[0001] Die Erfindung betrifft eine Schienenvorrichtung für eine Führungsvorrichtung, mittels
der eine Schiebetür, insbesondere eine Schiebetür eines Möbelstücks verschiebbar gehalten
ist, sowie eine Führungsvorrichtung und ein Möbelstück, insbesondere ein Schrank,
mit wenigstens einer Schiebetür.
[0002] Mittels Schiebetüren lassen sich Räume eines Gebäudes trennen oder Schränke abschliessen.
Zum Öffnen eines Schrankes werden die Schiebetüren beiseitegeschoben und müssen nicht,
wie Drehtüren, in den Raum gegen den Anwender gedreht werden. Hingegen wird auch für
die zu öffnenden Schiebetüren Raum benötigt, in dem sie parkiert werden können.
[0003] Aus [1],
US2014/150208A1, ist ein Schrank mit einer Führungsvorrichtung bekannt, mittels der Schiebetüren
gefaltet und parallel zur Seitenwand des Schrankes in einen Parkraum hinein verschoben
werden können. Der für den Parkraum innerhalb des Schrankes vorgesehene Raum steht
für die Nutzung des Schrankes hingegen nicht mehr zur Verfügung.
[0004] Die [2],
US8763205B2, offenbart einen Schrank mit mehreren Schiebetüren, die von entlang von Führungsschienen
verschiebbaren Laufwerksvorrichtungen gehalten und geführt sind, sodass die Schiebetüren
von einer Schranköffnung abgehoben und seitlich verschoben werden können. Die Laufwerksvorrichtungen
umfassen Laufwerke mit Laufwerksarmen, die über je eine Verbindungsvorrichtung mit
den Schiebetüren verbunden sind. Die Schiebetüren dieses Schrankes werden daher nicht
in einen speziell vorgesehenen Parkraum transportiert, sondern vor eine benachbarte
Schiebetür verschoben. Bei einem Schrank mit zwei Schiebetüren kann der Anwender daher
jeweils die eine vor die andere Schiebetür schieben. Damit die Schiebetüren anhand
der Führungslaufwerke in der beschriebenen Weise verschoben werden können, ist eine
Schienenvorrichtung erforderlich, welche geeignet ist, das Laufwerk oder Laufwerksmodule
des Laufwerks in entsprechenden Bahnen zu verschieben.
[0005] Schienensysteme bzw. Schienenvorrichtungen werden vom Hersteller der Laufwerke und
Schienen üblicherweise in Abmessungen zur Verfügung gestellt, die für das Endprodukt
erforderlich sind. Sofern die Schienenvorrichtungen nur gerade Schienenelemente umfassen,
ist es auch möglich, dass der Möbelhersteller diese bedarfsweise zuschneidet. Dies
ist bei komplexen Schienensystemen, die Kurvenformen aufweisen oder die kombinierte
Schienenformen mit Kurven und Geraden aufweisen, hingegen kaum möglich.
[0006] Bei der Installation werden die konfektionierten Elemente der Schienenvorrichtung
Stück für Stück montiert. Anschliessend wird wenigstens ein Laufwerk in die Schienenvorrichtung
eingesetzt. Diese Assemblierung der gesamten Führungsvorrichtung verursacht erheblichen
Aufwand und erfordert entsprechend geschultes Personal.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Schienenvorrichtung
für eine Führungsvorrichtung zu schaffen. Weiterhin soll eine Führungsvorrichtung
geschaffen werden, die eine solche Schienenvorrichtung umfasst, sowie ein Möbelstück
mit wenigstens einer Schiebetür, insbesondere ein Schrank, der mit einer solchen Schienenvorrichtung
oder Führungsvorrichtung ausgerüstet ist.
[0008] Die Schienenvorrichtung soll mit geringem Aufwand stufenlos an die Abmessungen eines
Schrankes angepasst werden können. Ferner sollen Möbel und Schränke, die unterschiedliche
Abmessungen aufweisen, mit geringem Aufwand mit einer solchen Schienenvorrichtung
oder Führungsvorrichtung nachgerüstet werden können.
[0009] Die Schienenvorrichtung soll einfach aufgebaut sein und mit geringen Kosten hergestellt
werden können. Insbesondere sollen Abschnitte der Schienenvorrichtung, die Kurven
aufweisen, vorteilhaft hergestellt werden können.
[0010] Die mit der Schienenvorrichtung versehene Führungsvorrichtung soll mit reduziertem
Aufwand montiert und die Abmessungen des Schrankes angepasst werden können. Allfällige
Justierungen sollen mit minimalem Aufwand vollzogen werden können.
[0011] Diese Aufgabe wird mit einer Schienenvorrichtung, einer Führungsvorrichtung und einem
Möbelstück, insbesondere einem Schrank, gelöst, welche die in Anspruch 1, 12 bzw.
14 genannten Merkmale aufweisen. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in
weiteren Ansprüchen angegeben.
[0012] Die Schienenvorrichtung ist für eine Führungsvorrichtung vorgesehen, die wenigstens
ein Laufwerk aufweist, mittels dessen eine Schiebetür gehalten und entlang einem in
der Schienenvorrichtung vorgesehenen Führungskanal verschoben werden kann, der durch
ein zumindest teilweise gerade verlaufendes erstes Schienenteil und wenigstens ein
daran anschliessendes zumindest teilweise entlang einer Kurve verlaufendes zweites
Schienenteil gebildet wird.
[0013] Erfindungsgemäss sind Lagerelemente vorgesehen, die formschlüssig ineinander eingreifen
und durch die das zweite Schienenteil parallel zu einer Längsachse des ersten Schienenteils
verschiebbar gehalten ist. Ferner sind Befestigungsmittel vorgesehen, durch die das
zweite Schienenteil an einer gewählten Position mit dem ersten Schienenteil verbindbar
ist.
[0014] Durch Verschieben des zweiten Schienenteils gegenüber dem ersten Schienenteil kann
die Führungsbahn somit wahlweise verlängert oder verkürzt und an die Dimensionen eines
Schrankes angepasst werden. Sofern auf beiden Seiten des ersten Schienenteils zweite
Schienenteile verschiebbar vorgesehen sind, kann die Führungsbahn auf beiden Seiten
wahlweise verlängert oder verkürzt werden.
[0015] Die Teile der Schienenvorrichtung müssen daher nicht entsprechend den Schrankabmessungen
konfektioniert und anschliessend vereinzelt zusammengebaut werden. Die Schienenvorrichtung
oder vorzugsweise die gesamte Führungsvorrichtung mit einem oder mehreren Laufwerken
kann bereits vormontiert ausgeliefert und durch den Möbelhersteller als Einheit montiert
werden. Nach oder bei der Montage der Schienenvorrichtung oder der Führungsvorrichtung
können die auf jeder Seite des ersten Schienenteils vorgesehenen zweiten Schienenteile
verschoben werden, um die Führungsbahn einseitig oder beidseitig zu verlängern oder
zu kürzen.
[0016] Die erfindungsgemässe Lösung erlaubt es daher, die Schienenvorrichtung oder sogar
die vollständige Führungsvorrichtung in einem Arbeitsgang innerhalb kürzester Zeit
und ohne besondere Schulung des Personals zu montieren.
[0017] Die verschiebbare Lagerung der Schienenplatte kann auf verschiedene Arten erfolgen,
wobei sichergestellt werden muss, dass das erste und das zweite Schienenteil an den
einander zugewandten Enden, d.h. im Übergangsbereich stets koaxial zueinander ausgerichtet
sind.
[0018] Dies gelingt besonders vorteilhaft, indem vorgesehen wird, dass sich das erste und
das zweite Schienenteil im Übergangsbereich des Führungskanals überlappen und zumindest
auf einer Seite des Führungskanals formschlüssig und gegeneinander verschiebbar ineinander
eingreifen.
[0019] Die einander überlappenden Teile des ersten und zweiten Schienenteils grenzen vorzugsweise
gemeinsam auf wenigstens einer Seite an den Führungskanal an und bilden je einen Laufflächenteil
für ein im Führungskanal geführtes Führungselement. Beim Übergang vom ersten zum zweiten
Schienenteil und umgekehrt wird das Führungselement, z.B. eine Führungsrolle, daher
stets durch zumindest einen der beiden Laufflächenteile geführt.
[0020] Vorzugsweise ist das zweite Schienenteil, welches den zweiten Kanalabschnitt bildet
und eine erste und eine zweite Kanalwand aufweist, Bestandteil einer aus Kunststoff
oder Metall gefertigten Schienenplatte, die ein auf der ersten Seite des Führungskanals
verlaufendes erstes Plattenteil und ein auf der zweiten Seite des Führungskanals verlaufendes
zweites Plattenteil aufweist. Die Verwendung dieser Schienenplatte erlaubt es, das
zweite Schienenteil mit einer beliebigen Kurve präzise herzustellen. Ferner kann die
Schienenplatte vorteilhaft mit dem ersten Schienenteil oder damit verbundenen Hilfselementen,
wie Hilfsschienen, gekoppelt werden. Weiterhin weist die Schienenplatte vorzugsweise
Möglichkeiten zur Montage einer Einzugsvorrichtung auf.
[0021] Das erste und das zweite Schienenteil sind vorzugsweise zumindest auf einer ersten
Seite des Führungskanals durch eine erste Hilfsschiene miteinander verbunden, entlang
der das zweite Schienenteil oder die Schienenplatte verschiebbar und an einer gewählten
Position fixierbar ist. Die erste Hilfsschiene unterstützt somit die verschiebbare
Lagerung und Befestigung der Schienenplatte und kann zumindest im Übergangsbereich
zwischen dem ersten und zweiten Schienenteil den Führungskanal zumindest teilweise
begrenzen und eine Lauffläche oder ein Laufflächenteil bilden, auf den das Führungselement
abgestützt werden kann. Sofern die erste Hilfsschiene für weitere Zwecke, z.B. für
die Lagerung von Laufrollen des Laufwerks, benötigt wird, kann sich dieses entlang
der gesamten Schienenvorrichtung erstrecken und das erste Schienenteil ergänzen. Sofern
das erste Schienenteil z.B. zumindest annähernd ein L-Profil aufweist, kann dieses
anhand der vorzugsweise formschlüssig damit gekoppelten ersten Hilfsschiene zu einem
U-Profil ergänzt werden. Durch diese synergistische Verbindung kann auf die Ausbildung
des ersten Schienenteils mit einem vollständigen U-Profil verzichtet werden.
[0022] Z.B. wird das erste Plattenteil der Schienenplatte mit einem Wandprofil der ersten
Hilfsschiene verschiebbar und fixierbar verbunden, das an die erste Seite des Führungskanals
angrenzt, das an die erste Schienenwand des zweiten Schienenteils anschliesst und
das mit einem ersten Profilteil des ersten Schienenteils gekoppelt ist. Durch das
Wandelement, welches nahtlos an die erste Schienenwand des zweiten Schienenteils anschliesst,
wird daher zumindest im Übergangsbereich zwischen dem ersten und zweiten Schienenteil
eine Kanalwand des Führungskanals gebildet.
[0023] Das zweite Plattenteil der Schienenplatte ist vorzugsweise mit einem zweiten Profilteil
des ersten Schienenteils verschiebbar gekoppelt und bildet ein Wandstück einer zweiten
Schienenwand des zweiten Schienenteils, welches gemeinsam mit einem Wandelement des
zweiten Profilteils des ersten Schienenteils an den Führungskanal angrenzt und eine
gemeinsame Lauffläche für das Führungselement bildet.
[0024] Die Schienenplatte ist vorzugsweise mittels Schrauben mit Schienenelementen des ersten
Schienenteils oder mit weiteren Schienenelementen der Schienenvorrichtung, insbesondere
den Hilfsschienen verbunden. Dazu weisen diese Schienenelemente vorzugsweise einen
Schraubenkanal auf, welcher parallel zur Längsachse des ersten Schienenteils verläuft
und an dessen Innenseite Gewindeelemente vorgesehen sind, in die Montageschrauben
formschlüssig eingreifen können. Die Montageschrauben können an jeder beliebigen Position
des sich längs der Schienenvorrichtung erstreckenden Schraubenkanals montiert werden.
Die Schienenplatte kann somit stufenlos verschoben und mittels der Montageschrauben
an einer beliebigen Position fixiert werden.
[0025] Das erste Plattenteil der Schienenplatte wird z.B. durch Montageschrauben mit dem
Kopplungsprofil der ersten Hilfsschiene verbunden, welches einen Schraubenkanal zur
Aufnahme der Montageschrauben aufweist.
[0026] Das zweite Plattenteil der Schienenplatte kann demgegenüber ein Kopplungsprofil aufweisen,
welches formschlüssig in das zweite Profilteil des ersten Schienenteils eingreift.
[0027] In einer vorzugsweisen Ausgestaltung ist eine zweite Hilfsschiene vorgesehen, welche
mit dem zweiten oder einem dritten Plattenteil der Schienenplatte verbunden ist. Vorzugsweise
weist die zweite Schiene ebenfalls einen Schraubenkanal auf, in dem Montageschrauben
an beliebigen Stellen fixiert werden können, um die Schienenplatte auch auf dieser
Seite stabil mit der Schienenvorrichtung zu verbinden.
[0028] In einer vorzugsweisen Ausgestaltung weisen die erste und die zweite Hilfsschiene,
die vorzugsweise durch Querstreben miteinander verbunden sind, je eine Lauffläche
auf, entlang denen Laufrollen des Laufwerks geführt werden.
[0029] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1a
- einen erfindungsgemässen Schrank 9 mit einer an dessen Unterseite vorgesehenen Führungsvorrichtung
1, die zwei Laufwerke 11, 11' umfasst, die in einer erfindungsgemässen Schienenvorrichtung
2 verschiebbar gelagert und geführt sind und die je mit einer Schiebetür 91 bzw. 92
verbunden sind, die zum Abschliessen je einer Schranköffnung vorgesehen sind und die
von der Schranköffnung frontal abgehoben und seitlich verschoben werden können;
- Fig. 1b
- den Schrank 9 von Fig. 1a nachdem die erste Schiebetür 91 mittels des zugehörigen
Laufwerks 11 vor die zweite Schiebetür 92 verschoben wurde;
- Fig. 2a
- den Schrank 9 in der Konfiguration von Fig. 1a nach dem Entfernen der ersten Schiebetür
91 und einer Seitenwand 94 sowie einem Schnitt durch die Mitte der Deckplatte 93;
- Fig. 2b
- den Schrank 9 in der Konfiguration von Fig. 1b nach dem Entfernen der ersten Schiebetür
91 und einem Schnitt durch die Mitte der Deckplatte 93;
- Fig. 3a
- den Schrank 9 in der Konfiguration von Fig. 1b von unten gesehen mit den beiden Laufwerken
11, 11', die auf dieselbe Seite der Schienenvorrichtung 2 verschoben wurden;
- Fig. 3b
- den Schrank 9 in der Konfiguration von Fig. 3a ohne die Laufwerke 11, 11' und die
Schiebetüren 91, 92, mit Blick auf die Schienenvorrichtung 2;
- Fig. 4a
- einen Schnitt durch die Schienenvorrichtung 2 entlang der in Fig. 3b eingezeichneten
Linie A--A mit dem ersten Laufwerk 11, welches ein quer zur Schrankfront verschiebbares
erstes Laufwerksmodul 111 und ein parallel zur Schrankfront verschiebbares zweites
Laufwerksmodul 112 aufweist, in dem das erste Laufwerksmodul 111 verschiebbar gelagert
ist;
- Fig. 4b
- einen Schnitt durch die Schienenvorrichtung 2 entlang der in Fig. 3b eingezeichneten
Linie B--B mit dem bis zu dieser Position verschobenen ersten Laufwerk 11 und dem
quer zur Schrankfront nach aussen gefahrenen ersten Laufwerksmodul 111;
- Fig. 5a
- einen Schnitt durch die Schienenvorrichtung 2 entlang der in Fig. 3b eingezeichneten
Linie C--C mit Blick auf ein Endstück 2A der Schienenvorrichtung 2, an dem eine verschiebbare
Schienenplatte 220 vorgesehen ist, welche das zweite Schienenteil 22 umfasst;
- Fig. 5b
- das Endstück 2A der Schienenvorrichtung 2 von Fig. 5a mit dem nach aussen verschobenen
Schienenelement 22;
- Fig. 5c
- das Endstück 2A der Schienenvorrichtung 2 von Fig. 5a in Explosionsdarstellung;
- Fig. 5d
- einen Teil des Endstücks 2A der Schienenvorrichtung 2 von Fig. 5a in Frontansicht;
und
- Fig. 6
- eine mit der erfindungsgemässen Schienenvorrichtung 2 versehene Führungsvorrichtung
1.
[0030] Fig. 1a zeigt einen erfindungsgemässen Schrank 9 mit einer an dessen Unterseite vorgesehenen
Führungsvorrichtung 1, die zwei Laufwerke 11, 11' umfasst, die in einer erfindungsgemässen
Schienenvorrichtung 2 verschiebbar gelagert sind und die je mit einer Schiebetür 91,
92 verbunden sind. Die Schiebetüren 91, 92, dienen dem Abschliessen je einer Schranköffnung
und können von der zugehörigen Schranköffnung abgehoben und seitlich verschoben werden
können. Zur stabilen Führung der Schiebetüren 91, 92 sind diese an der Oberseite durch
je eine Komplementärführung 6 gehalten und geführt.
[0031] Fig. 1b zeigt den Schrank 9 von Fig. 1a nachdem die erste Schiebetür 91 mittels des
zugehörigen Laufwerks 11 von der Schranköffnung 90 abgehoben und seitlich parallel
vor die zweite Schiebetür 92 verschoben wurde. Die Komplementärführung 6 an der Oberseite
des Schrankes umfasst in dieser vorzugsweisen Ausgestaltung ein Laufwerk 62, das entlang
einer Führungsschiene 68 bis zu einer Zwischenwand 95 geführt wurde und das über einen
gekrümmten Führungshebel 63 mit der ersten Schiebetür 91 verbunden ist.
[0032] Fig. 2a zeigt den Schrank 9 mit der teilweise freigelegten Führungsvorrichtung 1,
die eine erfindungsgemässe Schienenvorrichtung 2 und darin geführte Laufwerke 11,
11' aufweist, die über Laufwerkarme 18 mit je einem Führungsbeschlag 19 verbunden
sind (siehe Fig. 4b). Gezeigt ist ferner die Komplementärführung 6 in der Konfiguration
von Fig. 1a nach dem Entfernen der ersten Schiebetür 91 und einer Seitenwand 94 sowie
einem Schnitt durch die Mitte der Deckplatte 93.
[0033] Das Laufwerk 11 ist innerhalb der Schienenvorrichtung 2 entlang einer Führungsschiene
derart verschiebbar, dass der Führungsbeschlag 19 bei der Verschiebung der Schiebetür
91 parallel zum Komplementärbeschlag 61 verschoben wird. Die Führungsvorrichtung 1
erlaubt es gegebenenfalls, die Schiebetür 91 vollständig zu tragen, wonach die Komplementärführung
6 durch die Gewichtskraft der Schiebetür 91 nicht belastet wird.
[0034] Fig. 2b zeigt den Schrank 9 in der Konfiguration von Fig. 1b nach dem Entfernen der
ersten Schiebetür 91 und einem Schnitt durch die Mitte der Deckplatte 93. Der Führungsbeschlag
19 und der Komplementärbeschlag 61 wurden entlang identischer Kurven k parallel zueinander
verschoben. Das Komplementärlaufwerk 62 befindet sich innerhalb der Raumöffnung 90
im Endanschlag nahe der Zwischenwand 95, wobei der Komplementärbeschlag 61 durch den
Hebel 63 vor der zweiten Schiebetür 92 gehalten ist.
[0035] Fig. 3a zeigt den Schrank 9 in der Konfiguration von Fig. 1b von unten gesehen mit
den beiden Laufwerken 11, 11', die auf dieselbe Seite der Schienenvorrichtung 2 verschoben
wurden. Das zweite Laufwerk 11' befindet sich in geschlossener Position der zweiten
Schiebetür 92 im Endanschlag, wodurch die zugehörige Schranköffnung 90' verschlossen
wird. Das erste Laufwerk 11 befindet sich in geöffneter Stellung der ersten Schiebetür
91 im Endanschlag, wodurch die zugehörige Schranköffnung 90 vollständig freigelegt
wurde.
[0036] Das Laufwerk 11 weist in dieser vorzugsweisen Ausgestaltung ein erstes Laufwerksmodul
111 auf, welches senkrecht zur Schrankfront gegenüber einem zweiten Laufwerksmodul
112 verschiebbar ist, das parallel zur Schrankfront gefahren werden kann. Dies wird
mit Bezug auf die Fig. 4a und Fig. 4b nachstehend näher erläutert.
[0037] Für die Verschiebung des ersten Laufwerksmoduls 111 weist die Schienenvorrichtung
2 einen Schienenkanal 20 mit einem ersten Kanalabschnitt 201 auf, an den beidseitig
ein zweiter Kanalabschnitt 202 anschliesst, der entlang einer Kurve gegen die Rückseite
des Schrankes 9 verläuft. Fig. 5d zeigt, dass im Schienenkanal 20 eine Führungsrolle
1111 gehalten ist, mittels der das erste Laufwerksmodul 111 vor und zurück verschoben
werden kann. Der Führungskanal 20 wird durch ein gerades erstes Schienenteil 21 und
beidseits daran anschliessende zweite Schienenteile 22 gebildet, die Bestandteil je
einer Schienenplatte 220 sind. Die Schienenplatte 220 ist z.B. aus Kunststoff oder
Metall gefertigt. Z.B. wird die Schienenplatte 220 durch ein Druckgussverfahren oder
ein Spritzgussverfahren gefertigt, welches erlaubt, die Kurvenformen der zweiten Schienenteile
22 präzise zu fertigen.
[0038] Die Schienenplatte 220 mit dem zweiten Schienenteil 22 ist gegenüber dem ersten Schienenteil
21 verschiebbar, sodass der Schienenkanal 20 bedarfsweise an die Dimensionen des Schrankes
9 und der Schiebetür 91 angepasst werden kann. Zwischen den beiden Schienenteilen
21, 22 resultiert somit ein Übergangsbereich 200, dessen Länge bei der Verschiebung
des zweiten Schienenteils 22 ändert.
[0039] Zur Verschiebung des Laufwerks 11 parallel zur Schrankfront weist die Schienenvorrichtung
2 zusätzlich eine erste und eine zweite Hilfsschiene 31, 32 auf, die parallel zueinander
und gerade verlaufen. Mittels der Hilfsschienen 31, 32 ist das zweite Laufwerksmodul
112 des Laufwerks 11 axial verschiebbar gelagert.
[0040] Trotz der Komplexität der Schienenvorrichtung 2 kann dieses aufgrund seiner Flexibilität
zusammen mit der Führungsvorrichtung 2 montiert und erst anschliessend justiert werden.
Ein aufwändiger Aufbau der Schienenvorrichtung vor Ort entfällt aufgrund der Einstellbarkeit
der Schienenvorrichtung 2.
[0041] Die Führungsvorrichtung 1, wie sie in Fig. 3a und Fig. 6 gezeigt ist, kann zusammengebaut
auf die Schrankabdeckung oder den Schrankboden 96 aufgesetzt und verschraubt werden.
In der Folge können die zweiten Schienenteile 22 bedarfsweise verschoben und anschliessend
fixiert werden. Der Montagevorgang reduziert sich somit auf wenige Montageschritte
und kann innerhalb kurzer Zeit ohne besondere Detailkenntnisse vollzogen werden.
[0042] Fig. 3b zeigt den Schrank 9 in der Konfiguration von Fig. 3a von unten gesehen ohne
die Laufwerke 11, 11' und die Schiebetüren 91, 92, mit Blick auf die freigelegte Schienenvorrichtung
2. Es ist gezeigt, dass die Schienenvorrichtung 2 an beiden Enden 2A, 2B mit Schienenplatten
220 versehen ist, die symmetrisch zur Schrankmitte angeordnet sind. Der nun vollständig
gezeigte Schienenkanal 20 hat die Form eines breiten "U" welches durch Verschiebung
der beiden Schienenplatten 220 entlang der Längsachse x des ersten Schienenteils 21
in seiner Breite gedehnt oder gestaucht werden kann. Die beiden Schienenplatten 220
werden nun derart eingestellt, dass die beiden Schranktüren 91, 92, wie in Fig. 1a
gezeigt, nach dem Schliessen bündig an den Schrankenden anliegen.
[0043] Fig. 4a zeigt einen Schnitt durch die Schienenvorrichtung 2 entlang der in Fig. 3b
eingezeichneten Linie A--A mit dem ersten Laufwerk 11, welches ein quer zur Schrankfront
verschiebbares erstes Laufwerksmodul 111 und ein parallel zur Schrankfront verschiebbares
zweites Laufwerksmodul 112 aufweist, in dem das erste Laufwerksmodul 111 verschiebbar
gelagert ist. Zur besseren Übersicht sind einige Vorrichtungsteile ausgeblendet, die
für die Beschreibung der Erfindung nicht erforderlich sind. Der Schnitt A--A verläuft
durch die erste und die zweite Hilfsschiene 31, 32, in denen die Laufrollen 1121,
1122 des zweiten Schienenmoduls 112 gelagert sind, sowie durch die Schienenplatte
220. Der Schnitt verläuft durch den Teil des zweiten Kanalabschnitts 202 des zweiten
Schienenteils 22, der senkrecht zur Schrankfront verläuft und in dem sich die Führungsrolle
1111 des eingefahrenen ersten Laufwerksmoduls 111 in der Endlage befindet.
[0044] Fig. 4b zeigt einen Schnitt durch die Schienenvorrichtung 2 entlang der in Fig. 3b
eingezeichneten Linie B--B mit dem bis zu dieser Position verschobenen ersten Laufwerk
11 und dem quer zur Schrankfront nach aussen gefahrenen ersten Laufwerksmodul 111,
das über die Laufwerksarme 18 mit dem Führungsbeschlag 19 verbunden ist. Die Schienenplatte
220 wurde weggeschnitten, weshalb ersichtlich ist, dass die Führungsrolle 1111 in
den ersten Kanalabschnitt 202 des Führungskanals 20 und somit in das erste Schienenteil
21 eingefahren ist.
[0045] In dieser Ausgestaltung weist das Laufwerk 11 eine Zugfeder 1123 auf, die stets eine
Zugkraft F auf das ausgefahrene erste Laufwerksmodul 111 ausübt und dieses zurück
gegen das zweite Laufwerksmodul 112 zieht. Die Führungsrolle 1111 wird daher gegen
eine erste Schienenwand eines Profilteils des ersten Schienenteils 21 gezogen und
verläuft primär entlang dieser Schienenwand.
[0046] Fig. 4b zeigt ferner, dass die beiden Hilfsschienen 31, 32 auf der Unterseite und
der Oberseite je eine Lauffläche 315, 315' bzw. 325, 325' aufweisen. Bei der Montage
der Führungsvorrichtung 1 an der Unterseite des Schrankes 9 sind die Laufrollen 1121,
1122, wie in Fig. 4b gezeigt, auf die unteren Laufflächen 315, 325 abgestützt. Bei
der Montage der Führungsvorrichtung 1 an der Oberseite des Schrankes 9 sind die Laufrollen
1121, 1122 hingegen auf die gegenüberliegenden Laufflächen 315', 325' abgestützt.
[0047] Fig. 5a zeigt einen Schnitt durch die Schienenvorrichtung 2 entlang der in Fig. 3b
eingezeichneten Linie C--C mit Blick auf ein Endstück 2A der Schienenvorrichtung 2,
an dem die verschiebbare Schienenplatte 220 vorgesehen ist.
[0048] Gezeigt sind das erste Schienenteil 21 und das in der Schienenplatte 220 vorgesehene
zweite Schienenteil 22, die gegeneinander verschiebbar und mit den einander zugewandten
Endstücken koaxial zueinander ausgerichtet sind.
[0049] Die Figuren 5a und 5b zeigen, dass die Schienenplatte 220 parallel zur Längsachse
des ersten Schienenteils 21 und somit parallel zur Schrankfront verschiebbar ist.
Dazu weist die Schienenvorrichtung 2 mehrere Lagerelemente 218, 311, 2211; 219, 2191,
2221 auf, die formschlüssig ineinander eingreifen und durch die das zweite Schienenteil
22 parallel zu einer Längsachse x des ersten Schienenteils 21 verschiebbar gehalten
ist. Ferner sind Befestigungsmittel 7, 317, 218 vorgesehen, durch die das zweite Schienenteil
22 an einer gewählten Position mit dem ersten Schienenteil 21 verbindbar ist.
[0050] Die Verbindung des zweiten Schienenteils 22 bzw. der Schienenplatte 220 mit dem ersten
Schienenteil 21 wird für diese vorzugsweise Ausgestaltung der Schienenvorrichtung
2 mit Bezug auf Fig. 5a und 5d erläutert.
[0051] In der vorliegenden Ausgestaltung weist die Schienenplatte 220 ein erstes, ein zweites
und ein drittes Plattenteil 221, 222, 223 auf. Das erste Plattenteil 221 ist durch
eine erste Hilfsschiene 31 mit einem ersten Profilteil 218 des ersten Schienenteils
21 verbunden. Die Hilfsschiene 31 weist ein dem ersten Schienenteil 21 zugewandtes
Kopplungsprofil 311 auf, welches einen Schraubenkanal 317, ein Aufnahmeprofil 3111
und ein Wandprofil 3112 umfasst. Das erste Plattenteil 221 wird mit Montageschrauben
7, die in den Schraubenkanal 317 eingesetzt werden, mit der ersten Hilfsschiene 31
an einer gewählten Position verschraubt. Durch ein am ersten Plattenteil 221 vorgesehenes
Kopplungsprofil 2211, welches in das Aufnahmeprofil 3111 der ersten Hilfsschiene 31
eingreift, erfolgt eine axiale Lagerung der Schienenplatte 220. Das Wandprofil 3112
grenzt an den Führungskanal 20 an und ergänzt das annähernd L-Profil-förmige erste
Schienenteil 21 zu einem U-Profil. Das Wandprofil 3112 der ersten Hilfsschiene 31
greift zudem formschlüssig in das erste Profilteil 218 des ersten Schienenteils ein
und bildet faktisch eine Schienenwand für den Führungskanal 20.
[0052] Diese Ausgestaltung der Schienenvorrichtung 2 mit der ersten Hilfsschiene 31 ist
derart gewählt, weil die Hilfsschiene 31 in der Ausgestaltung der Führungsvorrichtung
1 zusätzlich für die Lagerung einer Laufrolle 1121 des Laufwerks 11 verwendet wird.
Die erste Hilfsschiene 31 und das damit formschlüssig gekoppelte erste Schienenteil
21 ergänzen sich daher ideal. Alternativ kann jedoch auch ein U-profilförmiges erstes
Schienenteil 21 mit einem ersten Profilteil 218 verwendet werden, welches in gleicher
Weise, wie das zweite Profilteil 219 des ersten Schienenteils 21 mit der Schienenplatte
220 verbunden ist. Bedarfsweise wird das erste Schienenteil 21 mit einem eigenen Schraubenkanal
versehen. Z.B. wird Kopplungsprofil 311 von der ersten Hilfsschiene übernommen und
einstückig mit dem ersten Schienenteil 21 verbunden.
[0053] Das zweite Profilteil 219 des ersten Schienenteils 21 weist ein nutförmiges Aufnahmeprofil
2191 auf, in das ein am zweiten Plattenteil 222 vorgesehenes Kopplungsteil 2221 eingreift,
an das ein Wandstück 2222 anschliesst. Fig. 5d zeigt, dass das zweite Profilteil 219
und das Wandstück 2222 gemeinsam eine Lauffläche für das Führungselement 1111 bilden.
Das Führungselement 1111 wird bei der Weiterfahrt bzw. beim Verlassen des Übergangsbereichs
200 in die eine oder andere Richtung daher weiter, entweder durch das Profilteil 219
oder durch das Wandstück 2222, gestützt.
[0054] Fig. 5d zeigt ferner, dass das erste Schienenteil 21 und die erste Hilfsschiene 31
mit einer Querstrebe 52 verschraubt werden können, wonach eine stabile Verbindung
zwischen dem ersten Schienenteil 21 und der ersten Hilfsschiene 31 resultiert.
[0055] Durch die beschriebene Verbindung des ersten Schienenteils 21 mit dem zweiten Schienenteil
22 wird der Führungskanal 20 gebildet, der entlang dem ersten Schienenteil 21 den
ersten Kanalabschnitt 201 und entlang dem zweiten Schienenteil 22 den zweiten Kanalabschnitt
202 umfasst, die sich im Übergangsbereich 200 treffen. Das Wandprofil 3112 der Hilfsschiene
31 schliesst nahtlos in die erste Seitenwand 2201 des zweiten Schienenteils 22 an.
Das Wandstück 2222 des zweiten Plattenteils 222 erweitert sich hingegen zur zweiten
Seitenwand 2202 des zweiten Schienenteils 22.
[0056] Fig. 5a zeigt ferner, dass an das zweite Plattenteil 222 der Schienenplatte 220 ein
drittes Plattenteil 223 anschliesst, welches mit einer zweiten Hilfsschiene 32 verschraubt
ist. Dazu weist die zweite Hilfsschiene 32 ein Kopplungsprofil 321 auf, welches mit
einem Schraubenkanal 327 versehen ist, in den Montageschrauben 7 eingedreht sind.
[0057] Die erste und die zweite Hilfsschiene, die durch Querstreben 51, 52 miteinander verbunden
sind, weisen Laufflächen 315, 325 auf, entlang denen Laufräder 1121, 1122 des zweiten
Laufwerksmoduls 112 des Laufwerks 11 linear geführt sind. Während das erste Laufwerksmodul
111 des Laufwerks 11 von Fig. 4a mit der Führungsrolle 1111 entlang dem gekurvten
Führungskanal 20 geführt wird, kann das zweite Laufwerksmodul 112 mit den Laufrollen
1121 und 1122 linear entlang den beiden Hilfsschienen 31, 32 verschoben werden.
[0058] Fig. 5b zeigt das Endstück 2A der Schienenvorrichtung 2 von Fig. 5a mit dem nach
aussen verschobenen Schienenelement 22.
[0059] Fig. 5c zeigt das Endstück 2A der Schienenvorrichtung 2 von Fig. 5a in Explosionsdarstellung.
[0060] Fig. 5d zeigt das Endstück 2A der Schienenvorrichtung 2 von Fig. 5a in Frontansicht.
[0061] Fig. 6 zeigt eine mit der erfindungsgemässen Schienenvorrichtung 2 versehene Führungsvorrichtung
1, die an der Unterseite oder der Oberseite eines Schrankes montiert werden kann.
Die Führungsvorrichtung 1 kann, wie dargestellt, vollständig assembliert ausgeliefert,
montiert und in der Folge an die Dimensionen des Schrankes 9 angepasst werden, indem
die Montageschrauben 7 gelöst und die Schienenplatten 220 bedarfsweise verschoben
werden, wie dies in Fig. 6 gezeigt ist.
Literaturverzeichnis
Bezugszeichenliste:
[0063]
- 1
- Führungsvorrichtung
- 11, 11'
- Laufwerke
- 111
- erstes Laufwerksmodul
- 1111
- Führungsrolle
- 112
- zweites Laufwerksmodul
- 1121
- erste Laufrolle
- 1122
- zweite Laufrolle
- 1123
- Zugfeder
- 18
- Laufwerksarm
- 19
- Führungsbeschlag
- 2
- Schienenvorrichtung
- 2A
- erstes Schienenendstück
- 2B
- zweites Schienenendstück
- 20
- Schienenkanal
- 200
- Übergangsbereich
- 201
- erster Kanalabschnitt
- 202
- zweiter Kanalabschnitt
- 21
- erstes Schienenteil
- 218
- erstes Profilteil
- 219
- zweites Profilteil
- 2191
- Aufnahmeprofil
- 220
- Schienenplatte mit dem zweiten Schienenteil 22
- 22
- zweites Schienenteil
- 2201
- erste Schienenwand am zweiten Schienenteil
- 2202
- zweite Schienenwand am zweiten Schienenteil
- 221
- erstes Plattenteil
- 2211
- Kopplungsprofil
- 222
- zweites Plattenteil
- 2221
- Kopplungsprofil
- 2222
- Wandstück
- 223
- drittes Plattenteil
- 2231
- Kopplungsprofil
- 224
- Aufnahmeöffnungen für die Montageschrauben 7
- 31
- erste Hilfsschiene
- 311
- Kopplungsprofil
- 3111
- Aufnahmeprofil
- 3112
- Wandprofil
- 315,315'
- Laufflächen der ersten Hilfsschiene 31
- 317
- Schraubenkanal
- 32
- zweite Hilfsschiene
- 321
- Kopplungsprofil
- 325, 325'
- Laufflächen der zweiten Hilfsschiene 32
- 327
- Schraubenkanal
- 51, 52
- Querstreben
- 6
- Komplementärführung
- 61
- Komplementärbeschlag
- 62
- Komplementärlaufwerk
- 63
- Hebel
- 68
- Komplementärschiene
- 69
- Komplementärplatte
- 7
- Montageschrauben
- 9
- Möbelstück, insbesondere Schrank
- 90
- Schranköffnung
- 93
- Deckplatte
- 94
- Seitenwand
- 95
- Zwischenwand
- 96
- Schrankboden
- 91, 92
- Schiebetüren
- k
- Transportweg
1. Schienenvorrichtung (2) für eine Führungsvorrichtung (1), die wenigstens ein Laufwerk
(11) aufweist, mittels dessen eine Schiebetür (91) gehalten und entlang einem in der
Schienenvorrichtung (2) vorgesehenen Führungskanal (20) verschoben werden kann, der
durch ein zumindest teilweise gerade verlaufendes erstes Schienenteil (21) und wenigstens
ein daran anschliessendes zumindest teilweise entlang einer Kurve verlaufendes zweites
Schienenteil (22) gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass Lagerelemente (218, 311, 2211; 219, 2191, 2221) vorgesehen sind, die formschlüssig
ineinander eingreifen und durch die das zweite Schienenteil (22) parallel zu einer
Längsachse (x) des ersten Schienenteils (21) verschiebbar gehalten ist, und dass Befestigungsmittel
(7, 317, 218) vorgesehen sind, durch die das zweite Schienenteil (22) an einer gewählten
Position mit dem ersten Schienenteil (21) verbunden oder verbindbar ist.
2. Schienenvorrichtung (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Schienenteil (21, 22) sich in einem Übergangsbereich (200)
des Führungskanals (20) überlappen und zumindest auf einer Seite des Führungskanals
(20) durch die formschlüssig ineinander eingreifenden Lagerelemente (219, 2191, 2221)
miteinander verbunden sind.
3. Schienenvorrichtung (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass einander überlappende Teile (219, 2222) des ersten und zweiten Schienenteils (21,
22) gemeinsam auf wenigstens einer Seite an den Führungskanal (20) angrenzen und je
einen Laufflächenteil für ein im Führungskanal (20) geführtes Führungselement (1111)
bilden.
4. Schienenvorrichtung (2) nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Schienenteil (22), welches den zweiten Kanalabschnitt (202) bildet und
eine erste und eine zweite Kanalwand (2201, 2202) aufweist, Bestandteil einer aus
Kunststoff oder Metall gefertigten Schienenplatte (220) ist, die ein auf der ersten
Seite des Führungskanals (20) verlaufendes erstes Plattenteil (221) und ein auf der
zweiten Seite des Führungskanals (20) verlaufendes zweites Plattenteil (222) aufweist.
5. Schienenvorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Schienenteil (21, 22) auf einer ersten Seite des Führungskanals
(20) durch eine erste Hilfsschiene (31) miteinander verbunden sind, entlang der das
zweite Schienenteil (22) oder die Schienenplatte (220) verschiebbar und an einer gewählten
Position mit der ersten Hilfsschiene (31) fixierbar ist.
6. Schienenvorrichtung (2) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Plattenteil (221) mit einem Kopplungsprofil (311) der ersten Hilfsschiene
(31) verschiebbar und fixierbar verbunden ist, das an die erste Seite des Führungskanals
(20) angrenzt, das an die erste Schienenwand (2201) des zweiten Schienenteils (22)
anschliesst und das mit einem ersten Profilteil (218) des ersten Schienenteils (21)
gekoppelt ist.
7. Schienenvorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 4-6, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Plattenteil (222) mit einem zweiten Profilteil (219) des ersten Schienenteils
(21) verschiebbar gekoppelt ist und ein Wandstück (2222) einer zweiten Schienenwand
(2202) des zweiten Schienenteils (22) bildet, welches gemeinsam mit einem Wandelement
des zweiten Profilteils (219) an den Führungskanal (20) angrenzt und eine gemeinsame
Lauffläche für das Führungselement (1111) bildet.
8. Schienenvorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 4-7, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Plattenteil (221) durch Montageschrauben (7) mit dem Wandprofil (311) der
ersten Hilfsschiene (31) verbunden ist, welches einen Schraubenkanal (317) zur Aufnahme
der Montageschrauben (7) aufweist und/oder dass das zweite Plattenteil (222) ein Kopplungsprofil
(2221) aufweist, welches formschlüssig in das zweite Profilteil (219, 2191) des ersten
Schienenteils (21) eingreift.
9. Schienenvorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 3-8, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Hilfsschiene (32) vorgesehen ist, die mit dem zweiten Schienenteil (22)
oder der Schienenplatte (220) oder mit einem dritten Plattenteil (223) der Schienenplatte
(220) verschiebbar und fixierbar verbunden ist und die dazu vorzugsweise einen Schraubenkanal
(327) aufweist.
10. Schienenvorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 3-9, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Hilfsschiene (31) und die zweite Hilfsschiene (32), die vorzugsweise durch
wenigstens eine Querstrebe (51, 52) miteinander verbunden sind, je wenigstens eine
Lauffläche (315, 325) zum Abstützen einer Laufrolle (1121, 1122) des Laufwerks (11)
aufweisen.
11. Schienenvorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden Enden des ersten Schienenteils (21) je ein zweites Schienenteil (22) verschiebbar
gehalten ist.
12. Führungsvorrichtung (1) mit einer Schienenvorrichtung (2) nach einem der Ansprüche
1-11, mit wenigstens einem Laufwerk (11, 11') umfassend ein erstes Laufwerksmodul
(111) mit einer Führungsrolle (1111), die in der Führungsbahn (20) geführt ist, und
ein zweites Laufwerksmodul (112) mit Laufrollen (1121, 1122), die in den beiden Hilfsschienen
(31, 32) geführt sind.
13. Führungsvorrichtung (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden Enden des ersten Schienenteils (21) je ein verschiebbar damit verbundenes
zweites Schienenteil (22) vorgesehen ist.
14. Möbelstück (9), insbesondere Schrank, mit wenigstens einer Schiebetür (91) und einer
an der Unterseite oder der Oberseite des Möbelstücks (9) vorgesehenen Schienenvorrichtung
(2) nach einem der Ansprüche 1 - 11 oder einer an der Unterseite oder der Oberseite
des Möbelstücks (9) vorgesehenen Führungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche
12-13 aufweist.
15. Möbelstück (9) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass von der Führungsvorrichtung (1) zwei Schiebetüren (91, 92) gehalten sind.