[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Einzugseinrichtung für eine Umformmaschine zum
Einziehen eines langgestreckten Werkstücks, insbesondere eines Drahts oder eines Rohrs,
von einem Werkstückvorrat zu einer Umformeinrichtung der Umformmaschine sowie auf
eine Umformmaschine mit einer derartigen Einzugseinrichtung.
[0002] Umformmaschinen sind Werkzeugmaschinen, die mit Hilfe geeigneter Werkzeuge aus langgestrecktem
Halbzeugen wie Draht, Rohr, Band oder dergleichen in einem automatischen Herstellungsprozess
kleinere oder größere Serien von Formteilen mit teilweise komplexer Geometrie überwiegend
durch Umformen erzeugen können. Bei einer Umformmaschine kann es sich beispielsweise
um eine Biegemaschine zum Erzeugen von zweidimensional oder dreidimensional gebogenen
Biegeteilen aus Drahtmaterial, Bandmaterial oder Rohrmaterial durch Biegen oder um
eine Federherstellungsmaschine zur Herstellung von Druckfedern, Zugfedern, Schenkelfedern
oder anderen federartigen Formteilen durch Federwinden oder Federwickeln handeln.
[0003] Zur effizienten Herstellung großer Stückzahlen von Formteilen werden heutzutage hochproduktive
computernumerisch gesteuerte, mehrachsige Umformmaschinen eingesetzt. Eine solche
Umformmaschine hat mehrere steuerbare Maschinenachsen, ein Antriebssystem mit mehreren
elektrischen Antrieben zum Antreiben der Maschinenachsen und eine Steuereinrichtung
zur koordinierten Ansteuerung von Arbeitsbewegungen der Maschinenachsen in einem Fertigungsprozess
gemäß einem für den Fertigungsprozess spezifischen, computerlesbaren Steuerprogramm.
[0004] Bei der Herstellung von Schraubenfedern oder anderen Formteilen aus Draht wird der
Draht (Federdraht) unter der Steuerung durch ein NC-Steuerprogramm mittels einer Einzugseinrichtung
der Umformmaschine von einem Werkstückvorrat (z.B. Haspel) zu einer Umformeinrichtung
der Umformmaschine eingezogen bzw. gefördert. Durch die in Materialförderrichtung
nachgeschaltete Umformeinrichtung wird der zugeführte Draht mit Hilfe von Werkzeugen
der Umformeinrichtung zu einer Schraubenfeder oder einem anderen Formteil umgeformt.
Nach Abschluss einer Umformoperation wird das fertiggestellte Formteil unter der Steuerung
durch das NC-Steuerprogramm mittels einer Schnitteinrichtung von dem zugeführten Draht
abgetrennt. Dieser Vorgang wiederholt sich zyklisch für jedes zu fertigende Formteil.
[0005] Eine Einzugseinrichtung der hier betrachteten Art hat mindestens ein Einzugswalzenpaar,
das zwei Einzugswalzen aufweist, die mit zueinander parallelen Drehachsen angeordnet
sind und gegenläufig drehend angetrieben werden können. Die Einzugswalzen begrenzen
mit ihren profilierten Umfangsflächen einen Einzugsspalt zum Hindurchführen des Werkstücks
(z.B. Draht oder Rohr). Durch Steuerung der Drehgeschwindigkeit und Drehrichtung der
Einzugswalzen kann somit die Vorschubgeschwindigkeit und Vorschubrichtung des zu verarbeitenden
Materials vorgegeben werden.
[0006] Die Einzugswalzen sollen einen möglichst schlupffreien Transport des Materials durch
den Einzugspalt sicherstellen und sollen daher mit hoher Spannkraft, aber dennoch
schonend reibschlüssig am zu fördernden Material angreifen. Jede der Einzugswalzen
ist mittels eines Walzenspannsystems am freien Ende einer zugehörigen Einzugswelle
befestigt. Die Einzugswelle ist mit einem Antrieb gekoppelt und überträgt die Antriebskräfte
auf die Einzugswalzen. Die Verbindung zwischen Einzugswelle und Einzugswalze sollte
drehfest sein, um die Drehung der Einzugswelle ohne Spiel in eine Förderbewegung umsetzen
zu können. Da die Einzugswalzen von der Geometrie des verarbeiteten Werkstücks abhängige
Maschinenelemente sind, sollten sie relativ einfach durch einen Maschinenbediener
ausgetauscht werden können.
[0007] Die Einzugseinrichtung ist in der Regel relativ nahe am Bereich der Umformwerkzeuge
der Umformeinrichtung angeordnet. Der Bauraum in unmittelbarer Nähe der Umformeinrichtung
wird bei modernen Umformmaschinen häufig benötigt, um Zusatzkomponenten anzubringen,
z.B. eine Kamera zur Beobachtung der Vorgänge beim Umformen. Die Einzugseinrichtung
sollte daher nach Möglichkeit wenig Bauraum in Bereichen beanspruchen, die sich für
die Anbringung von Zusatzkomponenten gut eignen.
AUFGABE UND LÖSUNG
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einzugseinrichtung der eingangs erwähnten
Art bereitzustellen, die bei sicherer Funktion einen schnellen Wechsel von Einzugswalzen
ermöglicht und weiterhin wenig Bauraum neben den Einzugswalzen beansprucht.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Einzugseinrichtung mit den Merkmalen von Anspruch
1 sowie durch eine Umformmaschine mit den Merkmalen von Anspruch 15. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Der Wortlaut sämtlicher
Ansprüche wird durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0010] Gemäß der beanspruchten Erfindung weist das Walzenspannsystem eine zur Drehachse
der Einzugswalze zentrierte Spannschraube mit einem Gewindeabschnitt und einem gegenüber
dem Gewindeabschnitt breiteren Kopfabschnitt auf. Die Spannschraube hat eine kopfseitig
offene Ausnehmung mit einem unrunden Mitnahmeprofil zum Einführen eines Spannwerkzeugs.
[0011] Der Gewindeabschnitt soll in ein stirnseitiges Innengewinde der Einzugswelle passen,
um die Spannschraube in die Einzugswelle einschrauben zu können. Der axial zum Gewindeabschnitt
versetzte Kopfabschnitt dient dem Festspannen der Einzugswalze an der Einzugswelle.
[0012] Die Spannschraube, welche in dieser Anmeldung auch als zentrale Spannschraube bezeichnet
wird, kann das einzige, vom Bediener zu betätigende Spannelement der Verbindung zwischen
Einzugswelle und Einzugswalze sein. Weitere, gesondert zu betätigende Spannelemente
sind nicht nötig und vorzugsweise auch nicht vorgesehen. Für den Bediener kann es
daher ausreichen, zum Auswechseln einer Einzugswalze lediglich die Spannschraube zu
lösen, die Einzugswalze gegen eine andere Einzugswalze auszuwechseln und die Spannschraube
wieder zu befestigen bzw. festzuziehen. Hierdurch wird der Wechsel von Einzugswalzen
stark vereinfacht und benötigt nur noch wenig Zeit. Zum Festziehen und Lösen der Spannschraube
wird lediglich ein Spannwerkzeug benötigt, welches einen Abschnitt aufweist, der in
die kopfseitig offene Ausnehmung passt und ein unrundes Mitnahmeprofil hat, welches
zum unrunden Mitnahmeprofil der Ausnehmung passt.
[0013] Da die drehschlüssige Verbindung zwischen Spannschraube und Spannwerkzeug über die
kopfseitige offene Ausnehmung erfolgt, kann der Kopfabschnitt hinsichtlich seiner
Gestalt für seine anderen Funktionen optimiert werden. Insbesondere kann der Kopfabschnitt
relativ flach sein, da die Zuverlässigkeit der drehschlüssigen Verbindung zwischen
Spannwerkzeug und Spannschraube über die Gestalt und Tiefe der Ausnehmung mit unrundem
Mitnahmeprofil optimiert werden kann. Insbesondere ist es beispielsweise möglich,
dass der Kopfabschnitt der Spannschraube durch eine kreiszylindrische Umfangsfläche
begrenzt ist, so dass der Kopfabschnitt bis auf den Bereich der Ausnehmung rotationssymmetrisch
gestaltet werden kann. Hierdurch ist eine besonders gleichmäßige Verteilung von Spannkräften
beim Festziehen der Spannschraube erzielbar.
[0014] Die Ausnehmung ist bei bevorzugten Ausführungsformen als Innensechskant-Ausnehmung
ausgebildet. Hierdurch ist es möglich, mithilfe kommerziell verfügbarer Spannwerkzeuge
mit Außensechskant-Querschnitt sehr hohe Drehmomente bzw. Anzugsmomente beim Festziehen
der Spannschraube zu erzielen. Andere unrunde Mitnahmeprofile sind jedoch auch möglich.
[0015] Beispielsweise kann die offene Ausnehmung ein Innenfünfkantprofil, ein Innenvierkantprofil,
ein Innenvielzahnprofil oder ein Schlitzprofil haben, gegebenenfalls mit gekreuzten
Schlitzen.
[0016] Die kopfseitige offene Ausnehmung kann so tief sein, dass sie in den Bereich des
Gewindeabschnitts hineinragt. Hierdurch wird eine zuverlässige Übertragung auch großer
Drehmomente begünstigt.
[0017] Gemäß einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Ausnehmung als axial durch die
Spannschraube hindurchgehende Durchgangs-Ausnehmung ausgebildet ist. Hierdurch kann
einerseits eine ausreichende Tiefe der Ausnehmung erzielt werden, um genügend Kraftübertragungsflächen
am Mitnahmeprofil zu erhalten. Weiterhin ist durch die durchgehende Durchgangs-Ausnehmung
ein unmittelbarer Zugang zum mittleren Bereich des freien Endes der Einzugswelle geschaffen.
Bei vielen Einzugseinrichtungen sitzt dort ein Schmiernippel, der zur Versorgung der
Schmierstellen der Einzugswelle mit Schmierstoff dient. Das Einbringen von Schmierstoff
über den Schmiernippel kann somit bei festgezogener Spannschraube erfolgen.
[0018] Gemäß einer Weiterbildung ist die Spannschraube als Flachkopf-Spannschraube ausgebildet,
bei der eine (parallel zur Achse der Spannschraube gemessene) Höhe des Kopfabschnitts
kleiner ist als ein Durchmesser des Gewindeabschnitts. Ein derart flacher Kopfabschnitt
benötigt nur relativ wenig Bauraum auf der der Einzugswelle abgewandten Seite der
Einzugswalze, so dass bei Bedarf beispielsweise eine Kamera oder ein anderes Zubehörteil
relativ nah an die Einzugswalze herangebracht und dort montiert werden kann. Hierdurch
wird unter anderem die Möglichkeit geschaffen, auch bei sehr kurzen Federn deren Herstellung
über ein Messsystem mit Kamera zu überwachen und gegebenenfalls basierend auf Messresultaten
des Kamerasystems zu steuern. Bei manchen Ausführungsformen beträgt die Höhe des Kopfabschnitts
weniger als 50% des Durchmessers des Gewindeabschnitts, wodurch sich die Gesamtform
der Flachkopf-Spannschraube deutlich von vielen für andere Zwecke vorgesehenen Spannschrauben
unterscheidet.
[0019] Die Ausbildung als Flachkopf-Spannschraube ist insbesondere dadurch möglich, dass
die Spannschraube die kopfseitig offene Ausnehmung hat, die zum Ansetzen eines Spannwerkzeuges
genügt.
[0020] Bei manchen Ausführungsformen ist ein (maximaler) Durchmesser des Kopfabschnitts
mindestens doppelt so groß wie der Durchmesser des Gewindeabschnitts. Der Kopfabschnitt
kann somit im Vergleich zu seiner Höhe relativ breit bzw. flächig ausgedehnt sein.
Ein derart breiter Kopfabschnitt kann bei Bedarf in festgespanntem Zustand unmittelbar,
also insbesondere ohne Zwischenlage einer Unterlegscheibe oder dergleichen, an der
Außenseite der Einzugswalze aufliegen und dadurch Spannkräfte auf diese übertragen.
[0021] Die dem Gewindeabschnitt zugewandte Innenseite des Kopfabschnitts kann eben sein,
so dass sie großflächig an einer ebenfalls ebenen Außenseite einer Einzugswalze anliegen
kann. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass es vorteilhaft sein kann, wenn an der
Innenseite des Kopfabschnitts eine radial innen liegende flache Aussparung vorgesehen
ist derart, dass an der Innenseite des Kopfabschnitts ein am Außenrand des Kopfabschnitts
umlaufender, in Richtung des Gewindeabschnitts vorspringender Auflagering gebildet
ist. Dadurch kann erreicht werden, dass beim Festziehen der Spannschraube die Spannkraft
ausschließlich über Kontaktflächen im Bereich des radial außen liegenden Auflagerings
übertragen wird, wodurch eine besonders sichere Übertragung des Drehmoments bzw. eine
besonders zuverlässige Mitnahme unterstützt wird.
[0022] Der Auflagering kann in Umfangsrichtung geschlossen sein, was aber nicht zwingend
ist. Er kann aus einem oder mehreren Ringsegmenten bestehen, zwischen denen in Umfangsrichtung
ein Abstand besteht. Generell können über den Umfang verteilt mehrere relativ kleinflächige
Auflageflächen bzw. Auflagezonen ausgebildet sein, z.B. genau drei Auflageflächen.
Hierdurch kann die Kraftverteilung bei Bedarf beeinflusst werden.
[0023] Manche Ausführungsformen sind gekennzeichnet durch eine Unterlegscheibe, die im montierten
Zustand der Einzugswalze mindestens mit einem inneren Abschnitt zwischen dem Kopfabschnitt
der Spannschraube und einer dem Kopfabschnitt zugewandten Seitenfläche bzw. Außenfläche
der Einzugswalze angeordnet ist. Mithilfe einer Unterlegscheibe ist es möglich, die
von der Spannschraube erzeugte Spannkraft auf eine große Fläche zu verteilen, wodurch
ein besserer Reibschluss zwischen Spannschraube und Einzugswalze erzielt werden kann.
[0024] Die Unterlegscheibe kann ähnlich wie herkömmliche Unterlegscheiben in Umfangsrichtung
geschlossen sein, also lediglich eine innere Durchgangsöffnung zum Hindurchführen
des Gewindeabschnitts haben. Besonders vorteilhaft ist eine Variante der Unterlegscheibe,
bei der diese eine Durchgangsöffnung zum Hindurchführen des Gewindeabschnitts aufweist,
wobei die Durchgangsöffnung an einer Seite in eine radial durchgehende Seitenöffnung
übergeht, deren lichte Weite (gemessen tangential zur Umfangsrichtung) größer als
ein Außendurchmesser des Gewindeabschnitts und kleiner als ein maximaler Durchmesser
des Kopfabschnitts ist. Eine derartige Unterlegscheibe kann eingesetzt oder entnommen
werden, ohne dass die Spannschraube völlig von der Einzugswalze abgeschraubt werden
muss. Die Spannschraube kann also im teilweise eingeschraubten Zustand verbleiben.
[0025] An einer der Einzugswalze zuzuwendenden Innenseite der Unterlegscheibe kann eine
radial innen liegende Aussparung vorgesehen sein derart, dass an der Innenseite ein
am Außenrand der Unterlegscheibe umlaufender, vorspringender Auflagering gebildet
ist. Der Auflagering kann in Umfangsrichtung durchgehend sein. Stattdessen können
auch mehrere in Umfangsrichtung beabstandete Ringsegmente oder Auflagezonen gebildet
sein, um an bestimmten Stellen räumlich begrenzte Auflagebereiche zu erhalten. Bei
einer Variante sind genau drei Auflageflächen bzw. Auflagezonen vorhanden, die eine
Dreipunkt-Lagerung bewirken.
[0026] Durch die Bereitstellung von Auflageflächen (einer oder mehre) nur am äußeren Rand
der Unterlegscheibe wird der Bereich des Reibschlusses zwischen Unterlegscheibe und
Einzugswalze in Bezug auf die gemeinsame Drehachse nach radial außen verlegt, wodurch
eine bessere Drehmomentübertragung zwischen Spannschraube/Unterlegscheibe und Einzugswalze
erzielt werden kann.
[0027] Die Unterlegscheibe kann eine kreisförmige oder kreisbogenförmige Außenkontur haben.
Dies ist jedoch nicht zwingend. Auch andere Formen der Außenkontur sind möglich, z.B.
polygonale Formen wie Dreieck, Viereck oder Sechseck, ggf. mit abgerundeten Ecken.
[0028] Bei Verwendung einer Unterlegscheibe (seitlich offen oder geschlossen) ist es nicht
erforderlich, dass der Kopfabschnitt unmittelbar Kraft auf die Außenseite der Einzugswalze
übertragen kann. Der Kopfabschnitt kann also im Durchmesser relativ klein gewählt
werden. Bei manchen Ausführungsformen hat die Einzugswelle einen Wellenbund und einen
daran anschließenden stirnseitigen Fortsatz zum Aufstecken einer Einzugswalze und
die Einzugswalze hat eine zentrale Durchgangsbohrung, deren Innendurchmesser größer
ist als ein Außendurchmesser des Fortsatzes. Beim Montieren der Einzugswalze kann
diese auf den Fortsatz aufgesteckt und bis zur Anlage am Wellenbund vorgeschoben werden,
wobei der Fortsatz dann in die Durchgangsöffnung eingreift. Der Außendurchmesser des
Kopfabschnitts der Spannschraube kann kleiner sein als der Innendurchmesser der Durchgangsbohrung,
so dass die Walze abgenommen werden kann, ohne die Spannschraube ganz zu lösen.
[0029] Diese Dimensionierung des Kopfabschnitts ist besonders vorteilhaft in Verbindung
mit einer seitlich offenen Unterlegscheibe, da in diesem Fall zum Auswechseln einer
Einzugswalze die Spannschraube lediglich gelöst, aber nicht vollständig ausgeschraubt
werden muss. Bei gelöster Spannschraube kann dann die Unterlegscheibe seitlich entnommen
und die Einzugswalze über den Kopfabschnitt der Schraube nach außen gezogen werden.
Die Montage einer anderen Einzugswalze erfolgt dann umgekehrt, indem zunächst die
Einzugswalze über den Kopfabschnitt der Schraube auf den Fortsatz geschoben wird,
bevor seitlich die Unterlegscheibe eingeführt und anschließend die Spannschraube angezogen
wird.
[0030] Die Spannschraube sorgt für eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Einzugswelle
und Einzugswalze, wobei einige der genannten besonderen Maßnahmen dazu beitragen können,
den Kraftschluss zu verbessern, so dass eine relative Verdrehung zwischen Einzugswelle
und Einzugswalze vermieden oder stark erschwert wird.
[0031] Die Einzugswalzen sind bei manchen Prozessen starken Beschleunigungen (Erhöhung der
Drehgeschwindigkeit) oder Abbremsbewegungen (Verringerung der Drehgeschwindigkeit)
ausgesetzt, gegebenenfalls in häufigem Wechsel, so dass nicht ausgeschlossen werden
kann, dass sich eine ausschließlich kraftschlüssige Verbindung langsam lockert. Bei
vielen Ausführungsformen sind daher zusätzliche Maßnahmen zur Herstellung eines in
Umfangsrichtung wirkenden Formschlusses zwischen Einzugswelle und Einzugswalze vorgesehen.
[0032] Bei manchen Ausführungsformen hat die Einzugswelle einen Wellenbund mit einer stirnseitigen
Anlagefläche zum Anlegen der Einzugswalze, wobei am Wellenbund mindestens ein über
die Anlagefläche hinausragender exzentrische zur Drehachse sitzender Mitnahmebolzen
angebracht ist, der zum Einführen in eine exzentrische Mitnahmebohrung der Einzugswalze
dimensioniert ist. Bei manchen Ausführungsformen sind mehrere Mitnahmebolzen vorgesehen,
insbesondere drei in gleichmäßiger Winkelteilung um die zentrale Achse herum verteilte
Mitnahmebolzen. Um die Montage und Demontage der Einzugswalze zu erleichtern, ist
in der Regel vorgesehen, dass ein Mitnahmebolzen gegenüber der zugeordneten Mitnahmebohrung
ein leichtes Untermaß aufweist in der Art, dass der Außendurchmesser des Mitnahmebolzens
etwas kleiner als der Innendurchmesser der Mitnahmebohrung ist, so dass ein geringes
Spiel in Radialrichtung verbleibt.
[0033] Um unter diesen Bedingungen dennoch einen zuverlässigen Formschluss zwischen Einzugswelle
und Einzugswalze zu erreichen, ist bei manchen Ausführungsformen eine Spielausgleichseinrichtung
vorgesehen, die durch Festspannen der Spannschraube betätigt werden kann in der Weise,
dass beim Festspannen der Spannschraube ein zwischen dem Mitnahmebolzen und der Mitnahmebohrung
vorhandenes Spiel beseitigt wird. Damit kann ein Formschluss in Umfangsrichtung geschaffen
werden, so dass ein allmähliches Lösen nach mehrfachem Beschleunigen und Abbremsen
vermieden wird.
[0034] Die Spielausgleichseinrichtung wird durch Festspannen der Spannschraube betätigt,
benötigt also keine von der Spannschraube gesonderten Betätigungselemente. Bei manchen
Ausführungsformen wird dies dadurch erreicht, dass die Spielausgleichseinrichtung
ein am Mitnahmebolzen angeordnetes und durch Einwirken einer axialen Kraft radial
aufspreizbares Spielausgleichselement aufweist, wobei die Spielausgleichseinrichtung
so dimensioniert ist, dass in einem entspannten Zustand der Spielausgleichseinrichtung
(also beispielsweise bei abgeschraubter oder teilweise gelöster Spannschraube) bei
an dem Wellenbund anliegender Einzugswalze ein Betätigungsabschnitt der Spielausgleichseinrichtung
die dem Wellenbund abgewandte Seitenfläche der Einzugswalze überragt. Wird dann die
Spannschraube festgezogen und dadurch in einen gespannten Zustand gebracht, so drückt
der Kopfabschnitt der Spannschraube (oder eine zwischen Kopfabschnitt und Einzugswalze
liegende Unterlegscheibe) auf den Betätigungsabschnitt und übt die axiale Kraft auf
das Spielausgleichselement aus, welches in Reaktion darauf radial aufgespreizt wird
und das Spiel zwischen Mitnahmebolzen und Mitnahmebohrung beseitigt.
[0035] Bei einer Ausführungsform ist eine konstruktiv einfache und dennoch wirkungsvolle
Spielausgleichseinrichtung dadurch geschaffen, dass als Spielausgleichselement ein
elastisch komprimierbares Formelement verwendet wird, das über eine äußere Betätigungshülse
zusammengedrückt wird, wenn die Spannschraube festgezogen wird. Das Formelement kann
z.B. ein O-Ring aus einem elastisch kompressiblen Elastomer sein.
[0036] Die Erfindung betrifft auch eine Umformmaschine, die eine Umformeinrichtung mit einem
oder mehreren Umformwerkzeugen und eine Einzugseinrichtung zum Einziehen eines langgestreckten
Werkstücks, insbesondere eines Drahts oder Rohrs, von einem Materialvorrat in den
Bereich der Umformeinrichtung aufweist. Die Einzugseinrichtung ist eine Einzugseinrichtung
der in dieser Anmeldung beschriebenen Art. Bei der Umformmaschine kann es sich insbesondere
um eine Federherstellungsmaschine oder eine andere Drahtverarbeitungsmaschine oder
um eine Rohrbiegemaschine handeln.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0037] Weitere Vorteile und Aspekte der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus
der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung,
die nachfolgend anhand der Figuren erläutert sind.
- Fig. 1
- zeigt einige Elemente einer CNC-Federwindemaschine gemäß einer Ausführungsform der
Erfindung;
- Fig. 2
- zeigt eine schräg perspektivische Darstellung mit Elementen der Umformeinrichtung
der Federmaschine und einer vorgeschalteten Einzugseinrichtung;
- Fig. 3
- zeigt einen Längsschnitt durch eine Einzugswelle und eine darauf montierte Einzugswalze
gemäß einem Ausführungsbeispiel;
- Fig. 4
- zeigt eine vergrößerte Detaildarstellung einer Spielausgleichseinrichtung beim Ausführungsbeispiel
von Fig. 3;
- Fig. 5
- zeigt eine axiale Ansicht der Anordnung aus Fig. 3;
- Fig. 6
- zeigt einen Längsschnitt durch eine Einzugswelle und eine darauf montierte Einzugswalze
gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel;
- Fig. 7
- zeigt eine axiale Draufsicht des Ausführungsbeispiels aus Fig. 6;
- Fig. 8
- zeigt eine schräg perspektivische Ansicht einer Unterlegscheibe des Ausführungsbeispiels
aus Fig. 6;
- Fig. 9
- zeigt eine schräg perspektivische Ansicht der zentralen Spannschraube des Ausführungsbeispiels
aus Fig. 6;
- Fig. 10
- zeigt eine Variante einer Unterlegscheibe mit dreieckförmiger Gestalt ; und
- Fig. 11
- zeigt in Fig. 11A eine Draufsicht auf eine und in Fig. 11B einen Schnitt durch eine
einer Unterlegscheibe mit drei Auflagezonen am äußeren Rand.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0038] Die schematische Übersichtsdarstellung in Fig. 1 zeigt Elemente einer Umformmaschine
in Form einer CNC-Federwindemaschine 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel. Die Federwindemaschine
100 hat eine Einzugseinrichtung 110, die aufeinanderfolgende Drahtabschnitte eines
von einem Drahtvorrat kommenden und durch eine Richteinheit geführten Drahtes 115
mit numerisch gesteuertem Vorschubgeschwindigkeitsprofil in den Bereich einer Umformeinrichtung
120 zuführt. Der Draht wird mit Hilfe von numerisch gesteuerten Werkzeugen der Umformeinrichtung
zu einer Schraubenfeder F umgeformt.
[0039] Zu den Werkzeugen gehören u.a. zwei um 90° winkelversetzt angeordnete Windestifte
122, 124, die bezüglich ihrer Position verstellbar sind und den Durchmesser der erzeugten
Feder bestimmen. Ein Steigungswerkzeug 130 hat eine im Wesentlichen senkrecht zur
Federachse ausgerichtete Spitze, die neben den Windungen der sich entwickelnden Feder
eingreift. Damit kann die Steigung der Windungen vorgegeben werden. Oberhalb der Feder
ist ein numerisch steuerbares Trennwerkzeug 150 angebracht, das nach Abschluss der
Umformoperationen die hergestellte Schraubenfeder mit einer vertikalen Arbeitsbewegung
vom zugeführten Drahtvorrat abtrennt. Ein Trennwerkzeug kann auch unterhalb der Feder
angeordnet sein, z.B. für Federn mit anderem Windungssinn.
[0040] Die zu den Werkzeugen gehörenden Maschinenachsen der CNC-Maschine werden durch eine
computernumerische Steuereinrichtung 180 gesteuert, die Speichereinrichtungen hat,
in denen die Steuerungssoftware residiert, zu der u.a. ein NC-Steuerprogramm für die
Arbeitsbewegungen der Maschinenachsen gehört.
[0041] Zur Fertigung einer Schraubenfeder wird der Draht ausgehend von der gezeigten Position
mit Hilfe der Einzugseinrichtung 110 in Richtung der Windestifte 122, 124 vorgeschoben
und durch die Windestifte auf den gewünschten Durchmesser unter Ausbildung einer kreisbogenförmigen
Krümmung umgelenkt, bis das freie Drahtende das Steigungswerkzeug 130 erreicht. Bei
weiterem Drahtvorschub bestimmt die axiale Position des Steigungswerkzeuges die aktuelle
lokale Steigung der sich entwickelnden Schraubenfeder. Das Steigungswerkzeug wird
unter der Kontrolle des NC-Steuerprogramms axial verschoben, wenn während der Federentwicklung
die Steigung geändert werden soll. Die Stellbewegungen des Steigungswerkzeuges legen
im Wesentlichen den Steigungsverlauf entlang der Schraubenfeder fest.
[0042] Wie Fig. 2 zeigt, ist die Federwindemaschine mit einem kamerabasierten, optischen
Messsystem zur berührungslosen Echtzeiterfassung von Daten über die Geometrie einer
aktuell hergestellten Feder ausgestattet. Das Messsystem hat eine auf einem maschinenfesten
Träger montierte CCD-Kamera 250, die über eine Schnittstelle zweidimensionale Bilder
an ein angeschlossenes Bildverarbeitungssystem liefern kann. Die Software für die
Bildverarbeitung ist in einem Programmmodul untergebracht, welches mit der Steuereinrichtung
180 der Federwindemaschine zusammenarbeitet bzw. in diese integriert ist.
[0043] Die Kamera ist seitlich neben einer Drahtführungseinrichtung im Bereich unmittelbar
vor der Einzugseinrichtung 110 befestigt und kann in ihrer Position verstellt werden.
Die maschinennahe Kamera 250 ist so angebracht, dass ihr rechteckiges Bildfeld einen
Teil der sich entwickelnden Feder unmittelbar nach Verlassen der umformenden Werkzeuge
erfassen kann, um die erzeugte Federgeometrie zu ermitteln.
[0044] Die Einzugseinrichtung 110 sorgt für den Drahtvorschub mit vorgebbarem Vorschubgeschwindigkeitsprofil.
Dabei zieht die Einzugseinrichtung den Draht von einem Drahtvorrat, beispielsweise
einer Haspel, allmählich ab und führt den Draht zu den Umformwerkzeugen der Umformeinrichtung.
Die Einzugseinrichtung hat zwei in Durchlaufrichtung des Werkstücks hintereinander
geschaltete Einzugswalzenpaare 112 und 114. Jedes der Einzugswalzenpaare hat zwei
Einzugswalzen, die mit zueinander parallelen, horizontalen Drehachsen angeordnet sind.
Die Einzugswalzen sind mittels eines Antriebs gegenläufig antreibbar, um die Förderbewegung
zu erreichen. Die Einzugswalzen haben profilierte Umfangsflächen mit in Umfangsrichtung
umlaufenden Rillen, deren Form und Größe dem Querschnitt des jeweils zu fördernden
Werkstücks angepasst ist. Mit den Umfangsflächen begrenzen die Einzugswalzen eines
Einzugswalzenpaares einen Einzugsspalt, durch den das Werkstück hindurchgeführt wird.
[0045] Jede der Einzugswalzen sitzt am freien Ende einer Einzugswelle, die mit horizontaler
Drehachse im Maschinengestell drehbar gelagert ist. Jede der Einzugswalzen ist mittels
eines Walzenspannsystems drehfest und auswechselbar am Ende der zugehörigen Einzugswelle
befestigt. Das Walzenspannsystem hat mehrere Aufgaben zu erfüllen. Zum einen muss
eine zuverlässige drehfeste Befestigung gewährleistet werden, damit die Drehbewegungen
der Einzugswelle schlupffrei auf die Einzugswalze und das dadurch geförderte Werkstück
übertragen werden kann. Zum anderen sollte es einem Bediener möglich sein, einen Walzenwechsel
möglichst bequem und schnell zu erledigen. Ein Walzenwechsel ist beispielsweise dann
nötig, wenn die Umformmaschine für die Verwendung eines anderen Werkstücktyps, beispielsweise
eines Drahts mit anderem Durchmesser, umgerüstet werden muss. Auch bei Verschleiß
von Einzugswalzen sollten die für den Austausch erforderlichen Arbeiten möglichst
wenig Zeit benötigen. Schließlich sollte das Walzenspannsystem auch so konstruiert
sein, dass im Bereich vor den Einzugswalzen möglichst wenig Bauraum beansprucht wird,
beispielsweise um die Kamera 250 so nahe an die Einzugseinrichtung heranbringen zu
können, dass ihr Erfassungsbereich den Draht bereits unmittelbar nach Austritt aus
der Drahtführung erfassen kann, so dass auch bei Herstellung von sehr kurzen Federn
eine Beobachtung über die Kamera möglich ist.
[0046] Anhand der Fig. 3 bis 5 wird nun ein erstes Beispiel eines Walzenspannsystems erläutert.
Der Längsschnitt in Fig. 3 zeigt eine Einzugswelle 300, die mittels des zugeordneten
Antriebs um eine Drehachse 310 mit unterschiedlichen Drehrichtungen und Drehgeschwindigkeiten
angetrieben werden kann. In der Nähe des freien Endes der Einzugswelle ist am Wellenkörper
ein Wellenbund 302 ausgebildet, also eine Durchmessererweiterung, die an ihrer Vorderseite
eine ebene Anlagefläche 303 für eine Einzugswalze 400 bietet.
[0047] Im Wellenbund sind drei um jeweils 120° gegeneinander umfangsversetzte exzentrische
Mitnahmebolzen 320 befestigt, die sich achsparallel zur Drehachse 310 erstrecken und
zum Einführen in jeweils eine Mitnahmebohrung 402 der Einzugswalze dienen. In Richtung
des freien Endes der Einzugswelle ragt ein Fortsatz 304 mit zylindrischer Außenkontur
über den Wellenbund 302 hinaus. Auf den Fortsatz wird die zugehörige Einzugswalze
400 in Axialrichtung aufgeschoben, bis sie an der Anlagefläche 303 des Wellenbunds
302 anliegt.
[0048] Am freien Ende der Einzugswelle befindet sich eine stirnseitige zentrische Sacklochbohrung
306 mit Innengewinde 308. Der ebene Bohrungsgrund befindet sich auf Höhe des Wellenbundes
302. Dort ist ein zentrischer Schmiernippel 380 eines Schmiersystems für die Einzugswelle
angebracht. Über den Schmiernippel können die Drehlager der Einzugswelle mit Schmierstoff
versorgt werden.
[0049] Die Einzugswelle trägt an ihrem freien Ende die zugehörige Einzugswalze 400. Die
Einzugswalze 400 ist auf den Fortsatz 304 aufgeschoben und liegt an der freien Vorderseite
des Wellenbunds 302 an. Die axiale Höhe des Fortsatzes 304 ist um einige Zehntel Millimeter
geringer als die (in Axialrichtung gemessene) Dicke der Einzugswalze. Die Einzugswalze
hat eine profilierte Umfangsfläche 410, in welcher im Beispielsfall zwei umlaufende
C-förmige Nuten eingearbeitet sind, deren Form der Form des zu fördernden Drahts angepasst
ist. Die Einzugswalze hat drei in Axialrichtung durchgehende Mitnahmebohrungen 402,
deren Innendurchmesser so an den Außendurchmesser der zugehörigen Mitnahmebolzen 320
angepasst sind, dass die Mitnahmebolzen in die zugehörigen Mitnahmebohrungen beim
Aufsetzen der Einzugswalze mit geringem seitlichen Spiel hineinpassen. Jede Einzugswalze
hat eine zentrische Durchgangsbohrung 406, deren Innendurchmesser dem Außendurchmesser
des Fortsatzes 304 so angepasst ist, dass die Einzugswalze weitgehend spielfrei auf
dem Fortsatz sitzt.
[0050] In der gezeigten montierten Konfiguration ist die Einzugswalze 400 mithilfe einer
zentralen Spannschraube 500 auf die Einzugswelle 300 gespannt. Die Spannschraube ist
zur Drehachse 310 der Einzugswelle zentriert. Die Spannschraube ist das einzige Spannelement
des Walzenspannsystems, welches vom Bediener betätigt werden muss, um eine Einzugswalze
zu montieren oder von der Einzugswelle abzunehmen. Die Spannschraube 500 hat einen
Gewindeabschnitt 520, dessen Außengewinde in das Innengewinde der stirnseitigen Ausnehmung
306 der Einzugswelle passt. Integral mit dem Gewindeabschnitt ist ein flacher Kopfabschnitt
510 ausgebildet, der im montierten Zustand mit seiner dem Gewindeabschnitt zugewandten
ebenen Innenseite 512 auf die ebene Außenseite der Einzugswalze 400 drückt und die
Einzugswalze dadurch gegen den Walzenbund 302 spannt. Wie in Fig. 5 gut zu erkennen,
hat der Kopfabschnitt eine kreisrunde zylindrische Außenkontur.
[0051] Mittig in der Spannschraube ist eine kopfseitig offene Ausnehmung 530 in Form einer
Innensechskant-Ausnehmung ausgebildet. Der Innensechskant dient als unrundes Mitnahmeprofil
zum Betätigen der Spannschraube mittels eines entsprechend konturierten Spannwerkzeugs
mit Außensechskantprofil. Die Ausnehmung 530 ist als in Axialrichtung durchgehende
Durchgangs-Ausnehmung ausgebildet, so dass durch die Ausnehmung hindurch ein Zugang
zum Schmiernippel 380 auch bei eingesetzter Spannschraube möglich ist.
[0052] Da das Spannwerkzeug zum Spannen und Lösen der Spannschraube die zentrische Ausnehmung
530 nutzt, muss der Kopfabschnitt 510 nicht zum Ansetzen eines Spannwerkzeuges besonders
ausgelegt sein. Der Kopfabschnitt kann dadurch optimal an die Aufgabe des Verspannens
der Einzugswalze mit der Einzugswelle ausgebildet sein. Zudem kann der Kopfabschnitt
relativ flach sein, so dass die Spannschraube als Flachkopf-Spannschraube ausgebildet
sein kann. Hierdurch wird es möglich, eine Kamera oder ein anderes Zubehörteil sehr
nahe an die Einzugswalzen heranzurücken. Im Beispielsfall ist die (parallel zur Drehachse
310 gemessene) Höhe H des Kopfabschnitts um ein Vielfaches geringer als der Außendurchmesser
des Gewindeabschnitts und beträgt im Beispielsfall weniger als 20% dieses Außendurchmessers.
Andererseits ist der Durchmesser des Kopfabschnitts deutlich größer als der Durchmesser
des Gewindeabschnitts, beispielsweise mindestens doppelt so groß. Dadurch wird eine
breite Auflagefläche des Kopfabschnitts an der Einzugswalze sichergestellt. Im Beispielsfall
erstreckt sich der Kopfabschnitt 510 über die Mitnahmebohrungen 402 hinweg, so dass
diese bei montierter Spannschraube von außen abgedeckt sind (vgl. Fig. 5). Hierdurch
ist nicht nur eine optisch ansprechende Lösung geschaffen (vgl. Fig. 5), sondern die
Mitnahmebohrungen werden auch gegen Eindringen von Schmutz etc. geschützt.
[0053] Bei einer nicht extra dargestellten Variante befindet sich an der dem Gewindeabschnitt
zugewandten Innenseite 512 des Kopfabschnitts eine radial innen liegende flache Aussparung
513, die derart ausgebildet ist, dass ein äußerer Auflagering 514 gebildet ist, der
am Außenrand des Kopfabschnitts umläuft und zum Gewindeabschnitt leicht vorspringt
(siehe gestrichelte Linie). Dadurch wird die Spannkraft, welche durch den Kopfabschnitt
510 auf die Einzugswalze ausgeübt wird, ausschließlich im radial außen liegenden Bereich
des Auflagerings aufgebracht. Hierdurch wird eine Erhöhung des Reibmoments durch definierten
großen Wirkdurchmesser zwischen den aneinander gepressten Teilen erreicht, um die
Einzugskraft möglichst schlupffrei zu übertragen.
[0054] Eine entsprechende flache Ausnehmung 313 kann auch an der der Einzugswalze zugewandten
Vorderseite bzw. Außenseite des Wellenbunds 302 vorgesehen sein (siehe gestrichelte
Linie). Dadurch kann erreicht werden, dass an der Außenseite des Wellenbundes eine
ringförmige Abstützfläche für die Einzugswalze gebildet ist.
[0055] Bei festgespannter Spannschraube 500 existiert ein zuverlässiger Kraftschluss bzw.
Reibschluss zwischen Einzugswelle mit Spannschraube einerseits und auf der Welle montierter
Einzugswalze andererseits. Weiterhin können die Mitnahmebolzen 320 für eine formschlüssige
Mitnahme der Einzugswalze sorgen. Die Bolzen sind jedoch zum leichteren Aufsetzen
und Entnehmen der Einzugswalze gegenüber der Mitnahmebohrung mit leichtem Untermaß
versehen, so dass theoretisch die Möglichkeit eines Umkehrspiels beim Wechseln der
Drehrichtung gegeben ist.
[0056] Beim gezeigten Ausführungsbeispiel ist im Bereich der Verbindung zwischen Mitnahmebolzen
320 und Mitnahmebohrung 402 jeweils eine Spielausgleichseinrichtung 360 vorgesehen
(vgl. Fig. 4), die beim Festziehen der Spannschraube über deren Kopfabschnitt 510
automatisch betätigt wird und ein eventuell vorhandenes Restspiel zwischen Mitnahmebolzen
und Mitnahmebohrung beseitigt.
[0057] Der als Stehbolzen ausgebildete Mitnahmebolzen 320 hat nahe am Wellenbund einen zylindrischen
ersten Abschnitt 312, dessen Außendurchmesser nur geringfügig kleiner als der Innendurchmesser
der Mitnahmebohrung ist, sowie einen daran anschließenden vorderen Abschnitt 314 mit
geringerem Durchmesser. Auf den vorderen Abschnitt ist ein Formelement in Form eines
O-Rings 362 aufgeschoben und liegt auf dem inneren zylindrischen Teil 312 auf. Auf
die Vorderseite ist eine Betätigungshülse 364 aufgesetzt, die verliergesichert auf
den vorderen Abschnitt 314 passt und mit ihrer dem Wellenbund zugewandten Stirnseite
auf dem O-Ring aufsitzt. Die Länge der Hülse ist so dimensioniert, dass ihr Hülsenkopf
im entspannten Zustand (zum Beispiel bei noch nicht montierter Spannschraube) geringfügig
über die ebene Außenseite 414 der Einzugswalze hinausragt. Wird nun die Spannschraube
angezogen, so drückt der Kopfabschnitt mit der der Einzugswalze zugewandten Innenseite
auf die Betätigungshülse 364, wodurch der O-Ring axial zusammengedrückt wird und nach
Art eines Spreizelementes sich radial verbreitert. Dadurch wird im gespannten Zustand
jegliches Spiel aus der Verbindung zwischen Mitnahmebolzen und Mitnahmebohrung herausgedrückt,
so dass diese Verbindung nun spielfrei als in Umfangsrichtung formschlüssige Verbindung
wirkt.
[0058] In anderen Worten: Beim Festziehen der zentralen Spannschraube 500 werden die elastischen
Elemente auf den Mitnahmebolzen axial zusammengedrückt. Deren dadurch verursachte
radiale Aufweitung füllt die Lücke zwischen Mitnahmebolzen und Mitnahmebohrung in
der Einzugswalze aus und erzeugt so einen Formschluss zwischen Mitnahmebolzen und
Einzugswalze, wodurch ein Umkehrspiel an der Einzugswalze verhindert wird.
[0059] Es wird insgesamt eine sowohl kraftschlüssige als auch formschlüssige drehfeste Verbindung
zwischen Einzugswalze und Einzugswelle geschaffen, wobei diese Verbindung mithilfe
eines einziges Betätigungselementes, nämlich der zentralen Spannschraube 500, hergestellt
und gelöst werden kann.
[0060] Anhand der Fig. 6 bis 9 wird nun ein anderes Ausführungsbeispiel eines Walzenspannsystems
beschrieben. Das Walzenspannsystem kann bei den gleichen Einzugswellen und den gleichen
Einzugswalzen wie das erste Ausführungsbeispiel genutzt werden. Diese Komponenten
tragen daher die gleichen Bezugszeichen wie beim ersten Ausführungsbeispiel und bezüglich
ihrer Ausgestaltung wird auf die dortige Beschreibung verwiesen.
[0061] Das Walzenspannsystem umfasst eine Spannschraube 600 mit Kopfabschnitt 610, Gewindeabschnitt
620 und zentraler Innensechskant-Aufnahmeöffnung 630 für ein Spannwerkzeug. Zusätzlich
zur zentralen Spannschraube 600 ist noch eine Unterlegscheibe 700 vorgesehen, die
im montierten Zustand der Einzugswalze mindestens mit einem inneren Abschnitt 710
zwischen dem Kopfabschnitt 610 der Spannschraube und einer dem Kopfabschnitt zugewandten
Seitenfläche (ebene Außenfläche) der Einzugswalze liegt. Der Kraftfluss zwischen Spannschraube
und Einzugswalze wird dabei durch die Unterlegscheibe geleitet.
[0062] Wie in den Fig. 7 und 8 zu erkennen ist, ist die Unterlegscheibe in Umfangsrichtung
nicht geschlossen, sondern im Wesentlichen sichelförmig bzw. C-förmig mit seitlicher
Öffnung gestaltet. Eine Durchgangsöffnung 725, deren Innendurchmesser geringfügig
größer als der Außendurchmesser des Gewindeabschnitts der Spannschraube ist, geht
dabei an einer Seite in eine radial durchgehende Seitenöffnung 727 über. Die zwischen
den Enden der freien Schenkel der Unterlegscheibe gemessene lichte Weite 728 dieser
Seitenöffnung ist geringfügig größer als der Außendurchmesser des Gewindeabschnitts
der Spannschraube und entspricht im Beispielsfall dem Doppelten des Krümmungsradius
des kreisförmig gestalteten Teils der Durchgangsbohrung. Der an die Durchgangsbohrung
angrenzende innere Abschnitt 710 der Unterlegscheibe ist etwas flacher als der dickere
bzw. massivere äußere Abschnitt 720, welcher mit seiner Innenkontur bei montierter
Spannschraube direkt an der Außenkontur des Kopfabschnitts anschließt.
[0063] An ihrer der Einzugswalze 400 zuzuwendenden Innenseite hat die Unterlegscheibe 700
eine flache, radial innen liegende Ausnehmung 713, so dass sich im äußeren Bereich
ein der Einzugswalze zugewandter umlaufender Auflagering 714 ergibt, in dessen Bereich
die Spannkraft der Spannschraube auf die Einzugswalze übertragen wird.
[0064] Der Außendurchmesser der Unterlegscheibe kann so gewählt werden, dass sich eine ausreichend
große Auflagefläche zur Übertragung eines Reibschlusses bzw. ein großer radialer Abstand
des Auflagerings zur Mitte ergibt, um einen wirksamen Reibschluss zu bewirken. Da
bei Verwendung einer Unterlegscheibe der Kopfabschnitt 610 der Spannschraube 600 nicht
mehr zur direkten Kraftübertragung auf die Einzugswalze benötigt wird, kann der Durchmesser
des Kopfabschnitts wesentlich geringer sein als beim anderen Ausführungsbeispiel.
Wie in Fig. 6 gut zu erkennen ist, ist der Außendurchmesser D des Kopfabschnitts 610
etwas kleiner als der Innendurchmesser der zentrischen Durchgangsbohrung 406 der Einzugswalze.
Dadurch ist es möglich, die Einzugswalze aufzusetzen oder abzunehmen, ohne die Spannschraube
600 vollständig zu lösen und aus dem Innengewinde der Einzugswelle zu entnehmen.
[0065] Beim Herausnehmen der Einzugswalze kann ausgehend von der in Fig. 6 gezeigten montierten
Konfiguration wie folgt vorgegangen werden. Zunächst wird die Spannschraube 600 mittels
eines Außensechskant-Spannwerkzeugs ein wenig gelöst, so dass die Unterlegscheibe
700 entlastet wird. Dann kann die Unterlegscheibe seitlich entnommen werden, was aufgrund
der Seitenöffnung der Unterlegscheibe möglich ist. Dann kann die Einzugswalze im Wesentlichen
in der Axialrichtung abgezogen werden, und zwar über den Kopfabschnitt der teilweise
eingeschraubten Spannschraube hinweg. Die Spannschraube muss also nicht vollständig
gelöst werden, um einen Walzenwechsel vorzunehmen. Beim Montieren einer neuen Einzugswalze
wird umgekehrt vorgegangen, indem zunächst die Einzugswalze über den Kopfabschnitt
der Spannschraube hinweg auf den Fortsatz 304 geschoben wird, danach die Unterlegscheibe
seitlich eingeschoben wird und schließlich die Spannschraube mittels des Spannwerkzeugs
wieder fest angezogen wird, wobei dann die Spannkraft über die Unterlegscheibe auf
die Einzugswalze übertragen wird.
[0066] Es sind zahlreiche Varianten möglich. Fig. 10 zeigt beispielhaft eine Variante einer
Unterlegscheibe 1000 mit im Wesentlichen dreieckförmiger Gestalt der Außenkontur mit
abgerundeten Ecken. Wie bei der Variante der Fig. 6 bis 8 ist eine seitliche Durchgangsöffnung
vorgesehen, so dass die Unterlegscheibe bei eingeschraubter Spannschraube eingesetzt
bzw. entnommen werden kann.
[0067] Fig. 11 zeigt in Fig. 11A eine Draufsicht auf eine und in Fig. 11B einen Schnitt
durch eine Unterlegscheibe 1100. Wie bei der Variante aus Fig. 6 bis 8 ist an der
der Einzugswalze zuzuwendenden Innenseite der Unterlegscheibe 1100 eine flache, radial
innen liegende Ausnehmung 1113 ausgebildet, so dass sich im äußeren Bereich ein der
Einzugswalze zugewandter Auflagering ergibt, in dessen Bereich die Spannkraft der
Spannschraube auf die Einzugswalze übertragen wird. Der Auflagering ist in Umfangsrichtung
unterbrochen, so dass drei umfangsversetzte Ringsegmente bzw. Auflagezonen 1114-1,
1114-2 und 1114-3 gebildet sind.
1. Einzugseinrichtung (110) für eine Umformmaschine (100) zum Einziehen eines langgestreckten
Werkstücks, insbesondere eines Drahts oder eines Rohrs, von einem Werkstückvorrat
zu einer Umformeinrichtung (120) der Umformmaschine mit
mindestens einem Einzugswalzenpaar (112, 114), das zwei Einzugswalzen (400) aufweist,
die mit zueinander parallelen Drehachsen angeordnet und gegenläufig antreibbar sind
und mit profilierten Umfangsflächen (410) einen Einzugsspalt zum Hindurchführen des
Werkstücks (115) begrenzen,
wobei jede der Einzugswalzen mittels eines Walzenspannsystems drehfest und auswechselbar
an einem Ende einer zugehörigen Einzugswelle (300) befestigt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Walzenspannsystem eine zur Drehachse der Einzugswalze zentrierte Spannschraube
(500, 600) mit einem Gewindeabschnitt (520, 620) und einem gegenüber dem Gewindeabschnitt
breiteren Kopfabschnitt (510, 610) aufweist,
wobei in der Spannschraube eine kopfseitig offene Ausnehmung (530, 630) mit einem
unrunden Mitnahmeprofil zum Einführen eines Spannwerkzeugs ausgebildet ist.
2. Einzugseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (530, 630) als Innensechskant-Ausnehmung ausgebildet ist.
3. Einzugseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (530, 630) als axial durch die Spannschraube hindurchgehende Durchgangs-Ausnehmung
ausgebildet ist.
4. Einzugseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannschraube (500, 600) als Flachkopf-Spannschraube ausgebildet ist, bei der
eine Höhe (H) des Kopfabschnitts (510, 610) kleiner als ein Durchmesser des Gewindeabschnitts
ist, wobei vorzugsweise die Höhe des Kopfabschnitts weniger als 50% des Durchmessers
des Gewindeabschnitts beträgt.
5. Einzugseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Durchmesser des Kopfabschnitts (510) der Spannschraube (500) mindestens doppelt
so groß wie der Durchmesser des Gewindeabschnitts (520) ist.
6. Einzugseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer dem Gewindeabschnitt zugewandten Innenseite (512) des Kopfabschnitts der
Spannschraube eine radial innen liegende Aussparung (513) vorgesehen ist derart, dass
an der Innenseite am Außenrand des Kopfabschnitts ein umlaufender, zum Gewindeabschnitt
vorspringender Auflagering (514) gebildet ist oder mehrere in Umfangsrichtung beabstandete,
zum Gewindeabschnitt vorspringende Auflagezonen gebildet sind.
7. Einzugseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Unterlegscheibe (700, 1000, 1100), die im montierten Zustand der Einzugswalze
mindestens mit einem inneren Abschnitt (710) zwischen dem Kopfabschnitt (610) der
Spannschraube (600) und einer dem Kopfabschnitt zugewandten Seitenfläche der Einzugswalze
angeordnet ist.
8. Einzugseinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterlegscheibe (700, 1000, 1100) eine Durchgangsöffnung (725) zum Hindurchführen
des Gewindeabschnitts aufweist, wobei die Durchgangsöffnung an einer Seite in eine
radial durchgehende Seitenöffnung (727) übergeht, deren lichte Weite (728) größer
als ein Außendurchmesser des Gewindeabschnitts (620) und kleiner als ein maximaler
Durchmesser des Kopfabschnitts (610) ist.
9. Einzugseinrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass an einer der Einzugswalze zuzuwendenden Innenseite der Unterlegscheibe (700, 1100)
eine radial innen liegende Aussparung (713, 1113) vorgesehen ist derart, dass an der
Innenseite am Außenrand der Unterlegscheibe ein umlaufender, vorspringender Auflagering
(714) gebildet ist oder mehrere in Umfangsrichtung beabstandete, zum Gewindeabschnitt
vorspringende Auflagezonen (1114-1, 1114-2, 1114-3) gebildet sind.
10. Einzugseinrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzugswelle einen Wellenbund (302) und einen daran anschließenden stirnseitigen
Fortsatz (304) zum Aufstecken einer Einzugswalze (400) aufweist und dass die Einzugswalze
eine zentrale Durchgangsbohrung (406) aufweist, deren Innendurchmesser größer als
ein Außendurchmesser des Fortsatzes ist, wobei ein Außendurchmesser des Kopfabschnitts
(610) kleiner als der Innendurchmesser der Durchgangsbohrung (406) ist.
11. Einzugseinrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterlegscheibe (700, 1100) eine kreisförmige oder kreisbogenförmige Außenkontur
aufweist oder dass die Unterlegscheibe (1000) eine von der Kreisbogenform abweichende
Form der Außenkontur aufweist, insbesondere eine polygonale Form, vorzugsweise Dreieck,
Viereck oder Sechseck, vorzugsweise mit abgerundeten Ecken.
12. Einzugseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzugswelle (300) einen Wellenbund (302) mit einer stirnseitigen Anlagefläche
zum Anlegen der Einzugswalze (400) aufweist, wobei am Wellenbund mindestens ein über
die Anlagefläche hinaus ragender Mitnahmebolzen (320) angebracht ist, der zum Einführen
in eine Mitnahmebohrung (402) der Einzugswalze dimensioniert ist.
13. Einzugseinrichtung nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch eine Spielausgleichseinrichtung (360), die durch Festspannen der Spannschraube betätigbar ist derart, dass bei Festspannen der Spannschraube
ein zwischen dem Mitnahmebolzen und der Mitnahmebohrung vorhandenes Spiel beseitigt
wird, wobei vorzugsweise die Spielausgleichseinrichtung (360) ein am Mitnahmebolzen
(320) angeordnetes und durch Einwirken einer axialen Kraft radial aufspreizbares Spielausgleichselement (362)
aufweist und die Spielausgleicheinrichtung so dimensioniert ist, dass in einem entspannten
Zustand der Spielausgleichseinrichtung bei an dem Wellenbund anliegender Einzugswalze
(400) ein Betätigungsabschnitt der Spielausgleicheinrichtung die dem Wellenbund abgewandte
Seitenfläche (414) der Einzugswalze überragt.
14. Einzugseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzugswelle (300) einen Wellenbund (302) mit einer stirnseitigen Anlagefläche
zum Anlegen der Einzugswalze (400) aufweist, wobei an der der Einzugswalze zugewandten
Außenseite des Wellenbunds (302) eine flache Ausnehmung (313) vorgesehen ist derart,
dass an der Außenseite des Wellenbundes eine ringförmige Abstützfläche für die Einzugswalze
gebildet ist.
15. Umformmaschine (100) zur Herstellung von Formteilen aus einem langgestreckten Werkstück
(115), insbesondere aus einem Draht oder Rohr, mit:
einer Umformeinrichtung (120) mit einem oder mehreren Umformwerkzeugen, und
einer Einzugseinrichtung (110) zum Einziehen eines langgestreckten Werkstücks von
einem Materialvorrat in den Bereich der Umformeinrichtung (120);
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einzugseinrichtung (110) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet
ist.