[0001] Die Erfindung betrifft eine Sprengladung zur Aufnahme in einer Geschosshülle sowie
ein Geschoss.
[0002] Nach dem Stand der Technik ist es bekannt, Sprengladungen mittels eines Gießverfahrens
herzustellen. Dazu muss der zu verarbeitende Sprengstoff zunächst gießbar gemacht
werden. Nach dem Gießen muss der Sprengstoff auspolymerisieren. Das Gießverfahren
ist langsam, aufwändig und teuer. Der gegossene Sprengstoff kann Fehlstellen, wie
z. B. Lufteinschlüsse, aufweisen.
[0003] Weiterhin ist es nach dem Stand der Technik bekannt, Sprengladungen mittels eines
Pressverfahrens herzustellen. Dabei ist jedoch das Verhältnis aus Länge und Durchmesser
der damit herstellbaren Sprengladungen begrenzt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile nach dem Stand der Technik zu beseitigen.
Es soll insbesondere eine qualitativ hochwertige Sprengladung einer vorgegebenen Größe
zur Aufnahme in einer Geschosshülle bereitgestellt werden, welche schnell, einfach
und kostengünstig hergestellt werden kann. Weiterhin soll ein eine solche Sprengladung
aufnehmendes Geschoss bereitgestellt werden.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 11 gelöst. Zweckmäßige
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 10.
[0006] Nach Maßgabe der Erfindung umfasst die Sprengladung mehrere miteinander verbundene
vorgeformte Sprengstoffsegmente und eine an den verbundenen Sprengstoffsegmenten angeordnete
Zentriervorrichtung zum Zentrieren der verbundenen Sprengstoffsegmente in der Geschosshülle.
[0007] Im Sinne der vorliegenden Erfindung werden Sprengstoffsegmente bereits dann als miteinander
verbunden bezeichnet, wenn sie in einer vorgegebenen Anordnung aneinander liegen.
[0008] Die Sprengstoffsegmente sind vorzugsweise mittels eines Pressverfahrens als Presslinge
vorgeformt. Sie enthalten vorzugsweise einen Nitramin-Sprengstoff, insbesondere Hexogen.
Der Sprengstoff wird vorzugsweise ausgehend von einer losen Schüttung gepresst. Das
Pressverfahren wird vorzugsweise im Vakuum durchgeführt. Die gepressten Sprengstoffsegmente
weisen daher keine Lufteinschlüsse auf. Die Sprengstoffsegmente sind vorteilhafterweise
rotationssymmetrisch ausgestaltet. Auch beim Verbinden der vorgeformten Sprengstoffsegmente
wird vorteilhafterweise eine rotationssymmetrische Form gebildet. Durch das Verbinden
mehrerer vorgeformter Sprengstoffsegmente kann eine Sprengladung vorgegebener Größe
zur Aufnahme in einer Geschosshülle bereitgestellt werden. Dabei kann ein beliebiges
Verhältnis aus Länge und Durchmesser der Sprengladung erzielt werden. Durch Vorsehen
der Zentriervorrichtung wird sichergestellt, dass die Sprengladung derart in der Geschosshülle
aufgenommen werden kann, dass die Sprengladung gleichmäßig von der Geschosshülle umgeben
wird. Die Geschosshülle ist dabei vorteilhafterweise von den Sprengstoffsegmenten
mit einem in Umfangsrichtung gleichbleibenden Abstand beabstandet. Die erfindungsgemäße
Sprengladung kann einfach, schnell und kostengünstig hergestellt werden.
[0009] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weisen die Sprengstoffsegmente
eine zylindrische und/oder konische Form auf. Die konischen Sprengstoffsegmente können
als Kegelstumpf ausgestaltet sein. Die konischen Sprengstoffsegmente können jedoch
auch einen kegelstumpfförmigen Abschnitt umfassen, der einseitig oder beidseitig in
einen zylindrischen Abschnitt übergeht. Solche Sprengstoffsegmente lassen sich in
einem Pressverfahren einfacher herstellen als rein kegelstumpfförmige Sprengstoffsegmente.
Vorteilhafterweise sind die Sprengstoffsegmente an der Grund- bzw. Deckfläche miteinander
verbunden. Vorzugsweise bilden die miteinander verbundenen Sprengstoffsegmente eine
rotationssymmetrische Form, welche einen zylindrischen Abschnitt und zumindest zu
einem Ende hin einen sich verjüngenden Abschnitt aufweist. Der sich verjüngende Abschnitt
kann konisch, insbesondere kegelstumpfförmig, ausgestaltet sein. Der sich verjüngende
Abschnitt wird vorzugsweise durch zumindest zwei konische Sprengstoffsegmente gebildet.
Die zumindest zwei konischen Sprengstoffsegmente weisen vorzugsweise ein gleiches
Kegelverhältnis auf. Der zylindrische Abschnitt wird vorzugsweise durch zumindest
zwei zylindrische Sprengstoffsegmente gebildet. Die zumindest zwei zylindrischen Sprengstoffsegmente
weisen vorzugsweise einen gleichen Zylinderradius auf.
[0010] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Zentriervorrichtung
Zentriererhebungen auf. Vorzugsweise weist die Zentriervorrichtung drei bis acht Zentriererhebungen
auf. Besonders bevorzugt werden drei Zentriererhebungen. Vorzugsweise weist die Zentriervorrichtung
weiterhin ein Verbindungsteil auf. Das Verbindungsteil kann insbesondere kegelstumpfförmig
oder zylindrisch ausgestaltet sein. Die Zentriererhebungen sind vorzugsweise an einer
Mantelfläche des Verbindungsteils angeordnet. Die Zentriererhebungen sind vorzugsweise
in zueinander gleichen Abständen angeordnet. Vorzugsweise verlaufen die Zentriererhebungen
jeweils entlang von Mantellinien des kegelstumpfförmigen bzw. zylindrischen Verbindungsteils.
Die Zentriererhebungen erfüllen die Funktion von Abstandshaltern. Durch die Zentriererhebungen
wird ein Ringspalt zwischen den Sprengstoffsegmenten und der Geschosshülle vorgegeben.
[0011] Die Zentriervorrichtung ist vorzugsweise an einem freien Ende des sich verjüngenden
Abschnitts angeordnet. Die Zentriervorrichtung kann aber auch zwischen zwei Sprengstoffsegmenten
angeordnet sein. Dabei kann die Zentriervorrichtung dem sich verjüngenden Abschnitt
oder dem zylindrischen Abschnitt angehören.
[0012] Für den Fall, dass die Zentriervorrichtung an einem freien Ende des sich verjüngenden
Abschnitts oder im sich verjüngenden Abschnitt zwischen zwei Sprengstoffsegmenten
angeordnet ist, weist die Zentriervorrichtung vorzugsweise ein kegelstumpfförmiges
Verbindungsteil auf. Das kegelstumpfförmige Verbindungsteil und der sich verjüngende
Abschnitt weisen vorzugsweise ein gleiches Kegelverhältnis auf.
[0013] Für den Fall, dass die Zentriervorrichtung dem zylindrischen Abschnitt angehört,
weist die Zentriervorrichtung vorzugsweise ein zylindrisches Verbindungsteil auf.
Das zylindrisches Verbindungsteil und der zylindrischen Abschnitt weisen vorzugsweise
einen gleichen Zylinderradius auf.
[0014] Es können auch mehrere Zentriervorrichtungen vorgesehen sein. Beispielsweise kann
eine Zentriervorrichtung am freien Ende des sich verjüngenden Abschnitts und eine
weitere Zentriervorrichtung zwischen zwei Sprengstoffsegmenten angeordnet sein. Die
weitere Zentriervorrichtung kann zwischen zwei konischen Sprengstoffsegmenten, zwischen
einem konischen und einem zylindrischen Sprengstoffsegment oder zwischen zwei zylindrischen
Sprengstoffsegmenten angeordnet sein. Dabei können die Zentriervorrichtungen in Umfangsrichtung
zueinander versetzt angeordnete Zentriererhebungen aufweisen.
[0015] Die Zentriervorrichtung bzw. die Zentriervorrichtungen können mittels einer Nut-Feder-Verbindung
bzw. Spundung und/oder mittels einer Verklebung an zumindest einem benachbarten Sprengstoffsegment
angebracht sein.
[0016] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Zentriervorrichtung
aus einem thermoplastischen Kunststoff hergestellt. Der thermoplastische Kunststoff
ist vorzugsweise Polyoxymethylen (POM). Die Zentriervorrichtung kann einstückig, z.
B. als Spritzgussteil, hergestellt werden. Alternativ können das Verbindungsteil und
die Zentriererhebungen einzeln hergestellt sein und mittels eines Klebstoffs zusammengeklebt
sein. Der Klebstoff kann ein Epoxidharz bzw. ein Zwei-Komponentensystem aus Epoxidharz
und Härter sein. Der Klebstoff kann beispielsweise Kleiberit enthalten. Unabhängig
vom Verbindungsteil hergestellte Zentriererhebungen können auch aus einem thermoplastischen
Kunststoff, insbesondere aus Polyoxymethylen (POM), gebildet sein. Sie können jedoch
auch aus einem anderen Material, z. B. aus Metall, gebildet sein.
[0017] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Sprengladung
weiterhin einen die Sprengstoffsegmente umgebenden Schrumpfschlauch. Der Schrumpfschlauch
bedeckt vorzugsweise die gesamte Mantelfläche des zylindrischen und des sich verjüngenden
Abschnitts, d. h. die Mantelflächen aller Sprengstoffsegmente. Zusätzlich kann der
Schrumpfschlauch zumindest ein freies Ende des sich verjüngenden und/oder zylindrischen
Abschnitts zumindest teilweise bedecken. Der Schrumpfschlauch kann das Verbindungsteil
der Zentriervorrichtung zumindest teilweise bedecken. Vorteilhafterweise werden die
Zentriererhebungen nicht vom Schrumpfschlauch bedeckt. Der Schrumpfschlauch bewirkt
einen mechanischen Schutz für den Sprengstoff. Er hält die Sprengstoffsegmente zusammen
und stabilisiert den Aufbau der Sprengladung. Weiterhin schützt der Schrumpfschlauch
die Sprengstoffsegmente vor einem Kontakt mit Sauerstoff. Bei einem Kontakt des in
den Sprengstoffsegmenten enthaltenen Sprengstoffs mit Sauerstoff könnte sich der Sprengstoff
entzünden. Insbesondere könnte es zu einer ungewünschten Detonation des Sprengstoffs
kommen. Der Schrumpfschlauch verhindert also ein ungewünschtes Entzünden und Detonieren
des Sprengstoffs.
[0018] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Sprengladung
an zumindest einem vom Schrumpfschlauch nicht bedeckten Bereich eine Versiegelung
durch eine Klebstoffschicht auf. Eine Klebstoffschicht kann an zumindest einem freien
Ende des zylindrischen und/oder zumindest eines sich verjüngenden Abschnitts der Sprengladung
stirnseitig vorgesehen sein. Insbesondere kann die Klebstoffschicht an dem der Zentriervorrichtung
gegenüberliegenden Ende der Sprengladung stirnseitig vorgesehen sein. Die Klebstoffschicht
schützt die Sprengladung vor einem Kontakt mit Sauerstoff und verhindert dadurch die
Gefahr eines ungewünschten Entzündens bzw. Detonierens des Sprengstoffs.
[0019] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Sprengstoffsegmente
durch zumindest eine Verklebung miteinander verklebt. Vorzugsweise sind benachbarte
Sprengstoffsegmente jeweils durch eine Verklebung miteinander verklebt. Die Verklebung
der Sprengstoffsegmente bewirkt eine besonders gute Verbindung der Sprengstoffsegmente
miteinander. Weiterhin kann durch die Verklebung ein Verbleiben von Luft zwischen
den Sprengstoffsegmenten verhindert werden. Dadurch kann ein Kontakt der Sprengstoffsegmente
mit Sauerstoff und die damit einhergehende Gefahr eines ungewünschten Entzündens bzw.
Detonierens des Sprengstoffs verhindert werden.
[0020] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bilden benachbarte
Sprengstoffsegmente jeweils miteinander eine formschlüssige Verbindung nach dem Prinzip
einer Nut-Feder-Verbindung und/oder Spundung aus. Dadurch kann sichergestellt werden,
dass die einzelnen Sprengstoffsegmente unter Ausbildung einer glatten Mantelfläche
präzise miteinander verbunden werden können, ohne dabei seitlich gegeneinander verrutschen
zu können. Entsprechend können auch die Zentriervorrichtung und zumindest ein ihr
benachbartes Sprengstoffsegment eine formschlüssige Verbindung nach dem Prinzip einer
Nut-Feder-Verbindung bzw. Spundung ausbilden. Dadurch können stufenförmige Übergänge
zwischen den einzelnen Sprengstoffsegmenten bzw. zwischen der Zentriervorrichtung
und dem zumindest einen ihr benachbarten Sprengstoffsegment verhindert werden. Es
verbleiben keine Lufteinschlüsse unter dem Schrumpfschlauch. Es kann also insbesondere
ein durch ungewünschten Sauerstoffkontakt verursachtes Entzünden bzw. Detonieren des
Sprengstoffs verhindert werden.
[0021] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Verklebung
der Sprengstoffsegmente miteinander und/oder die Klebstoffschicht aus einem Epoxidharz
gebildet. Das Epoxidharz kann in einem Zwei-Komponentensystem mit einem Härter ausgehärtet
sein. Die Verklebung der Sprengstoffsegmente miteinander und/oder die Klebstoffschicht
kann beispielsweise mittels Kleiberit erfolgen.
[0022] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Sprengladung
eine Länge zwischen 30 und 100 cm auf. Vorzugsweise weist die Sprengladung eine Länge
zwischen 45 und 80 cm auf.
[0023] Nach Maßgabe der Erfindung umfasst das Geschoss eine Geschosshülle sowie eine mit
einer Vergussmasse in der Geschosshülle umgossene erfindungsgemäße Sprengladung. Bei
dem Geschoss kann es sich um eine Granate, insbesondere um eine Granate des Typs Vulcano,
handeln. Die erfindungsgemäße Sprengladung kann insbesondere die Hauptladung für die
Unterkalibervarianten des Typs Vulcano mit 155 mm bzw. 127 mm bilden. Eine erfindungsgemäße
Sprengladung kann sowohl in der gelenkten (GLR = guided long range), als auch in der
ungelenkten Variante (BER = ballistic extended range) davon aufgenommen werden. Die
Vergussmasse kann ein Gießharz bzw. ein Klebstoff sein. Durch Vorsehen der Zentriervorrichtung
wird sichergestellt, dass die Vergussmasse die Sprengladung gleichmäßig umgibt. Die
Vergussmasse bildet dabei vorteilhafterweise eine die Sprengladung umgebende Schicht
mit einer konstanten Dicke in Umfangsrichtung. Beim Einbringen der Vergussmasse kann
eine Bildung von Lufteinschlüssen dank der gleichmäßigen Verteilung der Vergussmasse
um die Sprengladung herum verhindert werden. Weiterhin begünstigt die gleichmäßige
Verteilung der Vergussmasse die Fragmentierung der Geschosshülle im Ziel.
[0024] Geschosse unterschiedlicher Länge können mit aus gleichen Einzelteilen gebildeten
Sprengladungen versehen werden. Sprengladungen für die gelenkte Variante und für die
ungelenkte Variante eines Geschosses können weitgehend aus den gleichen Sprengstoffsegmenten
aufgebaut werden.
[0025] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Längsschnittansicht einer ersten Sprengladung,
- Fig. 2
- eine schematische Seitenansicht einer zweiten Sprengladung und
- Fig. 3
- eine schematische Querschnittansicht eines Geschosses mit darin aufgenommener Sprengladung.
[0026] Fig. 1 zeigt eine schematische Längsschnittansicht einer ersten erfindungsgemäßen
Sprengladung 1. Die erste Sprengladung 1 umfasst einen sich verjüngenden Abschnitt
2 und einen zylindrischen Abschnitt 3. Der sich verjüngende Abschnitt 2 bildet den
Heckteil der Sprengladung 1 und ist konisch ausgestaltet. Die erste Sprengladung 1
ist aus einzelnen rotationssymmetrischen Formteilen bzw. Sprengstoffsegmenten 4a,
4b, 4c, 4d, 4e aufgebaut. Die Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c, 4d, 4e sind Presslinge,
welche zu 90 bis 94 Gew.% aus Hexogen und zu 6 bis 10 Gew.% aus Zusatzstoffen bestehen.
Beispielsweise können die Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c, 4d, 4e aus dem Sprengstoff
DPX-1 Typ II der Firma Chemring Nobel AS hergestellt werden. Die im sich verjüngenden
Abschnitt 2 angeordneten Sprengstoffsegmente 4a, 4b sind konisch und die im zylindrischen
Abschnitt 3 angeordneten Sprengstoffsegmente 4c, 4d, 4e sind zylindrisch ausgestaltet.
[0027] Die Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c, 4d, 4e weisen Zentrierausbuchtungen 6 auf. Die
Zentrierausbuchtungen 6 befinden sich im Bereich einer Längsachse der Sprengladung
1. Korrespondierend zu den Zentrierausbuchtungen 6 sind Zentriereinbuchtungen vorgesehen.
Die Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c, 4d, 4e werden mittels der Zentrierausbuchtungen
6 und der korrespondierenden Zentriereinbuchtungen jeweils nach dem Prinzip einer
Spundung formschlüssig miteinander verbunden.
[0028] Am hinteren Ende des als sich verjüngender Abschnitt 2 ausgestalteten Heckteils der
ersten Sprengladung 1 ist eine Zentriervorrichtung 7 angeordnet. Die Zentriervorrichtung
7 ist im Wesentlichen konisch ausgestaltet und mit dem hintersten Sprengstoffsegment
4a verbunden. Die am hintersten Sprengstoffsegment 4a vorgesehene Zentrierausbuchtung
6 greift dabei nach dem Prinzip einer Spundung formschlüssig in eine an der Zentriervorrichtung
7 vorgesehene Zentriereinbuchtung ein. Die Zentriervorrichtung 7 besteht aus einem
Verbindungsteil 7a und drei Zentriererhebungen 7b. Die drei Zentriererhebungen 7b
sind jeweils um 120° zueinander versetzt angeordnet (siehe dazu auch Fig. 3). Das
Verbindungsteil 7a und die Zentriererhebungen 7b sind jeweils aus einem thermoplastischen
Kunststoff, insbesondere aus Polyoxymethylen (POM), gebildet. Die Zentriererhebungen
7b sind mit einem Klebstoff am Verbindungsteil 7a festgeklebt. Als Klebstoff kann
dazu Kleiberit verwendet werden.
[0029] Die aufeinander folgenden Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c, 4d, 4e sind jeweils mittels
einer Verklebung 8 miteinander verklebt. Auch die Zentriervorrichtung 7 ist mit dem
hintersten Sprengstoffsegment 4a mittels einer Verklebung 8 verklebt. Die Verklebungen
8 sind aus einem Epoxidharz gebildet. Das Epoxidharz ist mit einem Härter ausgehärtet
worden. Zur Herstellung der Verklebungen 8 wird beispielsweise Kleiberit verwendet.
[0030] An den Mantelflächen der Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c, 4d, 4e liegt ein Schrumpfschlauch
9 an. Der Schrumpfschlauch 9 umgibt dabei die Mantelflächen der Sprengstoffsegmente
4a, 4b, 4c, 4d, 4e vollständig, so dass keine Luft an die Sprengstoffsegmente 4a,
4b, 4c, 4d, 4e gelangen kann. Der Schrumpfschlauch 9 umgibt zusätzlich einen Teil
der Mantelfläche des Verbindungsteils 7a. Vorzugsweise sind die Zentriererhebungen
7b nicht vom Schrumpfschlauch 9 bedeckt.
[0031] Am nicht dargestellten vorderen Ende der ersten Sprengladung 1 ist zusätzlich eine
Klebstoffschicht an einer freien Grundfläche des vordersten Sprengstoffsegments vorgesehen.
Ein Teil dieser Grundfläche kann auch vom Schrumpfschlauch 9 bedeckt sein. Sofern
die Sprengladung 1 nur aus dem den Heckteil bildenden sich verjüngenden Abschnitt
2 und dem zylindrischen Abschnitt 3 besteht, ist das vorderste Sprengstoffsegment
ein zylindrisches Sprengstoffsegment. Für den Fall, dass die Sprengladung 1 vorne
einen weiteren sich verjüngenden Abschnitt aufweist, ist das vorderste Sprengstoffsegment
vorzugsweise konisch, insbesondere kegelstumpfförmig. Die Zentriervorrichtung 7, der
Schrumpfschlauch 9 und die Klebstoffschicht umgeben die Sprengstoffsegmente 4a, 4b,
4c, 4d, 4e vollständig, so dass keine Luft an die Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c,
4d, 4e gelangen kann. Die Klebstoffschicht ist aus einem Epoxidharz gebildet. Das
Epoxidharz ist mit einem Härter ausgehärtet worden. Zur Herstellung der Klebstoffschicht
wird beispielsweise Kleiberit verwendet.
[0032] Fig. 2 zeigt eine schematische Seitenansicht einer zweiten Sprengladung 11. Die zweite
Sprengladung 11 entspricht im Wesentlichen der ersten Sprengladung 1. Im Folgenden
werden die Unterschiede zwischen der zweiten 11 und der ersten Sprengladung 1 aufgezeigt.
[0033] Die Zentriervorrichtung 17 der zweiten Sprengladung 11 ist einstückig mit einer im
Wesentlichen konischen Form ausgestaltet. Sie ist als Spritzgussteil aus einem thermoplastischen
Kunststoff, insbesondere aus Polyoxymethylen (POM), hergestellt. Drei Zentriererhebungen
17b stehen aus der Mantelfläche der Zentriervorrichtung 17 nach außen hervor. Die
drei Zentriererhebungen 17b sind jeweils um 120° zueinander versetzt angeordnet (siehe
dazu auch Fig. 3).
[0034] Die zweite Sprengladung 11 weist eine weitere Zentriervorrichtung 18 auf. Die weitere
Zentriervorrichtung 18 ist zwischen zwei Sprengstoffsegmenten 14a, 14b angeordnet.
Im Übrigen entsprechen die Sprengstoffsegmente 14a, 14b, 14c, 14d, 14e der zweiten
Sprengladung 11 den Sprengstoffsegmenten 4a, 4b, 4c, 4d, 4e der ersten Sprengladung
1. Auch die weitere Zentriervorrichtung 18 ist einstückig mit einer im Wesentlichen
konischen Form ausgestaltet. Sie ist als Spritzgussteil aus einem thermoplastischen
Kunststoff, insbesondere aus Polyoxymethylen (POM), hergestellt. Drei weitere Zentriererhebungen
18b stehen aus der Mantelfläche der weiteren Zentriervorrichtung 18 nach außen hervor.
Die drei weiteren Zentriererhebungen 18b sind wiederum jeweils um 120° zueinander
versetzt angeordnet. Die weiteren Zentriererhebungen 18b und die Zentriererhebungen
17b stehen dabei zueinander auf Lücke. In einer Umlaufrichtung ist somit jeweils in
einem Abstand von 60° abwechselnd eine Zentriererhebung 17b und eine weitere Zentriererhebung
18b angeordnet.
[0035] Eine alternative Ausgestaltung kann eine Zentriervorrichtung 17 mit nur zwei Zentriererhebungen
17b und eine weitere Zentriervorrichtung 18 mit nur zwei weiteren Zentriererhebungen
18b aufweisen. Dabei kann in einer Umlaufrichtung jeweils um 90° versetzt abwechselnd
eine Zentriererhebung 17b und eine weitere Zentriererhebung 18b angeordnet sein.
[0036] Die Zentriervorrichtung 17 und die weitere Zentriervorrichtung 18 sind mit den benachbarten
Sprengstoffsegmenten 14a, 14b auch jeweils wie oben beschrieben nach dem Prinzip einer
Spundung formschlüssig verbunden. Zusätzlich sind die Zentriervorrichtung 17 und die
weitere Zentriervorrichtung 18 auch mit den benachbarten Sprengstoffsegmenten 14a,
14b mittels einer Verklebung 8 verklebt. Zur Herstellung der Verklebungen 8 wird wie
oben beschrieben insbesondere Kleiberit verwendet.
[0037] Auch die zweite Sprengladung 11 ist von einem Schrumpfschlauch 9 umgeben. Der Schrumpfschlauch
ist in Fig. 2 nicht dargestellt. Er kann eine oder mehrere Aussparungen im Bereich
der weiteren Zentriererhebungen 18b aufweisen. An der zweiten Sprengladung 11 können
alternativ auch zwei Schrumpfschläuche vorgesehen sein. Von der in Fig. 2 nicht dargestellten
Vorderseite aus erstreckt sich ein erster Schrumpfschlauch bis zur weiteren Zentriervorrichtung
18 und bedeckt vollständig die Mantelflächen der vorderen Sprengstoffsegmente 14b,
14c, 14d, 14e sowie einen Teil der Mantelfläche der weiteren Zentriervorrichtung 18.
Ein zweiter Schrumpfschlauch erstreckt sich von der weiteren Zentriervorrichtung 18
bis zur Zentriervorrichtung 17 und bedeckt dabei vollständig die Mantelfläche des
hintersten Sprengstoffsegments 14a sowie jeweils einen Teil der Mantelflächen der
weiteren Zentriervorrichtung 18 und der Zentriervorrichtung 17. Vorzugsweise sind
die Zentriererhebungen 17b bzw. die weiteren Zentriererhebungen 18b nicht vom ersten
und/oder zweiter Schrumpfschlauch bedeckt.
[0038] Am nicht dargestellten vorderen Ende der zweiten Sprengladung 11 ist zusätzlich die
oben bereits beschriebene Klebstoffschicht an einer freien Grundfläche des vordersten
Sprengstoffsegments vorgesehen. Die Sprengstoffsegmente 14a, 14b, 14c, 14d, 14e sind
damit vollständig von der Zentriervorrichtung 17 bzw. von der weiteren Zentriervorrichtung
18, vom Schrumpfschlauch 9 bzw. vom ersten und/oder zweiten Schrumpfschlauch und von
der Klebstoffschicht umgeben, so dass keine Luft an die Sprengstoffsegmente 14a, 14b,
14c, 14d, 14e gelangen kann.
[0039] Fig. 3 zeigt eine schematische Querschnittansicht eines Geschosses 21 mit darin aufgenommener
Sprengladung. Bei dem Geschoss 21 kann es sich um eine Granate, insbesondere um eine
Granate des Typs Vulcano, handeln. Das Geschoss 21 weist eine Geschosshülle 22 auf.
In der Geschosshülle 22 ist die Sprengladung, z. B. die zweite Sprengladung 11, aufgenommen.
Der in Fig. 3 dargestellte Querschnitt verläuft durch die zweite Sprengladung 11 im
Bereich der Zentriervorrichtung 17. Die Zentriervorrichtung 17 der zweiten Sprengladung
11 ist einstückig als Spritzgussteil aus Polyoxymethylen (POM) hergestellt. Drei Zentriererhebungen
17b sind jeweils um 120° zueinander versetzt an der Mantelfläche der Zentriervorrichtung
17 vorgesehen. Zwischen der zweiten Sprengladung 11 und der Geschosshülle 22 verbleibt
ein Spalt, welcher mit einer Vergussmasse 23, insbesondere mit Gießharz, ausgegossen
ist.
[0040] Im Folgenden wird die Funktion der Zentrierausbuchtungen 6 und der korrespondierenden
Zentriereinbuchtungen beschrieben:
[0041] Durch Ausbilden einer formschlüssigen Verbindung nach dem Prinzip einer Spundung
wird verhindert, dass die Sprengstoffsegmente 4a, 4b, 4c, 4d, 4e, 14a, 14b, 14c, 14d,
14e bzw. die Zentriervorrichtung 7, 17 und/oder die weitere Zentriervorrichtung 18
seitlich gegeneinander verrutschen. Es wird dadurch sichergestellt, dass die jeweiligen
Mantelflächen ohne Versatz bündig aneinander liegen. Somit kann der Schrumpfschlauch
9 eine glatte Fläche bedecken, ohne dass durch Unebenheiten eine Gefahr von Lufteinschlüssen
bestünde. Es kann also ein durch ungewünschten Sauerstoffkontakt verursachtes Entzünden
bzw. Detonieren des Sprengstoffs verhindert werden.
[0042] Im Folgenden wird die Funktion der Zentriervorrichtung 7 bzw. der Zentriervorrichtung
17 und der weiteren Zentriervorrichtung 18 beschrieben:
[0043] Die Zentriererhebungen 7b, 17b, 18b erfüllen die Funktion von Abstandshaltern bezüglich
der Geschosshülle 22. Die Zentriervorrichtung 7 bzw. die Zentriervorrichtung 17 und
die weitere Zentriervorrichtung 18 zentrieren die erste 1 bzw. zweite Sprengladung
11 in der Geschosshülle 22. Durch Vorsehen der Zentriervorrichtungen 7, 17, 18 wird
sichergestellt, dass die Vergussmasse 23 die Sprengladung 1, 11 gleichmäßig umgibt.
Die Vergussmasse 23 bildet eine die Sprengladung 1, 11 umgebende Schicht mit einer
konstanten Dicke in Umfangsrichtung. Beim Einbringen der Vergussmasse 23 kann eine
Bildung von Lufteinschlüssen dank der gleichmäßigen Verteilung der Vergussmasse 23
um die Sprengladung 1, 11 herum verhindert werden. Weiterhin begünstigt die gleichmäßige
Verteilung der Vergussmasse 23 die Fragmentierung der Geschosshülle 22 im Ziel.
[0044] Durch Vorsehen der Zentriervorrichtung 17 und der versetzt dazu angeordneten weiteren
Zentriervorrichtung 18 wird die zweite Sprengladung 11 noch zuverlässiger in der Geschosshülle
22 zentriert.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1, 11
- Sprengladung
- 2
- sich verjüngender Abschnitt
- 3
- zylindrischer Abschnitt
- 4a, 4b, 4c, 4d, 4e, 14a, 14b, 14c, 14d, 14e
- Sprengstoffsegmente
- 6
- Zentrierausbuchtung
- 7, 17
- Zentriervorrichtung
- 7a
- Verbindungsteil
- 7b, 17b
- Zentriererhebung
- 8
- Verklebung
- 9
- Schrumpfschlauch
- 18
- weitere Zentriervorrichtung
- 18b
- weitere Zentriererhebung
- 21
- Geschoss
- 22
- Geschosshülle
- 23
- Vergussmasse
1. Sprengladung (1, 11) zur Aufnahme in einer Geschosshülle (22), umfassend mehrere miteinander
verbundene vorgeformte Sprengstoffsegmente (4a, 4b, 4c, 4d, 4e, 14a, 14b, 14c, 14d,
14e) und eine an den verbundenen Sprengstoffsegmenten (4a, 4b, 4c, 4d, 4e, 14a, 14b,
14c, 14d, 14e) angeordnete Zentriervorrichtung (7, 17, 18) zum Zentrieren der verbundenen
Sprengstoffsegmente (4a, 4b, 4c, 4d, 4e, 14a, 14b, 14c, 14d, 14e) in der Geschosshülle
(22).
2. Sprengladung (1, 11) nach Anspruch 1,
wobei die Sprengstoffsegmente (4a, 4b, 4c, 4d, 4e, 14a, 14b, 14c, 14d, 14e) eine zylindrische
und/oder konische Form aufweisen.
3. Sprengladung (1, 11) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die Zentriervorrichtung (7, 17, 18) Zentriererhebungen (7b, 17b, 18b) aufweist.
4. Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Zentriervorrichtung (7, 17, 18) aus einem thermoplastischen Kunststoff hergestellt
ist.
5. Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Sprengladung weiterhin einen die Sprengstoffsegmente (4a, 4b, 4c, 4d, 4e,
14a, 14b, 14c, 14d, 14e) umgebenden Schrumpfschlauch (9) umfasst.
6. Sprengladung (1, 11) nach Anspruch 5,
wobei die Sprengladung an zumindest einem vom Schrumpfschlauch (9) nicht bedeckten
Bereich eine Versiegelung durch eine Klebstoffschicht aufweist.
7. Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Sprengstoffsegmente (4a, 4b, 4c, 4d, 4e, 14a, 14b, 14c, 14d, 14e) durch
zumindest eine Verklebung (8) miteinander verklebt sind.
8. Sprengladung (1, 11) nach Anspruch 6 oder 7,
wobei die Verklebung (8) der Sprengstoffsegmente (4a, 4b, 4c, 4d, 4e, 14a, 14b, 14c,
14d, 14e) miteinander und/oder die Klebstoffschicht aus einem Epoxidharz gebildet
ist.
9. Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei benachbarte Sprengstoffsegmente (4a, 4b, 4c, 4d, 4e, 14a, 14b, 14c, 14d, 14e)
jeweils miteinander eine formschlüssige Verbindung nach dem Prinzip einer Nut-Feder-Verbindung
und/oder Spundung ausbilden.
10. Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Sprengladung (1, 11) eine Länge zwischen 30 und 100 cm aufweist.
11. Geschoss (21), umfassend eine Geschosshülle (22) sowie eine mit einer Vergussmasse
(23) in der Geschosshülle (22) umgossene Sprengladung (1, 11) nach einem der vorangehenden
Ansprüche.