[0001] Die vorliegende Erfindung beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Entfernung
von Verunreinigungen, einschließlich anorganischen Verunreinigungen, wie z.B. Staub
und Sand, und organischen Verunreinigungen, wie z.B. Schimmelpilzbestandteilen, Schimmelpilzsporen
und Bakterien, und zur Desinfektion, d.h. zur Verringerung der Anzahl von vermehrungsfähigen
Keimen, wie z.B. Pilzen, Sporen oder Bakterien, von Archivalien, insbesondere von
Archivalien in gebundener Form, wie Büchern.
[0002] Papier und die in Papier sowie in den Einbandmaterialien enthaltenen Chemikalien,
wie z.B. Klebstoffe, sind für viele Schimmelpilze ein nahezu idealer Träger und Nährboden.
Ursachen für Wachstums- und Vermehrungsprozesse von Schimmelpilzen in Archiven sind
vor allem staubbefallenes oder verschmutztes Archivgut, eine zu hohe relative Luftfeuchtigkeit,
eine erhöhte Objektfeuchte der Archivgüter oder Havarien.
[0003] Durch Schimmelbefall, der nicht rechtzeitig bekämpft wird, werden zum einen Archivmitarbeiter,
insbesondere Allergiker und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, gefährdet. Zudem
stellt der Schimmelbefall eine Gefahr für das Archivgut selbst dar, da die in Papier
enthaltene Cellulose durch den Schimmelbefall abgebaut wird und sich somit die Festigkeit
und mechanische Stabilität des Papiers stark vermindert.
[0004] In den meisten Fällen wird heutzutage zur Schimmelbeseitigung eine intensive Trockenreinigung
mit Schwämmen und Pinseln durchgeführt. Bei dieser Reinigung werden die Schimmelpilzsporen
und weitere Schimmelpilzbestandteile in einer Sicherheitswerkbank mechanisch entfernt.
Diese Dekontaminationsmethode gilt zwar als effektive Maßnahme zur oberflächlichen
Entfernung von Schimmelpilzstrukturen. Allerdings ist die Trockenreinigung blattweise
durchzuführen, so dass dieses Verfahren sehr zeitaufwendig und damit kostenintensiv
ist. Nachteilig ist weiterhin, dass diese Trockenreinigung lediglich zu einer oberflächlichen
Reinigung des Papiers führt. Eine Reinigung oder Desinfektion innerhalb der Papierstruktur
wird damit nicht erreicht.
[0005] Eine weitere Möglichkeit zur Schimmelpilzbekämpfung stellt eine Sterilisation durch
Bestrahlung mit Gamma-Strahlen, beispielsweise Kobalt 60, oder eine Begasung mit Ethylenoxid
dar. Zwar werden Schimmelpilzsporen bei einer ausreichend hohen Dosierung der Gamma-Strahlen
abgetötet. Bei der Bestrahlung verliert jedoch das Schriftgut einen erheblichen Teil
seiner Festigkeit. Es bedarf daher einer genauen Abschätzung des Risikos, ob sich
befallene Papiere für eine Bestrahlung überhaupt eignen. Eine Begasung mit Ethylenoxid
weist den Nachteil auf, dass Reste von Ethylenoxid gesundheitsschädlich und krebserregend
sind.
[0006] Des Weiteren muss auch nach einer Sterilisation durch Bestrahlung mit Gamma-Strahlen
oder Begasung mit Ethylenoxid stets eine mechanische Trockenreinigung des behandelten
Papiers durchgeführt werden, um Ablagerung des Schimmels, Schimmelpilzsporen und andere
Verschmutzungen zu entfernen. Somit stellt auch die Sterilisation durch Gamma-Bestrahlung
oder Begasung mit Ethylenoxid kein schnelles und kostengünstiges Verfahren zur Entschimmelung
von Archivgütern dar.
[0007] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein einfaches, kostengünstiges
und dennoch wirksames Verfahren zur Reinigung und Desinfektion von Archivgütern, wie
z.B. Büchern, zur Verfügung zu stellen, mit dem Verunreinigungen und Keime nicht nur
oberflächlich, sondern auch innerhalb der Papierstruktur entfernt werden. Zudem soll
das Verfahren umweltfreundlich und die Belastung der mit dem Verfahren befassten Personen
gering sein.
[0008] Diese Aufgaben werden durch das Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst. Weitere vorteilhafte
Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 16 beschrieben. Die Erfindung
betrifft weiterhin eine Vorrichtung gemäß den Ansprüchen 17 bis 22 zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0009] In einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen
und/oder zur Desinfektion von Archivalien gemäß Anspruch 1. Der Begriff "Archivalien"
beschreibt Archivgüter, wie z.B. Bücher, Akten oder Einzelblätter. Insbesondere umfasst
der Begriff "Archivalien" Archivalien in gebundener Form, wie z.B. Bücher, d.h. Archivgüter
die jeweils eine Vielzahl von aufeinandergestapelten Papierseiten umfassen, wobei
die Papierseiten entlang einer Kante miteinander verbunden sind. Insbesondere stellt
die Erfindung ein Verfahren zur Entfernung von Verunreinigung und/oder zur Desinfektion
von Büchern zur Verfügung.
[0010] Der Begriff "Entfernung von Verunreinigungen" umfasst die Entfernung von anorganischen
Verunreinigungen, wie z.B. Sand und/oder Staub, und die Entfernung von organischen
Verunreinigungen, wie z.B. Schimmelpilzbestandteilen, Schimmelpilzsporen, Bakterien
und/oder Insekten und deren Überreste. Im Folgenden wird die Entfernung von Verunreinigungen
auch Reinigung genannt. Der Begriff "Desinfektion" bezeichnet die Verringerung der
Anzahl an vermehrungsfähigen Keimen, wie z.B. Pilzen, Sporen oder Bakterien, insbesondere
durch Abtötung der Keime und schließt eine Sterilisation ein.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird in Schritt (a) in einem Behälter wenigstens
eine Archivale auf mindestens einer ebenen Warenfläche eines Warenträgers angeordnet.
[0012] Der Behälter ist in einer bevorzugten Ausführungsform gasdicht schließbar, so dass
weder während der Behandlung zur Reinigung und/oder Desinfektion noch während sich
anschließenden optionalen Verfahrensschritten, wie z.B. einer unten beschriebenen
Entsäuerung und/oder Trocknung der Archivalien, verdampfte Behandlungsflüssigkeit
aus dem Behälter entweichen kann. Dies ist besonders vorteilhaft, da so die Kosten
für die Bereitstellung der Behandlungsflüssigkeit verringert werden können und eine
Belastung der Umwelt und der mit der Reinigung befassten Personen gering gehalten
werden kann.
[0013] In dem Behälter ist mindestens ein Warenträger mit wenigstens einer ebenen Warenfläche
zur Aufnahme der Archivale, insbesondere von aufgefächert aufgestellten Archivalien,
angeordnet. In einer bevorzugten Ausführungsform ist in dem Behälter ferner ein Dorn
angeordnet, der sich vorzugsweise vom Boden des Behälters senkrecht weg erstreckt.
In dieser Ausführungsform wird der Warenträger von dem Dorn gehalten und der Warenträger
weist wenigstens eine, senkrecht zum Dorn verlaufende ebene Warenfläche auf, die zur
Aufnahme der Archivale, insbesondere einer Mehrzahl von aufgefächert aufgestellten
Archivalien, dient. Es ist auch denkbar, dass der Warenträger zwei oder drei Warenflächen
zur Aufnahme einer Mehrzahl von aufgefächert aufgestellten Archivalien aufweist. Bei
den Warenflächen handelt es sich vorzugsweise um ebene Flächen, die eine siebartige
Struktur aufweisen, so dass eine Behandlungsflüssigkeit durch die Warenträger hindurchfließen
kann. In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die Warenträger zudem eine Mehrzahl
von Unterteilungsflächen auf, die senkrecht zu den Warenflächen verlaufen, und die
Warenflächen in mehrere Abschnitte aufteilen, wobei in jedem Abschnitt eine Archivale
angeordnet wird.
[0014] Es ist weiterhin bevorzugt, dass der Warenträger aus dem Behälter entnommen werden
kann, außerhalb des Behälters mit z.B. Büchern bestückt und bestückt in den Behälter
eingebracht werden kann. Dies ist besonders vorteilhaft, da der Warenträger mit Archivalien
bestückt werden kann, ohne dass eine Person in den Behälter greifen muss. Zudem kann
eine Mehrzahl von Warenträgern für jeden Behälter vorgesehen sein, so dass während
ein mit Archivalien bestückter Warenträger in dem Behälter ist und die Archivalien
gereinigt werden, die übrigen Warenträger mit Archivalien bestückt werden können oder
bereits gereinigte Archivalien aus den Warenträgern entnommen werden können.
[0015] Es ist allerdings auch denkbar, dass der Warenträger in einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform innerhalb des Behälters mit z.B. Büchern bestückt wird. Dies ist besonders
bei großen Vorrichtungen vorteilhaft, da das Gewicht des mit Büchern bestückten Warenträgers
so groß wäre, dass dieser nur schwierig bewegt werden könnte.
[0016] Handelt es sich bei der zu behandelnden Archivale um eine gebundene Archivale, so
wird die Archivale vorzugsweise aufgefächert auf die Warenfläche des Warenträgers
aufgestellt. Bei zu behandelnden Einzelblättern wird die Archivale mindestens an einer
Kante des Einzelblatts an dem Warenträger fixiert.
[0017] Die Archivale wird zur Reinigung und/oder Desinfektion vollständig in die Behandlungsflüssigkeit
getaucht. Dazu wird nach dem Einbringen der Archivale in den Behälter über eine Öffnung
des Behälters, die im unteren Behälterbereich, wie z.B. dem Boden des Behälters, angeordnet
ist, Behandlungsflüssigkeit von unten in den Behälter geströmt. Dieses Befüllen wird
vorzugsweise langsam durchgeführt, um ein Beschädigen der Archivale, wie ein Herausreißen
von Papierseiten, durch zu hohe Scherkräfte zu vermeiden.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform ist in dem Behälter weiterhin eine Einrichtung
angeordnet, durch die die Strömungsrichtung und/oder -geschwindigkeit der in den Behälter
einströmenden Behandlungsflüssigkeit gesteuert werden kann. In einer besonders bevorzugten
Ausführungsform, in der der Behälter einen vertikal verlaufenden Dorn und eine horizontale
Warenfläche aufweist, ist die Einrichtung unterhalb des Warenträgers angeordnet, so
dass Behandlungsflüssigkeit, die in den Behälter einströmt, von unten durch die Archivale
hindurchströmt. Diese Anordnung ist besonders vorteilhaft, da die von unten nach oben
an der Archivale vorbeifließende Strömung besonders gleichmäßig erfolgen kann und
bereits ggf. auf der Oberfläche der Papierseiten festsitzende Schmutzpartikel lösen
kann.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist in dem Behälter eine parallel zu
der wenigstens einen Warenfläche verlaufende, siebartige Fläche derart angeordnet,
dass durch die Einrichtung einströmender Behandlungsflüssigkeit zunächst durch die
siebartige Fläche strömt, bevor sie mit auf dem Warenträger angeordneten Archivalien
in Kontakt kommt. Unter einer siebartigen Fläche ist eine Fläche zu verstehen, die
eine Vielzahl von Öffnungen aufweist, durch die die Behandlungsflüssigkeit hindurch
treten kann. Die Anordnung einer siebartigen Fläche zwischen den Archivalien und der
Einrichtung zur Steuerung der Strömungsrichtung und/oder -geschwindigkeit ist besonders
vorteilhaft, wenn die Einrichtung nur eine oder wenige Öffnungen aufweist, durch die
die Behandlungsflüssigkeit zentral in den Behälter einströmt. Bei entsprechender Anordnung
der Öffnungen auf der siebartigen Fläche lässt sich die Strömung der Behandlungsflüssigkeit
in dem Behälter so steuern, dass sich eine gleichmäßige, aufsteigende Strömung ausbildet,
die entlang des Dorns aufsteigt und die Archivalien gleichmäßig durchströmt.
[0020] In dem Behälter ist weiterhin wenigstens eine Fächerdüse und bevorzugt eine Mehrzahl
von Fächerdüsen zum Einspritzen einer Behandlungsflüssigkeit angeordnet. Der Warenträger
und die Fächerdüse(n) können derart relativ zueinander bewegt werden, dass in Schritt
(b) des erfindungsgemäßen Verfahrens in jede Archivale durch wenigstens eine Fächerdüse
die Behandlungsflüssigkeit durch die von der gebundenen oder fixierten Kante wegweisende
Seite der Archivale in Richtung der gebundenen oder fixierten Kante eingespritzt werden
kann. Mit anderen Worten können entweder der Warenträger oder die Fächerdüse(n) oder
der Warenträger und die Fächerdüse(n) so bewegt werden, dass jede Archivale, die auf
dem Warenträger angeordnet ist, mit seiner von der gebundenen oder fixierten Kante
wegweisenden Seite derart an wenigstens einer Fächerdüse vorbeigeführt werden kann,
dass die von der Fächerdüse eingespritzte Behandlungsflüssigkeit im Wesentlichen parallel
zu den einzelnen Seiten der Archivale in z.B. das Buch eingespritzt wird. Dies ist
besonders vorteilhaft, da nicht lediglich die äußeren Bereiche der Seiten mit der
Behandlungsflüssigkeit in Berührung kommen, sondern die Papierseiten vollständig bis
hin zur Bindung kontaktiert und somit gereinigt werden.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform sind eine Mehrzahl von Fächerdüsen an einer
Innenwand des Behälters angeordnet und spritzen die Behandlungsflüssigkeit entlang
von Ebenen ein, die parallel zur Erstreckungsrichtung des Dorns verlaufen. Mit anderen
Worten verlaufen die Fächer von Behandlungsflüssigkeit, die aus den Fächerdüsen in
Richtung der Archivalien in den Behälter eingespritzt werden parallel zu den gebundenen
oder fixierten Kanten der Archivalien und den Papierseiten. Hiermit wird sichergestellt,
dass die Seiten vollständig, bis hin zur Bindung gereinigt und dekontaminiert werden.
Der Behälter ist in einer bevorzugten Ausführungsform zylindrisch, die wenigstens
eine Warenfläche kreisförmig und der Warenträger wird drehend um eine vom Dorn gebildete
Drehachse angetrieben. In dieser bevorzugten Ausführungsform lässt sich auf besonders
einfache Weise die relative Bewegung des Warenträgers und der Fächerdüsen zueinander
gestalten. Die Fächerdüsen können fest an der Innenwand des Behälters angeordnet sein,
während der Warenträger sich um den zentral in dem Behälter angeordneten Dorn dreht.
Die auf der Warenfläche angeordneten Archivalien weisen in dieser Ausführungsform
mit ihren gebundenen Kanten auf die vom Dorn gebildete Drehachse. Auf diese Weise
lässt sich auf besonders geringem Raum eine Mehrzahl von Archivalien gründlich reinigen.
Dabei ist es bevorzugt, den Warenträger zunächst um 270° in eine Richtung und danach
um 180° in die andere Richtung um die Drehachse zu drehen. Das Drehen des Warenträgers
ist besonders vorteilhaft, da auf einfache Weise eine relative Bewegung zwischen dem
Warenträger und den Fächerdüsen erzeugt werden kann, durch die in jedes Buch durch
wenigstens eine der Fächerdüsen die Behandlungsflüssigkeit eingespritzt werden kann.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform weist der Dorn Öffnungen auf, durch die Behandlungsflüssigkeit
in den Innenraum des Behälters strömen kann. In dieser Ausführungsform wird also vorzugsweise
die zum Dorn hin weisende Rückseite der gebundenen Kante der Archivalien, also z.B.
der Buchrücken, mit Behandlungsflüssigkeit angeströmt. Dies ermöglicht eine besonders
intensive Kontaktierung und somit Reinigung der Buchrücken.
[0023] Um eine größere Anzahl von Archivalien zu reinigen, ist es alternativ bevorzugt,
dass die wenigstens eine Warenfläche rechteckig ausgebildet ist und dass die Fächerdüsen
horizontal verschiebbar angetrieben sind. Es ist bevorzugt, dass die Warenfläche erheblich
länger als breit ist, wobei die Breite so gewählt wird, dass sie in etwa der Tiefe
einer aufgefächert aufgestellten Archivale entspricht. Die gebundenen oder fixierten
Kanten der Archivale weisen dabei jeweils zu einer der beiden längeren Außenseiten
der Warenfläche. Es ist besonders bevorzugt, die Archivalien so anzuordnen, dass bei
nebeneinander aufgestellten Archivalien die gebundenen Kanten zu gegenüberliegenden
Außenkanten der Warenfläche weisen. Die Fächerdüsen werden in dieser bevorzugten Ausführungsform
an dem Warenträger vorbeigeführt, der selber ruht. Diese Ausführungsform ist besonders
vorteilhaft, da sie es erlaubt, die Größe des Behälters und der Warenfläche beliebig
groß zu wählen, so dass auch große Anzahlen von Archivalien gleichzeitig gereinigt
werden können. Gleichzeitig sind nur wenige Fächerdüsen notwendig, da diese entlang
der längeren Seite der Warenfläche entlang verschoben werden können und auf diese
Weise mit wenigen Fächerdüsen viele Archivalien behandelt werden können.
[0024] In Schritt (c) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zumindest ein Teil der Behandlungsflüssigkeit
nach dem Kontaktieren des Papiers aus dem Behälter abgeführt. Zu diesem Zweck weist
der Behälter vorzugsweise eine Öffnung auf, die besonders bevorzugt im Bereich des
Bodens des Behälters angeordnet ist.
[0025] Die abgeführte Behandlungsflüssigkeit wird z.B. mit Hilfe einer Kreislaufpumpe zu
einer Vorrichtung zum Abtrennen von Feststoffen, wie z.B. einem Filter, geführt, in
der in Schritt (d) die aus dem Papier entfernten Verunreinigungen und/oder Keime aus
der Behandlungsflüssigkeit entfernt werden, um eine regenerierte Behandlungsflüssigkeit
bereitzustellen. Die Vorrichtung zum Abtrennen von Feststoffen ist vorzugsweise geeignet,
Feststoffe mit einer Partikelgröße von weniger als 15 µm, insbesondere weniger als
5 µm, besonders bevorzugt weniger als 0,5 µm, wie z.B. 0,01 bis 0,5 µm oder 0,001
bis 0,5 µm zu entfernen. Die Partikelgröße wird insbesondere mittels Laserdiffraktometrie
gemessen.
[0026] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird als Vorrichtung zum Abtrennen
von Feststoffen ein Filter verwendet. Der Filter weist vorzugsweise eine Maschenweite
von weniger als 15 µm, vorzugsweise weniger als 5 µm, besonders bevorzugt weniger
als 0,5 µm auf, wie z.B. 0,01 bis 0,5 µm oder 0,001 bis 0,5 µm. Der Begriff "Maschenweite"
bezeichnet dabei die Größe der Öffnungen des Filters. Eine derartige Maschenweite
ist besonders vorteilhaft, da auf diese Art selbst kleine Verunreinigungen, wie z.B.
Staubkörner, und insbesondere auch Schimmelpilzsporen abgetrennt werden können, die
ansonsten wieder in das Papier der Archivalien eingetragen werden würden und dort
selbst nach langen Ruhepausen wieder aktiv werden und somit wieder zu einem Schimmelbefall
führen könnten.
[0027] Besonders bevorzugt wird als Filter in Schritt (d) ein Partikelfilter, wie z.B. Membranfilter,
verwendet. Vorzugsweise weist der Membranfilter eine Porengröße von weniger als 15
µm, vorzugsweise weniger als 5 µm, besonders bevorzugt weniger als 0,5 µm, wie z.B.
0,01 bis 0,5 µm oder 0,001 bis 0,5 µm, auf. Der Begriff "Porengröße" bezeichnet dabei
die nominale Porengröße eines Membranfilters, d.h. das Maximum in der durch Quecksilberporosimetrie
ermittelten Porengrößenverteilungskurve.
[0028] In Schritt (e) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die regenerierte Behandlungsflüssigkeit
in den Behälter zurückgeführt. Vorzugsweise wird die regenerierte Behandlungsflüssigkeit
über die Fächerdüse (n) und/oder ggf. den Hohlraumdorn in den Behälter zurückgeführt.
[0029] Vorzugsweise erfolgt beim erfindungsgemäßen Verfahren das Kontaktieren der Archivale
mit Behandlungsflüssigkeit in Schritt (b), das Abführen von Behandlungsflüssigkeit
in Schritt (c), das Abtrennen von Feststoffen in Schritt (d) und das Rückführen der
regenerierten Behandlungsflüssigkeit in den Behälter in Schritt (e) kontinuierlich.
Mit anderen Worten werden die Schritte (b) bis (e) parallel, d.h. gleichzeitig, durchgeführt.
Dadurch kann das erfindungsgemäße Verfahren besonders wirtschaftlich ohne lange Rüstzeiten
in einem Kreislaufverfahren betrieben werden.
[0030] Die in dem Verfahren eingesetzte Behandlungsflüssigkeit enthält vorzugsweise eine
Trägersubstanz und ggf. ein Desinfektionsmittel.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Trägersubstanz ein Lösungsmittel,
das (i) eine Oberflächenspannung von weniger als 0,072 N/m, vorzugsweise weniger als
0,020 N/m, besonders bevorzugt weniger als 0,015 N/m, wie z.B. 0,010 bis 0,020 N/m,
(ii) eine Polarität von weniger als 150 kJ/mol, wie 20 bis 150 kJ/mol oder 30 bis
40 kJ/mol, auf der E
T (30)-Skala und/oder (iii) einen Siedepunkt von weniger als 100 °C, vorzugsweise weniger
als 70°C, besonders bevorzugt weniger als 60°C, wie 50 bis 60°C aufweist.
[0032] Die Oberflächenspannung wird bei Raumtemperatur und Umgebungsdruck insbesondere mit
Hilfe des Kapillareffekts gemessen. Zur Messung der Steighöhe in der Kapillare eignet
sich beispielsweise ein Kathetometer. Der Siedepunkt wird bei einem Normdruck von
1,01325 bar bestimmt.
[0033] Vorzugsweise umfasst die Trägersubstanz ein Lösungsmittel, das Eigenschaften (i)
bis (iii) aufweist.
[0034] Besonders bevorzugt ist das Lösungsmittel ein Alkan oder fluoriertes Alkan mit einer
molaren Masse von mehr als 72 g/mol, wie 72 bis 300 g/mol, und ist vorzugsweise ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Pentan, Hexan, Heptan, Decafluorpentan und Mischungen
davon.
[0035] Weiterhin ist es besonders bevorzugt, dass das Lösungsmittel 1,1,1,2,2,3,4,5,5,5-Decafluorpentan
ist.
[0036] Derartige Lösungsmittel weisen den Vorteil auf, dass sie sehr gut in die üblichen
Papierstrukturen eindringen können, um dort Verunreinigungen, wie z.B. Staub, Sand,
Pilzsporen oder Bakterien zu entfernen, und anschließend rückstandsfrei aus dem Papier
wieder entfernt werden können.
[0037] Ist nicht nur eine Reinigung der Archivalien gewünscht, sondern soll ein akuter Schimmelbefall
behandelt werden, umfasst die Behandlungsflüssigkeit zusätzlich zu der Trägersubstanz
in einer bevorzugten Ausführungsform ein Desinfektionsmittel. Es ist bevorzugt, dass
das Desinfektionsmittel in der Trägersubstanz löslich ist und bevorzugt ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Methanol, Ethanol, Isopropanol und Mischungen davon.
[0038] Alles in allem wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe somit durch ein Verfahren
gelöst, bei dem vorzugsweise eine Mehrzahl von Archivalien aufgefächert aufgestellt
wird und mit einer Behandlungsflüssigkeit kontaktiert wird, wobei die kontaminierte
Behandlungsflüssigkeit anschließend durch Filtration regeneriert wird und für weitere
Reinigungszwecke zurückgeführt wird. Mithin wird ein kostengünstiges Verfahren zur
Verfügung gestellt, bei dem in relativ kurzer Zeit und platzsparend eine Vielzahl
von Archivalien, wie z.B. Büchern, gereinigt und von Schimmelpilzen und anderen Keimen
befreit werden kann.
[0039] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird im Anschluss an das erfindungsgemäße
Verfahren zur Reinigung und/oder Desinfektion ein Verfahren zur Entsäuerung der Archivalien
durchgeführt. Dazu verbleiben die Archivalien nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
vorzugsweise in dem Behälter und Schritt (b) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
mit einer Behandlungsflüssigkeit durchgeführt, die mindestens einen Entsäuerungswirkstoff
enthält.
[0040] Mithin kann durch das erfindungsgemäße Verfahren nicht nur eine Reinigung und/oder
Desinfektion von Archivalien, sondern auch eine Entsäuerung der Archivalien erreicht
werden.
[0041] Der Entsäuerungswirkstoff ist vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Alkali- und Erdalkalimetallverbindungen und insbesondere aus der Gruppe bestehend
aus Magnesiumoxid, Magnesiumcarbonat, Magnesiumhydrogencarbonat, Magnesiumhydroxid,
Calciumoxid, Calciumcarbonat, Calciumhydrogencarbonat, Calciumhydroxid, Bariumoxid,
Bariumcarbonat, Bariumhydrogencarbonat, Bariumhydroxid, Natriumhydroxid, Natriumhydrogencarbonat,
Natriumcarbonat, Kaliumhydroxid, Kaliumhydrogencarbonat, Kaliumcarbonat und Mischungen
davon.
[0042] Des Weiteren ist es für eine Entsäuerung der Archivalien vorteilhaft, wenn die Archivalien
mit einem Gas kontaktiert werden, während diese mit der Behandlungsflüssigkeit in
Kontakt sind. Dazu sind in einer bevorzugten Ausführungsform Gasausströmer derart
unterhalb des Warenträgers angeordnet, dass aus den Gasausströmern ausströmendes Gas
durch die aufgefächert aufgestellten Bücher hindurch strömt. Gasausströmer vorzusehen
ist besonders vorteilhaft, da das ausströmende Gas mit der Behandlungsflüssigkeit
wechselwirken kann, und auf diese Weise die Bücher noch gründlicher entsäuert werden
können. Bei geeigneter Anordnung der Gasausströmer wird zudem die durch die Bücher
hindurch fließende Strömung verstärkt, so dass zusätzlich verhindert wird, dass sich
in der Behandlungsflüssigkeit befindliche Partikel auf der Oberfläche der zu entsäuernden
Buchseiten ablagert.
[0043] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird im Anschluss an das erfindungsgemäße
Verfahren zur Reinigung und/oder Entfernung von Keimen oder ggf. im Anschluss an die
Entsäuerung eine Trocknung der Archivalien durchgeführt. Bevorzugt wird diese Trocknung
in dem Behälter selbst durchgeführt. In einer Ausführungsform ist der in dem Behälter
angeordnete Dorn hohl und weist eine Mehrzahl von Öffnungen auf, durch die Gas zum
Trocknen der Archivalien in den Behälter einströmen kann. Es ist denkbar, dass diese
Öffnungen verschlossen werden können, wenn der Behälter mit einer Behandlungsflüssigkeit
gefüllt ist. Es ist auch denkbar, dass der Dorn direkt an ein Heißluftgebläse angeschlossen
ist, das warme beziehungsweise heiße Luft durch den Dorn zum Trocknen der Archivalien
in den Behälter blasen kann. Besonders bevorzugt wird zum Trocknen warmes Gas, wie
warme Luft, durch die Fächerdüse(n), den Hohldorn und die Öffnung im unteren Bereich
des Behälters zugeführt, über die die Behandlungsflüssigkeit in den Behälter geströmt
ist.
[0044] Gemäß einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Durchführen
des erfindungsgemäßen Verfahrens. Die Vorrichtung umfasst
einen Behälter mit mindestens einer Öffnung zum Einbringen einer Behandlungsflüssigkeit
und mindestens einer Öffnung zum Abführen der Behandlungsflüssigkeit, wobei in dem
Behälter ein Warenträger mit mindestens einer ebenen Warenfläche zur Aufnahme von
wenigstens einer Archivale angeordnet ist,
wenigstens eine Fächerdüse zum Einspritzen einer Behandlungsflüssigkeit zur Reinigung
und/oder Desinfektion der Archivale,
wobei der Warenträger und die wenigstens eine Fächerdüse derart relativ zueinander
bewegt werden können, dass in jede Archivale durch wenigstens eine Fächerdüse die
Behandlungsflüssigkeit durch die von einer gebundenen oder fixierten Kante der Archivale
wegweisende, aufgefächerte Seite der Archivale in Richtung der gebundenen oder fixierten
Kante eingespritzt wird, um das Papier der Archivalien zu kontaktieren,
eine Pumpe, dessen Saugseite mit der mindestens einen Öffnung des Behälters zum Abführen
von Behandlungsflüssigkeit verbunden ist und dessen Druckseite mit der mindestens
einen Öffnung des Behälters zum Einbringen von Behandlungsflüssigkeit verbunden ist,
um aus dem Behälter abgeführte Behandlungsflüssigkeit zu dem Behälter zurückzuführen,
und
eine Vorrichtung zum Abtrennen von Feststoffen, die zwischen der mindestens einen
Öffnung des Behälters zum Abführen von Behandlungsflüssigkeit und der Saugseite der
Pumpe und/oder zwischen der Druckseite der Pumpe und der mindestens einen Öffnung
des Behälters zum Einbringen von Behandlungsflüssigkeit angeordnet ist, um Feststoffe
aus der zurückgeführten Behandlungsflüssigkeit zu entfernen.
[0045] Bevorzugte Ausführungsformen der Vorrichtung werden oben im Zusammenhang mit der
Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben.
[0046] Beispielsweise ist die erfindungsgemäße Vorrichtung vorzugsweise dadurch gekennzeichnet,
dass der Behälter einen Dorn aufweist und die Mehrzahl der aufgefächert aufgestellten
Archivalien auf mindestens einer, senkrecht zum Dorn verlaufenden, ebenen Warenfläche
des Warenträgers angeordnet werden, wobei der Warenträger von dem Dorn gehalten wird.
[0047] Auch ist es bevorzugt, dass die Behandlungsflüssigkeit in dieser Ausführungsform
vornehmlich entlang von Ebenen eingespritzt wird, die parallel zur Erstreckungsrichtung
des Dorns verlaufen.
[0048] Wie oben beschrieben, können der Behälter zylindrisch und die wenigstens eine Warenfläche
kreisförmig ausgebildet sein und der Warenträger drehend um eine vom Dorn gebildete
Drehachse angetrieben sein, um auf eine besonders einfache Weise die relative Bewegung
des Warenträgers und der Fächerdüsen zueinander zu gestalten. Alternativ können die
wenigstens eine Warenfläche rechteckig ausgebildet sein und die Fächerdüsen horizontal
verschiebbar angetrieben sein, um eine größere Anzahl von Archivalien zu reinigen.
[0049] Die Erfindung betrifft somit auch die Verwendung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Reinigung und/oder Desinfektion, insbesondere zur Entfernung von Schimmelpilzen
und Schimmelpilzsporen, von Archivalien in gebundener Form, wie Büchern.
[0050] Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand von lediglich bevorzugte Ausführungsbeispiele
zeigenden Zeichnungen erläutert, wobei
- Fig. 1
- einen schematischen Querschnitt durch den Behälter eines ersten Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zeigt,
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht des ersten Ausführungsbeispiels zeigt,
- Fig. 3
- einen weiteren schematischen Querschnitt durch den Behälter des ersten Ausführungsbeispiels
zeigt und
- Fig. 4
- eine schematische Ansicht des Behälters eines zweiten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zeigt.
[0051] Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch einen in einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 verwendeten Behälters 3 zur Entfernung von Verunreinigungen und zur
Desinfektion von Archivalien. Die Vorrichtung 1 umfasst in der in Figur 1 dargestellten
Ausführungsform einen zylindrischen Behälter 3 mit einem Deckel 5 zum gasdichten Verschließen
des Behälters 3. Der Behälter 3 umfasst in seinem Inneren einen Warenträger 7 mit
einer Vielzahl von schlitzförmigen Öffnungen 8, der einfach nach Entfernen des Deckels
5 in den Behälter 3 eingebracht werden kann. Der Warenträger 7 weist ferner zwei Warenflächen
9 auf, auf denen jeweils eine Mehrzahl von aufgefächert aufgestellten Archivalien
angeordnet werden können. Des Weiteren ist in dem Behälter 3 ein Dorn 11 angeordnet,
der sich vom Boden des Behälters 3 senkrecht weg erstreckt und mit der Achse des zylinderförmigen
Behälters 3 zusammenfällt. Der vertikal verlaufende Dorn 11 ist als Hohldorn ausgestaltet
und weist eine Vielzahl von nicht dargestellten Öffnungen auf. Ferner weist der Dorn
11 eine Mehrzahl von Halterungen 13 auf, mit denen der Warenträger 7 in dem Behälter
3 gehalten wird. Die Warenflächen 9 sind als ebene Flächen ausgestaltet, die eine
siebartige Struktur 15 aufweisen, so dass Behandlungsflüssigkeit durch die Warenflächen
9 und somit den Warenträger 7 hindurchfließen kann. An der Innenwand des Behälters
3 ist weiterhin eine Mehrzahl von Fächerdüsen 17 zum Einspritzen von Behandlungsflüssigkeit
in den Behälter 3 angeordnet. Der Behälter 3 umfasst des Weiteren eine erste Behälteröffnung
19 im Bereich des Bodens des Behälters 3 auf, über die Behandlungsflüssigkeit in den
Behälter 3 eingebracht und entnommen werden kann. Ferner weist der Behälter 3 eine
zweite Behälteröffnung 20 und eine dritte Behälteröffnung 21 auf, die gasdicht mit
dem Innenraum des Hohldorns 11 verbunden sind, um Flüssigkeiten und/oder Gase in den
Hohldorn zu leiten. Beispielsweise dient Öffnung 20 dazu, Behandlungsflüssigkeit in
den Hohldorn 11 zu leiten, während Öffnung 21 dazu dient, Inertgas in den Hohldorn
11 zu leiten, was z.B. bei einem optionalen Entsäuerungsschritt vorteilhaft sein kann.
Direkt oberhalb der Öffnung 19 ist eine Einrichtung 22 angeordnet, durch die die Strömungsrichtung
der in den Behälter 3 einströmenden Behandlungsflüssigkeit gesteuert werden kann.
[0052] Außerdem sind an der Innenwand des Behälters 3 drei UV-Lichtquellen 23 angeordnet,
von denen in Figur 1 zur besseren Übersicht lediglich eine gezeigt ist. Die UV-Lichtquelle
23 dient zum Bestrahlen der in dem Behälter 3 angeordneten Archivalien mit UV-Licht
zur Reduzierung der Anzahl von vermehrungsfähigen Keimen, insbesondere Bakterien.
Die UV-Lichtquelle 23 erstreckt sich im Wesentlichen über die gesamte vertikale Länge
des zylinderförmigen Behälters 3. Weiterhin ist im Inneren des Dornes 11 eine Ultraschallquelle
25 angeordnet, mit Hilfe derer das Herauslösen von Verunreinigungen aus der Papierstruktur
und somit die Reinigungswirkung weiter verstärkt wird.
[0053] Die Anwendung von UV-Lichtquelle(n) 23 und Ultraschallquelle(n) 25 ist erfindungsgemäß
nicht auf das konkrete, in Figur 1 gezeigte Ausführungsbeispiel beschränkt. Weiterhin
sind weder die Form noch die Anordnung der UV-Lichtquelle (n) 23 und Ultraschallquelle(n)
25 auf die in Figur 1 gezeigte Formen und Anordnungen beschränkt.
[0054] Die in Figur 1 gezeigte Vorrichtung 1 umfasst weiterhin eine vierte Behälteröffnung
26, die z.B. dem Abführen von Gasen, wie Inertgas oder Abluft während eines Trocknungsschrittes,
dienen kann, und eine Antriebseinheit 27, um den Dorn 11 und den damit verbundenen
Warenträger 7 in eine Rotationsbewegung zu versetzen.
[0055] Figur 2 zeigt eine schematische Ansicht des in Figur 1 dargestellten Behälters 3
mit weiteren Komponenten der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1. Die Behälteröffnung
19 ist über eine Leitung 29 mit einer Pumpe 31 verbunden, wobei zwischen der Öffnung
19 und der Pumpe 31 ferner ein Verzweigungspunkt 33, ein UV-Filter 35, ein Ventil
37 und ein Verzweigungspunkt 39 angeordnet sind. Die Pumpe 31 ist über eine Leitung
41, in der ein Ventil 43 angeordnet ist, mit einem Filter 45 verbunden. Der Filter
45 ist über Leitung 47 mit einem Ventil 49 verbunden, wobei in der Leitung 47 ein
Verzweigungspunkt 51 angeordnet ist. Die Verzweigungspunkte 39 und 51 sind über eine
Leitung 52, ein Ventil 53, einen Verzweigungspunkt 55 und ein Ventil 57 miteinander
verbunden. An dem Verzweigungspunkt 55 ist ein Vorratsbehälter 59 für Behandlungsflüssigkeit
angeschlossen. Ferner ist der Verzweigungspunkt 51 über das Ventil 49 mit einem Verzweigungspunkt
61 verbunden. Der Verzweigungspunkt 61 ist zum einen über Leitung 63 mit einem Verzweigungspunkt
65 verbunden, wobei in der Leitung 63 ein Ventil 67 angeordnet ist. Von dem Verzweigungspunkt
65 erstreckt sich eine Vielzahl von Leitungen 69 zu den einzelnen Fächerdüsen 17 des
Behälters 3. Zum anderen ist der Verzweigungspunkt 61 über eine Leitung 71 und ein
Ventil 73 mit Verzweigungspunkt 75 verbunden. Der Verzweigungspunkt 75 ist über eine
Leitung 77 und ein Ventil 79 mit der zweiten Behälteröffnung 20 verbunden. Ferner
ist Verzweigungspunkt 75 über eine Leitung 81 mit Verzweigungspunkt 83 verbunden,
der wiederum über eine Leitung 85 und ein Ventil 87 mit Verzweigungspunkt 33 verbunden
ist. Ein Kompressor 89 ist über eine Leitung 91, in der ein Ventil 93 angeordnet ist,
mit Verzweigungspunkt 83 verbunden.
[0056] Zum Befüllen des Behälters 3 mit Behandlungsflüssigkeit wird Ventil 53 geöffnet,
so dass Behandlungsflüssigkeit aus dem Vorratsbehälter 59 über die Verzweigungspunkte
55 und 39 zur Pumpe 31 strömen kann. Ferner sind zum Befüllen die Ventile 43, 49,
73 und 87 geöffnet, so dass die Behandlungsflüssigkeit mit Hilfe der Pumpe 31 durch
den Filter 45 strömt und anschließend über die Behälteröffnung 19 in das Innere des
Behälters 3 einströmt. Die Einrichtung 22 sorgt dafür, dass die einströmende Behandlungsflüssigkeit
gleichmäßig und mit nicht zu hoher Strömungsgeschwindigkeit auf die in dem Warenträger
7 angeordneten Archivalien trifft, so dass Beschädigungen, wie z.B. ein Herausreißen
von Seiten der zu behandelnden Bücher, vermieden werden. Ferner wird durch die siebartige
Struktur 15 der Warenflächen 9, durch die die einströmende Behandlungsflüssigkeit
zunächst strömt, gewährleistet, dass die Strömung der Behandlungsflüssigkeit durch
eine entsprechende Anordnung der Öffnungen der siebartigen Struktur so gesteuert werden
kann, dass eine gleichmäßige aufsteigende Strömung ausgebildet wird, die entlang des
Dorns 11 aufsteigt und die Archivalien gleichmäßig durchströmt. Während des Befüllvorgangs
sind lediglich die Ventile 53, 43, 49, 73 und 87 geöffnet. Die übrigen Ventile sind
geschlossen.
[0057] Sobald der Behälter 3 mit Behandlungsflüssigkeit gefüllt ist, so dass die zu behandelnden
Archivalien vollständig in der Behandlungsflüssigkeit eingetaucht sind, wird die Behandlungsflüssigkeit
in einem Kreislauf geführt. Dazu werden die Ventile 37, 43, 49, 61, 73 und 79 geöffnet.
Alle übrigen Ventile bleiben während des Kreislaufbetriebs geschlossen. Mit Hilfe
der Antriebseinheit 27 wird der Dorn 11 und somit der Warenträger 7 in eine Rotationsbewegung
versetzt. Über die Vielzahl der Leitungen 69 und die an der Innenwand des Behälters
3 fest angeordneten Fächerdüsen 17 wird Behandlungsflüssigkeit in das Innere des Behälters
3 eingebracht. Dabei wird die Behandlungsflüssigkeit durch die Fächerdüsen 17 in jede
Archivale durch die von der gebundenen Kante weg weisende aufgefächerte Seite der
Archivale in Richtung der gebundenen Kante eingespritzt, wie dies weiter unten im
Zusammenhang mit Figur 3 beschrieben ist. Durch die relative Bewegung des Warenträgers
7 und der Fächerdüsen 17 zueinander sowie der aufgefächerten Anordnung der Archivalien
kommen nicht nur die äußeren Bereiche der Papierseiten, sondern die Papierseiten vollständig
bis hin zur Bindung in Kontakt mit der Behandlungsflüssigkeit.
[0058] Des Weiteren strömt Behandlungsflüssigkeit über die Leitung 77 und die zweite Behälteröffnung
20 in das Innere des Hohldorns 11. Aufgrund der Öffnungen des Hohldorns 11 kann die
Behandlungsflüssigkeit in den Innenraum des Behälters 3 strömen, so dass die zum Dorn
11 hinweisende Rückseite der zu behandelnden Archivalien mit Behandlungsflüssigkeit
angeströmt wird. Dies ermöglicht eine besonders intensive Kontaktierung der Rückseite
der gebundenen Kante der Archivalien, wie der Buchrücken. Durch die intensive Kontaktierung
sämtlicher Seiten der zu behandelnden Archivalien sowie der gebundenen Kanten wird
ein wirksames Herauslösen von sowohl anorganischen Verunreinigungen, wie z.B. Staub
und Sand, als auch organischen Verunreinigungen, wie z.B. Schimmelpilzbestandteilen,
Schimmelpilzsporen und Bakterien gewährleistet. Diese mechanische Reinigung wird durch
Ultraschallquelle 25 weiter verstärkt. Des Weiteren kann durch in Behandlungsflüssigkeit
vorhandene Desinfektionsmittel eine Desinfektion, d.h. eine Verringerung von Vermehrungsfähigen
Keimen, wie z.B. Pilzen, Sporen oder Bakterien erreicht werden. Diese desinfizierende
Wirkung kann durch Bestrahlung mit UV-Licht mittels UV-Lichtquelle 23 verstärkt werden.
Mithin enthält die Behandlungsflüssigkeit nach dem Kontaktieren der Archivalien eine
gewisse Menge an anorganischen und organischen Verunreinigungen. Zur Regeneration
der Behandlungsflüssigkeit und Steigerung der Reinigungswirkung werden die herausgelösten
Verunreinigungen kontinuierlich aus der Behandlungsflüssigkeit entfernt. Dazu wird
kontinuierlich ein Teil der Behandlungsflüssigkeit über die erste Behälteröffnung
19 aus dem Behälter 3 abgeführt und über die Leitungen 29 und 41 mit Hilfe der Pumpe
31 in einen Filter 45 geleitet, der vorteilhafterweise als mehrstufiger Filter ausgestaltet
ist und beispielsweise ein Sieb und einen Grobfilter zur Entfernung von größeren Feststoffen,
wie z.B. abgetrennten Papierpartikeln, und einen Membranfilter zur Abtrennung von
kleinsten anorganischen und organischen Verunreinigungen, wie Staub, Sand oder Schimmelpilzsporen
geeignet ist. Die filtrierte Behandlungsflüssigkeit wird anschließend über die Leitungen
47 und 63 sowohl zu den Leitungen 69 und somit zum anschließenden Einspritzen der
Behandlungsflüssigkeit über die Fächerdüsen 17 als auch über Leitungen 47, 71 und
77 zum Einbringen von regenerierter Behandlungsflüssigkeit in die zweite Behälteröffnung
20 und somit in den Hohldorn 11 des Behälters 3 zurückgeführt. Der in Leitung 29 angeordnete
UV-Filter 35 verstärkt die Desinfektionswirkung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
da Sporen, Bakterien und andere Keime in der Behandlungsflüssigkeit durch UV-Bestrahlung
abgetötet werden können. Die Anwendung von UV-Filter 35 ist erfindungsgemäß nicht
auf das konkrete, in Figur 2 gezeigte Ausführungsbeispiel beschränkt. Weiterhin ist
die Anordnung des UV-Filters 35 nicht auf die in Figur 2 gezeigte Anordnung beschränkt.
[0059] Nach Erreichen der gewünschten Reinigungswirkung kann der Kreislaufbetrieb beendet
werden, indem die Behandlungsflüssigkeit aus dem Behälter 3 abgelassen wird. Dazu
werden Ventile 37, 43 und 57 geöffnet. Die übrigen Ventile bleiben für das Ablassen
geschlossen. Die Behandlungsflüssigkeit wird über die Leitungen 29 und 41 in den Filter
45 geführt, um Behandlungsflüssigkeit, die im Wesentlichen frei von Verunreinigungen
mit einer mittleren Partikelgröße von mehr als 15 µm, vorzugsweise mehr als 5 µm,
besonders bevorzugt mehr als 0,5 µm ist, über Leitung 52 wieder in den Vorratsbehälter
59 zu leiten.
[0060] Nach Ablassen der Behandlungsflüssigkeit können die auf dem Warenträger angeordneten
Archivalien einfach getrocknet werden, indem mit Hilfe des Kompressors 89 warme Luft
durch die erste Behälteröffnung 19, die zweite Behälteröffnung 20 und die Fächerdüsen
17 in das Innere des Behälters 3 strömt. Dazu sind Ventile 93, 87, 79, 73 und 76 geöffnet
und die übrigen Ventile geschlossen. Die Abluft kann den Behälter 3 über die Öffnung
26 verlassen.
[0061] Figur 3 zeigt einen Querschnitt durch den in den Figuren 1 und 2 dargestellten Behälter
3 entlang einer Ebene, die sich senkrecht zu dem vertikal verlaufenden Dorn 11 erstreckt.
Auf der Innenseite des Behälters 3 sind gleichmäßig verteilt drei fest mit der Innenwand
verbundene Fächerdüsen 17 angeordnet. In unmittelbarer Nähe zu den Fächerdüsen 17
ist jeweils eine UV-Lichtquelle 23 an der Innenwand des Behälters 3 angebracht. Der
Warenträger 7 umfasst eine Mehrzahl von Unterteilungsflächen 95, die im Wesentlichen
parallel zu dem Dorn verläuft. Durch die Unterteilungsflächen 95 wird in dem Warenträger
7 eine Mehrzahl von Kompartimenten 97 gebildet. In einem dieser Kompartimente 97 ist
in der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform ein Buch 99 mit einer Vielzahl von Seiten
101 und einer gebundenen Kante 103 dargestellt. Zur Reinigung des Buches 99 wird der
Warenträger 7 zunächst um 270° in eine Drehrichtung und danach um 180° in die andere
Richtung um die durch den Dorn 11 gebildete Drehachse gedreht. Durch das Drehen des
Warenträgers 7 wird auf einfache Weise eine relative Bewegung zwischen dem Warenträger
7 und den Fächerdüsen 17 erzeugt. Somit kann in jedes der Kompartimente 97 und somit
in jedes Buch 99 durch wenigstens eine der Fächerdüsen 17 Behandlungsflüssigkeit eingespritzt
werden und UV-Strahlung der UV-Quellen 23 gelangen. Die Fächerdüsen 17 sind an der
Innenwand des Behälters 3 so angeordnet, dass die Behandlungsflüssigkeit entlang von
Ebenen eingespritzt wird, die parallel zur Erstreckungsrichtung des Dorns verlaufen.
Somit verlaufen die Fächer von Behandlungsflüssigkeit, die aus den Fächerdüsen 17
in Richtung der Bücher 99 eingespritzt werden, parallel zu den gebundenen Kanten 103
und den Papierseiten 101, wodurch eine besonders intensive Kontaktierung und somit
eine besonders wirksame Reinigung des Papiers ermöglicht wird.
[0062] Figur 4 zeigt einen Querschnitt durch den Behälter 3` einer alternativen Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung. In dieser Ausgestaltung ist der Behälter 3' im
Wesentlichen quaderförmig ausgestaltet, so dass sich ein rechteckiger Querschnitt
ergibt. Der quaderförmige Warenträger 7 umfasst auch in dieser Ausführungsform eine
Mehrzahl von Unterteilungsflächen 95, so dass eine Vielzahl von Büchern 99 aufgenommen
werden kann. Die Vorrichtung umfasst ferner Düsenstöcke 105, an denen jeweils eine
Mehrzahl von Fächerdüsen 17 und UV-Lichtquellen 23 angebracht sind. Die Düsenstöcke
105 sind horizontal verschiebbar, so dass Warenträger 7 und Fächerdüsen 17 relativ
zueinander bewegt werden können. Die Behandlungsflüssigkeit wird über die Fächerdüsen
17 in Richtung der aufgefächerten Seite der Bücher 99 eingespritzt, um das Papier
intensiv zu kontaktieren. Ferner umfasst die Vorrichtung zweite Düsenstöcke 107, an
denen jeweils Fächerdüsen 109 angebracht sind. Mit Hilfe der Fächerdüsen 109 kann
Behandlungsflüssigkeit an die gebundene Kante 103 der Bücher 99 angeströmt werden,
um die Rückseite der gebundenen Kanten 103, d.h. die Buchrücken, noch wirksamer zu
reinigen.
[0063] Der Behälter 3' mit den Einbauten ist an den Punkten A, B, C, D und E entsprechend
der in Figur 2 gezeigten Vorrichtung 1 mit den weiteren Komponenten, wie z.B. der
Pumpe 31 und dem Filter 45, verbunden und kann daher entsprechend in dem bereits zuvor
beschriebenen Kreislaufverfahren betrieben werden.
1. Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen und/oder zur Desinfektion von Archivalien,
bei dem
(a) in einem Behälter (3, 3') wenigstens eine Archivale (99) auf einer ebenen Warenfläche
(9) eines Warenträgers (7) angeordnet wird, wobei die Archivale (99) eine Vielzahl
von aufeinander gestapelten Papierseiten (101) umfasst, die entlang einer Kante miteinander
verbunden sind, um eine gebundene Kante (103) zu bilden, und/oder die Archivale (99)
an einer Kante an dem Warenträger (7) fixiert wird, und wobei die Archivale (99) vollständig
in eine Behandlungsflüssigkeit getaucht wird,
(b) der Warenträger (7) und wenigstens eine Fächerdüse (17) derart relativ zueinander
bewegt werden, dass in jede Archivale (99) durch die wenigstens eine Fächerdüse (17)
Behandlungsflüssigkeit durch die von der gebundenen oder fixierten Kante (103) der
Archivale (99) wegweisende Seite der Archivale (99) in Richtung der gebundenen oder
fixierten Kante (103) eingespritzt wird, um das Papier der Archivale (99) zu kontaktieren,
(c) zumindest ein Teil der Behandlungsflüssigkeit nach dem Kontaktieren des Papiers
aus dem Behälter (3, 3') abgeführt wird,
(d) die abgeführte Behandlungsflüssigkeit regeneriert wird, um die aus dem Papier
herausgelösten Verunreinigungen zu entfernen und eine regenerierte Behandlungsflüssigkeit
zu erhalten, und
(e) die regenerierte Behandlungsflüssigkeit erneut in den Behälter (3, 3') geleitet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Behandlungsflüssigkeit regeneriert wird, indem
sie durch eine Vorrichtung zum Abtrennen von Feststoffen (45) geleitet wird, die geeignet
ist, Feststoffe mit einer Partikelgröße von weniger als 15 µm, vorzugsweise weniger
als 5 µm, besonders bevorzugt weniger als 0,5 µm aus der Behandlungsflüssigkeit zu
entfernen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die Behandlungsflüssigkeit regeneriert wird,
indem sie durch einen Filter (45) mit einer Maschenweite von weniger als 15 µm, vorzugsweise
weniger als 5 µm, besonders bevorzugt weniger als 0,5 µm geleitet wird, wobei der
Filter (45) vorzugsweise ein Membranfilter ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Behandlungsflüssigkeit
eine Trägersubstanz und ggf. ein Desinfektionsmittel enthält.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die Trägersubstanz ein Lösungsmittel ist, das (i)
eine Oberflächenspannung von weniger als 0,072 N/m, vorzugsweise weniger als 0,020
N/m, besonders bevorzugt weniger als 0,015 N/m, (ii) eine Polarität von weniger als
150 kJ/mol, auf der ET(30)-Skala und/oder (iii) einen Siedepunkt von weniger als 100 °C, vorzugsweise weniger
als 70°C, besonders bevorzugt weniger als 60°C aufweist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei das Lösungsmittel ein Alkan oder fluoriertes Alkan
mit einer molaren Masse von mehr als 72 g/mol ist und vorzugsweise ausgewählt ist
aus der Gruppe bestehend aus Pentan, Hexan, Heptan, Decafluorpentan und Mischungen
davon, wobei das Lösungsmittel besonders bevorzugt 1,1,1,2,2,3,4,5,5,5-Decafluorpentan
ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei das Desinfektionsmittel ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Methanol, Ethanol, Isopropanol und Mischungen davon.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem in Schritt (a) wenigstens
eine Archivale (99) in gebundener Form, die eine Vielzahl von aufeinander gestapelten
Papierseiten (101) umfasst, die entlang einer Kante (103) miteinander verbunden sind,
aufgefächert aufgestellt auf die Warenfläche (9) angeordnet wird und in Schritt (b)
der Warenträger (7) und wenigstens eine Fächerdüse (17) derart relativ zueinander
bewegt werden, dass in jede Archivale (99) durch wenigstens eine Fächerdüse (17) Behandlungsflüssigkeit
durch die von der gebundenen Kante (103) der Archivale (99) wegweisende, aufgefächerte
Seite der Archivale (99) in Richtung der gebundenen Kante (103) eingespritzt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Behälter (3) einen
Dorn (11) aufweist und die wenigstens eine Archivale (99) auf mindestens einer, senkrecht
zum Dorn (11) verlaufenden, ebenen Warenfläche (9) des Warenträgers (7) angeordnet
werden, wobei der Warenträger (7) von dem Dorn (11) gehalten wird, wobei die wenigstens
eine Fächerdüse (17) vorzugsweise an einer Innenwand des Behälters (3) angeordnet
ist, wobei ferner die Behandlungsflüssigkeit vorzugsweise vornehmlich entlang von
Ebenen eingespritzt wird, die parallel zur Erstreckungsrichtung des Dorns (11) verlaufen.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, bei dem in Anschluss an die Reinigung
und Entfernung von Keimen ein Verfahren zur Entsäuerung von Archivalien durchgeführt
wird, indem Schritt (b) gemäß Anspruch 1 mit einer Behandlungsflüssigkeit durchgeführt
werden, die mindestens einen Entsäuerungswirkstoff enthält, wobei der Entsäuerungswirkstoff
vorzugsweise ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Alkali- und Erdalkalimetallverbindungen
und insbesondere ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Magnesiumoxid, Magnesiumcarbonat,
Magnesiumhydrogencarbonat, Magnesiumhydroxid, Calciumoxid, Calciumcarbonat, Calciumhydrogencarbonat,
Calciumhydroxid, Bariumoxid, Bariumcarbonat, Bariumhydrogencarbonat, Bariumhydroxid,
Natriumhydroxid, Natriumhydrogencarbonat, Natriumcarbonat, Kaliumhydroxid, Kaliumhydrogencarbonat,
Kaliumcarbonat und Mischungen davon.
11. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem die Archivalien (99) mit einem Gas kontaktiert
werden, während diese mit der Behandlungsflüssigkeit in Kontakt sind.
12. Vorrichtung (1) zur Entfernung von Verunreinigungen und/oder zur Desinfektion von
Archivalien (99), umfassend
einen Behälter (3, 3') mit mindestens einer Öffnung (20) zum Einbringen einer Behandlungsflüssigkeit
und mindestens einer Öffnung (19) zum Abführen der Behandlungsflüssigkeit, wobei in
dem Behälter (3, 3') ein Warenträger (7) mit mindestens einer ebenen Warenfläche (9)
zur Aufnahme von wenigstens einer Archivale (99) angeordnet ist,
wenigstens eine Fächerdüse (17) zum Einspritzen einer Behandlungsflüssigkeit zur Reinigung
und/oder Desinfektion der Archivale (99),
wobei der Warenträger (7) und die wenigstens eine Fächerdüse (17) derart relativ zueinander
bewegt werden können, dass in jede Archivale (99) durch wenigstens eine Fächerdüse
(17) die Behandlungsflüssigkeit durch die von einer gebundenen oder fixierten Kante
(103) der Archivale (99) wegweisende, aufgefächerte Seite der Archivale (99) in Richtung
der gebundenen oder fixierten Kante (103) eingespritzt wird, um das Papier der Archivale
(99) zu kontaktieren,
eine Pumpe (31), dessen Saugseite mit der mindestens einen Öffnung (19) des Behälters
(3, 3') zum Abführen von Behandlungsflüssigkeit verbunden ist und dessen Druckseite
mit der mindestens einen Öffnung (20) des Behälters (3, 3') zum Einbringen von Behandlungsflüssigkeit
verbunden ist, um aus dem Behälter (3, 3') abgeführte Behandlungsflüssigkeit zu dem
Behälter (3, 3') zurückzuführen, und
eine Vorrichtung zum Abtrennen von Feststoffen (45), die zwischen der mindestens einen
Öffnung (19) des Behälters (3, 3') zum Abführen von Behandlungsflüssigkeit und der
Saugseite der Pumpe (31) und/oder zwischen der Druckseite der Pumpe (31) und der mindestens
einen Öffnung (20) des Behälters (3, 3') zum Einbringen von Behandlungsflüssigkeit
angeordnet ist, um Feststoffe aus der zurückgeführten Behandlungsflüssigkeit zu entfernen.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, bei der der Behälter (3) einen Dorn (11) aufweist und
die Archivale (99) auf mindestens einer, senkrecht zum Dorn (11) verlaufenden, ebenen
Warenfläche (9) des Warenträgers (7) angeordnet werden, wobei der Warenträger (7)
von dem Dorn (11) gehalten wird, wobei die wenigstens eine Fächerdüse (17) vorzugsweise
an einer Innenwand des Behälters (3) angeordnet ist, wobei ferner die Behandlungsflüssigkeit
vornehmlich entlang von Ebenen eingespritzt wird, die parallel zur Erstreckungsrichtung
des Dorns (11) verlaufen.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, bei der der Behälter (3) zylindrisch ist, wenigstens
eine Warenfläche (9) kreisförmig ausgebildet ist und der Warenträger (7) drehend um
eine vom Dorn gebildete Drehachse angetrieben ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 12, bei der die wenigstens eine Warenfläche (9) rechteckig
ausgebildet ist und die Fächerdüsen (17) horizontal verschiebbar angetrieben sind.