[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Lenkflugkörper-Startsystem. Weiterhin betrifft
die Erfindung einen Lenkflugkörper zur Verwendung in einem derartigen Lenkflugkörper-Startsystem.
Das Lenkflugkörper-Startsystem ist insbesondere schultergestützt und damit für einen
einzelnen Benutzer portabel ausgestaltet.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Startrohre für Lenkflugkörper bekannt, die ein Benutzer
schultergestützt verwenden kann. Dabei besteht die Gefahr, dass eine unbeabsichtigte
Zündung erfolgt oder eine Verriegelung des Lenkflugkörpers innerhalb des Startrohres
unbeabsichtigt gelöst wird. In beiden Fällen kommt es zu einem ungewollten Austreten
des Lenkflugkörpers aus dem Startrohr, was zumindest für den Benutzer eine hohe Gefahr
darstellt. Außerdem besteht bei derartigen Startsystemen ein erhöhter Aufwand bezüglich
Lagerung und Transport.
[0003] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Lenkflugkörper-Startsystem bereitzustellen,
das bei einfacher und kostengünstiger Herstellung und Montage eine sichere Handhabung
des Lenkflugkörpers ermöglicht.
[0004] Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs. Somit wird
die Aufgabe gelöst durch ein Lenkflugkörper-Startsystem, umfassend ein Startrohr und
ein Griffstück. Das Startrohr weist einen Lenkflugkörperraum auf, der zur Aufnahme
eines Lenkflugkörpers ausgebildet ist. Weiterhin weist das Startrohr einen Patronenraum
auf, der zur Aufnahme einer Manöverpatrone ausgebildet ist. Insbesondere ist vorgesehen,
dass sowohl der Lenkflugkörperraum als auch der Patronenraum eine Verbindung zu einer
Umgebung des Startrohrs aufweisen. Insbesondere ist vorgesehen, dass der Lenkflugkörperraum
und der Patronenraum vollständig voneinander getrennt sind. Eine Zündung der Manöverpatrone
führt somit nicht zu einer Zündung des Lenkflugkörpers. An das Startrohr ist das Griffstück
anmontierbar, wobei das Griffstück ebenso jederzeit von dem Startrohr trennbar ist.
Das Griffstück weist ein Schlagbolzensystem zum Zünden der Manöverpatrone auf. Somit
ist ersichtlich, dass das Lenkflugkörper-Startsystem eine erhöhte Sicherheit in Bezug
auf die Handhabung aufweist. Wird das Startrohr von dem Griffstück getrennt, so ist
eine versehentliche Zündung der Manöverpatrone nicht möglich, da das zugehörige Schlagbolzensystem
in dem getrennten Griffstück vorhanden ist.
[0005] Die Unteransprüche haben bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung zum Inhalt.
[0006] Vorteilhafterweise weist das Startrohr eine Öffnung auf, in der ein Schlagbolzenelement
angeordnet ist. Dabei ragt das Schlagbolzenelement in den Lenkflugkörperraum. Die
Öffnung des Startrohrs verbindet somit den Lenkflugkörperraum mit einer Umgebung des
Startrohrs. Durch das Einsetzen des Schlagbolzenelements ist vorteilhafterweise die
Öffnung vollständig verschlossen. Durch das Eingreifen des Schlagbolzenelements in
den Lenkflugkörperraum ist ermöglicht, dass mit dem Schlagbolzenelement in eine Zündungsöffnung
des Lenkflugkörpers eingreifbar ist. Da das Schlagbolzenelement somit sowohl in die
Öffnung des Startrohrs als auch in die Zündungsöffnung des Lenkflugkörpers eingreift,
findet eine axiale Zentrierung der Öffnung des Startrohrs und der Zündungsöffnung
des Lenkflugkörpers statt. Der Lenkflugkörper hat somit eine vordefinierte Ausrichtung
innerhalb des Startrohrs.
[0007] Besonders vorteilhaft weist das Schlagbolzenelement einen Kragen auf, über den das
Schlagbolzenelement innerhalb des Startrohrs fixiert ist. Insbesondere ist somit ein
vollständiges Durchführen des Schlagbolzenelements durch die Öffnung des Startrohrs
verhindert. Dies verhindert die Gefahr einer unbeabsichtigten Zündung des Lenkflugkörpers.
[0008] Weiterhin ist besonders vorteilhaft vorgesehen, dass der Kragen als Abreißelement
ausgebildet ist. Wird eine ausreichende Kraft auf das Schlagbolzenelement aufgebracht,
so versagt der Kragen, wodurch das Schlagbolzenelement von der Öffnung des Startrohrs
vollständig in die Zündungsöffnung des Lenkflugkörpers überführbar ist. Innerhalb
der Zündungsöffnung des Lenkflugkörpers kann das Schlagbolzenelement schließlich eine
Zündung des Lenkflugkörpers initiieren.
[0009] Mit dem Schlagbolzenelement ist vorteilhafterweise der Lenkflugkörper in dem Startrohr
verriegelbar. Somit ist durch das Schlagbolzenelement eine Verriegelung gegeben. Diese
Verriegelung ist nicht unabsichtlich lösbar, sondern kann lediglich durch ein vollständiges
Verschieben des Schlagbolzenelements in die Zündungsöffnung des Lenkflugkörpers gelöst
werden. Somit wird die Verriegelung durch das Schlagbolzenelement erst dann gelöst,
wenn der Lenkflugkörper gezündet werden soll. Ein unbeabsichtigtes Lösen ist damit
verhindert.
[0010] Vorteilhafterweise weist das Griffstück einen Gaskanal auf. Durch den Gaskanal ist
der Manöverpatronenraum mit dem Schlagbolzenelement verbunden, wenn das Griffstück
an das Startrohr montiert ist. Sollte in dem Fall, dass das Griffstück an das Startrohr
montiert ist, die Manöverpatrone gezündet werden, so wird innerhalb des Gaskanals
ein Gasdruck aufgebaut, der eine resultierende Kraft auf das Schlagbolzenelement ausübt.
In diesem Fall ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass eine Verschiebung des Schlagbolzenelements
in die Zündungsöffnung des Lenkflugkörpers erfolgt, sodass das Schlagbolzenelement
den Lenkflugkörper zündet. Da der Gaskanal innerhalb des Griffstücks angeordnet ist,
führt eine Zündung der Manöverpatrone in dem Fall, in dem das Griffstück nicht an
dem Startrohr montiert ist, auch nicht zu einer Verschiebung des Schlagbolzenelements,
da der Gaskanal nicht vorhanden ist. In diesem Fall würde lediglich der Gasdruck aus
der Manöverpatrone an eine Umgebung des Lenkflugkörper-Startsystems abgegeben. Es
ist ersichtlich, dass somit die Betriebssicherheit und die Sicherheit bei der Handhabung
des Lenkflugkörper-Startsystems deutlich erhöht sind.
[0011] Alternativ weist das Lenkflugkörper-Startsystem ein Zusatzelement auf. In dem Zusatzelement
ist ein Gaskanal angebracht. Durch den Gaskanal ist der Manöverpatronenraum mit dem
Schlagbolzenelement verbunden, wenn das Griffstück an das Startrohr montiert ist und
das Zusatzelement in das Griffstück oder in das Startrohr eingesetzt ist. Das Zusatzelement
ist besonders vorteilhaft an dem Griffstück beweglich befestigt und insbesondere aus
dem Griffstück ausschwenkbar oder in das Griffstück einschwenkbar. Somit ist die Betriebssicherheit
sowie die Sicherheit bei der Handhabung des Lenkflugkörper-Startsystems weiter erhöht,
da bei Fehlen des Zusatzelements auch ein an das Startrohr montiertes Griffstück nicht
zu einer Zündung der Manöverpatrone führen kann.
[0012] Die Betriebssicherheit ist daher zweistufig erhöht. Sollte das Griffstück von dem
Startrohr getrennt sein, so ist eine Zündung der Manöverpatrone aufgrund des fehlenden
Schlagbolzensystems nicht möglich. Wird dennoch die Manöverpatrone aus Unachtsamkeit
gezündet, so besteht keine Verbindung zu dem Lenkflugkörperraum, sodass die Zündung
der Manöverpatrone keine Auswirkung auf den Lenkflugkörper selbst hat. Erst bei einer
Verbindung von Griffstück und Startrohr ist eine Zündung der Manöverpatrone möglich.
[0013] Das Startrohr weist bevorzugt ein zusätzliches Verriegelungselement auf. Mit dem
zusätzlichen Verriegelungselement ist der Lenkflugkörper in dem Startrohr des Lenkflugkörper-Startsystems
verriegelbar. Somit ist eine weitere manuelle Verriegelung vorhanden, wodurch der
Lenkflugkörper sicher und zuverlässig innerhalb des Lenkflugkörperraums gehalten ist.
[0014] In dem Patronenraum ist vorteilhafterweise eine Manöverpatrone fest verbaut. Auf
diese Weise ist die Manöverpatrone nicht von einem Benutzer entnehmbar. Somit ist
sichergestellt, dass die Manöverpatrone stets vorhanden ist, sodass eine mangelnde
Einsatzfähigkeit des Lenkflugkörper-Startsystems aufgrund einer fehlenden Manöverpatrone
ausgeschlossen ist. Auch ist innerhalb des Startrohrs eine unbeabsichtigte Zündung
der Manöverpatrone erschwert, sodass nicht die Gefahr besteht, dass die Manöverpatrone
unbeabsichtigt gezündet wird.
[0015] Die Erfindung betrifft weiterhin einen Lenkflugkörper zur Verwendung in einem Lenkflugkörper-Startsystem
wie zuvor beschrieben. Der Lenkflugkörper weist dabei eine Zündungsöffnung auf. In
der Zündungsöffnung ist ein Schlagbolzenelement des Lenkflugkörper-Startsystems einführbar.
Auf diese Weise ist der Lenkflugkörper in einem Startrohr des Lenkflugkörper-Startsystems
fixierbar. Das Schlagbolzenelement hat daher vorteilhafterweise die Aufgabe, den Lenkflugkörper
innerhalb des Startrohrs des Lenkflugkörper-Startsystems in einer vordefinierten Ausrichtung
zu halten und gleichzeitig zu verriegeln. Die Verriegelung ist erst dann lösbar, wenn
das Schlagbolzenelement vollständig in die Zündungsöffnung eingeführt wird, wodurch
der Lenkflugkörper gezündet wird.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform führt die Zündungsöffnung zu einer Thermalbatterie
des Lenkflugkörpers. Besonders vorteilhaft führt die Zündungsöffnung zu einem Anzündhütchen
der Thermalbatterie. Auf diese Weise ist ermöglich, dass mit dem Schlagbolzenelement
auf das Anzündhütchen der Thermalbatterie schlagbar ist. Sobald das Schlagbolzenelement
auf das Anzündhütchen aufschlägt, wird die Thermalbatterie gezündet, wodurch der Lenkflugkörper
mit Energie versorgt wird. Dies führt zu einem Starten des Lenkflugkörpers aus dem
Lenkflugkörper-Startsystem.
[0017] Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels unter Berücksichtigung der
beigefügten Zeichnungen im Detail beschreiben. In den Zeichnungen ist:
- Fig. 1
- eine schematische Abbildung eines Lenkflugkörper-Startsystems gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung mit getrenntem Startrohr und Griffstück,
- Fig. 2
- eine schematische Abbildung des Lenkflugkörper-Startsystems gemäß dem Ausführungsbeispiel
der Erfindung mit montiertem Griffstück und Startrohr,
- Fig. 3
- eine schematische Abbildung eines Details des Lenkflugkörper-Startsystems gemäß dem
Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 4
- eine erste schematische Detailansicht des Lenkflugkörper-Startsystems gemäß dem Ausführungsbeispiel
der Erfindung während eines Zündvorgangs des Lenkflugkörpers, und
- Fig. 5
- eine zweite schematische Detailansicht des Lenkflugkörper-Startsystems gemäß dem Ausführungsbeispiel
der Erfindung während einer Zündung des Lenkflugkörpers.
[0018] Figur 1 zeigt schematisch ein Lenkflugkörper-Startsystem 1 gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Das Lenkflugkörper-Startsystem 1 umfasst ein Startrohr 2 und in ein
Griffstück 7. In Figur 1 ist das Griffstück 7 von dem Startrohr 2 getrennt. Figur
2 zeigt das Lenkflugkörper-Startsystem 1 aus Figur 1, wobei das Griffstück 7 an das
Startrohr 2 anmontiert ist.
[0019] Das Lenkflugkörper-Startsystem 1 ist insbesondere für den Start von schultergestützten
Lenkflugkörpern 4 geeignet. Dabei dient das Startrohr 2 als logistische Verpackung
für den Lenkflugkörper sowie zum Abschuss des Lenkflugkörpers 4.
[0020] Das Griffstück 7 ist insbesondere lediglich zum Abschuss des Lenkflugkörpers 4 mit
dem Startrohr 2 verbunden und dient der Handhabung des Lenkflugkörper-Startsystems
1, dem Sichern des Lenkflugkörpers 4 und der Initiierung des Zündvorgangs. Der Lenkflugkörper
4 ist in dem Startrohr 2 gelagert und durch zwei unabhängige Verriegelungsmechanismen
verriegelt und gesichert. Dabei ist ein erster Verriegelungsmechanismus derart vorhanden,
dass der Lenkflugkörper 4 manuell mit dem Startrohr verriegelt ist. Dies ist aus dem
Stand der Technik bekannt und daher in den Figuren nicht gezeigt. Ein zweiter Verriegelungsmechanismus
besteht in einem Schlagbolzenelement 9, das sowohl innerhalb einer Öffnung des Startrohrs
2 als auch innerhalb einer Zündungsöffnung 10 des Lenkflugkörpers 4 angeordnet ist.
Die Zündungsöffnung 10 dient dabei als Schnittstelle des Lenkflugkörpers zum Initiieren
und damit zum Abschießen des Lenkflugkörpers 4.
[0021] Die Initiierung des Lenkflugkörpers 4 geschieht durch die gezielte Beaufschlagung
eines in einer Thermalbatterie 13 des Lenkflugkörpers 4 angeordneten Anzündhütchens
15 durch das Schlagbolzenelement 9. Dazu muss das Schlagbolzenelement 9 beschleunigt
werden, um auf das Anzündhütchen 15 aufzuschlagen. Dies wird durch eine Manöverpatrone
6 initiiert.
[0022] Die Manöverpatrone 6 ist innerhalb eines Patronenraums 5 des Startrohrs 2 angeordnet.
Der Patronenraum 5 ist von dem Lenkflugkörperraum 3 getrennt. Dabei weist der Patronenraum
5 eine Öffnung auf, sodass der Patronenraum 5 zu einer Umgebung des Startrohrs 2 hin
geöffnet ist. Die Manöverpatrone 6 ist vorteilhafterweise fest innerhalb des Patronenraums
5 angeordnet, sodass ein Entnehmen der Manöverpatrone 6 durch einen Benutzer des Lenkflugkörper-Startsystems
1 nicht möglich ist.
[0023] Erst durch Einsetzen des Griffstücks 7 in das Startrohr 2 wird der Manöverpatronenraum
5 mit dem Schlagbolzenelement 9 verbunden. Dazu weist das Griffstück 7 einen Gaskanal
12 auf. Der Gaskanal 12 verbindet den Patronenraum 5 mit dem Lenkflugkörperraum 3
nur dann, wenn das Griffstück an das Startrohr 2 anmontiert ist. Ist das Griffstück
7 an das Startrohr 2 anmontiert, so kann die Manöverpatrone 6 gezündet werden, um
einen Überdruck innerhalb des Gaskanals 12 zu erzeugen. Dieser Überdruck innerhalb
des Gaskanals 12 führt schließlich zu einer Beschleunigung des Schlagbolzenelements
9.
[0024] Zum Initiieren der Manöverpatrone 6 ist ein konventionelles Schlagbolzensystem 8
vorhanden. Ein solches Schlagbolzensystem 8 kann beispielsweise auch in Faustfeuerwaffen
verbaut sein. Das Schlagbolzenelement 8 ist vollständig innerhalb des Griffstücks
7 integriert, sodass das Schlagbolzensystem 8 zusammen mit dem Griffstück 7 von dem
Startrohr 2 getrennt werden kann. Auf diese Weise ist die Produktsicherheit wesentlich
erhöht, da eine unbeabsichtigte Zündung der Manöverpatrone 6 verhindert ist. Erst
durch die Montage des Griffstücks 7 an dem Startrohr 2 wird das Schlagbolzensystem
8 axial zur Manöverpatrone 6 ausgerichtet, um eine Zündung der Manöverpatrone 6 zu
ermöglichen. Gleichzeitig wird durch das Einsetzen des Griffstücks 7 der Gaskanal
12 zwischen Manöverpatronenraum 5 und Schlagbolzenelement 9 etabliert, sodass eine
Zündung der Manöverpatrone 6 zu einer Beschleunigung des Schlagbolzenelements 9 führt.
[0025] In Figur 3 ist eine Detailansicht des Lenkflugkörper-Startsystems 1 dargestellt.
In Figur 3 ist das Lenkflugkörper-Startsystem 1 derart dargestellt, dass das Griffstück
7 an dem Startrohr 2 montiert ist.
[0026] Es ist ersichtlich, dass das Schlagbolzenelement 9 in die Zündungsöffnung 10 des
Lenkflugkörpers 4 eingreift. Diese Zündungsöffnung 10 ist axial zu einer Öffnung innerhalb
des Startrohrs 2 ausgerichtet, sodass das Schlagbolzenelement 9 fluchtend sowohl in
die Öffnung des Startrohrs 2 als auch in die Zündungsöffnung 10 des Lenkflugkörpers
4 eingesetzt ist.
[0027] Um zu verhindern, dass das Schlagbolzenelement 9 aus seiner Position unbeabsichtigt
verschoben wird, weist das Schlagbolzenelement 9 einen Kragen 11 auf, der an dem Startrohr
2 außerhalb des Lenkflugkörperraumes 3 anliegt. Über einen Sicherungsring 14 ist der
Kragen 11 fixiert. Somit ist ein Bewegen des Schlagbolzenelements 9 verhindert. Das
Schlagbolzenelement 9 dient daher als Verrieglung für den Lenkflugkörper 4, da das
zumindest teilweise Eingreifen des Schlagbolzenelements 9 in die Zündungsöffnung 10
ein Verschieben des Lenkflugkörpers 4 innerhalb des Lenkflugkörperraums 3 des Startrohrs
2 verhindert. Diese Verriegelung kann erst durch ein Zünden der Manöverpatrone 6 gelöst
werden, da dieses Zünden zu einem Verschieben des Schlagbolzenelements 9 führt, wodurch
das Schlagbolzenelement 9 vollständig innerhalb der Zündungsöffnung 10 angeordnet
ist.
[0028] Der Kragen 11 ist als Abreißelement ausgebildet. Wird durch ein Zünden der Manöverpatrone
6 der Gasdruck innerhalb des Gaskanals 12 erhöht, so führt dies zu einem Abreißen
des Kragens 11, wodurch das Schlagbolzenelement 9 verschiebbar wird. Durch den Druck
innerhalb des Gaskanals 12 findet daher eine Beschleunigung des Schlagbolzelements
9 in die Zündungsöffnung 10 des Lenkflugkörpers 4 hinein statt. Dieser Fall ist in
Figur 4 gezeigt.
[0029] In Figur 4 wurde das Schlagbolzensystem 8 ausgelöst, wodurch die Manöverpatrone 6
gezündet wurde. Dies findet analog zum Abfeuern einer Faustfeuerwaffe statt. Durch
das Zünden der Manöverpatrone 6 wird ein Überdruck innerhalb des Gaskanals 12 erzeugt.
Dieser Überdruck wirkt auf das Schlagbolzenelement 9. Sobald der Überdruck einen vordefinierten
Druck erreicht, versagt der Kragen 11 des Schlagbolzenelements 9. Dieser Fall ist
in Figur 5 gezeigt.
[0030] In Figur 5 hat der Kragen 11 des Schlagbolzenelements 9 versagt, sodass das Schlagbolzenelement
9 durch den Gasdruck innerhalb des Gaskanals 12 beschleunigt wird. Durch die Beschleunigung
des Schlagbolzenelements 9 wird dieses vollständig in die Zündungsöffnung 10 des Lenkflugkörpers
4 eingeschoben. Somit ist einerseits die Verriegelung zwischen Startrohr 2 und Lenkflugkörper
4, die durch das Schlagbolzenelement 9 etabliert wurde, gelöst, andererseits schlägt
das Schlagbolzenelement 9 auf das Anzündhütchen 15 der Thermalbatterie 13 des Lenkflugkörpers
4 auf. Auf diese Weise wird die Thermalbatterie 13 aktiviert, wodurch der Lenkflugkörper
4 mit elektrischer Energie versorgt wird. Dies führt zu einem Hochfahren der Elektronik
des Lenkflugkörpers, wodurch die Funktionen des Lenkflugkörpers gestartet werden.
Dies führt vorteilhafterweise zu einem Abschuss des Lenkflugkörpers aus dem Startrohr
2.
[0031] Die Erfindung hat weiterhin die folgenden Vorteile:
- A) Systeminitiierung unter Verwendung eines Gasgenerators in Form einer Manöverpatrone,
welche sich aufgrund ihrer Bauform zum einen durch eine voll integrierte Anzündkette
und zum anderen durch eine hohe Robustheit gegenüber Umweltwirkungen auszeichnet.
- B) Systemische Trennung von primären Initiator und Energieträger beziehungsweise Anzündkette,
bei gleichzeitiger Unterbrechung des Gaskanals durch segmentalen Aufbau, wobei ein
Gaskanalsegment im Griffstück verbleibt und den Gaskanal derart öffnet, dass in getrennter
Konfiguration keine Verdämmung und somit kein Gasdruckanstieg im Gaskanalsystem ermöglicht
ist. Dies trägt wesentlich zur Robustifizierung des Systems und einer Maximierung
der Produktsicherheit bei. Im vorliegenden Fall ist der primäre Initiator vorteilhafterweise
eine Schlagbolzenkinematik im Griffstück, während der Energieträger beziehungsweise
die Anzündkette die Manöverpatronen darstellt.
- C) Integration eines Bolzenelements mit Doppelfunktion, welches formschlüssig im Gesamtsystem
verbaut ist und den Lenkflugkörper axial wie auch radial im Abschussrohr verriegelt
und nach Initiierung des Gesamtsystems seine Funktion und Form gemäß seiner zweiten
Bestimmung als Schlagbolzenelement verändert, indem bei Erreichen eines am Boden des
Schlagbolzenelements anstehenden Mindestgasdrucks ein geometrischer Absatz oder Ansatz,
insbesondere ein Kragen, vom Schlagbolzenelement abreißt, sodass der Formschluss aufgehoben
wird und der Bolzen zwecks Initiierung in Richtung einer internen Anzündkette des
Lenkflugkörpers beschleunigt wird, sodass im Zuge der Beschleunigung auch die Verriegelung
des Lenkflugkörpers im Gesamtsystem gelöst wird.
[0032] Neben der vorstehenden schriftlichen Beschreibung der Erfindung wird zu deren ergänzender
Offenbarung hiermit explizit auf die zeichnerische Darstellung der Erfindung in den
Fig. 1 bis 5 Bezug genommen.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1 Lenkflugkörper-Startsystem
- 2 Startrohr
- 3 Lenkflugkörperraum
- 4 Lenkflugkörper
- 5 Patronenraum
- 6 Manöverpatrone
- 7 Griffstück
- 8 Schlagbolzensystem
- 9 Schlagbolzenelement
- 10 Zündungsöffnung
- 11 Kragen
- 12 Gaskanal
- 13 Thermalbatterie
- 14 Sicherungsring
1. Lenkflugkörper-Startsystem (1) umfassend ein Startrohr (2) mit einem Lenkflugkörperraum
(3) zum Aufnehmen eines Lenkflugkörpers (4) und mit einem Patronenraum (5) zur Aufnahme
einer Manöverpatrone (6), und einem an das Startrohr (2) anmontierbaren und von dem
Startrohr (2) trennbaren Griffstück (7) mit einem Schlagbolzensystem (8) zum Zünden
der Manöverpatrone (6).
2. Lenkflugkörper-Startsystem (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Startrohr (2) eine Öffnung aufweist, in der ein Schlagbolzenelement (9) angeordnet
ist, wobei das Schlagbolzenelement (9) in den Lenkflugkörperraum (3) ragt, sodass
mit dem Schlagbolzenelement (9) in eine Zündungsöffnung (10) des Lenkflugkörpers (4)
eingreifbar ist.
3. Lenkflugkörper-Startsystem (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schlagbolzenelement (9) einen Kragen (11) aufweist, über den das Schlagbolzenelement
(9) im Startrohr (2) fixierbar ist.
4. Lenkflugkörper-Startsystem (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Kragen (11) als Abreißelement ausgebildet ist.
5. Lenkflugkörper-Startsystem (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Schlagbolzenelement (9) der Lenkflugköper (4) im Startrohr (2) verriegelbar
ist.
6. Lenkflugkörper-Startsystem (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Griffstück (7) einen Gaskanal (12) aufweist, der den Manöverpatronenraum (5)
mit dem Schlagbolzenelement (9) verbindet, wenn das Griffstück (7) an das Startrohr
(2) montiert ist.
7. Lenkflugkörper-Startsystem (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, gekennzeichnet durch ein Zusatzelement, wobei das Zusatzelement einen Gaskanal (12) aufweist, der den
Manöverpatronenraum (5) mit dem Schlagbolzenelement (9) verbindet, wenn das Griffstück
(7) an das Startrohr (2) montiert ist und das Zusatzelement in das Startrohr (2) oder
das Griffstück (7) eingesetzt ist.
8. Lenkflugkörper-Startsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Startrohr 2 ein Verriegelungselement aufweist, mit dem der Lenkflugkörper (4)
in dem Lenkflugkörperraum (3) verriegelbar ist.
9. Lenkflugkörper-Startsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Patronenraum (5) eine Manöverpatrone (6) fest verbaut ist, sodass die Manöverpatrone
(6) durch einen Benutzer nicht entnehmbar ist.
10. Lenkflugkörper (4) zur Verwendung in einem Lenkflugkörper-Startsystem (1) nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lenkflugkörper (4) eine Zündungsöffnung (10) aufweist, in die ein Schlagbolzenelement
(9) des Lenkflugkörper-Startsystems (1) einführbar ist, um den Lenkflugkörper (4)
in einem Startrohr (2) des Lenkflugkörper-Startsystems (1) zu fixieren.
11. Lenkflugkörper (4) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Zündungsöffnungen (10) zu einer Thermalbatterie (13) des Lenkflugkörpers (4)
führt, sodass das Schlagbolzenelement (9) auf ein Anzündhütchen (15) der Thermalbatterie
(13) schlagbar ist.