(19)
(11) EP 3 089 120 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.11.2016  Patentblatt  2016/44

(21) Anmeldenummer: 16167473.4

(22) Anmeldetag:  28.04.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G07C 9/00(2006.01)
E05B 49/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 29.04.2015 DE 202015003163 U

(71) Anmelder: BKS GmbH
42549 Velbert (DE)

(72) Erfinder:
  • REINHOLD, Braam
    46414 Rhede (DE)
  • THORSTEN, Mann
    45529 Hattingen (DE)

(74) Vertreter: DREISS Patentanwälte PartG mbB 
Friedrichstrasse 6
70174 Stuttgart
70174 Stuttgart (DE)

   


(54) ELEKTRONISCHE SCHLIESSEINRICHTUNG UND SCHLIESSSYSTEM MIT EINER SOLCHEN SCHLIESSEINRICHTUNG


(57) Eine elektronische Schließeinrichtung (12) zur Freigabe eines Zutrittspunkts bei Vorliegen einer Zutrittsberechtigung, ist im Hinblick auf eine einfache und zuverlässige Programmierung mit einfachen konstruktiven Mitteln und bei hoher Kompatibilität mit bestehenden Systemen ausgestaltet und weitergebildet mit einem kapazitiven Transceiver (24) und einem RFID-Transceiver (26), wobei der kapazitive Transceiver (24) mit einem Transponder (14) verbindbar ist und zur Übertragung einer Zutrittsinformation dient und wobei der RFID-Transceiver (26) mit einem mobilen Endgerät (16) verbindbar ist und zur Übertragung von Programmierdaten und/oder Diagnosedaten dient.
Ein Schließsystem (10) zur Freigabe eines Zutrittspunkts zu einem Raum oder einem Gebäude bei Vorliegen einer Zutrittsberechtigung ist angegeben.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine elektronische Schließeinrichtung zur Freigabe eines Zutrittspunkts bei Vorliegen einer Zutrittsberechtigung. Zudem betrifft die vorliegende Erfindung ein Schließsystem zur Freigabe eines Zutrittspunkts zu einem Raum oder einem Gebäude bei Vorliegen einer Zutrittsberechtigung.

[0002] Elektronische Schließeinrichtungen sowie entsprechende Schließsysteme, die bei Vorliegen einer Zutrittsberechtigung mittels eines Transponders betätigt werden können, wodurch sich Zugänge bspw. zu Gebäuden oder Räumen öffnen lassen, sind aus dem Stand der Technik bekannt. Bei mehreren durch Schließeinrichtungen gesicherten Zutrittspunkten und mehreren zutrittsberechtigten Transpondern sind eine Verwaltung und damit einhergehend auch eine Programmierung dieser Systeme erforderlich.

[0003] Der Anmelderin ist es aus der Praxis bekannt, zu Programmierungszwecken Programmierdaten einer auf einem Personal Computer ablaufenden Verwaltungssoftware an ein Programmiergerät zu übertragen, wo die Programmierdaten auf einer SD-Karte gespeichert werden. Am Zutrittspunkt werden die Programmierdaten vor Ort per kapazitivem Nahfeld vom Programmiergerät an die Schließeinrichtung übertragen.

[0004] Zudem ist es aus dem Stand der Technik bekannt, anstelle der Verwendung eines Programmiergeräts die Programmierdaten per Funk an die Schließeinrichtungen an den Zutrittspunkten zu übertragen, beispielsweise über ein Online-System.

[0005] Eine kapazitive Datenübertragung eines solchen Programmiergeräts arbeitet mit einer Trägerfrequenz von 125 kHz (Kilohertz). Dabei sind Datenraten von lediglich wenigen 100 Bytes pro Sekunde möglich. Neben einer hohen Dauer für die Datenübertragung führt dies auch dazu, dass bei fehlerhaft übertragenen Daten diese erneut an Programmiergerät und Schließeinrichtung übertragen werden müssen.

[0006] Bei Online-Systemen, die Funk zur Datenübertragung nutzen, ist problematisch, dass diese kostenintensiv sind und einen vergleichsweise hohen Energieverbrauch aufweisen. Eine Erreichbarkeit aller mit Schließeinrichtungen ausgestatteten Zutrittspunkte per Funk ist je nach Gebäudesituation nicht immer gewährleistet.

[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, mit einfachen konstruktiven Mitteln und bei hoher Kompatibilität mit bestehenden Systemen eine einfache und zuverlässige Programmierung einer Schließeinrichtung zu ermöglichen.

[0008] Die voranstehende Aufgabe wird durch eine elektronische Schließeinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Danach zeichnet sich die Schließeinrichtung durch einen kapazitiven Transceiver und einen RFID-Transceiver aus, wobei der kapazitive Transceiver mit einem Transponder verbindbar ist und zur Übertragung einer Zutrittsinformation dient und/oder ausgebildet ist und wobei der RFID-Transceiver mit einem mobilen Endgerät über NFC verbindbar ist und zur Übertragung von Programmierdaten und/oder Diagnosedaten dient und/oder ausgebildet ist. Bei den Diagnosedaten kann es sich auch um Ereignisdaten handeln, die bei Eintritt oder Vorliegen eines bestimmten Ereignisses übertragen werden.

[0009] Demnach weist die Schließeinrichtung einen kapazitiven Transceiver sowie einen RFID-Transceiver auf. Unter einem "Transceiver" wird eine entsprechende Sende- und Empfangseinrichtung verstanden. Zwischen kapazitivem Transceiver und Transponder, auf dem eine Zutrittsinformation hinterlegt ist, kann eine Verbindung hergestellt werden. Für den Fall, dass diese Zutrittsinformation einer auf der Schließeinrichtung hinterlegten Zutrittsberechtigung entspricht, kann der durch die Schließeinrichtung gesicherte Zugang freigegeben werden.

[0010] Der RFID-Transceiver kann mit einem mobilen Endgerät verbunden werden, beispielsweise mit einem Smartphone, einem Tablet oder einem Programmiergerät. Damit können Programmierdaten wie beispielsweise Zutrittsberechtigungen an die elektronische Schließeinrichtung übertragen werden und/oder es kann eine Diagnose der Schließeinrichtung erfolgen, beispielsweise durch Übertragen von Diagnosedaten. Das Smartphone oder Tablet kann ein hierfür entwickeltes und darauf ablaufendes Programm aufweisen, mit dem eine Programmierung und/oder Diagnose der Schließeinrichtung erfolgen kann.

[0011] Eine solche Schließeinrichtung hat den Vorteil, dass diese nicht nur ein Interface, sondern zwei zweckgerichtete Interfaces bereitstellt, nämlich einen kapazitiven Transceiver und einen RFID-Transceiver. Damit kann mittels des kapazitiven Transceivers Kontakt zu einem Transponder aufgebaut und Schließinformationen übertragen werden. In der Praxis etablierte und vergleichsweise energiesparende kapazitive Transponder können weiterverwendet werden. Mittels des RFID-Transceivers, der eine vergleichsweise schnelle Datenübertragung erlaubt, insbesondere um den Faktor 10 bis 20 schneller als der kapazitive Transceiver, können Zutrittsrechte programmiert, Ereignisse ausgelesen und Service-Informationen übertragen werden. Damit ist eine weitgehende Kompatibilität zu bestehenden Systemen geschaffen, so dass beispielsweise kapazitiv arbeitende Transponder weiterverwendet werden können, was vergleichsweise kostengünstig ist. Zugleich ist durch Verwendung eines RFID-Transceivers eine schnelle und komfortable Möglichkeit zur Programmierung und/oder Diagnose der Schließeinrichtung geschaffen.

[0012] Im Konkreten kann die elektronische Schließeinrichtung als Schließzylinder, Einsteckschloss oder Wandleser zur Ansteuerung eines elektronischen Schließgliedes, beispielsweise einem Schließriegel oder Türöffner, ausgebildet sein.

[0013] Für eine besonders energiesparende Ausgestaltung ist es von Vorteil, wenn der RFID-Transceiver als passiver Transceiver ausgebildet ist. Somit kann der RFID-Teil in der Schließeinrichtung die notwendige Energie aus dem Funkfeld des mobilen Endgeräts beziehen, beispielsweise eines Smartphones oder eines Tablets. Damit ist der Energiebedarf der elektronischen Schließeinrichtung vergleichsweise gering. Im Falle einer netzunabhängigen Energieversorgung kann somit die Standzeit der Schließeinrichtung bzw. des Zutrittspunkts verlängert werden.

[0014] Im Konkreten ist der RFID-Transceiver dazu ausgebildet, dass zwischen RFID-Transceiver und mobilem Endgerät eine NFC-Verbindung, nämlich eine Nahfeldverbindung herstellbar ist.

[0015] Zweckmäßigerweise kann ein ansteuerbares Schließelement zur Verriegelung und Entriegelung des Zutrittspunks vorgesehen sein. Somit kann je nach Ausgestaltung der elektronischen Schließeinrichtung das Schließelement unmittelbar an der Schließeinrichtung angeordnet sein, beispielsweise im Falle eines Schließzylinders in Form eines Knaufzylinders, oder separat und beabstandet zur Schließeinrichtung, beispielsweise im Falle eines Wandlesers.

[0016] Im Konkreten kann eine Steuerung für die Komponenten der Schließeinrichtung vorgesehen sein. Diese kann in die elektronische Schließeinrichtung integriert sein. Die Steuerung kann zunächst zur Ansteuerung des Schließelements dienen. Zudem kann die Steuerung einen Speicher zur Speicherung von Schließinformationen und Zugangsberechtigungsdaten enthalten. Zudem kann der Auslesevorgang durch die Steuerung koordiniert werden. Beispielsweise kann der kapazitive Transceiver und der RFID-Transceiver jeweils mit der Steuerung gekoppelt sein, wobei die Steuerung den Informationsfluss zwischen der Steuerung und den beiden Transceivern regelt.

[0017] Zur netzunabhängigen Energieversorgung der Schließeinrichtung kann ein Energiespeicher, insbesondere ein Akku oder eine Batterie, vorgesehen sein. Damit ist ein Einsatz einer solchen Schließeinrichtung auch an Stellen möglich, an denen eine netzbasierte Energieversorgung nur mit hohem baulichen Aufwand herzustellen oder aus ästhetischen Gründen nicht gewünscht ist, beispielsweise im Falle von Glastüren.

[0018] Die eingangs genannte Aufgabe wird auch durch ein Schließsystem mit den Merkmalen des nebengeordneten Anspruchs gelöst.

[0019] Dieses Schließsystem umfasst mindestens eine elektronische Schließeinrichtung, mindestens einen Transponder und ein mobiles Endgerät. In vorteilhafter Weise weist die Schließeinrichtung einen kapazitiven Transceiver und einen RFID-Transceiver auf.

[0020] Durch das vorgeschlagene Schließsystem werden ein weitestgehend problemloser Betrieb sowie eine einfache Konfiguration von Schließeinrichtungen ermöglicht. Zwischen Transponder und einem kapazitiven Transceiver einer Schließeinrichtung kann eine Verbindung hergestellt werden, wobei Zutrittsinformationen übertragen und bei vorliegender Zutrittsberechtigung die Schließeinrichtung geöffnet werden kann. Zwischen mobilem Endgerät und dem RFID-Transceiver lässt sich eine Verbindung herstellen, insbesondere eine NFC-Verbindung, nämlich eine Nahfeldverbindung, so dass die Schließeinrichtung mit dem mobilen Endgerät auf einfache Weise konfiguriert, programmiert oder diagnostiziert werden kann.
Zweckmäßigerweise kann eine Konfigurationseinrichtung zur Verwaltung und Programmierung von Schließeinrichtung und Transponder vorgesehen sein. Damit können in Abhängigkeit von der jeweiligen Schließeinrichtung und/oder dem jeweiligen Transponder Zutrittsrechte verwaltet und programmiert werden.

[0021] In vorteilhafter Weise dient die Konfigurationseinrichtung dazu und/oder ist dazu ausgebildet, Konfigurationsdaten an das mobile Endgerät zu übertragen. Auf diese Weise kann zur Programmierung der Schließeinrichtungen auf eine komplizierte Infrastruktur, beispielsweise ein Funknetz, verzichtet werden, da die Konfigurationsdaten zunächst lediglich an das mobile Endgerät übertragen werden.

[0022] Zweckmäßigerweise dient das mobile Endgerät dazu und/oder ist dazu ausgebildet, Konfigurationsdaten zur Konfiguration und/oder Diagnosedaten zur Diagnose an die Schließeinrichtung zu übertragen. Auf eine Programmierungsinfrastruktur für die Schließeinrichtungen, beispielsweise einem aufwändigen Funksystem, kann somit verzichtet werden, da eine Konfiguration und/oder Diagnose einer Schließeinrichtung vor Ort am Zutrittspunkt durch das mobile Endgerät erfolgt. Für den Fall, dass der RFID-Transceiver als passiver Transceiver ausgebildet ist, kann damit zudem eine Energieversorgung des RFID-Teils erfolgen, was zu einem konstruktiv einfachen netzunabhängigen Betrieb beiträgt.

[0023] Im Konkreten kann die Konfigurationseinrichtung als Rechner, insbesondere als Personal Computer, mit einer Software zur Verwaltung von Zutrittsberechtigungen und zur Konfiguration von Schließeinrichtungen und/oder Transpondern ausgebildet sein. Damit ist eine einfache und übersichtliche Konfiguration der Komponenten des Schließsystems, insbesondere der Schließeinrichtung und der Transponder, ermöglicht, so dass eine Konfiguration innerhalb kurzer Zeit ermöglicht ist.

[0024] Zum Erhalt einer guten Konnektivität kann die Konfigurationseinrichtung einen drahtlosen Datenanschluss, insbesondere einen drahtlosen Netzwerkanschluss, ein Mobilfunkmodem und/oder eine Datenschnittstelle zu einem Funksystem oder einem zellulären Mobilfunknetz aufweisen, so dass Konfigurationsdaten drahtlos von der Konfigurationseinrichtung auf das mobile Endgerät übertragbar sind. Zum Erhalt der benötigten Konfigurationsdaten muss sich das mobile Endgerät, beispielsweise ein Smartphone oder ein Tablet, nicht an oder in unmittelbarer Nähe der Konfigurationseinrichtung befinden, sondern kann sich auch vor Ort, nämlich am Zutrittspunkt oder an der Schließeinrichtung aufhalten. Somit kann ein drahtloses Datennetz, beispielsweise ein Mobilfunknetz, ein zelluläres Mobilfunknetz oder ein Drahtlosnetzwerk zur Übertragung der Konfigurationsdaten von der Konfigurationseinrichtung zum mobilen Endgerät verwendet werden. Auf diese Weise kann eine Anforderung von Konfigurationsdaten beispielsweise direkt vom Ort des Zutrittspunkts aus erfolgen.

[0025] Im Konkreten kann es sich bei dem mobilen Endgerät um ein Smartphone, ein Tablet oder ein Programmiergerät handeln. Zur weiteren Ausgestaltung des Schließsystems können auch die im Zusammenhang mit der Schließeinrichtung beschriebenen Maßnahmen dienen.

[0026] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:

Figur 1 eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform eines Schließsystems und

Figur 2 in einer schematischen Darstellung eine zweite Ausführungsform eines Schließsystems.



[0027] Figur 1 zeigt ein Schließsystem zur Freigabe eines Zutrittspunkts zu einem Raum oder einem Gebäude bei Vorliegen einer Zutrittsberechtigung, das insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet ist.

[0028] Das Schließsystem 10 weist eine elektronische Schließeinrichtung 12 auf, die im Ausführungsbeispiel als elektronischer Knaufzylinder 12 ausgebildet ist. Zudem weist das Schließsystem 10 einen Transponder 14 auf, auf dem eine Zutrittsinformation gespeichert ist. Weiter umfasst das Schließsystem 10 ein mobiles Endgerät 16, welches im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Smartphone ausgebildet ist und nachfolgend als ein solches bezeichnet wird.

[0029] Zudem weist das Schließsystem 10 eine Konfigurationseinrichtung 18 auf, die als PC mit einem darauf ablaufenden Verwaltungsprogramm zur Verwaltung und Vergabe von Zutrittsrechten ausgebildet ist.

[0030] Die Konfigurationseinrichtung 18 ist an das Internet 20 angeschlossen. Über den Internetanschluss 20 kann über eine mobile Funkverbindung 22 eine Kommunikation zwischen Smartphone 16 und der Konfigurationseinrichtung 18 stattfinden. Neben einem Mobilfunkmodem weist das Smartphone 16 auch eine NFC-Schnittstelle auf (nicht dargestellt). Zudem verfügt das Smartphone 16 über eine auf den Smartphone ablaufende, vom Betriebssystem abweichende Applikation, die zur Konfiguration der Schließeinrichtung 12 sowie zur Kommunikation mit der Konfigurationseinrichtung 18 und dem dortigen Verwaltungsprogramm, nämlich einem sogenannten Keymanager, dient.

[0031] Die Schließeinrichtung 12 weist einen kapazitiven Transceiver 24 und einen RFID-Transceiver 26 auf.

[0032] Befindet sich der Transponder 14 in der Nähe der Schließeinrichtung 12, beispielsweise in einem Abstand von 0 bis 5 cm, so kann zwischen kapazitivem Transceiver 24 und dem Transponder 14 eine kapazitive Verbindung hergestellt werden. Auf diese Weise kann eine auf dem Transponder 14 gespeicherte Schließinformation an die Schließeinrichtung 12 ausgegeben werden, wobei im Falle einer korrespondierenden Zutrittsberechtigung das Schließelement freigegeben wird, beispielsweise durch Schließen einer Kupplung im Knaufzylinder 12, so dass dieser betätigt und der Zugang geöffnet werden kann.

[0033] Befindet sich das Smartphone 16 in der Nähe der Schließeinrichtung 12 bzw. des Knaufzylinders 12, insbesondere in einem Abstand zwischen 0 bis 5 cm, so kann eine RFID-Verbindung 27, nämlich in Form einer NFC-Verbindung (Nahfeldverbindung) hergestellt werden. Ist der RFID-Transceiver als passiver Transceiver ausgebildet, so kann der RFID-Teil im Zutrittspunkt die notwendige Energie aus dem Funkfeld des Smartphones 16 erhalten. Dies trägt zu einem vergleichsweise geringen Energieverbrauch der Schließeinrichtung 12 bei, so dass bei netzunabhängiger Energieversorgung, beispielsweise durch eine im Knaufzylinder 12 angeordnete Batterie oder einen Akku, die Standzeit vergleichsweise lang gehalten werden kann.

[0034] Über die zwischen Smartphone 16 und dem RFID-Transceiver 26 hergestellte RFID-Verbindung 27 können Programmierdaten an die Schließeinrichtung 12 übertragen, Serviceinformationen ausgegeben werden und in der Schließeinrichtung 12 gespeicherte Ereignisse ausgelesen und an die Konfigurationseinheit gesendet werden. Zudem kann auf diese Weise auch eine Diagnose der Schließeinrichtung 12 erfolgen.

[0035] Figur 2 zeigt in einer schematischen Darstellung ein weiteres Ausführungsbeispiel des Schließsystems 10 zur Freigabe eines Zutrittspunkts zu einem Raum oder einem Gebäude bei Vorliegen einer Zutrittsberechtigung.

[0036] Das zweite Ausführungsbeispiel entspricht zu weiten Teilen dem voranstehenden beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel, so dass zur Vermeidung von Wiederholungen zunächst auf die voranstehenden Ausführungen verwiesen wird, wobei gleiche oder funktional gleiche Elemente mit identischen Bezugszeichen versehen sind.

[0037] Abweichend vom ersten Ausführungsbeispiel kommunizieren die Konfigurationseinrichtung 18 und das Smartphone 16 nicht über eine Mobilfunkverbindung, sondern über ein Drahtlosnetzwerk oder ein zelluläres Mobilfunknetzwerk 23.

[0038] Eine Übertragung von Programmierdaten zwischen der Konfigurationseinrichtung 18 und dem Smartphone 16 kann somit nur dann erfolgen, wenn sich das Smartphone 16 in Reichweite des Drahtlosnetzwerks 23 oder des zellulären Mobilfunknetzwerks 23 befindet. Diese Position ist mit Bezugszeichen 28 bezeichnet, wobei hier eine Übertragung der Programmierdaten von der Konfigurationseinrichtung 18 auf das Smartphone 16 erfolgt.

[0039] Nach abgeschlossener Übertragung der Programmierdaten an das Smartphone 16 kann das Smartphone von der Position 28 in die Nähe einer Schließeinrichtung 12 in Form eines Knaufzylinders 12 verlagert werden, beispielsweise durch Mitnehmen durch eine Bedienperson oder direkt vor Ort (zu erreichen über WLAN) am Zutrittspunkt. Diese Position des Smartphones 16 ist mit dem Bezugszeichen 30 bezeichnet. Befindet sich das Smartphone 16 in der Nähe der Schließeinrichtung 12 oder des Knaufzylinders 12, beispielsweise in einer Entfernung zwischen 0 bis 5 cm, kann zwischen Smartphone 16 und RFID-Transceiver 26 eine RFID-Verbindung 27 aufgebaut und - wie beim voranstehend beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel - eine Programmierung der Schließeinrichtung 12 in Form des Knaufzylinders 12 vorgenommen und/oder eine Diagnose durchgeführt werden.


Ansprüche

1. Elektronische Schließeinrichtung (12) zur Freigabe eines Zutrittspunkts bei Vorliegen einer Zutrittsberechtigung, gekennzeichnet durch einen kapazitiven Transceiver (24) und einen RFID-Transceiver (26), wobei der kapazitive Transceiver (24) mit einem Transponder (14) verbindbar ist und zur Übertragung einer Zutrittsinformation dient und wobei der RFID-Transceiver (26) mit einem mobilen Endgerät (16) verbindbar ist und zur Übertragung von Programmierdaten und/oder Diagnosedaten dient.
 
2. Schließeinrichtung (12) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der RFID-Transceiver (26) als passiver Transceiver ausgebildet ist.
 
3. Schließeinrichtung (12) nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch ein ansteuerbares Schließelement zur Verriegelung und Entriegelung des Zutrittspunkts.
 
4. Schließeinrichtung (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Steuerung für die Komponenten der Schließeinrichtung.
 
5. Schließeinrichtung (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Energiespeicher, insbesondere einen Akku oder einer Batterie, zur netzunabhängigen Energieversorgung der Schließeinrichtung.
 
6. Schließsystem (10) zur Freigabe eines Zutrittspunkts zu einem Raum oder einem Gebäude bei Vorliegen einer Zutrittsberechtigung, mit mindestens einer elektronischen Schließeinrichtung (12), insbesondere einer Schließeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mindestens einem Transponder (14) mit gespeicherter Zutrittsinformation und mit einem mobilen Endgerät (16), wobei die Schließeinrichtung (12) einen kapazitiven Transceiver (24) und einen RFID-Transceiver (26) aufweist, wobei der Transponder (14) zur Übertragung einer Zutrittsberechtigung mit dem kapazitiven Transceiver (24) verbindbar ist und wobei das mobile Endgerät (16) zur Programmierung und/oder Diagnose mit dem RFID-Transceiver (26) verbindbar ist.
 
7. Schließsystem (10) nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch eine Konfigurationseinrichtung (18) zur Verwaltung und Programmierung von Schließeinrichtung (12) und Transponder (14).
 
8. Schließsystem (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Konfigurationseinrichtung (18) dazu dient, Konfigurationsdaten an das mobile Endgerät (16) zu übertragen.
 
9. Schließsystem (10) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das mobile Endgerät (16) dazu dient, Konfigurationsdaten zur Konfiguration und/oder Diagnosedaten zur Diagnose an die Schließeinrichtung (12) zu übertragen.
 
10. Schließsystem (10) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Konfigurationseinrichtung (18) als Rechner, insbesondere als Personal Computer, mit einer Software zur Verwaltung von Zutrittsberechtigungen und zur Konfiguration von Schließeinrichtung (12) und/oder Transponder (14) ausgebildet ist.
 
11. Schließsystem (10) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Konfigurationseinrichtung (18) einen drahtlosen Datenanschluss, insbesondere einen drahtlosen Netzwerkanschluss, ein Mobilfunkmodem (22) und/oder eine Datenschnittstelle zu einem Funksystem oder einem zellulären Mobilfunknetz (23) aufweist, so dass Konfigurationsdaten drahtlos von der Konfigurationseinrichtung (18) auf das mobile Endgerät übertragbar sind.
 
12. Schließsystem (10) nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem mobilen Endgerät (16) um ein Smartphone (16), ein Tablet (16) oder ein Programmiergerät handelt.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht