(19)
(11) EP 3 090 914 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.11.2016  Patentblatt  2016/45

(21) Anmeldenummer: 16168456.8

(22) Anmeldetag:  04.05.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B61D 3/10(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 05.05.2015 DE 102015107003

(71) Anmelder: Mercer International inc.
Vancouver, British Columbia V6C 1G8 (CA)

(72) Erfinder:
  • Ziegenbein, Tobias
    Vancouver, British Columbia V6S 1C1 (CA)

(74) Vertreter: Wördemann, Hermes 
Stickenbütteler Weg 49
27476 Cuxhaven
27476 Cuxhaven (DE)

   


(54) HOLZHACKSCHNITZELTRANSPORTWAGEN


(57) Transportwagen mit Drehgestell für den Eisenbahnbetrieb zur Beförderung von Schüttgütern mit einem Container 2. Der Container 2 ist als nach oben offener Kasten mit zwei Stirnseiten 6 und dazu rechtwinklig angeordneten Seitenwänden 4 aufgebaut. Der Container 2 hat einen ersten Boden 8 mit einem mittig angeordneten Zapfen 10, 11. Der Zapfen 10, 11 ist in einer Drehpfanne 14 des Drehgestells 1, 3 gelagert. Der Container 2 hat einen zweiten Boden 9, der gegenüber dem ersten Boden 8 tiefergelegt ist. Der zweite Boden 9 ist zwischen den Drehgestellen 1, 3 angeordnet. An den Seitenwänden 4 sind Aufnahmeprofilen 4 angebracht und durch den Container 2 durchführt. Die Aufnahmeprofile 4 haben einen gegenseitigen Abstand, der dem Abstand von Gabelarmen einer Entleerungsvorrichtung entspricht.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Transportwagen für den Eisenbahnbetrieb zur Beförderung von Schüttgütern mit geringem spezifischem Gewicht, beispielsweise Holzhackschnitzel.

[0002] Aus EP 1690809 ist ein Behälter zum Transport von Schüttgütern bekannt, der auf Lastkraftwagen oder im Eisenbahngüterverkehr transportiert wird und durch Kippen oder Drehen entleer wird. Ein solcher Behälter wird im Eisenbahngüterverkehr auf Flachwagen transportiert und weist eine definierte Abmessung auf, so dass zum Beispiel drei Behälter je Flachwagen transportiert werden können. Durch die Verwendung solcher Behälter kann die Ladekapazität eines Standard-Flachwagens nicht optimal ausgenutzt werden. Bei einem für Holzhackschnitzel typischen spezifischen Gewicht von 0,3 bis 0,35 ergibt sich pro Behälter ein Ladegewicht von 15 bis 20 Tonnen. Damit wird der Flachwagen mit ca. 50 bis 60 Tonnen beladen. Die Kapazität des Flachwagens ist hingegen höher, z. B. 70 Tonnen.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Wagen zum Transport von Schüttgütern für den Eisenbahnbetrieb anzugeben, insbesondere für den Holzhackschnitzeltransport, der ein einfaches Beladen sowie sicheres Entladen ermöglicht bei optimaler Ausnutzung der Tragfähigkeit eines Transportwagens.

[0004] Diese Aufgabe wird durch einen Holzhackschnitzeltransportwagen mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.

[0005] Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung.

[0006] Erfindungsgemäß besteht ein Wagen zum Transport von Schüttgütern für den Eisenbahnbetrieb, insbesondere für den Holzhackschnitzeltransport, aus zwei Drehgestellen, die je zwei Drehpfannen für Container besitzen. Diese Drehpfannen sind zugleich der Drehpunkt der Waggons für die Kurvenfahrt. Der Container ist so konstruiert, dass es nicht nur die Last für das zu transportierende Gut aufnehmen kann, sondern auch die Lasten, die im Bahnverkehr auftreten. Der Container besitzt beidseitig je einen Zapfen, der in die Drehpfannen in den Drehgestellen eingeführt werden kann. Der Container bildet zusammen mit den Drehgestellen einen Tragwagen. Um den Abstand der Drehgestelle untereinander zu gewährleisten und um die Drehgestelle mit Versorgungsleitungen für Druckluft, Strom etc. zu verbinden, ist zwischen den Drehgestellen ein Abstandshalter vorgesehen. Dieser Abstandshalter muss keine Zug- oder Druckkräfte aufnehmen und kann daher konstruktiv einfach ausgebildet sein. Die Zug- oder Druckkräfte werden von dem Container aufgenommen.

[0007] Der Container ist als nach oben offener Kasten aufgebaut mit je einer Stirnseite und rechtwinklig dazu je einen Seitenteil. Die Stirnseite ist in etwa so breit wie die zulässige Breite eines Standardgüterwagens. Die Seitenteile weisen eine Länge auf, die von Drehgestell zu Drehgestell reicht und trotzdem eine sichere Kurvenfahrt des Zugverbandes gewährleisten. Der Container hat im Bereich der Drehgestelle einen ersten Boden und im Bereich zwischen den Drehgestellen einen zweiten Boden, der tiefer gelegt ist gegenüber dem ersten Boden. Der erste Boden ist mit dem zweiten Boden mittels einer Verbindungsplatte verbunden ist, derart, dass der Container ein nach oben offenes Volumen bildet. Vorzugsweise ist die Verbindungsplatte leicht schräg ausgebildet, um ein vollständiges Entleeren des Containers zu gewährleisten. Der zweite Boden kann bis zur Achshöhe der Drehgestelle reichen. Der im Bereich zwischen den Drehgestellen tiefergebauten Container bietet dadurch einen vergrößerten Stauraum für das Schüttgut.

[0008] Die Seitenteile weisen zwei im Querschnitt etwa echteckige Aufnahmeprofile auf, die geradlinig in Querrichtung des Containers durch diesen zum gegenüberliegenden Seitenteil verlaufen. Der gegenseitige Abstand der Aufnahmeprofile entspricht in etwa dem gegenseitigen Abstand der Gabelarme einer Entleerungsvorrichtung, wie zum Beispiel eines Gabelstaplers.

[0009] Zum Entleeren der Container werden die Gabeln einer Entleerungsvorrichtung in die rechteckigen Aufnahmeprofile geführt. Die Entleerungsvorrichtung hebt dann den Container aus den Drehgestellen. Die Entladevorrichtung besitzt eine motorisch betreibbare Dreheinrichtung. Am Entladepunkt wird der Container mittels der Dreheinrichtung der Entladevorrichtung um bis zu 360 ° gedreht. Dadurch wird das im Container enthaltene Schüttgut entleert. Nach der Entleerung wird der Container wieder mittels der Entladevorrichtung zurück auf die Drehgestelle gesetzt.

[0010] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.

[0011] In der Zeichnung zeigen:
Figur 1
ein Container im Transportmodus
Figur 2
ein Container im Entlademodus


[0012] Die Figur 1 zeigt einen Container im Transportmodus. Ein Container 2 ruht auf je einem Drehgestell 1, 3. Der Container 2 ist als nach oben offener Kasten aufgebaut mit je einer Stirnseite 6 und rechtwinklig dazu je einen Seitenwand 5. Die Stirnseite 6 ist in etwa so breit wie die zulässige Breite eines Standardgüterwagens. Die Seitenwände 5 weisen eine Länge auf, die von Drehgestell 1 zu Drehgestell 3 reicht und trotzdem eine sichere Kurvenfahrt des Zugverbandes gewährleisten. Der Container 2 hat im Bereich der Drehgestelle 1, 3 einen ersten Boden 8 und im Bereich zwischen den Drehgestellen 1, 3 einen zweiten Boden 9, der tiefer gelegt ist gegenüber dem ersten Boden 8. Der erste Boden 8 ist mit dem zweiten Boden 9 mittels einer nicht gezeichneten Verbindungsplatte verbunden ist, derart, dass der Container 2 ein nach oben offenes Volumen bildet. Vorzugsweise ist die Verbindungsplatte leicht schräg ausgebildet, um ein vollständiges Entleeren des Containers 2 zu gewährleisten. Der zweite Boden 9 kann bis zur Achshöhe der Drehgestelle 1, 3 reichen. Durch den im Bereich zwischen den Drehgestellen 1, 3 tiefergebauten Container 2 bietet dadurch einen vergrößerten Stauraum für das Schüttgut. Der nach oben offene Container weist im oberen Bereich eine Einfüllöffnung 7 zur Aufnahme von Schüttgut auf.

[0013] Die Seitenwände 5 weisen zwei im Querschnitt etwa rechteckige Aufnahmeprofile 4 auf, die geradlinig in Querrichtung des Containers 2 durch diesen zum gegenüberliegenden Seitenteil verlaufen. Der gegenseitige Abstand der Aufnahmeprofile 4 entspricht in etwa dem gegenseitigen Abstand der Gabelarme einer Entleerungsvorrichtung, wie zum Beispiel eines Gabelstaplers. Da die etwa rechteckigen Aufnahmeprofile 4 durch den Container 2 durchführen, kann der Container 2 von beiden Seiten eines Zugverbades durch die Entleerungsvorrichtung bedient werden.

[0014] Figur 2 zeigt den Container 2 im Entlademodus. Der Container 2 ist durch geeignete, hier nicht gezeichnete Entleerungsvorrichtung aus einer Drehpfanne 14 der Drehgestelle 1 ,3 angehoben worden. Am Boden 8 ist der für die sichere Verbindung mit der Drehpfanne 14 erforderliche Zapfen 10, 11 gezeigt. Um den Abstand der Drehgestelle 1, 3 untereinander zu gewährleisten und um die Drehgestelle 1, 3 mit Versorgungsleitungen für Druckluft, Strom etc. zu verbinden, ist zwischen den Drehgestellen 1 ,3 ein Abstandshalter 12 vorgesehen. Dieser Abstandshalter 12 muss keine Zug- oder Druckkräfte aufnehmen und kann daher konstruktiv einfach ausgebildet sein. Die Zug- oder Druckkräfte werden von dem Container 2 aufgenommen. Der Abstandshalter ist lösbar ausgebildet, so dass eine Zugtrennung durchgeführt werden kann. Ferner können geeignet Drehgestelle für Beginn und Ende eines Zugverbandes eingesetzt werden, die die erforderlichen Anschlüsse und Signal enthalten.

Bezugszeichenliste



[0015] 
1
Drehgestell
2
Container
3
Drehgestell
4
Aufnahmeprofil
5
Seitenwand
6
Stirnseite
7
Einfüllöffnung
8
Boden
9
Boden
10
Zapfen
11
Zapfen
12
Abstandshalter
13
Stirnseite
14
Drehpfanne



Ansprüche

1. Transportwagen mit Drehgestell für den Eisenbahnbetrieb zur Beförderung von Schüttgütern mit einem Container (2), der als nach oben offener Kasten mit zwei Stirnseiten (6) und dazu rechtwinklig angeordneten Seitenwänden (5) aufgebaut ist, mit Aufnahmeprofilen (4), die an den Seitenwänden (5) angebracht und durch den Container (2) durchführt sind, wobei die Aufnahmeprofile (4) als gegenseitigen Abstand den Abstand von Gabelarmen einer Entleerungsvorrichtung aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass der Container (2) stirnseitig je einen ersten Boden (8) mit je einem mittig angeordneten Zapfen (10, 11) aufweist, dass der Zapfen (10, 11) in einer Drehpfanne (14) des Drehgestells (1, 3) des Transportwagens gelagert ist, und dass der Container (2) einen zweiten Boden (9) aufweist, der gegenüber dem ersten Boden (8) tiefergelegt ist und zwischen den Drehgestellen (1, 3) angeordnet ist und dass der erste Boden (8) mit dem zweiten Boden (9) mittels einer Verbindungsplatte verbunden ist, derart, dass der Container ein nach oben offenes Volumen bildet.
 
2. Transportwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Boden (9) bis in Höhe der Achsen der Drehgestelle (1,3) tiefergelegt ist.
 
3. Transportwagen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Drehgestellen (1, 3) ein Abstandshalter (12) befestigt ist.
 
4. Transportwagen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandshalter (12) lösbar ausgebildet ist.
 
5. Container zur Beförderung von Schüttgütern im Eisenbahnbetrieb für einen Transportwagen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bestehend aus einem nach oben offenen Kasten mit zwei Stirnseiten (6) und dazu rechtwinklig angeordneten Seitenwänden (5), mit Aufnahmeprofilen (4), die an den Seitenwänden (5) angebracht und durch den Container (2) durchführt sind, wobei die Aufnahmeprofile (4) als gegenseitigen Abstand den Abstand von Gabelarmen einer Entleerungsvorrichtung aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass der Container (2) stirnseitig je einen ersten Boden (8) mit je einem mittig angeordneten Zapfen (10, 11) aufweist, dass der Zapfen (10, 11) derart ausgebildet ist, dass der Zapfen (10, 11) in einer Drehpfanne (14) des Drehgestells (1, 3) des Transportwagens lagerbar ist, dass der Container (2) einen zweiten Boden (9) aufweist, der gegenüber dem ersten Boden (8) tiefergelegt ist, dass der zweite Boden (9) bis in Höhe der Achsen der Drehgestelle (1,3) tiefergelegt ist und dass der erste Boden (8) mit dem zweiten Boden (9) mittels einer Verbindungsplatte verbunden ist, derart, dass der Container ein nach oben offenes Volumen bildet.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente