[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Sichern von in verschließbaren Kassetten
von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff sowie eine
Anordnung zum Sichern von in Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten.
[0002] Es sind Einrichtungen zur Vernichtung von Dokumenten in Form von Akten, CDs, DVDs
usw. bekannt, bei denen die Dokumente zunächst in Kassetten gefüllt werden und dann
in Abhängigkeit von der Füllmenge oder von einem vorgegebenen Zeitpunkt ihre Vernichtung,
zum Beispiel durch Shreddern in einem Aktenvernichter, veranlasst wird.
[0003] Die nachfolgend beschriebene Erfindung ist Einrichtungen dieses Sachgebietes zuzuordnen,
bei denen durch eine verriegelbare Kassette gewährleistet ist, dass vor und während
der Vernichtung kein unberechtigter Dritter auf die Dokumente in der Kassette zugreifen
kann.
[0004] Aktenvernichter mit einem elektromagnetischen Schloss zur Verriegelung der Kassette
sind bereits bekannt. Hierbei ist dem Schloss ein Tastaturblock zugeordnet, über den
ein bestimmter, fest vorgegebener Zahlencode einzugeben ist, um die Verriegelung auszulösen.
Die Entriegelung ist durch Eingabe desselben Zahlencodes möglich. Ein konkretes Beispiel
dafür sind die derzeit von der Firma Rexel (www.rexel.com) unter der Bezeichnung Auto+
500X angebotenen Aktenvernichter, die über ein elektronisches Schloss mit 4-stelligem
PIN-Code verfügen.
[0005] In
WO 2003/070606 A1 ist eine Verfahrensweise zur sicheren Entsorgung von Dokumenten beschrieben. Hierbei
werden Dokumente, die bei einer Firma anfallen, in Behältern gesammelt und gesichert.
Die Behälter werden unter Überwachung in Transportcontainer umgefüllt, zu einer Entsorgungsfirma
transportiert, dort entleert und einer Shredder- oder Verbrennungseinrichtung übergeben.
[0006] Zur Überwachung und Kontrolle der über den gesamten Transportweg hinweg benutzten
Behälter dienen sogenannte TAG's an den Behältern sowie zugehörige Lesegeräte mit
Datenspeichern. Als TAG eignen sich Magnetstreifen, Strichcode-Etiketten, geprägte
oder magnetisierte Metall- oder Kunststoffplaketten, RFID-Transponder oder dergleichen
Artikel.
[0007] In
EP 2 574 573 B1 wird ergänzend dazu ausgeführt, dass es sich bei diesen TAGs um RFID-TAGs (Radio-Frequency-IDentification)
handelt, einer Technologie zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und
Lokalisieren von Objekten mit Sender-Empfänger-Systemen.
[0008] Ein bisher noch unbefriedigend gelöstes Problem besteht bei dieser Verfahrensweise
in der immer noch lückenhaften Sicherheit, da die PINs bzw. TAGs für die Sammelbehälter
fest vorgegeben sind und ihre Geltungsdauer zeitlich nicht begrenzt ist. So ist nicht
auszuschließen, dass im Laufe der Zeit die PINs bzw. TAGs unberechtigten Dritten zur
Kenntnis gelangen und diese dann auf die Dokumente zugreifen können.
[0009] Von diesem Stand der Technik ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren der vorbeschriebenen Art so weiter zu entwickeln, dass die genannten
Mängel weitestgehend behoben sind. Des Weiteren ist eine zur Verfahrensdurchführung
geeignete Anordnung anzugeben.
[0010] Gelöst wird die Aufgabe mit einem Verfahren der eingangs genannten Art, das folgende
Verfahrensschritte umfasst:
- Befüllen der Kassette mit Dokumenten,
- Auslösen einer mechanischen, elektronisch gesteuerten Kassettenverriegelung durch
aktivieren einer elektronischen Verriegelungssteuerung,
- Generieren eines elektronischen Schlüssels durch die Verriegelungssteuerung,
- Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung und auf einem
temporär mit der Verriegelungssteuerung verbundenen transportablen Datenträger,
- Lösen des Datenträgers aus der Verbindung mit der Verriegelungssteuerung und Aufbewahren
durch einen berechtigten Nutzer,
- Auslösen der Dokumentenvernichtung,
- Erfassung der vollständigen Dokumentenvernichtung und danach
- Löschen des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung.
[0011] Vorzugsweise wird die Kassette nach vollständiger Dokumentenvernichtung geöffnet.
Das Öffnen der Kassette nach der vollständigen Dokumentenvernichtung erfolgt vorzugsweise
selbsttätig, kann aber auch manuell vorgenommen werden.
[0012] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Aktivieren
der Verriegelungssteuerung selbsttätig bei Herstellung der Verbindung des mobilen
Datenträgers mit der Verriegelungssteuerung bzw. mit dem Schreiben des Schlüssels
auf den mobilen Datenträger.
[0013] Im Rahmen des Erfindungsgedankens liegt es, den elektronischen Schlüssel entweder
vollständig neu zu generieren oder aus einem Vorrat an gespeicherten Schlüsseln mittels
Zufallsgenerator auszuwählen.
[0014] Ist die Kassette bereits mit Dokumenten befüllt und verriegelt, kann diese nur durch
den Inhaber des mobilen Datenträgers, welcher den aktuellen elektronischen Schlüssel
enthält, wieder geöffnet werden, indem die Verbindung zwischen Verriegelungssteuerung
und mobilem Datenträger wieder hergestellt, dabei der Schlüssel auf dem Datenträger
mit dem in der Verriegelungssteuerung gespeicherten Schlüssel verglichen und bei Übereinstimmung
die Öffnung der Kassette durch die Verriegelungssteuerung veranlasst wird.
[0015] Auf diese Weise ist es möglich, beispielsweise Störungen während der Dokumentenvernichtung
zu beheben oder auch die Kassette weiter aufzufüllen. In jedem Fall ist ein Zugriff
auf die eingelegten Dokumente nur mit dem aktuellen Schlüssel möglich.
[0016] Im Rahmen der Erfindung liegt es weiterhin, die Dokumentenvernichtung manuell oder
über eine Zeitplansteuerung auszulösen.
[0017] Erfindungsgemäß wird nach jeder Dokumentenvernichtung, vorausgesetzt die Kassette
wurde dabei vollständig geleert, der elektronische Schlüssel in der Verriegelungssteuerung
gelöscht und bei erneuter Befüllung der Kassette ein neuer Schlüssel generiert, der
dann sowohl in der Verriegelungssteuerung als auch auf einem nun benutzten mobilen
Datenträger gespeichert wird. Sollte auf diesem Datenträger ein älterer Schlüssel
noch gespeichert sein, wird dieser gelöscht bzw. überschrieben.
[0018] Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin gelöst mit einer Anordnung zum Sichern von
in Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff,
umfassend:
- eine Kassette mit einer Dokumenteneinfüllöffnung, die mit einem elektromechanischen
Verriegelungssystem versehen ist,
- eine Verriegelungssteuerung, ausgebildet zur elektronisch gesteuerten Verriegelung
der Dokumenteneinfüllöffnung und zum gleichzeitigen Generieren eines elektronischen
Schlüssels,
- Mittel zum Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung und
auf einem transportablen, von der Verriegelungssteuerung trennbaren Datenträger,
- eine Einrichtung zum manuellen oder zeitgesteuerten Auslösen der Dokumentenvernichtung
und zur Löschung des in der Verriegelungssteuerung gespeicherten elektronischen Schlüssels
nach vollständiger Dokumentenvernichtung.
[0019] Als mobile Datenträger können USB-Sticks oder RFID-Transponder vorgesehen sein, wobei
jeweils die Verriegelungssteuerung mit der entsprechenden Lese- und Schreibfunktion
ausgestattet ist.
[0020] Unter dem Begriff "Dokumente" sind im Zusammenhang mit dieser Erfindung alle Formen
von Trägern vertraulicher Informationen zu verstehen, zu deren Vernichtung der zugeordnete
Aktenvernichter geeignet ist.
[0021] Vorzugsweise ist die Schaltungsanordnung der Verriegelungssteuerung mit elektronischen
Bauelementen gebildet, wobei vorteilhaft wenigstens ein elektronisches Bauelement
vorprogrammiert ist. Das vorprogrammierte elektronische Bauelement der Schaltungsanordnung
enthält vorzugsweise eine Vielzahl elektronischer Schlüssel als Vorrat.
[0022] Die erfindungsgemäße Anordnung kann Bestandteil eines Aktenvernichters mit folgenden
Merkmalen sein:
[0023] Aktenvernichter, welcher wenigstens ein Gehäuse, ein Schneidwerk, einen Motor und
ein Getriebe zum Antreiben des Schneidwerkes, eine Steuerungseinheit mit einer Schneidwerksteuerung,
eine Bedieneinheit und einen unter dem Schneidwerk angeordneten Auffangbehälter aufweist,
wobei die Bedieneinheit wenigstens ein Tastelement zur Signaleingabe an die Schneidwerksteuerung
umfasst, und wobei das Gehäuse eine verschließbare Öffnung zur Entnahme des Auffangbehälters
besitzt sowie für ein automatisches Einführen von Dokumenten einen zum Schneidwerk
hin führenden ersten Zuführkanal, und wobei für das automatische Einführen von Dokumenten
an dem Gehäuse und ausgerichtet auf den ersten Zuführkanal wenigstens eine Kassette
zur Aufnahme von einem Stapel Dokumente angeordnet ist, wobei die Kassette eine verschließbare
Dokumenteneinfüllöffnung aufweist und der Kassette eine Anordnung zum Sichern der
in der Kassette abgelegten Dokumente gegen unberechtigten Zugriff zugeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kassette mit einem elektromechanischen Verriegelungssystem
für die Dokumenteneinfüllöffnung versehen ist, und der Aktenvernichter eine Verriegelungssteuerung
aufweist, ausgebildet zur elektronisch gesteuerten Verriegelung der Dokumenteneinfüllöffnung
und zum gleichzeitigen Generieren eines elektronischen Schlüssels, sowie Mittel zum
Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung und auf einem
transportablen, von der Verriegelungssteuerung trennbaren Datenträger und zudem eine
Einrichtung zum manuellen oder zeitgesteuerten Auslösen der Dokumentenvernichtung
und zur Löschung des in der Verriegelungssteuerung gespeicherten elektronischen Schlüssels
nach vollständiger Dokumentenvernichtung.
[0024] Dabei kann das Gehäuse für das manuelle Einführen von Dokumenten einen weiteren zum
Schneidwerk hinführenden zweiten Zuführkanal besitzen.
[0025] Bei nicht zu hohen Sicherheitsanforderungen kann erfindungsgemäß folgende Alternative
zu dem Generieren des elektronischen Schlüssels durch die Verriegelungssteuerung verwirklicht
werden:
[0026] Ein berechtigter Nutzer stellt einen unter seiner Aufbewahrungshoheit stehenden transportablen
Datenträger zur Verfügung, auf welchem vorübergehend oder permanent bereits ein elektronischer
Schlüssel gespeichert ist. Bei diesem transportablen Datenträger handelt es sich vorzugsweise
um einen beschreibbaren oder einen nicht beschreibbaren RFID-Transponder. Wird der
Datenträger drahtlos oder drahtgebunden mit der Verriegelungssteuerung verbunden,
so kann diese den in dem Datenträger vorgespeicherten elektronischen Schlüssel auslesen
und speichern. Ein Öffnen der Kassette vor oder während der Dokumentenvernichtung
ist nur möglich, wenn der transportable Datenträger von dem berechtigten Nutzer erneut
in eine drahtlose oder drahtgebundene Datenverbindung mit der Verriegelungssteuerung
gebracht wurde. Diese liest dann den in dem Datenträger gespeicherten elektronischen
Schlüssel erneut aus und vergleicht ihn mit dem in der Verriegelungssteuerung gespeicherten
elektronischen Schlüssel. Stimmen beide überein, so entriegelt die Verriegelungssteuerung
die Kassette für einen Zugriff auf deren Inhalt durch den berechtigten Nutzer.
[0027] Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert
werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:
- Fig.1
- einen Aktenvernichter mit erfindungsgemäßer Anordnung in einer Perspektivansicht;
- Fig.2
- den Aktenvernichter nach Fig. 1 mit geöffneter Kassette;
- Fig.3
- eine schematische Darstellung des Zusammenwirkens der Baugruppen/Baueinheiten des
Aktenvernichters nach Fig. 1;
- Fig.4
- den Ablauf der Kassettenverriegelung bei Anwendung eines USB-Sticks als mobiler Datenträger
für den elektronischen Schlüssel; und
- Fig.5
- den Ablauf der Kassettenverriegelung bei Anwendung eines RFID-Transponders als mobiler
Datenträger für den elektronischen Schlüssel.
[0028] In den Fig. 1 und 2 ist in Perspektive ein Aktenvernichter 1 mit einer automatischen
Dokumentenzuführung, welcher zudem mit einer Anordnung zum Sichern von in einer Kassette
4 abgelegten Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff ausgestattet ist, schematisch
gezeigt.
[0029] Dieser Aktenvernichter 1 weist wenigstens ein Gehäuse 2, ein Schneidwerk 6, einen
Motor 7 und ein Getriebe 8 zum Antreiben des Schneidwerkes 6, eine Steuerungseinheit
9 mit einer Schneidwerksteuerung 9a, eine Bedieneinheit 3 und einen unter dem Schneidwerk
6 angeordneten Auffangbehälter 10 auf.
[0030] Seine Bedieneinheit 3 umfasst wenigstens ein Tastelement zur Signaleingabe an die
Schneidwerksteuerung 9a. Das Gehäuse 2 besitzt eine verschließbare Öffnung zur Entnahme
des Auffangbehälters 10 sowie für ein automatisches Einführen von Dokumenten einen
zum Schneidwerk 6 hin führenden ersten Zuführkanal 11. Für das automatische Einführen
von Dokumenten ist an dem Gehäuse 2 und ausgerichtet auf den ersten Zuführkanal 11
wenigstens eine Kassette 4 zur Aufnahme von einem Stapel Dokumente angeordnet. Für
das manuelle Einführen von Dokumenten ist ein weiterer zum Schneidwerk 6 hinführender
zweiter Zuführkanal 12 vorgesehen.
[0031] Die Kassette 4 weist eine verschließbare Dokumenteneinfüllöffnung auf; und der Kassette
4 ist eine Anordnung zum Sichern der in der Kassette 4 abgelegten Dokumente gegen
unberechtigten Zugriff zugeordnet.
[0032] Die Fig. 3 zeigt in einem schematischen Blockschaltbild das Zusammenwirken der Baugruppen/Baueinheiten
des Aktenvernichters mit der erfindungsgemäßen Anordnung.
[0033] Gemäß Fig. 4, dem exemplarischen Fall der Anwendung eines USB-Sticks als mobiler
Datenträger für den erfindungsgemäß erzeugten elektronischen Schlüssel, wird nach
dem "Start" die Verriegelungssteuerung 13 aktiviert und fortlaufend der Zustand der
Kassette im Hinblick auf "offen" oder "geschlossen" kontrolliert, etwa mithilfe einer
Lichtschranke/Sensor 14 am Kassettendeckel 4a.
[0034] Nach z.B. manuellem Schließen des Kassettendeckels 4a erfolgt, vorzugsweise unabhängig
davon, ob schon ein Befehl "Start" gegeben wurde oder nicht, eine Kontrolle auf "Papier
in der Kassette 4 vorhanden" oder "Papier in der Kassette nicht vorhanden", beispielsweise
mithilfe einer Lichtschranke 14 in der Kassette 4. Ist die erstere Bedingung erfüllt
und ein USB-Stick 16 mit der Verriegelungssteuerung 13/5 verbunden und auch von der
Verriegelungssteuerung 13 erkannt, wird die Magnetverriegelung auf "unlock" geprüft
und unter dieser Bedingung in der Verriegelungssteuerung 13 ein elektronischer Schlüssel
generiert, der in der Verriegelungssteuerung per EEPROM als Master-Key sowie auf dem
USB-Stick 16 gespeichert wird. Zugleich oder, je nach Ausgestaltung der Erfindung,
nach Entfernung des USB-Sticks 16 bzw. Trennung der Verbindung zwischen USB-Stick
16 und Verriegelungssteuerung 13/5 erfolgt die Verriegelung des Kassettendeckels 4a,
beispielweise durch Betätigung eines Magnetschalters 15.
[0035] Der Master-Key ist je nach Ausgestaltung der Erfindung entweder ein völlig neu generierter
Schlüssel oder ein aus einem gespeicherten Vorrat von beispielhaft 65.000 Schlüsseln
durch Zufallsgenerator ausgewählter Schlüssel. Der Vernichtungsvorgang kann je nach
Verknüpfung der Verriegelungssteuerung 13 mit der Hard- und Software des Aktenvernichters
sofort automatisch starten, automatisch mit Zeitverzögerung starten oder über eine
Starttaste manuell ausgelöst werden.
[0036] Ist vor dem Start oder vor Ende des Vernichtungsvorgangs ein Zugriff auf die Dokumente
in der Kassette 4 nötig, wird die Verriegelung gelöst, sobald der USB-Stick 16, welcher
den aktuellen elektronischen Schlüssel enthält, mit der Verriegelungssteuerung 13
verbunden, der Schlüssel vom USB-Stick 16 gelesen und die Übereinstimmung mit dem
Master-Key festgestellt wurde. Das kann etwa erforderlich sein zur Behebung von Störungen
oder um die Kassette 4 nachzufüllen.
[0037] Wird nach erfolgter Dokumentenvernichtung durch die Lichtschranke 14 in der Kassette
4 erkannt, dass nun die Bedingung "Papier in der Kassette 4 nicht vorhanden" gegeben
ist, wird vorzugsweise die Verrieglung auch ohne Eingriff eines Bedieners bzw. ohne
Erkennen eines auf dem USB-Sticks 16 gespeicherten Schlüssels selbständig geöffnet,
da die Gefahr eines Zugriffs auf die, insbesondere vertraulichen, Dokumente nicht
mehr besteht.
[0038] Für den Fall, dass bei einer Störung der USB-Stick 16 mit dem aktuellen Schlüssel
zur Entriegelung nicht zur Verfügung steht, ist erfindungsgemäß die Möglichkeit der
Öffnung der Kassette 4 mittels Verbindung der Verriegelungssteuerung 13 mit einem
Masterstick oder einem Mastercode eine Störungsbehebung als Notfallmaßnahme vorgesehen.
[0039] Erfindungswesentlich ist, dass für jeden erneuten Vernichtungsvorgang, also erneutes
Befüllen der Kassette 4 mit Dokumenten, auf demselben Aktenvernichter ein anderer
Schlüssel generiert wird. Des Weiteren werden auf USB-Sticks 16 vorhandene ältere,
bereits für eine Dokumentenvernichtung auf dem betreffenden Aktenvernichter benutzte
Schlüssel - vorzugsweise ohne Nachfrage - überschrieben.
[0040] In Fig. 5 ist der Ablauf der Kassettenverriegelung bei Anwendung eines RFID-Transponders
als mobiler Datenträger 16 für den elektronischen Schlüssel dargestellt. Dieser Ablauf
unterscheidet sich von dem nach Fig.1 lediglich in der drahtlosen Kopplung des mobilen
Datenträgers über Funkfrequenzen mit der Verriegelungssteuerung, während die Ankopplung
per USB-Stick 16 sozusagen drahtgebunden erfolgt.
[0041] Vom Erfindungsgedanken eingeschlossen ist selbstverständlich auch die Verwendung
weiterer Arten mobiler Datenträger und deren drahtgebundene oder drahtlose Kopplung
mit der Verriegelungssteuerung 13 zwecks Speicherung eines von der Verriegelungssteuerung
13 generierten Schlüssels, wie beispielsweise Speicherung des Schlüssels auf Handy
über USB-Schnittstelle, LAN, Bluetooth oder WLAN.
[0042] Erfindungswesentlich ist in allen Fällen, dass für jeden erneuten Vernichtungsvorgang
ein anderer Schlüssel generiert wird.
[0043] Die angesprochene Kassette bzw. Kassetten für die Verwendung an Aktenvernichtern
kann selbst eine sogenannte Autofeed-Einheit sein oder ist zumindest Bestandteil einer
solchen Einheit, welche für das automatische Zuführen der in die Kassette eingelegten
Dokumente zum Schneidwerk des Aktenvernichters hin ausgebildet ist. Die Kassetten
4 können für die Aufnahme von Dokumenten in Form von blattförmigem Material und/oder
Material anderer Form ausgebildet sein.
[0044] Bei dem RFID-TAG im Sinne der Fig. 5 kann es sich alternativ um einen solchen RFID-TAG
handeln, in welchem ein elektronischer Schlüssel vorübergehend oder permanent bereits
vorgespeichert ist. Bei dieser alternativen Variante wird dann nicht für jeden erneuten
Vernichtungsvorgang ein anderer Schlüssel generiert. Stattdessen hat der berechtigte
Nutzer, in dessen Aufbewahrungshoheit sich der RFID-TAG befindet, die Möglichkeit,
bei jedem erneuten Vernichtungsvorgang denselben auf dem RFID-TAG gespeicherten elektronischen
Schlüssel zu verwenden. Letzterer wird bei jedem erneuten Vernichtungsvorgang durch
die Verriegelungssteuerung 13 aus dem RFID-TAG ausgelesen und in ihr gespeichert.
Dieser Auslesevorgang erfolgt drahtlos, wenn der RFID-TAG räumlich genügend nahe an
die Verriegelungssteuerung 13 herangeführt wird. Da der elektronische Schlüssel bei
dieser Variante für jeden erneuten Vernichtungsvorgang nicht stets neu generiert bzw.
per Zufallsgenerator erzeugt wird, eignet sie sich nur für solche von in verschließbaren
Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumente, an deren Sicherung geringere
Anforderungen gestellt werden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0045]
- 1
- Aktenvernichter
- 2
- Gehäuse
- 3
- Bedieneinheit
- 4
- Kassette
- 4a
- Kassettendeckel
- 5
- Anschlussbuchse
- 6
- Schneidwerk
- 7
- Motor
- 8
- Getriebe
- 9
- Steuerungseinheit
- 9a
- Schneidwerksteuerung
- 10
- Auffangbehälter
- 11
- erster Zuführkanal
- 12
- zweiter Zuführkanal
- 13
- Verriegelungssteuerung
- 14
- Lichtschranke/Sensor
- 15
- Verriegelungssystem/Magnetschalter
- 16
- Datenträger (mobil, abtrennbar)
1. Verfahren zum Sichern von in verschließbaren Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten
Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff, umfassend folgende Verfahrensschritte:
- Befüllen der Kassette mit Dokumenten,
- Auslösen einer mechanischen, elektronisch gesteuerten Kassettenverriegelung durch
aktivieren einer elektronischen Verriegelungssteuerung,
- Generieren eines elektronischen Schlüssels durch die Verriegelungssteuerung,
- Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung und auf einem
temporär mit der Verriegelungssteuerung verbundenen transportablen Datenträger,
- Lösen des Datenträgers aus der Verbindung mit der Verriegelungssteuerung und Aufbewahren
durch einen berechtigten Nutzer,
- Auslösen der Dokumentenvernichtung,
- Erfassung der vollständigen Dokumentenvernichtung und danach
- Löschen des elektronischen Schlüssels für die aktuelle Kassettenverriegelung in
der Verriegelungssteuerung.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Aktivieren der Verriegelungssteuerung selbsttätig
bei Herstellung der Verbindung des mobilen Datenträgers mit der Verriegelungssteuerung
erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das Generieren des elektronischen Schlüssels
durch Neuerstellung oder durch Zufallsauswahl aus einer Vielzahl von bevorrateten
Schlüsseln erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, bei dem eine bereits erfolgte Kassettenverriegelung
bedarfsweise durch erneute Verbindung des mobilen Datenträgers mit der Verriegelungssteuerung
aufgehoben wird.
5. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, bei dem das Auslösen der Dokumentenvernichtung
manuell oder zeitgesteuert erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, bei dem für jede erneute Dokumentenvernichtung
ein neuer Schlüssel generiert und sowohl in der Verriegelungssteuerung als auch auf
einem mobilen Datenträger gespeichert wird.
7. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, bei dem nach jeder vollständigen
Dokumentenvernichtung durch die Verriegelungssteuerung das Öffnen der Kassette veranlasst
wird.
8. Anordnung zum Sichern von in Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten
gegen unberechtigten Zugriff, umfassend:
- eine Kassette mit einer Dokumenteneinfüllöffnung, die mit einem elektromechanischen
Verriegelungssystem versehen ist,
- eine Verriegelungssteuerung, ausgebildet zur elektronisch gesteuerten Verriegelung
der Dokumenteneinfüllöffnung und zum gleichzeitigen Generieren eines elektronischen
Schlüssels,
- Mittel zum Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung
und auf einem transportablen, von der Verriegelungssteuerung trennbaren Datenträger,
- eine Einrichtung zum manuellen oder zeitgesteuerten Auslösen der Dokumentenvernichtung
und zur Löschung des in der Verriegelungssteuerung gespeicherten elektronischen Schlüssels
nach vollständiger Dokumentenvernichtung.
9. Anordnung nach Anspruch 8, bei der als mobiler Datenträger ein USB-Stick oder ein
RFID-Transponder vorgesehen ist.
10. Anordnung nach Anspruch 8 oder 9, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel in Form
von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist, dass
das Aktivieren der Verriegelungssteuerung selbsttätig bei Herstellung der Verbindung
des mobilen Datenträgers mit der Verriegelungssteuerung erfolgt.
11. Anordnung nach einem der Ansprüche 8-10, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel
in Form von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist,
dass das Generieren des elektronischen Schlüssels durch Neuerstellung oder durch Zufallsauswahl
aus einer Vielzahl von bevorrateten Schlüsseln erfolgt.
12. Anordnung nach einem der Ansprüche 8-11, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel
in Form von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist,
dass eine bereits erfolgte Kassettenverriegelung bedarfsweise durch erneute Verbindung
des mobilen Datenträgers, welcher den aktuellen Schlüssel enthält, mit der Verriegelungssteuerung
aufgehoben wird.
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 8-12, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel
in Form von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist,
dass das Auslösen der Dokumentenvernichtung manuell oder zeitgesteuert erfolgt.
14. Anordnung nach einem der Ansprüche 8-13, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel
in Form von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist,
dass für jede erneute Dokumentenvernichtung ein neuer Schlüssel generiert und sowohl
in der Verriegelungssteuerung als auch auf einem mobilen Datenträger gespeichert wird.
15. Anordnung nach einem der Ansprüche 8-14, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel
in Form von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist,
dass nach jeder vollständigen Dokumentenvernichtung durch die Verriegelungssteuerung
das Öffnen der Kassette veranlasst wird.
16. Verfahren zum Sichern von in verschließbaren Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten
Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff, umfassend folgende Verfahrensschritte:
- Befüllen der Kassette mit Dokumenten,
- Auslösen einer mechanischen, elektronisch gesteuerten Kassettenverriegelung durch
aktivieren einer elektronischen Verriegelungssteuerung,
- Lesen eines elektronischen Schlüssels durch die Verriegelungssteuerung aus einem
transportablen Datenträger eines berechtigten Nutzers,
- Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung,
- Auslösen der Dokumentenvernichtung,
- Erfassung der vollständigen Dokumentenvernichtung und danach
- Löschen des elektronischen Schlüssels für die aktuelle Kassettenverriegelung in
der Verriegelungssteuerung.
17. Anordnung zum Sichern von in Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten
gegen unberechtigten Zugriff, umfassend:
- eine Kassette mit einer Dokumenteneinfüllöffnung, die mit einem elektromechanischen
Verriegelungssystem versehen ist,
- eine Verriegelungssteuerung, ausgebildet zur elektronisch gesteuerten Verriegelung
der Dokumenteneinfüllöffnung,
- Mittel zum Lesen eines elektronischen Schlüssels durch die Verriegelungssteuerung
aus einem transportablen Datenträger eines berechtigten Nutzers,
- Mittel zum Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung,
- eine Einrichtung zum manuellen oder zeitgesteuerten Auslösen der Dokumentenvernichtung
und zur Löschung des in der Verriegelungssteuerung gespeicherten elektronischen Schlüssels
nach vollständiger Dokumentenvernichtung.