[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Hörgerät, insbesondere auf ein Hörhilfegerät.
[0002] Hörgeräte dienen üblicherweise der Ausgabe von (akustischen) Schallsignalen an ein
Ohr oder das Hörzentrum des jeweiligen Hörgerätenutzers. Meist umfassen Hörgeräte
dazu einen, häufig als "Hörer" bezeichneten, Lautsprecher, der unmittelbar im Gehörgang
des jeweiligen Ohrs des Hörgerätenutzers getragen wird oder beispielsweise mittels
eines Schallschlauchs mit diesem Gehörgang akustisch verbunden ist. Alternativ kann
einem Hörgerät zur Übertragung des Schallsignals auch ein Knochenleitungsimplantat,
ein Cochlea-Implantat oder dergleichen zugeordnet sein. In diesem Fall sind Hörgeräte
insbesondere als Hörhilfegeräte zum Ausgleich einer Verminderung des Hörvermögens
des Hörgerätenutzers ausgebildet und umfassen dabei meist zusätzlich wenigstens ein
Mikrophon zur Erfassung von (Umgebungs-)Geräuschen sowie eine Signalverarbeitungseinheit,
mittels derer die erfassten Geräusche gegebenenfalls gefiltert und anschließend verstärkt
an den Lautsprecher ausgegeben werden. Alternativ kann es sich bei einem Hörgerät
aber auch um einen sogenannten Tinitus-Masker handeln, mittels dessen ein für den
Hörgerätenutzer spezifisches Hintergrund- oder Rausch-Signal erzeugt und ausgegeben
wird.
[0003] Moderne Hörgeräte weisen teilweise Mittel zur (drahtlosen) Kommunikation mit einem
separaten Gerät auf. Bei einem solchen separaten Gerät handelt es sich meist um eine
Steuereinheit, mittels derer (drahtlos) Verarbeitungseinstellungen auf das jeweilige
Hörgerät übertragen werden können, oder auch - im Fall eines binauralen Hörgerätesystems
zur Versorgung beider Ohren des Hörgerätenutzers - um ein zweites Hörgerät. Bei der
Steuereinheit kann es sich wiederum beispielsweise um ein Smartphone handeln, auf
dem eine Software-Applikation zur Steuerung des Hörgeräts installiert ist. Desweiteren
kann es sich bei dem separaten Gerät auch um eine Audiosignalquelle handeln, die abzuspielende
Audiosignale auf das Hörgerät überträgt, wie zum Beispiel ein TV-Gerät, ein Smartphone
oder dergleichen. Bei solchen Audiosignalen handelt es sich beispielsweise um Musikstücke,
die ansonsten über die Lautsprecher des TV-Geräts ausgegebenen Tonsignale oder - für
den Fall, dass das Hörgerät ein Headset darstellt - auch um Sprachsignale eines Telefons.
[0004] Erkanntermaßen sind zur drahtlosen Kommunikation (Signalübertragung) als Antenne
dienende elektrisch leitfähige Bauteile in dem Hörgerät erforderlich. Diese werden
üblicherweise durch metallische Strukturen gebildet, insbesondere durch auf einer
Leiterplatte angeordnete Leiterbahnen. Dabei können diese Strukturen in einem die
Signalverarbeitungseinheit tragenden Schaltungsträger integriert oder galvanisch mit
diesem verbunden sein. Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Miniaturisierung
von Hörgeräten, ist jedoch oft der Bauraumbedarf sowie die Montage einer separaten
Antenne problematisch.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein zur drahtlosen Kommunikation eingerichtetes
Hörgerät zu verbessern.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Hörgerät mit den Merkmalen des
Anspruchs 1. Vorteilhafte und teils für sich erfinderische Ausführungsformen und Weiterentwicklungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung dargelegt.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Hörgerät handelt es sich vorzugsweise um ein Hörhilfegerät.
Das Hörgerät umfasst dabei ein Gehäuse, das eine Montageöffnung sowie einen Gehäusedeckel
zum Verschließen dieser Montageöffnung aufweist. Das Hörgerät umfasst des Weiteren
eine Signalverarbeitungseinheit, die in dem Gehäuse angeordnet ist, sowie einen Dichtungskörper
zur Abdichtung des Gehäuses gegen den Eintritt von Verunreinigungen, wie zum Beispiel
Flüssigkeit, Ohrenschmalz, Staub etc. Der Dichtungskörper ist dabei vorzugsweise dazu
eingerichtet und vorgesehen, das Gehäuse von dessen Innenseite her abzudichten. Das
heißt, dass der Dichtungskörper im bestimmungsgemäßen Montagezustand des Hörgeräts
- also bei geschlossenem Gehäuse - im Innenraum des Gehäuses angeordnet und vorzugsweise
von der Außenseite des Hörgeräts nicht sichtbar ist. Das Hörgerät umfasst außerdem
einen Antennenkörper zur drahtlosen Kommunikation (d. h. Signalübertragung) mit einem
(von dem Hörgerät) separaten, vorzugsweise elektronischen Gerät. Dieser Antennenkörper
ist dabei in den Dichtungskörper eingebettet (d.h. in diesen integriert).
[0008] Bei dem separaten Gerät handelt es sich beispielsweise um eine Steuereinheit, die
dazu eingerichtet und vorgesehen ist, Einstellungsparameter für die Signalverarbeitungseinheit
drahtlos an das Hörgerät zu übertragen. Alternativ handelt es sich bei dem separaten
Gerät um ein zweites, binaurales Hörgerät oder um ein elektronisches Gerät, das Audiosignale
drahtlos an das Hörgerät überträgt, wie beispielsweise ein Smartphone, ein TV-Gerät
oder dergleichen.
[0009] Die Signalverarbeitungseinheit dient vorzugsweise zur Verarbeitung, d. h. beispielsweise
zur Auswertung, Filterung, Analog-Digital-Wandlung und dergleichen, der mittels des
Antennenkörpers empfangenen Signale ("Funksignale"). Des Weiteren dient die Signalverarbeitungseinheit
insbesondere auch zur Verarbeitung von Schallsignalen, die mittels eines gegebenenfalls
von dem Hörgerät umfassten Mikrophons erfasst werden. Die Signalverarbeitungseinheit
ist insbesondere als nicht-programmierbare elektronische Schaltung (z. B. als ASIC)
ausgebildet. Alternativ ist die Signalverarbeitungseinheit durch einen Mikrocontroller
gebildet, in dem die Funktionalität zur Durchführung der Signalverarbeitung in Form
eines Softwaremoduls implementiert ist.
[0010] Die Integration des Antennenkörpers in den Dichtungskörper führt zu einer Reduktion
der Anzahl von bei der Montage des Hörgeräts handzuhabenden Einzelteilen. Dadurch
wird vorteilhafterweise Montageaufwand eingespart. Des Weiteren kann vorteilhafterweise
auch Bauraum eingespart werden.
[0011] In einer zweckmäßigen Ausführung weist der Antennenkörper eine flächige, folienartige
Struktur auf. "Folienartig" bedeutet hier und im Folgenden, dass die Wanddicke des
Antennenkörpers im Vergleich zu seiner Flächenausdehnung klein ist. Die Fläche des
Antennenkörpers ist dabei vorzugsweise derart groß gewählt, dass auch vergleichsweise
schwache Funksignale empfangen werden können. Vorzugsweise nimmt die von dem Antennenkörper
abgedeckte Fläche etwa die Hälfte oder drei Viertel der von dem Gehäuse, insbesondere
von dem Gehäusedeckel abgedeckten Fläche ein. Aufgrund der folienartigen Struktur
weist der Antennenkörper erkanntermaßen eine geringe dimensionale Stabilität auf (d.
h. dieser kann bei der Handhabung in sich zusammenfallen oder leicht beschädigt werden),
so dass aufgrund der Integration in den Dichtungskörper die Stabilität und Handhabbarkeit
des Antennenkörpers vorteilhafterweise erhöht wird.
[0012] Zweckmäßigerweise ist der Antennenkörper aus einem Metall, insbesondere aus Kupfer
gebildet. Dadurch wird eine besonders gute elektrische Leitfähigkeit und damit auch
eine hohe Empfangsqualität ermöglicht.
[0013] In einer bevorzugten Ausführung ist der Antennenkörper mit einem den Dichtungskörper
bildenden Kunststoff, insbesondere einem Elastomer umspritzt. Das heißt, dass der
Antennenkörper ein Einlegeteil bildet, das in einem Spritzgießverfahren mit dem Kunststoff
des Dichtungskörpers umhüllt wird. Bei dem Kunststoff handelt es sich vorzugsweise
um ein spritzgießfähiges Flüssigsilikon (englisch auch als "liquid silicone rubber"
bezeichnet, kurz: LSR).
[0014] In einer weiteren zweckmäßigen Ausführung ist der Dichtungskörper insbesondere halbschalenartig
ausgebildet, so dass dieser im bestimmungsgemäßen Montagezustand die Signalverarbeitungseinheit,
vorzugsweise wenigstens eine Seite eines die Signalverarbeitungseinheit und gegebenenfalls
eine Anzahl von Leiterbahnen tragenden Schaltungsträgers, ganz oder zumindest teilweise
haubenartig überdeckt. Die Form des Dichtungskörpers ist dabei vorzugsweise an die
Form des Gehäusedeckels angeglichen. Der Dichtungskörper ist somit derart gestaltet,
dass dieser bei der Montage ähnlich wie der Gehäusedeckel über die in dem Gehäuse
angeordnete Signalverarbeitungseinheit (bzw. den dort angeordneten Schaltungsträger)
aufgesetzt wird und anschließend mit dem Gehäusedeckel abgedeckt wird. Dadurch wird
eine besonders einfache Montage des Dichtungskörpers, sowie des Antennenkörpers ermöglicht.
Der Antennenkörper nimmt hierbei etwa wenigstens die Hälfte der Fläche des Dichtungskörpers
ein. Der Antennenkörper weist dadurch eine hinsichtlich der Empfangsqualität von Funksignalen
vorteilhafte, dreidimensional gewölbte Struktur sowie vorteilhafterweise eine vergleichsweise
große Oberfläche auf.
[0015] In einer bevorzugten Ausführung weist der Antennenkörper einen freiliegenden, d.
h. nicht mit Kunststoff umspritzten, Kontaktabschnitt auf, mittels dessen der Antennenkörper
vorzugsweise durch eine Lötverbindung mit der Signalverarbeitungseinheit, insbesondere
mittelbar über eine Leiterbahn des Schaltungsträgers, kontaktiert ist. Im Fall einer
Lötverbindung ist der Einsatz eines LSR als Material für den Dichtungskörper besonders
zweckmäßig, da ein solches Flüssigsilikon regelmäßig eine im Vergleich zu herkömmlichen
spritzgießfähigen Elastomeren hohe Temperaturbeständigkeit aufweist und somit während
des Lötvorgangs nicht beschädigt wird. Alternativ zu der Lötverbindung ist der Antennenkörper
beispielsweise mittels einer Klemmverbindung, einer Steckverbindung oder einem Federkontakt
mit der Signalverarbeitungseinheit kontaktiert. In letzterem Fall ist es im Rahmen
der Erfindung denkbar, dass der Antennenkörper nur auf einer Innenseite des Dichtungskörpers
an einem Teilbereich seiner Fläche freiliegt. Im bestimmungsgemäßen Montagezustand
steht dieser freiliegende Teilbereich mit der korrespondierenden Kontaktfeder in Kontakt.
Im Fall einer federbelasteten Kontaktierung wird der Antennenkörper außerdem vorzugsweise
über den Dichtungskörper gegen das Gehäuse abgestützt, sodass eine zuverlässige elektrische
Kontaktierung mittels des Federkontakts ermöglicht ist. Im Rahmen der Erfindung ist
es ferner aber auch denkbar, dass der Antennenkörper vollständig in den Dichtungskörper
integriert ist und somit an keiner Stelle freiliegt. In diesem Fall ist der Antennenkörper
über einen spitzen Kontaktstift mit der Signalverarbeitungseinheit kontaktiert. Dieser
Kontaktstift durchsticht bei der Montage des Dichtungskörpers diesen zumindest innenseitig
und steht somit mit dem Antennenkörper in galvanischem Kontakt. Ferner ist im Rahmen
der Erfindung auch eine induktive oder kapazitive, d. h. nicht galvanische, Kopplung
der Antenne mit der Signalverarbeitungseinheit möglich. In diesem Fall ist insbesondere
keine feste Verbindung zwischen dem Antennenkörper und der Signalverarbeitungseinheit
vorhanden.
[0016] In einer zweckmäßigen Ausführung umfasst das Hörgerät wenigstens ein Mikrophon zur
Erfassung von akustischen Signalen vorzugsweise aus der Umgebung des Hörgeräts. In
diesem Fall weist der Dichtungskörper vorzugsweise einen Dämpfungsabschnitt zur elastischen
Abstützung des jeweiligen Mikrophons gegen das Gehäuse auf. Bei diesem Dämpfungsabschnitt
handelt es sich vorzugsweise um einen Bereich des Dichtungskörpers mit einer erhöhten
Wandstärke, d. h. um eine Verdickung des Dichtungskörpers. Durch die elastische Abstützung
des jeweiligen Mikrophons werden vorteilhafterweise Vibrationen des Mikrophons selbst
verringert sowie eine Übertragung von Körperschall, d. h. Schwingungen des Gehäuses
oder anderer Komponenten des Hörgeräts, auf das jeweilige Mikrophon unterbunden oder
zumindest verringert. Durch die Integration einer Dämpfungsfunktion in den Dichtungskörper
kann vorteilhafterweise die Einzelteilanzahl des Hörgeräts weiter reduziert und so
Montageaufwand eingespart werden.
[0017] In einer bevorzugten Weiterbildung ist in einem dem Mikrophon im bestimmungsgemäßen
Montagezustand nächstliegenden Bereich des Gehäuses, insbesondere in dem Gehäusedeckel,
eine zu dem jeweiligen Mikrophon korrespondierende Mikrophonöffnung angeordnet. Durch
diese Mikrophonöffnung kann das aus der Umgebung stammende akustische Signal (Schallsignal)
nahezu ungedämpft auf das jeweilige Mikrophon treffen. Zweckmäßigerweise weist hierbei
auch der Dichtungskörper im Bereich des jeweiligen Dämpfungsabschnitts, vorzugsweise
innerhalb des jeweiligen Dämpfungsabschnitts, einen Durchbruch auf, der (im bestimmungsgemäßen
Montagezustand) korrespondierend zu der jeweiligen Mikrophonöffnung angeordnet und
ausgebildet ist. Der Dämpfungsabschnitt liegt hierbei zweckmäßigerweise ringförmig
um die jeweilige Mikrophonöffnung herum an dem Gehäuse, insbesondere an dem Gehäusedeckel
an.
[0018] In einer zweckmäßigen Weiterbildung ist in dem oder jedem (Mikrophon-)Durchbruch
des Dichtungskörpers ein vorzugsweise hydrophobes und schalldurchlässiges Barriereelement
zum Schutz des jeweiligen Mikrophons vor Feuchtigkeit und sonstige Verunreinigungen
angeordnet. Das Barriereelement umfasst vorzugsweise eine "atmungsaktive" Membran,
die insbesondere aus einem feinporösen (netz- oder vliesartigen) und hydrophoben oder
hydrophob beschichteten Material gebildet ist. Optional ist die Membran auch wasserdicht,
beispielsweise in Form einer Kunststofffolie aus Polyetherester oder mikroporösem
Polytetrafluorethen (kurz: PTFE). Das jeweilige Barriereelement ist hierbei insbesondere
austauschbar in dem Durchbruch angeordnet, d. h. das Barriereelement kann zu Reinigungs-
oder Reparaturzwecken entnommen werden. Dazu weist der jeweilige Durchbruch vorzugsweise
einen Hinterschnitt auf, der eine Tasche für das Barriereelement bildet. In diesem
Hinterschnitt ist das jeweilige Barriereelement vorzugsweise formschlüssig gehaltert.
Zum Einsetzen in den jeweiligen Hinterschnitt wird das Barriereelement dabei vorzugsweise
über einen den Hinterschnitt begrenzenden Rand des Durchbruchs in den Hinterschnitt
eingedrückt. Der jeweilige Rand wird dabei elastisch deformiert und "schnappt" anschließend
über das Barriereelement zurück, so dass dieses formschlüssig in dem Hinterschnitt
einliegt. Durch diese Weiterbildung weist der Dichtungskörper eine besonders hohe
Funktionsintegration auf, so dass der Montageaufwand weiter reduziert werden kann.
[0019] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- FIG 1
- in schematischer Seitenansicht ein Hörgerät,
- FIG 2
- in einer schematischen Perspektivdarstellung einen Dichtungskörper des Hörgeräts gemäß
FIG 1 mit einem darin integrierten Antennenkör-per,
- FIG 3
- in einer Schnittdarstellung den Dichtungskörper gemäß FIG 2, und
- FIG 4
- in Ansicht gemäß FIG 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel des Dich-tungskörpers.
[0020] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren stets mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0021] In FIG 1 ist ein Hörgerät 1, das als Hörhilfegerät ausgebildet ist, dargestellt.
Das Hörgerät 1 umfasst ein Gehäuse 2 zur Einhausung von elektronischen Komponenten
des Hörgeräts 1. Die elektronischen Komponenten werden im vorliegenden Ausführungsbeispiel
durch zwei Mikrophone 4, einen Lautsprecher 6 sowie durch eine (signalübertragungstechnisch)
zwischen die beiden Mikrophone 4 und den Lautsprecher 6 geschaltete Signalverarbeitungseinheit
8 gebildet. Des Weiteren umfassen die elektronischen Komponenten einen nicht näher
dargestellten Schaltungsträger auf dem eine Anzahl von Leiterbahnen 10 zur elektrischen
Kontaktierung der Mikrophone 4 sowie des Lautsprechers 6 mit der Signalverarbeitungseinheit
8 ausgebildet sind. Zur Montage der Mikrophone 4, des Lautsprechers 6 und der Signalverarbeitungseinheit
8 (sowie des Schaltungsträgers) in dem Gehäuse 2 umfasst dieses einen Grundkörper
12, in dem eine Montageöffnung ausgebildet ist, sowie einen (schalenartigen) Gehäusedeckel
14 zum Verschließen dieser Montageöffnung. Um eine zwischen dem Grundkörper 12 und
dem Gehäusedeckel 14 gebildete Schließkante 16 gegen Eindringen von Verunreinigungen,
konkret von Feuchtigkeit oder Flüssigkeiten (z. B. Körperschweiß, Regenwasser und
dergleichen) abzudichten und somit die elektronischen Komponenten zu schützen, umfasst
das Hörgerät 1 einen Dichtungskörper 18 (in Figur 1 durch eine strichpunktierte Linie
angedeutet). Dieser Dichtungskörper 18 ist im Innenraum des Gehäuses 2 die Schließkante
16 überdeckend angeordnet.
[0022] Wie in FIG 2 und 3 dargestellt ist, ist der Dichtungskörper 18 der (Schalen-)Form
des Gehäusedeckels 12 nachgebildet. Mithin weist auch der Dichtungskörper 18 eine
Halbschalenform auf. Der Dichtungskörper 18 wird in diesem Fall bei der Montage gleichermaßen
wie der Gehäusedeckel 12 über die elektronischen Komponenten des Hörgeräts 1 aufgesetzt.
Der Dichtungskörper 18 weist dabei zwei zu den Mikrophonen 4 korrespondierende Durchbrüche
(im Folgenden als Mikrophondurchgänge 20 bezeichnet) auf, die im bestimmungsgemäßen
Montagezustand gemäß Figur 1 mit zwei (nicht näher dargestellten) Mikrophonöffnungen
im Gehäusedeckel 12 fluchtend angeordnet sind. Des Weiteren weist der Dichtungskörper
18 im vorliegenden Ausführungsbeispiel auch Öffnungen für ein "User Interface" wie
z. B. Taster (nicht näherdargestellt) auf. Diese Öffnungen sind im Folgenden als Interfacedurchgänge
22 bezeichnet.
[0023] Das Hörgerät 1 ist außerdem zur drahtlosen Signalübertragung mit einem von dem Hörgerät
1 separaten elektronischen Gerät eingerichtet. Dazu umfasst das Hörgerät 1 einen Antennenkörper
24, der zum Empfang von Funksignalen eingerichtet und vorgesehen ist. Dieser Antennenkörper
24 ist in den Dichtungskörper 18 eingebettet, konkret spritzgießtechnisch in diesen
eingegossen. Zur Kontaktierung des Antennenkörpers 24 mit dem Schaltungsträger und
damit mit der Signalverarbeitungseinheit 8 weist der Antennenkörper 24 zwei jeweils
als Kontaktabschnitt 26 bezeichnete Laschen auf, die in einem (Kontakt-)Fenster 28
des Dichtungskörpers 18 angeordnet und somit nicht in den Dichtungskörper 18 eingebettet
sind. In einem alternativen, nicht näher dargestellten Ausführungsbeispiel ragen die
Kontaktabschnitt 26 aus einem seitlichen Rand des Dichtungskörpers 18 hervor. Der
Antennenkörper 24 ist im bestimmungsgemäßen Montagezustand gemäß FIG 1 mittels dieser
Kontaktabschnitte 26 über eine Lötverbindung mit dem Schaltungsträger verbunden.
[0024] Der Antennenkörper 24 weist eine (ähnlich zu dem Dichtungskörper 18 ausgebildete)
dreidimensional gewölbte, flächige und folienartige Struktur auf. Konkret ist der
Antennenkörper 24 aus mehreren folienartigen - d. h. im Vergleich zur abgedeckten
Fläche dünnen -, streifenförmigen Abschnitten aus Metall (Kupfer) gebildet. Dadurch
ist mit vergleichsweise geringem Materialaufwand eine große wirksame Antennenfläche
gebildet. Durch die Integration des Antennenkörpers 24 in den Dichtungskörper 18 wird
außerdem die Handhabbarkeit des Antennenkörpers 24 bei der Montage verbessert, da
der Dichtungskörper 18 die folienartige Struktur des Antennenkörpers trägt (d. h.
stützt).
[0025] Der Dichtungskörper 18 ist aus einem LSR (Flüssigsilikonkautschuk) spritzgegossen.
Dadurch weist der Dichtungskörper 18 eine hohe Temperaturbeständigkeit auf, sodass
der Dichtungskörper 18 beim Löten der Kontaktabschnitte 26 nicht beschädigt wird.
[0026] In FIG 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel des Dichtungskörpers 18 dargestellt.
Der Dichtungskörper 18 weist dabei zwei Dämpfungsabschnitte 30 auf, die jeweils einem
der Mikrophondurchgänge 20 zugeordnet sind. Konkret handelt es sich bei den Dämpfungsabschnitten
30 um lokale Verdickungen des Dichtungskörpers 18, mittels derer die beiden Mikrophone
4 gegen den Gehäusedeckel 12 elastisch federnd abgestützt sind. Um einen Durchtritt
von Feuchtigkeit und anderen Verunreinigungen durch die Mikrophonöffnungen des Gehäusedeckels
12 bis in den Innenraum des Gehäuses 2, konkret bis zum dem jeweiligen Mikrophon 4
zu verhindern, weist das Hörgerät 1 jeweils ein dem jeweiligen Mikrophon 4 zugeordnetes
Barriereelement 32 auf. Dieses Barriereelement 32 ist durch eine schalldurchlässige,
hydrophobe Membran gebildet, die von einem ringförmigen Rahmen aufgespannt ist. Das
jeweilige Barriereelement 32 ist reversibel in dem Dichtungskörper 18 innerhalb des
jeweiligen Mikrophondurchgangs 20 gehaltert. Konkret weist der jeweilige Mikrophondurchgang
20 einen Hinterschnitt auf, in dem das jeweilige Barriereelement 32 unter Ausnutzung
des elastischen Deformationsvermögens eines dem Gehäusedeckel 12 zugewandten Rands
34 des jeweiligen Mikrophondurchgangs 20 eingesetzt ist. Im bestimmungsgemäßen Montagezustand
des Hörgeräts 1 gemäß Figur 1 liegt das jeweilige Mikrophon 4 von einer Innenseite
36 des Dichtungskörpers 18 an dem jeweiligen Dämpfungsabschnitt 30 an und drückt den
gegenüberliegenden Rand 34 dichtend an den Gehäusedeckel 12 an.
[0027] Der Gegenstand der Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr können weitere Ausführungsformen der Erfindung von dem Fachmann
aus der vorstehenden Beschreibung abgeleitet werden. Insbesondere können die anhand
der verschiedenen Ausführungsbeispiele beschriebenen Einzelmerkmale der Erfindung
und deren Ausgestaltungsvarianten auch in anderer Weise miteinander kombiniert werden.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Hörgerät
- 2
- Gehäuse
- 4
- Mikrophon
- 6
- Lautsprecher
- 8
- Signalverarbeitungseinheit
- 10
- Leiterbahn
- 12
- Grundkörper
- 14
- Gehäusedeckel
- 16
- Schließkante
- 18
- Dichtungskörper
- 20
- Mikrophondurchgang
- 22
- Interfacedurchgang
- 24
- Antennenkörper
- 26
- Kontaktabschnitt
- 28
- Kontaktfenster
- 30
- Dichtungsabschnitt
- 32
- Barriereelement
- 34
- Rand
- 36
- Innenseite
1. Hörgerät (1),
- mit einem Gehäuse (2), das eine Montageöffnung sowie einen Gehäusedeckel (14) zum
Verschließen der Montageöffnung aufweist,
- mit einer in dem Gehäuse (2) angeordneten Signalverarbeitungseinheit (8),
- mit einem Dichtungskörper (18) zur Abdichtung des Gehäuses (2) gegen den Eintritt
von Verunreinigungen, und
- mit einem Antennenkörper (24) zur drahtlosen Kommunikation mit einem separaten Gerät,
wobei der Antennenkörper (24) in den Dichtungskörper (18) eingebettet ist.
2. Hörgerät (1) nach Anspruch 1,
wobei der Antennenkörper (24) eine flächige, folienartige Struktur aufweist.
3. Hörgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei der Antennenkörper (24) mit einem den Dichtungskörper (18) bildenden Kunststoff,
insbesondere einem Elastomer umspritzt ist.
4. Hörgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei der Dichtungskörper (18) halbschalenartig ausgebildet ist, so dass der Dichtungskörper
(18) im bestimmungsgemäßen Montagezustand die Signalverarbeitungseinheit (8) wenigstens
teilweise haubenartig überdeckt.
5. Hörgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei der Antennenkörper (24) einen freiliegenden Kontaktabschnitt (26) aufweist,
mittels dessen der Antennenkörper (24) über eine Lötverbindung mit der Signalverarbeitungseinheit
(8) kontaktiert ist.
6. Hörgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
mit wenigstens einem Mikrophon (4) zur Erfassung von akustischen Signalen, wobei der
Dichtungskörper (18) wenigstens einen Dämpfungsabschnitt (30) zur elastischen Abstützung
des jeweiligen Mikrophons (4) gegen das Gehäuse (2) aufweist.
7. Hörgerät (1) nach Anspruch 6,
wobei in dem Gehäuse (2) eine zu dem jeweiligen Mikrophon (4) korrespondierende Mikrophonöffnung
angeordnet ist, wobei der Dichtungskörper (18) im Bereich des jeweiligen Dämpfungsabschnitts
(30) einen im bestimmungsgemäßen Montagezustand mit der jeweiligen Mikrophonöffnung
korrespondierenden Durchbruch (20) aufweist.
8. Hörgerät (1) nach Anspruch 7,
wobei in dem jeweiligen Durchbruch (20) ein Barriereelement (32) zum Schutz des jeweiligen
Mikrophons (4) vor Feuchtigkeit reversibel einsetzbar angeordnet ist.