[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Langmachen einer, einen Kupplungsschwengel
aufweisenden Schraubenkupplung zwischen zwei Eisenbahnfahrzeugen, mit einem Gestell,
mit zumindest einem Mitnehmer für den Kupplungsschwengel, mit einer zwischen Gestell
und Mitnehmer vorgesehenen Mitnehmerführung, die eine zum Umlaufen der Schraubenkupplung
ausgebildete Führungsbahn aufweist, und mit einem Antrieb, welcher mit der Mitnehmerführung
verbunden ist, um den Mitnehmer entlang der Führungsbahn der Mitnehmerführung zu bewegen.
[0002] Aus dem Stand der Technik (
DE 33 44 979 A1) sind Vorrichtungen zum Langmachen von Schraubenkupplungen zwischen Eisenbahnfahrzeugen
bekannt, die mit einem Mitnehmer den Kupplungsschwengel der Schraubenkupplung betätigen.
Zur Bewegung des Mitnehmers weisen diese eine von einem Antrieb angetriebene Mitnehmerführung
auf, welche - zwischen Gestell und Mitnehmer vorgesehen -, den Mitnehmer entlang einer
die Schraubenkupplung umlaufenden Führungsbahn bewegt. Diese umlaufende Führungsbahn
wird von zwei Ringhälften der Mitnehmerführung ausgebildet. Diese Ringhälften müssen
allerdings vor dem Langmachen auf verhältnismäßig aufwändige Weise zueinander justiert
und danach exakt geschlossen werden - was auch konstruktiv relativ hohen Aufwand verursacht
und daher zu fehleranfälligen Vorrichtungen führt. Eine hohe Zuverlässigkeit im Langmachen
von Schraubenkupplungen kann durch Vorrichtungen des Stands der Technik also nicht
gewährleistet werden.
[0003] Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, eine Vorrichtung zum Langmachen
einer Schraubenkupplung der eingangs geschilderten Art konstruktiv zu vereinfachen
und auch in ihrer Standfestigkeit zu erhöhen.
[0004] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die Mitnehmerführung einen
offenen Zahnkranz aufweist, an dem außenliegend eine Verzahnung zur Kopplung mit dem
Antrieb und innenliegend der Mitnehmer vorgesehen ist, wobei die Zahnkranzöffnung
des Zahnkranzes in ihrer Weite zum Einbringen und Entfernen der Schraubenkupplung
in bzw. aus dem Zahnkranz ausgebildet ist.
[0005] Weist die Mitnehmerführung einen offenen Zahnkranz auf, wobei die Zahnkranzöffnung
des Zahnkranzes in ihrer Weite zum Einbringen und Entfernen der Schraubenkupplung
in bzw. aus dem Zahnkranz ausgebildet ist, kann die Mitnehmerführung - ohne dass irgendwelche
Teile der Vorrichtung zueinander positioniert werden müssen -, um die Schraubenkupplung
platziert werden. Es kann daher die vergleichsweise aufwändige Maßnahme unterlassen
werden, Ringhälften zueinander zu justieren und zu schließen, wie dies beim Stand
der Technik erforderlich ist. Somit ist nicht nur die Handhabung, sondern auch der
konstruktive Aufwand an der Vorrichtung erheblich reduzierbar.
Der konstruktive Aufwand kann sich weiter verringern, wenn am offenen Zahnkranz außenliegend
eine Verzahnung zur Kopplung mit dem Antrieb und innenliegend der Mitnehmer vorgesehen
sind. Eine derartige Ausführung der Vorrichtung im Bereich des Zahnkranzes kann zusätzlich
auch eine zuverlässige Führung des Mitnehmers um die Schraubenkupplung sicherstellen.
Erfindungsgemäß ist somit eine konstruktiv einfache, aber dennoch besonders standfeste
Vorrichtung zum Langmachen einer Schraubenkupplung geschaffen.
[0006] Im Allgemeinen wird festgehalten, dass die Mitnehmerführung zwei gegengesetzt orientierte
Mitnehmer aufweisen kann, wodurch eine orientierungsunabhängige Vorrichtung geschaffen
werden kann.
[0007] Weist die Mitnehmerführung mindestens eine Lagerrolle auf, die am Gestell befestigt
den Zahnkranz innenliegend lagert, so kann der Zahnkranz um beliebige Winkel rotiert
werden - und im Zuge dessen stets an der Mitnehmerführung gelagert bleiben. Eine besonders
flexibel einsetzbare und zuverlässige Vorrichtung ist damit gewährleistbar.
[0008] Die Vorrichtung kann in ihrer Funktion noch zuverlässiger gestaltet werden, wenn
die Lagerrolle an Walzflächen der Mitnehmerführung zur Lagerung des Zahnkranzes abwälzt.
[0009] Weist der Antrieb mindestens ein Antriebsritzel auf, das am Gestell befestigt in
die Verzahnung des Zahnkranzes eingreift und damit den Zahnkranz außenliegend lagert,
können auf konstruktiv einfache Weise zugleich eine sichere Lagerung und auch ein
einfacher, standfester Antrieb des Zahnkranzes erfolgen. Insbesondere, wenn mehrere
Antriebsritzel vorgesehen sind, können diese vorteilhafterweise derart positioniert
werden, dass ein Antrieb des Zahnkranzes in jeder Winkelstellung möglich ist und Totpunkte
im Antrieb vermieden werden. Eine in ihrer Zuverlässigkeit erhöhte Vorrichtung kann
derart geschaffen werden.
[0010] Die Standfestigkeit der Vorrichtung ist weiter erhöhbar, wenn das Gestell zwei parallel
angeordnete, u-förmig Rahmenteile aufweist, zwischen denen die Mitnehmerführung angeordnet
ist. Dadurch kann eine besonders stabile Lagerung des Zahnkranzes erreicht werden,
wodurch die Mitnehmerführung hohe Belastungen standfest abtragen kann. Im Speziellen
ist es dadurch möglich, beim Einwirken großer Kräfte - etwa beim Aufschrauben einer
Schraubenkupplung - eine Verwindung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu vermeiden,
wodurch deren fehlerfreie Betrieb gewährleistbar ist.
[0011] Sind die Weite der Gestellöffnung und die Weite der Zahnkranzöffnung im Wesentlichen
gleich, kann ein einfaches und fehlerfreies Positionieren der Vorrichtung sichergestellt
werden, wodurch deren Einsatz leicht und sicher handhabbar gestaltet werden kann.
[0012] Eine zuverlässigere Vorrichtung zum Langmachen einer Schraubenkupplung kann geschaffen
werden, wenn die Vorrichtung eine Einrichtung mit mindestens einem Hebel zum Ausrichten
des Kupplungsschwengels aufweist. Ist der Hebel zudem um eine normal zur Längssachse
der Schraubenkupplung verlaufende Drehachse drehbar gelagert, so kann durch die Einrichtung
eine Ausrichtung des Kupplungsschwengels in Richtung des Mitnehmers der Vorrichtung
erfolgen. Durch das korrekte Ausrichten des Kupplungsschwengels kann die Vorrichtung
dabei unabhängig von der Lage des Kupplungsschwengels eine Schraubenkupplung zuverlässig
langmachen.
[0013] Ist vor und nach der Mitnehmerführung je eine Einrichtung zum Ausrichten des Kupplungsschwengels
vorgesehen, so kann eine Vorrichtung zum Langmachen geschaffen werden, die Kupplungsschwengel
in allen möglichen Lagen und Richtungen zuverlässig ausrichten kann.
[0014] Die Zuverlässigkeit der Vorrichtung kann weiter erhöht werden, wenn die Einrichtung
zwei seitlich zueinander versetzte Hebel aufweist, die an derselben Drehachse drehbar
gelagert entgegengesetzt gekrümmt verlaufen. Kupplungsschwengel aller möglichen Ausgestaltungen
und Formen können dadurch zuverlässig ausgerichtet werden.
[0015] In den Figuren ist beispielsweise der Erfindungsgegenstand anhand einer Ausführungsvariante
näher dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 eine Schnittansicht durch die Vorrichtung,
Fig. 2 eine axonometrische Ansicht auf diese, und
Fig. 3 eine axonometrische Ansicht auf eine weitere Ausführungsform der Erfindung.
[0016] Nach Fig. 1 ist eine Vorrichtung 1 zum Langmachen einer Schraubenkupplung 2 gezeigt.
Die Schraubenkupplung 2 - welche beispielsweise zwischen zwei Eisenbahnfahrzeugen
angeordnet ist - weist einen Kupplungsschwengel 3 zum Aufschrauben bzw. zum Langmachen
der Schraubenkupplung 2 auf.
[0017] Die Vorrichtung 1, 101 umfasst ein Gestell 4, an welchem zumindest ein Mitnehmer
5 für den Kupplungsschwengel 3 über eine Mitnehmerführung 6 gelagert ist. Die Mitnehmerführung
6 ist zwischen Gestell 4 und Mitnehmer 5 vorgesehen - im gegenständlichen Beispiel
zwischen diesen auch angeordnet, was aber nicht zwingend der Fall sein muss. Die Mitnehmerführung
6 bildet eine Führungsbahn 7 für den Mitnehmer 5 aus, anhand welcher der Mitnehmer
5 die Schraubenkupplung 2 umlaufen kann. In der dargestellten Variante liegt eine
kreisförmige Umlaufbahn vor. Ein Antrieb 8 ist mit der Mitnehmerführung 6 verbunden,
um den Mitnehmer 5 entlang der Führungsbahn 7 - in der dargestellten Variante kreisförmig
- zu bewegen. Wie in Fig. 1 angedeutet, kann die Mitnehmerführung 6 zwei entgegengesetzt
orientierte Mitnehmer 5 aufweisen, wodurch die Vorrichtung 1, 101 von der Orientierung
der Schraubenkupplung 2 unabhängig gestaltet werden kann. Das Aufschrauben der Schraubenkupplung
2 kann demnach durch Bewegung des Kupplungsschwengels 3 sowohl gegen als auch im Uhrzeigersinn
erfolgen.
[0018] Um eine konstruktiv einfache und standfeste Mitnehmerführung 6 zu schaffen, weist
diese erfindungsgemäß einen offenen Zahnkranz 9 auf. Die Verzahnung 10 des Zahnkranzes
9 ist zur Kopplung mit dem Antrieb 8 außenseitig, während der Mitnehmer 5 innenliegend
vorgesehen ist. In die Außenverzahnung 10 an der Außenseite des Zahnkranzes 9 können
mit einem Motor 14 antriebsverbundene und am Gestell 4 befestigte Antriebsritzel 15
eingreifen - womit nicht nur ein einfacher Antrieb, sondern auch eine standfeste außenseitige
Lagerung des Zahnkranzes 9 sichergestellt sind. Auf diese Weise kann also der Mitnehmer
zuverlässig um die Schraubenkupplung bewegt werden.
[0019] Die Weite der Zahnkranzöffnung 11 des Zahnkranzes 9 ist zudem so dimensioniert, dass
die Schraubenkupplung 2 einfach in den Zahnkranz 9 eingebracht und aus diesem entfernt
werden kann. Auf diese Weise ist die Vorrichtung 1, 101 besonders handhabungsfreundlich
ausgebildet - unter anderem, da keine ihrer Teile zueinander positioniert werden müssen.
[0020] In den Fig. 1 und 2 ist erkennbar, dass die Mitnehmerführung 6 mehrere am Gestell
4 befestigte und drehbar gelagerte Lagerrollen 12 aufweist, welche den Zahnkranz 9
an seiner Innenseite drehbar lagern. Hierzu bildet der Zahnkranz 9 innenliegend eine
Walzfläche 13 aus, an welcher die Lagerrollen 12 zur Lagerung des Zahnkranzes 9 abwälzen.
Derart sind Standfestigkeit und Zuverlässigkeit der Vorrichtung 1, 101 erhöht.
[0021] Wie in der Fig. 2 erkennbar, weist das Gestell 4 zwei parallel angeordnete, u-förmige
Rahmenteile 16 auf, welche zur Unterseite des Gestells 4 hin die Gestellöffnung 17
aufweisen - die Rahmenteile 16 sind demnach deckungsgleich angeordnet. Die Mitnehmerführung
6 ist zwischen den u-förmigen Rahmenteilen 16 gelagert. Die Weiten von Gestellöffnung
17 und Zahnkranzöffnung 11 sind dabei im Wesentlichen gleich. Auf diese Weise kann
ein einfaches und behinderungsfreies Einführen der Schraubenkupplung 2 in die Vorrichtung
1, 101 durch die Gestell- bzw. Zahnkranzöffnung 17, 11 ermöglicht werden.
[0022] Fig. 3 zeigt eine Vorrichtung 101 zum Langmachen einer Schraubenkupplung 2 entsprechend
den in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellten Merkmalen. Zudem weist die Vorrichtung 101
jeweils entlang der Längsachse der Schraubenkupplung 2 vor und nach der Mitnehmerführung
6 eine Einrichtung 18 zum Ausrichten des Kupplungsschwengels 3 auf. Die Einrichtung
18 weist dabei zumindest einen Hebel 19 auf, welcher um eine normal zur Längsachse
der Schraubenkupplung 2 verlaufende Drehachse 20 drehbar gelagert ist. Insbesondere
sind zwei Hebel 19 in der Einrichtung 18 angeordnet, welche an der gemeinsamen Drehachse
20 gelagert sind, jedoch eine entgegengesetzte Krümmung aufweisen. Dadurch kann sichergestellt
werden, dass alle Formen von Kupplungsschwengeln 3 in allen möglichen Ruhelagen durch
die Einrichtung 18 zuverlässig ausgerichtet werden können, so dass die Vorrichtung
101 mit deren Mitnehmer 5 den Kupplungsschwengel 3 greifen kann und die Schraubenkupplung
2 aufschrauben kann. Die Hebel 19 werden dabei unabhängig vom Antrieb 8 der Vorrichtung
101 über entsprechende Motoren 21 angetrieben. Die Einrichtung 18 kann ebenso mehrere
Motoren 21 aufweisen, wobei jeder Hebel 19 von einem eigenen Motor angetrieben wird,
sodass die Hebel 19 voneinander unabhängig bewegt werden können, was jedoch in den
Figuren nicht näher dargestellt wurde. Die Einrichtung 18 weist zur Befestigung am
Gestell 4 der Vorrichtung 101 ein L-förmiges Montagegestell 22 auf, welches die Einrichtung
18 gegenüber der Schraubenkupplung 2 derart positioniert, dass ein zuverlässiges Ausrichten
des Kupplungsschwengels 3 ermöglicht wird.
1. Vorrichtung zum Langmachen einer, einen Kupplungsschwengel (3) aufweisenden Schraubenkupplung
(2) zwischen zwei Eisenbahnfahrzeugen, mit einem Gestell (4), mit zumindest einem
Mitnehmer (5) für den Kupplungsschwengel (3), mit einer zwischen Gestell (4) und Mitnehmer
(5) vorgesehenen Mitnehmerführung (6), die eine zum Umlaufen der Schraubenkupplung
(2) ausgebildete Führungsbahn (7) aufweist, und mit einem Antrieb (8), welcher mit
der Mitnehmerführung (6) verbunden ist, um den Mitnehmer (5) entlang der Führungsbahn
(7) der Mitnehmerführung (6) zu bewegen, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmerführung (6) einen offenen Zahnkranz (9) aufweist, an dem außenliegend
eine Verzahnung (10) zur Kopplung mit dem Antrieb (8) und innenliegend der Mitnehmer
(5) vorgesehen ist, wobei die Zahnkranzöffnung (11) des Zahnkranzes (9) in ihrer Weite
zum Einbringen und Entfernen der Schraubenkupplung (2) in bzw. aus dem Zahnkranz (9)
ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmerführung (6) mindestens eine Lagerrolle (12) aufweist, die am Gestell
(4) befestigt den Zahnkranz (9) innenliegend lagert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerrolle (12) an Walzflächen (13) der Mitnehmerführung (6) zur Lagerung des
Zahnkranzes (9) abwälzt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (8) mindestens ein Antriebsritzel (15) aufweist, das am Gestell (4) befestigt
in die Verzahnung (10) des Zahnkranzes (9) eingreift und damit den Zahnkranz (9) außenliegend
lagert.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell (4) zwei parallel angeordnete, u-förmig Rahmenteile (16) aufweist, zwischen
denen die Mitnehmerführung (6) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Weite der Gestellöffnung (17) und die Weite der Zahnkranzöffnung (11) im Wesentlichen
gleich sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1, 101) eine Einrichtung (18) mit mindestens einem Hebel (19) zum
Ausrichten des Kupplungsschwengels (3) aufweist, welcher Hebel (19) um eine normal
zur Längssachse der Schraubenkupplung (2) verlaufende Drehachse (20) drehbar gelagert
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass vor und nach der Mittnehmerführung (6) je eine Einrichtung (18) zum Ausrichten des
Kupplungsschwengels (3) vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (18) zwei seitlich zueinander versetzte Hebel (19) aufweist, die
an derselben Drehachse (20) drehbar gelagert entgegengesetzt gekrümmt verlaufen.