19 ist als Abnahmesauger
30 eine Saugwalze angeordnet, die derart auf ein Sieb 11 wirken kann, um das Endaufführungsband
14 mittels Unterdruck direkt vom Sieb 11 anzusaugen.
[0037] Im Übrigen gelten die zu Fig. 3a gemachten Ausführungen entsprechend. Durch Unterdruckerzeugung
an der Transportwegeinrichtung 19 wird dann nämlich das Endaufführungsband 14 weitergeleitet,
wie vorstehend zu Fig. 3a im Einzelnen ausgeführt wurde. Die Blasdüse 18, die gemäß
Fig. 3a vorgesehen ist, entfällt dann vorzugsweise.
[0038] Erfindungsgemäß kann die Vliesbahn wirtschaftlich günstiger gegenüber herkömmlichen
Lösungen überführt werden, und der kontrollierte freie Zug bietet darüber hinaus eine
wirtschaftlich günstige Lösung der Warenbahnführung.
[0039] Die vorgenannte Durchhangregelung kann ergänzt werden durch eine Steuereinrichtung
zum Kontrollieren der Abhebung, Überführung und Aufnahme eines Endaufführungsbandes
14 an den Schnittstellen 8, 9 mit einer Bahnaufführung 13.
1. Verfahren zur Herstellung von nassgelegten Vliesstoffen, bei dem eine wässrige Suspension
mit Fasern auf einem Sieb abgelegt und durch Saugkästen unter dem Sieb entwässert
wird für eine Blattbildung einer Vliesbahn, die vom Sieb abgenommen und zu mindestens
einem nachfolgenden Behandlungsaggregat geführt wird, bevor die Vliesbahn aufwickelbar
ist, und Überführen der Vliesbahn vom Sieb zu dem mindestens einen nachfolgenden Behandlungsaggregat
und/oder Überführen der Vliesbahn an Schnittstellen zwischen Behandlungsaggregaten
bei einem Produktionsstart und/oder nach einer Produktionsunterbrechung unter Zuhilfenahme
einer Bahnaufführung, dadurch gekennzeichnet, dass die Bahnaufführung über einen jeweils temporär geschlossenen Zug eines freien Zuges
zwischen Sieb und dem mindestens einen nachfolgenden Behandlungsaggregat und/oder
eines freien Zuges an einer Schnittstelle zwischen Behandlungsaggregaten erfolgt,
und der jeweils temporär geschlossene Zug über Luftströmungen erzeugt wird, die ein
Endaufführungsband als Teil der laufenden Vliesbahn durch Ansaugen abnehmen, durch
Unterdruckerzeugung an eine Transportwegeinrichtung anheften und an das jeweils nachfolgende
Behandlungsaggregat weiterführen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Endaufführungsband mit Saugluft vom Sieb abgenommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Endaufführungsband mit einem Saugförderband transportiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Endaufführungsband mit einer Luftleitbleicheinrichtung transportiert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Transportieren des Endaufführungsbandes durch Anheften an eine Unterseite der
Transportwegeinrichtung erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ansaugen an dem jeweils nachfolgenden Behandlungsaggregat mittels einer Saugfangeinrichtung
unter einem Siebband des nachfolgenden Behandlungsaggregats erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftströmungen des temporär geschlossenen Zuges zur Ausbildung eines gleichmäßigen
Bahnzuges im Bereich der Überführung aufeinander abgestimmt sind.
8. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 7, gekennzeichnet durch eine Nassvliesanlage (1) mit einer Fasersuspensierungseinrichtung (2), einer Siebeinrichtung
(3), mindestens einem nachfolgenden Behandlungsaggregat (4) und mit mindestens einem
freien Zug an einer Schnittstelle (8, 9) zwischen der Siebeinrichtung (3) und dem
nachfolgenden Behandlungsaggregat (4) und/oder an einer Schnittstelle (9) zwischen
zwei nachfolgenden Behandlungsaggregaten (4, 6), der temporär schließbar ist über
Luftströmungseinrichtungen einer Bahnaufführungseinrichtung (13) für ein geschnittenes
Endaufführungsband (14), die derart positioniert sind, dass das Endaufführungsband
(14) als Teil der laufenden Vliesbahn (10) durch einen Abnahmesauger (30) abgenommen und durch eine Unterdruck erzeugende Transportwegeinrichtung (19) zum nachfolgenden Behandlungsaggregat
überführt wird.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass dem Abnahmesauger (30) zum Abnehmen der Vliesbahn (10) eine in Laufrichtung der Vliesbahn
(10) nachgeordnete Saugeinrichtung (26) vorgesehen ist, mittels der eine Übergabestelle
in den freien Zug zum nachfolgenden Behandlungsaggregat (4) positionierbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterdruck erzeugende Transportwegeinrichtung (19) als ein Saugförderband oder
eine Luftleitblecheinrichtung ausgebildet sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportwegeinrichtung (19) eine als Ansaugfläche ausgebildete Unterseite aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zum Aufnehmen eines überführten Endaufführungsbandes (14) das nachfolgende Behandlungsaggregat
(4, 6) eingangsseitig eine Saugfangeinrichtung (21) aufweist, die an eine Steuereinrichtung
zum Kontrollieren des Abnehmens, Überführens und Aufnehmens eines Endaufführungsbandes
(14) im temporär geschlossenen Zug angeschlossen ist.