[0001] Die Erfindung betrifft eine Mischeinrichtung, insbesondere zum Homogenisieren und/oder
Mischen von Flüssigkeiten oder Dispersionen, mit einem Rührer, der in dem in einem
Mischbehälter vorgehaltenen Mischgut bewegbar ausgeführt ist. Sie bezieht sich weiter
auf eine Mischlanze, insbesondere zur Verwendung in der Mischeinrichtung, und auf
ein Verfahren zum Homogenisieren und/oder Mischen von Flüssigkeiten oder Dispersionen.
[0002] Die Homogenisierung und das Mischen von Flüssigkeiten und Dispersionen in Behältern
mit mehr als 10 Liter Inhalt erfolgt üblicherweise mechanisch, indem ein Rührer oder
eine Mischerlanze durch die zu mischende oder zu homogenisierende Flüssigkeit hindurch
bewegt wird. Der Antrieb des Rührers oder Mischers ist dabei in der Regel elektrisch,
wobei alternativ auch durch Druckluft angetriebene Rührer vorgesehen sein können.
Eine mit einem derartigen Rührwerk ausgerüstete Mischeinrichtung ist somit üblicherweise
mit einem mit elektrischem Strom oder durch Druckluft angetriebenen Rührwerksmotor
versehen, der eine starr mit ihm verbundene Rührwelle antreibt. An dieser sind die
eigentlichen Rührer, beispielsweise in Form von Rührblättern oder dergleichen, angeordnet.
[0003] Durch die Ausführung der Rührblätter, beispielsweise als Propellerrührer, Balkenrührer,
Wellenrührblatt, Doppelwellenrührer oder dergleichen, kann die Rührintensität an die
jeweilige Flüssigkeit und/oder an die Geometrie des jeweiligen Behälters angepasst
und und im Hinblick auf den jeweiligen Bearbeitungsprozess und die Eigenschaften des
zu verarbeitenden Materials optimiert werden. Gerade bei industriellen Anwendungen
mit prozessspezifisch vorgegebenen Parametern, wie beispielsweise Durchsatzraten,
Produktionsmengen, Viskosität des Materials und dergleichen sind dabei gegebenfalls
vergleichsweise große Antriebs-Drehmomente auf die Rührwelle aufzubringen, so dass
eine entsprechend feste und belastbare Anbringung, Verankerung und Montage der genannten
Komponenten am Behälter oder dessen Außengehäuse erforderlich ist. Insbesondere können
die Ausführungen und das Gewicht sowie die Dynamik des Rührers beim Einsatz eine feste
Installation der Rührers entweder oberhalb, unterhalb oder auch seitlich des Rührwerksbehälters
erfordern.
[0004] Alternativ zu derartigen, auf mechanisch angetriebenen Rührwerken basierenden Konzepten
kann eine Mischeinrichtung zum Durchmischen oder Homogenisieren einer Flüssigkeit
auch für ein gasbasiertes Mischkonzept ausgelegt sein. Dabei wird ein Arbeitsgas,
beispielsweise Luft, im Bodenbereich des Mischbehälters in diesen eingeleitet, so
dass es anschließend durch die im Behälter vorgehaltene Flüssigkeit hindurch zu deren
Oberfläche hin aufsteigt. Die Gasblasen bewirken dabei während ihres Aufstiegs durch
die Flüssigkeit die Durchmischung. Ein derartiges Konzept ist beispielsweise aus der
US 4,595,296 bekannt. Bei der dort beschriebenen gasangetriebenen Homogenisierung und Mischung
einer Flüssigkeit wird das Gas oder die Druckluft durch eine starre Leitung in die
Flüssigkeit eingeleitet. Der Gaseintritt in die Flüssigkeit erfolgt dabei durch eine
geregelte Gasmenge über eine kreisförmige Platte am Ende der Leitung. Die Regelung
der Gasmenge und die Anzahl der Impulse erfolgt über eine Ventilsteuerung, wobei die
Prozessführung insbesondere auf die Bildung einer möglichst großen Gasblase ausgerichtet
ist, die eine besonders wirksame Durchmischung der Flüssigkeit bewirken soll.
[0005] In einer alternativen Ausführung eines derartigen gasbasierten Mischkonzepts, die
insbesondere für vergleichsweise kleinere Behälter bis beispieslweise etwa 4 m
3 Inhalt geeignet ist, kann die Gaszuführung in die Flüssigkeit auch über eine mobile,
manuell betätigte Druckluftlanze vorgesehen sein. Gerade bei Behältern mit ungünstiger
Geometrie, beispielsweise bezüglich der Relation zwischen Behälterhöhe und Behälterdurchmesser,
muss diese Lanze jedoch vom Bediener manuell in der Flüssigkeit hin und her bewegt
werden, um ein gutes Durchmischen zu gewährleisten.
[0006] Eine derartige manuell betätigte Druckluftlanze kann auch mit mehreren Austrittsöffnungen
für die Druckluft, beispielsweise zur Bildung von vier Auslässen, und/oder mit zugeordneten
Bodenplatten, ausgeführt sein, um die Einbringung der Druckluft in die Flüssigkeit
zu vergleichmäßigen und damit das Erfordernis der manuellen Führung der Lanze während
des Mischprozesses zumindest etwas zu verringern. Derartige Ausführungen sind jedoch
vergleichsweise sperrig und damit umständlich bedienbar, können nur bei offenen Behältern
zum Einsatz kommen und sind aufwendig bei der Reinigung der Lanze.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Mischeinrichtung der oben genannten
Art anzugeben, mit der das Homogenisieren und/oder Mischen von Flüssigkeiten oder
Dispersionen auf besonders einfache und ressourcenschonende Weise, insbesondere mit
besonders gering gehaltenem Bedienaufwand, ermöglicht ist. Des weiteren sollen eine
zur Verwendung in der Mischeinrichtung besonders geeignete Mischlanze sowie ein besonders
einfaches und ressourcenschonendes Verfahren zum Homogenisieren und/oder Mischen von
Flüssigkeiten oder Dispersionen angegeben werden.
[0008] Bezüglich der Mischeinrichtung wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst, indem der
Rührer mit einer Anzahl von Druckgas-Kanälen versehen ist, die jeweils eingangsseitig
über eine Druckgasleitung mit einer Druckgasquelle verbunden sind, und die jeweils
in eine in Oberflächennähe des Rührers positionierte Ausströmöffnung münden.
[0009] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass eine besonders einfache und zuverlässige
Durchmischung des Mischguts erreichbar ist, indem unter grundsätzlichen Rückgriff
auf den mechanischen Mischansatz der dafür vorgesehene Rührer auf besonders wirkungsvolle
Weise, nämlich mittels Druckpulsen eines als Antriebsgas verwendeten Druckgases, angetrieben
wird. Dazu sind in einem geeeignet gewählten Oberflächenbereich des Rührers Austrittsöffnungen
für das Druckgas vorgesehen, aus denen das Druckgas austreten und den Rührer somit
über den Rückstoß antreiben kann. Eine besonders effiziente Durchmischung des Mischguts
ist dabei insbesondere dadurch ermöglicht, dass das aus den Austrittsöffnungen austretende,
als Antriebsgas vorgesehene Druckgas in das Mischgut einströmt und anschließend in
diesem in Form von Gasblasen oder Gasbläschen aufsteigt. Zusätzlich zu dem vom im
Mischgut bewegten Rührer erzeugten Duchmischungseffekt entsteht somit durch die aufsteigenden
Gasblasen noch ein weiterer Mischeffekt, so dass eine kombinierte Nutzung der mechanisch
basierten Durchmischung einerseits und der gasbasierten Durchmischung andererseits
ermöglicht ist.
[0010] Ein besonders wirkungsvoller, rückstoßbasierter Antrieb des Rührers ist erreichbar,
indem das Druckgas vorteilhafterweise geeignet im Hinblick auf einen besonders hohen
Impulsübertrag auf das Mischgut zu den Austrittsöffnungen gefördert wird. Dazu ist
in vorteilhafter Ausgestaltung die Druckgasquelle, beispielsweise über eine geeignete
Ansteuerung, für eine bedarfsweise gepulste, also insbesondere zeitlich nicht konstante,
Beaufschlagung der Druckgas-Kanäle mit Druckgas ausgeführt.
[0011] Das als Antriebsgas vorgesehene Druckgas ist vorteilhafterweise geeignet im Hinblick
auf seine chemischen Eigenschaften, insbesondere bezogen auf mögliche Wechselwirkungen
mit dem Mischgut, ausgewählt und zusammengesetzt. Insbesondere ist vorteilhafterweise
ein vergleichsweise inertes, kostengünstiges Druckgas vorgesehen, insbesondere Luft,
Stickstoff, Methan, Kohlendioxid oder eine Mischung aus einer Anzahl dieser Komponenten.
[0012] Als Rührer kann grundsätzlich ein geeignet modifizierter, ansonsten aber herkömmlicher
Rührer, beispielsweise in Gestalt eines Propellerrührers, eines Wellenblattrührers
oder dergleichen, vorgesehen sein. Vorteilhafterweise, gerade im Hinblick auf die
in den Rüher integrierten Druckgas-Kanäle, ist der Rührer aber als Mischlanze ausgeführt,
die geeignet im Mischgut bewegbar ist. Eine besonders hohe Flexibilität und Vielseitigkeit
des Rühreres, insbesondere hinsichtlich der Apassung an die Gegebenheiten des Mischguts,
an den Füllstand im Mischbehälter und dergleichen, ist dabei erreichbar, indem die
Mischlanze einen teleskopartig in seiner Länge veränderbaren Lanzenschaft aufweist.
[0013] Eine noch weiter verbesserte Flexibilität bei der Anpassung des Systems an Füllstände
im Behälter oder sonstige Geometrie-Erfordernisse ist erreichbar, indem in alternativer
oder zusätzlicher vorteilhafter Weiterbildung am freien Ende des Lanzenschafts der
Mischlanze eine teleskopartig in ihrer Länge veränderbare Querlanze angeordnet ist.
Damit entsteht eine besonders flexible Gesamtauslegung der Mischlanze, wobei diese
insbesondere L-förmig mit Teleskopauszug in vertikaler und horizontaler Ausrichtung
ausgeführt sein kann, so dass sie auf die Geometrie des Rührbehälters abgestimmt,
insbesondere bedarfsweise sowohl in Längs- als auch in Querrichtung verlängert oder
verkürzt werden kann.
[0014] Bei seiner Bewegung durch das Mischgut wird der Rührer, inbesondere die Mischlanze,
bevorzugt in der Art einer Drehbewegung geführt. Dazu ist der Rührer bevorzugt an
einem drehbar in einem am Mischbehälter angeordneten Deckelflansch gelagerten Träger
angeordnet. Dieser Träger kann, abhängig von der Ausführung des Rührers und dessen
räumlicher Gestalt, in der Art einer herkömmlichen Rührwelle ausgeführt sein, die
den eigentlichen Rührer, beispielsweise in Form eines Propellers oder einer Anzahl
von Wellenblättern, trägt. Bei einer derartigen Ausführung ist die Rührwelle bevorzugt
ebenfalls mit integrierten Druckgas-Kanälen versehen, über die der druckgasseitige
Anschluss der Druckgas-Kanäle des Rührers mit der bevorzugt außerhalb des Mischbehälters
angeordneten Druckgasquelle erfolgen kann.
[0015] Um dabei eine gerichtete Bewegung, insbesondere kreisförmige Bewegung, des Rührers
im Mischgut auf besonders einfache und kostengünstige Weise zu unterstützen, ist das
drehbare Lager für den Träger dabei vorteilhafterweise in der Art einer so genannten
Ratsche oder Knarre ausgeführt, so dass abhängig von einer wählbaren Voreinstellung
ausschließlich eine Rechts- oder eine Linksdrehung des Trägers in seinem Lager möglich
ist.
[0016] Der Rührer, insbesondere in seiner Ausführung als Mischlanze, ist im Wesentlichen
für einen Antrieb mittels gepulstem Druckgas ausgeführt. Um aber bedarfsweise und
insbesondere im Hinblick auf möglicherweise variierende Materialeigenschaften des
Mischguts, beispielsweise Viskositäten, Granularität oder dergleichen, auf besonders
einfache Weise Veränderungen am Antrieb hinsichtlich Leistung, Drehmoment und dergleichen,
vornehmen zu können, ist vorteilhafterweise der Träger auch noch elektromotorisch
antreibbar. Hierzu kann beispielsweise ein geeigneter Elektromotor mit dem Träger
gekoppelt sein.
[0017] Besonders vorteilhaft wird in der Mischeinrichtung eine gezielt für die vorgesehene
Betriebsweise ausgelegte, als eigenständig erfinderisch angesehene Mischlanze verwendet.
Diese weist besonders bevorzugt einen Lanzenschaft auf, in dem eine Anzahl von Druckgas-Kanälen
geführt ist, die endseitig jeweils in einer in Oberflächennähe des Lanzenschafts positionierten
Ausströmöffnung münden.
[0018] Bezüglich des Verfahrens wird die genannte Aufgabe gelöst, indem ein Rührer in dem
in einem Mischbehälter vorgehaltenen Mischgut bewegt wird, wobei zum Antrieb des Rührers
im Mischgut Druckgas verwendet wird, das über eine Anzahl von im Rührer angeordnete
Druckgas-Kanäle zu in seinem Oberflächenbereich angeordneten Austrittsöffnungen geführt
wird und dort pulsweise austritt.
[0019] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch
die Integration von Druckgas-Kanälen in den Rührer ein pneumatischer Antrieb des Rührers,
insbesondere der Mischlanze, ermöglicht wird. Ggf. noch unterstützt von einem motorischen
Zusatzantrieb, kann somit der Rührer mittels des vorzugsweise puslartig zugeführten
Druckgases bewegt werden, wobei das Druckgas nach seinem Ausströmen aus den Austrittsöfnungen
in das Mischgut gelangt und in diesem in Form von Gasblasen oder dergleichen aufsteigt.
Damit ist über die aufsteigenden Gasblasen noch ein weiterer Mischeffekt erreichbar,
so dass die Homogenisierung oder Durchmischung des Mischguts mit besonders hohem Wirkungsgrad
erfolgen kann. Mit anderen Worten ist es dadurch möglich, dass die Mischerlanze impulsartig
durch das austretende Druckgas kreisförmig in Bewegung gesetzt wird, so dass gleichzeitig
das austretende Druckgas die Flüssigkeit durchströmt und durchmischt.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigen:
- FIG. 1
- eine Mischeinrichtung, und
- FIG. 2
- ausschnittsweise den Endbereich einer Mischlanze der Mischeinrichtung gem. FIG. 1
im Längsschnitt.
[0021] Gleiche Teile sind in beiden Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0022] Die Mischeinrichtung 1 gemäß FIG. 1 ist zum Homogenisieren und/oder Durchmischen
eines Mischguts 2, insbesondere von Flüssigkeiten oder Dispersionen, vorgesehen. Sie
umfasst einen Mischbehälter 4, in dem das Mischgut 2 vorgehalten wird, wobei das Mischgut
2 den Mischbehälter 4 bis zur durch den Oberflächenpegel 6 definierten Füllhöhe ausfüllt.
Der Mischbehälter 4 ist in nicht näher dargestellter, an sich üblicher Weise mit Zu-
und Abführleitungen verbunden, über die das Mischgut 2 in den Mischbehälter 4 eingefüllt
oder aus diesem entnommen werden kann.
[0023] Die Mischeinrichtung 1 ist zur Durchmischung des Mischguts 2 auf im Wesentlichen
mechanischer Basis ausgelegt. Dazu umfasst die Mischeinrichtung 1 ein mechanisches
Rührwerk 10, das seinerseits von einem Träger 12 und dem an dessen freiem Ende angeordneten
eigentlichen Rührer 14 gebildet ist. Das Rührwerk 10 könnte dabei mit einer Rührwelle
im herkömmlichen Sinne als Träger 12 und einem Rührblatt oder Rührporpeller als Rührer
14 ausgeführt sein; im Ausführungsbeispiel ist der Rührer 14 jedoch als Mischlanze
20 in L-förmiger Ausgestaltung ausgeführt, bei der der Lanzenschaft 22 als Träger
12 dient, an dem endseitig in der Art eines Querauslegers eine Querlanze 24 zur Bildung
des eigentlichen Rührers 14 angeordnet ist.
[0024] Die Mischlanze 20 ist für eine besonders hohe Flexibilität hinsichtlich der Anpassungsmöglichkeiten
des Rührers 14 an prozessbedingte oder betriebliche Gegebenheiten, wie beispielsweise
Füllmengen, der Füllstand des Mischguts 2 im Mischbehälter 4, sonstige Geometrieparameter
und dergleichen. Zu diesem Zweck ist die Mischlanze 20 in der Art eines zweifachen
Teleskops ausgeführt, wobei einerseits der Lanzenschaft 22 in seiner Länge teleskopartig
veränderbar ist, und wobei andererseits auch die Querlanze 24 in ihrer Länge teleskopartig
veränderbar ist. Durch diese Bauart, bei der die Mischlanze 20 durch den Teleskopauszug
in vertikaler und auch in horizontaler Ausrichtung auf die Geometrie des jeweiligen
Michbehälters 4 abgestimmt, also insbesondere verlängert oder verkürzt, werden kann,
ist auch ein Einsatz in Kombination mit verschiedenen Mischbehältern oder dergleichen
möglich.
[0025] Die Mischlanze 20 und somit der Träger 12 für den Rührer 14 ist in einem auf den
Mischbehälter 4 aufgebrachten Deckelflansch 26 drehbar in einem zugeordneten Drehlager
28 gelagert. Über dieses kann der als Träger 12 für den eigentlichen Rührer 14 vorgesehene
Lanzenschaft 22 in Rotation versetzt werden, so dass die Querlanze 24 in ihrer Funktion
als Rührer 14 durch das Mischgut 2 bewegt wird. Alternativ oder zusätzlich kann die
drehbare Lagerung auch bei der Lagerung der Querlanze 24 am Endbereich des Lanzenschafts
22 vorgesehen sein, so dass die Querlanze 24 die Rotation um den in diesem Fall starr
gehaltenen Lanzenschaft 22 herum ausführt.
[0026] Die Mischeinrichtung 1 ist für das Homogenisieren und/oder Mischen des Mischguts
2 auf besonders einfache und ressourcenschonende Weise ausgelegt, insbesondere hinsichtlich
des vorgesehenen Antriebs für den Rührer 14 bzw. die Querlanze 24. Diesen Antrieb
ist nämlich in erster Linie in der Art eines Impuls- oder Rückstoßantriebs ausgeführt.
Dazu ist der Rührer 14 bzw. die Querlanze 24, wie dies der ausschnittsweisen Vergrößerung
in FIG. 2 entnehmbar ist, mit einer Anzahl von integrierten Druckgas-Kanälen 30 versehen,
die jeweils in eine in Oberflächennähe des Rührers 14 positionierte Ausströmöffnung
32 für zugeführtes Druckgas münden. Das aus den Ausströmöffnungen 32 austretende Druckgas
überträgt seinen Impuls an das den Rührer 14 umgebende Mischgut 2 und treibt den Rührer
14 somit an.
[0027] Wie der vergrößerten Darstellung in FIG. 2 entnehmbar ist, sind die Druckgas-Kanäle
30 jeweils eingangsseitig an eine in diesem Bereich ebenfalls in die Querlanze 24
bzw. den Rührer integrierte Druckgasleitung 34 angeschlossen. Die Druckgasleitung
34 ist durch den Lanzenschaft 22 und durch das Drehlager 28 hindurchgeführt und setzt
sich, wie dies der schematischen Darstellung in FIG. 1 entnehmbar ist, außerhalb des
Mischbehälters 4 fort. Eingangsseitig ist die mit einem Stellventil 36 absperrbare
und bedarfsweise auch drosselbare Druckgasleitung 34 an eine Druckgasquelle 38, im
Ausführungsbeispiel eine Druckgasflasche, angeschlossen.Alternativ oder zusätzlich
können als Druckgasquelle acuh andere geeignete Komponenten, beispielsweise stationäre
oder moblie Kompressoren, Druckgasringleitungen oder dergleichen, vorgesehen sein.
[0028] Zum Antrieb des Rührers 14 über das Druckgas ist eine gepulste Beaufschlagung der
Druckgas-Kanäle 30 vorgesehen, so dass ein besonders wirkungsvoller Impulsübertrag
beim Austritt des Druckgases aus den Ausströmöffnungen 32 erreicht werden kann. Dazu
umfasst die Mischeinrichtung 1 eine Steuereinheit 40, die Steruerungssignale für das
Stellventil 36 erzeugt und an diese über eine Signalleitung 42 ausgibt. Durch geeignete
Ansteuerung des Stellventils 36 wird dabei die gepulste Beaufschlagung sichergestellt.
[0029] Als Druckgas ist in der Druckgasquelle 38 ein im Hinblick auf das Mischgut als besonders
geeignet angesehenes Gas, insbesondere Luft, Stickstoff, Methan, Kohlendioxid oder
eine Mischung aus einer Anzahl der vorgenannten Gase vorgesehen.
[0030] Zur bedarfsweisen Unterstützung des vorgesehenen, druckgas-basierten Antriebs des
Rührers 14 umfasst die Mischeinrichtung einen zuschaltbaren Elektromotor 44, der über
eine Signalleitung 46 ebenfalls von der Steuereinheit 40 angesteuert wird und über
eine lediglich schematisch dargestellte Antriebswelle 48 mit dem Lanzenschaft 22 mechanisch
gekoppelt ist. Alternativ oder zusätzlich zu dem Elektromotor 44 kann auch ein druckgasbetriebener
oder ein anderweitig angetriebener Motor vorgesehen sein.
[0031] Zur Unterstützung des Druckgas-basierten Antriebs ist im Ausführungsbeispiel das
Drehlager 38 zudem in der Art einer Ratsche oder Knarre ausgeführt, so dass es abhängig
von einer wählbaren Voreinstellung ausschließlich eine Rechts- oder eine Linksdrehung
des Trägers 12 bzw. des Lanzenschafts 22 zulässt.
[0032] Die erfindungsgemäße Lösung besteht insbesondere in der nicht starren Verbindung
der Druckluftzufuhr zur Mischlanze 20. Die Verbindung besteht bevorzugt aus einer
wahlweise nach links und rechts drehbaren Anschlusskupplung im Bereich des Drehlagers
38. Die Geometrie der Mischlanze 20 wird bevorzugt so ausgeführt, dass der Druckluftimpuls
die Durchmischung der Flüssigkeit oder des Mischguts 2 erlaubt und gleichzeitig durch
einen Bewegungsimpuls die Mischlanze 20 in Bewegung gesetzt wird. Die Bewegungsstrecke
der Mischlanze 20 wird durch einen an der Anschlusskupplung im Bereich des Drehlagers
38 befestigten Ablenkhebel über eine Ratsche geregelt. Der Ablenkhebel kann so eingestellt
werden, dass die Mischlanze 20 einer Links- oder Rechtsdrehung folgt. Besonders bei
geschlossenen Rührbehältern mit kleinen Öffnungen, zum Beispiel Intermediate Bulk
Cotainern (IBC), kann mit einer derartig ausgeführten Mischlanze 20 der gesamte Behälterinhalt
homogenisiert und gemischt werden, ohne dass die Mischlanze 20 elektromotorisch oder
manuell versetzt werden muss.
[0033] Diese IBC's bestehen zum Beispiel aus einem quaderförmigen Kunststoffbehälter in
den Abmessungen 1200 mal 1000 mal 1150 mm (Länge/Breite/Höhe) mit 1000 Liter Nutzinhalt
und einer Deckelöffnung von nur 150 mm. Die Mischlanze 20 ist dabei im Wesentlichen
nur für den Transport der Druckluft zuständig. Die Drehbewegung der Mischlanze 20
hat in diesem Fall keinen großen Anteil an der Durchmischung. Die Durchmischung erfolgt
vielmehr durch den pulsartigen Austritt der Druckluft. Durch die Mobilität der Mischlanze
20 wird gewährleistet, dass der gesamte Behälterinhalt bzw. die gesamte Grundfläche
des Behälters überstrichen und durchmischt wird. Tote Zonen in den Ecken des Behälters,
die bei einer starren Ausführung der Druckluftlanze üblich sind, werden vermieden.
[0034] Die Mischlanze 20 kann alternaiv oder ergänzend auch durch eine geeignete Befestigungsvorrichtung
in den Deckel des IBC's integriert und somit gegen unkontrollierte Bewegungen arretiert
werden.
[0035] Die beschriebene Ausführung der Mischlanze 20 erlaubt eine manuelle, schnelle, einfache
und unbeschwerte Montage auf dem Rührwerksbehälter ohne Hilfsaggregate wie Lastenkran
etc.. Eine Person ist ausreichend. Nach beendeter Mischarbeit kann die Mischlanze
20 ebenso einfach aus der Flüssigkeit entnommen und durch einfaches Abwischen gereinigt
werden.
Beispiel 1
[0036] Lösen,Homogenisieren und Mischen einer 10 % igen Zuckerlösung im IBC.
Der IBC hat eine Deckelöffnung von 150 mm. Der Behälter wird mit Wasser auf 900 Liter
gefüllt. Eine starre Druckluftlanze wird in die Flüssigkeit getaucht und die Mischerluft
so eingestellt, dass Luftblase nach Luftblase impulsartig (1 Impuls / 2 Sekunden)
nach oben steigt und durchmischt. Nach und nach werden 100 kg Zucker hinzugegeben.
Durch die starre Ausführung muss die Mischerlanze manuell hin und her bewegt werden
bis der Zucker gelöst ist. Das neue Verfahren soll diese manuelle Arbeit vermeiden.
[0037] Die neue Ausführung der Mischerlanze bewegt sich impulsartig nach rechts und die
austretende Mischerluft überstreicht nach und nach den gesamten Behälterboden. Die
Ratschenregelung ist so ausgelegt, dass pro Druckluftimpuls einmal der Ablenkhebel
überwunden wird. Bei z.B. 15 möglichen Ratschengliedern dreht sich die Mischerlanze
2 mal um ihre eigene Achse pro Minute. Durch Veränderung der Impulszahl oder Anzahl
der Ratschenglieder kann diese Drehgeschwindigkeit auch erhöht oder verlangsamt werden.
[0038] Nach der Löse- und Mischzeit wird die Lanze mittels der Druckgaskupplung von der
Druckgaszufuhr einfach getrennt und die Mischerlanze ohne mechanische Hilfe manuell
dem Mischerbehälter entnommen und durch Abwischen gereinigt.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Mischeinrichtung
- 2
- Mischgut
- 4
- Mischbehälter
- 6
- Oberflächenpegel
- 10
- Rührwerk
- 12
- Träger
- 14
- Rührer
- 20
- Mischlanze
- 22
- Lanzenschaft
- 24
- Querlanze
- 26
- Deckelflansch
- 28
- Drehlager
- 30
- Druckgas-Kanal
- 32
- Ausströmöffnung
- 34
- Druckgasleitung
- 36
- Stellventil
- 38
- Druckgasquelle
- 40
- Steuereinheit
- 42,46
- Signalleitung
- 44
- Elektromotor
1. Mischeinrichtung (1), insbesondere zum Homogenisieren und/oder Durchmischen von Flüssigkeiten
oder Dispersionen, mit einem Rührer (14), der in dem in einem Mischbehälter (4) vorgehaltenen
Mischgut (2) bewegbar ausgeführt ist, und der mit einer Anzahl von Druckgas-Kanälen
(30) versehen ist, die jeweils eingangsseitig über eine Druckgasleitung (34) mit einer
Druckgasquelle (38) verbunden sind, und die jeweils in eine in Oberflächennähe des
Rührers (14) positionierte Ausströmöffnung (32) münden.
2. Mischeinrichtung (1) nach Anspruch 1, deren Druckgasquelle (38) zur bedarfsweise gepulsten
Beaufschlagung mindestens eines der Druckgas-Kanäle (30) mit Druckgas ausgeführt ist.
3. Mischeinrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, in deren Druckgasquelle (38) Luft, Stickstoff,
Methan, Kohlendioxid oder eine Mischung aus einer Anzahl der vorgenannten Gase als
Druckgas vorgehalten ist.
4. Mischeinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, deren Rührer (14) als Mischlanze
(20) ausgeführt ist.
5. Mischeinrichtung (1) nach Anspruch 4, deren Mischlanze (20) einen teleskopartig in
seiner Länge veränderbaren Lanzenschaft (22) aufweist.
6. Mischeinrichtung (1) nach Anspruch 4 oder 5, bei der am freien Ende des Lanzenschafts
(22) der Mischlanze (20) eine teleskopartig in ihrer Länge veränderbare Querlanze
(24) angeordnet ist.
7. Mischeinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, deren Rührer (14) an einem
drehbar in einem am Mischbehälter (4) angeordneten Deckelflansch (26) gelagerten Träger
(12) angeordnet ist.
8. Mischeinrichtung (1) nach Anspruch 7, deren Drehlager (28) für den Träger (12) in
der Art einer Ratsche ausgeführt ist, so dass abhängig von einer wählbaren Voreinstellung
ausschließlich eine Rechts- oder eine Linksdrehung des Trägers (12) möglich ist.
9. Mischeinrichtung (1)nach Anspruch 7 oder 8, deren Träger (12) elektromotorisch antreibbar
ist.
10. Mischlanze (20), insbesondere zur Verwendung in einer Mischeinrichtung (1) nach einem
der Ansprüche 1 bis 9, mit einem Lanzenschaft (22, 24), in dem eine Anzahl von Druckgas-Kanälen
(30) geführt ist, die endseitig jeweils in einer in Oberflächennähe des Lanzenschafts
(22, 24) positionierten Ausströmöffnung (32) münden.
11. Verfahren zum Homogenisieren und/oder Durchmischen von Flüssigkeiten oder Dispersionen,
bei dem ein Rührer (14) in dem in einem Mischbehälter (4) vorgehaltenen Mischgut (2)
bewegt wird, wobei zum Antrieb des Rührers (14) im Mischgut (2) Druckgas verwendet
wird, das über eine Anzahl von im Rührer (14) angeordnete Druckgas-Kanäle (30) zu
in seinem Oberflächenbereich angeordneten Austrittsöffnungen (32) geführt wird und
dort pulsweise austritt.