[0001] Die vorliegende Erfindung liegt auf dem Gebiet der automatischen Analysegeräte und
betrifft ein Verfahren zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit einer Waschstation für
Pipettiernadeln.
[0002] Heutige Analysegeräte, wie sie routinemäßig in der Analytik, der Forensik, der Mikrobiologie
und der klinischen Diagnostik Verwendung finden, sind in der Lage, eine Vielzahl von
Nachweisreaktionen und Analysen mit einer Vielzahl von Proben durchzuführen. Um eine
Vielzahl von Untersuchungen automatisiert durchführen zu können, sind diverse automatisch
arbeitende Vorrichtungen zum räumlichen Transfer von Messzellen, Reaktionsbehältern
und Reagenzflüssigkeitsbehältern erforderlich, wie z.B. Transferarme mit Greiffunktion,
Transportbänder oder drehbare Transporträder, sowie Vorrichtungen zum Transfer von
Flüssigkeiten, wie z.B. Pipettiervorrichtungen. Die Geräte umfassen eine zentrale
Steuereinheit, die mittels entsprechender Software dazu in der Lage ist, die Arbeitsschritte
für die gewünschten Analysen weitgehend selbstständig zu planen und abzuarbeiten.
[0003] Viele der in derartigen automatisiert arbeitenden Analysegeräten verwendeten Analyseverfahren
beruhen auf optischen Methoden. Besonders verbreitet sind Messsysteme, die auf photometrischen
(z.B. turbidimetrischen, nephelometrischen, fluorometrischen oder luminometrischen)
oder radiometrischen Messprinzipien beruhen. Diese Verfahren ermöglichen den qualitativen
und quantitativen Nachweis von Analyten in flüssigen Proben, ohne zusätzliche Trennschritte
vorsehen zu müssen. Die Bestimmung klinisch relevanter Parameter, wie zum Beispiel
der Konzentration oder der Aktivität eines Analyten erfolgt vielfach, indem ein Aliquot
einer Körperflüssigkeit eines Patienten gleichzeitig oder nacheinander mit einem oder
mehreren Testreagenzien in einem Reaktionsgefäß vermischt wird, wodurch eine biochemische
Reaktion in Gang gesetzt wird, die eine messbare Veränderung einer optischen Eigenschaft
des Testansatzes bewirkt.
[0004] Das Messergebnis wird von dem Messsystem wiederum in eine Speichereinheit weiterleitet
und ausgewertet. Anschließend liefert das Analysegerät einem Benutzer über ein Ausgabemedium,
wie z.B. einen Monitor, einen Drucker oder eine Netzwerkverbindung probenspezifische
Messwerte.
[0005] Der Transfer von Probenflüssigkeiten oder von Reagenzflüssigkeiten erfolgt üblicherweise
mit automatischen Pipettiervorrichtungen. Solche Pipettiervorrichtungen umfassen in
der Regel eine senkrecht an einem verfahrbaren Transferarm angeordnete und höhenverstellbare
Pipettiernadel, die mit einer Pumpeinheit verbunden ist, so dass mit der Pipettiernadel
ein gewünschtes Volumen einer Flüssigkeit aus einem Behälter entnommen und an einem
anderen Ort in einen Zielbehälter abgegeben werden kann. Üblicherweise wird die Pipettiernadel
mit Hilfe des Transferarms an eine Position über einem Flüssigkeitsbehälter verfahren
und dann in den Flüssigkeitsbehälter und die darin enthaltene Flüssigkeit abgesenkt.
Nach Entnahme des gewünschten Volumens wird die Pipettiernadel nach oben gefahren
und dann mit Hilfe des horizontal verfahrbaren Transferarms an die gewünschte Zielposition
über einem Flüssigkeitsbehälter gefahren, beispielsweise über eine Messzelle. Dort
wird die Pipettiernadel wieder abgesenkt, und die Flüssigkeitsmenge wird abgegeben.
[0006] Es ist üblich, Pipettiervorrichtungen mit einem Füllstandsensor auszustatten. Dies
hat einerseits den Zweck, dass während des Betriebs des automatischen Analysegeräts
der Füllstand von Reagenzflüssigkeiten in Reagenzflüssigkeitsbehältern bestimmt werden
und an die Steuereinheit gemeldet werden kann. Dadurch wird beispielsweise sichergestellt,
dass ein Benutzer rechtzeitig über einen notwendigen Reagenzbehälteraustausch informiert
werden kann. Andererseits stellt die Füllstandbestimmung sicher, dass die Pipettiernadel
immer ausreichend tief in die zu entnehmende Flüssigkeit eingetaucht wird, um zu vermeiden,
dass Luft anstelle von Flüssigkeit angesaugt wird.
[0007] Die gängigste Methode zur Füllstandbestimmung ist die kapazitive Füllstandbestimmung.
Dazu besteht die Pipettiernadel aus einem elektrisch leitfähigen Material und bildet
damit im Grunde die Messelektrode, und sie umfasst ferner eine Referenzelektrode.
Aus der Änderung der elektrischen Kapazität zwischen der Pipettiernadel und der Referenzelektrode
kann die Füllhöhe kontuierlich bestimmt werden. Eine andere Methode ist die optische
Füllstandbestimmung. Dazu umfasst die Pipettiernadel einen optoelektronischen Füllstandsensor
bestehend aus einer Lichtquelle und einem Lichtsensor. Beim Eintauchen wird das Licht
durch die Flüssigkeit gebrochen und erreicht nicht mehr oder nur abgeschwächt den
Lichtsensor. Aus der Abschwächung des Lichtssignals kann die Füllhöhe bestimmt werden.
[0008] Nach jedem Pipettieren von Proben- oder Reagenzflüssigkeit müssen die Pipettiernadelspitzen
gereinigt werden, bevor sie für die Verarbeitung weiterer Reagenzien oder Proben benutzt
werden können. Für die Reinigung von Pipettiernadelspitzen sind spezielle Waschstationen
in einem Analysegerät vorgesehen. Gängige Waschstationen setzen sich aus einem inneren,
mit einer Waschflüssigkeit gefüllten oder befüllbaren Waschbrunnenzylinder und einem
äußeren Überlaufzylinder zusammen. Die Pipettiernadelspitze wird zur Reinigung in
den Waschbrunnenzylinder abgesenkt und in die Waschflüssigkeit eingetaucht. Um den
Reinigungsvorgang zu optimieren, wird in einigen System die Waschflüssigkeit mit hoher
Strömungsgeschwindigkeit durch Düsen in den Waschbrunnenzylinder gespritzt. Damit
auch das Innere der Pipettiernadelspitze gereinigt wird, wird in manchen Systemen
Waschflüssigkeit eingesaugt und wieder abgegeben. In anderen Systemen verfügt die
Pumpvorrichtung der Pipettiervorrichtung über eine direkte Versorgung mit Waschflüssigkeit,
so dass die Waschflüssigkeit durch die gesamte Pipettiernadel gepumpt und schließlich
in den Waschbrunnenzylinder abgegeben wird. Der den Waschbrunnenzylinder umlaufende,
äußere Überlaufzylinder ist dazu vorgesehen, Waschflüssigkeit aufzufangen, die über
den Rand des Waschbrunnenzylinders tritt. Am Überlaufzylinder ist üblicherweise ein
Abfluss vorgesehen, durch den die aufgefangene Waschflüssigkeit aus der Waschstation
abfließen oder abgesaugt werden kann. Eine derartige Waschstation für für eine Pipettiernadel
ist z.B. in der
WO-A1-97/03766 beschrieben.
[0009] Problematisch ist, dass es beispielsweise zu Verstopfungen des Abflusses kommen kann,
wodurch im schlimmsten Falle die Waschstation überläuft und Waschflüssigkeit in das
Analysegerät gelangen und dadurch schwerwiegende Schäden verursachen kann. Auch andere
Funktionsstörungen, wie beispielsweise eine unkontrollierte Befüllung mit Waschflüssigkeit
oder ein Ausfall einer Absaugvorrichtung können ein Überlaufen einer Waschstation
verursachen.
[0010] Es ist daher erforderlich Maßnahmen zu ergreifen, die die Gefahr des Überlaufens
einer Waschstation frühzeitig erkennen und anzeigen.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren bereit
zu stellen, das die Überprüfung der Funktionsfähigkeit einer Waschstation für Pipettiernadeln
in einem automatischen Analysegerät ermöglicht.
[0012] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass beim Absenken einer Pipettiernadel in die Waschstation
der Füllstand der Waschflüssigkeit mit Hilfe des Füllstandsensors gemessen wird.
[0013] Dies hat den Vorteil, dass ein Überlaufen der Waschstation frühzeitig erkannt wird
und Maßnahmen ergriffen werden können, um drohende Schäden am Analysegerät zu vermeiden.
Besonders vorteilhaft ist, dass das Verfahren in jedem Analysegerät, das bereits über
eine Pipettiervorrichtung mit einem Füllstandsensor verfügt, ohne konstruktive Änderungen
des Analysegeräts durchgeführt werden kann. Es ist lediglich erforderlich, die Steuereinheit
so zu konfigurieren, dass die Messung des Füllstands auch in der Waschstation erfolgt
und entsprechend ausgewertet wird. Auf eine Anbringung eines Füllstandsensors an der
Waschstation selbst kann verzichtet werden.
[0014] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher die neuartige Verwendung einer Pipettiernadel
mit einem Füllstandsensor zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit einer Waschstation
für eine Pipettiernadel in einem automatischen Analysegerät.
[0015] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit einer
Waschstation für eine Pipettiernadel in einem automatischen Analysegerät, wobei die
Waschstation einen inneren, mit einer Waschflüssigkeit gefüllten Waschbrunnenzylinder
mit einer Öffnung zur Aufnahme einer Pipettiernadelspitze und einen äußeren Überlaufzylinder
aufweist, der den Waschbrunnenzylinder umläuft und diesen an Höhe überragt und wobei
die Pipettiernadel einen Füllstandsensor aufweist. Das Verfahren umfasst die Schritte:
a. Absenken der Pipettiernadel, so dass die Pipettiernadelspitze in den Waschbrunnenzylinder
eingeführt wird;
b. Messen des Füllstandes der Waschflüssigkeit in der Waschstation mit dem Füllstandsensor;
und
c. Vergleichen des gemessenen Füllstandes mit einem ersten Grenzwert, der der Höhe
des Waschbrunnenzylinders entspricht.
[0016] Wird auf diese Weise ein Füllstand gemessen, der oberhalb des ersten Grenzwertes
liegt, bedeutet dies, dass sich im Überlaufzylinder bereits so viel Waschflüssigkeit
angesammelt hat, dass bei weiterer Zufuhr von Waschflüssigkeit ein Überlaufen der
Waschstation droht.
[0017] Bevorzugterweise wird daher -wenn der gemessene Füllstand oberhalb des ersten Grenzwertes
liegt- eine Fehlermeldung generiert und/oder die Zufuhr von Waschflüssigkeit in den
Waschbrunnenzylinder wird gestoppt.
[0018] Die Fehlermeldung dient der Information eines Benutzers des automatischen Analysegeräts
über die Funktionsstörung der Waschstation. Dies ermöglicht das frühzeitige Ergreifen
erforderlicher Maßnahmen zur Behebung der Funktionsstörung durch den Benutzer.
[0019] Die Fehlermeldung kann in Form einer Textnachricht oder in Form eines Piktogramms
auf einem Bildschirm des automatischen Analysegeräts angezeigt werden. Alternativ
oder zusätzlich kann die Fehlermeldung auch in Form eines akustischen Signals von
einem Lautsprecher des automatischen Analysegeräts abgegeben werden. Außerdem kann
die Fehlermeldung auch in Form eines visuellen Signals von einer Warnlampe des automatischen
Analysegeräts abgegeben werden. Selbstverständlich können die verschiedenen Möglichkeiten
zur Meldung eines Fehlers beliebig miteinander kombiniert werden.
[0020] Vorzugsweise wird die Zufuhr von Waschflüssigkeit in den Waschbrunnenzylinder automatisch
gestoppt. Dazu wird -wenn der gemessene Füllstand oberhalb des ersten Grenzwertes
liegt- von der Steuereinheit ein entsprechendes Steuersignal an die Vorrichtung, die
die Waschstation mit Waschflüssigkeit befüllt, wie beispielsweise eine Pumpe gesendet.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der gemessene
Füllstand mit einem zweiten Grenzwert verglichen, der einem minimal erforderlichen
Füllstand der Waschflüssigkeit in dem Waschbrunnenzylinder entspricht.
[0022] Wird auf diese Weise ein Füllstand gemessen, der unterhalb des zweiten Grenzwertes
liegt, bedeutet dies, dass sich im Waschzylinder nicht genügend Waschflüssigkeit befindet,
um eine hinreichende Reinigung der Pipettiernadelspitze zu gewährleisten.
[0023] Der zweite Grenzwert ist demnach so gewählt, dass er unterhalb der Höhe des Waschbrunnenzylinders
liegt, aber eine Mindesthöhe des Füllstandes der Waschflüssigkeit in dem Waschbrunnenzylinder
angibt, die für eine hinreichende Reinigung der Pipettiernadelspitze erforderlich
ist.
[0024] Bevorzugterweise wird daher -wenn der gemessene Füllstand unterhalb des zweiten Grenzwertes
liegt- eine Fehlermeldung generiert und/oder die Verwendung der Pipettiernadel zum
Pipettieren von Reagenz- und oder Probenflüssigkeit wird gestoppt.
[0025] Die Fehlermeldung kann auf verschiedene Art und Weise, wie bereits weiter oben beschrieben,
angezeigt oder abgegeben werden.
[0026] Vorzugsweise wird die Verwendung der Pipettiernadel zum Pipettieren von Reagenz-
und oder Probenflüssigkeit automatisch gestoppt. Dazu wird -wenn der gemessene Füllstand
unterhalb des zweiten Grenzwertes liegt- von der Steuereinheit ein entsprechendes
Steuersignal z.B. an den automatisch verfahrbaren Transferarm, an dem die Pipettiernadel
angebracht ist, gesendet, und jede weitere Bewegung des Transferarms und damit der
Pipettiernadel wird unterbunden.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die
Messung des Füllstands der Waschlösung in der Waschstation kapazitiv. Dazu weist die
Pipettiernadel einen kapazitiven Füllstandsensor auf. Bevorzugterweise besteht die
Pipettiernadel dazu aus einem elektrisch leitfähigen Material, wie z.B. aus Edelstahl,
und bildet damit im Grunde die Messelektrode, und sie umfasst ferner eine Referenzelektrode.
[0028] Alternativ kann die Messung des Füllstands der Waschlösung in der Waschstation auch
optisch erfolgen. Dazu weist die Pipettiernadel einen optoelektronischen Füllstandsensor
auf, der mindestens eine Lichtquelle und einen Lichtsensor umfasst. Weiterhin ist
jedes Messverfahren geeignet, bei dem der Füllstandsensor an der Pipettiervorrichtung
bzw. an der Pipettiernadel angeordnet ist und mit dieser im Analysegerät verfahrbar
ist.
[0029] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein automatisches Analysegerät
mit mindestens einer automatisch verfahrbaren Pipettiervorrichtung, die eine Pipettiernadel
mit einem Füllstandsensor umfasst, und mit mindestens einer Waschstation für die Pipettiernadel,
wobei die Waschstation einen inneren, mit einer Waschflüssigkeit gefüllten Waschbrunnenzylinder
mit einer Öffnung zur Aufnahme einer Pipettiernadelspitze und einen äußeren Überlaufzylinder
aufweist, der den Waschbrunnenzylinder umläuft und diesen an Höhe überragt. Das erfindungsgemäße
Analysegerät weist ferner eine Steuerung auf, die so konfiguriert ist, dass sie ein
Verfahren mit den folgenden Schritten steuert:
a. Absenken der Pipettiernadel, so dass die Pipettiernadelspitze in den Waschbrunnenzylinder
eingeführt wird;
b. Messen des Füllstandes der Waschflüssigkeit in der Waschstation mit dem Füllstandsensor;
und
c. Vergleichen des gemessenen Füllstandes mit einem ersten Grenzwert, der der Höhe
des Waschbrunnenzylinders entspricht.
[0030] Bevorzugterweise ist die Steuerung ferner so konfiguriert, dass -wenn der gemessene
Füllstand oberhalb des ersten Grenzwertes liegt- eine Fehlermeldung generiert wird
und/oder die Zufuhr von Waschflüssigkeit in den Waschbrunnenzylinder wird gestoppt.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Analysegeräts ist die
Steuerung ferner so konfiguriert, dass das Verfahren, das sie steuert, ferner den
folgenden Schritt umfasst: Vergleichen des gemessenen Füllstands mit einem zweiten
Grenzwert, der einem minimal erforderlichen Füllstand der Waschflüssigkeit in dem
Waschbrunnenzylinder entspricht.
[0032] Bevorzugterweise ist die Steuerung ferner so konfiguriert, dass -wenn der gemessene
Füllstand unterhalb des zweiten Grenzwertes liegt- eine Fehlermeldung generiert und/oder
die Verwendung der Pipettiernadel zum Pipettieren von Reagenz- und oder Probenflüssigkeit
gestoppt wird.
[0033] Vorzugsweise ist die Steuerung ferner so konfiguriert, dass eine Fehlermeldung in
Form einer Textnachricht oder in Form eines Piktogramms auf einem Bildschirm des automatischen
Analysegeräts angezeigt wird oder in Form eines akustischen Signals von einem Lautsprecher
des automatischen Analysegeräts abgegeben wird oder in Form eines visuellen Signals
von einer Warnlampe des automatischen Analysegeräts abgegeben wird.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Analysegeräts ist der
mit der Pipettiernadel verbundene Füllstandsensor ein kapazitiver Füllstandsensor.
Bevorzugterweise besteht die Pipettiernadel dazu aus einem elektrisch leitfähigen
Material, wie z.B. aus Edelstahl, und umfasst ferner eine Elektrode.
[0035] Alternativ kann der mit der Pipettiernadel verbundene Füllstandsensor auch ein optoelektronischer
Füllstandsensor sein, der mindestens eine Lichtquelle und einen Lichtsensor umfasst.
[0036] Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung erläutert.
FIGURENBESCHREIBUNG
[0037] FIG. 1 zeigt eine Waschstation 1 für eine Pipettiernadel 2 in einem nicht näher dargestellten
Analysegerät. Die Waschstation 1 umfasst einen inneren, mit einer Waschflüssigkeit
7 fast vollständig gefüllten Waschbrunnenzylinder 4 mit einer Öffnung 5 zur Aufnahme
einer Pipettiernadelspitze 3 und einen äußeren Überlaufzylinder 6, der den Waschbrunnenzylinder
4 umläuft und diesen an Höhe überragt. Die Waschflüssigkeit 7 wird über eine Zuflussöffnung
8 aus einem Reservoir (nicht dargestellt) in den Waschbrunnenzylinder 4 gepumpt. Bei
der hier gezeigten Ausführungsform ist vorgesehen, dass ein kontinuierlicher Austausch
von Waschflüssigkeit 7 stattfindet, indem von unten frische Waschflüssigkeit 7 in
den Waschbrunnenzylinder 4 gepumpt wird, während überschüssige Waschflüssigkeit 7
über den Rand des Waschbrunnenzylinders 4 und in den Überlaufzylinder 6 tritt. Über
eine Abflussöffnung 9 im Überlaufzylinder 6 wird die gebrauchte Waschflüssigkeit 7
aus der Waschstation 1 abgepumpt.
[0038] Die Pipettiernadel 2 weist einen kapazitiven Füllstandsensor auf. Dazu besteht die
Pipettiernadel 2 aus Edelstahl und dient damit als Messelektrode, und sie umfasst
ferner eine Referenzelektrode 10. Befindet sich die Pipettiernadel 2 in Luft, wird
eine niedrige Kapazität gemessen. Beim Eintauchen der Pipettiernadelspitze 3 in die
Waschflüssigkeit 7 wird eine Kapazitätsänderung gemessen. Aus dem Absenkweg der Pipettiernadel
2 bis zur Kapazitätsänderung wird der Füllstand der Waschflüssigkeit 7 berechnet.
[0039] Zum Reinigen der Pipettiernadelspitze 3 wird die Pipettiernadel 2 über dem Waschbrunnenzylinder
4 soweit abgesenkt, dass die Pipettiernadelspitze 3 so tief in die Waschflüssigkeit
7 eintaucht, wie es für eine hinreichend gründliche Reinigung mindestens erforderlich
ist. Bei der hier gezeigten Ausführungsform ist eine Mindestfüllstandhöhe vorgesehen,
die durch einen Grenzwert H2 festgelegt ist. Detektiert der Füllstandsensor eine Füllstandhöhe
die unterhalb des Grenzwertes H2 liegt, bedeutet dies, dass sich im Waschzylinder
4 nicht genügend Waschflüssigkeit 7 befindet, so dass eine hinreichende Reinigung
der Pipettiernadelspitze 3 nicht gewährleistet ist.
[0040] Ferner ist bei der hier gezeigten Ausführungsform eine maximale Füllstandhöhe vorgesehen,
die durch einen Grenzwert H1 festgelegt ist. Der Grenzwert H1 entspricht der Höhe
des Waschbrunnenzylinders 4. Detektiert der Füllstandsensor eine Füllstandhöhe die
oberhalb des Grenzwertes H1 liegt, bedeutet dies, dass sich im Überlaufzylinder 6
bereits so viel Waschflüssigkeit 7 angesammelt hat, dass bei weiterer Zufuhr von Waschflüssigkeit
7 ein Überlaufen der Waschstation 1 droht.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0041]
- 1
- Waschstation
- 2
- Pipettiernadel
- 3
- Pipettiernadelspitze
- 4
- Waschbrunnenzylinder
- 5
- Öffnung
- 6
- Überlaufzylinder
- 7
- Waschflüssigkeit
- 8
- Zuflussöffnung
- 9
- Abflussöffnung
- 10
- Referenzelektrode
- H1
- erster Grenzwert für maximale Füllstandhöhe
- H2
- zweiter Grenzwert für Mindestfüllstandhöhe
1. Verfahren zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit einer Waschstation (1) für eine Pipettiernadel
(2) in einem automatischen Analysegerät, wobei die Waschstation (1) einen inneren,
mit einer Waschflüssigkeit (7) gefüllten Waschbrunnenzylinder (4) mit einer Öffnung
(5) zur Aufnahme einer Pipettiernadelspitze (3) und einen äußeren Überlaufzylinder
(6) aufweist, der den Waschbrunnenzylinder (4) umläuft und diesen an Höhe überragt
und wobei die Pipettiernadel (2) einen Füllstandsensor aufweist, das Verfahren umfassend
die Schritte
a. Absenken der Pipettiernadel (2), so dass die Pipettiernadelspitze (3) in den Waschbrunnenzylinder
(4) eingeführt wird;
b. Messen des Füllstandes der Waschflüssigkeit (7) in der Waschstation (1) mit dem
Füllstandsensor; und
c. Vergleichen des gemessenen Füllstandes mit einem ersten Grenzwert (H1), der der
Höhe des Waschbrunnenzylinders (4) entspricht.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei -wenn der gemessene Füllstand oberhalb des ersten
Grenzwertes (H1) liegteine Fehlermeldung generiert wird.
3. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 und 2, ferner umfassend den Schritt
d. Stoppen der Zufuhr von Waschflüssigkeit (7) in den Waschbrunnenzylinder (4).
4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 und 2, ferner umfassend den Schritt
e. Vergleichen des gemessenen Füllstands mit einem zweiten Grenzwert (H2), der einem
minimal erforderlichen Füllstand der Waschflüssigkeit (7) in dem Waschbrunnenzylinder
(4) entspricht.
5. Verfahren gemäß Anspruch 4, wobei -wenn der gemessene Füllstand unterhalb des zweiten
Grenzwertes (H2) liegteine Fehlermeldung generiert wird.
6. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 2 und 5, wobei die Fehlermeldung in Form einer
Textnachricht oder in Form eines Piktogramms auf einem Bildschirm des automatischen
Analysegeräts angezeigt wird oder in Form eines akustischen Signals von einem Lautsprecher
des automatischen Analysegeräts oder in Form eines visuellen Signals von einer Warnlampe
des automatischen Analysegeräts abgegeben wird.
7. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Pipettiernadel (2) einen
kapazitiven Füllstandsensor aufweist und der Füllstand kapazitiv gemessen wird.
8. Verwendung einer Pipettiernadel (2) mit einem Füllstandsensor zur Überprüfung der
Funktionsfähigkeit einer Waschstation (1) für eine Pipettiernadel (2) in einem automatischen
Analysegerät.
9. Automatisches Analysegerät mit mindestens einer automatisch verfahrbaren Pipettiervorrichtung,
die eine Pipettiernadel (2) mit einem Füllstandsensor umfasst, und mit mindestens
einer Waschstation (1) für die Pipettiernadel (2), wobei die Waschstation (1) einen
inneren, mit einer Waschflüssigkeit (7) gefüllten Waschbrunnenzylinder (4) mit einer
Öffnung (5) zur Aufnahme einer Pipettiernadelspitze (3) und einen äußeren Überlaufzylinder
(6) aufweist, der den Waschbrunnenzylinder (4) umläuft und diesen an Höhe überragt,
dadurch gekennzeichnet, dass das automatische Analysegerät ferner eine Steuerung aufweist, die so konfiguriert
ist, dass sie ein Verfahren mit den folgenden Schritten steuert:
a. Absenken der Pipettiernadel (2), so dass die Pipettiernadelspitze (3) in den Waschbrunnenzylinder
(4) eingeführt wird;
b. Messen des Füllstandes der Waschflüssigkeit (7) in der Waschstation (1) mit dem
Füllstandsensor; und
c. Vergleichen des gemessenen Füllstandes mit einem ersten Grenzwert (H1), der der
Höhe des Waschbrunnenzylinders (4) entspricht.
10. Automatisches Analysegerät gemäß Anspruch 9, das ferner einen Bildschirm und/oder
einen Lautsprecher und/oder eine Warnlampe aufweist.
11. Automatisches Analysegerät gemäß einem der Ansprüche 9 und 10, wobei die Steuerung
ferner so konfiguriert ist, dass -wenn der gemessene Füllstand oberhalb des ersten
Grenzwertes (H1) liegt- eine Fehlermeldung generiert wird.
12. Automatisches Analysegerät gemäß Anspruch 11, wobei die Steuerung ferner so konfiguriert
ist, dass das Verfahren, das sie steuert, ferner den folgenden Schritt umfasst:
d. Stoppen der Zufuhr von Waschflüssigkeit (7) in den Waschbrunnenzylinder (4).
13. Automatisches Analysegerät gemäß einem der Ansprüche 8 bis 12, wobei die Steuerung
ferner so konfiguriert ist, dass das Verfahren, das sie steuert, ferner den folgenden
Schritt umfasst:
e. Vergleichen des gemessenen Füllstands mit einem zweiten Grenzwert (H2), der einem
minimal erforderlichen Füllstand der Waschflüssigkeit (7) in dem Waschbrunnenzylinder
(4)entspricht.
14. Automatisches Analysegerät gemäß Anspruch 13, wobei die Steuerung ferner so konfiguriert
ist, dass -wenn der gemessene Füllstand unterhalb des zweiten Grenzwertes (H2) liegt-
eine Fehlermeldung generiert wird.
15. Automatisches Analysegerät gemäß einem der Ansprüche 11 und 14, wobei die Steuerung
ferner so konfiguriert ist, dass die Fehlermeldung in Form einer Textnachricht oder
in Form eines Piktogramms auf einem Bildschirm des automatischen Analysegeräts angezeigt
wird oder in Form eines akustischen Signals von einem Lautsprecher des automatischen
Analysegeräts oder in Form eines visuellen Signals von einer Warnlampe des automatischen
Analysegeräts abgegeben wird.
16. Automatisches Analysegerät gemäß einem der Ansprüche 9-15, wobei die automatisch verfahrbare
Pipettiervorrichtung eine Pipettiernadel (2) mit einem kapazitiven Füllstandsensor
umfasst.