[0001] Das Messer umfasst ein Gehäuse, und eine Klinge. Die Klinge ist z.B. in einem Klingenträger
gelagert, der zwischen mindestens einer Sicherheitsposition und wenigstens einer Schneidposition
in dem Gehäuse bewegbar gelagert ist. In der Sicherheitsposition ist der Klingenträger
in das Gehäuse zurückgezogen, so dass die in dem Klingenträger gelagerte Klinge für
den Benutzer unzugänglich ist. In der Schneidposition ragt die Klinge aus dem Gehäuse
heraus. Der Klingenträger kann zwischen der Sicherheitsposition und der Schneidposition
eine translatorische, eine rotatorische oder eine kombinierte Bewegung mit translatorischem
und rotatorischem Anteil ausführen.
[0002] Gemäß einer alternativen Ausführung des Messers ist die Klinge unbeweglich oder bewegbar
an dem Gehäuse gelagert. Ein Klingenschutz ist relativ zu der Klinge zwischen einer
Sicherheitsposition und einer Schneidposition bewegbar gelagert. In der Sicherheitsposition
ist der Klingenschutz derart über eine Schneide der Klinge bewegt, dass der Benutzer
sich nicht daran verletzen kann. In der Schneidposition ist der Klingenschutz von
der Schneide wegbewegt und ein Schneidvorgang kann durchgeführt werden. Der Klingenschutz
kann zwischen der Sicherheitsposition und der Schneidposition eine translatorische,
eine rotatorische oder eine kombinierte Bewegung mit translatorischem und rotatorischem
Anteil ausführen.
[0003] Mittels einer Betätigungsvorrichtung kann der Klingenträger oder /und der Klingenschutz
in die Schneidposition bewegt werden. Die Betätigungsvorrichtung umfasst eine Handhabe
und ggf. eine Übertragungsvorrichtung. Die Übertragungsvorrichtung kann ein oder mehrere
Teile umfassen, welche die Bewegung der Handhabe auf den Klingenträger oder den Klingenschutz
übertragen. Der Handhabe ist eine erste Betätigungsfläche zugeordnet. Die erste Betätigungsfläche
ist z.B. unmittelbar oder mittelbar an der Handhabe angeordnet. "Mittelbar an der
Handhabe angeordnet" bedeutet z.B., dass die Betätigungsfläche auch an einem gesonderten
Teil ausgebildet sein kann, welches mit der Handhabe in Wirkverbindung steht. Das
könnte z.B. ein Teil der Übertragungsvorrichtung sein.
[0004] Eine zweite Betätigungsfläche ist dem Klingenträger oder dem Klingenschutz zugeordnet.
Die zweite Betätigungsfläche ist z.B. unmittelbar oder mittelbar an dem Klingenträger
oder dem Klingenschutz angeordnet. "Mittelbar an dem Klingenträger oder dem Klingenschutz
angeordnet" bedeutet z.B., dass die Betätigungsfläche auch an einem gesonderten Teil
ausgebildet sein kann, welches mit dem Klingenträger oder dem Klingenschutz in Wirkverbindung
steht. Das könnte z.B. ein Teil der Übertragungsvorrichtung sein.
[0005] Die erste Betätigungsfläche steht während der Bewegung zwischen der Sicherheitsposition
in die Schneidposition mit der zweiten Betätigungsfläche in Kontakt.
[0006] Ein solches Messer ist z.B. in der
US 2003 / 0154606 beschrieben. Hier ist die Handhabe mit einem Vorsprung versehen, welcher mit einer
Betätigungsfläche des Klingenträgers zusammenwirkt, um den Klingenträger von der Sicherheitsposition
in die Schneidposition zu verlagern.
[0007] Es war Aufgabe der Erfindung das vorerwähnte Messer derart weiterzubilden, dass eine
optimale Betätigung mit einem gleichmäßigen oder einem ergonomisch vorteilhaften Kraftaufwand
möglich ist.
[0008] Die Aufgabe wurde gelöst durch ein Messer mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0009] Wenn sich der Klingenträger in der Sicherheitsposition befindet, ist eine Betätigung
der Handhabe notwendig, um den Klingenträger in die erste Schneidposition zu bewegen.
Die erste Betätigungsfläche und die zweite Betätigungsflächen können dann entweder
schon in Kontakt stehen oder werden nach einer Bewegung der Handhabe miteinander in
Kontakt bewegt. Bei einer Bewegung der Handhabe wird dann die erste Betätigungsfläche
relativ zu der zweiten Betätigungsfläche bewegt, wobei beide Betätigungsflächen in
Kontakt stehen. Während der Relativbewegung der Betätigungsflächen wird der Klingenträger
oder der Klingenschutz von der Sicherheitsposition in die Schneidposition bewegt.
[0010] Erfindungsgemäß kann z.B. vorgesehen sein, dass in einem ersten Bereich eine der
Betätigungsflächen derart ausgebildet ist, dass eine bestimmte Relativbewegung der
Handhabe in Bezug auf das Gehäuse eine erste Vorschubbewegung des Klingenträgers bzw.
des Klingenschutzes zur Folge hat. Der erste Bereich ist z.B. kurz, wenn er vorgesehen
ist, um das System aus Handhabe, Übertragungsvorrichtung und Klingenträger bzw. Klingenschutz
in Bewegung zu setzen.
[0011] In einem zweiten Bereich ist die Betätigungsfläche derart ausgebildet, dass die bestimmte
Relativbewegung der Handhabe in Bezug auf das Gehäuse eine zweite Vorschubbewegung
des Klingenträgers bzw. des Klingenschutzes zur Folge hat. Die zweite Vorschubbewegung
unterscheidet sich von der ersten Vorschubbewegung. Insbesondere ist die zweite Vorschubbewegung
größer als die erste Vorschubbewegung, wenn in dem zweiten Bereich die für die Relativbewegung
der Handhabe notwendige Kraft geringer ist, als in dem ersten Bereich.
[0012] Das Prinzip der Erfindung beruht darauf, dass die Betätigungsfläche, die als Steuerfläche
ausgebildet ist, wenigstens einen ersten Bereich und einen zweiten Bereich aufweist,
wodurch das Kraft-Weg-Verhältnis oder die Übersetzung zwischen der Handhabe und dem
Klingenträger bzw. Klingenschutz im Laufe der Bewegung zwischen der Sicherheitsposition
und der Schneidposition geändert wird. Die Vorschubbewegung des Klingenträgers ist
abhängig von der Neigung der Betätigungsfläche, die als Steuerfläche ausgebildet ist,
relativ zu der anderen Betätigungsfläche.
[0013] Die Erfindung kann z.B. zur Reduzierung des Anfangswiderstands bei der Betätigung
des Messers verwendet werden. Der Klingenträger bzw. der Klingenschutz weisen Gleitflächen
auf, die bei der Bewegung zwischen der Sicherheitsposition und der ersten Schneidposition
in Kontakt mit Gegenflächen des Gehäuses stehen. Um den Klingenträger oder den Klingenschutz
mittels der Handhabe aus der Sicherheitsposition herauszubewegen, müssen z.B. Haftreibungskräfte
überwunden werden. Haftreibungskräfte treten z.B. zwischen dem Klingenträger bzw.
dem Klingenschutz und dem Gehäuse, zwischen der Übertragungsvorrichtung und dem Gehäuse
sowie zwischen der ersten Betätigungsfläche und der zweiten Betätigungsfläche auf.
Das führt zu einem relativ hohen Widerstand am Anfang der Bewegung der Handhabe.
[0014] Wenn die Haftreibung überwunden wurde und der Klingenträger oder der Klingenschutz
in Bewegung gesetzt wurde, liegt zwischen den Kontaktflächen Gleitreibung vor, so
dass der Widerstand zum Bewegen der Handhabe geringer ist. Erfindungsgemäß kann die
Steuerfläche in dem ersten Bereich derart ausgebildet sein, dass die Betätigungskraft
trotz des erhöhten Anfangswiderstandes gering ist. In einem zweiten Bereich kann die
Steuerfläche derart ausgebildet sein, dass sich, nachdem der Anfangswiderstand überwunden
wurde und die Gleitreibung eingesetzt hat, das Kraft-Weg-Verhältnis bzw. die Übersetzung
von dem ersten Bereich unterscheidet. Die Betätigungskraft der Handhabe kann z.B.
in dem zweiten Bereich in Bezug auf den ersten Bereich gleich bleiben, wobei sich
in dem zweiten Bereich die Vorschubbewegung des Klingenträgers bzw. des Klingenschutzes
in Bezug auf den ersten Bereich erhöht.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform ist wenigstens ein Bereich der Steuerfläche als Kurve
ausgebildet. Die Kurve hat unterschiedliche Steigungen, d.h. der auf die zweite Betätigungsfläche
einwirkende und zur Bewegung des Klingenträgers oder des Klingenschutzes wirksame
Kraftanteil variiert über den Verlauf des ersten Bereichs.
[0016] In wenigstens einem Bereich ist die Steuerfläche z.B. linear ausgebildet. In einem
linearen Bereich ist der zur Bewegung des Klingenträgers oder des Klingenschutzes
wirksame Kraftanteil konstant. Die Steuerfläche weist z.B. wenigstens zwei lineare
Bereiche mit unterschiedlicher Steigung auf. Die linearen Bereiche bilden z.B. einen
Winkel β<180°.
[0017] Die Steuerfläche kann auch Kombinationen aufweisen, wobei wenigstens ein Bereich
als Kurve und wenigstens ein Bereich als Gerade ausgebildet ist. Z.B. kann im Bereich
des Schnittspunkts von zwei linearen Bereichen, die untereinander einen Winkel von
β<180° bilden, die Steuerfläche in Form einer Kurve ausgebildet sein, die sich tangential
an beide linearen Bereiche annähert. Auf diese Weise kann bei der Betätigung ein für
den Benutzer kaum wahrnehmbarer, ruckfreier Übergang von dem ersten Bereich zu dem
zweiten Bereich gewährleistet werden.
[0018] Die Handhabe ist z.B. schwenkbar gelagert. Die Handhabe kann z.B. schwenkbar an dem
Gehäuse gelagert sein. Die Handhabe wird dann rotatorisch zwischen der unbetätigten
und der betätigten Position bewegt. Gemäß einer alternativen Ausführungsform ist die
Handhabe translatorisch bewegbar an dem Gehäuse gelagert. In diesem Fall wird die
Handhabe tranlatorisch zwischen der unbetätigten und der betätigten Position bewegt.
Die Handhabe kann z.B. auch eine kombinierte Bewegung relativ zu dem Gehäuse ausführen,
die translatorische und rotatorische Anteile umfasst. Ein Teil der Handhabe oder ein
mit der Handhabe bewegungsverbundenes Teil bildet z.B. eine Betätigungsfläche aus.
[0019] Der Klingenträger bzw. der Klingenschutz ist z.B. von einer Feder in die Sicherheitsposition
belastet. Der Klingenträger wird von der Feder in die Sicherheitsposition bewegt,
wenn der Benutzer keine Kraft mehr auf die Handhabe ausübt oder wenn die Bewegungsverbindung
zwischen der Handhabe und dem Klingenträger bzw. dem Klingenschutz gelöst wird. Die
zweite Betätigungsfläche wird z.B. von der Feder oder von einer gesonderten Feder
in Kontakt mit der ersten Betätigungsfläche gehalten. Auch kann die Handhabe z.B.
von der Feder in die unbetätigte Position belastet sein.
[0020] Zwischen der ersten Betätigungsfläche und der zweiten Betätigungsfläche ist z.B.
ein Gleitkontakt ausgebildet. Bei der Bewegung der Handhabe von der unbetätigten Position
in die betätigte Position wird der Klingenträger bzw. der Klingenschutz von der Sicherheitsposition
in die Schneidposition bewegt. Dabei gleitet die erste Betätigungsfläche relativ zu
der zweiten Betätigungsfläche. Gemäß einer Alternative könnte die erste Betätigungsfläche
und / oder die zweite Betätigungsfläche aber auch ein Wälzlager aufweisen, welches
auf der jeweils anderen Fläche abrollt.
[0021] Die Betätigungsfläche, die mit der Steuerfläche zusammenwirkt, kann z.B. konvex,
insbesondere kuppelförmig ausgebildet sein, so dass zwischen der ersten Betätigungsfläche
und der zweiten Betätigungsfläche ein Linien- bzw. Punktkontakt vorhanden ist.
[0022] Weitere Vorteile ergeben sich anhand eines in den Fig. schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht des Messers in der Sicherheitsposition,
Fig. 2 eine Längsschnittdarstellung des Messers gemäß Fig. 1,
Fig. 3 in Anlehnung an Fig. 1 eine Seitenansicht des Messers in der Schneidposition,
Fig. 4 in Anlehnung an Fig. 2 eine Schnittdarstellung des Messers in der Schneidposition,
Fig. 5 eine vergrößerte Darstellung des Ausschnitts gemäß Ausschnittlinie V in Fig.
2, wobei eine Feder der Übersicht halber nicht dargestellt ist,
Fig. 6 in Anlehnung an Fig. 5 der Ausschnitt, wobei sich das Messer in einer Zwischenposition
befindet,
Fig. 7 eine vergrößerte Darstellung des Ausschnitts gemäß Ausschnittlinie VII in Fig.
4, wobei eine Feder der Übersicht halber nicht dargestellt ist,
Fig. 8 eine Längsschnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Messers in der Sicherheitsposition,
Fig. 9 in Anlehnung an Fig. 8 das Messer in der Schneidposition und
Fig. 10 ein Ausschnitt gemäß Ausschnittlinie X in Fig. 5.
[0023] Ein Messer insgesamt wird in den Fig. mit dem Bezugszeichen 10 bezeichnet. Gleiche
Bezugszeichen in den unterschiedlichen Fig. bezeichnen entsprechende Teile, auch wenn
kleine Buchstaben hinzugefügt oder weggelassen sind.
[0024] Das Messer 10 umfasst gemäß Fig. 1 ein Gehäuse 11 und eine Handhabe 12. Ein in dem
Gehäuse 11 verschiebbarer Klingenträger 14 ist in dem Gehäuse 11 zwischen wenigstens
einer Sicherheitsposition (siehe die Fig. 1 und 2) und wenigstens einer Schneidposition
(siehe die Fig. 3 und 4) bewegbar gelagert. Der Klingenträger 14 ist in dem Gehäuse
11 gleitgelagert. Bei der Bewegung des Klingenträgers 14 wirken Außenflächen des Klingenträgers
14 mit Innenflächen des Gehäuses 11 zusammen.
[0025] In der Sicherheitsposition ist eine an dem Klingenträger 14 gehaltene Klinge 15 in
dem Gehäuse 11 angeordnet und in der Schneidposition ragt die Klinge 15 aus einer
Öffnung 17 des Gehäuses 11 heraus. Die Handhabe 12 ist Teil einer Betätigungsvorrichtung
13 zur Verlagerung des Klingenträgers 14 zwischen der Sicherheitsposition und der
Schneidposition. Die Handhabe 12 ist um eine Schwenkachse a zwischen einer unbetätigten
Position (siehe die Fig. 1 und 2) und einer maximal betätigten Position (siehe die
Fig. 3 und 4) schwenkbar an dem Gehäuse 11 gelagert. Die Handhabe 12 bildet mit dem
Gehäuse 11 ein Schwenkgelenk G1. Aus der unbetätigten Position gemäß der Fig. 1 und
2 ist die Handhabe 12 in Richtung w1 in die betätigte Position gemäß der Fig. 3 und
4 schwenkbar. Aus der betätigten Position ist die Handhabe in Richtung w2 in die unbetätigte
Position schwenkbar. Ein Betätigungsvorsprung 22 mit einer ersten Betätigungsfläche
23 ist an der Handhabe 12 ausgebildet. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die
erste Betätigungsfläche 23 konvex ausgebildet, sie kann aber auch eine andere Form
aufweisen.
[0026] Der Klingenträger 14 hat einen hinteren Fortsatz 18, an welchem eine zweite Betätigungsfläche
19 in Form einer Steuerfläche ausgebildet ist (siehe z.B. die Fig. 5 und 10). Die
zweite Betätigungsfläche 19 umfasst einen ersten Bereich 20 sowie einen zweiten Bereich
21. Der erste Bereich 20 und der zweite Bereich 21 sind im Wesentlichen linear ausgebildet
und bilden einen Winkel von β<180° aus. Um den Übergang zwischen dem ersten Bereich
20 und dem zweiten Bereich 21 für den Benutzer unbemerkt zu lassen, ist die Betätigungsfläche
19 in dem Bereich eines imaginären Schnittpunktes P1 des ersten Bereichs 20 und des
zweiten Bereichs 21 als Kurve 24 ausgebildet (siehe z.B. Fig. 10). Die Kurve 24 nähert
sich tangential an den ersten Bereich 20 und den zweiten Bereich 21 an.
[0027] Eine Feder 16 ist an dem Klingenträger 14 und an dem Gehäuse 11 befestigt und belastet
den Klingenträger 14 in Richtung x2 in die Sicherheitsposition. Die erste Betätigungsfläche
23 der Handhabe 12 sowie die zweite Betätigungsfläche 19 des Klingenträgers 14 werden
von der Feder 16 in Kontakt miteinander gehalten. Zwischen der ersten Betätigungsfläche
23 und der zweiten Betätigungsfläche 19 besteht z.B. ein Linien- oder ein Punktkontakt.
Die Handhabe 12 wird über den Kontakt zwischen den Betätigungsflächen 19 und 23 von
der Feder 16 in Schwenkrichtung w2 in die unbetätigte Position belastet.
[0028] Wenn die Handhabe 12 aufgrund einer Kraft F aus der unbetätigten Position in Richtung
w1 in die betätigte Position geschwenkt wird, bewegt sich der Klingenträger 14 in
Richtung x1 in die Schneidposition gemäß der Fig. 3 und 4. Da die Bewegungsbahn des
Klingenträgers 14 gekrümmt ist, verstehen sich die Richtungen x1 und x2 als Bewegung
auf der gekrümmten Bewegungsbahn.
[0029] Das Schwenken der Handhabe 12 um einen Schwenkwinkel α in Richtung w1 hat zur Folge,
dass sich die erste Betätigungsfläche 23 relativ zu der zweiten Betätigungsfläche
19 in dem ersten Bereich 20 in Richtung z1 bis zu dem Punkt P2 bewegt (siehe z.B.
die Fig. 6, 7 und 10), wobei die Betätigungsflächen 23 und 19 in Gleitkontakt stehen.
Der Klingenträger 14 wird dabei entgegen der Federkraft der Feder 16 um einen ersten
Wegbetrag in Richtung x1 bewegt. Die Richtungen z1 und z2 sind als Bewegungsrichtungen
der Betätigungsfläche 23 relativ zu der Betätigungsfläche 19 zu verstehen.
[0030] Bei weiterem Schwenken der Handhabe 12 bewegt sich die Betätigungsfläche 23 über
den Bereich 24 zu dem Punkt P3.
[0031] Wenn ausgehend von Punkt P3 die Handhabe 12 um den Schwenkwinkel α weiter in Richtung
w1 geschwenkt wird, bewegt sich die erste Betätigungsfläche 23 relativ zu der zweiten
Betätigungsfläche 19 in dem zweiten Bereich 21 (siehe Fig. 8). Der Klingenträger 14
verlagert sich dabei um einen zweiten Wegbetrag in Richtung x1. Der zweite Wegbetrag
ist größer als der erste Wegbetrag.
[0032] In dem Bereich 24 ist der Verlauf der zweiten Betätigungsfläche 19 diskontinuierlich,
d.h. das Verhältnis zwischen der Bewegung der Handhabe 12 und der Bewegung des Klingenträgers
14 ist nicht konstant. In dem ersten Bereich 20 und in dem zweiten Bereich 21 ist
der Verlauf kontinuierlich, d.h. das Verhältnis zwischen der Bewegung der Handhabe
12 und der Bewegung des Klingenträgers 14 ist konstant.
[0033] Sobald der Benutzer die Handhabe 12 entlastet, wird der Klingenträger 14 von der
Feder 16 in Richtung x2 in die Sicherheitsposition verlagert und bewegt dabei über
die Betätigungsflächen 19 und 23 auch die Handhabe 12 in Richtung w2 in die unbetätigte
Position zurück. Wenn die Handhabe 12 entlastet wird und sich der Klingenträger 14
in Richtung x2 zurückbewegt, gleitet die erste Betätigungsfläche 23 in Richtung z2
relativ zu der zweiten Betätigungsfläche 19.
[0034] Z.B. ist bei dem oben beschriebenen Messer 10 die zur Bewegung der Handhabe 12 von
der unbetätigten Position in die betätigte Position notwendige Kraft F etwa konstant,
obwohl am Anfang der Betätigung der von der Haftreibung hervorgerufene erhöhte Anfangswiderstand
überwunden werden muss.
[0035] Ein zweites Ausführungsbeispiel ist in den Fig. 9 und 10 dargestellt. Ein Messer
gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel wird insgesamt mit dem Bezugszeichen 110 bezeichnet.
Gleiche Bezugszeichen in den unterschiedlichen Figuren bezeichnen entsprechende Teile.
[0036] Das Messer 110 umfasst ein Gehäuse 111 und eine Klinge 112. Die Klinge 112 ist in
nicht näher ausgeführter Weise relativ zu dem Gehäuse 111 unbeweglich an dem Gehäuse
111 befestigt. Ein Klingenschutz 113 bildet mit dem Gehäuse 111 ein Schwenkgelenk
G1 und ist zwischen einer in Fig. 8 dargestellten Sicherheitsposition und einer in
Fig. 9 dargestellten Schneidposition schwenkbar. Aus der Sicherheitsposition ist der
Klingenschutz 113 um eine Schwenkachse a1 in Richtung u1 in die Schneidposition schwenkbar.
Aus der Schneidposition ist der Klingenschutz 113 um die Schwenkachse a1 in Richtung
u2 in die Sicherheitsposition schwenkbar. Eine Feder 115 belastet den Klingenschutz
113 in die Sicherheitsposition.
[0037] In der Sicherheitsposition ist der Klingenschutz 113 derart über eine Schneide 114
der Klinge 112 bewegt, dass ein Benutzer des Messers 110 sich nicht an der Schneide
114 verletzen kann. In der Schneidposition ist der Klingenschutz 113 von der Schneide
114 weggeschwenkt, so dass ein Schnitt durchführbar ist.
[0038] Die Bewegung zwischen der Sicherheitsposition und der Schneidposition erfolgt mittels
einer Betätigungsvorrichtung 116. Die Betätigungsvorrichtung 116 umfasst eine Handhabe
117, einen Schieber 118, einen Schlitten 119 und einen Lenker 120. Eine Übertragungsvorrichtung
ist von dem Schieber 118, dem Schlitten 119 und dem Lenker 120 gebildet.
[0039] Die Handhabe 117 bildet mit dem Gehäuse 111 ein Schwenkgelenk G4 mit einer Schwenkachse
a4. Die Handhabe 117 ist um die Schwenkachse a4 zwischen der unbetätigten Position
gemäß Fig. 8 und der betätigten Position gemäß Fig. 9 bewegbar.
[0040] Der Schieber 118 ist in die Richtungen x1 und x2 bewegbar. Aus der in Fig. 8 gezeigten
hinteren Position ist der Schieber 118 in Richtung x1 in die in Fig. 9 gezeigte vordere
Position bewegbar. Aus der vorderen Position ist der Schieber 118 in Richtung x2 in
die hintere Position bewegbar. Der Schieber 118 umfasst einen Vorsprung 128 der mit
einem Anschlag 129 des Schlittens 119 zusammenwirkt, so dass der Schieber 118 den
Schlitten 119 bei einer Bewegung in Richtung x1 mitnimmt und sich auch der Schlitten
119 in Richtung x1 bewegt. Der Schlitten 119 ist lediglich in die Richtungen x1 und
x2 zwischen den in den Fig. 8 und 9 gezeigten Positionen bewegbar. Der Schlitten 19
bildet mit dem Lenker 120 ein Schwenkgelenk G2 mit einer Schwenkachse a2. Der Lenker
120 bildet außerdem mit einem fest mit dem Klingenschutz 113 verbundenen Hebelarm
121 ein Schwenkgelenk G3 mit einer Schwenkachse a3.
[0041] Die Handhabe 117 ist mit einem Fortsatz 122 versehen, welcher eine erste Betätigungsfläche
123 aufweist. Der Schieber 118 ist an einem hinteren Endbereich 124 mit einer zweiten
Betätigungsfläche 125 versehen, die mit der ersten Betätigungsfläche 123 in Kontakt
steht. Die zweite Betätigungsfläche 125 umfasst einen ersten Bereich 126 und einen
zweiten Bereich 127. Der erste Bereich 126 ist gekrümmt ausgebildet, während der zweite
Bereich 127 linear ausgebildet ist.
[0042] Wenn die Handhabe 117 aufgrund einer Kraft F um die Schwenkachse a4 aus der unbetätigten
Position in Richtung w1 in die betätigte Position geschwenkt wird, verlagert sich
der Schieber 118 in Richtung x1. Der Vorsprung 128 des Schiebers 118 nimmt dann über
den Anschlag 129 den Schlitten 119 in Richtung x1 mit. Dabei wird auch der Lenker
120 in Richtung x1 verlagert, welcher den fest mit dem Klingenschutz 113 verbundenen
Hebelarm 121 in Richtung u1 in die Schneidposition schwenkt.
[0043] Das Schwenken der Handhabe 117 um einen Schwenkwinkel α in Richtung w1 hat zur Folge,
dass sich die erste Betätigungsfläche 123 relativ zu der Betätigungsfläche 125 in
dem ersten Bereich 126 in Richtung z1 bis zu dem Punkt P4 bewegt, wobei der Klingenschutz
113 entgegen der Federkraft der Feder 115 z.B. um einen ersten Wegbetrag in Richtung
x1 bewegt wird. Die Richtungen z1 und z2 sind als Bewegungsrichtungen der ersten Betätigungsfläche
123 relativ zu der zweiten Betätigungsfläche 125 zu verstehen.
[0044] Wenn ausgehend von Punkt P4 die Handhabe 117 um den Schwenkwinkel α weiter in Richtung
w1 geschwenkt wird und sich die erste Betätigungsfläche 123 relativ zu der zweiten
Betätigungsfläche 125 in dem zweiten Bereich 127 der zweiten Betätigungsfläche 125
bewegt, verlagert sich der Klingenschutz 113 um einen zweiten Wegbetrag in Richtung
x1. Der zweite Wegbetrag ist größer als der erste Wegbetrag.
[0045] In dem ersten Bereich 126 ist der Verlauf der zweiten Betätigungsfläche 125 diskontinuierlich,
d.h. das Verhältnis zwischen der Bewegung der Handhabe 117 und der Bewegung des Schiebers
118 ist nicht konstant. In dem zweiten Bereich 127 ist der Verlauf kontinuierlich,
d.h. das Verhältnis zwischen der Bewegung der Handhabe 117 und der Bewegung des Schiebers
118 ist konstant.
[0046] Die Feder 115 ist an einem Endbereich an dem Schlitten 119 und an einem anderen Endbereich
an dem Gehäuse 111 befestigt. Der Schlitten 119 ist daher von der Feder 115 in Richtung
x2 belastet. Sobald der Benutzer keine Kraft mehr auf die Handhabe 117 ausübt, wird
der Schlitten 119 von der Feder 115 in Richtung x2 bewegt, wobei der mit dem Schlitten
119 verbundene Lenker 120 den Klingenschutz 113 in Richtung u2 schwenkt. Bei der Bewegung
des Schlittens 119 in Richtung x2 wird über den Anschlag 129 und den Vorsprung 128
auch der Schieber 118 in Richtung x2 bewegt. Bei der Rückbewegung des Schiebers 118
in Richtung x2 gleitet die erste Betätigungsfläche 123 relativ zu der zweiten Betätigungsfläche
125 in Richtung z2. Durch den Kontakt der Flächen 125 und 123 wird bei der Rückbewegung
des Schiebers 118 auch die Handhabe 117 in Richtung w2 in die unbetätigte Position
geschwenkt.
[0047] Es wird deutlich, dass mit den erfindungsgemäßen Ausbildung der Betätigungsfläche
als Steuerfläche das Kraft-Weg-Verhältnis an die mechanischen und physikalischen Gegebenheiten
derart anpassbar ist, dass der Kraftaufwand zur Betätigung der Handhabe konstant gehalten
werden oder - z.B. in Anpassung an ergonomische Erfordernisse - variiert werden kann.
1. Messer mit einem Gehäuse (11, 111) und mit einer Betätigungsvorrichtung (13, 116)
zur Bewegung eines Klingenträgers (14) oder eines Klingenschutzes (113) zwischen wenigstens
einer Sicherheitsposition und wenigstens einer Schneidposition, wobei die Betätigungsvorrichtung
(13, 116) eine Handhabe (12, 117) umfasst, wobei mittels der Betätigungsvorrichtung
(13, 116) eine Bewegung der Handhabe (12, 117) auf den Klingenträger (14) oder den
Klingenschutz (113) übertragbar ist, umfassend eine der Handhabe (12, 117) zugeordnete
erste Betätigungsfläche (23, 123) und eine dem Klingenträger (14) oder dem Klingenschutz
(113) zugeordnete zweite Betätigungsfläche (19, 125), dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Betätigungsflächen (19, 125) als Steuerfläche mit wenigstens
einem ersten Bereich (20, 126) und einem zweiten Bereich (21, 127) ausgebildet ist.
2. Messer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die erste Betätigungsfläche (23, 123) während der Bewegung zwischen der Sicherheitsposition
und der Schneidposition relativ zu der zweiten Betätigungsfläche (19, 125) über den
ersten Bereich (20, 126) und über den zweiten Bereich (21, 127) bewegt.
3. Messer nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Kraft-Weg-Verhältnis bei einer Relativbewegung zwischen der ersten Betätigungsfläche
(23, 123) und der zweiten Betätigungsfläche (19, 125) in dem ersten Bereich (20, 126)
von dem zweiten Bereich (21, 127) unterscheidet.
4. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Bereich (24) der Steuerfläche als Kurve ausgebildet ist
5. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Bereich (20, 21, 126, 127) der Steuerfläche linear ausgebildet ist
6. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Bereich (20, 126) und der zweite Bereich (21, 127) linear ausgebildet sind
und einen Winkel von β<180° bilden.
7. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerfläche im Bereich eines Schnittpunktes (P) des ersten Bereichs (20, 126)
und des zweiten Bereichs (21, 127) als Kurve ausgebildet ist, welche sich tangential
an den ersten Bereich und den zweiten Bereich annähert.
8. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Handhabe (12) und dem Klingenträger (14) oder zwischen der Handhabe
(117) und dem Klingenschutz (113) eine Übertragungsvorrichtung ausgebildet ist.
9. Messer , dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Betätigungsfläche (19, 125) von der Feder (16, 115) in Eingriff mit der
ersten Betätigungsfläche (23, 123) belastet ist.
10. Messer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der ersten Betätigungsfläche (23, 123) und der zweiten Betätigungsfläche
(19, 125) ein Gleitkontakt ausgebildet ist.