[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Dämmplattensystem nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1. Ein gattungsgemäßes Dämmplattensystem umfasst eine erste Dämmplatte,
eine zweite Dämmplatte und eine primären Nut-Feder-Verbindung, wobei die primäre Nut-Feder-Verbindung
eine erste Nut und eine erste Feder aufweist, die erste Nut und die erste Feder derart
ausgebildet sind, dass sie formschlüssig miteinander verbindbar sind, die erste Dämmplatte
zumindest eine primäre Feder-Stirnfläche aufweist, an der die erste Feder ausgebildet
ist, und die zweite Dämmplatte zumindest eine primäre Nut-Stirnseite aufweist, an
der die erste Nut ausgebildet ist, derart, dass die erste Dämmplatte über die primäre
Nut-Feder-Verbindung mit der zweiten Dämmplatte formschlüssig verbindbar ist, wobei
die erste Dämmplatte eine Plattenoberseite und eine Plattenunterseite aufweist, sich
die primäre Feder-Stirnfläche zwischen der Plattenoberseite und der Plattenunterseite
erstreckt, die erste Feder eine der Plattenoberseite zugewandte erste Federoberseite
aufweist, und an der Plattenoberseite im Bereich der primären Feder-Stirnfläche eine
Schräge ausgebildet ist, in der die Plattenoberseite zur Federoberseite hin abgeschrägt
ist, wobei die Schräge in Bezug auf eine erste Richtung senkrecht zur primären Feder-Stirnfläche
einen Schrägenwinkel definiert, und an der Federoberseite zumindest abschnittsweise
ein geradliniger Bereich ausgebildet ist, der in Bezug auf die erste Richtung einen
Federwinkel definiert.
[0002] Es ist bekannt, solche Dämmplattensysteme zur Verkleidung von Wänden, Decken, Böden
oder Dächern zu verwenden. Insbesondere bei der Unterdeckung eines Dachs mit einem
Dämmplattensystem ist es wichtig, dass das Dämmplattensystem regensicher ist. Dies
bedeutet, dass die Unterdeckung als Behelfsdach frei bewitterbar ist, sodass auch
bei verzögerter Anbringung der Dacheindeckung in dieser Zeit das Dachinnere geschützt
ist. Es ist bereits aus dem Stand der Technik bekannt, solche Dämmplattensysteme mit
Nut-Feder-Verbindungen auszustatten, um das Zusammenfügen der Dämmplatten auf dem
Dach zu beschleunigen, zu vereinfachen und gleichzeitig eine hohe Maßgenauigkeit zu
erhalten. Desweiteren ist es aus dem Stand der Technik bekannt, in der durch First
und Traufe definierten Längsrichtung die firstseitigen Kanten der Dämmplatten mit
einer Schräge zu versehen, damit Regenwasser leichter ablaufen kann, und insbesondere
nicht in die Verbindungsstellen eintritt.
[0003] Aus der
DE 198 59 038 C2 ist ein gattungsgemäßes Dämmplattensystem bekannt, bei dem die Feder von der Plattenoberseite
bis zu ihrem vorderen Ende mit unverändertem Winkel abgeschrägt verläuft und die Nut
im Querschnitt im Wesentlichen dreieckförmig ausgebildet ist, und ein abgeflachtes
Ende aufweist. Nachteilig bei dem aus dem Stand der Technik bekannten Dämmplattensystem
ist jedoch, dass durch die im Wesentlichen dreieckförmige Ausbildung der Feder ausgehend
von der Plattenoberseite die obere Nutwange relativ dünn ist. Auch bei dickeren Dämmplatten
muss die Nut-Feder-Verbindung an der Plattenoberseite ausgeführt sein, da sonst die
von der Plattenoberseite ausgehende Feder sehr lang ausgebildet werden muss, wodurch
sie leicht beschädigt werden kann.
[0004] Die dünne obere Nutwange führt dazu, dass die Platte bei Belastungen beispielsweise
durch sich auf dem Dach bewegende Handwerker leicht beschädigt wird, was zur Zerstörung
der Nut oder zur Beeinträchtigung der Dämmwirkung bzw. der Regensicherheit führen
kann. Beschädigte Dämmplatten müssen zeit- und kostenintensiv ausgetauscht werden.
[0005] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Dämmplattensystem bereitzustellen,
bei dem die Nut-Feder-Verbindung widerstandfähig gegenüber Belastungen ist.
[0006] Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Demnach liegt bei einem
Dämmplattensystem der eingangsgenannten Art dann eine erfindungsgemäße Lösung der
Aufgabe vor, wenn der Federwinkel größer ist als der Schrägenwinkel.
[0007] Die Erfindung bietet den Vorteil, dass durch den geradlinigen Bereich mit Federwinkel
die Dicke der oberen Nutwange schneller zunimmt und der Punkt der Kerbwirkung des
ersten Federendes von der Plattenoberseite weg verschoben wird. Dadurch kann das erfindungsgemäße
Dämmplattensystem höhere Belastungen aushalten, ohne dass die Dämmplatte beschädigt
oder die Dämmwirkung bzw. die Regensicherheit negativ beeinträchtigt werden.
[0008] Der geradlinige Bereich der vorliegenden Erfindung ist insbesondere nicht nur ein
kurzer Übergangsbereich, sondern die Länge des geradlinigen Bereichs beträgt in einer
Projektion auf die erste Richtung mindestens 30%, vorzugsweise mindestens 40% der
Länge der ersten Feder.
[0009] Bei den Dämmplatten der vorliegenden Erfindung handelt es sich vorzugsweise um rechteckförmige
Platten mit konstanter Dicke. Solche Dämmplatten lassen sich besonders einfach herstellen
und verlegen.
[0010] In einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung haben die erste Dämmplatte
und die zweite Dämmplatte jeweils eine Dicke von 50-160 mm, vorzugsweise von 50-100
mm.
[0011] In einer weiteren Ausgestaltung bestehen die Dämmplatten aus Holzfasern. Solche Dämmplatten
lassen sind einfach und kostengünstig herstellen und haben eine gute Dämmwirkung.
Besonders bevorzugt handelt es sich um Holzfaserdämmplatten mit einem im Wesentlichen
konstanten Rohdichteprofil. Solche Dämmplatten sind besonders stabil und widerstandsfähig
gegenüber Belastungen. Vorzugsweise weisen die Dämmplatten eine Rohdichte von 100
kg/m
3 bis 200 kg/m
3 auf.
[0012] In einer weiteren Ausgestaltung ist das erfindungsgemäße Dämmplattensystem als Dämmplattensystem
zur Unterdeckung eines Dachs ausgebildet. Dabei wirkt sich die erfindungsgemäß hohe
Belastbarkeit und Regensicherheit besonders positiv aus. Es ist jedoch alternativ
auch möglich, das erfindungsgemäße Dämmplattensystem für andere Anwendungen einzusetzen.
[0013] Bei Verwendung des Dämmplattensystems als Unterdeckung eines Dachs wird die erste
Dämmplatte vorzugsweise so ausgerichtet, dass die primäre Feder-Stirnseite entlang
der Querrichtung des Dachs ausgerichtet ist und die Schräge an der Plattenoberseite
in Richtung des Dachfirsts zeigt. Die Querrichtung des Dachs ist unabhängig vom Verlauf
von First und Traufe als die Richtung entlang der Horizontalen definiert. Dies gilt
also auch bei abfallend ausgebildetem First und/oder Traufe. Die primäre Nut-Feder-Verbindung
stellt die Längsverbindung dar, wobei die Längsrichtung des Dachs unabhängig vom Verlauf
von First und Traufe senkrecht zur Querrichtung definiert ist und zwischen First und
Traufe verläuft. Die Dämmplatten des erfindungsgemäßen Dämmplattensystems können in
Querrichtung über eine weitere Nut-Feder-Verbindung oder aber auch auf beliebige andere
Art und Weise miteinander verbunden sein.
[0014] In einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung beträgt der Schrägenwinkel
zwischen 10° und 20°. In diesem Bereich wird bei der Verwendung des Dämmplattensystems
als Unterdeckung eines Dachs bei gängigen Dachschrägen Wasser über die Schräge an
der Plattenoberseite effektiv abgeleitet. Dadurch ergibt sich eine besonders hohe
Regensicherheit.
[0015] In einer weiteren Ausgestaltung teilt die erste Feder die primäre Feder-Stirnseite
in einen oberen Teilabschnitt oberhalb der ersten Feder und einen unteren Teilabschnitt
unterhalb der ersten Feder. Es ist alternativ jedoch auch möglich, dass die Plattenoberseite
und/oder die Plattenunterseite bündig in die erste Feder übergeht.
[0016] In einer weiteren Ausgestaltung ist die primäre Nut-Feder-Verbindung zwischen der
ersten Dämmplatte und der zweiten Dämmplatte derart ausgebildet, dass die primäre
Feder-Stirnseite der ersten Dämmplatte zumindest teilweise bündig an der primären
Nut-Stirnseite der zweiten Dämmplatte anliegt. Dadurch wird das Dämmplattensystem
besonders regensicher und weist eine besonders gute Dämmwirkung auf.
[0017] Ferner stellt die vorliegende Erfindung ein Dach mit einem First, zumindest einer
Traufe, einer Dacheindeckung, einer Dachunterkonstruktion und einem erfindungsgemäßen
Dämmplattensystem als Unterdeckung zur Verfügung, wobei der First und die Traufe eine
Dachfläche begrenzen. Die Querrichtung der Dachfläche wird unabhängig vom Verlauf
von First und Traufe als die Richtung entlang der Horizontalen definiert, die Längsrichtung
der Dachfläche ist als Senkrechte zur Querrichtung definiert. Das Dämmplattensystem
ist in einer Richtung senkrecht auf die Dachfläche zwischen der Dacheindeckung und
der Dachunterkonstruktion angeordnet, und die erste Dämmplatte ist so angeordnet,
dass die Plattenoberseite der ersten Dämmplatte der Dacheindeckung zugewandt, die
primäre Feder-Stirnseite entlang der Querrichtung ausgerichtet ist und die erste Feder
im Wesentlichen entlang der Längsrichtung in Richtung des Firsts zeigt.
[0018] Dadurch befindet sich die Schräge auf der Traufe-Seite der primären Nut-Feder-Verbindung
und bewirkt ein effektives Ableiten von Wasser. Das Eindringen von Wasser in die primäre
Nut-Feder-Verbindung wird verhindert. Vorzugsweise handelt es sich bei der Dacheindeckung
um Dachpfannen. Es sind jedoch auch beliebige andere Arten von Dacheindeckungen möglich.
Bei der Unterkonstruktion handelt es sich vorzugsweise um Dachsparren. Die Unterkonstruktion
kann jedoch auch andere Elemente wie beispielsweise eine weitere Dämmschicht, eine
Verkleidung oder eine Folie umfassen.
[0019] Das Dach kann des Weiteren zumindest ein Befestigungselement umfassen, mit dem das
Dämmplattensystem zumindest teilweise an der Dachunterkonstruktion befestigt ist.
Insbesondere handelt es sich um Befestigungselemente in Form einer Belattung, die
zwischen dem Dämmplattensystem und der Dacheindeckung angeordnet ist. Die Belattung
verläuft vorzugsweise entlang der Querrichtung der Dachfläche und ist vorzugsweise
mit Verbindungselementen, beispielsweise Nägeln, an der Dachunterkonstruktion befestigt,
wobei die Verbindungselemente das Dämmplattensystem durchdringen, wodurch das Dämmplattensystem
fest mit der Dachunterkonstruktion verbunden ist. Besonders bevorzugt ist die Dacheindeckung
zumindest teilweise fest mit dem zumindest einen Befestigungselement verbunden.
[0020] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung sind Gegenstand der
Unteransprüche.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst der geradlinige Bereich das erste Federende.
Die erste Feder wird also erst an ihrem Ende mittels des geradlinigen Bereichs der
ersten Federoberseite verjüngt, sodass die erste Feder ausreichend stabil ist.
[0022] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform beträgt der Federwinkel zwischen 30°
und 50°. Innerhalb dieses Bereichs sind die erste Nut und die erste Feder besonders
stabil und es ergibt sich ein stabiler Formschluss für die primäre Nut-Feder-Verbindung.
[0023] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform entspricht die Dicke des ersten Federendes
höchstens 30%, insbesondere höchstens 20% der Dicke der ersten Feder an der primären
Feder-Stirnseite. Dies ermöglicht eine besonders stabile Ausführung der korrespondierenden
ersten Nut.
[0024] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform entspricht die Dicke des ersten Federendes
höchstens 15% der Dicke der ersten Feder an der primären Feder-Stirnseite.
[0025] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform weist das erste Federende
eine Spitze auf. Dadurch lässt sich die Stabilität der ersten Nut weiter erhöhen.
[0026] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist auch die der Plattenunterseite
zugewandte erste Federunterseite der ersten Feder einen geradlinigen Bereich und das
erste Federende im Wesentlichen dreieckig ausgebildet ist. Bei dünnen Dämmplatten
kann auch die untere Nutwange relativ dünn ausgebildet sein. Bei dieser Ausführungsform
wird auch die untere Nutwange breiter, sodass diese widerstandsfähiger gegenüber Belastungen
wird. Außerdem ist der Belastungspunkt der Kerbwirkung der Feder in der Nut weiter
von der Plattenoberseite und Plattenunterseite entfernt, sodass die primäre Nut-Feder-Verbindung
besonders stabil wird.
[0027] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform geht die Schräge bündig in die erste
Federoberseite über. Dadurch lässt sich Wasser besonders gut von der ersten Federoberseite
auf die Schräge und damit aus der primären Nut-Feder-Verbindung heraus ableiten.
[0028] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform definiert das erste Federende eine
Primär-Ebene, die parallel zur Plattenoberseite verläuft, wobei die Primär-Ebene einen
Abstand zwischen 20 mm und 30 mm zur Plattenoberseite aufweist. In diesem Bereich
ist die obere Nutwange der ersten Nut besonders stabil und widerstandsfähig gegenüber
Belastungen und gleichzeitig kann eine effektive Wasserableitung gewährleistet werden.
Weist das erste Federende eine Stirnfläche auf, so wird diese bei dieser Ausführungsform
von der Primär-Ebene geschnitten. Weist das erste Federende eine Spitze auf, so liegt
dieses bei dieser Ausführungsform in der Primär-Ebene.
[0029] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform definiert die erste Dämmplatte zwischen
der Plattenoberseite und der Plattenunterseite eine erste Mittelebene, und die Mittelebene
schneidet das erste Federende. Dadurch ergibt sich eine größtmögliche Stabilität der
oberen Nutwange ohne die Stabilität der unteren Nutwange negativ zu beeinflussen.
Weist das erste Federende eine Stirnfläche auf, so wird diese bei dieser Ausführungsform
von der Mittelebene geschnitten. Weist das erste Federende eine Spitze auf, so liegt
dieses bei dieser Ausführungsform in der Mittelebene.
[0030] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die erste Dämmplatte eine der
primären Feder-Stirnfläche gegenüberliegende primäre Nut-Stirnfläche mit einer ersten
Nut auf, wobei die erste Nut und die erste Feder derart ausgebildet sind, dass die
erste Dämmplatte über die primäre Nut-Feder-Verbindung mit einer weiteren gleichartigen
ersten Dämmplatte formschlüssig verbindbar ist.
[0031] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das Dämmplattensystem eine sekundäre
Nut-Feder-Verbindung mit einer zweiten Nut und einer zweiten Feder auf, wobei die
zweite Nut und die zweite Feder derart ausgebildet sind, dass sie formschlüssig miteinander
verbindbar sind und die Dicke des zweiten Federendes höchstens 30 % der Dicke der
zweiten Feder an der sekundären Feder-Stirnseite entspricht. Ferner weist zumindest
eine der ersten Dämmplatte oder zweiten Dämmplatte zumindest eine sekundäre Feder-Stirnfläche
auf, an der die zweite Feder ausgebildet ist, und zumindest eine der ersten Dämmplatte
oder der zweiten Dämmplatte weist zumindest eine sekundäre Nut-Fläche auf, an der
die zweite Nut ausgebildet ist, derart, dass die erste Dämmplatte über die sekundäre
Nut-Feder-Verbindung mit der zweiten Dämmplatte formschlüssig verbindbar ist. Bei
dieser Ausführungsform lassen sich die Dämmplatten des erfindungsgemäßen Dämmplattensystems
auch in einer zweiten Richtung auf besonders einfache Weise verbinden. Durch die dreieckige
Ausgestaltung des zweiten Federendes, ist auch die zweite Nut besonders stabil. Dadurch
wird auch die sekundäre Nut-Feder-Verbindung besonders stabil und belastbar.
[0032] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform teilt die zweite Feder die sekundäre
Feder-Stirnseite in einen oberen Teilabschnitt oberhalb der zweiten Feder und einen
unteren Teilabschnitt unterhalb der zweiten Feder. Es ist alternativ jedoch auch möglich,
dass die Plattenoberseite und/oder die Plattenunterseite bündig in die zweite Feder
übergeht.
[0033] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform weist das zweite Federende
eine Spitze auf. Dadurch lässt sich die Stabilität der zweiten Nut weiter erhöhen
[0034] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform definiert das zweite Federende
eine Sekundär-Ebene, die parallel zur Plattenoberseite verläuft, wobei die Sekundär-Ebene
einen Abstand zwischen 20 mm und 30 mm zur Plattenoberseite aufweist. In diesem Bereich
ist die obere Nutwange der zweiten Nut besonders stabil und widerstandsfähig gegenüber
Belastungen und gleichzeitig kann eine effektive Wasserableitung gewährleistet werden.
Weist das zweite Federende eine Stirnfläche auf, so wird diese bei dieser Ausführungsform
von der Sekundär-Ebene geschnitten. Weist das zweite Federende eine Spitze auf, so
liegt dieses bei dieser Ausführungsform in der Sekundär-Ebene. Die Sekundär-Ebene
kann mit der Primär-Ebene übereinstimmen.
[0035] In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform definiert diejenige Dämmplatte
mit einer sekundären Feder-Stirnseite zwischen ihrer Plattenoberseite und ihrer Plattenunterseite
eine zweite Mittelebene, wobei die zweite Feder derart ausgebildet ist, dass die zweite
Mittelebene das zweite Federende schneidet. Bei dieser Ausführungsform sind die Nutwangen
der zweiten Nut besonders stabil und widerstandsfähig gegenüber Belastungen. Die zweite
Mittelebene kann mit der ersten Mittelebene übereinstimmen.
[0036] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die zweite Dämmplatte zumindest
eine sekundäre Feder-Stirnfläche und eine gegenüberliegende sekundäre Nut-Stirnfläche
auf, sodass die zweite Dämmplatte über die sekundäre Nut-Feder-Verbindung mit einer
weiteren, gleichartigen zweiten Dämmplatte formschlüssig verbindbar ist.
[0037] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die erste Dämmplatte eine primäre
Feder-Stirnseite, eine zur primären Feder-Stirnseite gegenüberliegende primäre Nut-Stirnseite,
eine sekundäre Feder-Stirnseite und eine zur sekundären Feder-Stirnseite gegenüberliegende
sekundäre Nut-Stirnseite auf, derart, dass die erste Dämmplatte über zumindest eine
der primären Nut-Feder-Verbindung oder sekundären Nut-Feder-Verbindung mit einer weiteren,
gleichartigen ersten Dämmplatte formschlüssig verbindbar ist. Bei dieser Ausführungsform
lässt sich das erfindungsgemäße Dämmplattensystem besonders einfach aufbauen und kostengünstig
realisieren.
[0038] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die erste Dämmplatte eine primäre
Nut-Stirnseite und eine sekundäre Feder-Stirnseite auf, wobei die primäre Nut-Stirnseite
über eine Kante der ersten Dämmplatte an der sekundären Feder-Stirnseite anliegt,
und die erste Nut und die zweite Feder derart ausgebildet sind, dass an der Kante
die zweite Federoberseite an der ersten Federoberseite oder der Schräge einer mit
der ersten Nut formschlüssig verbundenen ersten Feder anliegt. Bei dieser Ausführungsform
kann Wasser, das in die sekundäre Nut-Feder-Verbindung eindringt, über die zweiten
Federoberseite auf die erste Federoberseite und von dort auf die Plattenoberseite
der ersten Dämmplatte geleitet werden. Dadurch wird die Regenbeständigkeit des erfindungsgemäßen
Dämmplattensystems weiter erhöht. Wasser, welches in die sekundäre Nut-Feder-Verbindung
eintritt, verbleibt nicht innerhalb des Dämmplattensystems, sondern wird über die
Plattenoberseite abgeleitet.
[0039] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die zweite Feder an der der
Plattenoberseite zugewandten zweiten Federoberseite eine entlang der sekundären Feder-Stirnfläche
ausgebildete Wasserführungsnut auf. Bei dieser Ausführungsform kann Wasser, das in
die sekundäre Nut-Feder-Verbindung eindringt, effektiv in der Wasserführungsnut gesammelt
und abgeleitet werden. Dadurch kann ein Durchdringen des Wassers verhindert und die
Regensicherheit des erfindungsgemäßen Dämmplattensystems weiter verbessert werden.
[0040] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform liegt der Nutgrund der Wasserführungsnut
an der Kante bündig am ersten Übergangsbereich einer mit der ersten Nut formschlüssig
verbundenen ersten Feder an. Durch den bündigen Übergang wird ein Rückstau von eingedrungenem
Wasser verhindert und das Ableiten verbessert.
[0041] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die erste Dämmplatte und die zweite
Dämmplatte identisch. Dadurch lässt sich das Dämmplattensystem besonders kostengünstig
realisieren, da nicht zwei verschiedene Arten von Dämmplatten hergestellt werden müssen.
[0042] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst das Dämmplattensystem desweiteren
zumindest ein Rahmenelement, wobei das Rahmenelement zumindest eine der ersten Dämmplatte
oder zweiten Dämmplatte zugewandte Rahmen-Stirnfläche aufweist, an der zumindest abschnittsweise
die erste Feder, die erste Nut, die zweite Feder oder die zweite Nut derart ausgebildet
ist, dass das Rahmenelement mit der ersten Dämmplatte oder der zweiten Dämmplatte
über die primäre Nut-Feder-Verbindung oder die sekundäre Nut-Feder-Verbindung formschlüssig
verbindbar ist. Dies ermöglicht eine besonders einfache Eingrenzung, Umrandung und
Befestigung des erfindungsgemäßen Dämmplattensystems.
[0043] Vorteilhafte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden im Folgenden
anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- Eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels einer ersten Feder
und einer ersten Nut einer erfindungsgemäßen primären Nut-Feder-Verbindung,
- Figur 2:
- Das Ausführungsbeispiel der Figur 1 im verbundenen Zustand,
- Figur 3:
- Ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen primären Nut-Feder-Verbindung
im getrennten Zustand,
- Figur 4:
- Ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen primären Nut-Feder-Verbindung
im getrennten Zustand,
- Figur 5:
- Das Ausführungsbeispiel der Figur 4 im verbundenen Zustand,
- Figur 6:
- Ein viertes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen primären Nut-Feder-Verbindung
im getrennten Zustand,
- Figur 7:
- Das Ausführungsbeispiel der Figur 6 im verbundenen Zustand,
- Figur 8:
- Ein fünftes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen primären Nut-Feder-Verbindung
im getrennten Zustand,
- Figur 9:
- Das Ausführungsbeispiel der Figur 8 im verbundenen Zustand,
- Figur 10:
- Ein erstes Ausführungsbeispiel einer zweiten Feder und einer zweiten Nut einer erfindungsgemäßen
sekundären Nut-Feder-Verbindung,
- Figur 11:
- Ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen sekundären Nut-Feder-Verbindung
im getrennten Zustand,
- Figur 12:
- Ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen sekundären Nut-Feder-Verbindung
im getrennten Zustand,
- Figur 13:
- Das Ausführungsbeispiel der Figur 12 im verbundenen Zustand,
- Figur 14:
- Ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Dämmplatte in Perspektive,
- Figur 15:
- Die Dämmplatte der Figur 14 im Querschnitt entlang der Schnittlinie D, und
- Figur 16:
- Die Dämmplatte der Figur 14 im Querschnitt entlang der Schnittlinie E.
[0044] Für die folgenden Ausführungen gilt, dass gleiche Teile durch gleiche Bezugszeichen
bezeichnet werden sofern in einer Zeichnung Bezugszeichen enthalten sind, auf die
in der zugehörigen Figurenbeschreibung nicht näher eingegangen wird, so wird auf vorangehende
oder nachfolgende Figurenbeschreibungen Bezug genommen.
[0045] Figur 1 zeigt Randbereiche einer ersten Dämmplatte 1 und einer zweiten Dämmplatte
2 eines erfindungsgemäßen Dämmplattensystems 33. Die erste Dämmplatte 1 weist eine
primäre Feder-Stirnseite 3 auf, an der die erste Feder 4 ausgebildet ist. Die primäre
Feder-Stirnseite 3 erstreckt sich rechtwinklig zwischen der Plattenoberseite 7 und
einer Plattenunterseite 18. Die zweite Dämmplatte 2 weist eine primäre Nut-Stirnseite
5 auf, an der eine erste Nut 6 ausgebildet ist. Die Plattenoberseite 7 der ersten
Dämmplatte 1 weist im Bereich der primären Feder-Stirnseite 3 eine Schräge 8 auf,
in der die Plattenoberseite 7 zur ersten Federoberseite 9 hin abgeschrägt ist. Bei
dem dargestellten Ausführungsbeispiel geht die Schräge 8 bündig in die erste Federoberseite
9 über. An der ersten Federoberseite 9 ist ein geradliniger Bereich 10 ausgebildet,
der sich vom ersten Federende 11 über die gesamte Federoberseite 9 erstreckt. Die
primäre Feder-Stirnseite 3 definiert senkrecht dazu eine erste Richtung A. Die Schräge
8 nimmt zu der ersten Richtung A einen Schrägenwinkel α ein. Der geradlinige Bereich
10 der ersten Feder 4 definiert zu der ersten Richtung A einen Federwinkel β. Erfindungsgemäß
ist der Federwinkel β größer als der Schrägenwinkel α. Die erste Nut 6 der zweiten
Dämmplatte 2 ist zur ersten Feder 4 korrespondierend ausgebildet, sodass erste Nut
6 und erste Feder 4 wie in Figur 2 dargestellt formschlüssig miteinander verbindbar
sind.
[0046] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Federunterseite 12 in zwei Bereiche
aufgeteilt, wobei ein erster Bereich 13 senkrecht zur primären Feder-Stirnseite 3
verläuft, und ein zweiter Bereich 14 sich in Richtung der ersten Federoberseite 9
erstreckt, sodass am ersten Federende 11 ein trapezförmiger Abschnitt ausgebildet
ist. Die Dicke F des ersten Federendes 11 beträgt 25% der Dicke G der ersten Feder
4 an der primären Feder-Stirnseite 3.
[0047] Bei dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel endet die Schräge
8 der Plattenoberseite 7 an der primären Nut-Stirnseite 5. Es ist gut zu erkennen,
dass bei der Verwendung des erfindungsgemäßen Dämmplattensystems 33 als Unterdeckung
eines Dachs die Schräge 8 auf der Oberseite 7 vorhandenes Wasser abführen kann. Wie
in Figur 2 dargestellt wird die Stirnfläche 15 des ersten Federendes 11 in etwa mittig
von der Primär-Ebene B geschnitten, die einen Abstand von 25mm zur Plattenoberseite
7 einnimmt. Der Angriffspunkt der Kerbwirkung der ersten Feder 4 ist in Richtung der
Mittelebene B verschoben, und die obere Nutwange 20 ist besonders stabil ausgebildet.
Dadurch ist die in Figur 2 dargestellte primäre Nut-Feder-Verbindung 19 besonders
widerstandsfähig gegenüber Belastungen.
[0048] Die Dämmplatten 1,2 des dargestellten Ausführungsbeispiels haben eine konstante Rohdichteverteilung,
eine Dicke von 50 mm und bestehen aus Holzfasern. Die Primär-Ebene B entspricht daher
der Mittelebene der Dämmplatte 1,2 Der Schrägenwinkel α beträgt etwa 13°, der Federwinkel
β beträgt etwa 30°.
[0049] Das in Figur 3 dargestellte Ausführungsbeispiel entspricht in Wesentlichem dem in
den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel, jedoch ist der zweite Bereich
14 der Federunterseite so ausgebildet, dass das erste Federende 11 eine Spitze 16,
bzw. das erste Federende 11 einen im Wesentlichen dreieckigen Abschnitt 17 aufweist.
Bei dieser Ausführungsform sind sowohl die obere Nutwange 20 als auch die untere Nutwange
21 besonders stabil ausgebildet und damit das erfindungsgemäße Dämmplattensystem 33
besonders widerstandfähig gegenüber Belastungen, beispielsweise gegenüber Belastungen
durch Handwerker, die auf dem als Unterdeckung verwendeten erfindungsgemäßen Dämmplattensystem
laufen. Dieses Ausführungsbeispiel ist besonders vorteilhaft, falls die ersten und
zweiten Dämmplatten 1,2 dünn ausgebildet sind. Bei dem in der Figur 3 dargestellten
Ausführungsbeispiel liegt die Spitze 16 des ersten Federendes 11 oberhalb der ersten
Mittelebene B. Der Schrägenwinkel α beträgt etwa 10°, der Federwinkel β etwa 30°.
[0050] Das in den Figuren 4 und 5 dargestellte Ausführungsbeispiel der primären Nut-Feder-Verbindung
19 eines erfindungsgemäßen Dämmplattensystems 33 entspricht im Wesentlichen dem der
Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel. Die Schräge 8 an der Plattenoberseite
7 der ersten Dämmplatte 1 geht jedoch nicht bündig in die erste Federoberseite 9 über.
Stattdessen stößt die Schräge 8 wie in Figur 5 dargestellt an der primären Nut-Stirnseite
5 der zweiten Dämmplatte 2 an. Die erste Federoberseite 9 und die erste Federunterseite
14 sind geradlinig und bilden zusammen einen trapezförmigen Endabschnitt mit einer
Stirnfläche 15. Die Dicke F des ersten Federendes 11 entspricht 14 % der Dicke G der
ersten Feder 4 an der primären Feder-Stirnseite 3. Der Schrägenwinkel α beträgt in
etwa 15°, der Federwinkel β in etwa 24°.
[0051] Das in den Figuren 6 und 7 dargestellte Ausführungsbeispiel entspricht im Wesentlichen
dem in den Figuren 4 und 5 dargestellten Ausführungsbeispiel. Bei diesem Ausführungsbeispiel
ist an der primären Nut-Stirnseite 5 zusätzlich einen Übergriff 22 vorgesehen, der
wie in Figur 7 dargestellt die Kante zwischen Schräge 8 und primärer Feder-Stirnseite
3 übergreift und somit im Bereich der Schräge 8 an der Plattenoberseite 7 anliegt.
Dadurch wird die Regensicherheit des erfindungsgemäßen Dämmplattensystems weiter erhöht,
da ein Eindringen von Wasser in die primäre Nut-Feder-Verbindung verhindert wird.
[0052] Das in den Figuren 8 und 9 dargestellte Ausführungsbeispiel entspricht im Wesentlichen
dem in den Figuren 6 und 7 dargestellten Ausführungsbeispiel. Die Schräge 8 der Plattenoberseite
7 geht jedoch bündig in die erste Federoberseite 9 über. Die erste Federoberseite
9 und die erste Federunterseite 12 weisen jeweils einen im Wesentlichen senkrecht
zur primären Feder-Stirnseite 3 verlaufenden Übergangsbereich 23 auf. Daran schließt
sich an der Federoberseite 9 der geradlinige Bereich 10 an, der zusammen mit der Federunterseite
12 ein dreieckiges erstes Federende 11, 17 ausbildet. Die Spitze 16 des ersten Federendes
11 liegt in der Primär-Ebene B. Der Schrägenwinkel beträgt in etwa 13°, der Federwinkel
in etwa 45°. Die Länge des geradlinigen Bereichs 10 beträgt in einer Projektion auf
die erste Richtung A über 40 % der Länge der ersten Feder 4.
[0053] Die Figur 10 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen sekundären
Nut-Feder-Verbindung. In der dargestellten Ausführungsform weist die erste Dämmplatte
1 eine sekundäre Nut-Stirnseite 24 auf, an der die zweite Nut 25 ausgebildet ist.
Die zweite Dämmplatte 2 weist eine sekundäre Feder-Stirnseite 26 auf, an der die zweite
Feder 27 ausgebildet ist. Die zweite Federoberseite 30 weist einen senkrecht zur sekundären
Feder-Stirnseite 26 verlaufenden geradlinigen Abschnitt 34 auf. Die zweite Feder 27
weist außerdem einen im Wesentlichen trapezförmigen Endabschnitt auf, wobei die Dicke
H des ersten Federendes 29 in etwa 6 % der Dicke I der zweiten Feder 27 an der sekundären
Feder-Stirnseite 26 beträgt.
[0054] Die zweite Nut 25 ist so ausgebildet, dass sich zweite Nut 25 und zweite Feder 27
formschlüssig miteinander verbinden lassen. Die Stirnseite 28 des zweiten Federendes
29 wird in etwa mittig von der Sekundär-Ebene C geschnitten, die einen Abstand von
25mm zur Plattenoberseite 7 der zweiten Dämmplatte 2 aufweist. Wasser, welches im
Stoßbereich der sekundären Nut-Feder-Verbindung 32 eindringt, wird auf die Schräge
8 einer weiteren Dämmplatte 1, 2, deren erste Feder formschlüssig mit der ersten Nut
verbunden ist, geleitet, so dass das Wasser auf die Plattenoberseite 7 abgeführt werden
kann.
[0055] Das in der Figur 11 dargestellte Ausführungsbeispiel entspricht im Wesentlichen dem
in der Figur 10 dargestellten Ausführungsbeispiel. Jedoch weist die zweite Feder 27
eine Spitze auf, wobei die Spitze in der Sekundär-Ebene C liegt.
[0056] Das in den Figuren 12 und 13 dargestellte Ausführungsbeispiel entspricht dem Wesentlichen
dem in der Figur 11 dargestellten Ausführungsbeispiel. Zusätzlich ist im geradlinigen
Abschnitt 34 der zweiten Federoberseite 30 eine Wasserführungsnut 31 ausgebildet,
welche eine rechteckige Form aufweist. Wasser, welches in die in Figur 13 dargestellte
sekundäre Nut-Feder-Verbindung 32 eindringt, wird in der Wasserführungsnut 31 gesammelt.
Falls die Wasserführungsnut an der Kante der Dämmplatte 1, 2 am Übergangsbereich 23
der ersten Federoberseite 9 einer, mit der primären Nut-Stirnseite formschlüssig verbundenen
ersten Feder einer weiteren Dämmplatte 1, 2 anliegt, wird Wasser, welches in die in
Figur 13 dargestellte sekundäre Nut-Feder-Verbindung 32 eindringt, in der Wasserführungsnut
31 gesammelt und auf die Schräge 8 des jeweiligen primären Nut-FederSystems geleitet,
so dass das Wasser auf die Plattenoberseite abgeführt werden kann.
[0057] Wird das erfindungsgemäße Dämmplattensystem 33 als Dachunterkonstruktion verwendet,
ist die Wasserführungsnut vorzugsweise entlang der Längsrichtung des Dachs orientiert,
und weist dadurch aufgrund der Dachschräge eine Neigung auf. Das in der Wasserführungsnut
31 gesammelte Wasser wird aufgrund der Dachschräge effektiv abgeleitet.
[0058] Die Figuren 14, 15 und 16 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Dämmplattensystems 33. In der dargestellten Ausführungsform sind erste Dämmplatten
1 und zweite Dämmplatten 2 gleichartig ausgebildet. Die Dämmplatten 1 sind rechteckig
und weisen eine primäre Feder-Stirnseite 3, eine dazu gegenüberliegende primäre Nut-Stirnseite
5, eine sekundäre Feder-Stirnseite 26 und eine dazu gegenüberliegende sekundäre Nut-Stirnseite
24 auf. Die Stirnseiten sind so ausgebildet, dass sich die Dämmplatten 1, 2 entlang
einer ersten Richtung über die primäre Nut-Feder-Verbindung formschlüssig miteinander
verbinden lassen, und entlang einer zweiten Richtung über die sekundäre Nut-Feder-Verbindung
formschlüssig miteinander verbinden lassen. Die primäre Nut-Feder-Verbindung 19 entspricht
dabei dem Ausführungsbeispiel der Figuren 8 und 9. Die sekundäre Nut-Feder-Verbindung
32 entspricht dem Ausführungsbeispiel der Figuren 12 und 13. Die Primär-Ebene und
die Sekundär-Ebene C fallen im dargestellten Ausführungsbeispiel zusammen und entsprechen
daher auch der ersten und der zweiten Mittelebene. Es sind jedoch auch andere Ausführungsformen
denkbar.
[0059] Die Dämmplatten 1 des dargestellten Ausführungsbeispiels haben eine Dicke von 50
mm, eine konstante Rohdichteverteilung und bestehen aus Holzfasern.
[0060] Wird das dargestellte Dämmplattensystem 33 als Unterdeckung eines Dachs verwendet,
werden die primären Feder-Stirnseiten 3 der Dämmplatten 1, 2 vorzugsweise entlang
der Querrichtung orientiert. Dementsprechend sind die Längsseiten der Dämmplatten
1,2 unabhängig vom Verlauf von First und Traufe horizontal ausgerichtet.
[0061] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel liegt eine primäre Nut-Stirnseite 5 über
eine Kante der Dämmplatte 1, 2 an einer sekundären Feder-Stirnseite 26 an. Die zweite
Feder 27 und die Wasserführungsnut 31 sind so ausgebildet, dass die Wasserführungsnut
an der Kante der Dämmplatte 1, 2 am Übergangsbereich 23 der ersten Federoberseite
9 einer, mit der primären Nut-Stirnseite formschlüssig verbundenen ersten Feder einer
weiteren Dämmplatte 1, 2 anliegt.
Bezugszeichenliste
[0062]
- 1
- erste Dämmplatte
- 2
- zweite Dämmplatte
- 3
- primäre Feder-Stirnseite
- 4
- erste Feder
- 5
- primäre Nut-Stirnseite
- 6
- erste Nut
- 7
- Plattenoberseite
- 8
- Schräge
- 9
- erste Federoberseite
- 10
- geradliniger Bereich
- 11
- erstes Federende
- 12
- Federunterseite
- 13
- erster Bereich der Federunterseite
- 14
- zweiter Bereich der Federunterseite
- 15
- Stirnfläche der ersten Feder
- 16
- Spitze des ersten Federendes
- 17
- dreieckiger Abschnitt
- 18
- Plattenunterseite
- 19
- primäre Nut-Feder-Verbindung
- 20
- obere Nutwange
- 21
- untere Nutwange
- 23
- Übergangsbereich
- 24
- sekundäre Nut-Stirnseite
- 25
- zweite Nut
- 26
- sekundäre Feder-Stirnseite
- 27
- zweite Feder
- 28
- Stirnfläche der zweiten Feder
- 29
- zweites Federende
- 30
- zweite Federoberseite
- 31
- Wasserführungsnut
- 32
- sekundäre Nut-Feder-Verbindung
- 33
- Dämmplattensystem
- 34
- geradliniger Abschnitt der zweiten Federoberseite
- α
- Schrägenwinkel
- β
- Federwinkel
- A
- erste Richtung
- B
- Primär-Ebene
- C
- Sekundär-Ebene
- D
- Schnittlinie
- E
- Schnittlinie
- F
- Dicke des ersten Federendes
- G
- Dicke der ersten Feder
- H
- Dicke des zweiten Federendes
- I
- Dicke der zweiten Feder
1. Dämmplattensystem (33), umfassend eine erste Dämmplatte (1), eine zweite Dämmplatte
(2) und eine primäre Nut-Feder-Verbindung (19), wobei die primäre Nut-Feder-Verbindung
(19) eine erste Nut (6) und eine erste Feder (4) aufweist, die erste Nut (6) und die
erste Feder (4) derart ausgebildet sind, dass sie formschlüssig miteinander verbindbar
sind, die erste Dämmplatte (1) zumindest eine primäre Feder-Stirnfläche (3) aufweist,
an der die erste Feder (4) ausgebildet ist, und die zweite Dämmplatte (2) zumindest
eine primäre Nut-Stirnseite (5) aufweist, an der die erste Nut (6) ausgebildet ist,
derart, dass die erste Dämmplatte (1) über die primäre Nut-Feder-Verbindung (19) mit
der zweiten Dämmplatte (2) formschlüssig verbindbar ist, wobei die erste Dämmplatte
(1) eine Plattenoberseite (7) und eine Plattenunterseite (18) aufweist, sich die primäre
Feder-Stirnfläche (3) zwischen der Plattenoberseite (7) und der Plattenunterseite
(18) erstreckt, die erste Feder (4) eine der Plattenoberseite (7) zugewandte erste
Federoberseite (9) aufweist, und an der Plattenoberseite (7) im Bereich der primären
Feder-Stirnfläche (3) eine Schräge (8) ausgebildet ist, in der die Plattenoberseite
(7) zur Federoberseite (9) hin abgeschrägt ist, wobei die Schräge (8) in Bezug auf
eine erste Richtung (A) senkrecht zur primären Feder-Stirnfläche (3) einen Schrägenwinkel
(α) definiert, und an der ersten Federoberseite (9) zumindest abschnittsweise ein
geradliniger Bereich (10) ausgebildet ist, der in Bezug auf die erste Richtung (A)
einen Federwinkel (β) definiert, dadurch gekennzeichnet, dass der Federwinkel (β) größer ist als der Schrägenwinkel (α).
2. Dämmplattensystem (33) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der geradlinige Bereich (10) das erste Federende (11) umfasst.
3. Dämmplattensystem nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke (F) des ersten Federendes (11) höchstens 30 % der Dicke (G) der ersten
Feder (4) an der primären Feder-Stirnseite (3) entspricht.
4. Dämmplattensystem (33) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schräge (8) bündig in die erste Federoberseite (9) übergeht.
5. Dämmplattensystem (33) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Federende (11) eine Primär-Ebene (B) definiert, die parallel zur Plattenoberseite
(7) verläuft, wobei die Primär-Ebene (B) einen Abstand zwischen 20 mm und 30 mm zur
Plattenoberseite (7) aufweist..
6. Dämmplattensystem (33) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dämmplatte (1) eine der primären Feder-Stirnfläche (3) gegenüberliegende
primäre Nut-Stirnfläche (5) mit einer ersten Nut (6) aufweist, wobei die erste Nut
(6) und die erste Feder (4) derart ausgebildet sind, dass die erste Dämmplatte (1)
über die primäre Nut-Feder-Verbindung (19) mit einer weiteren, gleichartigen ersten
Dämmplatte (19) formschlüssig verbindbar ist.
7. Dämmplattensystem (33) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämmplattensystem (33) eine sekundäre Nut-Feder-Verbindung (32) mit einer zweite
Nut (25) und einer zweiten Feder (27) aufweist, wobei die zweite Nut (25) und die
zweite Feder (27) derart ausgebildet sind, dass sie formschlüssig miteinander verbindbar
sind, die Dicke (H) des zweiten Federendes (29) höchstens 30 % der Dicke (I) der zweiten
Feder (27) an der sekundären Feder-Stirnseite (26) entspricht, wobei zumindest eine
der ersten Dämmplatte (1) oder zweiten Dämmplatte (2) zumindest eine sekundäre Feder-Stirnfläche
(26) aufweist, an der die zweite Feder (27) ausgebildet ist, und zumindest eine der
ersten Dämmplatte (1) oder zweiten Dämmplatte (2) zumindest eine sekundäre Nut-Stirnfläche
(24) aufweist, am der die zweite Nut (25) ausgebildet ist, derart, dass die erste
Dämmplatte (1) über die sekundäre Nut-Feder-Verbindung (32) mit der zweiten Dämmplatte
(2) formschlüssig verbindbar ist.
8. Dämmplattensystem (33) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Federende (27) eine Sekundär-Ebene (C) definiert, die parallel zur Plattenoberseite
(7) verläuft, wobei die Sekundär-Ebene (C) einen Abstand zwischen 20 mm und 30 mm
zur Plattenoberseite (7) aufweist..
9. Dämmplattensystem (33) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Dämmplatte (2) zumindest eine sekundäre Feder-Stirnfläche (26) und eine
gegenüberliegende sekundäre Nut-Stirnfläche (24) aufweist, sodass die zweite Dämmplatte
(2) über die sekundäre Nut-Feder-Verbindung (32) mit einer weiteren, gleichartigen
zweiten Dämmplatte (2) formschlüssig verbindbar ist.
10. Dämmplattensystem (33) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dämmplatte (1) eine primäre Feder-Stirnseite (3), eine zur primären Feder-Stirnseite
(3) gegenüberliegende primäre Nut-Stirnseite (5), eine sekundäre Feder-Stirnseite
(26) und eine zur sekundären Feder-Stirnseite (26) gegenüberliegende sekundäre Nut-Stirnseite
(24) aufweist, derart, dass die erste Dämmplatte (1) über zumindest eine der primären
Nut-Feder-Verbindung (19) oder sekundären Nut-Feder-Verbindung (32) mit einer weiteren,
gleichartigen ersten Dämmplatte (1) formschlüssig verbindbar ist.
11. Dämmplattensystem (33) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dämmplatte (1) eine primäre Nut-Stirnseite (5) und eine sekundäre Feder-Stirnseite
(26) aufweist, wobei die primäre Nut-Stirnseite (5) über eine Kante der ersten Dämmplatte
(1) an der sekundären Feder-Stirnseite (26) anliegt, und die erste Nut (6) an der
primären Nut-Stirnseite (5) und die zweite Feder (27) an der sekundären Feder-Stirnseite
(26) derart ausgebildet sind, die zweite Federoberseite (30) an der ersten Federoberseite
(9) oder der Schräge (8) einer mit der ersten Nut (6) formschlüssig verbundenen ersten
Feder (4) anliegt..
12. Dämmplattensystem (33) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Feder (27) an der der Plattenoberseite (7) zugewandten zweiten Federoberseite
(30) eine entlang der sekundären Feder-Stirnfläche (26) ausgebildete Wasserführungsnut
(31) aufweist.
13. Dämmplattensystem (33) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Dämmplatte (1) und die zweite Dämmplatte (2) identisch sind.
14. Dämmplattensystem (33) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der ersten Dämmplatte (1) oder zweiten Dämmplatte (2) als Holzfaserdämmplatte
ausgebildet ist.
15. Dämmplattensystem (33) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dämmplattensystem (33) des Weiteren zumindest ein Rahmenelement umfasst, wobei
das Rahmenelement zumindest eine der ersten Dämmplatte oder zweiten Dämmplatte zugewandte
Rahmen-Stirnfläche aufweist, an der zumindest abschnittsweise die erste Feder (4),
die erste Nut (6), die zweite Feder (27) oder die zweite Nut (25) derart ausgebildet
ist, dass das Rahmenelement mit der ersten Dämmplatte (1) oder der zweiten Dämmplatte
(2) über die primäre Nut-Feder-Verbindung (19) oder die sekundäre Nut-Feder-Verbindung
(32) formschlüssig verbindbar ist.