[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft druckgesteuerte 2-Wege-Stromregelventile für Hydraulikanwendungen
und Ventilanordnungen für Hydraulikanwendungen, die ein entsprechendes 2-Wege-Stromregelventil
aufweisen.
[0002] In anspruchsvollen Hydrokreisen, bspw. von Kränen, Betonverteilermasten und anderen
Lasthebe- und Manipuliereinrichtungen, werden im Allgemeinen Proportional-Wegeschieber
eingesetzt, um das gleichzeitige Betätigen mehrerer Verbraucher zu ermöglichen. In
der Anwendungspraxis ist es dabei häufig erforderlich, mehrere Verbraucher völlig
individuell und gleichzeitig anzusteuern, wobei dies möglichst lastdruckunabhängig
geschehen soll.
[0003] Aus dem Produktprogramm 2011 von HAWE ist gemäß den Seiten 98 bis 101 ein Proportional-Wegeschieber
vom Typ PSL mit Anschlussblöcken und Aufsatzblock bekannt. Mit Bezug auf Fig. 1 a
ist schematisch ein Hydrokreis dargestellt, in dem zwei bekannte Proportional-Wegeschieber
vom Typ PSL, in der Figur mit den Bezugszeichen PS1, PS2 bezeichnet, mit einem geeigneten
Anschlussblock für eine Konstantpumpe 1 zum Betrieb von zwei Verbrauchern V1, V2 vorgesehen
sind. Ein von der Konstantpumpe 1 ausgegebener Versorgungsdruck P wird durch eine
Versorgungsleitung 6 einer Mehrzahl von stark schematisiert dargestellten Verbrauchern
V1, V2, z.B. Hydrozylinder, über die jeweiligen Proportional-Wegeschieber PS1, PS2
zugeführt, um die Verbraucher V1, V2 anzutreiben. Der Zufluss vor den Proportional-Wegeschiebern
PS1, PS2 wird dabei jeweils durch ein druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil 41,
42 geregelt, das in Zuflussrichtung vor dem entsprechenden Proportional-Wegeschieber
PS1, PS2 angeordnet ist. Soll im Betrieb wenigstens einer der Verbraucher V1, V2 betrieben
werden, so ist der zugehörige Proportional-Wegeschieber PS1, PS2 aus dem dargestellten
Sperrzustand nach oben oder unten ausgelenkt, je nachdem, ob ein mit dem entsprechenden
Verbraucher V1, V2 verbundener Anschluss A1, A2 oder B1, B2 mit der Versorgungsleitung
6 zu verbinden ist. Über den Hub der Auslenkung wird dabei durch die Proportional-Wegeschieber
PS1, PS2 ein Volumenstrom zu dem jeweiligen Verbraucher V1, V2 vorgegeben.
[0004] Über eine entsprechende LS-Leitung LS1, LS2 (in Fig. 1 gestrichelt dargestellt) wird
ein hinter dem entsprechenden Proportional-Wegeschieber PS1, PS2 abfallender Lastdruck
an das zugehörige 2-Wege-Stromregelventil 41, 42 gemeldet. Weiterhin wird über Wechselventile
2 sichergestellt, dass der höchste Lastdruck von den durch die LS-Leitungen LS1, LS2
gemeldeten Lastdrücken (entspricht den an den Verbrauchern V1, V2 abfallenden Lastdrücken)
an einen Umlaufregler 8 des Konstantpumpensystems gemeldet wird.
[0005] Der von der LS-Leitung LS1 bzw. LS2 an das 2-Wege-Stromregelventil 41 bzw. 42 gemeldete
Lastdruck wird, die Vorspannung der Vorspannfeder unterstützend, in Auf-Richtung des
2-Wege-Stromregelventils 41 bzw. 42 wirkend an dieses angelegt. Weiterhin wird jedem
2-Wege-Stromregelventil 41, 42 ferner ein ausgangsseitig am jeweiligen 2-Wege-Stromregelventil
41, 42 abgegriffenes Drucksignal in Zu-Steuerrichtung (d.h. der Vorspannung entgegenwirkend)
des jeweiligen 2-Wege-Stromregelventil 41, 42 angelegt. Jedes der 2-Wege-Stromregelventile
41, 42 wird durch eine Vorspannfeder in Auf-Richtung vorgespannt, so dass die 2-Wege-Stromregelventile
41, 42 im Ruhezustand geöffnet sind.
[0006] In der Gleichgewichtslage stellt sich folglich eine bestimmte Druckdifferenz zwischen
dem abgegriffenen LS-Druck und einem Drucksignal entsprechend dem abgegriffenen ausgangsseitigen
Druck des 2-Wege-Stromregelventils ein. Hierdurch werden Änderungen im Volumenstrom
im Fall von Federn mit kleiner Federkonstante bzw. flacher Federkennlinie auf einen
konstanten Wert einregelt. Demnach regelt jedes der 2-Wege-Stromregelventil 41, 42
einen Volumenstrom durch den entsprechenden Proportional-Wegeschieber PS1, PS2 lastunabhängig
auf einen konstanten Wert ein. Mit anderen Worten, falls der hinter dem Proportional-Wegeschieber
PS1 bzw. PS2 auftretende Volumenstrom während des Betriebs des Verbrauchers V1 bzw.
V2 sinkt, so sinkt auch die Druckdifferenz zwischen dem hinter dem 2-Wege-Stromregelventil
41 bzw. 42 abfallenden Druck (gemeldet als "p
A") und dem hinter dem Proportional-Wegeschieber abfallenden Lastdruck (der als "p
LS" über die LS-Leitung LS1 bzw. LS2 an das 2-Wege-Stromregelventil 41 bzw. 42 gemeldet
wird), so dass sich ein Regelkolben (nicht dargestellt) im 2-Wege-Stromregelventil
41 bzw. 42 entlang der Auf-Steuerrichtung verschiebt. Die Folge ist, dass sich am
Regelkolben im 2-Wege-Stromriegelventil 41 bzw. 42 wieder ein Kräftegleichgewicht
einstellt, wenngleich bei einem größeren Drosselquerschnitt im 2-Wege-Stromregelventil
41 bzw. 42, so dass die Verringerung des Volumenstroms und der Druckdifferenz (p
A - p
LS) kompensiert. Es werden also der Volumenstrom zum Verbraucher und die Druckdifferenz
zwischen dem von der Konstantpumpe 1 bereitgestellten Druck und dem Druck im Lastkreis
zum Verbraucher auf einen konstanten Wert geregelt. Nimmt andererseits die Druckdifferenz
(p
A - p
LS) am Proportional-Wegeschieber PS1 bzw. PS2 zu, was einer Zunahme des Volumenstroms
entspricht, so wird das 2-Wege-Stromregelventil in Zu-Richtung geregelt, bis sich
ein neues Kräftegleichgewicht einstellt. Im-2-Wege-Stromregelventil verschiebt sich
ein Regelkolben (nicht dargestellt) in Zu-Steuerrichtung, wodurch sich ein Drosselquerschnitt
im 2-Wege-Stromregelventil 41 bzw. 42 verringert. Mit abnehmendem Drosselquerschnitt
nehmen aber der Volumenstrom und die Druckdifferenz (p
A - p
LS) wieder ab (der anfängliche Zunahme entgegenwirkend), bis sich wiederum ein Kräftegleichgewicht
einstellt.
[0007] In Fig. 1b ist die resultierende Kennlinie des 2-Wege-Stromregelventils 41, 42 schematisch
dargestellt, in dem ein Volumenstrom Q (entlang der Abszisse in willkürlichen Einheiten)
gegen eine Druckdifferenz Δp (entspricht einer Druckdifferenz Pumpendruck - p
LS) (entlang der Ordinate in willkürlichen Einheiten) aufgetragen ist. Nach einem anfänglichen
Ansteuerkurvenabschnitt AK zeigt die in Fig. 1b dargestellte Kennlinie einen Regelkurvenabschnitt
RK mit einem vertikalen Verlauf, der die Unabhängigkeit des Volumenstroms von der
Druckdifferenz Δp bei Einstellen eines Kräftegleichgewichts bedeutet, da der Volumenstrom
im Regelkurvenabschnitt unabhängig von der Druckdifferenz Δp auf einen konstanten
Wert Q
0 geregelt wird.
[0008] Es besteht die Aufgabe eine von der vorangehend beschriebenen lastunabhängigen Volumenstromregelung
abweichende Volumenstromregelung bereitzustellen, die zur Verbesserung einer Variabilität
von Hydraulikkreisen, abhängig vom konkreten Anwendungsfall, eine lastabhängige Volumenstromregelung
erlaubt. Zum Beispiel kann es in einigen Anwendungen für ein "gutes Bediengefühl"
durchaus erwünscht sein, den Volumenstrom lastabhängig zu regeln, um einem Benutzer
ein "Belastungsgefühl" zu vermitteln.
[0009] Es besteht beispielsweise die Aufgabe, ein 2-Wege-Stromregelventil und eine Ventilanordnungen
mit einem entsprechenden 2-Wege-Stromregelventilen bereitzustellen, wobei die Volumenstromregelung
in den Betriebspunkten stabilisiert wird, speziell im Zusammenspiel mit anderen hydraulischen
Reglern, und/oder eine genauere Volumenstromregelung im niedrigeren Druckdifferenzbereich
ermöglicht wird.
[0010] Die vorangehenden Aufgaben und Probleme werden in einem ersten Aspekt der Erfindung
durch ein druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil für Hydraulikanwendungen gelöst.
Gemäß anschaulicher Ausführungsformen werden ein erstes Drucksignal über eine erste
ausgangsseitige Anzapfung in Zu-Steuerrichtung des 2-Wege-Stromregelventils und ein
zweites Drucksignal über eine LS-Druckmeldeleitung in Auf-Steuerrichtung an das 2-Wege-Stromregelventil
angelegt. Das druckgesteuerte 2-Wege-Stromregelventil ist dadurch gekennzeichnet,
dass ein das erste oder zweite Drucksignal verfälschendes Drucksignal über eine wenigstens
über einen Teil des Regelhubs des 2-Wege-Stromregelventils wirksame zweite Anzapfung
in Zu- oder AufSteuerrichtung an das 2-Wege-Stromregelventil angelegt wird.
[0011] Durch das verfälschende Drucksignal wird eine Impfung einer durch das 2-Wege-Stromregelventil
bereitgestellten Kennlinie erreicht, so dass die Kennlinie des geimpften Stromregelventils
im Regelkurvenabschnitt einen vom vertikalen Verlauf (vgl. Fig. 1 b) abweichenden
Verlauf aufweist und sich insbesondere der Volumenstrom druckabhängig einstellt. Die
Impfung des 2-Wege-Stromregelventil führt zu einer Stabilisierung der Volumenstromregelung
in einigen Betriebspunkten, was besonders vorteilhaft im Zusammenspiel mit anderen
hydraulischen Reglern ist.
[0012] In einer weiteren anschaulichen Ausführungsform wird das verfälschende Drucksignal
lediglich über einen Teil des Regelhubs des 2-Wege-Stromregelventils angelegt. Dadurch
wird eine abschnittsweise Impfung der Kennlinie des 2-Wege-Stromregelventils erreicht,
die in wenigstens einem bestimmten Abschnitt des Regelhubs wirksam ist.
[0013] In einer vorteilhafteren Ausgestaltung hierin wird das verfälschende Drucksignal
in dem das verfälschende Drucksignal abgreifenden Teil des Regelhubs über eine erste
Düse oder eine erste Blende in Zu- oder Auf-Steuerrichtung an das 2-Wege-Stromregelventil
angelegt. Durch die erste Düse oder erste Blende kann ein Maß an Impfung auf leichte
Weise definiert werden.
[0014] In einer weiteren anschaulichen Ausführungsform der Erfindung umfasst das 2-Wege-Stromregelventil
ferner eine zweite Düse oder eine zweite Blende, die mit der ersten Düse oder der
ersten Blende in Reihe geschaltet ist, wobei das verfälschende Drucksignal über einen
zwischen den Düsen oder Blenden angeordneten Steueranschluss an das 2-Wege-Stromregelventil
angelegt wird. Durch die entsprechend gebildete Reihenschaltung aus zwei Blenden,
zwei Düsen oder einer Blende und einer Düse, wird eine vorteilhafte Einstellung des
Impfdrucks am 2-Wege-Stromregelventil erreicht.
[0015] In einer weiteren anschaulichen Ausführungsform der Erfindung ist die zweite Anzapfung
am 2-Wege-Stromregelventil eingangsseitig angeordnet. Dies stellt eine konstruktiv
einfache Weise zum Vorsehen der Druckimpfung dar.
[0016] In einer anschaulichen Ausgestaltung hierin wird das verfälschende Drucksignal in
Auf-Steuerrichtung angelegt, so dass sich bei zunehmender Differenz zwischen dem ersten
Drucksignal und dem zweiten Drucksignal ausgangsseitig am 2-Wege-Stromregelventil
ein zunehmender Volumenstrom einregelt. Eine entsprechende Volumenstromregelung wirkt
sich dämpfend auf im Hydrauliksystem auftretende Druckschwankungen aus.
[0017] In einer anderen anschaulichen Ausgestaltung hierin wird das verfälschende Drucksignal
in Zu-Steuerrichtung angelegt, so dass sich bei zunehmender Differenz zwischen dem
ersten Drucksignal und dem zweiten Drucksignal ausgangsseitig am 2-Wege-Stromregelventil
ein abnehmender Volumenstrom einregelt. Dadurch lässt sich gegebenenfalls eine erwünschte
Überkompensation erreichen. Hierdurch werden Instabilitäten im Hydrauliksystem an
gewissen Betriebspunkten, die z.B. im Leistungsbegrenzungsbereich zu einer Leistungsbegrenzung
der Pumpe führen, stabilisiert.
[0018] In einer weiteren anschaulichen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die
zweite Anzapfung ausgangsseitig am 2-Wege-Stromregelventil angeordnet und das verfälschende
Drucksignal wird in Auf-Steuerrichtung angelegt. Hierdurch lässt sich eine Energieoptimierung
dahingehend erreichen, dass eine verhältnismäßig kleine Druckdifferenz ausreicht,
um einen Volumenstrom auf einen konstanten Wert zu regeln, wodurch sich die Regelgüte
verbessert und demgemäß eine genauere Volumenstromregelung schon bei kleinen Druckdifferenzen
ermöglicht wird. Weiterhin ist ein Volumenstrom zu einer vorgegebenen Druckdifferenz
höher als im Vergleich zu einem 2-Wege-Stromregelventil mit herkömmlicher Kennlinie.
[0019] In einer anschaulichen Ausgestaltung hierin weist der Regelhub einen Durchlassabschnitt
und einen Sperrabschnitt auf, in dem am 2-Wege-Stromregelventil ausgangsseitig kein
Volumenstrom auftritt, wobei das verfälschende Drucksignal im Durchlassabschnitt nur
über einen Teil des Regelhubs an das 2-Wege-Stromregelventil angelegt wird. Dies erlaubt
eine Impfung, die nur über einen Teilabschnitt des Regelhubs auftritt.
[0020] In einer weiteren anschaulichen Ausführungsform der Erfindung ist das 2-WegeStromregelventil
derart konfiguriert, dass das verfälschende Drucksignal nur über einen Teil des Regelhubs
gesperrt ist. Dadurch ist eine ungeimpfte Regelung in einem Regelbereich möglich.
Hierbei wird eine druckunabhängige Volumenstromregelung über einen Teil des Regelhubs
aufrechterhalten.
[0021] In einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Ventilanordnung für
Hydraulikanwendungen bereitgestellt. In anschaulichen Ausführungsformen der Erfindung
umfasst die Ventilanordnung einen Proportional-Wegeschieber zur Steuerung eines Hydroverbrauchers
und ein 2-Wege-Stromregelventil gemäß dem vorangehend beschriebenen ersten Aspekt
der Erfindung, wobei das 2-Wege-Stromregelventil ausgangsseitig mit dem Proportional-Wegeschieber
verbunden ist.
[0022] In einem dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Ventilanordnung für
Hydraulikanwendungen bereitgestellt. In anschaulichen Ausführungsformen der Erfindung
umfasst die Ventilanordnung einen Proportional-Wegeschieber zur Steuerung eines Hydroverbrauchers
und ein 2-Wege-Stromregelventil gemäß dem vorangehend beschriebenen ersten Aspekt
der Erfindung, wobei das 2-Wege-Stromregelventil eingangsseitig mit dem Proportional-Wegeschieber
verbunden ist.
[0023] In einer anschaulichen Ausführungsform des zweiten oder dritten Aspekts ist der Proportional-Wegeschieber
zusammen mit dem 2-Wege-Stromregelventil in einen Ventilblock integriert. Dies stellt
für Ventilanordnungen gemäß dem zweiten oder dritten Aspekt eine vorteilhafte kompakte
Bauweise bereit.
[0024] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend
mit Bezug auf die folgenden Figuren beschrieben, wobei:
- Fig. 1a
- schematisch eine bekannte Ventilanordnung mit 2-Wege-Stromregelventilen;
- Fig. 1 b
- die Kernlinie eines bekannten Stromregelventils schematisch darstellt;
- Fig. 2a
- schematisch eine Ventilanordnung gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
darstellt;
- Fig. 2b
- schematisch eine Kennlinie eines Stromregelventils gemäß einer Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung darstellt;
- Fig. 2c
- einen Verlauf einer Durchflussquerschnittfläche des Stromregelventils entlang eines
Regelhubs gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung darstellt
- Fig. 3a
- schematisch eine Ventilanordnung gemäß einer weiteren anschaulichen Ausführungsform
der Erfindung darstellt;
- Fig. 3b
- schematisch eine Kennlinie eines Stromregelventils gemäß einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung darstellt;
- Fig. 3c
- einen Verlauf einer Durchflussquerschnittfläche des Stromregelventils entlang eines
Regelhubs gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung darstellt
- Fig. 4a
- schematisch eine Ventilanordnung gemäß einer anderen anschaulichen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung darstellt;
- Fig. 4b
- schematisch eine Kennlinie eines Stromregelventils und einen Verlauf einer Durchflussquerschnittfläche
des Stromregelventils entlang eines Regelhubs gemäß einer anderen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung darstellt; und
- Fig. 4c
- einen Verlauf einer Durchflussquerschnittfläche des Stromregelventils entlang eines
Regelhubs gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung darstellt.
[0025] Nachfolgend werden mit Bezug auf die beiliegenden Figuren verschiedene Aspekte und
Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung in größerem Detail beschrieben.
[0026] Fig. 2a zeigt schematisch eine Ventilanordnung gemäß einer anschaulichen Ausführungsform
der Erfindung. Die Ventilanordnung umfasst einen Ventilblock 110 und einen Anschlussblock
120, der mit dem Ventilblock 110 verbunden ist. Der Anschlussblock 120 weist ein Vorsteuerdruckregelventil
122 auf und kann mit einem Konstantpumpensystem (nicht dargestellt; vgl. Konstantpumpensystem
in Fig. 1a) oder alternativ mit einem Regelpumpensystem (nicht dargestellt) verbunden
sein.
[0027] Gemäß der in Fig. 2a dargestellten Ausführungsform kann der Ventilblock 110 einen
Proportional-Wegeschieber 112 und ein in der Versorgungsleitung vor dem Proportional-Wegeschieber
112 angeordnetes 2-Wege-Stromregelventil 130 aufweisen. Der Proportional-Wegeschieber
112 ist z. B. mit zwei Lastanschlüssen A und B des Ventilblocks 110 verbunden, die
mit einem Verbraucher (nicht dargestellt), wie etwa einem Hydrozylinder, verbunden
sein können.
[0028] Das 2-Wege-Stromregelventil 130 weist ein Vorspannelement F, beispielsweise eine
Feder, einen eingangsseitigen Versorgungsanschluss 132, einen ausgangsseitig Ausgangsanschluss
134, einen ersten Steueranschluss 136, der mit einer ersten Anzapfung des 2-Wege-Stromregelventils
130, die am 2-Wege-Stromregelventil 130 ausgangsseitig angeordnet ist, verbunden ist,
und einen zweiten Steueranschluss 138 auf, der mit einer LS-Druckleitung 114 verbunden
ist. Der erste Steueranschluss 136 ist mit der ersten Anzapfung des 2-Wege-Stromregelventils
130 verbunden, so dass ein durch die erste Anzapfung abgegriffenes Drucksignal über
den ersten Steueranschluss 136 derart auf das 2-Wege-Stromregelventil 130 einwirkt,
dass das Drucksignal einer vom Vorspannelement F erzeugten Vorspannung entgegenwirkt.
Ein durch die LS-Leitung 114 über den zweiten Druckanschluss 138 an das 2-Wege-Stromregelventil
130 angelegtes Drucksignal unterstützt hingegen die von dem Vorspannelement F erzeugte
Vorspannung.
[0029] In der in Fig. 2a dargestellten anschaulichen Ausführungsform weist das 2-Wege-Stromregelventil
130 weiterhin eine eingangsseitig angeordnete zweite Anzapfung auf, mittels der ein
Drucksignal in der Versorgungsleitung vor dem 2-Wege-Stromregelventil 130 abgegriffen
wird, wobei das Drucksignal in dem in Fig. 2a dargestellten Ventilzustand über eine
Düse D1, oder alternativ eine Blende, dem ersten Steueranschluss 136 zugeführt wird.
Hierbei ist die Düse D1 wenigstens über einen Teilbereich des Regelhubs des 2-Wege-Stromregelventils
mit der ersten Anzapfung und/oder dem ersten Steueranschluss 136 verbunden.
[0030] Gemäß der in Fig. 2a dargestellten Ausführungsform wird das 2-Wege-Stromregelventil
130 daher durch das Vorspannelement F und ein am zweiten Steueranschluss 138 anliegendes
Druckmittel in Auf-Steuerrichtung vorgespannt, während Drucksignale, die über die
erste und zweite Anzapfung dem ersten Steueranschluss 136 zugeführt werden, in Zu-Steuerrichtung
wirken. Die erste Anzapfung ist mit dem ersten Steueranschluss 136 über eine zweite
Düse D2 unabhängig von der Ventilstellung des 2-Wege-Stromregelventils verbunden.
Befindet sich das 2-Wege-Stromregelventil 130 in der in Fig. 2a dargestellten Schaltstellung,
wird ein Drucksignal p
P am eingangsseitigen Versorgungsanschluss 132 abgegriffen. In Abhängigkeit von den
Düsen D1 und D2 kann nun eine Impfung des 2-Wege-Stromregelventil 130 durch das Drucksignal
p
P derart erfolgen, dass das am ersten Steueranschluss 136 anliegende Drucksignal durch
das Drucksignal p
P bestimmt wird, wie weiter unten hinsichtlich Fig. 3a in größerem Detail beschrieben
wird.
[0031] Im Allgemeinen bezeichnet eine Auf-Steuerrichtung eine Steuerrichtung des 2-Wege-Stromregelventils,
entlang der das 2-Wege-Stromregelventil geöffnet wird. Im Gegensatz dazu ist unter
einer Zu-Steuerrichtung eine Steuerrichtung des 2-Wege-Stromregelventils zu verstehen,
entlang der das 2-Wege-Stromregelventil geschlossen wird.
[0032] Unter der Annahme, dass Querschnittflächen von Regelkolben (nicht dargestellt) im
2-Wege-Stromregelventil 130 am ersten Steueranschluss 136 und am zweiten Steueranschluss
138 gleich sind (die Querschnittflächen sollen im Folgenden mit A
K bezeichnet sein), gilt im Kräftegleichgewicht für das 2-Wege-Stromregelventil 130:
(p
P - p
LS) = F
F/A
K, wobei der Druck p
LS ein von der LS-Leitung 114 gemeldetes Drucksignal bezeichnet und das Drucksignal
p
P durch die von den ersten und zweiten Anzapfungen gemeldeten Drucksignale abhängig
von den Parametern der Düsen D1, D2 gebildet wird (die Federkraft ist mit F
F bezeichnet; im Allgemeinen setzt sich die Federkraft aus einer Federvorspannung F
FV und, bei gegebener Federkonstanten c
Feder, der aus einem Hub Δx der Feder resultierenden Kraft F
Hook = c
Feder * Δx zusammen: F
F = F
FV + F
Hook). Sinkt nun der Lastdruck nach dem Proportional-Wegeschieber 112, so nimmt auch der
Volumenstrom durch das 2-Wege-Stromregelventil 130 ab. Dies bedeutet, dass auch die
Druckdifferenz (p
P - p
LS) abnimmt und folglich der Druck p
LS etwas zunimmt bzw. der Druck p
P etwas abnimmt. Das 2-Wege-Stromregelventil 130 stellt somit eine druckgesteuerte
Druckwaage dar, wobei ein verfälschendes Drucksignal durch die zweite Anzapfung wenigstens
über einen Teilabschnitt des Hubwegs in Zu-Steuerrichtung bzw. an den ersten Steueranschluss
136 angelegt wird.
[0033] In der obigen Betrachtung (wie auch an entsprechender Stelle in der Beschreibung
zu Fig. 3a unten) geht eine am Regelkolben schließend wirkende Strömungskraft F
Strömung hervorgerufen durch die am Regelkolben auftretende Druckdifferenz und den Volumenstrom
nicht ein. Die Strömungskraft F
Strömung steigt mit zunehmendem Volumenstrom bis zu einem Maximalwert linear an und fällt
ab dem Maximalwert hyperbelförmig ab, so dass die Strömungskraft F
Strömung unter Umständen einen erheblichen Anteil am Kräftegleichgewicht ausmachen kann und
dann nicht mehr ohne tolerierbare Fehler zu vernachlässigen wäre. Unter Berücksichtigung
von F
Strömung folgt aus dem Kräftegleichgewicht: (p
P - p
LS) + F
Strömung/A
K = F
F/A
K.
[0034] Im dargestellten Ventilzustand würde eine Regelung des 2-Wege-Stromregelventils ohne
die zweite Anzapfung, durch die ein verfälschendes Drucksignal zusätzlich zu dem von
der ersten Anzapfung abgegriffenen Drucksignal in Zu-Steuerrichtung auf das 2-Wege-Stromregelventil
130 einwirkt, in Auf-Steuerrichtung derart erfolgen, dass mehr Volumenstrom durchgelassen
würde und sich die Druckdifferenz im Kräftegleichgewicht auf einen konstanten Wert
einregelt. Aufgrund des verfälschenden Drucksignals, das durch die zweite Anzapfung
jedoch in Zu-Steuerrichtung auf das 2-Wege-Stromregelventil 130 einwirkt, erfolgt
eine Regelung des Steuerkolbens in Zu-Steuerrichtung, da das verfälschende Drucksignal,
das durch die zweite Anzapfung abgegriffen wird, im Falle einer Druckminderung aufgrund
eines abfallenden Volumenstroms bzw. eines Druckanstiegs im Lastkreis, der durch die
LS-Leitung 114 gemeldet wird, das dem LS-Drucksignal entgegenwirkt. Dementsprechend
wird der Regelkolben entlang der Zu-Steuerrichtung ausgelenkt und der Volumenstrom
sinkt gegenüber dem Fall ohne verfälschendes Drucksignal ab, wird also insbesondere
nicht auf einen konstanten Wert geregelt.
[0035] Die sich ergebende Kennlinie für das 2-Wege-Stromregelventil 130 aus Fig. 2a, in
der die Differenz (Pumpendruck - p
LS) gegen den Volumenstrom aufgetragen ist, ist in Fig. 2b schematisch dargestellt,
wobei der vertikale Kennlinienverlauf herkömmlicher 2-Wege-Stromregelventile (vgl.
Fig. 1 b) als gestrichelte Linie angedeutet ist. Ersichtlichermaßen ist die Kennlinie
des 2-Wege-Stromregelventils 130 gemäß der in Fig. 2a dargestellten anschaulichen
Ausführungsform gegenüber dem vertikalen Verlauf herkömmlicher Kennlinien nach links
geneigt.
[0036] In Fig. 2c ist ein Verlauf einer Durchflussquerschnittfläche des Stromregelventils
entlang eines Regelhubs gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung schematisch
darstellt. Insbesondere ist der Verlauf der Durchflussquerschnittfläche an der Regelkante
durch das 2-Wege-Stromregelventil 130 (vgl. Kurve 1) und an der Düse D1 (vgl. Kurve
2) entlang eines Hubs H1 des Regelkolbens schematisch gezeigt. Gemäß der Dargestellten
Ausführungsform ist der Verlauf der Durchflussquerschnittfläche der Düse D1 über einen
Teilabschnitt des Hubs H1 konstant ist und geht dann gegen Null.
[0037] Fig. 3a zeigt schematisch eine Ventilanordnung gemäß weiterer anschaulicher Ausführungsformen
der Erfindung. Die Ventilanordnung umfasst einen Ventilblock 210 und einen Anschlussblock
220, der mit dem Ventilblock 210 verbunden ist. Der Anschlussblock 220 weist ein Vorsteuerdruckregelventil
222 auf und kann mit einem Konstantpumpensystem (nicht dargestellt; vgl. Konstantpumpensystem
in Fig. 1a) oder alternativ mit einem Regelpumpensystem (nicht dargestellt) verbunden
sein.
[0038] Gemäß der Darstellung in Fig. 3a umfasst der Ventilblock 210 einen Proportional-Wegeschieber
212 und ein in der Versorgungsleitung vor dem Proportional-Wegeschieber 212 angeordnetes
2-Wege-Stromregelventil 230. Der Proportional-Wegeschieber 112 ist z.B. mit zwei Lastanschlüssen
A und B des Ventilblocks 210 verbunden, die mit einem Verbraucher (nicht dargestellt),
wie etwa einem Hydrozylinder, verbunden sein können.
[0039] Das 2-Wege-Stromregelventil 230 weist ein Vorspannelement F, einen eingangsseitig
angeordneten ersten Versorgungsanschluss 232, einen ausgangsseitig angeordneten Ausgangsanschluss
234, einen ersten Steueranschluss 236, der mit einer ersten Anzapfung des 2-Wege-Stromregelventils
230, die am 2-Wege-Stromregelventil 230 ausgangsseitig angeordnet ist, verbunden ist,
und einen zweiten Steueranschluss 238 auf, der mit einer LS-Druckleitung 214 verbunden
ist. Der erste Steueranschluss 236 ist mit der ersten Anzapfung des 2-Wege-Stromregelventils
230 verbunden, so dass ein durch die erste Anzapfung abgegriffenes Drucksignal über
den ersten Steueranschluss 236 derart auf das 2-Wege-Stromregelventil 230 einwirkt,
dass das von der ersten Anzapfung gemeldete Drucksignal einer vom Vorspannelement
F, z.B. eine Feder, erzeugten Vorspannung entgegenwirkt. Ein durch die LS-Leitung
214 über den zweiten Druckanschluss 238 an das 2-Wege-Stromregelventil 230 angelegtes
Drucksignal unterstützt hingegen die vom Vorspannelement F erzeugte Vorspannung.
[0040] In der in Fig. 3a dargestellten anschaulichen Ausführungsform weist das 2-Wege-Stromregelventil
230 weiterhin eine eingangsseitig angeordnete zweite Anzapfung auf, mittels der ein
Drucksignal in der Versorgungsleitung vor dem 2-Wege-Stromregelventil 230 abgegriffen
wird, wobei das Drucksignal in dem in Fig. 3a dargestellten Ventilzustand über eine
Düse D3, oder alternativ eine Blende, dem zweiten Steueranschluss 238 zugeführt wird.
Hierbei ist die Düse D3 wenigstens über einen Teilbereich des Regelhubs des 2-Wege-Stromregelventils
mit der ersten Anzapfung und/oder dem zweiten Steueranschluss 238 verbunden.
[0041] Gemäß der in Fig. 3a dargestellten Ausführungsform wird das 2-Wege-Stromregelventil
230 daher durch das Vorspannelement F und ein am zweiten Steueranschluss 238 anliegendes
Druckmittel in Auf-Steuerrichtung vorgespannt, während von der ersten Anzapfung dem
ersten Steueranschluss 236 gemeldete Drucksignale in Zu-Steuerrichtung wirken.
[0042] Ähnlich zu der in Fig. 2a dargestellten Ausführungsform gilt für das 2-Wege-Stromregelventil
230, unter der Annahme, dass Querschnittflächen von Regelkolben (nicht dargestellt)
im 2-Wege-Stromregelventil 130 am ersten Steueranschluss 136 und am zweiten Steueranschluss
138 gleich sind (sollen im Folgenden mit A
K bezeichnet sein), für das Kräftegleichgewicht: (p
B - p
A) = F
F/A
K, wobei der Druck p
A bezeichnet den Druck, der bei aktiver Impfung des 2-Wege-Stromregelventils 230 zwischen
der Düse D3 und einer damit in Reihe geschalteten Düse D4 wirkt und von der zweiten
Anzapfung dem zweiten Steueranschluss 238 als verfälschendes Drucksignal gemeldet
wird. Der Druck p
B stellt das von den ersten Anzapfungen gemeldete Drucksignal dar (F
F bezeichnet die Federkraft, wie hinsichtlich Fig. 2a oben erläutert ist). Es wird
ferner ein Lastdrucksignal p
LS je nach Schaltstellung des Proportional-Wegeschiebers 212 am Punkt M1 bzw. M2 abgegriffen.
Wenn die Impfung des 2-Wege-Stromregelventils 230 aktiv ist, wirkt p
LS zwischen den Verbraucheranschlüssen und der Düse D4, ansonsten bis zum Steueranschluss
238 im Falle von inaktiver Impfung. Wie weiter unten erläutert wird, wird das Verhältnis
zwischen p
LS und p
A durch die Düsen D3 und D4 vorgegeben.
[0043] Sinkt nun der Lastdruck nach dem Proportional-Wegeschieber 212, nimmt der Volumenstrom
durch das 2-Wege-Stromregelventil 230 ab. Mit Abnehmendem Lastdruck nimmt die Druckdifferenz
(p
B - p
A) ab, d.h. der Druck p
A nimmt etwas zu bzw. der Druck p
B nimmt etwas ab. Durch das zusätzlich in Auf-Steuerrichtung wirkende verfälschende
Drucksignal p
A wird das Kräftegleichgewicht gegenüber der in Fig. 1a dargestellten bekannten Druckwaage
in Auf-Steuerrichtung verschoben, so dass das 2-Wege-Stromregelventil 230 weiter geöffnet
wird und somit mehr Volumenstrom durch das 2-Wege-Stromregelventil 230 durchtritt.
Das 2-Wege-Stromregelventil 230 stellt demnach eine druckgesteuerte Druckwaage dar,
wobei durch die zweite Anzapfung ein verfälschendes Drucksignal wenigstens über einen
Teilabschnitt des Hubwegs in Auf-Steuerrichtung bzw. an den zweiten Steueranschluss
238 angelegt wird, insbesondere wird der Volumenstrom nicht auf einen konstanten Wert
geregelt.
[0044] Hinsichtlich einer Einstellung des Drucksignals p
A kann dies gemäß beispielhafter Ausgestaltungen durch die Düse D3 und der damit in
Reihe geschalteten Düse D4 eingestellt werden. Allgemein ergibt sich bei in Reihe
geschalteten Düsen bzw. einer Düsenkette (der Volumenstrom ist bei in Reihe geschalteten
Düsen konstant) wenigstens näherungsweise, dass für ein Verhältnis von aus einem Druck
vor der ersten Düse (hier D3; der Druck vor der Düse D3 sei mit p
D3 bezeichnet) in der Reihe bzw. Kette zu einem Druck zwischen der ersten und zweiten
Düse (hier D4; der Druck vor der Düse D4 sei mit p
D4 bezeichnet) gilt: p
D3/p
D4 = (d
D4/d
D3)
4 + 1, wobei d
D4/d
D3 den Durchmesser der Düse D3/D4 bezeichnet. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen,
dass entsprechendes für die Düsen D1 und D2 in Fig. 2a oben gilt.
[0045] Im dargestellten Ventilzustand würde eine Regelung des 2-Wege-Stromregelventils 230
ohne die zweite Anzapfung, durch die ein verfälschendes Drucksignal zusätzlich zu
dem von der ersten Anzapfung abgegriffenen Drucksignal in Zu-Steuerrichtung auf das
2-Wege-Stromregelventil 230 einwirkt, in Auf-Steuerrichtung derart erfolgen, dass
(im Vergleich zu der in Fig. 3a dargestellten Ausführungsform) weniger Volumenstrom
durchgelassen würde und sich die Druckdifferenz im Kräftegleichgewicht auf einen (vergleichsweise)
geringeren konstanten Wert regelt. Aufgrund des verfälschenden Drucksignals, das durch
die zweite Anzapfung jedoch in Auf-Steuerrichtung auf das 2-Wege-Stromregelventil
230 einwirkt, erfolgt eine Regelung des Steuerkolbens in Auf-Steuerrichtung, da das
verfälschende Drucksignal, das durch die zweite Anzapfung abgegriffen wird, im Falle
einer Druckminderung aufgrund eines abfallenden Volumenstroms bzw. eines Druckanstiegs
im Lastkreis, der durch die LS-Leitung 114 gemeldet wird, das LS-Drucksignal verstärkt.
Dementsprechend wird der Regelkolben entlang der Auf-Steuerrichtung weiter ausgelenkt
und der Volumenstrom steigt gegenüber dem Fall ohne verfälschendes Drucksignal weiter
an.
[0046] Die sich ergebende Kennlinie für das 2-Wege-Stromregelventil 230 aus Fig. 3a, in
der die Differenz (Pumpendruck - p
LS) gegen den Volumenstrom aufgetragen ist, ist in Fig. 3b schematisch dargestellt,
wobei der vertikale Kennlinienverlauf herkömmlicher 2-Wege-Stromregelventile (vgl.
Fig. 1b) als gestrichelte Linie angedeutet ist. Ersichtlichermaßen ist die Kennlinie
des 2-Wege-Stromregelventils 230 gemäß der in Fig. 3a dargestellten anschaulichen
Ausführungsform gegenüber dem vertikalen Verlauf herkömmlicher Kennlinien nach rechts
geneigt.
[0047] In Fig. 3c ist ein Verlauf einer Durchflussquerschnittfläche des Stromregelventils
entlang eines Regelhubs gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung schematisch
darstellt. Insbesondere ist der Verlauf der Durchflussquerschnittfläche an der Regelkante
durch das 2-Wege-Stromregelventil 230 (vgl. Kurve 3) und an der Düse D3 (vgl. Kurve
4) entlang eines Hubs H2 des Regelkolbens schematisch gezeigt. Gemäß der dargestellten
Ausführungsform ist die Durchlassquerschnittfläche der Düse D3 über einen Teilabschnitt
des Hubs H2 konstant und geht dann gegen Null.
[0048] Durch die hinsichtlich der Figuren 3a bis 3c beschriebenen beispielhaften Ausführungsformen
lässt sich zum Beispiel ein Übergang von einem Unterversorgungszustand des 2-Wege-Stromregelventils
230 zu einem ausreichenden Versorgungszustand des 2-Wege-Stromregelventils 230 ohne
plötzlichen Druckschlag gestalten, da sich aufgrund des verfälschenden Drucksignals
ein proportionaler Angleich zwischen einer am 2-Wege-Stromregelventil 230 auftretenden
Druckdifferenz und eines durch das Ventil strömenden Volumenstroms ergibt. Demgegenüber
tritt in Ventilen mit einem vertikalen Kennlinienverlauf am Übergang ein plötzlicher
Druckschlag auf.
[0049] Fig. 4a zeigt eine Ventilanordnung gemäß weiterer anschaulicher Ausführungsformen
der Erfindung. Hierbei ist schematisch eine Ventilanordnung dargestellt, die einen
Ventilblock 310 und einen Anschlussblock 320 umfasst, der mit dem Ventilblock 310
verbunden ist. Der Anschlussblock 320 weist ein Vorsteuerdruckregelventil 322 auf
und kann mit einem Konstantpumpensystem (nicht dargestellt; vgl. Konstantpumpensystem
in Fig. 1a) oder alternativ mit einem Regelpumpensystem (nicht dargestellt) verbunden
sein. Der Ventilblock 310 umfasst weiter einen Proportional-Wegeschieber 312 und ein
in der Versorgungsleitung vor dem Proportional-Wegeschieber 312 angeordnetes 2/3-Wege-Stromregelventil
330. Der Proportional-Wegeschieber 312 ist z.B. mit zwei Lastanschlüssen A und B des
Ventilblocks 310 verbunden, die mit einem Verbraucher (nicht dargestellt), wie etwa
einem Hydrozylinder, verbunden sind.
[0050] Das 2/3-Wege-Stromregelventil 330 weist gemäß der in Fig. 4a dargestellten Ausführungsform
ein Vorspannelement F, einen eingangsseitig angeordneten ersten Versorgungsanschluss
332, einen ausgangsseitig angeordneten Ausgangsanschluss 334, einen ersten Steueranschluss
336, der mit einer ersten Anzapfung des 2/3-Wege-Stromregelventils 330, die am 2/3-Wege-Stromregelventil
330 ausgangsseitig angeordnet ist, verbunden ist, und einen zweiten Steueranschluss
338 auf, der mit einer LS-Druckleitung 314 verbunden ist. Der erste Steueranschluss
336 ist mit der ersten Anzapfung des 2/3-Wege-Stromregelventils 330 verbunden, so
dass ein durch die erste Anzapfung abgegriffenes Drucksignal über den ersten Steueranschluss
336 derart auf das 2/3-Wege-Stromregelventil 330 einwirkt, dass das von der ersten
Anzapfung gemeldete Drucksignal einer von einem Vorspannelement F, z.B. einer Feder,
erzeugten Vorspannung entgegenwirkt. Ein durch die LS-Leitung 314 über den zweiten
Druckanschluss 338 an das 2/3-Wege-Stromregelventil 330 angelegtes Drucksignal unterstützt
hingegen die vom Vorspannelement F erzeugte Vorspannung.
[0051] Das in Fig. 4a dargestellte 2/3-Wege-Stromregelventil 330 weist ferner eine ausgangsseitig
angeordnete zweite Anzapfung auf, so dass ein ausgangsseitig abgegriffenes verfälschendes
Drucksignal dem zweiten Steueranschluss 338 über eine Düse D5 zugeführt wird. Gemäß
alternativer Ausgestaltungen der in Fig. 4a dargestellten Ventilanordnung kann die
zweite Anzapfung eingangsseitig vorgesehen sein, um dem zweiten Steueranschluss 338
ein eingangsseitig abgegriffenes verfälschendes Drucksignal über die Düse D5 zuzuführen.
Der über die Düse D5 gemeldete Druck kann z.B. über eine Düsenkette mit einer Düse
D6 eingestellt werden, wie weiter oben beschrieben wurde. Durch die zweite Anzapfung
wird dem zweiten Steueranschluss 338 zusätzlich zum am zweiten Steueranschluss 338
gemeldeten LS-Drucksignal ein verfälschendes Drucksignal zugeführt, das über die zweite
Anzapfung zur Unterstützung der Vorspannung in Auf-Steuerrichtung an das 2/3-Wege-Stromregelventil
angelegt wird. Dies gilt in einem in Fig. 4a dargestellten Ventilzustand a.
[0052] In einem Ventilzustand b, der einer Auslenkung des 2/3-Wege-Stromregelventils 330
aus dem Ventilzustand a in Zu-Steuerrichtung heraus entspricht, ist eine Verbindung
zwischen der zweiten Anzapfung und dem zweiten Steueranschluss 338 getrennt, während
ein Durchlass (bzw. ein Öffnungsquerschnitt, nicht dargestellt) zwischen der Eingangsseite
und der Ausgangsseite des 2/3-Wege-Stromregelventils aufrechterhalten wird.
[0053] In einem Ventilzustand c, der eine weiteren Auslenkung des 2/3-Wege-Stromregelventils
330 aus dem Ventilzustand b in Zu-Steuerrichtung heraus entspricht, ist das Ventil
sowohl in Durchlaufrichtung als auch in einer Verbindung zwischen der zweiten Anzapfung
und dem zweiten Steueranschluss 338 geschlossen. Gemäß einigen anschaulichen Beispielen
kann das 2/3-Wege-Stromregelventil im Ventilzustand c vollständig in Zu-Steuerrichtung
ausgelenkt sein.
[0054] Gemäß der dargestellten Ausführungsform wird das an der zweiten Anzapfung abgegriffene
verfälschende Drucksignal lediglich über einen Teilbereich des Regelhubs in Auf-Steuerrichtung
am zweiten Steueranschluss 338 gemeldet. Folglich erfolgt ein "Impfen" des 2/3-Wege-Stromregelventils
330 lediglich über einen Teilbereich des Regelhubs. Es wird damit eine bessere Ausnutzung
der Eckleistung im Bereich kleiner Druckdifferenzen bzw. kleiner Volumenströme erreicht
und das in Fig. 4a dargestellte 2/3-Wege-Stromregelventil 330 erreicht eine verhältnismäßig
geringere Druckdifferenz bei gleicher Menge gegenüber herkömmlichen 2-Wege-Stromregelventilen.
Ferner kann eine Volumenstromregelung im Bereich niedriger Druckdifferenzen genauer
erfolgen.
[0055] Fig. 4b stellt schematisch den Verlauf einer Kennlinie des in Fig. 4a dargestellten
2/3-Wege-Stromregelventils 330 dar, wobei ein Kennlinienverlauf herkömmlicher 2-Wege-Stromregelventile
(vgl. z. B. 130 in Fig. 1a) zum Vergleich mit gestrichelter Linie angedeutet ist.
Es ist aus Fig. 4b ersichtlich, dass im 2/3-Wege-Stromregelventil 330 gemäß der Darstellung
in Fig. 4a ein schnellerer Eintritt in den Regelkurvenabschnitt (vgl. RK in Fig. 1
b) erfolgt, insbesondere befindet sich das 2/3-Wege-Stromregelventil 330 gemäß der
in Fig. 4a dargestellten Ausführungsform gegenüber herkömmlichen 2-Wege-Stromregelventilen
schon bei kleineren Druckdifferenzen im Ausregelbereich, wie in Fig. 4b anhand der
Markierung d angedeutet ist.
[0056] Fig. 4c zeigt schematisch einen Verlauf der Durchflussquerschnittfläche zwischen
Regelkanten im 2/3-Wege-Stromregelventil aus Fig. 4a entlang eines Regelhubs H3 des
2/3-Wege-Stromregelventils 330 (vgl. Fig. 4a). Der in Fig. 4c mit Kurve 5 bezeichnete
Kurvenverlauf zeigt daher die Durchflussquerschnittfläche zwischen dem eingangsseitigen
und dem ausgangsseitigen Anschlüssen, wohingegen der mit Kurve 6 bezeichnete Kurvenverlauf
den Verlauf der Durchflussquerschnittfläche der Düse D5 entlang des Regelkolbenhubs
H3 darstellt. Es ist ersichtlich, dass die Düse D5 lediglich über einen Teilabschnitt
des Regelhubs geöffnet ist, insbesondere entlang eines Teilabschnitts T1, der kleiner
ist als ein Teilabschnitt T2, entlang welchem das 2/3-Wege-Stromregelventil 330 (vgl.
Fig. 4a) in Durchlassrichtung geöffnet ist. Gemäß beispielhafter Ausgestaltungen gilt:
T1 < T2 ≤ H3.
[0057] In den vorangehend anhand der Figuren beschriebenen Ausführungsformen ist von einem
Proportional-Wegeschieber und einem Verbraucher die Rede. Dies stellt keine Beschränkung
der vorliegenden Erfindung dar. Statt einem Verbraucher und einem Proportional-Wegeschieber
können in Analogie zu der Darstellung in Fig. 1a zwei Proportional-Wegeschieber und
zwei Verbraucher oder sogar mehr als zwei Proportional-Wegeschieber und mehr als zwei
Verbraucher vorgesehen sein, wobei vor mindestens einem Proportional-Wegeschieber
eine Druckwaage mit geimpfter Kennlinie bereitgestellt sein kann.
1. Druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil (130; 230; 330) für Hydraulikanwendungen,
wobei ein erstes Drucksignal in Zu-Steuerrichtung des 2-Wege-Stromregelventils (130;
230; 330) über eine erste ausgangsseitige Anzapfung und ein zweites Drucksignal in
Auf-Steuerrichtung über eine LS-Druckmeldeleitung (114; 214; 314) an das 2-Wege-Stromregelventil
(130; 230; 330) angelegt wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein das erste oder zweite Drucksignal verfälschendes Drucksignal über eine wenigstens
über einen Teil des Regelhubs des 2-Wege-Stromregelventils (130; 230; 330) wirksame
zweite Anzapfung in Zu- oder Auf-Steuerrichtung an das 2-Wege-Stromregelventil (130;
230; 330) angelegt wird.
2. Druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil (130; 230; 330) nach Anspruch 1, wobei das
verfälschende Drucksignal lediglich über einen Teil des Regelhubs (H1; H2; H3) des
2-Wege-Stromregelventils (130; 230; 330) angelegt wird.
3. Druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil (130; 230; 330) nach Anspruch 1 oder 2, wobei
das verfälschende Drucksignal in dem das verfälschende Drucksignal abgreifenden Teil
des Regelhubs (H1; H2; H3) über eine erste Düse (D1; D3; D5) oder eine erste Blende
in Zu- oder Auf-Steuerrichtung an das 2-Wege-Stromregelventil (130; 230; 330) angelegt
wird.
4. Druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil (130; 230; 330) nach Anspruch 3, ferner eine
zweite Düse (D2; D4; D6) oder eine zweite Blende umfassend, die mit der ersten Düse
(D1; D3; D5) oder der ersten Blende in Reihe geschaltet ist, wobei das verfälschende
Drucksignal über einen zwischen den Düsen (D1, D2; D3, D4; D5, D6) oder Blenden angeordneten
Steueranschluss (136, 236, 336) an das 2-Wege-Stromregelventil angelegt wird.
5. Druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil (130; 230) nach einem der Ansprüche 1 bis
4, wobei die zweite Anzapfung am 2-Wege-Stromregelventil (130; 230) eingangsseitig
angeordnet ist.
6. Druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil (230) nach Anspruch 5, wobei das verfälschende
Drucksignal in Auf-Steuerrichtung angelegt wird, so dass sich bei zunehmender Differenz
zwischen dem ersten Drucksignal und dem zweiten Drucksignal ausgangsseitig am 2-Wege-Stromregelventil
(230) ein zunehmender Volumenstrom einregelt.
7. Druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil (330) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei
die zweite Anzapfung am 2-Wege-Stromregelventil (330) ausgangsseitig angeordnet ist
und das verfälschende Drucksignal in Auf-Steuerrichtung angelegt wird.
8. Druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil (330) nach Anspruch 7, wobei der Regelhub
(H3) einen Durchlassabschnitt und einen Sperrabschnitt aufweist, in dem am 2-Wege-Stromregelventil
(330) ausgangsseitig kein Volumenstrom auftritt, wobei das verfälschende Drucksignal
im Durchlassabschnitt über einen Teil (T1) des Regelhubs (H3) an das 2-Wege-Stromregelventil
(330) angelegt wird.
9. Druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil (130) nach Anspruch 5, wobei das verfälschende
Drucksignal in Zu-Steuerrichtung angelegt wird, so dass sich bei zunehmender Differenz
zwischen dem ersten Drucksignal und dem zweiten Drucksignal ausgangsseitig am 2-Wege-Stromregelventil
(130) ein abnehmender Volumenstrom einregelt.
10. Druckgesteuertes 2-Wege-Stromregelventil (130; 230; 330) nach einem der Ansprüche
1 bis 9, wobei das 2-Wege-Stromregelventil derart konfiguriert ist, dass das verfälschende
Drucksignal über einen Teil des Regelhubs gesperrt ist.
11. Ventilanordnung für Hydraulikanwendungen mit einem Proportional-Wegeschieber (112;
212; 312) zur Steuerung eines Hydroverbrauchers und einem 2-Wege-Stromregelventil
(130; 230; 330) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei das 2-Wege-Stromregelventil
(130; 230; 330) ausgangsseitig mit dem Proportional-Wegeschieber (112; 212; 312) verbunden
ist.
12. Ventilanordnung für Hydraulikanwendungen mit einem Proportional-Wegeschieber (112;
212; 312) zur Steuerung eines Hydroverbrauchers und einem 2-Wege-Stromregelventil
(130; 230; 330) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei das 2-Wege-Stromregelventil
(130; 230; 330) eingangsseitig mit dem Proportional-Wegeschieber (112; 212; 312) verbunden
ist.
13. Ventilanordnung nach Anspruch 11 oder 12, wobei der Proportional-Wegeschieber (112;
212; 312) zusammen mit dem 2-Wege-Stromregelventil (130; 230; 330) in einen Ventilblock
(110; 210; 310) integriert ist.