(19)
(11) EP 3 093 072 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.11.2016  Patentblatt  2016/46

(21) Anmeldenummer: 16167116.9

(22) Anmeldetag:  26.04.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B02C 18/00(2006.01)
B02C 18/22(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 30.04.2015 DE 102015106798
30.04.2015 DE 202015102219 U

(71) Anmelder: Schwelling, Hermann
88682 Salem (DE)

(72) Erfinder:
  • Schwelling, Hermann
    88682 Salem (DE)

(74) Vertreter: Weickmann & Weickmann PartmbB 
Postfach 860 820
81635 München
81635 München (DE)

   


(54) VERFAHREN ZUM SICHERN VON IN VERSCHLIESSBAREN KASSETTEN VON AKTENVERNICHTERN ABGELEGTEN DOKUMENTEN GEGEN UNBERECHTIGTEN ZUGRIFF NEBST ANORDNUNG ZUR DURCHFÜHRUNG DES VERFAHRENS


(57) Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Sichern von in verschließbaren Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff sowie auf eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens. Erfindungsgemäß wird bei einem Verfahren dieser Art:
- nach dem Befüllen der Kassette eine elektronisch gesteuerte Kassettenverriegelung ausgelöst,
- ein elektronischer Schlüssel generiert und als Master-Key in der Verriegelungssteuerung und zugleich auf einem transportablen Datenträger gespeichert,
- der Datenträger durch einen berechtigten Nutzer aufbewahrt,
- die Dokumentenvernichtung ausgelöst,
- nach vollständiger Dokumentenvernichtung die Kassettenverriegelung aufgehoben, und
- der elektronische Schlüssel gelöscht.
Bei erneuter Verbindung des Datenträgers wird auch der auf dem Datenträger gespeicherte, bereits für einen Vernichtungsvorgang genutzte Schlüssel gelöscht.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Sichern von in verschließbaren Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff sowie eine Anordnung zum Sichern von in Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten.

[0002] Es sind Einrichtungen zur Vernichtung von Dokumenten in Form von Akten, CDs, DVDs usw. bekannt, bei denen die Dokumente zunächst in Kassetten gefüllt werden und dann in Abhängigkeit von der Füllmenge oder von einem vorgegebenen Zeitpunkt ihre Vernichtung, zum Beispiel durch Shreddern in einem Aktenvernichter, veranlasst wird.

[0003] Die nachfolgend beschriebene Erfindung ist Einrichtungen dieses Sachgebietes zuzuordnen, bei denen durch eine verriegelbare Kassette gewährleistet ist, dass vor und während der Vernichtung kein unberechtigter Dritter auf die Dokumente in der Kassette zugreifen kann.

[0004] Aktenvernichter mit einem elektromagnetischen Schloss zur Verriegelung der Kassette sind bereits bekannt. Hierbei ist dem Schloss ein Tastaturblock zugeordnet, über den ein bestimmter, fest vorgegebener Zahlencode einzugeben ist, um die Verriegelung auszulösen. Die Entriegelung ist durch Eingabe desselben Zahlencodes möglich. Ein konkretes Beispiel dafür sind die derzeit von der Firma Rexel (www.rexel.com) unter der Bezeichnung Auto+ 500X angebotenen Aktenvernichter, die über ein elektronisches Schloss mit 4-stelligem PIN-Code verfügen.

[0005] In WO 2003/070606 A1 ist eine Verfahrensweise zur sicheren Entsorgung von Dokumenten beschrieben. Hierbei werden Dokumente, die bei einer Firma anfallen, in Behältern gesammelt und gesichert. Die Behälter werden unter Überwachung in Transportcontainer umgefüllt, zu einer Entsorgungsfirma transportiert, dort entleert und einer Shredder- oder Verbrennungseinrichtung übergeben.

[0006] Zur Überwachung und Kontrolle der über den gesamten Transportweg hinweg benutzten Behälter dienen sogenannte TAG's an den Behältern sowie zugehörige Lesegeräte mit Datenspeichern. Als TAG eignen sich Magnetstreifen, Strichcode-Etiketten, geprägte oder magnetisierte Metall- oder Kunststoffplaketten, RFID-Transponder oder dergleichen Artikel.

[0007] In EP 2 574 573 B1 wird ergänzend dazu ausgeführt, dass es sich bei diesen TAGs um RFID-TAGs (Radio-Frequency-IDentification) handelt, einer Technologie zum automatischen und berührungslosen Identifizieren und Lokalisieren von Objekten mit Sender-Empfänger-Systemen.

[0008] Ein bisher noch unbefriedigend gelöstes Problem besteht bei dieser Verfahrensweise in der immer noch lückenhaften Sicherheit, da die PINs bzw. TAGs für die Sammelbehälter fest vorgegeben sind und ihre Geltungsdauer zeitlich nicht begrenzt ist. So ist nicht auszuschließen, dass im Laufe der Zeit die PINs bzw. TAGs unberechtigten Dritten zur Kenntnis gelangen und diese dann auf die Dokumente zugreifen können.

[0009] Von diesem Stand der Technik ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der vorbeschriebenen Art so weiter zu entwickeln, dass die genannten Mängel weitestgehend behoben sind. Des Weiteren ist eine zur Verfahrensdurchführung geeignete Anordnung anzugeben.

[0010] Gelöst wird die Aufgabe mit einem Verfahren der eingangs genannten Art, das folgende Verfahrensschritte umfasst:
  • Befüllen der Kassette mit Dokumenten,
  • Auslösen einer mechanischen, elektronisch gesteuerten Kassettenverriegelung durch aktivieren einer elektronischen Verriegelungssteuerung,
  • Generieren eines elektronischen Schlüssels durch die Verriegelungssteuerung,
  • Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung und auf einem temporär mit der Verriegelungssteuerung verbundenen transportablen Datenträger,
  • Lösen des Datenträgers aus der Verbindung mit der Verriegelungssteuerung und Aufbewahren durch einen berechtigten Nutzer,
  • Auslösen der Dokumentenvernichtung,
  • Erfassung der vollständigen Dokumentenvernichtung und danach
  • Löschen des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung.


[0011] Vorzugsweise wird die Kassette nach vollständiger Dokumentenvernichtung geöffnet. Das Öffnen der Kassette nach der vollständigen Dokumentenvernichtung erfolgt vorzugsweise selbsttätig, kann aber auch manuell vorgenommen werden.

[0012] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Aktivieren der Verriegelungssteuerung selbsttätig bei Herstellung der Verbindung des mobilen Datenträgers mit der Verriegelungssteuerung bzw. mit dem Schreiben des Schlüssels auf den mobilen Datenträger.

[0013] Im Rahmen des Erfindungsgedankens liegt es, den elektronischen Schlüssel entweder vollständig neu zu generieren oder aus einem Vorrat an gespeicherten Schlüsseln mittels Zufallsgenerator auszuwählen.

[0014] Ist die Kassette bereits mit Dokumenten befüllt und verriegelt, kann diese nur durch den Inhaber des mobilen Datenträgers, welcher den aktuellen elektronischen Schlüssel enthält, wieder geöffnet werden, indem die Verbindung zwischen Verriegelungssteuerung und mobilem Datenträger wieder hergestellt, dabei der Schlüssel auf dem Datenträger mit dem in der Verriegelungssteuerung gespeicherten Schlüssel verglichen und bei Übereinstimmung die Öffnung der Kassette durch die Verriegelungssteuerung veranlasst wird.

[0015] Auf diese Weise ist es möglich, beispielsweise Störungen während der Dokumentenvernichtung zu beheben oder auch die Kassette weiter aufzufüllen. In jedem Fall ist ein Zugriff auf die eingelegten Dokumente nur mit dem aktuellen Schlüssel möglich.

[0016] Im Rahmen der Erfindung liegt es weiterhin, die Dokumentenvernichtung manuell oder über eine Zeitplansteuerung auszulösen.

[0017] Erfindungsgemäß wird nach jeder Dokumentenvernichtung, vorausgesetzt die Kassette wurde dabei vollständig geleert, der elektronische Schlüssel in der Verriegelungssteuerung gelöscht und bei erneuter Befüllung der Kassette ein neuer Schlüssel generiert, der dann sowohl in der Verriegelungssteuerung als auch auf einem nun benutzten mobilen Datenträger gespeichert wird. Sollte auf diesem Datenträger ein älterer Schlüssel noch gespeichert sein, wird dieser gelöscht bzw. überschrieben.

[0018] Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin gelöst mit einer Anordnung zum Sichern von in Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff, umfassend:
  • eine Kassette mit einer Dokumenteneinfüllöffnung, die mit einem elektromechanischen Verriegelungssystem versehen ist,
  • eine Verriegelungssteuerung, ausgebildet zur elektronisch gesteuerten Verriegelung der Dokumenteneinfüllöffnung und zum gleichzeitigen Generieren eines elektronischen Schlüssels,
  • Mittel zum Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung und auf einem transportablen, von der Verriegelungssteuerung trennbaren Datenträger,
  • eine Einrichtung zum manuellen oder zeitgesteuerten Auslösen der Dokumentenvernichtung und zur Löschung des in der Verriegelungssteuerung gespeicherten elektronischen Schlüssels nach vollständiger Dokumentenvernichtung.


[0019] Als mobile Datenträger können USB-Sticks oder RFID-Transponder vorgesehen sein, wobei jeweils die Verriegelungssteuerung mit der entsprechenden Lese- und Schreibfunktion ausgestattet ist.

[0020] Unter dem Begriff "Dokumente" sind im Zusammenhang mit dieser Erfindung alle Formen von Trägern vertraulicher Informationen zu verstehen, zu deren Vernichtung der zugeordnete Aktenvernichter geeignet ist.

[0021] Vorzugsweise ist die Schaltungsanordnung der Verriegelungssteuerung mit elektronischen Bauelementen gebildet, wobei vorteilhaft wenigstens ein elektronisches Bauelement vorprogrammiert ist. Das vorprogrammierte elektronische Bauelement der Schaltungsanordnung enthält vorzugsweise eine Vielzahl elektronischer Schlüssel als Vorrat.

[0022] Die erfindungsgemäße Anordnung kann Bestandteil eines Aktenvernichters mit folgenden Merkmalen sein:

[0023] Aktenvernichter, welcher wenigstens ein Gehäuse, ein Schneidwerk, einen Motor und ein Getriebe zum Antreiben des Schneidwerkes, eine Steuerungseinheit mit einer Schneidwerksteuerung, eine Bedieneinheit und einen unter dem Schneidwerk angeordneten Auffangbehälter aufweist, wobei die Bedieneinheit wenigstens ein Tastelement zur Signaleingabe an die Schneidwerksteuerung umfasst, und wobei das Gehäuse eine verschließbare Öffnung zur Entnahme des Auffangbehälters besitzt sowie für ein automatisches Einführen von Dokumenten einen zum Schneidwerk hin führenden ersten Zuführkanal, und wobei für das automatische Einführen von Dokumenten an dem Gehäuse und ausgerichtet auf den ersten Zuführkanal wenigstens eine Kassette zur Aufnahme von einem Stapel Dokumente angeordnet ist, wobei die Kassette eine verschließbare Dokumenteneinfüllöffnung aufweist und der Kassette eine Anordnung zum Sichern der in der Kassette abgelegten Dokumente gegen unberechtigten Zugriff zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Kassette mit einem elektromechanischen Verriegelungssystem für die Dokumenteneinfüllöffnung versehen ist, und der Aktenvernichter eine Verriegelungssteuerung aufweist, ausgebildet zur elektronisch gesteuerten Verriegelung der Dokumenteneinfüllöffnung und zum gleichzeitigen Generieren eines elektronischen Schlüssels, sowie Mittel zum Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung und auf einem transportablen, von der Verriegelungssteuerung trennbaren Datenträger und zudem eine Einrichtung zum manuellen oder zeitgesteuerten Auslösen der Dokumentenvernichtung und zur Löschung des in der Verriegelungssteuerung gespeicherten elektronischen Schlüssels nach vollständiger Dokumentenvernichtung.

[0024] Dabei kann das Gehäuse für das manuelle Einführen von Dokumenten einen weiteren zum Schneidwerk hinführenden zweiten Zuführkanal besitzen.

[0025] Bei nicht zu hohen Sicherheitsanforderungen kann erfindungsgemäß folgende Alternative zu dem Generieren des elektronischen Schlüssels durch die Verriegelungssteuerung verwirklicht werden:

[0026] Ein berechtigter Nutzer stellt einen unter seiner Aufbewahrungshoheit stehenden transportablen Datenträger zur Verfügung, auf welchem vorübergehend oder permanent bereits ein elektronischer Schlüssel gespeichert ist. Bei diesem transportablen Datenträger handelt es sich vorzugsweise um einen beschreibbaren oder einen nicht beschreibbaren RFID-Transponder. Wird der Datenträger drahtlos oder drahtgebunden mit der Verriegelungssteuerung verbunden, so kann diese den in dem Datenträger vorgespeicherten elektronischen Schlüssel auslesen und speichern. Ein Öffnen der Kassette vor oder während der Dokumentenvernichtung ist nur möglich, wenn der transportable Datenträger von dem berechtigten Nutzer erneut in eine drahtlose oder drahtgebundene Datenverbindung mit der Verriegelungssteuerung gebracht wurde. Diese liest dann den in dem Datenträger gespeicherten elektronischen Schlüssel erneut aus und vergleicht ihn mit dem in der Verriegelungssteuerung gespeicherten elektronischen Schlüssel. Stimmen beide überein, so entriegelt die Verriegelungssteuerung die Kassette für einen Zugriff auf deren Inhalt durch den berechtigten Nutzer.

[0027] Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:
Fig.1
einen Aktenvernichter mit erfindungsgemäßer Anordnung in einer Perspektivansicht;
Fig.2
den Aktenvernichter nach Fig. 1 mit geöffneter Kassette;
Fig.3
eine schematische Darstellung des Zusammenwirkens der Baugruppen/Baueinheiten des Aktenvernichters nach Fig. 1;
Fig.4
den Ablauf der Kassettenverriegelung bei Anwendung eines USB-Sticks als mobiler Datenträger für den elektronischen Schlüssel; und
Fig.5
den Ablauf der Kassettenverriegelung bei Anwendung eines RFID-Transponders als mobiler Datenträger für den elektronischen Schlüssel.


[0028] In den Fig. 1 und 2 ist in Perspektive ein Aktenvernichter 1 mit einer automatischen Dokumentenzuführung, welcher zudem mit einer Anordnung zum Sichern von in einer Kassette 4 abgelegten Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff ausgestattet ist, schematisch gezeigt.

[0029] Dieser Aktenvernichter 1 weist wenigstens ein Gehäuse 2, ein Schneidwerk 6, einen Motor 7 und ein Getriebe 8 zum Antreiben des Schneidwerkes 6, eine Steuerungseinheit 9 mit einer Schneidwerksteuerung 9a, eine Bedieneinheit 3 und einen unter dem Schneidwerk 6 angeordneten Auffangbehälter 10 auf.

[0030] Seine Bedieneinheit 3 umfasst wenigstens ein Tastelement zur Signaleingabe an die Schneidwerksteuerung 9a. Das Gehäuse 2 besitzt eine verschließbare Öffnung zur Entnahme des Auffangbehälters 10 sowie für ein automatisches Einführen von Dokumenten einen zum Schneidwerk 6 hin führenden ersten Zuführkanal 11. Für das automatische Einführen von Dokumenten ist an dem Gehäuse 2 und ausgerichtet auf den ersten Zuführkanal 11 wenigstens eine Kassette 4 zur Aufnahme von einem Stapel Dokumente angeordnet. Für das manuelle Einführen von Dokumenten ist ein weiterer zum Schneidwerk 6 hinführender zweiter Zuführkanal 12 vorgesehen.

[0031] Die Kassette 4 weist eine verschließbare Dokumenteneinfüllöffnung auf; und der Kassette 4 ist eine Anordnung zum Sichern der in der Kassette 4 abgelegten Dokumente gegen unberechtigten Zugriff zugeordnet.

[0032] Die Fig. 3 zeigt in einem schematischen Blockschaltbild das Zusammenwirken der Baugruppen/Baueinheiten des Aktenvernichters mit der erfindungsgemäßen Anordnung.

[0033] Gemäß Fig. 4, dem exemplarischen Fall der Anwendung eines USB-Sticks als mobiler Datenträger für den erfindungsgemäß erzeugten elektronischen Schlüssel, wird nach dem "Start" die Verriegelungssteuerung 13 aktiviert und fortlaufend der Zustand der Kassette im Hinblick auf "offen" oder "geschlossen" kontrolliert, etwa mithilfe einer Lichtschranke/Sensor 14 am Kassettendeckel 4a.

[0034] Nach z.B. manuellem Schließen des Kassettendeckels 4a erfolgt, vorzugsweise unabhängig davon, ob schon ein Befehl "Start" gegeben wurde oder nicht, eine Kontrolle auf "Papier in der Kassette 4 vorhanden" oder "Papier in der Kassette nicht vorhanden", beispielsweise mithilfe einer Lichtschranke 14 in der Kassette 4. Ist die erstere Bedingung erfüllt und ein USB-Stick 16 mit der Verriegelungssteuerung 13/5 verbunden und auch von der Verriegelungssteuerung 13 erkannt, wird die Magnetverriegelung auf "unlock" geprüft und unter dieser Bedingung in der Verriegelungssteuerung 13 ein elektronischer Schlüssel generiert, der in der Verriegelungssteuerung per EEPROM als Master-Key sowie auf dem USB-Stick 16 gespeichert wird. Zugleich oder, je nach Ausgestaltung der Erfindung, nach Entfernung des USB-Sticks 16 bzw. Trennung der Verbindung zwischen USB-Stick 16 und Verriegelungssteuerung 13/5 erfolgt die Verriegelung des Kassettendeckels 4a, beispielweise durch Betätigung eines Magnetschalters 15.

[0035] Der Master-Key ist je nach Ausgestaltung der Erfindung entweder ein völlig neu generierter Schlüssel oder ein aus einem gespeicherten Vorrat von beispielhaft 65.000 Schlüsseln durch Zufallsgenerator ausgewählter Schlüssel. Der Vernichtungsvorgang kann je nach Verknüpfung der Verriegelungssteuerung 13 mit der Hard- und Software des Aktenvernichters sofort automatisch starten, automatisch mit Zeitverzögerung starten oder über eine Starttaste manuell ausgelöst werden.

[0036] Ist vor dem Start oder vor Ende des Vernichtungsvorgangs ein Zugriff auf die Dokumente in der Kassette 4 nötig, wird die Verriegelung gelöst, sobald der USB-Stick 16, welcher den aktuellen elektronischen Schlüssel enthält, mit der Verriegelungssteuerung 13 verbunden, der Schlüssel vom USB-Stick 16 gelesen und die Übereinstimmung mit dem Master-Key festgestellt wurde. Das kann etwa erforderlich sein zur Behebung von Störungen oder um die Kassette 4 nachzufüllen.

[0037] Wird nach erfolgter Dokumentenvernichtung durch die Lichtschranke 14 in der Kassette 4 erkannt, dass nun die Bedingung "Papier in der Kassette 4 nicht vorhanden" gegeben ist, wird vorzugsweise die Verrieglung auch ohne Eingriff eines Bedieners bzw. ohne Erkennen eines auf dem USB-Sticks 16 gespeicherten Schlüssels selbständig geöffnet, da die Gefahr eines Zugriffs auf die, insbesondere vertraulichen, Dokumente nicht mehr besteht.

[0038] Für den Fall, dass bei einer Störung der USB-Stick 16 mit dem aktuellen Schlüssel zur Entriegelung nicht zur Verfügung steht, ist erfindungsgemäß die Möglichkeit der Öffnung der Kassette 4 mittels Verbindung der Verriegelungssteuerung 13 mit einem Masterstick oder einem Mastercode eine Störungsbehebung als Notfallmaßnahme vorgesehen.

[0039] Erfindungswesentlich ist, dass für jeden erneuten Vernichtungsvorgang, also erneutes Befüllen der Kassette 4 mit Dokumenten, auf demselben Aktenvernichter ein anderer Schlüssel generiert wird. Des Weiteren werden auf USB-Sticks 16 vorhandene ältere, bereits für eine Dokumentenvernichtung auf dem betreffenden Aktenvernichter benutzte Schlüssel - vorzugsweise ohne Nachfrage - überschrieben.

[0040] In Fig. 5 ist der Ablauf der Kassettenverriegelung bei Anwendung eines RFID-Transponders als mobiler Datenträger 16 für den elektronischen Schlüssel dargestellt. Dieser Ablauf unterscheidet sich von dem nach Fig.1 lediglich in der drahtlosen Kopplung des mobilen Datenträgers über Funkfrequenzen mit der Verriegelungssteuerung, während die Ankopplung per USB-Stick 16 sozusagen drahtgebunden erfolgt.

[0041] Vom Erfindungsgedanken eingeschlossen ist selbstverständlich auch die Verwendung weiterer Arten mobiler Datenträger und deren drahtgebundene oder drahtlose Kopplung mit der Verriegelungssteuerung 13 zwecks Speicherung eines von der Verriegelungssteuerung 13 generierten Schlüssels, wie beispielsweise Speicherung des Schlüssels auf Handy über USB-Schnittstelle, LAN, Bluetooth oder WLAN.

[0042] Erfindungswesentlich ist in allen Fällen, dass für jeden erneuten Vernichtungsvorgang ein anderer Schlüssel generiert wird.

[0043] Die angesprochene Kassette bzw. Kassetten für die Verwendung an Aktenvernichtern kann selbst eine sogenannte Autofeed-Einheit sein oder ist zumindest Bestandteil einer solchen Einheit, welche für das automatische Zuführen der in die Kassette eingelegten Dokumente zum Schneidwerk des Aktenvernichters hin ausgebildet ist. Die Kassetten 4 können für die Aufnahme von Dokumenten in Form von blattförmigem Material und/oder Material anderer Form ausgebildet sein.

[0044] Bei dem RFID-TAG im Sinne der Fig. 5 kann es sich alternativ um einen solchen RFID-TAG handeln, in welchem ein elektronischer Schlüssel vorübergehend oder permanent bereits vorgespeichert ist. Bei dieser alternativen Variante wird dann nicht für jeden erneuten Vernichtungsvorgang ein anderer Schlüssel generiert. Stattdessen hat der berechtigte Nutzer, in dessen Aufbewahrungshoheit sich der RFID-TAG befindet, die Möglichkeit, bei jedem erneuten Vernichtungsvorgang denselben auf dem RFID-TAG gespeicherten elektronischen Schlüssel zu verwenden. Letzterer wird bei jedem erneuten Vernichtungsvorgang durch die Verriegelungssteuerung 13 aus dem RFID-TAG ausgelesen und in ihr gespeichert. Dieser Auslesevorgang erfolgt drahtlos, wenn der RFID-TAG räumlich genügend nahe an die Verriegelungssteuerung 13 herangeführt wird. Da der elektronische Schlüssel bei dieser Variante für jeden erneuten Vernichtungsvorgang nicht stets neu generiert bzw. per Zufallsgenerator erzeugt wird, eignet sie sich nur für solche von in verschließbaren Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumente, an deren Sicherung geringere Anforderungen gestellt werden.

BEZUGSZEICHENLISTE



[0045] 
1
Aktenvernichter
2
Gehäuse
3
Bedieneinheit
4
Kassette
4a
Kassettendeckel
5
Anschlussbuchse
6
Schneidwerk
7
Motor
8
Getriebe
9
Steuerungseinheit
9a
Schneidwerksteuerung
10
Auffangbehälter
11
erster Zuführkanal
12
zweiter Zuführkanal
13
Verriegelungssteuerung
14
Lichtschranke/Sensor
15
Verriegelungssystem/Magnetschalter
16
Datenträger (mobil, abtrennbar)



Ansprüche

1. Verfahren zum Sichern von in verschließbaren Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff, umfassend folgende Verfahrensschritte:

- Befüllen der Kassette mit Dokumenten,

- Auslösen einer mechanischen, elektronisch gesteuerten Kassettenverriegelung durch aktivieren einer elektronischen Verriegelungssteuerung,

- Generieren eines elektronischen Schlüssels durch die Verriegelungssteuerung,

- Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung und auf einem temporär mit der Verriegelungssteuerung verbundenen transportablen Datenträger,

- Lösen des Datenträgers aus der Verbindung mit der Verriegelungssteuerung und Aufbewahren durch einen berechtigten Nutzer,

- Auslösen der Dokumentenvernichtung,

- Erfassung der vollständigen Dokumentenvernichtung und danach

- Löschen des elektronischen Schlüssels für die aktuelle Kassettenverriegelung in der Verriegelungssteuerung.


 
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das Aktivieren der Verriegelungssteuerung selbsttätig bei Herstellung der Verbindung des mobilen Datenträgers mit der Verriegelungssteuerung erfolgt.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das Generieren des elektronischen Schlüssels durch Neuerstellung oder durch Zufallsauswahl aus einer Vielzahl von bevorrateten Schlüsseln erfolgt.
 
4. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, bei dem eine bereits erfolgte Kassettenverriegelung bedarfsweise durch erneute Verbindung des mobilen Datenträgers mit der Verriegelungssteuerung aufgehoben wird.
 
5. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, bei dem das Auslösen der Dokumentenvernichtung manuell oder zeitgesteuert erfolgt.
 
6. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, bei dem für jede erneute Dokumentenvernichtung ein neuer Schlüssel generiert und sowohl in der Verriegelungssteuerung als auch auf einem mobilen Datenträger gespeichert wird.
 
7. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche, bei dem nach jeder vollständigen Dokumentenvernichtung durch die Verriegelungssteuerung das Öffnen der Kassette veranlasst wird.
 
8. Anordnung zum Sichern von in Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff, umfassend:

- eine Kassette mit einer Dokumenteneinfüllöffnung, die mit einem elektromechanischen Verriegelungssystem versehen ist,

- eine Verriegelungssteuerung, ausgebildet zur elektronisch gesteuerten Verriegelung der Dokumenteneinfüllöffnung und zum gleichzeitigen Generieren eines elektronischen Schlüssels,

- Mittel zum Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung und auf einem transportablen, von der Verriegelungssteuerung trennbaren Datenträger,

- eine Einrichtung zum manuellen oder zeitgesteuerten Auslösen der Dokumentenvernichtung und zur Löschung des in der Verriegelungssteuerung gespeicherten elektronischen Schlüssels nach vollständiger Dokumentenvernichtung.


 
9. Anordnung nach Anspruch 8, bei der als mobiler Datenträger ein USB-Stick oder ein RFID-Transponder vorgesehen ist.
 
10. Anordnung nach Anspruch 8 oder 9, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel in Form von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist, dass das Aktivieren der Verriegelungssteuerung selbsttätig bei Herstellung der Verbindung des mobilen Datenträgers mit der Verriegelungssteuerung erfolgt.
 
11. Anordnung nach einem der Ansprüche 8-10, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel in Form von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist, dass das Generieren des elektronischen Schlüssels durch Neuerstellung oder durch Zufallsauswahl aus einer Vielzahl von bevorrateten Schlüsseln erfolgt.
 
12. Anordnung nach einem der Ansprüche 8-11, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel in Form von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist, dass eine bereits erfolgte Kassettenverriegelung bedarfsweise durch erneute Verbindung des mobilen Datenträgers, welcher den aktuellen Schlüssel enthält, mit der Verriegelungssteuerung aufgehoben wird.
 
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 8-12, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel in Form von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist, dass das Auslösen der Dokumentenvernichtung manuell oder zeitgesteuert erfolgt.
 
14. Anordnung nach einem der Ansprüche 8-13, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel in Form von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist, dass für jede erneute Dokumentenvernichtung ein neuer Schlüssel generiert und sowohl in der Verriegelungssteuerung als auch auf einem mobilen Datenträger gespeichert wird.
 
15. Anordnung nach einem der Ansprüche 8-14, bei der die Verriegelungssteuerung Mittel in Form von wenigstens einer Schaltungsanordnung umfasst, die derart ausgebildet ist, dass nach jeder vollständigen Dokumentenvernichtung durch die Verriegelungssteuerung das Öffnen der Kassette veranlasst wird.
 
16. Verfahren zum Sichern von in verschließbaren Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff, umfassend folgende Verfahrensschritte:

- Befüllen der Kassette mit Dokumenten,

- Auslösen einer mechanischen, elektronisch gesteuerten Kassettenverriegelung durch aktivieren einer elektronischen Verriegelungssteuerung,

- Lesen eines elektronischen Schlüssels durch die Verriegelungssteuerung aus einem transportablen Datenträger eines berechtigten Nutzers,

- Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung,

- Auslösen der Dokumentenvernichtung,

- Erfassung der vollständigen Dokumentenvernichtung und danach

- Löschen des elektronischen Schlüssels für die aktuelle Kassettenverriegelung in der Verriegelungssteuerung.


 
17. Anordnung zum Sichern von in Kassetten von Aktenvernichtern abgelegten Dokumenten gegen unberechtigten Zugriff, umfassend:

- eine Kassette mit einer Dokumenteneinfüllöffnung, die mit einem elektromechanischen Verriegelungssystem versehen ist,

- eine Verriegelungssteuerung, ausgebildet zur elektronisch gesteuerten Verriegelung der Dokumenteneinfüllöffnung,

- Mittel zum Lesen eines elektronischen Schlüssels durch die Verriegelungssteuerung aus einem transportablen Datenträger eines berechtigten Nutzers,

- Mittel zum Speichern des elektronischen Schlüssels in der Verriegelungssteuerung,

- eine Einrichtung zum manuellen oder zeitgesteuerten Auslösen der Dokumentenvernichtung und zur Löschung des in der Verriegelungssteuerung gespeicherten elektronischen Schlüssels nach vollständiger Dokumentenvernichtung.


 




Zeichnung



















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente