[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausrichten von einander gegenüberstehend
anzuordnenden Beschlagteilen eines Treibstangenbeschlages auf einem Flügel und einem
Rahmen eines Fensters, einer Fenstertür oder dergleichen, bei dem der Flügel von einer
von dem Rahmen getrennten Offenstellung in eine im Rahmen liegende Schließstellung
bewegbar ist, mit einer an einem der Beschlagteile anlenkbaren und die Position des
anderen der Beschlagteile markierenden Positionierhilfe.
[0002] Eine Lehre zum Montieren von Verriegelungsbeschlaggarnituren von Schiebetüren ist
aus der
EP 1 837 464 A2 bekannt. Diese Lehre hat ein erstes Ende zum Anlegen an einem Schließzapfen und ein
zweites Ende zum Anlegen an einem Schließblech und wird beim von dem Rahmen entfernten
Flügel eingesetzt. Das Ansetzen der Lehre bei geöffnetem Flügel kann durch unbeabsichtigtes
geneigtes Ansetzen zu Ungenauigkeiten führen.
[0003] Eine Lehrvorrichtung zum Anschlagen eines verdeckt liegenden Treibstangenbeschlages
ist beispielsweise aus der
DE 1 559 742 A bekannt. Diese Lehrvorrichtung hat eine Bohrlehre mit festen Abstandsmaßen und ist
sehr aufwändig in der Handhabung.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art so weiter zu bilden, dass sie besonders einfach zu handhaben ist und eine hohe
Genauigkeit der Positionierung ermöglicht.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Positionierhilfe Befestigungsmittel
zur lösbaren Verbindung mit einem ersten Beschlagteil in Offenstellung des Flügels
und eine die Position des zweiten, gegenüberliegend anzuordnenden Beschlagteils kennzeichnende
Maßkante in Schließstellung des Flügels hat.
[0006] Durch diese Gestaltung wird die Positionierhilfe in Offenstellung an dem ersten Beschlagteil
angelegt und markiert in Schließstellung die Position des zweiten Beschlagteils. Damit
wird ein versehentlich gekipptes Anlegen der Positionierhilfe verhindert, so dass
die Positionierung des zweiten Beschlagteils mit einer hohen Genauigkeit erfolgt.
Zudem ist die Positionierhilfe sehr einfach mittels der lösbaren Verbindung an dem
ersten Beschlagteil zu befestigen und damit besonders einfach zu handhaben.
[0007] Die Positionierhilfe lässt sich gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
einfach in Offenstellung des Flügels an dem einen Beschlagteil befestigen, wenn die
Befestigungsmittel Klemmbacken oder Rasthaken zur Verbindung mit dem ersten Beschlagteil
aufweisen. Die Positionierhilfe wird damit gehalten bis der Flügel in Schließstellung
gegen den Rahmen gedrückt wird und die Position des zweiten, gegenüberliegenden Beschlagteils
kennzeichnet.
[0008] Bei Verschlüssen des Treibstangenbeschlages hat eines der Beschlagteile einen Schließzapfen,
welcher gegenüber einem gegenüberliegend anzuordnenden, als Schließblech ausgebildeten
Beschlagteil ausgerichtet werden muss. Bei solchen Beschlagteilen lässt sich die Positionierhilfe
gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach befestigen,
wenn die Befestigungsmittel gabelförmig zur Umgreifung eines Schließzapfens eines
Verschlusses des Treibstangenbeschlages ausgebildet sind. Diese Gestaltung führt zu
einer starken Vereinfachung der Montage des Treibstangenbeschlages, da zunächst Beschlagteile
mit einer große Abmessungen aufweisenden Treibstange meist am Flügel montiert werden
können. Anschließend werden die verhältnismäßig kleinen, meist am Rahmen zu montierenden
als Schließblech ausgebildeten Beschlagteile mittels der Positionierhilfe ausgerichtet.
Diese Schließbleche lassen sich besonders einfach handhaben.
[0009] Die Befestigungsmittel gestalten sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung konstruktiv besonders einfach, wenn die gabelförmig gestalteten Befestigungsmittel
nach innen weisende Nasen als Rasthaken aufweisen.
[0010] Die Positionierhilfe gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung konstruktiv besonders einfach, wenn die Maßkante auf einem von dem Befestigungsmittel
abgewinkelten Steg angeordnet ist. Hierdurch ist die Maßkante bei in Schließstellung
befindlichem Flügel zugänglich, so dass eine Markierung auf dem Flügel oder dem Rahmen
angebracht werden kann. Anhand der Markierung lässt sich nach dem Öffnen des Flügels
das zweite Beschlagteil montieren.
[0011] Die Erzeugung einer Markierung zur Festlegung des zweiten Beschlagteils bei in Schließstellung
befindlichem Flügel gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung besonders einfach, wenn der die Maßkante aufweisende Steg einen Flügelüberschlag
des Flügels überragende Abmessungen aufweist. Durch diese Gestaltung lässt sich der
Steg zwischen dem Flügel und dem Rahmen hindurchführen und überragt in Schließstellung
den Flügelüberschlag. Damit kann entlang der Maßkante auf dem Fenster eine Markierung
angebracht werden, die die Position des zweiten Beschlagteils festlegt.
[0012] Häufig lässt sich das zweite Beschlagteil kraftschlüssig und längsverschieblich in
Nuten des Fensters vormontieren. Solche Beschlagteile lassen sich gemäß einer anderen
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besonders einfach montieren, wenn die Maßkante
in eine Auflaufkante zur Ausrichtung des zweiten Beschlagteils übergeht. Durch diese
Gestaltung lässt sich die Positionierhilfe dazu verwenden, das zweite Beschlagteil
gegenüber dem ersten Beschlagteil in die vorgesehene Position zu verschieben. Damit
ist diese Gestaltung der Positionierhilfe meist bei als Schließblechen ausgebildeten
zweiten Beschlagteilen besonders vorteilhaft.
[0013] Mit einer einzigen Positionierhilfe lassen sich gemäß einer anderen vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung eine große Anzahl an Beschlagteilen ausrichten, wenn die
Positionierhilfe spiegelbildlich für rechts- und linksanschlagende Flügel gestaltet
ist. Vorzugsweise weist die Positionierhilfe hierbei zwei Maßkanten auf.
[0014] Zur Vereinfachung der Handhabung der Positionierhilfe trägt es gemäß einer anderen
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung bei, wenn die Positionierhilfe an der Maßkante
Markierungen aufweist.
[0015] Die Positionierhilfe ist gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
zuverlässig in ihrer vorgesehenen Lage gehalten, wenn die Positionierhilfe eine Anschlagkante
zur Abstützung an einem Flügelüberschlag des Flügels hat.
[0016] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig.1
- ein Fenster mit einem Teil einer Positionierhilfe,
- Fig.2
- perspektivisch einen Verschluss des Fensters aus Figur 1 mit der Positionierhilfe,
- Fig.3
- perspektivisch die Positionierhilfe aus Figur 2 in einer stark vergrößerten Darstellung,
- Fig.4
- perspektivisch den Verschluss des Fensters aus Figur 1 mit einer weiteren Ausführungsform
der Positionierhilfe,
- Fig.5
- perspektivisch die Positionierhilfe aus Figur 4 in einer stark vergrößerten Darstellung.
[0017] Figur 1 zeigt ein Fenster mit einem gegen einen Rahmen 1 schwenkbaren Flügel 2 und
mit einem Treibstangenbeschlag 3 zur Verriegelung des Flügels 2 in dem Rahmen 1. Der
Treibstangenbeschlag 3 hat eine von einer Handhabe 4 am Flügel 2 längsverschieblich
geführte Treibstange 5 zur Ansteuerung von mehreren Verschlüssen 6. Der Flügel 2 hat
einen Flügelüberschlag 7, mit dem er den inneren Rand des Rahmens 1 überdeckt. Weiterhin
zeigt Figur 1 einen Teil einer Positionierhilfe 8 zum Ausrichten zweier in Figur 2
dargestellter Beschlagteile 9, 10 eines der Verschlüsse 6.
[0018] Figur 2 zeigt perspektivisch einen Rand des Flügels 2 mit den beiden Beschlagteilen
9, 10 des Verschlusses 6 aus Figur 1, einem weiteren Beschlagteil 11, welches als
Eckumlenkung 12 ausgebildet ist und mit der Positionierhilfe 8. Ein erstes Beschlagteil
9 ist als Schließzapfen 13 und ein zweites Beschlagteil 10 als Schließblech 14 ausgebildet.
Der Schließzapfen 13 ist auf der im Flügel 2 geführten Treibstange 5 befestigt. Das
Schließblech 14 muss zur Herstellung des Verschlusses 6 dem Schließzapfen 13 gegenüberstehend
in einer vorgesehenen Position auf dem Rahmen 1 befestigt werden. Hierfür ist auf
dem Schließzapfen 13 die Positionierhilfe 8 befestigt. Die Positionierhilfe 8 hat
Maßkanten 15, 16. Die Maßkanten 15, 16 sind auf abgewinkelten Stegen 17, 18 angeordnet.
Die Stege 17, 18 haben eine den Flügelüberschlag 7 aus Figur 1 überragende Länge und
sind daher im geschlossenen Zustand des Flügels 2 von außen zugänglich, so dass die
Maßkanten 15, 16 abgezeichnet werden können. Die Positionierhilfe 8 hat eine Anschlagkante
19 zur Abstützung an dem Flügelüberschlag 7. Das Schließblech 14 ist in der in Figur
2 dargestellten Ansicht ausschließlich zur Verdeutlichung der Bauteile des Verschlusses
6 dargestellt. Dieses wird nach der Erzeugung der Markierung bei geöffneten Flügel
2 am Rahmen 1 befestigt.
[0019] Figur 3 zeigt perspektivisch die Positionierhilfe 8 aus Figur 1. Hierbei ist zu erkennen,
dass die Positionierhilfe 8 Befestigungsmittel 20 hat, welche gabelförmig gestaltet
sind und Rasthaken 21 zur Umgreifung des Schließzapfens 13 aufweisen. Weiterhin zeigt
Figur 3, dass die Positionierhilfe 8 symmetrisch gestaltet ist und daher bei rechts-
wie linksanschlagenden Flügeln 2 einsetzbar ist. Auf den Stegen 17, 18 sind nicht
dargestellte, in der Stellung aus Figur 1 sichtbare Markierungen zur Kennzeichnung
der Maßkanten 15, 16 angebracht.
[0020] Figur 4 zeigt eine Positionierhilfe 22 in einer weiteren Ausführungsform mit angrenzenden
Bereichen des Verschlusses 6 aus Figur 1 und des Flügels 2. Die Positionierhilfe 22
hat wie die Ausführungsform aus den Figuren 2 und 3 Befestigungsmittel 23 zur Befestigung
auf dem Schließzapfen 13 und die Position des Schließblechs 14 kennzeichnende Maßkanten
24, 25. Die Maßkanten 24, 25 bei dieser Ausführungsform gehen jedoch in Auflaufkanten
26, 27 zur Ausrichtung des Schließblechs 14 über. Bei der Montage des Schließblechs
14 wird zunächst bei geöffneten Flügel 2 die Positionierhilfe 22 auf dem Schließzapfen
13 befestigt und das Schließblech 14 mit dem Rahmen 1 kraftschlüssig und verschieblich
verbunden. Anschließend wird der Flügel 2 gegen den Rahmen 1 gedrückt. Dabei wird
das Schließblech 14 durch die jeweilige Auflauframpe 26 bis zur Maßkante 25 verschoben.
Nach dem erneuten Öffnen des Flügels 2 ist das Schließblech 14 kraftschlüssig in der
vorgesehenen Position am Rahmen 1 gehalten und kann mittels einer Verschraubung dauerhaft
befestigt werden.
[0021] Figur 5 zeigt die Positionierhilfe 22 in einer vergrößerten perspektivischen Darstellung.
Auch diese Positionierhilfe 11 ist gabelförmig zur Umgreifung des Schließzapfens 13
gestaltet und hat Rasthaken 28 zur Befestigung an dem Schließzapfen 13. Die Positionierhilfe
22 hat eine Anschlagkante 29 zur Abstützung an dem Flügelüberschlag 7 und ist symmetrisch
für rechts- und linksanschlagende Flügel 2 gestaltet. Die Maßkanten 24, 25 weisen
nicht dargestellte Markierungen zu ihrer Kennzeichnung auf.
[0022] Selbstverständlich können anstelle der als Bauteile von Verschlüssen 6 ausgebildeten
Beschlagteilen 9, 10 beliebig andere Beschlagteile mit der entsprechend angepassten
Positionierhilfe gegenüber anderen Beschlagteilen ausgerichtet werden. Solche Beschlagteile
können beispielsweise als Flügelheber, als Sensor oder als motorischer Treibstangenantrieb
ausgebildet sein.
1. Vorrichtung zum Ausrichten von einander gegenüberstehend anzuordnen Beschlagteilen
(9, 10) eines Treibstangenbeschlages (3) auf einem Flügel (2) und einem Rahmen (1)
eines Fensters, einer Fenstertür oder dergleichen, bei dem der Flügel (2) von einer
von dem Rahmen (1) getrennten Offenstellung in eine im Rahmen (1) liegende Schließstellung
bewegbar ist, mit einer an einem der Beschlagteile (9, 10) anlenkbaren und die Position
des anderen der Beschlagteile (10, 9) markierenden Positionierhilfe (8, 22), dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierhilfe (8, 22) Befestigungsmittel (20, 23) zur lösbaren Verbindung
mit einem ersten Beschlagteil (9) in Offenstellung des Flügels (2) und eine die Position
des zweiten, gegenüberliegend anzuordnenden Beschlagteils (10) kennzeichnende Maßkante
(15, 16, 24, 25) in Schließstellung des Flügels (2) hat.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel (20, 23) Klemmbacken oder Rasthaken (21, 28) zur Verbindung
mit dem ersten Beschlagteil (9) aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel (20, 23) gabelförmig zur Umgreifung eines Schließzapfens (13)
eines Verschlusses (6) des Treibstangenbeschlages (3) ausgebildet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die gabelförmig gestalteten Befestigungsmittel (20, 23) nach innen weisende Nasen
als Rasthaken (21, 28) aufweisen.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Maßkante (15, 16) auf einem von dem Befestigungsmittel (20) abgewinkelten Steg
(17, 18) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der die Maßkante (15, 16) aufweisende Steg (17, 18) einen Flügelüberschlag (7) des
Flügels (2) überragende Abmessungen aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Maßkante (24, 25) in eine Auflaufkante (26, 27) zur Ausrichtung des zweiten Beschlagteils
(10) übergeht.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierhilfe (8, 22) spiegelbildlich für rechts- und linksanschlagende Flügel
(2) gestaltet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierhilfe (8, 22) an der Maßkante (15, 16, 24, 25) Markierungen aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierhilfe (8, 22) eine Anschlagkante (19, 29) zur Abstützung an einem
Flügelüberschlag (7) des Flügels (2) hat.