[0001] Die Erfindung betrifft einen lötfreien Platinensteckkontakt zum Einstecken in ein
Loch einer Leiterplatte nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] In der Technik sind lötfreie Platinensteckkontakte (im Weiteren meist kurz als Steckkontakte
bezeichnet) weit verbreitet. Sie dienen dazu, elektrische Bauteile dauerhaft mit einer
Leiterplatte (Platine) sowohl elektrisch als auch mechanisch zu verbinden, ohne dass
ein Lötvorgang notwendig wird. Ein solcher Steckkontakt weist einen Einsteckabschnitt
auf, welcher unter mechanischer Verformung desselben in ein durchkontaktiertes Loch
einer Leiterplatte eingesteckt werden kann und somit eine elektrische und mechanische
Verbindung zwischen dem Platinensteckkontakt und der Leiterplatte ausbildet. Meist
trägt ein elektrisches Bauteil eine Vielzahl solcher Steckkontakte, welche bei Montage
des Bauteils an die Leiterplatte gleichzeitig und parallel zueinander in Löcher der
Leiterplatte unter Aufbringung einer entsprechend hohen Kraft eingesteckt werden.
Häufig sind solche Steckkontakte als sogenannte Nadelöhr-Steckkontakte ausgebildet,
bei denen der Einsteckabschnitt einen sich in Längsrichtung - also in Axialrichtung
- erstreckenden Schlitz aufweist, welcher zwei Schenkel voneinander trennt. Die Schenkel
sind nach außen gewölbt, so dass der Einsteckabschnitt in einem Mittelabschnitt eine
doppelkonvexe Außenkontur hat. Ein solcher Steckkontakt ist beispielsweise in folgenden
Druckschriften beschrieben:
DE 196 09 425 A1 und
EP 0 234 235 A1.
[0003] Die
DE 198 31 672 B4 zeigt einen derzeit gebräuchlichen Nadelöhr-Steckkontakt. Dieser weist eine eingeprägte
Zone auf, in der die Dicke des Einsteckabschnittes durch mechanische Verformungen
reduziert ist. Diese eingeprägte Zone erstreckt sich vom Schlitz in die Schenkel,
so dass ein Teil der Ränder der Schenkel auf der Schlüzseite eine reduzierte Dicke
hat. Die eingeprägte Zone erstreckt sich über eine gewisse Länge des Schlitzes. In
jedem Schenkel liegt ein Abschnitt dieser eingeprägten Zone; diese Abschnitte haben
im Wesentlichen die Form von Kreisabschnitten. Durch die in der
DE 198 31 672 B4 beschriebene Formgebung und insbesondere durch die eingeprägte Zone wird erreicht,
dass der Einsteckabschnitt Zonen unterschiedlicher Härte aufweist, nämlich einen weicheren
Abschnitt im vorderen Bereich, einen härteren Abschnitt im mittleren Bereich und einen
weiteren weicheren Abschnitt im hinteren Bereich.
[0004] Bei Nadelöhr-Steckkontakten gibt es grundsätzlich das Problem, dass aufgrund der
Schwächung des Einsteckabschnittes durch den Schlitz eine gewisse Gefahr besteht,
dass der Einsteckabschnitt unter ungünstigen Umständen reißt. Dies kann insbesondere
beim Einstecken in sehr dicke Leiterplatten geschehen. Dieses Problem besteht in gewissem
Maße auch beim Steckkontakt der
DE 198 31 672 B4.
[0005] Die
DE 10 2010 024 526 A1 zeigt eine Weiterentwicklung des in der
DE 198 31 672 B4 beschriebenen Steckkontakts. Hier erstreckt sich die eingeprägte Zone vollständig
um den Schlitz oder mit anderen Worten: Der Schlitz wird von der eingeprägten Zone
vollständig umlaufen, so dass sich eine durchgehende eingeprägte Zone ergibt, die
nicht in Abschnitte zerfällt. Die eingeprägte Zone ist hierbei in den der Mitte des
Schlitzes benachbarten Bereichen deutlich breiter ausgebildet als in den den Enden
benachbarten Bereichen. Hierdurch ergibt sich zwar weiterhin ein Einsteckabschnitt
mit drei Bereichen, nämlich einem härteren Bereich in der Mitte und sich auf beiden
Seiten des härteren Bereichs anschließenden weichen Bereichen, der Übergang zwischen
diesen Bereichen ist jedoch etwas sanfter, woraus sich insgesamt eine höhere Flexibilität
des Einsteckabschnittes und somit eine verringerte Bruchneigung ergibt. Dadurch, dass
die eingeprägte Zone keine Grenze hat, ergibt sich auch keine ausgeprägte, unerwünschte
"Sollbruchstelle", an der ein Riss bevorzugt seinen Ausgangspunkt nimmt. Weiterhin
bildet die umlaufende eingeprägte Zone einen gewissen "Schutz" für den Schlitz.
[0007] Steckkontakt eingesteckt wird, ca. 1,2 mm bis 1,5 mm beträgt. Hierdurch ergibt sich
eine maximale Dicke (das heißt Materialstärke) des Steckkontakts von ca. 0,6 mm bis
0,8 mm. Da die Einstecklöcher in einer Leiterplatte einen gewissen Mindestabstand
voneinander haben müssen, ergibt sich hieraus eine definierte maximale Anzahl von
Steckkontakten pro Fläche bei einem Stecker. Aufgrund der fortschreitenden Miniaturisierung
ist inzwischen jedoch eine größere Anzahl von Steckkontakten pro Flächeneinheit erwünscht.
Dies ist jedoch nur durch eine Reduzierung des Durchmessers der Einstecklöcher möglich.
[0008] Hiervon ausgehend stellt sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe, einen gattungsgemäßen
Steckkontakt dahingehend weiterzubilden, dass er zum Einstecken in ein Einsteckloch
mit kleinerem Durchmesser, insbesondere in eines mit einem Durchmesser vom nur 0,6
mm, geeignet ist.
[0009] Diese Aufgabe wird durch einen Steckkontakt mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Ein Steckkontakt, welcher in ein Einsteckloch mit einem Durchmesser von 0,6 mm eingesteckt
werden soll, weist idealerweise eine Materialstärke (maximale Dicke) von 0,4 mm auf,
also nur noch die Hälfte bis 2/3 der derzeit üblichen Materialstärke von 0,6 mm bis
0,8 mm. Erfindungsgemäß wurde herausgefunden, dass es bei Materialstärken von deutlich
unter 0,6 mm vorteilhaft sein kann, das bisherige Prinzip, welches besagt, dass die
eingeprägte Zone in einem mittleren Bereich des Schlitzes deutlich breiter auszubilden
ist als in dessen Endbereichen, aufzugeben. Gemäß der Erfindung beträgt die minimale
Breite der eingeprägten Zone deshalb wenigstens 50% der maximalen Breite der eingeprägten
Zone, wobei es bevorzugt ist, dass die eingeprägte Zone eine konstante Breite aufweist.
[0011] Um sowohl die gewünschten Federkräfte als auch die gewünschte Bruchfestigkeit zu
erreichen, ist es bevorzugt, dass sich der Schlitz sowohl zu seinem vorderen als auch
zu seinem hinteren Ende hin verjüngt, so dass er einen Hauptabschnitt, einen vorderen
Endabschnitt und einen hinteren Endabschnitt aufweist, wobei beide Endabschnitte schmaler
als der Hauptabschnitt sind, wobei es weiterhin bevorzugt ist, dass sich zwischen
dem Hauptabschnitt und den Endabschnitten jeweils ein Übergangsabschnitt befindet
und die Breite der Endabschnitte maximal die Hälfte der Breite des Hauptabschnitts
beträgt.
[0012] Die Breite der eingeprägten Zone kann sehr groß sein, insbesondere wenigstens 40%
der Breite eines Schenkels betragen.
[0013] Wie dies bereits erwähnt wurde, ist die erfindungsgemäße Ausgestaltung der eingeprägten
Zone insbesondere für Einsteckpins mit geringer Materialstärke geeignet, insbesondere
für Einsteckpins, deren maximale Dicke weniger als 0,5mm, vorzugsweise 0,4mm, beträgt.
[0014] Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die Figuren
näher erläutert. Hierbei zeigen:
- Figur 1
- einen Steckkontakt in einer Draufsicht,
- Figur 2
- den Einsteckabschnitt des Steckkontakts aus Figur 1 in einer vergrößerten Darstellung,
- Figur 3
- eine Draufsicht auf das in Figur 2 Gezeigte aus Blickrichtung R,
- Figur 4
- einen Schnitt entlang der Schnittebene A-A aus Figur 1,
- Figur 5
- einen Schnitt entlang der Schnittebene B-B aus Figur 1 und
- Figur 6
- eine perspektivische Darstellung des in Figur 2 Gezeigten.
[0015] Da alle sechs Figuren denselben Steckkontakt zeigen, wird im Folgenden auf alle Figuren
Bezug genommen.
[0016] Der dargestellte Steckkontakt 10 weist zwei Abschnitte auf, nämlich eine Schulter
11 und einen Einsteckabschnitt 12, welcher sich von der Schulter 11 in einer ersten
Richtung, welche als Axialrichtung bezeichnet wird, erstreckt. In der Regel erstreckt
sich von der Schulter 11 in entgegengesetzter Axialrichtung zum Einsteckabschnitt
12 ein weiterer Kontaktabschnitt, welcher für die vorliegende Erfindung jedoch keine
Rolle spielt und deshalb nicht dargestellt ist.
[0017] Es wird zunächst kurz der grundsätzliche Aufbau des Einsteckabschnitts 12 dargestellt,
welcher in weiten Teilen dem Aufbau des Einsteckabschnittes der
DE 198 31 672 B4 und dem der
DE 10 2010 024 526 A1 entspricht. Auch die Herstellungsweise entspricht der Herstellungsweise des aus der
DE 198 31 672 B4 bekannten Einsteckabschnitts, so dass auf diese Schrift hiermit explizit Bezug genommen
wird, insbesondere auch hinsichtlich des Herstellungsverfahrens.
[0018] Der Einsteckabschnitt 12 weist, wie dies insbesondere in Figur 2 dargestellt ist,
drei Abschnitte auf, nämlich einen vorderen Abschnitt 14, einen Mittelabschnitt 16
und einen hinteren Abschnitt 18. Der Mittelabschnitt 16 wird durch zwei Schenkel 24,
26 gebildet, welche jeweils einen konvexen äußeren Rand 24a, 26a haben, so dass der
Mittelabschnitt 16 durch eine doppelkonvexe Außenkontur gekennzeichnet ist. Die beiden
Schenkel 24, 26 werden von einem sich in Axialrichtung erstreckenden Schlitz 20 getrennt.
Dieser Schlitz 20 erstreckt sich vom Übergang zwischen vorderem Abschnitt 14 und Mittelabschnitt
16 durch den gesamten Mittelabschnitt 16 bis zum Übergang zwischen Mittelabschnitt
16 und hinterem Abschnitt 18. Der Schlitz 20 weist drei Bereiche mit jeweils im Wesentlichen
konstanter Breite auf, nämlich den Hauptabschnitt 20 und die beiden Endabschnitte
20b und 20c, wobei sich zwischen dem Hauptabschnitt und den Endabschnitten jeweils
ein Übergangsabschnitt (ohne Bezugszeichen) befindet. Die Endabschnitte sind jeweils
etwa halb so breit wie der Hauptabschnitt.
[0019] Wie man insbesondere den Figuren 3, 4 und 5 entnimmt, ist die maximale Dicke d
max des Steckkontakts 10 und insbesondere des Einsteckabschnitts 12 über die gesamte
Länge im Wesentlichen gleich, so dass der Einsteckabschnitt 12 zwei im Wesentlichen
ebene, zueinander parallele Oberflächen hat, welche hier - etwas willkürüch - als
Oberseite 12a und Unterseite 12b bezeichnet werden.
[0020] Wie man der Figur 4 entnimmt, erfolgt die Einprägung der eingeprägten Zone symmetrisch
von der Oberseite und der Unterseite, das heiß, dass sich sowohl in die Oberseite
als auch in die Unterseite eine den Schlitz umlaufende Vertiefung ergibt. Der Böden
dieser Vertiefungen sind jeweils vorzugsweise im Wesentlichen eben. Dort, wo die Grenze
zwischen der eingeprägten Zone 22 und dem Schlitz 20 liegt, hat der Einsteckabschnitt
12 seine minimale Dicke d
min. Hierbei gilt: d
min ≅ 0,8*d
max.
[0021] Die eingeprägte Zone 22 wird durch Druckbeaufschlagung eingeprägt, wobei dieses Einprägen
den letzten Arbeitsschritt bei der Herstellung des Einsteckabschnittes 12 bildet.
Dieses Einprägen führt zu einer gewissen lokalen Verdichtung und Versteifung des Materials
was zu erwünschten relativ hohen Feder- und damit Haltekräften führt. Diese Feder-
und Haltekräfte sollen über die gesamte Länge des Mittelabschnitts 16 im Wesentlichen
gleich sein, so dass die eingeprägte Zone 22 eine konstante Breite b
EZ hat. Es ergibt sich somit eine über die Axialrichtung des Einsteckabschnittes 12
im Wesentlichen konstante Härte, wodurch sich auch bei einer geringen Materialstärke
d
max von beispielsweise nur 0,4 mm ausreichende Haltekräfte ergeben. Hierzu trägt weiterhin
der Umstand bei, dass die Breite b
EZ der eingeprägten Zone relativ groß im Vergleich zur Breite des Schenkels ist. Im
konkret gezeigten Ausführungsbeispiel beträgt die Breite b
EZ der eingeprägten Zone etwa das 0,4-fache der Breite des Schenkels.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 10
- Steckkontakt
- 12
- Einsteckabschnitt
- 12a
- Oberseite
- 12b
- Unterseite
- 14
- vorderer Abschnitt
- 16
- Mittelabschnitt
- 18
- hinterer Abschnitt
- 20
- Schlitz
- 20a
- Hauptabschnitt
- 20b
- vorderer Endabschnitt
- 20c
- hinterer Endabschnitt
- 22
- eingeprägte Zone
- 24, 26
- Schenkel
- 24a, 26a
- konvexer äußerer Rand
- dmax
- maximale Dicke
- dmin
- minimale Dicke
- bEZ
- Breite der eingeprägten Zone
1. Lötfreier Platinensteckkontakt (10) zum Einstecken in ein Loch einer Leiterplatte,
mit einem sich von einem vorderen Ende zu einem hinteren Ende erstreckenden Einsteckabschnitt
(12) mit einem vorderen Abschnitt (14), einem hinteren Abschnitt (18) und einem sich
zwischen vorderem Abschnitt und hinterem Abschnitt befindenden Mittelabschnitt (16),
wobei der Mittelabschnitt durch zwei nach außen gewölbte Schenkel (24, 26) gebildet
wird, welche durch einen sich in Längsrichtung des Einsteckabschnittes von einem vorderen
Ende zu einem hinteren Ende erstreckenden Schlitz (20) getrennt sind, wobei die maximale
Dicke (dmax) von vorderem Abschnitt, hinterem Abschnitt und Mittelabschnitt im Wesentlichen gleich
ist und wobei der Mittelabschnitt (16) benachbart zum Schlitz (20) eine sich vollständig
um den Schlitz (20) erstreckende, durch druckbeaufschlagtes Verformen erzeugte eingeprägte
Zone (22), in der die Dicke des Einsteckabschnitts (12) gegenüber der maximalen Dicke
verringert ist, aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die minimale Breite der eingeprägten Zone (22) wenigstens 50% der maximalen Breite
der eingeprägten Zone (22) beträgt.
2. Lötfreier Platinensteckkontakt (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die eingeprägte Zone (22) eine konstante Breite (bEZ) aufweist.
3. Lötfreier Platinensteckkontakt (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Schlitz (20) sowohl zu seinem vorderen als auch zu seinem hinteren Ende
hin verjüngt, so dass er einen Hauptabschnitt (20a), einen vorderen Endabschnitt (20b)
und einen hinteren Endabschnitt (20c) aufweist, wobei beide Endabschnitte (20b, 20c)
schmaler als der Hauptabschnitt (20a) sind.
4. Lötfreier Platinensteckkontakt (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen dem Hauptabschnitt (20a) und den Endabschnitten (20b, 20c) jeweils
ein Übergangsabschnitt befindet.
5. Lötfreier Platinensteckkontakt (10) nach Anspruch 3 oder Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass beide Endabschnitte (20b, 20c) gleich breit sind.
6. Lötfreier Platinensteckkontakt (10) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite der Endabschnitte (20b, 20c) maximal die Hälfte der Breite des Hauptabschnitts
(20a) beträgt.
7. Lötfreier Platinensteckkontakt (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hauptabschnitt (20a) eine konstante Breite aufweist.
8. Lötfreier Platinensteckkontakt (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite (bEZ) der eingeprägten Zone wenigstens 40% der Breite eines Schenkels beträgt.
9. Lötfreier Platinensteckkontakt (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der eingeprägten Zone (22) konstant ist.
10. Lötfreier Platinensteckkontakt (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke (dmin) der eingeprägten Zone (22) 70 bis 85 Prozent, vorzugsweise 80 Prozent, der maximalen
Dicke (dmax) des Einsteckabschnitts (12) beträgt.
11. Lötfreier Platinensteckkontakt (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass seine maximale Dicke (dmax) weniger als 0,5 mm, vorzugsweise 0,4 mm, beträgt.