[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine nasschemische Vorbehandlung von Zinkoberflächen
vor der Aufbringung einer korrosionsschützenden Beschichtung. Die nasschemische Vorbehandlung
bewirkt die Abscheidung einer dünnen anorganischen Beschichtung, die im Wesentlichen
aus oxidischem und/oder metallischem Eisen besteht. Eine erfindungsgemäß aufgebrachte
Schichtauflage an Eisen - nachstehend Vereisenung genannt - bedingt eine Verbesserung
des erreichbaren Korrosionsschutzes von im Stand der Technik bekannten nasschemischen
Konversionsbeschichtungen auf Zinkoberflächen. Des Weiteren bewirkt die Vereisenung
sowohl eine Verminderung der Kontaktkorrosion von zusammengefügten metallischen Bauteilen
die Zink- und Eisenoberflächen aufweisen als auch eine Verminderung der korrosiven
Lackunterwanderung an Schnittkanten von verzinktem Bandstahl mit Lackschichtaufbau.
Die Erfindung betrifft insbesondere eine alkalische Zusammensetzung zur Vereisenung
enthaltend eine Quelle für Eisen-Ionen, ein Reduktionsmittel auf Basis von Oxosäuren
der Elemente Stickstoff und Phosphor sowie wasserlösliche organische Carbonsäuren
mit einer Amino-Gruppe in α-, β-, oder γ-Stellung zur Säuregruppe und/oder deren wasserlösliche
Salze.
[0002] In der Stahlindustrie wird eine Vielzahl oberflächenveredelter Stahlwerkstoffe hergestellt,
wobei oberflächenveredelte Ausführungen zur Gewährleistung eines möglichst nachhaltigen
Schutzes vor Korrosion stark nachgefragt werden. Für die Produktion von Erzeugnissen,
beispielsweise Automobilkarosserien, werden insbesondere Feinblechprodukte aus unterschiedlichen
metallischen Materialien und mit unterschiedlicher Oberflächenvergütung weiterverarbeitet.
Für die Fertigung der Erzeugnisse werden die oberflächenveredelten Bandstähle zugeschnitten,
umgeformt und mittels Schweiß- oder Klebeverfahren mit anderen metallischen Bauteilen
zusammengefügt. In diesen Erzeugnissen liegen daher verschiedenste Kombinationen von
metallischem Grund- und Oberflächenmaterial realisiert vor. Diese Fertigungsart ist
im hohen Maße typisch für den Karosseriebau in der Automobilindustrie und wird häufig
als Multimetallbauweise bezeichnet. Im Karosseriebau wird hauptsächlich verzinkter
Bandstahl weiterverarbeitet und beispielsweise mit unverzinktem Bandstahl und/oder
Bandaluminium zusammengefügt. So bestehen Autokarosserien aus einer Vielzahl von Blechteilen,
die durch Punktschweißen miteinander verbunden werden.
Die metallischen Zinküberzüge, die elektrolytisch oder im Schmelztauchverfahren auf
das Stahlband aufgebracht werden, verleihen eine kathodische Schutzwirkung, die eine
aktive Auflösung des edleren Kernmaterials durch mechanisch hervorgerufene Verletzungen
des Zinküberzuges effektiv verhindert. Jedoch besteht ein wirtschaftliches Interesse
die Korrosionsrate insgesamt zu minimieren, um die kathodische Schutzwirkung des unedleren
Metallüberzugs möglichst nachhaltig aufrecht zu erhalten. Zu diesem Zweck werden beim
Bandstahlhersteller oder vor einer Lackierung im Paint-Shop der Fertigungsstrasse
von Karosserien beim Automobilhersteller Passivierungsschichten, die rein anorganischer
oder gemischt organisch-anorganischer Natur sind, und/oder organische Primer als Barriereschicht
zur weiteren Minimierung der Korrosion aufgebracht, die zudem als Lackhaftgrund für
eine spätere Decklackierung des Erzeugnisses dienen.
Aus der heute üblichen Kombinationsvielfalt von metallischen Bandmaterialien in einem
Erzeugnis und der vornehmlichen Verwendung von oberflächenveredelten Bandstählen ergeben
sich in den beschriebenen Fertigungsprozessen als besondere Korrosionsphänomene die
Schnittkanten- und Bimetallkorrosion. An Schnittkanten und an durch die Bearbeitung
oder sonstige Einflüsse auftretenden Verletzungen an der Zinkauflage bewirkt die galvanische
Kopplung zwischen Kernmaterial und metallischem Überzug eine lokale Auflösung des
Überzugsmaterials, die wiederum die korrosive Unterwanderung der organischen Barriereschichten
an diesen Stellen zur Folge haben kann. Das Phänomen der Lackenthaftung oder des "Blistering"
wird daher speziell an den Schnittkanten der Bleche beobachtet. Gleiches gilt prinzipiell
für die Stellen eines Bauteils, an denen unterschiedliche metallische Materialien
durch Fügetechniken unmittelbar miteinander verbundenen sind und Bimetallkorrosion
die Folge ist. Die lokale Aktivierung eines solchen "Defektes" (Schnittkante, Verletzung
im metallischen Überzug, Punktschweißstelle) und damit die korrosive Lackenthaftung,
die von diesen "Defekten" ausgeht, ist umso ausgeprägter je größer der elektrische
Potentialunterschied zwischen den Metallen im unmittelbaren Kontakt ist. Entsprechend
gute Ergebnisse bezüglich der Lackhaftung an Schnittkanten bietet Bandstahl mit Zinküberzügen,
die mit edleren Metallen legiert sind, z.B. eisenlegierte Zinküberzüge (Galvannealed
Steel). Die Bandstahlproduzenten gehen verstärkt dazu über, neben der Oberflächenveredelung
mit metallischen Überzügen die Applikation von anorganischen und/oder organischen
Schutzschichten, insbesondere die Applikation von organischen Primern, in der Bandanlage
zu integrieren. Diesbezüglich besteht in der weiterverarbeitenden Industrie ein großes
wirtschaftliches Interesse darin, solche oberflächenveredelten Bandstähle zu erhalten,
deren Prädisposition zur Schnittkanten- und Bimetallkorrosion nur gering ausgeprägt
ist, so dass auch nach der Fertigung der Erzeugnisse, die das Stanzen, Schneiden,
Umformen und/oder Fügen der Bandstähle umfasst, und einem nachfolgenden Lackschichtaufbau
weiterhin ein guter Korrosionsschutz und eine gute Lackhaftung gewährleistet werden
kann. Gleichermaßen besteht in der weiterverarbeitenden Industrie ein Bedarf die Oberflächen
von aus unterschiedlichen metallischen Bandmaterialien zusammengesetzten Erzeugnissen
derart vorzubehandeln, dass die bevorzugte Enthaftung von nachträglich aufgebrachten
Lackschichten an Schnittkanten und Bimetallkontakten nivelliert wird.
[0003] Im Stand der Technik sind verschiedene Vorbehandlungen beschrieben, die das Problem
des Kantensschutzes adressieren. Als wesentliche Strategie wird dabei die Verbesserung
der Lackhaftung der organischen Barriereschicht auf dem oberflächenveredelten Bandstahl
verfolgt. Beispielsweise lehrt die deutsche Offenlegungsschrift
DE 197 33 972 A1 ein Verfahren zur alkalischen passivierenden Vorbehandlung von verzinkten und legierungsverzinkten
Stahloberflächen in Bandanlagen. Hier wird das oberflächenveredelte Stahlband mit
einem alkalischen Behandlungsmittel enthaltend Magnesium-Ionen, Eisen(III)-Ionen sowie
einen Komplexbildner in Kontakt gebracht. Bei dem vorgegebenen pH-Wert von oberhalb
von 9,5 wird die Zinkoberfläche dabei unter Ausbildung der Korrosionsschutzschicht
passiviert. Eine derartig passivierte Oberfläche bietet gemäß der Lehre von
DE19733972 bereits eine Lackhaftung, die mit Nickel- und Cobalt-haltigen Verfahren vergleichbar
ist. Fakultativ können sich dieser Vorbehandlung zur Verbesserung des Korrosionsschutzes
weitere Behandlungsschritte wie eine chromfreie Nachpassivierung anschließen, bevor
das Lacksystem aufgetragen wird.
[0004] Ebenso verfolgt die
DE 10 2010 001 686 A1 die Passivierung von verzinkten Stahloberflächen unter Verwendung von alkalischen
Zusammensetzungen enthaltend Eisen(III)-Ionen, Phosphat-Ionen und einen oder mehrere
Komplexbildner, um die Zinkoberflächen für eine nachfolgende saure Passivierung und
einen Lackschichtaufbau vorzubereiten. Die alkalische Passivierung dient dabei vornehmlich
der Verbesserung des Korrosionsschutzes von chromfreien Konversionsbeschichtungen.
Ziel ist es dort, mit einer alkalischen Reinigungsstufe, die die alkalische Passivierung
herbeiführt, und einer nachfolgenden sauren Passivierung einen mit der Zinkphosphatierung
vergleichbaren vor Korrosion schützenden Lackhaftgrund zu erzielen.
[0005] Demgegenüber verfolgt die
DE 10 2007 021 364 A1 zusätzlich das Ziel mittels außenstromloser Abscheidung elektropositiver Metall-Kationen
eine dünne metallische Schichtauflage auf verzinkten Stahloberflächen zu realisieren,
die zusammen mit einer nachfolgenden Passivierung eine deutlich verringerte Korrosion
an Schnittkanten und Bimetallkontakten von geschnittenen und zusammengefügten oberflächenveredelten
Bandstählen leisten soll. Dort wird insbesondere die Vereisenung und Verzinnung von
verzinktem und legierungsverzinktem Bandstahl zur Verbesserung des Kantenschutzes
vorgeschlagen. Für die Vereisenung werden vorzugsweise saure Zusammensetzungen enthaltend
Eisen-Ionen, einen Komplexbildner mit Sauerstoff- und/oder Stickstoffliganden und
Phosphinsäure als Reduktionsmittel eingesetzt.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Vereisenung von metallischen Bauteilen,
die Zinkoberflächen aufweisen, dahingehend weiter zu entwickeln, dass im Zusammenwirken
mit nachfolgenden nasschemischen Konversionsbeschichtungen ein verbesserter Korrosionsschutz
und Lackhaftgrund auf den Zinkoberflächen resultiert, insbesondere soll der Kantenschutz
an Schnittkanten von verzinkten Stahloberflächen verbessert werden.
[0007] Überraschenderweise konnte gezeigt werden, dass bei Verwendung von organischen Carbonsäuren
mit einer Amino-Gruppe in α-, β-, oder γ-Stellung zur Säuregruppe und/oder deren wasserlöslichen
Salze in alkalischen Zusammensetzungen zur Vereisenung auf Zinkoberflächen äußerst
homogene dünne Schichtauflagen bestehend im Wesentlichen aus oxidischem und/oder metallischem
Eisen erzeugt werden ("Vereisenung"), die im Zusammenwirken mit einer nachfolgenden
nasschemischen Konversionsbehandlung einen verbesserten Korrosionsschutz, insbesondere
an Schnittkanten von verzinkten Stahloberflächen, und einen hervorragenden Lackhaftgrund
bereitstellen.
[0008] Die vorliegende Erfindung betrifft daher in einem ersten Aspekt eine alkalische Zusammensetzung
zur Vorbehandlung von metallischen Bauteilen, die Zinkoberflächen aufweisen, mit einem
pH-Wert von zumindest 8,5 enthaltend
- a) zumindest 0,01 g/l an Eisen-Ionen,
- b) ein oder mehrere wasserlösliche organische Carbonsäuren, die zumindest eine Amino-Gruppe
in α-, β-, oder γ-Stellung zur Säuregruppe aufweisen, sowie deren wasserlösliche Salze,
- c) ein oder mehrere Oxosäuren von Phosphor oder Stickstoff sowie deren wasserlösliche
Salze, wobei mindestens ein Phosphoratom oder Stickstoffatom in einer mittleren Oxidationsstufe
vorliegt.
[0009] Wasserlöslichkeit im Rahmen der vorliegenden Erfindung bedeutet, dass die Löslichkeit
der Verbindung bei einer Temperatur von 25 °C und einem Druck von 1 bar in entionisiertem
Wasser mit einer Leitfähigkeit von weniger als 1µScm
-1 größer als 1 g/l ist.
[0010] Unter Oxidationsstufe wird erfindungsgemäß die hypothetische Ladung eines Atoms bezeichnet,
die sich aus derjenigen Anzahl der Elektronen des Atoms im Vergleich zu seiner Kernladungszahl
ergibt, die das entsprechende Atom hypothetisch hat, wenn Elektronen aufgrund der
Elektronegativität der Elemente, die das Molekül oder Salz bilden, zugesprochen werden,
wobei das Element mit der höheren Elektronegativität sämtliche Elektronen auf sich
vereint, die es mit den Elementen niedrigerer Elektronegativität teilt, während Elektronen,
die von gleichen Elementen geteilt werden, jeweils zur Hälfte dem einen und zur anderen
Hälfte dem anderen Atom zugesprochen werden.
[0011] Als Zinkoberflächen gelten erfindungsgemäß neben Oberflächen von metallischem Zink
auch Oberflächen von verzinktem Stahl und legierungsverzinktem Stahl, wenn die Zinkauflage
zumindest 5 g/m
2 bezogen auf das Element Zink und der Anteil an Zink in der Zinkauflage auf dem Stahl
zumindest 40 At.-% beträgt.
[0012] Als Quelle für in Wasser gelöste Eisen-Ionen kommen sämtliche Verbindungen in Betracht,
die in Wasser Eisen-Ionen freisetzen. Vorzugsweise können ein oder mehrere wasserlösliche
Salze von zwei- oder dreiwertigem Eisen in einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung
als Quelle für in Wasser gelöste Eisen-Ionen dienen, wobei der Einsatz von wasserlöslichen
Salzen zweiwertiger Eisen-Ionen bevorzugt ist, wie bspw. Eisen(II)nitrat oder Eisen(II)sulfat.
Besonders geeignete wasserlösliche Verbindungen sind die entsprechenden Salze der
α-Hydroxycarbonsäuren mit nicht mehr als 8 Kohlenstoffatomen, die wiederum vorzugsweise
ausgewählt sind aus Salzen der Polyhydroxymonocarbonsäure, Polyhydroxydicarbonsäure
mit jeweils zumindest 4 Kohlenstoffatomen, Tartronsäure, Glykolsäure, Milchsäure und/oder
α-Hydroxybuttersäure.
[0013] Für eine hinreichend schnelle Kinetik der Vereisenung aus wässriger Lösung sind solche
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen bevorzugt, in denen zumindest 0,1 g/l, vorzugsweise
zumindest 1 g/l, besonders bevorzugt zumindest 2 g/l, von in der wässrigen Phase gelösten
Eisen-Ionen enthalten sind. Grundsätzlich bewirken zusätzliche Mengen an gelösten
Eisen-Ionen zunächst eine weitere Erhöhung der Abscheidekinetik, so dass je nach der
verfahrenstechnisch bedingten Applikationsdauer eine andere Mindestmenge an Eisen-Ionen
in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung opportun ist. Wenn die Vereisenung verfahrenstechnisch
bedingt innerhalb weniger Sekunden durchzuführen ist, wie es beispielsweise bei der
Vorbehandlung von verzinktem Bandstahl in einer Bandbeschichtungsanlage der Fall ist,
so enthält die Zusammensetzung vorzugsweise zumindest 3 g/l an Eisen-Ionen. Die Obergrenze
für die Menge an Eisen-Ionen wird vornehmlich durch die Stabilität der Zusammensetzung
bestimmt und liegt für eine erfindungsgemäße Zusammensetzung vorzugsweise bei 50 g/l.
Die Mengenangaben bezüglich der Eisen-Ionen in einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung
beziehen sich selbstverständlich auf die Menge von für die Vereisenung verfügbaren
Eisen-Ionen und damit auf die Menge der in der wässrigen Phase gelösten Eisen-Ionen,
bspw. in hydratisierter und/oder komplexierter Form. Eisen-Ionen in für die Vereisenung
nicht verfügbarer Form, also beispielsweise gebunden in ungelösten Eisen-Salzen, tragen
nicht zum Anteil an Eisen-Ionen in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung bei.
[0014] In einer bevorzugten erfindungsgemäßen Zusammensetzung ist das molare Verhältnis
von Eisen-Ionen zu wasserlöslichen organischen Carbonsäuren gemäß Komponente b) und
deren wasserlöslichen Salzen nicht größer als 2 : 1. Oberhalb dieses molaren Verhältnisses
verringert sich die beschleunigende Wirkung der organischen Carbonsäuren gemäß Komponente
b) auf die Vereisenung bereits merklich. Besonders bevorzugt sind daher erfindungsgemäße
Zusammensetzungen, in denen das zuvor genannte molare Verhältnis nicht größer als
1 : 1 ist. Umgekehrt bewirkt eine Absenkung des zuvor genannten molaren Verhältnisses
unterhalb von 1 : 12 bei gleich bleibender Menge an Eisen-Ionen, also eine weitergehende
Erhöhung des Anteils an der Komponente b), keine nennenswerte zusätzliche Beschleunigung
in der Vereisenung von Zinkoberflächen. Es sind daher solche erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
bevorzugt, in denen das molare Verhältnis von Eisen-Ionen zu wasserlöslichen organischen
Carbonsäuren gemäß Komponente b) und deren wasserlöslichen Salzen zumindest 1 : 12,
vorzugsweise zumindest 1 : 8 beträgt.
[0015] Des Weiteren hat sich herausgestellt, dass bestimmte organische Carbonsäuren und/oder
deren Salze gemäß der Komponente b) in erfindungsgemäßen Zusammensetzungen besonders
geeignet sind, gleichmäßige und hinreichende Schichtauflagen an Eisen auf Zinkoberflächen
in einem für die nasschemische Vorbehandlung typischen Zeitintervall zu erzeugen.
So sind solche Zusammensetzungen erfindungsgemäß bevorzugt, in denen die organischen
Carbonsäuren und/oder deren Salze gemäß der Komponente b) ausgewählt sind aus wasserlöslichen
α-Aminosäuren und deren wasserlösliche Salze, insbesondere aus α-Aminosäuren und deren
wasserlösliche Salze, die neben Amino- und Carboxyl-Gruppen ausschließlich Hydroxyl-Gruppen
und/oder Carbonsäureamid-Gruppen aufweisen, wobei die α-Aminosäuren vorzugsweise nicht
mehr als 7 Kohlenstoffatome aufweisen. In einer bevorzugten Ausführungsform enthält
eine erfindungsgemäße Zusammensetzung als Komponente b) Lysin, Serin, Threonin, Alanin,
Glycin, Asparaginsäure, Glutaminsäure, Glutamin und/oder deren wasserlösliche Salze,
besonders bevorzugt Lysin, Glycin, Glutaminsäure, Glutamin und/oder deren wasserlösliche
Salze, insbesondere bevorzugt Glycin und/oder seine wasserlöslichen Salze.
[0016] In diesem Zusammenhang ist eine alkalische Zusammensetzung zur Vorbehandlung metallischer
Oberflächen, die Zinkoberflächen aufweisen, erfindungsgemäß bevorzugt, für die der
Anteil von Glycin und/oder seinen wasserlöslichen Salzen an wasserlöslichen organischen
Carbonsäuren gemäß Komponente b) und/oder deren wasserlöslichen Salzen zumindest 50
Gew.-%, besonders bevorzugt zumindest 80 Gew.-%, insbesondere bevorzugt zumindest
90 Gew.-% beträgt.
[0017] Die Oxosäuren von Phosphor oder Stickstoff gemäß Komponente c) der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung haben reduzierende Eigenschaften und bewirken so eine schnelle und
homogene Vereisenung der mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung in Kontakt gebrachten
Zinkoberflächen. Bevorzugt werden dabei solche erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
für die Vereisenung eingesetzt, die zumindest eine Oxosäure von Phosphor mit zumindest
einem Phosphoratom in einer mittleren Oxidationsstufe sowie deren wasserlöslichen
Salze als Komponente c) enthalten.
[0018] In einer bevorzugten erfindungsgemäßen Zusammensetzung beträgt das molare Verhältnis
von Eisen-Ionen zu Oxosäuren von Phosphor oder Stickstoff gemäß Komponente c) und
deren wasserlöslichen Salzen aus wirtschaftlichen Gründen zumindest 1 : 10, vorzugsweise
zumindest 1 : 6. Andererseits sollte der relative Anteil an diesen Verbindungen gemäß
Komponente c) für eine ausreichende Vereisenung der Zinkoberflächen hinreichend groß
sein. Vorzugsweise ist daher das zuvor genannte molare Verhältnis in einer erfindungsgemäßen
Zusammensetzung nicht größer als 3 : 1, besonders bevorzugt nicht größer als 2 : 1.
Hierbei ist es weiterhin bevorzugt, wenn der Anteil an Oxosäuren von Phosphor in einer
erfindungsgemäßen Zusammensetzung bezogen auf den Gesamtanteil an Komponenten c) zumindest
50 Mol.-%, besonders bevorzugt zumindest 80 Mol.-% beträgt.
[0019] Zur Erhöhung der Abscheidungsrate sind die Verbindungen gemäß Komponente c) einer
erfindungsgemäßen Zusammensetzung vorzugsweise ausgewählt aus Hyposalpetriger Säure,
Hyposalpetersäure, Salpetriger Säure, Hypophosphorsäure, Hypodiphosphonsäure, Diphosphor(III,
V)-säure, Phosphonsäure, Diphosphonsäure und Phosphinsäure sowie deren wasserlöslichen
Salze, wobei Phosphinsäure sowie deren wasserlöslichen Salze besonders bevorzugt sind.
[0020] Für eine hinreichende Stabilität der erfindungsgemäßen Zusammensetzung enthaltend
Eisen-Ionen ist es zudem vorteilhaft bestimmte Komplexbildner einzusetzen, um das
Ausfällen von Eisenhydroxiden zu unterbinden und einen möglichst hohen Anteil an Eisen-Ionen
in der wässrigen Phase in hydratisiserter und/oder komplexierter Form aufrecht zu
erhalten.
[0021] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält daher zur Stabilisierung vorzugsweise
zusätzlich chelatisierende Komplexbildner mit Sauerstoff- und/oder Stickstoff-Liganden,
die keine wasserlöslichen Carbonsäuren gemäß der Komponente b) der erfindungsgemäßen
Zusammensetzungen sind. Insbesondere bevorzugt sind in diesem Zusammenhang erfindungsgemäße
Zusammensetzungen, die als zusätzliche Komponente d) ein oder mehrere solcher Komplexbildner
enthalten, die ausgewählt sind aus wasserlöslichen α-Hydroxycarbonsäuren, die zumindest
eine Hydroxyl- und eine Carboxyl-Gruppe aufweisen und keine wasserlöslichen organischen
Carbonsäuren gemäß Komponente b) sind, sowie aus deren wasserlöslichen Salze. Weiterhin
besitzen die wasserlöslichen α-Hydroxycarbonsäuren gemäß Komponente d) vorzugsweise
nicht mehr als 8 Kohlenstoffatome und sind insbesondere ausgewählt aus Polyhydroxymonocarbonsäuren
und/oder Polyhydroxydicarbonsäuren mit jeweils zumindest 4 Kohlenstoffatomen, Tartronsäure,
Glykolsäure, Milchsäure und/oder α-Hydroxybuttersäure sowie aus deren wasserlöslichen
Salze, ganz besonders bevorzugt ausgewählt aus Milchsäure und/oder 2,3,4,5,6-pentahydroxyhexansäure
sowie aus deren wasserlöslichen Salzen.
[0022] Eine besonders effektive Formulierung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung mit vorstehend
genannten Komplexbildnern gemäß Komponente d) weist ein molares Verhältnis von Eisen-Ionen
zu wasserlöslichen α-Hydroxycarbonsäuren und deren wasserlöslichen Salzen von zumindest
1 : 4, vorzugsweise von zumindest 1 : 3, jedoch von nicht größer als 2 : 1, vorzugsweise
von nicht größer als 1 : 1 auf.
[0023] Des Weiteren können in einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung als optionale Komponente
e) reduzierende Beschleuniger eingesetzt werden, die dem Fachmann aus dem Stand der
Technik in der Phosphatierung bekannt sind. Hierzu gehören Hydrazin, Hydroxylamin,
Nitroguanidin, N-Methylmorpholin-N-oxid, Glucoheptonat, Ascorbinsäure und reduzierende
Zucker.
[0024] Der pH-Wert der erfindungsgemäßen alkalischen Zusammensetzung ist vorzugsweise nicht
größer als 11,0, besonders bevorzugt vorzugsweise nicht größer als 10,5, insbesondere
bevorzugt nicht größer als 10,0.
[0025] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können zudem oberflächenaktive Verbindungen,
vorzugsweise nichtionische Tenside, enthalten, um eine zusätzliche Reinigung und Aktivierung
der Metalloberflächen zu bewirken, so dass eine homogene Vereisenung auf den Zinkoberflächen
zusätzlich begünstigt wird. Die nichtionischen Tenside sind dabei vorzugsweise ausgewählt
aus einem oder mehreren ethoxylierten und/oder propoxylierten C10-C18 Fettalkoholen
mit insgesamt zumindest zwei aber nicht mehr als 12 Alkoxygruppen, besonders bevorzugt
Ethoxy- und/oder Propoxygruppen, die teilweise mit einem Alkylrest, besonders bevorzugt
mit einem Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butyl-Rest endgrupppenverschlossen vorliegen können.
Der Anteil an nichtionischen Tensiden in einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung beträgt
für eine hinreichende Reinigung und Aktivierung der Metalloberflächen vorzugsweise
zumindest 0,01 g/l, besonders bevorzugt zumindest 0,1 g/l, wobei aus wirtschaftlichen
Gründen vorzugsweise nicht mehr als 10 g/l an nichtionischen Tensiden enthalten sind.
[0026] Zur Unterbindung von Ausfällungen ist es weiterhin bevorzugt, dass erfindungsgemäße
Zusammensetzungen Zink-Ionen nicht in einer solchen Menge enthalten, für die das Verhältnis
des molaren Gesamtanteils an Zink-Ionen und Eisen-Ionen zum molaren Gesamtanteil an
wasserlöslichen organischen Carbonsäuren gemäß Komponente b) und wasserlöslichen organischen
α-Hydroxycarbonsäuren gemäß Komponente d) und deren jeweiligen wasserlöslichen Salzen
größer als 1 : 1, besonders bevorzugt größer als 2 : 3 ist.
[0027] Die vorliegende Erfindung zeichnet sich ferner darin aus, dass einer erfindungsgemäßen
Zusammensetzung keine weiteren Schwermetalle hinzugesetzt werden müssen, um auf den
Zinkoberflächen als Bestandteil der Vereisenung im Zusammenwirken mit einer nachfolgenden
nasschemischen Konversionsbehandlung einen verbesserten Korrosionsschutz bereitzustellen.
Eine erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält daher vorzugsweise insgesamt weniger
als 50 ppm von Metall-Ionen der Elemente Ni, Co, Mo, Cr, Ce, V und/oder Mn, besonders
bevorzugt jeweils weniger als 10 ppm, insbesondere bevorzugt jeweils weniger als 1
ppm an diesen Elementen.
[0028] Des Weiteren enthält die erfindungsgemäße Zusammensetzung vorzugsweise weniger als
1 g/l an wasserlöslichen oder wasserdispergierbaren organischen Polymeren, da sich
eine Verschleppung von polymeren Bestandteilen aus der Vorbehandlung zur Vereisenung
in nachfolgende Bäder zur nasschemischen Konversionsbehandlung nachteilig auf die
Ausbildung der Konversionsschicht auswirken kann. Unter wasserlöslichen oder wasserdispergierbaren
Polymeren werden erfindungsgemäß organische Verbindungen verstanden, die bei einer
Ultrafiltration mit einer nominellen Ausschlussgrenze (NMWC "Nominal Molecular Weight
Cut-Off") von 10.000 u im Retentat verbleiben.
[0029] Die vorliegende Erfindung umfasst auch ein Konzentrat, das durch Verdünnung um den
Faktor 5-50 eine zuvor beschriebene erfindungsgemäße alkalische Zusammensetzung liefert.
Ein erfindungsgemäßes Konzentrat hat einen pH-Wert oberhalb von 8,5 und enthält vorzugsweise
- a) 5-100 g/l an Eisen-Ionen,
- b) 15-200 g/l an wasserlöslichen organischem Carbonsäuren, die zumindest eine Amino-Gruppe
in α-, β-, oder γ-Stellung zur Säuregruppe aufweisen, sowie deren wasserlösliche Salze,
- c) 20-300 g/l an Oxosäuren von Phosphor oder Stickstoff sowie deren wasserlösliche
Salze, wobei mindestens ein Phosphoratom oder Stickstoffatom in einer mittleren Oxidationsstufe
vorliegt.
[0030] In einem zweiten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Vorbehandlung
("Vereisenung") von metallischen Bauteilen, die Zinkoberflächen aufweisen, wobei zumindest
die Zinkoberflächen des Bauteils
- i) ggf. zunächst mit einem alkalischen Reiniger gereinigt und entfettet,
- ii) mit einer zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen alkalischen Zusammensetzung in
Kontakt gebracht, und
- iii) anschließend einer passivierenden nasschemischen Konversionsbehandlung unterzogen
werden.
[0031] Im erfindungsgemäßen Verfahren wird im Schritt ii) zunächst eine Schichtauflage bestehend
im Wesentlichen aus oxidischem und/oder metallischem Eisen auf den Zinkoberflächen
erzeugt ("Vereisenung"). Auf den übrigen Oberflächen des metallischen Bauteils, die
bspw. Oberflächen von Eisen, Stahl und/oder Aluminium sein können, ist eine derartige
anorganische Schicht nicht nachweisbar. Die spezifische Abscheidung der Passivschicht
auf den Zinkoberflächen führt im erfindungsgemäßen Verfahren, bei dem sich der Vereisenung
eine passivierende nasschemische Konversionsbehandlung anschließt, überraschenderweise
zu einer deutlichen Verbesserung der Lackhaftungseigenschaften dieser Oberflächen
und unterbindet effektiv die Korrosion an Schnittkanten von verzinktem Stahl und die
Kontaktkorrosion von mit den Zinkoberflächen verbundenen Eisenmetallen. Eine passivierende
nasschemische Konversionsbehandlung ist eine in der Stahl- und Automobilindustrie
übliche Maßnahme zur Vorbehandlung vor einem organischen Decklackaufbau.
[0032] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens weist das metallische
Bauteil verzinkte Stahloberflächen auf. Insbesondere vorteilhaft ist das Verfahren
bei der Behandlung von verzinktem Bandstahl, da es einen hervorragenden Kantenkorrosionsschutz
liefert, und von Bauteilen bestehend aus von in Mischbauweise zusammengesetzten und/oder
zusammengefügten metallischen Bauelementen aus verzinktem Stahl, Eisen und/oder Stahl
und ggf. Aluminium, da es die Kontaktkorrosion stark reduziert.
[0033] Der alkalische Reinigungsschritt i) im erfindungsgemäßen Verfahren ist optional und
dann erforderlich, wenn die Oberflächen von Zink Verunreinigungen in Form von Salzen
und Fetten, beispielsweise Ziehfette und Korrosionsschutzöle, aufweisen.
[0034] Die Vereisenung erfolgt im Schritt ii) des erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei die
Art des In-Kontakt-bringens mit der erfindungsgemäßen alkalischen Zusammensetzung
verfahrenstechnisch nicht auf eine bestimmte Methode beschränkt ist. Vorzugsweise
werden die Zinkoberflächen durch Tauchen oder Spritzen mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
zur Vereisenung in Kontakt gebracht.
[0035] In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird das metallische Bauteil
für zumindest 3 Sekunden, aber nicht mehr als 4 Minuten bei einer Temperatur von zumindest
30°C, besonders bevorzugt zumindest 40°C, aber nicht mehr als 70°C, besonders bevorzugt
nicht mehr als 60°C mit einer erfindungsgemäßen alkalischen Zusammensetzung in Kontakt
gebracht. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen bewirken, wie bereits geschildert,
eine Vereisenung der Zinkoberflächen. Die Ausbildung der Vereisenung erfolgt dabei
selbst-limitierend, d.h. mit zunehmender Vereisenung der Zinkoberflächen nimmt die
Abscheiderate an Eisen ab. Die bevorzugten Behandlungs- bzw. Kontaktzeiten sollten
im erfindungsgemäßen Verfahren so gewählt sein, dass die Schichtauflage an Eisen zumindest
20 mg/m
2 bezogen auf das Element Eisen beträgt. Die Behandlungs- und Kontaktzeiten für die
Realisierung einer solchen Mindestschichtauflage variieren je nach Applikationsart
und hängen insbesondere von der auf die zu behandelnde Metalloberfläche einwirkenden
Strömung der wässrigen Fluids ab. So erfolgt die Ausbildung der Vereisenung in Verfahren,
bei denen die Zusammensetzung durch Spritzen aufgebracht wird, rascher als in Tauchapplikationen.
Unabhängig von der Applikationsart werden durch die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
aufgrund des selbst-limitierenden Vereisenung keine Schichtauflagen an Eisen deutlich
oberhalb von 300 mg/m
2 bezogen auf das Element Eisen erzielt.
Für eine hinreichende Schichtausbildung und einen optimalen Kantenschutz bei der Behandlung
von verzinkten Stahloberflächen sollten unmittelbar nach der Vereisenung im Schritt
ii) mit oder ohne nachfolgendem Spülschritt Schichtauflagen an Eisen von vorzugsweise
zumindest 20 mg/m
2, besonders bevorzugt zumindest 50 mg/m
2, insbesondere bevorzugt mehr als 100 mg/m
2. aber vorzugsweise nicht mehr als 250 mg/m
2 jeweils bezogen auf das Element Eisen realisiert vorliegen.
Die Schichtauflage an Eisen auf den Zinkoberflächen kann nach Auflösen der Beschichtung
mittels eines spektroskopischen Verfahrens ermittelt werden, dass im Beispielteil
der vorliegenden Erfindung beschrieben wird.
[0036] Die Vereisenung im Schritt ii) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vorzugsweise
außenstromlos durchgeführt, d.h. ohne Anlegen einer äußeren Spannungsquelle an das
metallische Bauteil.
[0037] Im Schritt iii) des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt nachfolgend dem Schritt
ii) mit oder ohne dazwischenliegendem Spülschritt eine passivierende nasschemische
Konversionsbehandlung. Unter nasschemischer Konversionsbehandlung versteht man erfindungsgemäß
das In-Kontakt-bringen zumindest der Zinkoberflächen des metallischen Bauteils mit
einer wässrigen Zusammensetzung, die eine passivierende und im Wesentlichen anorganische
Konversionsbeschichtung auf den behandelten Zinkoberflächen erzeugt. Eine Konversionsbeschichtung
ist dabei jede anorganische Beschichtung auf dem metallischen Zinksubstrat, die keine
oxidische oder hydroxidische Beschichtung darstellt, deren kationogener Hauptbestandteil
Zink-Ionen sind. Eine Konversionsbeschichtung kann daher eine Zinkphosphatschicht
sein.
[0038] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt im
Schritt iii) eine passivierende nasschemische Konversionsbehandlung durch In-Kontakt-bringen
mit einer sauren wässrigen Zusammensetzung, die insgesamt zumindest 5 ppm, jedoch
insgesamt nicht mehr als 1500 ppm an wasserlöslichen anorganischen Verbindungen der
Elemente Zr, Ti, Si und/oder Hf bezogen auf die vorgenannten Elemente und vorzugsweise
wasserlösliche anorganische Verbindungen, die Fluorid-Ionen freisetzen, beispielsweise
Fluorokomplexe, Flusssäure und/oder Metallfluoride, enthält.
[0039] Diesbezüglich bevorzugt sind solche sauren wässrigen Zusammensetzungen im Schritt
iii) des erfindungsgemäßen Verfahrens, die als wasserlösliche Verbindungen der Elemente
Zirconium, Titan und/oder Hafnium lediglich wasserlösliche Verbindungen der Elemente
Zirconium und/oder Titan, besonders bevorzugt wasserlösliche Verbindungen des Elements
Zirconium enthalten. Als wasserlösliche Verbindungen der Elemente Zirconium und/oder
Titan können sowohl Verbindungen, die in wässriger Lösung in Anionen von Fluorokomplexen
der Elemente Titan und/oder Zirconium dissozieren, beispielsweise H
2ZrF
6, K
2ZrF
6, Na
2ZrF
6 und (NH
4)
2ZrF
6 und die analogen Titan-Verbindungen, als auch fluorfreie Verbindungen der Elemente
Zirconium und/oder Titan, beispielsweise (NH
4)
2Zr(OH)
2(CO
3)
2 oder TiO(SO
4), in sauren wässrigen Zusammensetzungen im Schritt iii) des erfindungsgemäßen Verfahrens
eingesetzt werden.
[0040] Im Schritt iii) des bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahrens ist die saure wässrige
Zusammensetzung, die insgesamt zumindest 5 ppm, jedoch insgesamt nicht mehr als 1500
ppm an wasserlöslichen anorganischen Verbindungen der Elemente Zr, Ti, Si und/oder
Hf bezogen auf die vorgenannten Elemente enthält, vorzugsweise chromfrei, d.h. sie
enthält weniger als 10 ppm, vorzugsweise weniger als 1 ppm Chrom, insbesondere kein
Chrom(VI).
[0041] In einer alternativ bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
erfolgt im Schritt iii) eine Zinkphosphatierung, wobei in der Zinkphosphatierung auf
die Anwesenheit der Schwermetalle Ni und/oder Cu aufgrund der vorherigen Vereisenung
der Zinkoberflächen des metallischen Bauteils im Schritt ii) weitgehend verzichtet
werden kann. Die Vereisenung der Zinkoberflächen erbringt für eine nachfolgende Zinkphosphatierung
also den unerwarteten Vorteil, dass für derart phosphatierte Zinkoberflächen ein Korrosionsschutz
und eine Lackhaftung resultiert, die mit der Zinkphosphatierung von Eisen- oder Stahloberflächen
vergleichbar ist.
[0042] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht die
passivierende nasschemische Konversionsbehandlung im Schritt iii) darin, dass die
im Schritt ii) vorbehandelten verzinkten Stahloberflächen mit einer sauren wässrigen
Zusammensetzung in Kontakt gebracht werden, die einen pH-Wert im Bereich von 2,5-3,6
aufweist und
- a) 0,2 bis 3,0 g/L Zink(II)-lonen,
- b) 5,0 bis 30 g/L Phosphat-Ionen berechnet als P2O5, und
- c) vorzugsweise jeweils weniger als 0,1 g/L an ionischen Verbindungen der Metalle
Nickel und Cobalt jeweils bezogen auf das metallische Element enthält.
[0043] Die aus einem erfindungsgemäßen Verfahren unmittelbar hervorgehenden vorbehandelten
metallischen Bauteile, die Oberflächen von Zink aufweisen, werden sodann mit oder
ohne dazwischenliegendem Spül- und/oder Trocknungsschritt vorzugsweise mit einer organischen
Deckschicht versehen. Die erste Deckschicht bei der Vorbehandlung von bereits zugeschnitten,
umgeformten und zusammengefügten Bauelementen ist üblicherweise ein Elektrotauchlack,
besonders bevorzugt ein kathodischer Tauchlack ist. Demgegenüber werden organische
Primerbeschichtungen vorzugsweise als erste organische Deckschicht bei der korrosionsschützenden
oder dekorativen Beschichtung von verzinktem Bandstahl im Anschluss an das erfindungsgemäße
Verfahren aufgebracht.
[0044] Die in einem erfindungsgemäßen Verfahren behandelten metallischen Bauteile, die Oberflächen
von Zink aufweisen, finden Verwendung im Karosseriebau bei der automobilen Fertigung,
im Schiffsbau, im Baugewerbe sowie für die Herstellung Weißer Ware.
Ausführungsbeispiele:
[0045] Der Einfluss verschiedener α-Aminosäuren hinsichtlich der Homogenität der Vereisenung
nach dem In-Kontakt-bringen von erfindungsgemäßen Zusammensetzungen mit elektrolytisch
verzinktem Stahl durch Tauchen ist in Tabelle 1 wiedergegeben.
[0046] Zunächst erhält man mit allen erfindungsgemäßen Zusammensetzungen (C1-C4) dünne Überzüge
aus oxidischem und/oder metallischem Eisen auf den Zinkoberflächen ("Vereisenung"),
wobei jedoch besonders homogene Beschichtungen speziell von erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
(C1; C5) enthaltend Glycin gebildet werden.
| Tab.1 |
| Erfindungsgemäße alkalische Zusammensetzungen zur Vereisenung |
| Komponente: |
C1 |
C2 |
C3 |
C4 |
C5 |
| a) |
Eisen(II)-gluconat |
12,50 |
12,50 |
12,50 |
12,50 |
1,25 |
| Eisen(II)-lactat |
18,75 |
18,75 |
18,75 |
18,75 |
1,87 |
| b) |
Glycin |
45,00 |
- |
- |
- |
4,50 |
| L-Glutamin |
- |
87,61 |
- |
- |
- |
| L-Glutaminsäure |
- |
- |
88,20 |
- |
- |
| L-Lysin |
- |
- |
- |
87,63 |
- |
| c) |
NaH2PO2 |
45,00 |
45,00 |
45,00 |
45,00 |
4,50 |
| |
NaOH 50 Gew.-% |
25,00 |
32,60 |
76,70 |
25,00 |
2,50 |
| Wasser |
853,75 |
803,54 |
758,85 |
811,12 |
985,38 |
| |
pH |
9,0 |
9,0 |
9,0 |
9,0 |
9,0 |
| Verfahrensparameter: |
C1 |
C2 |
C3 |
C4 |
C5 |
| Tauchapplikation1 |
10s @ 50°C |
10s @ 50°C |
10s @ 50°C |
10s @ 50°C |
60s @ 50°C |
| Optische Beurteilung 2 |
++ |
+ |
+ |
O |
++ |
| 1 |
auf elektrolytisch verzinktem Stahlblech (Gardobond® MBZE7) |
| 2 |
hinsichtlich Homogenität der Vereisenung: |
| ++ |
homogene dunkelgraue Beschichtung |
| + |
nahezu vollständige Bedeckung mit dunkelgrauer Beschichtung |
| O |
unvollständige Bedeckung mit dunkelgrauer bis bräunlicher Beschichtung |
| - |
inhomogene Bedeckung mit überwiegend hellgrauer bis bräunlicher Beschichtung |
[0047] Die Konzentration der Aktivkomponenten in einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung
wirkt sich unmittelbar auf die Abscheiderate aus, so dass verdünnte Zusammensetzungen
entsprechend länger mit der verzinkten Stahloberfläche in Kontakt gebracht werden
müssen, um eine homogen beschichtete Zinkoberfläche zu erhalten (siehe C1 im Vergleich
zu C5).
[0048] Im Folgenden soll die Wirkung der Vereisenung bei Verwendung erfindungsgemäßer Zusammensetzungen
anhand von Prozessketten zur korrosionsschützenden Vorbehandlung von Zinkoberflächen
dargestellt werden. Tabelle 2 gibt die korrosive Unterwanderung eines Tauchlackes
auf elektrolytisch verzinktem Stahl nach der jeweiligen Prozesskette zur korrosionsschützenden
Vorbehandlung im Wechselklimatest und Steinschlagtest wieder.
[0049] Es folgen die einzelnen Verfahrensschritte der in Tabelle 2 aufgeführten Prozessketten
zur korrosionsschützenden Behandlung einzelner verzinkter Stahlbleche (Gardobond®
MBZE7):
A. Alkalische Reinigung (pH 11):
| 3 Gew.-% |
Ridoline® 1574A (Fa. Henkel); |
| 0,4 Gew.-% |
Ridosol® 1270 (Fa. Henkel) |
Behandlungsdauer bei 60 °C: 180 Sekunden
B. Spülen mit vollentsalztem Wasser (κ<1 µSCM
-1)
C. Vereisenung unter Verwendung einer Zusammensetzung gemäß Tabelle 1: Behandlungsdauer
bei 50 °C: 60 Sekunden
D. Aktivierung:
| 0,1 Gew.-% |
Fixodine® 50CF (Fa. Henkel) |
Rest vollentsalztes Wasser (κ<1 µSCM
-1)
Behandlungsdauer bei 20 °C: 60 Sekunden
E1. Saure Passivierung:
| 0,34 g/L |
H2ZrF6 |
| 0,12 g/L |
Ammoniumbifluorid |
| 0,08 g/L |
Cu(NO3)2.3H2O |
Rest vollentsalztes Wasser (κ<1 µSCM
-1)
pH-Wert 4
Behandlungsdauer bei 30 °C: 120 Sekunden
E2. Nickelfreie Phosphatierung:
| 0,13 Gew.-% |
Zink |
| 0,09 Gew.-% |
Mangan |
| 0,12 Gew.-% |
Nitrat |
| 1,63 Gew.-% |
Phosphat |
| 0,25 Gew.-% |
Hydroxylaminsulfat |
| 0,02 Gew.-% |
Ammoniumbifluorid |
| 0,10 Gew.-% |
H2SiF6 |
Rest vollentsalztes Wasser (κ<1 µSCM
-1)
Freies Fluorid: 40 mg/L
Freie Säure: 1,3 Punkte (pH 3,6)
Gesamtsäure : 26 Punkte (pH 8,5)
Behandlungsdauer bei 50 °C: 180 Sekunden
E3. Nickelhaltige Phosphatierung (Trikationen-Phosphatierung):
| 0,13 Gew.-% |
Zink |
| 0,09 Gew.-% |
Mangan |
| 0,10 Gew.-% |
Nickel |
| 0,32 Gew.-% |
Nitrat |
| 1,63 Gew.-% |
Phosphat |
| 0,25 Gew.-% |
Hydroxylaminsulfat |
| 0,02 Gew.-% |
Ammoniumbifluorid |
| 0,10 Gew.-% |
H2SiF6 |
Rest vollentsalztes Wasser (κ<1 µSCM
-1)
Freies Fluorid: 40 mg/L
Freie Säure: 1,3 Punkte (pH 3,6)
Gesamtsäure : 26,5 Punkte (pH 8,5)
Behandlungsdauer bei 50 °C : 180 Sekunden
F. Lackaufbau: EV2007 (Fa. PPG): Schichtdicke 17 - 19 µm
[0050] Aus der Tabelle 2 geht deutlich hervor, dass die Vereisenung in einer erfindungsgemäßen
Prozesskette, die die nasschemische Konversion mittels wässriger Zirconium-haltiger
Passivierungslösungen (B1) im Vergleich zu einer analogen Prozesskette, in der auf
die Vereisenung verzichtet wird (V1) einen verbesserten Korrosionsschutz bewirkt.
Gleiches kann für die Verbesserung des Korrosionsschutzes derjenigen verzinkten Stahlbleche
festgestellt werden, die einer nickelfreien Zinkphosphatierung unterzogen wurden.
Auch hier resultieren mit der vorausgehenden Vereisenung (B2) wesentlich verbesserte
Korrosionswerte im Vergleich zur reinen Zinkphosphatierung (V2). Die mit der Vereisenung
erzielten Korrosionsergebnisse (B2) sind sogar verbessert im Vergleich mit der im
Stand der Technik zur korrosionsschützenden Vorbehandlung von in Mischbauweise gefertigten
Bauteilen häufig eingesetzten Trikation-Phosphatierung (V3).
| Tab.2 |
| Verschiedene Verfahrensabfolgen zur korrosionsschützenden Behandlung von elektrolytisch
verzinktem Bandstahl (Gardobond® MBZE7, Fa. Chemetall) und die Ergebnisse hinsichtlich
Unterwanderung am Ritz und im Steinschlagtest |
| |
Verfahrensfolge |
Unterwanderung am Ritz1 in mm |
K-Wert1 |
Schichtauflage2 ZnPO4 in g/m2 |
Schichtauflage3 Eisen in mg/m2 |
| B1 |
A-B-C5-B-E1-B-F |
2,0 |
3,5 |
- |
193 |
| B2 |
A-B-C5-B-D-E2-B-F |
1,9 |
2,5 |
2,6 |
202 |
| V1 |
A-B-E1-B-F |
4,0 |
4,5 |
- |
- |
| V2 |
A-B-D-E2-B-F |
3,9 |
5,0 |
2,9 |
- |
| V3 |
A-B-D-E3-B-F |
2,3 |
3,5 |
3,0 |
- |
| 1 |
Steinschlag und Unterwanderung am Ritz gemäß DIN EN ISO 20567-1 nach Auslagerung gemäß
Wechselklimatest VDA 621-415 (10 Wochen) |
| 2 |
bestimmt durch Ablösen der Zinkphosphatschicht mit wässriger 5 Gew.-% CrO3, die unmittelbar nach Verfahrensschritt E2 bzw. E3 bei 25 °C für 5 min mit einer
definierten Fläche des verzinkten Bleches in Kontakt gebracht wurde, und Bestimmung
des Phosphorgehaltes in derselben Beizlösung mit ICP-OES. Das Schichtgewicht an Zinkphosphat
ergibt sich aus der ultiplikation der flächenbezogenen Menge an Phosphor mit dem Faktor
6,23. |
| 3 |
quantitative Bestimmung der Menge an Eisen(III)-Ionen mittels UV-Fotometer (Fa. WTW,
PhotoFlex®) in 300 µl Probevolumen einer 5 Gew.-%igen Salpetersäurelösung, die unmittelbar
nach dem Verfahrensschritt "C" unter Verwendung eines Messzellenringes (Fa. Helmut-Fischer)
auf einer definierten Fläche des verzinkten Bleches von 1,33 cm2 aufpipettiert wurde und nach 30 Sekunden Einwirkzeit bei einer Temperatur von 25
°C von derselben Pipette aufgenommen und in die UV-Messküvette, in der 5 ml einer
1,0 %igen Natrium-Thiocyanat-Lösung vorgelegt wurden, zur Bestimmung der Absorption
bei einer Wellenlänge von 517 nm und Temperatur von 25 °C überführt wurde. Die Kalibrierung
erfolgte im Zweipunkt-Verfahren durch Bestimmung der Absorptionswerte identischer
Volumina (300µl) zweier Standardlösungen von Eisen(III)-nitrat in 5 Gew.-%iger Salpetersäure,
die zur Bestimmung der Absorptionswerte bei 25°C in die Messküvette enthaltend 5 ml
einer 1,0 %igen Natrium-Thiocyanat-Lösung überführt wurden. |
1. Verfahren zur Vorbehandlung von verzinkten Stahloberflächen,
dadurch gekennzeichnet, dass die verzinkten Stahloberflächen
i) ggf. zunächst mit einem alkalischen Reiniger gereinigt und entfettet,
ii) mit einer alkalischen Zusammensetzung mit einem pH-Wert von zumindest 8,5 enthaltend
a) zumindest 0,01 g/l an Eisen-Ionen,
b) ein oder mehrere wasserlösliche organische Carbonsäuren, die zumindest eine Amino-Gruppe
in α-, β-, oder γ-Stellung zur Säuregruppe aufweisen, sowie deren wasserlösliche Salze,
c) ein oder mehrere Oxosäuren von Phosphor oder Stickstoff sowie deren wasserlösliche
Salze, wobei mindestens ein Phosphoratom oder Stickstoffatom in einer mittleren Oxidationsstufe
vorliegt in Kontakt gebracht, und
iii) anschließend zur passivierenden nasschemischen Konversionsbehandlung mit einer
sauren wässrigen Zusammensetzung in Kontakt gebracht werden, die einen pH-Wert im
Bereich von 2,5-3,6 aufweist und
a) 0,2 bis 3,0 g/L Zink(II)-Ionen,
b) 5,0 bis 30 g/L Phosphat-Ionen berechnet als P2O5, und
c) jeweils weniger als 0,1 g/L an ionischen Verbindungen der Metalle Nickel und Cobalt
jeweils bezogen auf das metallische Element enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der alkalischen Zusammensetzung im Schritt ii) zumindest 1 g/l, bevorzugt zumindest
2 g/l, jedoch insgesamt nicht mehr als 10 g/l an Eisen-Ionen enthalten sind.
3. Verfahren nach einem oder beiden der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der alkalischen Zusammensetzung im Schritt ii) das molare Verhältnis von Eisen-Ionen
zu wasserlöslichen organischen Carbonsäuren gemäß Komponente b) und deren wasserlöslichen
Salzen zumindest 1 : 12, vorzugsweise zumindest 1 : 8 beträgt, jedoch nicht größer
als 2 : 1, vorzugsweise nicht größer als 1 : 1 ist.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der alkalischen Zusammensetzung im Schritt ii) die wasserlöslichen organischen
Carbonsäuren gemäß Komponente b) ausgewählt sind aus α-Aminosäuren, die vorzugsweise
neben Amino- und Carboxyl-Gruppen ausschließlich Hydroxyl-Gruppen aufweisen, und besonders
bevorzugt ausgewählt sind aus Lysin, Serin, Threonin, Alanin, Glycin, Asparaginsäure
und/oder Glutaminsäure.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der alkalischen Zusammensetzung im Schritt ii) das molare Verhältnis von Eisen-Ionen
zu Oxosäuren von Phosphor oder Stickstoff gemäß Komponente c) und deren wasserlöslichen
Salzen zumindest 1 : 10, vorzugsweise zumindest 1 : 6, jedoch nicht größer als 3 :
1, vorzugsweise nicht größer als 2 : 1 ist.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der alkalischen Zusammensetzung im Schritt ii) die Oxosäuren von Phosphor oder
Stickstoff gemäß Komponente c) ausgewählt sind aus Hyposalpetriger Säure, Hyposalpetersäure,
Salpetriger Säure, Hypophosphorsäure, Hypodiphosphonsäure, Diphosphor(III, V)-säure,
Phosphonsäure, Diphosphonsäure und/oder Phosphinsäure sowie deren wasserlösliche Salze.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der alkalischen Zusammensetzung im Schritt ii) als Komponente d) zusätzlich ein
oder mehrere wasserlösliche α-Hydroxycarbonsäuren, die zumindest eine Hydroxyl- und
eine Carboxyl-Gruppe aufweisen und keine wasserlöslichen organischen Carbonsäuren
gemäß Komponente b) sind, sowie deren wasserlösliche Salze enthalten sind.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in der alkalischen Zusammensetzung im Schritt ii) das molare Verhältnis von Eisen-Ionen
zu wasserlöslichen α-Hydroxycarbonsäuren gemäß Komponente d) und deren wasserlöslichen
Salzen zumindest 1 : 4, vorzugsweise zumindest 1 : 3 beträgt, jedoch nicht größer
als 2 : 1, vorzugsweise nicht größer als 1 : 1 ist.
9. Verfahren nach einem oder beiden der vorherigen Ansprüche 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass in der alkalischen Zusammensetzung im Schritt ii) die wasserlöslichen α-Hydroxycarbonsäuren
gemäß Komponente d) nicht mehr als 8 Kohlenstoffatome aufweisen und vorzugsweise ausgewählt
sind aus Polyhydroxymonocarbonsäuren und/oder Polyhydroxydicarbonsäuren mit jeweils
zumindest 4 Kohlenstoffatomen, Tartronsäure, Glykolsäure, Milchsäure und/oder α-Hydroxybuttersäure.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der alkalischen Zusammensetzung im Schritt ii) der pH-Wert nicht größer als 11,0,
vorzugsweise nicht größer als 10,5, besonders bevorzugt nicht größer als 10,0 ist.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der alkalischen Zusammensetzung im Schritt ii) Zink-Ionen nicht in einer solchen
Menge enthalten sind, für die das Verhältnis des molaren Gesamtanteils an Zink- und
Eisen-Ionen zum molaren Gesamtanteil an wasserlöslichen organischen Carbonsäuren gemäß
Komponente b) und wasserlöslichen organischen α-Hydroxycarbonsäuren gemäß Komponente
d) und deren jeweiligen wasserlöslichen Salzen größer als 1 : 1, vorzugsweise größer
als 2 : 3 ist.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Schritt ii) außenstromlos erfolgt.