[0001] Die Erfindung betrifft eine Austragvorrichtung zum Zusammenführen und Abgeben pastöser
Massen, die eine Vormischkammer aufweist, zur Verarbeitung eines aus mindestens zwei
Komponenten bestehenden pastösen, aushärtbaren Werkstoffs, gemäß Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Mehrkomponentige Werkstoffe wie Klebstoffe, Dichtstoffe, Fugenmassen oder dergleichen
werden üblicherweise dadurch erzeugt, dass zwei oder mehr Komponenten des Werkstoffs
unmittelbar vor der Ausbringung miteinander vermischt werden. Hierfür sind verschiedenste
Ausgestaltungen von Austragvorrichtungen, beispielsweise so genannte Klebstoffpistolen,
bekannt. Da in den meisten Fällen eine erste Komponente und eine zweite Komponente
vermischt werden müssen, wobei im allgemeinen das angestrebte Mischungsverhältnis
ungleich 1 ist, weisen bekannte Klebstoffpistolen üblicherweise zwei (oder mehr) Aufnahmen
für mehrere, meist zwei, je eine der beiden Komponenten enthaltende Behälter auf,
wobei meist der Behälter einer ersten Komponente einen größeren Durchmesser aufweist
als der oder die Behälter einer oder je einer zweiten Komponente, die mit der ersten
Komponente möglichst gut vermischt werden soll, um eine gleichmäßige chemische Reaktion
zwischen den Komponenten zu erzielen.
[0003] Die Behälter können dabei beispielsweise rohrförmige Kartuschen sein, die häufig
aus Kunststoff hergestellt sind und nach der vollständigen Entleerung entsorgt werden.
Diese Art von Behältern wird hauptsächlich im Heimwerkerbereich verwendet. Insbesondere
im professionellen Bereich kommen dagegen oftmals Behälter zur Anwendung, bei denen
die Komponenten in Schlauchbeuteln abgepackt sind. Bei diesen Behältern ist es notwendig,
an der Austragvorrichtung ein Führungselement vorzusehen, das ein sauberes Entleeren
sicherstellt. Dies kann beispielsweise dadurch realisiert sein, dass die Aufnahme
für den Behälter als Rohrhülse ausgeführt ist. Das dabei nötige Öffnen des Behälters
kann beispielsweise dadurch geschehen, dass der Anwender den Schlauchbeutel vor Beginn
der Arbeit im Zusammenhang mit dem Einlegen in die Aufnahme aufschneidet, oder in
der Aufnahme sind ein oder mehrere Aufstechelemente angeordnet, die den Behälter beim
Einlegen penetrieren, so dass die entsprechende Komponente austreten kann.
[0004] Die Behälter können dabei mit einer zu der Austragvorrichtung gehörenden Vormischkammer
verbunden sein, in welche die aus den Behältern austretenden Komponenten eintreten
und dabei zusammengeführt und grob miteinander vermengt werden. Bei vielen bekannten
Austragvorrichtungen werden die Komponenten nebeneinander in die Vormischkammer eingeführt,
so dass in dem aus der Ausgabeöffnung austretenden Strang die einzelnen Komponenten
noch relativ stark voneinander abgegrenzt sind.
[0006] Eine Ausdrückeinrichtung, beispielsweise ein mechanisch, pneumatisch oder elektrisch
betätigter Zylinder, der auch mehrere Kolben, beispielsweise je einen Kolben für jede
zu vermischende Komponente aufweisen kann, wirkt gleichzeitig auf alle beteiligten
Behälter ein, so dass der jeweilige Inhalt der Behälter durch die Vormischkammer hindurch
in Richtung auf eine Ausgabeöffnung verdrängt wird. Vor oder in dieser Ausgabeöffnung
werden die Komponenten miteinander vermengt, wobei jedoch eine vollständige Durchmischung
meist nicht erreicht wird, wie oben bereits beschrieben wurde.
[0007] Deshalb wird an der Ausgabeöffnung üblicherweise ein sogenannter statischer Mischer
angebracht. Dabei handelt es sich meist um eine langgestreckte Tülle, in deren Innerem
mehrere Verwirbelungselemente an festen Positionen angeordnet sind, die den noch unvollständig
vermischten, die zu vermischenden Komponenten enthaltenden Strang, der die Ausgabeöffnung
verlässt, sukzessive so verwirbelt, dass die Komponenten fortschreitend stärker vermischt
werden, mit dem Ziel, am Ausgang des statischen Mischers eine homogene, vollständig
durchmischte Masse zu erhalten.
[0008] Werden die Komponenten jedoch nebeneinander in eine Vormischkammer eingeführt, und
sind sie aus diesem Grunde an der Ausgabeöffnung der Mischammer wie oben beschrieben
noch relativ wenig miteinander vermischt, so zeigt sich, dass auch ein nachfolgend
angeordneter statischer Mischer eine vollständig homogene Durchmischung der beteiligten
Komponenten nicht erreichen kann.
[0009] Es sind auch Austragvorrichtungen bekannt, bei denen die verschiedenen Komponenten
beispielsweise seitlich direkt in den statischen Mischer eingeführt und erst dort
miteinander vermengt werden. Beispiele hierfür sind in
DE 31 03 610 A1,
EP 0 057 465 A2,
FR 2 702 396 A1,
DE 695 20 513 T2 und
EP 0 721 805 A2 beschrieben. Nachfolgend wird dann ebenfalls wie oben beschrieben die Masse beim
Durchlaufen der Anordnung von Verwirbelungselementen homogenisiert. In diesem Falle
weist die Austragvorrichtung selbst keine Vormischkammer auf. Der statische Mischer
ist ein meist aus Kunststoff hergestelltes Teil, das mit den gefüllten Behältern ausgeliefert
wird und nach der vollständigen Entleerung der Behälter zusammen mit diesen entsorgt
wird, so dass eine Reinigung nicht notwendig ist. Wegen der schwierigen Reinigung
nach dem Gebrauch werden statische Mischer im Allgemeinen nicht in Vormischkammern
von Austragvorrichtungen angeordnet, da diese immer wieder verwendbar sein müssen.
Eine Ausnahme stellt in dieser Hinsicht
EP 1 892 033 A1 dar, in der eine Kombination eines dynamischen Mischers mit einem statischen Mischer
in einer Vormischkammer vorgeschlagen wird.
[0010] DE 40 26 685 A1 hat sich der Aufgabe gewidmet, ein Verfahren und eine Austragvorrichtung anzugeben,
mit welchen zwei pastöse Massen in einem bestimmten vorgegebenen Volumenverhältnis
konstant so zusammengeführt werden können, dass stets eine geschlossene Außenschicht
der aus der Kammer größeren Durchmessers kommenden Masse um die andere Masse erhalten
bleibt. Hierzu wird vorgeschlagen, dass die eine Masse während des Zusammenführens
in der anderen Masse eingebettet und von letzterer unvollständig umschlossen wird.
Konkret lehrt dieses Dokument eine Austragvorrichtung zum Zusammenführen zweier pastöser
Massen unterschiedlicher oder gleicher Viskosität aus zwei unterschiedliche Durchmesser
aufweisenden, parallel zueinander angeordneten Kammern eines Mischgerätes bei der
der Austrittsbereich der Kammer größeren Durchmessers eine den Austrittsbereich der
Kammer geringeren Durchmessers bildende Zuführdüse, um den Ausgang letzterer, einen
Ringraum bildend, vollständig umgibt. Da jedoch bei der dortigen Lösung der als Zuführdüse
ausgebildete Austrittsbereich der Kammer geringeren Durchmessers schräg in den Austrittsbereich
der Kammer größeren Durchmessers eintritt, wird das angestrebte Ziel, dass die eine
Masse während des Zusammenführens in der anderen Masse eingebettet und von letzterer
vollständig umschlossen wird, nicht zufriedenstellend erreicht. Dies liegt insbesondere
daran, dass sich im Bereich der Zuführdüse eine Luftblase bildet, die von der seitlich
hinzutretenden ersten Komponente nicht verdrängt werden kann. Eine ähnliche Lösung
ist auch aus
DE 89 00 469 U1 bekannt.
[0011] Diese Nachteile des bekannten Standes der Technik sollen mit der vorliegenden Erfindung
beseitigt werden.
[0012] Dazu wird eine Austragvorrichtung zum Zusammenführen von mindestens zwei pastösen
Massen vorgeschlagen, die Aufnahmen für mindestens zwei austauschbare Behälter, mindestens
eine auf die Behälter wirkende Ausdrückeinrichtung sowie ein mit den Behältern direkt
verbindbares Vormischkammerelement mit einer Vormischkammer, die eine Längsachse und
einen Kammerquerschnitt, sowie einen ersten Eingang für eine erste pastöse Masse,
mindestens einen zweiten Eingang für eine zweite pastöse Masse, an den sich ein Zuführungskanal
mit einer in dem Kammerquerschnitt mittig mündenden Abgabeöffnung anschließt, und
einen gemeinsamen Ausgang für ein Gemisch der pastösen Massen, an dem ein statischer
Mischer anbringbar ist, aufweist, wobei sich mindestens ein Kanalabschnitt des Zuführungskanals
rechtwinklig zur Längsachse in die Vormischkammer hinein erstreckt.
[0013] Die vorgeschlagene Lösung ermöglicht es im Gegensatz zu der bekannten Lösung gemäß
DE 40 26 685 A1 tatsächlich, dass die zweite Komponente von der ersten Komponente eingebettet und
vollständig umschlossen wird. Da der Zuführungskanal der zweiten Komponente rechtwinklig
zur Längsachse in die Vormischkammer ragt, kann die erste Komponente vollflächig über
den gesamten Kammerquerschnitt eintreten. In der Folge umfließt die erste Komponente
den Zuführungskanal vollständig, wobei der aus der Abgabeöffnung austretende Strang
der zweiten Komponente von der ersten Komponente eingeschlossen wird und der so entstehende
Strang aus beiden Komponenten die Luft aus der Vormischkammer vollständig verdrängt.
Die gründliche Durchmischung der Komponenten erfolgt anschließend in bekannter Weise
beim Durchlaufen des statischen Mischers.
[0014] Gemäß einer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Vormischkammerelement einen Grundkörper
und einen im Grundkörper auswechselbar angeordneten Einsatz umfasst, der die Vormischkammer
begrenzt. Dabei kann der Grundkörper eine relativ massive, d.h. feste Struktur aufweisen,
die in einer Austragvorrichtung fest verbaut und wiederverwendbar ist. Der auswechselbare
Einsatz bildet und begrenzt die eigentliche Vormischkammer, in der die Zusammenführung
der beiden Komponenten erfolgt.
[0015] Durch diese Ausgestaltung kann die ansonsten sehr aufwendige Reinigung der Vormischkammer
entfallen, die nach jedem Gebrauch nötig ist, damit das Komponentengemisch nicht aushärten
und dadurch das gesamte Vormischkammerelement unbrauchbar machen kann. Der auswechselbare
Einsatz kann nach Gebrauch einfach entfernt und entsorgt werden, wodurch die Reinigung
nicht mehr erforderlich ist. Der auswechselbare Einsatz kann kostengünstig, beispielsweise
im Spritzgussverfahren, hergestellt werden. Es kann beispielsweise zu jedem Klebstoffgebinde
ein derartiger Einsatz mitgeliefert werden, so dass der Anwender stets über einen
neuen Einsatz verfügen kann, wenn ein neues Gebinde angebrochen wird.
[0016] Vorteilhaft kann dabei vorgesehen sein, dass der Einsatz sich vom ersten Eingang
bis zum gemeinsamen Ausgang des Vormischkammerelements erstreckt. Auf diese Weise
wird vollständig verhindert, dass der Grundkörper mit den pastösen Massen in Berührung
kommt.
[0017] Weiter kann vorgesehen sein, dass das Vormischkammerelement Verdrehsicherungsmittel
zur Verhinderung einer Relativverdrehung zwischen Grundkörper und Einsatz aufweist.
[0018] Das oder die Verdrehsicherungsmittel können vorteilhaft so gestaltet sein, dass sie
nicht nur eine Relativverdrehung verhindern, sondern gleichzeitig den lagerichtigen
Einbau des Einsatzes in den Grundkörper erzwingen. Beispielsweise kann der Einsatz
einen Vorsprung und der Grundkörper eine mit dem Vorsprung korrespondierende Vertiefung
wie eine Nut oder dergleichen aufweisen. Der Einsatz lässt sich dann nur in den Grundkörper
einsetzen, wenn der Vorsprung in die Vertiefung eingreift, so dass ein verdrehter
Einbau des Einsatzes in den Grundkörper verhindert wird.
[0019] Weiterhin kann das Vormischkammerelement Verschiebesicherungsmittel zur Verhinderung
einer Relativverschiebung zwischen Grundkörper und Einsatz aufweisen, so dass der
Einsatz, beispielsweise beim Austausch eines entleerten Behälters gegen einen vollen
Behälter, nicht ungewollt herausfallen kann. Werden zwei oder mehrere Behälter direkt
nacheinander verarbeitet, ist ein Austausch des Einsatzes nämlich nicht nötig. Ein
derartiges Verschiebesicherungsmittel kann beispielsweise eine in einer Durchgangsbohrung
des Grundkörpers angeordnete Schraube sein, die auf den Einsatz einwirkt und diesen
im Grundkörper festklemmt.
[0020] Gemäß einer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Zuführungskanal in einem stabförmigen
Zuführungselement ausgebildet ist. Da das Vormischkammerelement eine relativ komplexe
Form aufweist, kann es vorteilhaft beispielsweise durch Spritzgießen oder durch spanende
Bearbeitung aus Kunststoff hergestellt werden. Um nun den Zuführungskanal einerseits
mit der erforderlichen Festigkeit und andererseits zu Reinigungszwecken entfernbar
ausbilden zu können, wird vorgeschlagen, dass an und in dem Vormischkammerelement
ein stabförmiges Zuführungselement angeordnet ist, das beispielsweise aus einem metallischen
Werkstoff hergestellt sein kann. Eine zentrale Bohrung entlang der Stabachse kann
dabei den Zuführungskanal bilden.
[0021] Ein stabförmiges Zuführungselement kann aber bei einer Ausführung, bei der das Vormischkammerelement
einen Grundkörper und einen auswechselbaren Einsatz umfasst, auch Bestandteil des
Einsatzes sein. Ist der Einsatz durch Spritzgießen aus Kunststoff hergestellt, so
kann das stabförmige Zuführungselement beispielsweise einstückig mit dem Einsatz hergestellt
sein. In diesem Falle wird für das stabförmige Zuführungselement kein separates Bauteil
benötigt.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Zuführungselement in
einer ersten Bohrung des Vormischkammerelements lösbar befestigt ist. Wie oben bereits
dargelegt, wird dadurch beispielsweise die Reinigung der Vormischkammer und aller
damit verbundenen Elemente, die mit den Komponenten in Berührung kommen, wesentlich
erleichtert. Die erste Bohrung kann dafür beispielsweise ein Innengewinde und das
stabförmige Zuführungselement ein damit korrespondierendes Außengewinde aufweisen.
[0023] Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die erste Bohrung im Vormischkammerelement
einseitig von außen als Durchgangsbohrung bis in die Vormischkammer geführt ist. Diese
Ausgestaltung ermöglicht eine lösbare Anbringung des stabförmigen Zuführungselements
an dem Vormischkammerelement sowie seine bedarfsweise Entnahme nach der Seite.
[0024] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass das stabförmige Zuführungselement an der Abgabeöffnung
endet. Mit anderen Worten endet das stabförmige Zuführungselement in der Mitte der
Vormischkammer, so dass eine richtungsgebundene Anbringung einer Abgabeöffnung für
die zweite Komponente nicht benötigt wird.
[0025] In einer vorteilhaften Weiterbildung kann jedoch auch vorgesehen sein, dass das stabförmige
Zuführungselement sich quer durch den gesamten Kammerquerschnitt erstreckt. Hierdurch
wird der ersten Komponente ein quer durch den Kammerquerschnitt gleich großer Strömungswiderstand
entgegengestellt, so dass die Einbettung der zweiten Komponente noch präziser in der
Mitte der ersten Komponente erfolgen kann.
[0026] Dabei kann weiter vorgesehen sein, dass das stabförmige Zuführungselement auf der
der ersten Bohrung gegenüberliegenden Seite der Vormischkammer in einer zweiten Bohrung
abgestützt ist. Dadurch werden Verformungen des stabförmigen Zuführungselements aufgrund
des von der ersten Komponente auf das Zuführungselement ausgeübten Kraft sicher abgeleitet.
In diesem Fall bedarf es der Anbringung einer Abgabeöffnung an dem stabförmigen Zuführungselement
an einer Stelle, die sich im montierten Zustand in der Mitte der Vormischkammer befindet.
Die zweite Bohrung kann vorteilhaft als Sacklochbohrung ausgeführt sein, um einen
unerwünschten Austritt der ersten Komponente zu verhindern.
[0027] Insbesondere im zuletzt beschriebenen Fall, dass das stabförmige Zuführungselement
sich quer durch den gesamten Kammerquerschnitt erstreckt und die Abgabeöffnung an
dem stabförmigen Zuführungselement an einer Stelle, die sich im montierten Zustand
in der Mitte der Vormischkammer befindet, ist es vorteilhaft vorzusehen, dass die
Abgabeöffnung dem gemeinsamen Ausgang zugewandt ist.
[0028] Wenn das stabförmige Element jedoch lösbar in einer Bohrung gehalten, beispielsweise
in diese eingeschraubt ist, ist von außen schwer feststellbar, ob dies der Fall ist.
Deswegen wird weiterhin vorgeschlagen, dass das stabförmige Zuführungselement einen
von außerhalb des Vormischkammerelements sichtbaren Richtungsindikator aufweist. Hat
das stabförmige Zuführungselement beispielsweise einen INBUS-Schraubenkopf, so könnte
an dessen Oberseite eine Kerbe angebracht sein, die die Orientierung der Abgabeöffnung
am stabförmigen Zuführungselement anzeigt. Das stabförmige Zuführungselement könnte
dann beim Einschrauben in das Vormischkammerelement so ausgerichtet werden, dass die
Kerbe zum gemeinsamen Ausgang der Vormischkammer ausgerichtet ist.
[0029] Um das werkzeuglose Einschrauben des stabförmigen Zuführungselements in das Vormischkammerelement
zu erleichtern, kann beispielsweise vorgesehen sein, dass das stabförmige Zuführungselement
an mindestens einem seiner Enden aus dem Vormischkammerelement ragt und an diesem
Ende einen Knebel aufweist.
[0030] Besonders vorteilhaft können die beiden letztgenannten Merkmale so miteinander kombiniert
werden, dass der Knebel der Richtungsindikator ist, d.h. der Knebel die Abgaberichtung
der Abgabeöffnung anzeigt. Das stabförmige Zuführungselement könnte dann beim Einschrauben
in das Vormischkammerelement so ausgerichtet werden, dass der Knebel zum gemeinsamen
Ausgang der Vormischkammer ausgerichtet ist.
[0031] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass das Vormischkammerelement
im Bereich des gemeinsamen Ausgangs ein Außengewinde in Form eines Rundgewindes, Flachgewindes
oder Trapezgewindes aufweist. An diesem Gewinde kann in an sich bekannter Weise der
statische Mischer angebracht werden. Da die statischen Mischer üblicherweise Einwegprodukte
sind, nach jedem Gebrauch mit den entleerten Behältern entsorgt werden, muss das dafür
vorgesehene Gewinde am Vormischkammerelement viele Schraubvorgänge ertragen, ohne
übermäßig zu verschleißen. Außerdem muss das Gewinde gereinigt werden, damit Klebstoffreste
es nicht mit der Zeit unbrauchbar machen. Beide Anforderungen werden durch die vorgeschlagenen
Gewindearten hervorragend unterstützt.
[0032] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und zugehörigen Zeichnungen
näher erläutert. Dabei zeigen
Fig. 1 eine Klebstoffpistole für zweikomponentige Klebstoffe mit einem wiederverwendbaren
Vormischkammerelement,
Fig. 2 das vorgeschlagene Funktionsprinzip der zentrischen Mischung,
Fig. 3 bis 5 ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Vormischkammerelements,
Fig. 6 und 7 ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Vormischkammerelements,
Fig. 8 und 9 ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Vormischkammerelements,
und
Fig. 10 und 11 ein viertes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Vormischkammerelements.
[0033] Fig. 1 zeigt in einer Seitenansicht eine Austragvorrichtung 1 in Form einer Klebstoffpistole,
bei der eine erste Komponente und eine zweite Komponente in einem Vormischkammerelement
9 der Austragvorrichtung 1 miteinander vermengt und anschließend durch einen an dem
Vormischkammerelement 9 der Austragvorrichtung 1 auswechselbar angebrachten statischen
Mischer 6 ausgetragen werden. Die erste Komponente wird in einem ersten Behälter 7
in Form eines Schlauchbeutels bereitgestellt, der in eine rohrförmige Hülse eingelegt
wird, die ihrerseits an einem ersten Eingang 11 des Vormischkammerelements 9 angebracht
wird. Die zweite Komponente wird in einem zweiten Behälter 8 in Form eines Plastikröhrchens
bereitgestellt, das an einem zweiten Eingang 12 des Vormischkammerelements 9 angebracht
wird.
[0034] Die Austragvorrichtung 1 weist außerdem eine auf beide Behälter 7, 8 gleichzeitig
wirkende, pneumatisch angetriebene Ausdrückeinrichtung 2 auf, an der das Vormischkammerelement
9 mittels Distanzstäben in einer solchen Entfernung angebracht ist, dass die Behälter
7, 8 zwischen der Ausdrückeinrichtung 2 und dem Vormischkammerelement 9 aufgenommen
werden können. Zur Handhabung der Austragvorrichtung 1 weist diese außerdem einen
Griff 3 mit einem Betätigungselement 4 für die Ausdrückeinrichtung 2 auf, durch welches
die Ausdrückeinrichtung 2 mit Druckluft beaufschlagt wird, die der Austragvorrichtung
1 am Ende des Griffs 3 über einen Druckluftanschluss 5 zugeführt wird.
[0035] Fig. 2 zeigt, wie die zweite Komponente der ersten Komponente in einer erfindungsgemäßen
Vormischkammer 10 zentrisch zugeführt wird. Dabei werden die Ströme der beiden Komponenten
von den beiden Eingängen 11, 12 zu dem gemeinsamen Ausgang 13 durch Strömungslinien
dargestellt. Es ist zu erkennen, dass die zweite Komponente durch ein stabförmiges
Zuführungselement 18, das den Zuführungskanal 15 aufweist, der Vormischkammer 10 radial
zugeführt und aus einer zentral angeordneten Abgabeöffnung 17 mittig in den Strom
der ersten Komponente abgegeben wird.
[0036] Die Fig. 3 bis 5 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel eines Vormischkammerelements
9, mit dem das erfindungsgemäße Funktionsprinzip der zentrischen Mischung realisiert
wird.
[0037] Das Vormischkammerelement 9 weist eine darin angeordnete Vormischkammer 10 auf. Das
Vormischkammerelement 9 weist zwei Eingänge 11, 12 auf, durch die der Vormischkammer
10 jeweils eine Komponente zugeführt wird. Während der erste Eingang 11 für die erste
Komponente koaxial zur Vormischkammer 10 angeordnet ist, ist der zweite Eingang 12
für die zweite Komponente seitlich daneben angeordnet.
[0038] Ein Zuführungskanal 15 für die zweite Komponente erstreckt sich rechtwinklig zur
Längsachse in die Vormischkammer 10 hinein. Der Zuführungskanal 15 ist als achsparallele
Bohrung in einem stabförmigen Zuführungselement 18 ausgebildet, das in einer ersten
Bohrung 19 des Vormischkammerelements 9 mittels Gewinde 21 lösbar befestigt ist. Das
stabförmige Zuführungselement 18 erstreckt sich quer durch den gesamten Kammerquerschnitt.
[0039] Die erste Bohrung 19 ist im Vormischkammerelement 9 einseitig von außen als Durchgangsbohrung
bis in die Vormischkammer 10 geführt, in der das stabförmige Zuführungselement 18
angeordnet und mittels Gewinde 21 fixiert ist. Diese erste Bohrung 19 ist von der
Seite des ersten Eingangs 11 für die erste Komponente her zur Vormischkammer 10 geführt,
von wo aus auch das stabförmige Zuführungselement 18 in die erste Bohrung 19 eingeführt
und darin verschraubt ist. Das stabförmige Zuführungselement 18 ist außerdem auf der
der ersten Bohrung 19 gegenüberliegenden Seite der Vormischkammer 10 in einer zweiten
Bohrung 20 abgestützt, die als Sacklochbohrung ausgeführt ist. Diese zweite Bohrung
20 reicht bis in den zweiten Eingang 12 für die zweite Komponente hinein, und das
stabförmige Zuführungselement 18 ist an diesem Ende offen, d.h. es bildet an seinem
Ende eine Eintrittsöffnung 16, durch die die zweite Komponente in das stabförmige
Zuführungselement 18 und damit in den Zuführungskanal 15 eintreten kann.
[0040] Die an dem stabförmigen Zuführungselement 18 bezüglich der Vormischkammer 10 mittig
angeordnete Abgabeöffnung 17, die das Ende des Zuführungskanals 15 bildet, ist seitlich
an dem stabförmigen Zuführungselement 18 angeordnet und dem gemeinsamen Ausgang 13
der Vormischkammer 10 zugewandt.
[0041] Das stabförmige Zuführungselement 18 ragt mit einem seiner Enden an der Seite des
ersten Eingangs 11 für die erste Komponente aus dem Vormischkammerelement 9. An diesem
Ende des stabförmigen Zuführungselements 18 ist ein Knebel für die werkzeuglose Montage
des stabförmigen Zuführungselements 18 angeordnet, der gleichzeitig als ein von außerhalb
des Vormischkammerelements 9 sichtbarer Richtungsindikator 22 dient, denn der Knebel
und die Abgabeöffnung 17 des stabförmigen Zuführungselements 18 weisen beide in dieselbe
Richtung.
[0042] Das Vormischkammerelement 9 weist im Bereich des gemeinsamen Ausgangs 13 ein Außengewinde
14 in Form eines Trapezgewindes auf, das der lösbaren Anbringung eines statischen
Mischers 6 dient und das verschleißarm und leicht zu reinigen ist.
[0043] Die Fig. 6 und 7 zeigen ein zweites Ausführungsbeispiel eines Vormischkammerelements
9, mit dem das erfindungsgemäße Funktionsprinzip der zentrischen Mischung realisiert
wird.
[0044] Dieses zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem ersten Ausführungsbeispiel
dadurch, dass die erste Bohrung 19 von der Seite des zweiten Eingangs 12 für die zweite
Komponente her zur Vormischkammer 10 geführt ist, von wo aus auch das stabförmige
Zuführungselement 18 in die erste Bohrung 19 eingeführt und darin verschraubt ist.
Die erste Bohrung 19 führt dabei durch den zweiten Eingang 12 für die zweite Komponente
hindurch, und das stabförmige Zuführungselement 18 hat an dieser Stelle eine seitliche
Eintrittsöffnung 16, so dass die zweite Komponente in das stabförmige Zuführungselement
18 und damit in den Zuführungskanal 15 eintreten kann.
[0045] Die an dem stabförmigen Zuführungselement 18 bezüglich der Vormischkammer 10 mittig
angeordnete Abgabeöffnung 17, die das Ende des Zuführungskanals 15 bildet, ist zentral
an dem stabförmigen Zuführungselement 18 angeordnet. Sie bildet den Abschluss des
stabförmigen Zuführungselements 18, das in diesem Ausführungsbeispiel nicht auf der
gegenüberliegenden Seite der Vormischkammer 10 abgestützt ist.
[0046] Die Fig. 8 und 9 zeigen ein drittes Ausführungsbeispiel eines Vormischkammerelements
9, mit dem das erfindungsgemäße Funktionsprinzip der zentrischen Mischung realisiert
wird.
[0047] Dieses dritte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem zweiten Ausführungsbeispiel
dadurch, dass das stabförmige Zuführungselement 18 ähnlich wie im ersten Ausführungsbeispiel
auf der der ersten Bohrung 19 gegenüberliegenden Seite der Vormischkammer 10 in einer
zweiten Bohrung 20 abgestützt ist, die als Sacklochbohrung ausgeführt ist, wobei die
bezüglich der Vormischkammer 10 mittig angeordnete Abgabeöffnung 17, die das Ende
des Zuführungskanals 15 bildet, seitlich an dem stabförmigen Zuführungselement 18
angeordnet und dem gemeinsamen Ausgang 13 der Vormischkammer 10 zugewandt ist.
[0048] Die Fig. 10 und 11 zeigen ein viertes Ausführungsbeispiel eines Vormischkammerelements
9, mit dem das erfindungsgemäße Funktionsprinzip der zentrischen Mischung realisiert
wird.
[0049] Dieses vierte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von den anderen Ausführungsbeispielen
dadurch, dass das Vormischkammerelement 9 einen Grundkörper 9a und einen im Grundkörper
9a auswechselbar angeordneten Einsatz 9b umfasst, der die Vormischkammer 10 begrenzt.
Der Einsatz 9b erstreckt sich vom ersten Eingang 11, an dem ein Behälter für eine
erste pastöse Masse angebracht werden kann, bis zum gemeinsamen Ausgang 13, so dass
der Grundkörper 9a mit den pastösen Massen nicht in Berührung kommen kann.
[0050] Das Vormischkammerelement 9 weist Verdrehsicherungsmittel in Form einer Vertiefung
9c im Grundkörper 9a und eines mit der Vertiefung 9c korrespondierenden Vorsprungs
9d des Einsatzes 9b auf, die so zusammenwirken, dass sie einen lagerichtigen Einbau
des Einsatzes 9b im Grundkörper 9a erzwingen und einer Relativverdrehung zwischen
Grundkörper 9a und Einsatz 9b entgegenwirken.
[0051] Ein Verschiebesicherungsmittel in Form einer Schraube 9e, die den Einsatz 9b im Grundkörper
9a festklemmt, verhindert eine Relativverschiebung zwischen Grundkörper 9a und Einsatz
9b und somit auch das unbeabsichtigte Herausfallen des Einsatzes 9b aus dem Grundkörper
9a.
[0052] Quer durch die Vormischkammer 10 erstreckt sich das stabförmige Zuführungselement
18, das einstückiger Bestandteil des Einsatzes 9b ist und nach Gebrauch mit diesem
entsorgt wird.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 1
- Austragvorrichtung
- 2
- Ausdrückeinrichtung
- 3
- Griff
- 4
- Betätigungselement
- 5
- Druckluftanschluss
- 6
- statischer Mischer
- 7
- erster Behälter
- 8
- zweiter Behälter
- 9
- Vormischkammerelement
- 9a
- Grundkörper
- 9b
- Einsatz
- 9c
- Verdrehsicherungsmittel (Vertiefung)
- 9d
- Verdrehsicherungsmittel (Vorsprung)
- 9e
- Verschiebesicherungsmittel (Schraube)
- 10
- Vormischkammer
- 11
- erster Eingang
- 12
- zweiter Eingang
- 13
- gemeinsamer Ausgang
- 14
- Außengewinde
- 15
- Zuführungskanal
- 16
- Eintrittsöffnung
- 17
- Abgabeöffnung
- 18
- stabförmiges Zuführungselement
- 19
- erste Bohrung
- 20
- zweite Bohrung
- 21
- Gewinde
- 22
- Richtungsindikator
1. Austragvorrichtung zum Zusammenführen von mindestens zwei pastösen Massen, umfassend
Aufnahmen für mindestens zwei austauschbare Behälter (7, 8),
mindestens eine auf die Behälter (7, 8) wirkende Ausdrückeinrichtung sowie
ein mit den Behältern (7, 8) direkt verbindbares Vormischkammerelement (9) mit einer
Vormischkammer (10), die eine Längsachse und einen Kammerquerschnitt, einen ersten
Eingang (11) für eine erste pastöse Masse, mindestens einen zweiten Eingang (12) für
eine zweite pastöse Masse, an den sich ein Zuführungskanal (15) mit einer in dem Kammerquerschnitt
mittig mündenden Abgabeöffnung (17) anschließt, und einen gemeinsamen Ausgang (13)
für ein Gemisch der pastösen Massen, an dem ein statischer Mischer (6) anbringbar
ist, aufweist,
wobei sich mindestens ein Kanalabschnitt des Zuführungskanals (15) rechtwinklig zur
Längsachse in die Vormischkammer (10) hinein erstreckt.
2. Austragvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Vormischkammerelement (9) einen Grundkörper (9a) und einen im Grundkörper (9a)
auswechselbar angeordneten Einsatz (9b) umfasst, der die Vormischkammer (10) begrenzt.
3. Austragvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatz (9b) sich vom ersten Eingang (11) bis zum gemeinsamen Ausgang (13) erstreckt.
4. Austragvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Vormischkammerelement (9) Verdrehsicherungsmittel (9c, 9d) zur Verhinderung einer
Relativverdrehung zwischen Grundkörper (9a) und Einsatz (9b) aufweist.
5. Austragvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Vormischkammerelement (9) Verschiebesicherungsmittel (9e) zur Verhinderung einer
Relativverschiebung zwischen Grundkörper (9a) und Einsatz (9b) aufweist.
6. Austragvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuführungskanal (15) in einem stabförmigen Zuführungselement (18) ausgebildet
ist.
7. Austragvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das stabförmige Zuführungselement (18) Bestandteil des Einsatzes (9b) ist.
8. Austragvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das stabförmige Zuführungselement (18) in einer ersten Bohrung (19) des Vormischkammerelements
(9) lösbar befestigt ist.
9. Austragvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Bohrung (19) im Vormischkammerelement (9) einseitig von außen als Durchgangsbohrung
bis in die Vormischkammer (10) geführt ist.
10. Austragvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das stabförmige Zuführungselement (18) an der Abgabeöffnung (17) endet.
11. Austragvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das stabförmige Zuführungselement (18) sich quer durch den gesamten Kammerquerschnitt
erstreckt.
12. Austragvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das stabförmige Zuführungselement (18) auf der der ersten Bohrung (19) gegenüberliegenden
Seite der Vormischkammer (10) in einer zweiten Bohrung (20) abgestützt ist.
13. Austragvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Bohrung (20) als Sacklochbohrung ausgeführt ist.
14. Austragvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgabeöffnung (17) dem gemeinsamen Ausgang (13) zugewandt ist.
15. Austragvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das stabförmige Zuführungselement (18) einen von außerhalb des Vormischkammerelements
(9) sichtbaren Richtungsindikator (22) aufweist.
16. Austragvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das stabförmige Zuführungselement (18) an mindestens einem seiner Enden aus dem Vormischkammerelement
(9) ragt und an diesem Ende einen Knebel aufweist.
17. Austragvorrichtung nach den Ansprüchen 15 und 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Knebel der Richtungsindikator (22) ist.