[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Profilieren einer Schaufel für eine Axialströmungsmaschine.
[0002] Der Trend bei der Auslegung von Schaufeln für eine Axialströmungsmaschine geht dahin,
das Aspektverhältnis der Schaufeln zu erhöhen und die Schaufeln dünner auszuführen.
Die derart ausgelegten Schaufeln neigen dazu im Betrieb der Axialströmungsmaschine
zu flattern. Bei dem Flattern handelt es sich um eine selbsterregte Schwingung bei
der Eigenfrequenz der Schaufel. Bei dieser Schwingung kann es sich um eine Longitudinalschwingung
der Schaufel mit einem Schwingungsknoten an dem Fuß der Schaufel handeln. Dabei wird
Energie von dem in der Axialströmungsmaschine strömenden Fluid auf die Schaufel übertragen.
Das Flattern kann bei einem wiederholten Lastwechsel der Axialströmungsmaschine zu
einer Materialermüdung der Schaufel führen (englisch: high cycle fatigue). Die Materialermüdung
kann zu der Bildung eines Risses führen und einen kostenintensiven Tausch der Schaufel
erforderlich machen.
[0003] Herkömmlich wird das Flattern unterbunden, indem die auf die Schaufel wirkende Last
vermindert wird. Dies führt jedoch nachteilig zu einer Verminderung des Wirkungsgrades
der Axialströmungsmaschine. Außerdem werden herkömmlich Dämpfungselemente vorgesehen,
wie beispielsweise ein Deckband, was das Flattern der Schaufeln dämpft. Dies stellt
jedoch eine konstruktiv aufwändige Lösung dar. Daher wäre es wünschenswert die Schaufel
derart auszulegen, dass sie im Betrieb der Axialströmungsmaschine nicht zum Flattern
neigt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es ein Verfahren zum Profilieren einer Schaufel für eine
Axialströmungsmaschine zu schaffen, bei dem die Schaufel wenig zum Flattern neigt.
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Profilieren einer Schaufel für eine Axialströmungsmaschine
weist die Schritte auf: Bereitstellen eines geometrischen Modells eines Schaufelprofils,
das eine Skelettlinie eines Profilschnitts der Schaufel aufweist; Festlegen von Randbedingungen
für eine die Schaufel umströmende Strömung; Verändern der Skelettlinie derart, dass
die anhand der Randbedingungen sich einstellende Strömung das Maximum der Differenz
der isentropen Machzahl zwischen der Druckseite und der Saugseite der Schaufel in
einem Schaufelabschnitt verursacht, der sich ausgehend von der Schaufelhinterkante
in Richtung zu der Schaufelvorderkante erstreckt und 65% der Länge S der Schaufelsehne
lang ist. Die Skelettlinie ist diejenige Linie des Profilschnitts, deren Punkte den
gleichen Abstand von der Druckseite wie von der Saugseite haben. Die Schaufelsehne
bezeichnet die Strecke in dem Profilschnitt von der Schaufelvorderkante bis zu der
Schaufelhinterkante. Rechnungen haben gezeigt, dass, wenn das Maximum der Differenz
der isentropen Machzahl in dem erfindungsgemäßen Schaufelabschnitt angeordnet ist,
sich die instationäre Druckverteilung derart verändert, dass lokale dämpfende Bereiche
und lokale anregende Bereiche sich weitestgehend kompensieren. Dadurch neigen die
derart ausgelegten Schaufeln wesentlich weniger zum Flattern als herkömmlich ausgelegte
Schaufeln. Durch die geringe Neigung zum Flattern können die Schaufeln stärker als
die herkömmlich ausgelegten Schaufeln belastet werden. Zudem brauchen zusätzliche
Dämpfungselemente, wie beispielsweise ein Deckband, vorteilhaft nicht vorgesehen werden.
[0006] Die Skelettlinie wird bevorzugt gebildet von einem erstem Polynom vierten Grades,
das die Skelettlinie von der Schaufelvorderkante bis zu einem Extrempunkt beschreibt,
und einem zweiten Polynom vierten Grades, das die Skelettlinie von dem Extrempunkt
bis zu der Schaufelhinterkante beschreibt, wobei der Extrempunkt derjenige Punkt der
Skelettlinie ist, der den maximalen Abstand zu der Schaufelsehne hat. Der Abstand
bezeichnet die Länge einer sich rechtwinklig von der Schaufelsehne bis zu der Skelettlinie
erstreckende Strecke. Es ist bevorzugt, dass das erste Polynom gebildet wird unter
Heranziehen eines Vorderkantenskelettwinkels, der der Winkel zwischen der Vorderkantentangente
der Skelettlinie und der Schaufelsehne ist, der Länge x
S1 von der Schaufelvorderkante bis dem Punkt der Schaufelsehne, der den maximalen Abstand
zu der Skelettlinie hat, und der Länge S
1, die der Abstand von dem Extrempunkt bis zu der Schaufelsehne ist, wobei das zweite
Polynom gebildet wird unter Heranziehen eines Hinterkantenskelettwinkels, der der
Winkel zwischen der Hinterkantentangente der Skelettlinie und der Schaufelsehne ist,
der Länge S-x
S1 von der Schaufelhinterkante bis zu dem Punkt der Schaufelsehne, der den maximalen
Abstand zu der Skelettlinie hat, und der Länge S
2, die der Abstand von der Skelettlinie bis zu dem Punkt der Schaufelsehne ist, der
den Abstand x
S1+0,5*(S-x
S1) von der Schaufelhinterkante hat, wobei S die Länge der Schaufelsehne ist. Wenn für
den Extrempunkt eine Steigung von Null angenommen wird, sind anhand dieser Parameter
das erste Polynom und das zweite Polynom ausreichend bestimmt.
[0007] Es ist bevorzugt, dass die Skelettlinie derart verändert wird, dass S
1 von 10,3% bis 11,3% der Länge S beträgt, x
S1 von 35,1% bis 38,4% der Länge S der Schaufelsehne beträgt, S
2 von 64,8% bis 67,9% der Länge S
1 beträgt, der Hinterkantenskelettwinkel von 15,192° bis 19,020° beträgt und der Vorderkantenskelettwinkel
von 37,663° bis 39,256° beträgt. Anhand dieser Parameter ist vorteilhaft sichergestellt,
dass die Schaufel nur eine geringe Neigung zum Flattern aufweist. Die Skelettlinie
wird bevorzugt derart verändert, dass S
1 10,8% der Länge S, x
S1 36,8% der Länge S beträgt, S
2 66,3% der Länge S
1 beträgt, der Vorderkantenskelettwinkel 17,106° beträgt und der Hinterkantenskelettwinkel
38,460° beträgt. Anhand dieser Parameter wird vorteilhaft erreicht, dass die Schaufel
eine besonders geringe Neigung zum Flattern hat.
[0008] Es ist bevorzugt, dass das geometrische Modell eine sich entlang der Skelettlinie
variierende Dicke aufweist, die während dem Verändern der Skelettlinie gleich gelassen
wird. Hier wird vorteilhaft nur die Skelettlinie verändert, um die Neigung der Schaufel
zum Flattern zu vermindern, was vorteilhaft ein einfaches Verfahren mit nur wenigen
zu verändernden Parametern darstellt.
[0009] Es ist bevorzugt, dass die Randbedingungen der Strömung sich aus der Nennbetriebsbedingung
der Axialströmungsmaschine ergeben. Die isentropen Machzahlen werden bevorzugt experimentell
bestimmt und/oder rechnerisch bestimmt. Es ist bevorzugt, dass das Verfahren für verschiedene
Profilschnitte der Schaufel wiederholt wird. Dadurch erfolgt eine Auslegung der Schaufel
entlang deren Höhe. Der Profilschnitt liegt bevorzugt auf einer Zylinderfläche oder
einer Kegelfläche, deren Achsen mit der Achse der Axialströmungsmaschine zusammenfallen,
auf einer S
1-Strömungsfläche oder in einer tangentialen Ebene der Axialströmungsmaschine.
[0010] Im Folgenden wird anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen das erfindungsgemäße
Verfahren näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- ein geometrisches Modell eines Profilschnitts,
- Figur 2
- jeweils einen Profilschnitt einer herkömmlichen und einer erfindungsgemäß ausgelegten
Schaufel,
- Figur 3
- jeweils eine Auftragung eines isentropen Machzahlverlaufs einer herkömmlichen und
einer erfindungsgemäß ausgelegten Schaufel und
- Figur 4
- jeweils einen Dämpfungswertverlauf einer herkömmlichen und einer erfindungsgemäß ausgelegten
Schaufel.
[0011] Figur 1 zeigt ein geometrisches Modell eines Profilschnitts einer Schaufel für eine
Axialströmungsmaschine. Der Profilschnitt liegt beispielsweise auf einer Zylinderfläche
oder einer Kegelfläche, deren Achsen mit der Achse der Axialströmungsmaschine zusammenfallen,
auf einer S
1-Strömungsfläche oder in einer tangentialen Ebene der Axialströmungsmaschine.
[0012] Wie es aus Figur 1 ersichtlich ist, weist das geometrische Modell eine gekrümmte
Skelettlinie 3 auf, die diejenige Linie des Profilschnitts ist, deren Punkte den gleichen
Abstand von der Druckseite wie von der Saugseite der Schaufel haben. Weiterhin ist
es aus Figur 1 ersichtlich, dass die Schaufel eine Schaufelvorderkante 4 und eine
Schaufelhinterkante 5 hat. Die Schaufelvorderkante 4 und die Schaufelhinterkante 5
begrenzen die Skelettlinie 3. Die Strecke zwischen der Schaufelvorderkante 4 und der
Schaufelhinterkante 5 ist die Schaufelsehne 13. Das geometrische Modell ist in Figur
1 in einer Auftragung eingezeichnet, deren Abszisse 1 mit der Schaufelsehne 13 zusammenfällt
und über deren Ordinate der Abstand der Skelettlinie 3 von der Schaufelsehne 13 aufgetragen
ist. Der Abstand bezeichnet die Länge einer sich rechtwinklig von der Schaufelsehne
13 bis zu der Skelettlinie erstreckende Strecke. Das Koordinatensystem in Figur 1
ist derart gewählt, dass die Schaufelvorderkante 4 mit dem Ursprung des Koordinatensystems
zusammenfällt. Die Schaufelhinterkante 5 liegt in dem Punkt (S,0), wobei S die Länge
der Schaufelsehne 13 ist.
[0013] Die Skelettlinie 3 wird gebildet von einem ersten Polynom 11 vierten Grades und einem
zweiten Polynom 12 vierten Grades. Das erste Polynom 11 beschreibt die Skelettlinie
3 von der Schaufelvorderkante 4 bis zu einem Extrempunkt 30. Der Extrempunkt 30 ist
derjenige Punkt der Skelettlinie 3, der den maximalen Abstand von der Schaufelsehne
13 hat. Das zweite Polynom 12 beschreibt die Skelettlinie 3 von dem Extrempunkt 30
bis zu der Schaufelhinterkante 5. Ebenfalls eingezeichnet ist in Figur 1 eine Vorderkantentangente
7, die die Tangente der Skelettlinie 3 an der Schaufelvorderkante 4 ist. Die Vorderkantentangente
7 schließt mit der Schaufelsehne 13 eine Vorderkantenskelettwinkel LESA ein. Weiterhin
ist in Figur 1 eine Hinterkantentangente 8 eingezeichnet, die die Tangente der Skelettlinie
3 an der Schaufelhinterkante 5 ist. Die Hinterkantentangente 8 schließt mit der Schaufelsehne
13 einen Hinterkantenskelettwinkel TESA ein.
[0014] Das erste Polynom 11 wird gebildet durch Wählen des Vorderkantenskelettwinkels LESA,
der Länge x
S1 von der Schaufelvorderkante 4 bis zu dem Punkt (x
S1,0) auf der Schaufelsehne 13, der den maximalen Abstand zu der Skelettlinie 13 hat,
und der Länge S
1, die der Abstand von dem Punkt (x
S1,0) bis zu dem Extrempunkt 30 ist. Dadurch, dass die Steigung des Extrempunktes 30
Null beträgt und die Schaufelvorderkante 4 im Ursprung des Koordinatensystems liegt,
ist das erste Polynom 11 ausreichend bestimmt. Das zweite Polynom 12 wird gebildet
durch Wählen des Hinterkantenskelettwinkels TESA, der Länge S-x
S1 von der Schaufelhinterkante 5 bis zu dem Punkt (x
S1,0) auf der Schaufelsehne 13, und der Länge S
2, die der Abstand von dem Punkt (x
S1+0,5*(S-x
S1),0) bis zu Skelettlinie 3 ist. Dadurch, dass die Steigung des Extrempunktes 30 Null
beträgt und die Schaufelhinterkante 5 in dem Punkt (S,0) liegt, ist das zweite Polynom
12 ausreichend bestimmt.
[0015] Bei dem Verfahren zum Profilieren der Schaufel wird das geometrische Modell des Schaufelprofils
bereitgestellt, wie für Figur 1 beschrieben. Es werden Randbedingungen für eine die
Schaufel umströmende Strömung bereitgestellt. Die Randbedingungen können sich beispielsweise
aus der Nennbetriebsbedingung der Axialströmungsmaschine ergeben. Die Skelettlinie
3 wird derart verändert, dass die anhand der Randbedingungen sich einstellende Strömung
das Maximum der Differenz der isentropen Machzahl 22 bis 25 zwischen der Druckseite
und der Saugseite der Schaufel 14, 15 in einem Schaufelabschnitt verursacht, der sich
ausgehend von der Schaufelhinterkante 5 in Richtung zu der Schaufelvorderkante 4 erstreckt
und 65% der Länge S der Schaufelsehne lang ist.
[0016] Figur 2 zeigt eine Schaufel 14, welche herkömmlich ausgelegt ist, und eine Schaufel
15, welche erfindungsgemäß ausgelegt ist. Die herkömmlich ausgelegte Schaufel 14 hat
eine Schaufelvorderkante 16 und eine Schaufelhinterkante 18. Nach dem Verändern der
Skelettlinie 3 ergibt sich die erfindungsgemäß ausgelegte Schaufel 15. Die erfindungsgemäß
ausgelegte Schaufel 15 hat eine Schaufelvorderkante 17 und eine Schaufelhinterkante
19. Aus Figur 2 ist ersichtlich, dass die erfindungsgemäß ausgelegte Schaufel 15 nach
dem Verändern der Skelettlinie 3 eine stärker gekrümmte Skelettlinie 3 als die herkömmlich
ausgelegte Schaufel 14 hat.
[0017] Um zu erreichen, dass sich das Maximum der Differenz der isentropen Machzahl in dem
erfindungsgemäßen Schaufelabschnitt befindet, können die das erste Polynom 11 und
zweite Polynom 12 beschreibenden Parameter beispielsweise folgende Werte annehmen:
| |
Mittelwert |
Untergrenze |
Obergrenze |
| S1/S |
0,108 |
0,113 |
0,103 |
| XS1/S |
0,368 |
0,384 |
0,351 |
| S2/S1 |
0,663 |
0,679 |
0,648 |
| TESA/° |
17,106 |
19,020 |
15,192 |
| LESA/° |
38,460 |
39,256 |
37,663 |
[0018] Figur 3 zeigt eine Auftragung, über deren Abszisse 20 die Länge der Schaufelsehne
13 und über deren Ordinate 21 die isentrope Machzahl aufgetragen ist. Figur 3 zeigt
einen Machzahlverlauf 22 an der Druckseite und einen Machzahlverlauf 24 an der Saugseite
der herkömmlich ausgelegten Schaufel 14. Ebenfalls dargestellt ist ein Machzahlverlauf
23 an der Druckseite und ein Machzahlverlauf 25 an der Saugseite der erfindungsgemäß
ausgelegten Schaufel 15. Die Machzahlverläufe 22 bis 25 wurden rechnerisch bestimmt.
Dazu wurden die Navier-Stokes Gleichungen für den stationären Zustand des gegebenen
Problems gelöst.
[0019] Die Machzahlverläufe 22 bis 25 zeigen, dass für die herkömmlich ausgelegte Schaufel
die Differenz der Machzahlverläufe 25 und 23 im vorderen Bereich der Schaufel 14 größer
ist als im hinteren Bereich der Schaufel 14. Dahingegen ist die Differenz der Machzahlverläufe
24 und 22 für die erfindungsgemäß profilierte Schaufel 15 im hinteren Bereich der
Schaufel 15 größer als im vorderen Bereich der Schaufel 15. Das Maximum der Differenz
der erfindungsgemäß ausgelegten Schaufel 15 befindet sich im Wesentlichen bei einer
Länge der Schaufelsehne 13 von 0,5*S.
[0020] Figur 4 zeigt eine Auftragung, bei der über die Abszisse 25 der Phasenwinkel zwischen
zwei benachbarten Schaufeln (englisch: Interblade Phase Angle) aufgetragen ist. Über
die Ordinate 26 der Figur 4 ist ein aerodynamischer Dämpfungswert aufgetragen. Ebenfalls
eingezeichnet ist eine Nulllinie 27, bei der der aerodynamische Dämpfungswert den
Wert Null annimmt. Um zu bestimmen, ob die Schaufel gedämpft oder angeregt wird, werden
für jeden Phasendifferenzwinkel die linearisierten Navier-Stokes Gleichungen gelöst
und der aerodynamische Dämpfungswert berechnet. Figur 4 zeigt einen Dämpfungswertverlauf
28 für die herkömmliche ausgelegte Schaufel 14 und einen Dämpfungswertverlauf 29 für
die erfindungsgemäß ausgelegte Schaufel 15. Der Dämpfungswertverlauf 28 nimmt auch
negative Werte an, was bedeutet, dass die herkömmlich ausgelegte Schaufel 14 im Betrieb
der Axialströmungsmaschine eine selbsterregte Flatterschwingung hat. Der Dämpfungswertverlauf
29 hat jedoch für alle Phasendifferenzwinkel einen positiven Wert, was bedeutet, dass
die erfindungsgemäß ausgelegte Schaufel 15 im Betrieb der Axialströmungsmaschine keine
selbsterregte Flatterschwingung hat.
[0021] Es ist bevorzugt, dass die Schaufel eine Leitschaufel oder eine Laufschaufel ist.
Die Axialströmungsmaschine ist bevorzugt eine Gasturbine, eine Dampfturbine oder ein
Verdichter.
[0022] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Verfahren zum Profilieren einer Schaufel (14, 15) für eine Axialströmungsmaschine
mit den Schritten:
- Bereitstellen eines geometrischen Modells eines Schaufelprofils, das eine Skelettlinie
(3) eines Profilschnitts der Schaufel (14, 15) aufweist;
- Festlegen von Randbedingungen für eine die Schaufel (14, 15) umströmende Strömung;
- Verändern der Skelettlinie (3) derart, dass die anhand der Randbedingungen sich
einstellende Strömung das Maximum der Differenz der isentropen Machzahl (22 bis 25)
zwischen der Druckseite und der Saugseite der Schaufel (14, 15) in einem Schaufelabschnitt
verursacht, der sich ausgehend von der Schaufelhinterkante (5) in Richtung zu der
Schaufelvorderkante (4) erstreckt und 65% der Länge S der Schaufelsehne lang ist.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1,
wobei die Skelettlinie (3) gebildet wird von einem erstem Polynom (11) vierten Grades,
das die Skelettlinie (3) von der Schaufelvorderkante (4) bis zu einem Extrempunkt
(30) beschreibt, und einem zweiten Polynom (12) vierten Grades, das die Skelettlinie
(3) von dem Extrempunkt (30) bis zu der Schaufelhinterkante (5) beschreibt,
wobei der Extrempunkt (30) derjenige Punkt der Skelettlinie (3) ist, der den maximalen
Abstand zu der Schaufelsehne (13) hat.
3. Verfahren gemäß Anspruch 2,
wobei das erste Polynom (11) gebildet wird unter Heranziehen eines Vorderkantenskelettwinkels
(LESA), der der Winkel zwischen der Vorderkantentangente (7) der Skelettlinie (3)
und der Schaufelsehne (13) ist, der Länge xS1 von der Schaufelvorderkante (4) bis dem Punkt der Schaufelsehne (13), der den maximalen
Abstand zu der Skelettlinie (3) hat, und der Länge S1, die der Abstand von dem Extrempunkt (30) bis zu der Schaufelsehne ist,
wobei das zweite Polynom (12) gebildet wird unter Heranziehen eines Hinterkantenskelettwinkels
(TESA), der der Winkel zwischen der Hinterkantentangente (8) der Skelettlinie (3)
und der Schaufelsehne (13) ist, der Länge S-xS1 von der Schaufelhinterkante (5) bis zu dem Punkt der Schaufelsehne (13), der den
maximalen Abstand zu der Skelettlinie (3) hat, und der Länge S2, die der Abstand von der Skelettlinie (3) bis zu dem Punkt der Schaufelsehne (13)
ist, der den Abstand xS1+0,5*(S-xS1) von der Schaufelhinterkante (5) hat, wobei S die Länge der Schaufelsehne ist.
4. Verfahren gemäß Anspruch 3,
wobei die Skelettlinie derart verändert wird, dass S1 von 10,3% bis 11,3% der Länge S beträgt, xS1 von 35,1% bis 38,4% der Länge S beträgt, S2 von 64,8% bis 67,9% der Länge S1 beträgt, der Hinterkantenskelettwinkel von 15, 192° bis 19, 020° beträgt und der
Vorderkantenskelettwinkel von 37, 663° bis 39, 256° beträgt.
5. Verfahren gemäß Anspruch 4,
wobei die Skelettlinie derart verändert wird, dass S1 10,8% der Länge S beträgt, xS1 36,8% der Länge S beträgt, S2 66,3% der Länge S1 beträgt, der Vorderkantenskelettwinkel 17,106° beträgt und der Hinterkantenskelettwinkel
38,460° beträgt.
6. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei das geometrische Modell eine sich entlang der Skelettlinie (3) variierende Dicke
aufweist, die während dem Verändern der Skelettlinie (3) gleich gelassen wird.
7. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei die Randbedingungen der Strömung sich aus der Nennbetriebsbedingung der Axialströmungsmaschine
ergeben.
8. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei die isentropen Machzahlen experimentell bestimmt werden und/oder rechnerisch
bestimmt werden.
9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8,
wobei das Verfahren für verschiedene Profilschnitte der Schaufel (14, 15) wiederholt
wird.
10. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei der Profilschnitt auf einer Zylinderfläche oder einer Kegelfläche, deren Achsen
mit der Achse der Axialströmungsmaschine zusammenfallen, auf einer S1-Strömungsfläche oder in einer tangentialen Ebene der Axialströmungsmaschine liegt.
11. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10,
wobei die Schaufel (14, 15) eine Leitschaufel oder eine Laufschaufel ist.
12. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10,
wobei die Axialströmungsmaschine eine Gasturbine, eine Dampfturbine oder ein Verdichter
ist.